Feuilleton vs Onkelz: Guter Pop, böser Pop

 

Die Böhsen Onkelz sind zurück: Zwei ausverkaufte Konzerte am Hockenheimring kommendes Wochenende – mit geschätzt jeweils 90.000 Zuschauern – waren binnen Stunden ausverkauft, Ticketpreis gut 60 Euro. Das Feuilleton schlägt gemeinsam mit bürgerlichen Pop-Journalisten und linken Kritikern die Hände über dem Kopf zusammen. Get over it. Ein Debattenbeitrag.

Von Jonas Gempp, Hate Magazin

Während in Vorstädten und Plattenbausiedlungen des Landes der Jubel groß ist, jaulen Feuilletonschreiber und Popkulturdemokraten bestürzt auf. Neben dem Empörungsdauerbrenner Frei.wild, die auch dieses Jahr wieder für den Echo nominiert wurden, hat Anfang des Jahres die Ankündigung der Böhsen Onkelz, diesen Monat am Hockenheim Ring ihr Comeback zu geben, für eine Flut überwiegend schlecht geschriebener Artikel gesorgt. Diese Artikel haben eines gemeinsam: Sie erzählen ziemlich wenig vom Phänomen Böhse Onkelz und ihren Fans, sagt dafür aber viel über die Selbstverortung der Autoren aus. Der Erkenntnisgewinn tendiert dementsprechend gegen Null.

120.000 Fans bei einem Onkelz-Konzert im Jahr 2005 (Foto: de:Bild:VCT1-S.RUEDRICH.jpg)
120.000 Fans bei einem Onkelz-Konzert im Jahr 2005 (Foto: de:Bild:VCT1-S.RUEDRICH.jpg)

Dabei ist die Sache halbwegs nüchtern betrachtet eigentlich recht einfach: Die Kids aus der Unterschicht, die Musik für andere benachteiligte (oder zumindest sich benachteiligt fühlende) Kids machen, haben in jungen Jahren phasenweise Musik mit rassistischen Texten gemacht oder sich an einer anderen Subkultur (Punks und Linke, damals gab es ja noch keine Antifa) abgearbeitet, diesen Pfad aber relativ schnell wieder verlassen. Das ist Teil ihrer Bandgeschichte und die Band bestreitet das auch nicht. Weder in der einzigen autorisierten Biographie „Danke für nichts“, noch in ihren sonstigen öffentlichen Auftritten leugnen die Böhsen Onkelz, dass sie, als sich in Deutschland die Skinheadszene Anfang der 80er Jahre nach rechts entwickelte, für eine gewisse Zeit ebenfalls rassistische, vor allem aber ziemlich stumpfe Provotexte sangen.

Mit den Böhsen Onkelz ist eine berüchtigte und zugleich eine der wehleidigsten Bands der deutschen Popgeschichte zurück.

Dieser Satz von Joachim Hentschel in der Süddeutschen Zeitung in einem Artikel zur Reunion der Böhsen Onkelz (Man muss sich das mal vorstelle: Ein Autor in der deutschen Tageszeitung, die auch im Jahr 2014 noch mit antisemitischen Karikaturen brilliert, entblödet sich nicht den Böhsen Onkelz vorzuwerfen, dass sie 1992, also zu einer Zeit als man sich schon lange von Rassismus und rechtem Gedankengut distanziert hatte[1], ein Konzert in Rostock zu spielen[2]), steht beispielhaft für die beschränkte Sicht auf die Band und den Sozialchauvinismus gegenüber einer weniger gebildeten und ausgebildeten Klasse, der in weiten Teilen der Feuilletons und dem deutschen Popbetrieb herrscht.

Wehleidigkeit artgerecht aufgearbeitet

Es gibt in dieser beschränkten Welt nur eine richtige Auseinandersetzung mit den Verhältnissen, nämlich die eigene und in dieser ist Wehleidigkeit nur gestattet, wenn sie von einem konsensuell positiv rezipierten Künstler artgerecht aufgearbeitet wird. Wer das ist, kann man in den Feuilletons und den noch verbliebenen Popblättern nachlesen.

Besonders irrsinnig und fast schon reaktionär wirkt der Vorwurf der Wehleidigkeit gegenüber einem Produzenten von Kulturgütern in Anbetracht der Tatsache, dass das Leiden an der Welt bzw. den Verhältnissen Triebfeder vieler bis aller großartiger Musiker ist – als seien das eigene Leid, die Implikationen des Coming Of Age oder die als ungerecht wahrgenommenen Verhältnisse Themen, die lediglich von den Böhsen Onkelz thematisiert würden. Doch scheinbar gilt auch hier wieder die Faustformel der elaborierten Freunde der Popmusik: beklagtes Leid im eigenen Milieu ist melancholisch, beklagtes Leid im Prollmilieu ist wehleidig.

Logo der BÖ
Logo der BÖ

„Berüchtigt“ hingegen sind die Onkelz noch immer wegen der rassistischen Texte des Albums „Der nette Mann“, in denen sich eine unreflektierte und falsche Weltsicht aus dem Erfahrungshorizont Großstadt mit all seinen Konflikten explizierte. Mit der zunehmenden Politisierung und versuchten Agitation rechter Parteien und Gruppen, änderte sich auch die Haltung der Böhsen Onkelz und sie sangen fortan wieder ganz unpolitisch über die Themen des kleinen Mannes, die Mitgröhlmusik passend zum wochenendlichen Bierkonsum.

Stellvertreter für das Proletariat

Das Problem mit den Böhsen Onkelz war und ist jedoch nicht die temporär problematische politische Einstellung. Die Frankfurter Band diente und dient vielmehr als Stellvertreter für das Proletariat und dieses ist, wie der Bildungsbürger zu wissen meint, rassistisch, prollig und dