Deutsche Linke gegen Israel. Mal wieder.

Dass große Teile der deutschen Linken ein Problem mit Israel haben, ist nichts Neues. Gegenwärtig wird die enorme Abneigung gegen den jüdischen Staat einmal mehr offen ausgelebt.

Von Jan-Niklas Kniewel

1Was gegenwärtig in Teilen der deutschen Linken vor sich geht, lässt sich nicht als ‚Israelkritik‘ maskieren. In zahlreichen deutschen Städten finden derzeit israelfeindliche Demonstrationen und Kundgebungen statt. Zu vielen davon rufen – dem Selbstverständnis zufolge – linke Gruppen und Einzelpersonen auf, darunter auch Bundestagsabgeordnete und ein Landesvorsitzender der Linkspartei sowie lokale Zweigstellen ihres Jugendverbandes.

So ist in Köln eine Kundgebung für den 18. Juli geplant, zu dem Die Linke.SDS Köln (anerkannter Studierendenverband der Partei), gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der nordrhein-westfälischen Linkspartei Ralf Michalowsky und dessen GenossInnen aus dem Bundestag Inge Höger (die 2010 gemeinsam mit AntisemitInnen und IslamistInnen, wie jenen der IHH, auf dem Frauendeck an der ‚Free Gaza‘-Flotille teilnahm) sowie Niema Movassat (der sich als Verteidiger der Grass’schen Dichtkunst profilierte). Außerdem, unter anderen, dabei: die Linksjugend Ruhr.*

Bisher sagten über Facebook 3.700 Menschen zu. Dieselben Einzelpersonen sowie die Linksjugend Ruhr unterstützen eine zeitgleich in Essen stattfindende Kundgebung, zu der mittlerweile sogar 6.800 Menschen zusagten. 2Beide firmieren unter demselben Aufruf, der an Einseitigkeit nicht zu überbieten ist:

In den vergangenen Wochen haben die Angriffe der israelischen Armee auf die palästinensische Zivilbevölkerung zugenommen. Während die Bevölkerung im von der Welt abgeschotteten Gaza unter Bombardierungen leidet und hohe Opferzahlen beklagen muss, hat die israelische Armee über Hebron eine Ausgangssperre verhängt und bei Hausdurchsuchungen mehrere Menschen verletzt und getötet. Infolge der Hausdurchsuchungen wurden mehr als 450 Menschen inhaftiert, darunter auch Abgeordnete und AktivistInnen des zivilen Widerstands.“

Kein Wort darüber, dass das gegenwärtige Bombardement eine Reaktion auf den seit Anfang des Jahres anhaltenden und intensivierten Raketenbeschuss Israels durch die Hamas und den Islamischen Dschihad ist, kein Wort darüber, dass 3,5 Millionen Menschen in Reichweite dieser Raketen leben, kein Wort über die drei mutmaßlich von der Hamas entführten und ermordeten Teenager, die Anlass für die Hausdurchsuchungen waren, kein Wort darüber, dass Zweidrittel der Inhaftierten Mitglieder der Hamas oder anderer terroristischer Organisationen waren. Kein Wort darüber, dass die Hamas die ZivilistInnen in Gaza als menschliche Schutzschilder missbraucht. Kein verdammtes Wort darüber, dass die israelische Armee noch immer, trotz der erneuten Eskalation, die Grenzübergänge nach Gaza für Nahrungsmittel, Medikamente, Benzin und andere Hilfsmittel offen hält. Kein Wort.

Stattdessen schiebt man jede Schuld den Israelis in die Schuhe und fordert entgegen aller realer Begebenheiten:

Sofortigen Stopp der militärischen Aggressionen der israelischen Armee und die Freilassung der politischen Gefangenen.“

Dass der Aggressor eben nicht die israelische Armee ist – unvorstellbar für die linken Israelfeinde. Auch wäre es interessant zu wissen, wie die TerrorversteherInnen hier wohl ‚politische Gefangene‘ definieren. Dass es in den palästinensischen Gebieten nicht nur politische Gefangene gibt, sondern dass die Hamas jene der von ihnen Beherrschten, die mit Israel kooperieren gerne gleich hinrichtet – das findet natürlich in einem solchen Pamphlet ebenfalls keine Erwähnung.

Antiimperialistische Kampagne für den irakischen Widerstand
Antiimperialistische Kampagne für den irakischen Widerstand

Die Essener Kundgebung wird des Weiteren von der Gruppe Initiativ e.V. unterstützt. Die Abgeordneten der Linkspartei arbeiten also mit einer Organisation zusammen, die im Rahmen der Kampagne „10€ für den irakischen Widerstand“ Geld gesammelt hatten, das an die Irakische Patriotische Allianz (IPA) übergeben wurde. Eine Organisation die nicht nur enge Verbündete von Saddam Hussein war, sondern deren damaliger Vorsitzender in den 1960er mitverantwortlich für die Ermordung von 17.000 Menschen, darunter 5000 KommunistInnen war. Mitglieder der Organisation prügelten 2005 nach einer ‚Intifada‘-Demo in Düsseldorf mit Eisenstativen und Glasflaschen auf antifaschistische GegendemonstrantInnen ein.

Die ‚Palästinensische Gemeinde‘, die die Kundgebungen unterstützt fordert auf ihrer Facebook-Seite „From [the] River to the Sea“, würde Israel also am liebstem gleich von der Landkarte streichen und zeigt auch eine dementsprechende Karte des Nahen Ostens. Außerdem wirbt man für Veranstaltungen der antisemitischen BDS-Bewegung.

Obama - gesteuert von Israel... (Foto Sacha Stawski)
Obama – gesteuert von Israel… (Foto Sacha Stawski)

Wer mit solchen Charakteren zusammenarbeitet und einen Aufruf so formuliert, der braucht sich nicht wundern, wenn die Facebook-Seite zu einer Veranstaltung mit antisemitischer und NS-verherrlichender Propaganda zugemüllt wird, wie der Journalisten-Blog Ruhrbarone berichtete, denn letztlich wächst dort nur zusammen, was zusammengehört.

Und so darf es auch keinen der OrganisatorInnen und UnterstützerInnen wundern, wenn die Veranstaltungen so ablaufen werden, wie das in Bochum und Essen in den letzten Tagen der Fall war:

120 Demonstranten [zogen] vom Rathaus aus durch Teile der Innenstadtund skandierten dabei Parolen wie “Israel Kindermörder” und “Allah uh Akbar”. (…) Am Donnerstag konnte [in Essen] ein Sturm auf die Alte Synagoge nur durch massive Polizeikräfte verhindert werden.“ (Ruhrbarone)

Dass manche Linke zu wirklich jeder Querfront bereit sind, wenn es nur gegen den jüdischen Staat geht, zeigte sich auch am Samstag in Frankfurt am Main. Dort war es für Mitglieder von Die Linke.SDS offenbar kein Problem, auf einer Demonstration mitzulaufen, auf der die Fahnen der Hamas entrollt wurden, während man „Kindermörder Israel“ skandierte.

Mittendrin, unter anderem in Frankfurt und weiteren Städten: Mitglieder der Partei Die Linke (Foto: Sacha Stawski)
Mittendrin, unter anderem in Frankfurt und weiteren Städten: Mitglieder der Partei Die Linke (Foto: Sacha Stawski)

Auch dass die Neonazi-Gruppe ‚Nationale Sozialisten Rhein-Main‘ dort ebenfalls anwesend war, ist etwas, um dass sich die selbsternannten AntifaschistInnen nicht geschert haben. Gegen Israel ist eben jede Allianz recht und billig.

In Frankfurt am Main spielte sich zudem ein bemerkenswertes Szenario ab: Die Polizei beteiligte sich mit einem Fahrzeuge am Demonstrationszug über die Zeil und gestattete einem der Aufhetzer der Demonstranten vom Innenraum des Autos aus das Lautsprechersystem des Wagens zu benutzen, um die Stadt mit Sprüchen wie: „Kindermörder Israel“ und „Alllah U’Akbar“ zu beschallen. 

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* In einer früheren Version des Artikels war fälschlicherweise davon die Rede, dass die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes Mülheim-Essen-Oberhausen die Demonstration in Köln unterstützen würde. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der SDS Köln die DGB-Jugend als Unterstützer geführt hat, ohne dass eine solche Kooperation der Realität entsprochen hätte.

53 Kommentare zu „Deutsche Linke gegen Israel. Mal wieder.

      1. Ich kann dir sagen warum Gerd das sagt: weil die antizionistische und antisemitische Linke jegliche Kritik an sich gern auch mal mit „das ist nicht richtig recherchiert!“ kontert. Traurige Welt.

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      2. natürlich ist auch das einseitig recherchiert. manchmal glaube ich, dass jegliche kritik an Israel von bestimmten „linksradikalen“ (von rechten will ich gar nicht schreieben) als antisemitismus verunglimpft wird. dass sie sich damit in einheit mit der „achse des guten“ befinden, interessiert sie nicht.
        aber das nur kurz.

        selbstverständlich ist kritik an Israel berechtigt und notwendig. ginge es wirklich um die vernichtung von bunkern, könnte das direkt an der grenze getan werden.
        und die frage muss erlaubt sen, ob zivile opfer, menschen, die in krankenhäusern schutz suchten, legitime „kollateralschäden“ sein dürfen.

        und ich frage mich, wie es sein kann, dass die Hamas menschen als schutzschilde zu benutzen, wenn halb Gaza sich auf der flucht befindet. habe nirgends davon gehört, dass jemand diese armen menschen versucht aufzuhalten.

        es gibt noch mehr kritik, auf die ich hier aber verzichte.

        um es klarzustellen. für mich hat Israel ein absolutes existenzrecht, aber Palästinenser eben auch. nur wird es mit dieser regierung Israels, mit ihren hardlinern und populisten (faschisten fällt mir bei unserer geschichte schwer zu sagen) nie einen frieden geben. zumal dadurch die am boden liegende Hamas wieder wach geküsst wurde.

        ich möchte hier noch auf einen artikel hinweisen. ein jude und antisemit?

        –Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren.

        Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zur israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Er selber wolle am Mittwoch an einer Demonstration gegen „das Massaker der Israelis in Gaza“ teilnehmen, sagte Verleger.

        Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich gestern über eine neue Welle des Judenhasses in Deutschland beklagt. Rolf Verleger sieht diese Einlassung kritisch. Im Deutschlandfunk sagte er: „Wer hat uns das denn eingebrockt?“ Wenn Politiker und Medien in Deutschland Israels Politik für richtig hielten und Repräsentanten des Judentums jede Kritik an Israel zur Kritik an Juden erklärten, fordere man antisemitische Parolen geradezu heraus. Man könne ja „nicht jeden Quatsch, den Israel da macht, mitmachen“.–

        http://www.deutschlandfunk.de/anti-israelische-proteste-wer-hat-uns-das-denn-eingebrockt.694.de.html?dram:article_id=292408

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    1. ..und kein Wort darüber, dass die Palästinenser weder mit dem zweiten Weltkrieg, noch mit Auschwitz, noch mit dem Holocaust etwas am Hut haben. Kein Wort darüber, dass Israel auf palästinensischem Territorium gegründet worden ist. Kein Wort darüber, dass auf jenem Gebiet ansässige Menschen (Palästinenser) vertrieben und ermordet worden sind (Shatila etc.). Kein Wort darüber, dass Israel seit seiner Gründung ständig expandiert, mittels seiner usurpatorischen Siedlungspolitik, worüber sehr oft zu lesen ist. Kein Wort darüber, dass über 2 Millionen Menschen in Gaza im Ghetto leben. Und kein verdammter Versuch den Nah-Ost Konflikt an dessen Wurzel zu packen, dass nämlich der Antrieb der Besatzung Palästinas auf das in der Tora gegebene Versprechen beruht, das dieses Land von Gott den Israelis zugesprochen ist. Wenn man auch das nicht als religiöser Fundamentalismus bezeichnen kann, dann weiß ich nicht mehr was Fundamentalismus ist. Hitler zum dank besitzen heutzutage die Israelis offensichtlich die Lizenz zum Töten.

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  1. Danke für den Text. Nur ein Hinweis: „Selbsternannt“ sind alle AntifaschistInnen. Gemeint ist wohl „sogenannt“. Oder vergibt der Bundespräsident den Titel?

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  2. Nach meinem Wissensstand unterstützt die DGB Jugend MEO den Aufruf zur Kundgebung in Essen nicht. In Essen geht die Organisation von der Linksjugend Solid Ruhr und dem Medienportal Die Freiheitsliebe aus – Maßgeblicher (Mit-)Initiator ist Jules Jamal El-Khatib.

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    1. Das steht so auch nicht im Text. Dort steht, dass die DGB-Jugend MEO jene Kundgebung in Köln unterstützt. Der Aufruf ist derselbe.

      Freundliche Grüße.

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  3. Eine Anmerkung:
    Die auf dem Bild zusehende Flagge ist die Flagge Palästinas und nicht die der Hamas.
    Kritik an Querfront-Strategien ist wichtig und nötig, dabei aber bitte nicht pauschalisieren und vor allem sachlich recherchieren!

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    1. Dass auf den eingebundenen Bildern die Hamas-Flagge zu sehen wäre, wird auch nicht behauptet. Sie war aber auf der Demonstration an anderer Stelle zu sehen.

      Freundliche Grüße.

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  4. soweit ich das verstanden habe war das polizeiauto kurze zeit unbeaufsichtigt, es ist also keineswegs absicht zu erkennen. und wirklich faier ist der artikel auch mal wieder nicht.
    was kann jemand der findet, dass der israelische staat verbrechen begeht, bitte dafür wenn nazis dazu kommen?
    Und nur weil mein ein gegner des zionismus ist, wird man wie immer gleich wieder als antisemit abgestemmpelt. holt schnell die nazikeule raus und unterbindet den dialog…

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  5. „Und nur weil mein ein gegner des zionismus ist,“
    ->Ja, und sehen Sie – ’nur Antizionismus‘ ist, vor allem wenn er von Deutschen ausgeht, eine Bezeichnung, die sich eben gerne von Antisemiten gegeben wird. Klingt besser als Antisemit (so denkt man), ist aber im Effekt das Gleiche. Bezeichnenderweise wissen die wenigsten deutschen „Antizionisten“ so gut wie nichts über den Zionismus, Strömungen, Israel usw.. Aber bloß weil sich jemand nicht selbst als Antisemit bezeichnen möchte, ist er deswegen nicht weniger antisemitisch oder unfähig zur Kritik.

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  6. Also, wer zusammen mit Feaschisten marschiert ist ein Opfer von… Ja, wovon?

    Kritik an Israel ist nur dann glaubwürdigerweise nicht antisemitisch, wenn die KritikerInnen nachvollziehbar darstellen können, warum sie nicht mit der gleichen Energie für den Kampf der Saharouis gegen Marokko einsetzen. Oder für die Basken gegen Frankreich und Spanien. Oder für die Indigenen AustralierInnen.
    Bei allen andern gehe ich von bewussten oder unbewussten rassistischen, antisemitischen Motiven aus.

    Des Weiteren: Antisemitische Diskurse werden oft von Leuten geführt, die wirklich keine Antisemiten sein wollen.

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    1. Oh ja, sag den Leuten die gegen Armut in Afrika Spendengelder sammeln das nächstemal wenn sie dich auf der Straße anhalten und Fragen ob du was spenden würdest:

      „Tut mir leid, ihr seid nicht glaubwürdig in eurem Einsatz gegen Armut in Afrika, solange ihr es nicht hinbekommmen habt die Armut in der restlichen Welt abzuschaffen.“

      Bin mal gespannt wie sie da Antworten.

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  7. Hier eine Kritik an dem „Artikel“, der den Beisatz „journalistisch“ oder „sachlich“ definitiv nicht verdient.

    – Der Text ist voller Suggestionen und falschen Behauptungen. Angefangen damit, dass die dt. Linke angeblich Israelkritik sowieso nur als Maske benutzt, geht es weiter mit der quellenlosen Falschbehauptung, dass die Hamas für die Entführungen verantwortlich ist oder dass alle militärischen Aktionen Israels nur eine „Reaktion“, quasi eine Selbstverteidigung, seien. Es ist ironisch, dass ein paar Sätze vorher der Vorwurf der Einseitigkeit gebracht wird….
    Es ist definitiv auch falsch zu sagen, dass Nahrungsmittel, Medikamente, Benzin und Hilfsmittel von der isr. Armee über die Grenze gelassen werden! Das kann sogar als glatte Lüge bezeichnet werden! Wo ist die Quelle dafür? Bisher gab es nur eine kurze Grenzöffnung seitens Agypten, die aber nur die notwendigste Medizin und ein paar Schwerverletzte passieren ließen.
    – Es wird davon geschrieben, dass von den Gegnern dieser Eskalation alle Schuld den Israelis in die Schuhe geschoben wird und dann ein Zitat angeführt, das explizit die israelische Armee – also die isr. Regierung! – angesprochen und kritisiert wird. Seit wann ist denn eine Regierungsarmee gleichbedeutend mit der Bevölkerung? Die Differenzierung an dieser Stelle will der Autor nicht sehen. Es würde ja nicht zu der Grundintension des Artikels passen: Die dt. Linke und ausnahmslos alle, die die erneute militärische Eskalation nicht hinnehmen wollen (indirekt) als Antisemiten zu stigmatisieren.
    – Der Text schreibt kein Wort zur tatsächlichen oder mutmaßlichen Sachlage. Stattdessen erfahren wir nur suggestiv solche haltlosen Thesen, wie etwa, dass die Aggressoren nicht die isr. Armee seien. Das kann ja durchaus sein, aber woran kann man das festmachen? Etwa an der illegalen Siedlungspolitik, der völkerrechtswidrigen Politik Israels, an der reaktionärsten rechtspopulistischen Regierung Israels seit es diesen Staat gibt, an der Ablehnung aller konkreten Friedenslösungen seitens der isr. Regierung seit mehreren Jahren oder an der absoluten militärischen Überlegenheit Israels? Kein Wort erfahren wir darüber. Auch kein Wort über die Massenproteste in Israel selbst von Teilen der Bevölkerung gegen den Krieg, Kein Wort über die Friedensbewegung in Israel, die ebenfalls die Eskalation aufs Schärfste kritisiert, kein Wort darüber, dass gerade Wahlkampf ist in Israel. Kein Wort.
    – Stattdessen ist der Autor wohl zwanghaft auf der Suche nach Belegen, um einzelnen (unbdeutenden) Gruppen oder Organisationen (meist berechtigt) Antisemitismus vorzuwerfen, um damit ALLE zu denunzieren und in einen Topf zu werfen, die gegen den Krieg, gegen eine weitere Eskalation, gegen eine weitere Verschärfung der Lage auf die Straße gehen. Differenzierung Fehlanzeige.
    – Ja, da sind Nazis und Faschisten dabei, ja da sind Islamisten dabei, ja da auch weitere krass ekelhafte Antisemiten dabei. Das ist richtig gefährlich und höchst bedenklich. Und ja, da hat der Autor mal ausnahmsweise recht, das liegt auch daran, dass sich die meisten Aufrufe und Aktionen (!) nicht klar und deutlich genug nach rechts und gegen den Antisemitismus abgrenzen. Da ist definitiv Handlungsbedarf. Aber der Autor des Artikels will offensichtlich keine fortschrittlichen Antikriegsdemonstrationen ohne die Antisemiten und Reaktionäre, sondern man hat den Eindruck der Autor will gar keine Aktionen gegen den Krieg in Gaza. Er macht sich somit indirekt selbst zu einem Apologet imperialistischer Politik und Sprachrohr der Regierungspropaganda Israels.
    Aus der Anwesenheit ein paar Leute von „Die Linke“ oder dem „SDS“ zu folgern, es würde sich um eine bewusste Querfrontstrategie „mancher Linker“ handeln, ist ebenso haltlos wie unsinnig und widersprüchlich. Das ist pure Denunziation, aber keine wirkliche Kritik. Das höhnische und arrogante Bezeichnen dieser Mitglieder der Partei Die Linke als „selbsternannte AntifaschistInnen“ setzt dem ganzen die Krone auf und zeigt, dass der Autor weder eine Ahnung hat, was im Nahen Osten abgeht, noch dass es ihm darum geht, die berechtigten Forderungen (auch erstmal egal von wem!) nach einer Beendigung des Krieges zu untersuchen und einer kritischen und fortschrittlichen Perspektive konstruktiv mit diesem Beitrag weiterzuhelfen. Wäre letzteres der Fall, gäbe es einen Artikel mit dem Fokus, die Faschisten, Antisemiten, religiösen Fanatiker, Islamisten und sonstige Reaktionäre zu benennen und deren Antisemitismus herauszustellen. Dabei müsste man feststellen, dass Erfurt nicht Frankfurt ist und „Israel Kindermörder“ nicht „Allah uh Akbar“ oder „Juden ins Gas“ bedeutet.
    Kritisch fragend müsste man dabei aber auch auf jeden Fall anmerken, dass sich linke Gruppierungen ebenfalls dort aufhielten und sie zum einen zu einem Statement zu bewegen und zum anderen zu betonen, dass klarere Abgrenzungen nach rechts bei den Aktionen gegen den Krieg in Gaza dringend notwendig sind. Aber wegen ein paar Leuten von „Die Linke“ gleich so eine Überschrift zu wählen wie „Deutsche Linke gegen Israel. Mal Wieder.“ ist nicht nur unsolidarisch, sondern auch sachlich völlig verkehrt und als Endeffekt entsteht ein hetzerisches Klima gegen Linke, die gemäß der Meinung des Autors ja eh sowieso schon alle Antisemiten sind. Das wird auch in der Überschrift suggeriert, der gleichzeitig bewusst oder unbewusst die Gleichsetzung von Staat Israel = Juden = isr. Bevölkerung bedient. Es geht hier im Artikel um billigste Denunziation gegen Linke und die hetzerische suggestive Vermittlung und Reproduktion der antideutschen Weltformel: Israelkritik = Antizionismus = Antisemitismus

    Man erlaube mir folgende Polemik: Die Überschrift hat der Autor von heftig.co und den Text von der Bahamas oder der jungle World.

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    1. Sehr guter Kommentar. Wundert mich nicht, dass da niemand drauf antwortet.

      Eines aber: Israel lässt tatsächlich immernoch Laster mit Gütern über die Grenzposten zu Gaza. Nachzulesen (ständig geupdated) hier: http://gisha.org/updates/3018

      Das ändert natürlich nichts daran, dass die israelische Führung diese Eskalation nach der Unterzeichnung der Einheitsregierung aus Fatah und Hamas langsam aber sicher selbst, ganz bewusst und kalkuliert, herbeigeführt hat.

      Ganz gut aufgeschlüsselt nachzulesen hier: http://972mag.com/the-unfolding-lie-of-operation-protective-edge/93605/

      Netanyahu geht es nicht darum, Israelis zu schützen. Die bedrohten Israelis und getöteten Palästinenser sind sein Spielball in einem perfiden Spiel.

      Er hat einen opportunen Moment gesehen, um sein Feindbild Nummer Eins (die pal. Einheitsregierung) zu sabbotieren. Denn so eine Einheitsregierung könnte ja auf diplomatischem Wege die Zweistaatenlösung vorran treiben (was Bibi in den Friedensverhandlungen mit Abbas Anfang des Jahres wieder einmal erfolgreich verhindert hatte).

      Die größte Horrorvorstellung für diese Israelische Regierung: ein Ende des Status Quo.
      Die Aufgabe der illegalen Siedlungen und des de facto annektierten Landes hinter der Mauer, die Aufgabe der militärischen Herrschaft über das Westjordanland, die Aufgabe der Sicherheits- und Militärindustrie (die 20% der Staatsausgaben und 8% des BIP ausmachen), die an der Besatzung blendend verdient.

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    2. – Ich rede nicht von DER deutschen Linken als homogenem Block. Ich rede davon, was in Teilen dieser Linken vorgeht.
      – Wann immer Antisemitismus-Vorwürfe erhoben werden (nicht nur gegenüber Linken), ist die Antwort der Verteidiger des Betroffenen stets, dies sei nur ‘Israelkritik’ und daher legitim. Die Absurdität des Begriffes als solchem, sollte eigentlich schon zu denken geben. Ist ein alter Hut, aber haben sie schon mal was von ‘Frankreichkritik’ oder ‘Kongokritik’ gehört? Und nein: nicht jede Kritik an der israelischen Politik ist Antisemitismus. AS ist es dann, sehr kurz gefasst, wenn delegitimiert und dämonisiert wird. Wenn Doppelstandards angelegt werden.
      Ich stigmatisiere niemanden als Antisemit, der eine tragische militärische Eskalation nicht hinnehmen will. Ich kritisiere lediglich jene, die diese Eskalation missbrauchen um Hass zu säen, jene, die das komplexe Thema auf die einfache Formel „Die israelische Regierung ist schuld“ herunterbrechen. Ich kritisiere jene, die von Israel reden, ohne von der Hamas zu reden.
      – Der Artikel erhebt nicht den Anspruch den Nahostkonflikt zu erklären. Er erhebt auch nicht den Anspruch allgemeine Wahrheiten zu verkünden. Es wurde lediglich versucht darzulegen, warum der Demo-Aufruf einseitig ist, deshalb wurden Punkte genannt, die dem im Aufruf gezeichneten Bild entgegenstehen. Ich wiederhole noch mal, es geht um die Demonstrationen hier in Deutschland. Ich habe keinen Bericht über die gegenwärtige Lage im Nahen Osten geschrieben, sondern einen über meiner Meinung nach fatale Tendenzen in Teilen der linken Szene.
      – Ein heftig.co Artikel wäre wohl eher so überschrieben worden: „Es hat mir die Tränen in die Augen getrieben, als ich gesehen habe, was gerade von Teilen der Linken getan wird. Du wirst nicht glauben was! “
      Und genau das ist die Motivation für diesen Artikel. Ich wünsche mir eine fortschrittliche Linke, in der kein Platz für regressive Tendenzen ist. Und deshalb wurden diese aufgegriffen um sie zu kritisieren. Ich wünsche mir eine Linke, die Kritik übt, nicht Ressentiments reproduziert. Was es mit Denunziation zu tun hat, wenn man diese Kritik übt, ist mir schleierhaft.
      – Was die Entführungen betrifft, so halte ich die Indizien für erdrückend. Tatsächlich habe ich aber ein ‘mutmaßlich’ ergänzt, das hier definitiv hätte sein müssen.
      – Bzgl. der Lebensmittellieferungen etc.: Man sollte jemandem nur dann Lügen vorwerfen, wenn man im Recht ist. Dass Sie das hier definitiv nicht sind, hat mein Vorredner bereits dargelegt.
      – Was den Aggressor betrifft: Wenn eine Seite monatelang Raketen auf die andere schießt, und die andere schließlich reagiert, dann ist für mich nicht der, der reagiert der Aggressor. Was nun die Siedlungspolitik mit Gaza zu tun hat, ist mir auch schleierhaft. Der Gaza-Streifen ist seit 2005 ‘judenrein’. Hier ein Lektüretipp: http://www.spiegel.de/politik/ausland/raketen-auf-israel-und-gaza-das-perfide-kalkuel-der-hamas-a-980020.html
      Die Hamas ist eine antisemitische Terrororganisation, es geht ihr nicht um die Palästinenser, es geht ihr um den Kampf gegen die Juden. Die dahinterstehende Ideologie macht es unmöglich mit ihnen Frieden zu schließen.
      – Sie arbeiten übrigens ausnahmslos mit einseitigen Schuldzuweisungen, die einfach falsch sind, wenn Sie z.B. behaupten, dass das Scheitern aller Friedensverhandlungen auf die israelische Seite zurückzuführen wären. Alles, was ich fordere ist, dass differenziert wird, beide Seiten angeschaut werden. Das tun Sie leider auch nicht.
      – Hinsichtlich des „Herauspickens von irgendwelchen Gruppen“ sei gesagt: Keiner zwingt irgendjemanden dazu mit solchen Gruppen zusammenzuarbeiten. Sie sind teilweise recht unbedeutend: Ja. Gerade deshalb hätte man sie aber auch problemlos aus der Angelegenheit raushalten können, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten. Das ist eine freiwillige Entscheidung der Organisatoren. Warum also hat man diese Gruppen mit ins Boot geholt, wenn es kein (stilles) Einverständnis mit ihren Positionen gäbe?
      – Ich hätte keinen Artikel geschrieben, wenn hier fortschrittliche Antikriegsdemonstrationen stattfänden. Aber sie sind nur dann fortschrittlich, wenn man die Hamas verurteilt. Sie wiederum geben sich alle Mühe, diese einfach gar nicht zu erwähnen.
      – ‘Manche Linke’ machen hier gemeinsame Sache mit Islamisten. Ja. Trifft meiner Meinung nach die Definition von Querfront ganz gut.

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  8. Danke für den guten Beitrag.
    Die kurzen Filmausschnitte aus Gelsenkirchen, in denen fanatische islamistisch-linksradikale Demonstranten zur Vernichtung Israels aufrufen, waren noch harmlos zu einer Demonstration in Paris, in der eine Synagoge angegriffen wurde. Ich habe wenig Hoffnung auf Aufklärung durch Tealitätswahrnehmung, wenn es „um Israel“ geht, dennoch: Schaut es Euch an:
    http://rungholt.wordpress.com/2014/07/14/bitte-last-es-nicht-so-weit-kommen/
    sowie:
    http://elderofziyon.blogspot.co.il/2014/07/unbelievable-anti-semitic-attacks-in.html#.U8Opt5R_uiM

    (Der entsprechende Youtube-Film wurde offline gestellt.)

    Einige gute Zeitungsbeiträge zur von Hamas-Gruppen „und Umfeld“ evozierten Krieg:

    http://www.taz.de/Kommentar-Konflikt-um-Gaza/!142248/

    Ein gutes Interview vom Grünen MdB Volker Beck zum Thema:
    http://www.deutschlandradiokultur.de/nahost-konflikt-die-hamas-hat-intern-grosse-probleme.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=291605

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/nahost-konflikt-israel-hat-nur-eine-chance/10183112.html

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_antizionismus_ist_das_geruecht_ueber_israel

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article129936877/Israel-muss-sich-wehren.html
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/zynische-offensive-1.18339913

    Die feinen Ruhrbarone haben mehrere Beiträge zu den für den 18.7. koordiniert angemeldeten Demonstrationen gebracht. Das Klima des Hasses, der Feindseligkeiten wird sich durch diese Demonstrationen mit den damit einhergehenden Hassaufrufen auch hierzulande steigern.
    Keine guten Aussichten.

    Auf Lilas vorzüglichen Blog sei abschließend verwiesen. Zum Beispiel:
    http://rungholt.wordpress.com/2014/07/14/uzi-arad/
    Und:
    http://rungholt.wordpress.com/2014/07/14/bitte-last-es-nicht-so-weit-kommen/

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  9. Achso, die Verbal-Trolle der AfD sowie die Verbalst-Trolle von Elsässer und Co. fühlen sich ja in diesem Falle nicht so absolut emotional aufgerufen (wenn sie wissen eh, was sie vom „Zionistenpack“ zu halten haben). Aber für die übrigen Israeliker und Palästinologiker – sorry: „Nahostexperten“ und „Israelkritiker“ und „Antizionisten“ – gilt spätestens nach meiner Vorlage: Ab 13 Uhr wird zurück geschossen 🙂

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  10. Hier ein verstörender Youtube-Film aus Paris, wo wohl auch eine Synagoge angegriffen wurde (der Film ist u.a. bei Lila verlinkt worden, funktioniert dort aber nicht):
    France Palestine demo clashes outside synagogue

    Und in Bremen gab´s soeben vergleichbare Bilder und Ereignisse, etwas „milder“: „Eskalation bei Demo in Bremen. Israelfeinde außer Kontrolle. Bei einem Spontanprotest gegen israelische Militäreinsätze kommt es zu einer Attacke auf einen taz-Redakteur. Die Rolle der Polizei ist zweifelhaft:
    http://www.taz.de/Eskalation-bei-Demo-in-Bremen/!142364/

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  11. Weil nachgefragt wurde, bzgl. des Polizeiwagens in Frankfurt, der den Demonstranten einschließlich Mikrofon zur Verfügung gestellt wurde: Hier ein weiteres Video der unglaublichen Vorgänge:

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  12. Seit wann gibt es eigentlich den Begriff Zionisten? Wieviele zionistische Bewegungen gab und gibt es und wie unterscheiden sie sich in ihrer Zielsetzung? Und wer hat Israel zu einem Zionistenstaat erklärt.? Und wieso benutzen Antisemiten diesen Begriff um den Staat Israel seine Legitimität abzusprechen? Es ist so einfach sich mit oberflächlichen Zuweisungen zu beschäftigen als sich mit der Geschichte zu beschäftigen.

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  13. Typen die Palästinenser Flaggen tragen, die nicht aus Palästina kommen, Türkische Nazis „Israel Kindermörder….Da muss ich mich als gebürtiger Gelsenkirchner doch fremdschämen wenn sogenannte Linke sich mit diesem Pöbel gemein machen.

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  14. Ich erwähnte die gewalttätige Demonstration und Übergriffe vor zwei Pariser Synagogen, habe auch oben einen Video darüber verlinkt. Hier nun ein Youtubefilm, der während der gewalttätigen Angriffe gegen die Pariser Synagoge – von der Polizei war die ganze Zeit wohl nichts zu sehen – gedreht worden ist. Viele Pariser Juden, so habe ich gelesen, haben während der Demonstration Zuflucht in Hauseingängen und wohl auch in der Synagoge gefunden. Ansonsten, so ist zu lesen, hätte es sehr vermutlich sehr viele Tote gegeben.
    Hier nun der Film:

    Attaque de la synagogue de la roquette – que fait la police ? :

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  15. Großartig, wie hier manche so schön differenzieren können. Und das trotz der eindeutigen Bilder und Parolen aus Paris und Berlin. Welche Grenzen von Widerwärtigkeiten müssen überschritten werden bis erkannt wird, dass wir hier die Fratze eines mordlüsternen Antisemitismus sehen – und nichts anderes?

    Die Linke macht sich bereitwillig gemein mit Faschisten, Islamisten und Antisemiten – Hauptsache es geht gegen Israel. Das ist ein politisches und moralisches Totalversagen. Und diese Spezies behauptet allen Ernstes, sie würde sich noch von ihrer Großelterngeneration aus dem Dritten Reich unterscheiden.

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  16. Vorne weg was die Linke hier betreibt, ist unmöglich. Die Hamas ist eine Terrororganisation und mit denen kann man nicht Hand in Hand demonstrieren. Genauso wenig wie mit den anderen Antisemiten, die sich dort tummeln.

    „…drei von der Hamas entführten und ermordeten Teenager.“ überall das Gleiche. Gibt es denn schon irgendeinen Beweis dafür?
    Ich will ja nicht bestreiten, dass die Hamas diese Tat befürwortet, wahrscheinlich habe die das sogar gefeiert. Aber es gibt immernoch keinen Beweise. Und auf dieser Grundlage kann man doch nicht erklären, dass man sich an der Hamas rächen will…

    „…kein Wort darüber, dass Zweidrittel der Inhaftierten Mitglieder der Hamas oder anderer terroristischer Organisationen waren“
    Ja super und wenn ein Polizist in Deutschland entführt wird, sperrt man als nächstes auch eine große Zahl an Antifa ein, einfach weil es unter ihnen auch viele gibt die die Polizei scheiße finden…

    „…Grenzübergänge nach Gaza für Nahrungsmittel, Medikamente, Benzin und andere Hilfsmittel offen hält…“
    Ja weil es sonst gar keinen Zugang mehr gibt und sich dass Problem Gaza dann in zwei Monaten von allein gelöst hat…

    Was hier passiert ist der absolute Wahnsinn, betrieben von BEIDEN Seiten.
    Und man darf nie vergessen, die Raketen der Hamas sind ungenau und machen wenig Schaden, aber sie können trotzdem töten! Und dafür sind sie gemacht! Die Medien spielen, dass immer wieder runter…

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  17. Tsss, Keiner von diesen Spam-Antideutschen weiter unten schafft es hierzu irgendwas Vernünftiges zu sagen, aber sonst die Fresse immer so groß wie ein 12jähriger weißer Mittelschichtler.
    Hier habt ihr eine sachliche Diskussion, Argument an Argument und eine schlüssige Gegenposition. Angeblich wünscht ihr euch das doch immer, hahaha
    Ihr könnt noch so viel Berichte antisemitischer Aktionen und Pogrome posten, es ändert nichts an den Aussagen dieses obigen Kommentars… Die angeblichen und selbsternannten Antisemitismusforscher hier haben so viel von Antisemitismus verstanden wie die Hamas von Diplomatie.

    Auf obigen Kommentar einzugehen und zu verstehen, was er bedeutet, würde heißen euren infantilen, eindimensionalen und teilweise massiv menschenverachtenden (rassistischen und nationalischen), und linkenhetzerischen Standpunkt zu hinterfragen oder fallenzulassen.

    Antideutsche waren, sind und bleiben Opfer und dass so ein Artikel auf Publikative.org überhaupt erscheinen kann disqualifiziert die komplette Seite, außer vielleicht in der bürgerlichen Journallie, ist die etwa sogar das Zielpublikum?

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    1. Geiler -typisch deutscher- Kommentar! Man ist Antideutscher wenn man einfach mal etwas mehr Ausgewogenheit zu Gunsten Israels verlangt. Denn „der Jude“ darf sich nicht wehren. Wo kommen wir denn dahin?!

      Ich finde in diesem Konflikt beide Seiten zum Kotzen! Das typische Schema halt; radikale Kraefte wollen die Gewalt um ihre Position rechtfertigen zu koennen. Aber trotzdem wird hier so getan als ob Isreal der grosse boese Wolf waere. Das finde ich noch mehr zum Kotzen.

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  18. Die einzigen, die hier offensichtlich unfähig zur Kritik sind, sind der Autor sowie die ganzen Leute, die am liebsten jeden Menschen außer ihre Freunde als Antisemiten beleidigen, damit sie nicht diskutieren müssen…
    Was ist mit dem Kommentar „Stoppt den Krieg!“?
    Solange es darauf keine vernünftige Antwort des Autors oder dieser ganzen Israelversteher hier gibt, braucht man euch auch keinen Meter ernst nehmen.

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  19. Die ganze Debatte um ‚Zionismus‘ und ‚Anti-Zionismus‘ geht mir auf den Keks. In seinen Anfängen war der Zionismus eine Bewegung, die noch nicht einmal auf die Gegend Palästina/Israel fixiert war. Theodor Herzl hätte sich auch mit einem Territorium in Südamerika oder Afrika angefreundet. Es ging schlicht um ein umgrenztes Land für ein ‚Volk ohne Staat‘. Dass auf jedem Gelände, egal wo auf der Welt, immer schon Leute gesiedelt hätten, ist auch klar. Es gab damals keine ‚white territories‘ mehr, kein ‚jungfräuliches Land‘. Diese Blindheit ist aber zeittypisch, um die Interessen der Ureinwohner kümmerte sich am Ende des 19. Jahrhunderts niemand, weder die Kolonialmächte noch die zionistische Bewegung.

    Das Problem ist, dass Israel sich heute zu einem zutiefst gespaltenen Land entwickelt hat, in dem die radikale Siedlerbewegung und die Groß-Israel-Rabbis – durchweg religiös fundiert – viel zu stark werden konnten (‚Jehova hat uns doch ein Land in den Grenzen von Anno Moses versprochen, also ist diese Landnahme nach mehr als 2000 Jahren immer noch legitim – uns wenn wir das irgendwann geschafft haben, dann kommt der Messias zu uns wie Kai aus der Kiste‘).

    Diese Leute wiederum sind aber eben keine ‚Zionisten‘, eher schon wären sie mit den russisch-orthodoxen Söldnern vergleichbar, die in der Ukraine ein ‚Novorossija‘ als Missionsgebiet entdeckt haben wollen, auch da im Widerspruch zu den ‚Ureinwohnern‘. Wer – wo auch immer – aus wahrsagerischen alten Schmökern heute noch politische Ansprüche ableitet, der ist ein Fall für die Psychiatrie oder für die Esoterik.

    Der Staat Israel steht heute faktisch vor einem Dilemma: Entweder erhält den wackligen Status Quo aufrecht (mit einer immer raumgreifenderen Siedlerbewegung und einem fortdauernden Krieg gegen die heidnischen ‚Ureinwohner‘). Oder er riskiert den Bürgerkrieg im Inneren. Letzteren ist man nicht bereit auszutragen, auch nicht kulturell. Also klammert man sich an eine trostlose Gegenwart aus Angst vor der Zukunft, von der man kein Bild mehr hat. Und gerade die zumeist weltlicheren ‚Zionisten‘ wären doch in dieser Gemengelage geradezu als die rationale Fraktion zu betrachten.

    Ich halte den Kampfbegriff ‚Antizionismus‘ daher auch nur für ein Deckmäntelchen, damit gewisse hirnverrannte Leute nicht ‚antisemitisch‘ dahergröhlen müssen.

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  20. Anti-Zionusmus, so wie ich ihn verstehe, richtet sich in erster Linie gegen die Idee eines „jüdischen Staates“. Genauso wie ich gegen einen islamischen oder christlichen Staat bin, muss ich auch gegen einen jüdischen sein. Ich bin gegen jeden Staat, der seine Identität über eine bestimmte Religion und/oder Ethnie definiert.

    Stattdessen:
    Ein Staat für alle seine Bewohner, unabhängig der Religion oder äußerer Merkmale, weltanschaulich neutral. Das alte liberaldemokratische Ideal.

    Dass ein „jüdischer Staat“, in dem aber nunmal 20% muslimische Araber (mit israelischer Staatsbürgerschaft) leben, diese schon per definition institutionell diskriminieren muss, ist ja eigentlich einleuchtend und banal. Und spiegelt sich auch in der Realität wieder. Von der ganzen (noch deutlich schlimmeren) informellen Diskriminierung mal ganz abgesehen.

    Natürlich gibt es auch im Zionismus etliche Strömungen, und mit einigen wenigen dieser Strömungen kann ich mich sogar anfreunden. Umso post-zionistischer, umso besser.

    Nur sind diese Strömungen in der israelischen Debatte leider extrem zurückhaltend und leise, und werden auch von quasi niemandem aus der politischen Elite vertreten (bis auf die parlamentarisch sowieso ausgegrenzten arabischen Parlamentarier).

    Der Zionismus, wie er vor 100 Jahren populär war, war eine zutiefst koloniale Ideologie.
    Der Zionismus, wie er heute in Israel populär ist, ist eine zutiefst rassistische Ideologie.

    Der Mainstream-Zionismus. Es gibt wie gesagt auch Menschen, die sich selbst Zionist nennen, denen ich in den meisten oder allen Punkten zustimme.

    Wenn man sagt man ist „Anti-Zionist“; dann meint man in der Regel, dass man gegen den aktuellen israelischen Mainstream-Zionismus ist. Ich zumindest.

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  21. Richtig – Staatsbürger ist, wer innerhalb eines umgrenzten Territoriums unter einer von allen gewählten Regierung lebt. Ganz unabhängig von Herkunft oder Religion. Das ist der alte aufklärerische Ansatz. Deswegen bin ich z.B. nicht für eine Zweistaatenlösung, sondern für eine Einstaatenlösung. Davon aber sind beide Seiten himmelweit entfernt.

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  22. „Kein Wort darüber,“ dass hier einfach willkürliche grenzen gezogen werden, von denen aus dann argumentiert wird, so dass der gleiche einseitige mist entsteht, der angeblich abgelehnt wird.
    „TerrorversteherInnen hier wohl ‘politische Gefangene’ “ merkt ihr das eigentlich nicht selbst, was ihr schreibt? ihr macht genau das gleiche… so schwer ist das doch nun wirklich nicht zu verstehen oder seid ihr schon vom dogmatismus bis ins mark erstarrt?

    „wer suchet der findet“ oder wie war das gleich nochmal?

    ich finde es zwar extremst wichtig auf die hintergründe aufmerksam zu machen, aber das tut ihr leider nicht. vielmehr wird in die gleiche dogma-falle gestolpert. wer facebook-kommentare als ein so gewichtigen grundbaustein für eine „analyse“ verwendet, hat doch die kontrolle verloren…
    ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es -scheinbar- nur noch äusserst weit verstreute Artikel zu lesen gibt, die sich wirklich mühen über die hintergründe zu berichten, möglichst objektiv zu analysieren (etc) und nicht in einen emotional geleiteten kampfmodus operieren. bestes bsp für die brachliegende informations- und meinungsbildunglandschaft war und ist immernoch der ukraine-konflikt… lohnt sich immer wieder, mit etwas abstand, die berichterstattungen hervorzukramen, vllt geht dann auch hier ein licht auf

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  23. Ein wirklich sehr guter beitrag Herr Kiewell!

    Das, was heute gegen Israel läuft, hat einen einzigen Grund: Irrationaler Hass.

    In Europa war der Hass gegen Juden über tausend Jahre so groß, dass Juden immer wieder Opfer von Morden und Brandschatzen wurden. Genannt seien hier das Massaker von Granada 1066, das Pogrom von Worms 1096, der Sternberger Hostienschänderprozess von 1492 in Mecklenburg; man könnte die Aufzählung unendlich fortsetzen bis zum großen Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten, nach dem es in Europa fast keine Juden mehr gab.
    Nun, wo es in Europa keine Juden mehr gibt, verfolgen viele Deutsche die Juden über die halbe Welt, bis in den Nahen Osten, und anstatt sich über die eigene Haltung gegenüber der jüdischen Community Gedanken zu machen, über 1000 Jahre des Mordens in Europa zu reflektieren, werden von manchen Deutschen nun die Juden im Nahen Osten beschuldigt, weil es bei uns keine Juden mehr gibt. Ein roter Faden nimmt seinen Lauf über den 3. Oktober 2003 in der Rede von M. Hohmann und mündet in deutsche Unterstützung von „informierte Kaufentscheidung“- Aktionen der sog BDS Kampagne, die ihre Wurzeln in der ersten Durban Konferenz hatte, die sich laut „MUT GEGEN RECHTE GEWALT“ zu einem Podium herausstellte, in dem antisemitisch gegen Israel gehetzt wurde.

    Für Migranten wie Ahmad Mansour, die wirkliche Friedensarbeit leisten, die man nicht für den eigenen Hass einspannen kann, interessiert sich hier niemand.
    http://www.ahmad-mansour.de/

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/junge-muslime-echte-helden-gegen-falsche-ehre-a-668832.html

    http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/juden-sind-schuld/

    Die ausgezeichnete o.g. Schrift der Amadeu Antonio Stiftung mit einem Grußwort von Cem Özdemir, einen der wenigen deutschen Politiker der sich wirklich kümmert, ist für viele Deutsche ohnehin ein Ärgernis.

    Das Perfide daran ist, dass das leidende Volk der Palästinenser von deutschen Antisemiten für den eigenen Hass gegen Juden missbraucht, benutzt und aufgehetzt wird. Das Elend der Palästinenser, das im Wesentlichen durch die Ignoranz der europäischen politischen Eliten und durch die amtierenden palästinensischen Eliten produziert wird, ist für viele Deutsche nur deshalb interessant, weil sie es den Juden in die Schuhe schieben wollen. Tuvia Tenenbom schrieb es so: „Hier sind Deutsche, die die Schande, die Judenmörder von gestern zu sein, dadurch auslöschen wollen, dass sie sich mit den Judenhassern von heute zusammentun“ (Tuvia Tenenbom: „Allein unter Deutschen“ Seite 326).

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  24. Merk ich mir.
    In Zukunft darf nur noch derjenige „Kreml/Putin-Kritik“ äussern, der vorher erst mal über Saudi-Arabien, Guantanamo, NSA, usw. usw. ordentlich hergezogen ist. Sonst ist man ja analog ein Slawen-Hasser (oder so).
    Ach so, und über die Krim darf sich nur beschweren, wer vorher die israel. illegalen Siedlungen kritisiert hat. Klar.

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  25. Ach so: Mein Kommentar bezog auf den von Didier von 23:18 am 23.
    (Ich dachte, beim Klick auf „Antwort“ wäre man direkt unter dem betreffenden Kommentar.)

    P.S.
    Lieber „S“. Ernsthaft: Tuvia „alles Antisemiten ausser mir“ Tenenbaum als Kronzeuge?

    Warum nicht auch Malte Lehming, oder H. Broder, oder Josef Joffe, oder Roger Köppel, oder Maxeiner und Miersch usw usw.
    Allesamt nicht ernstzunehmende rechte Schreihälse.

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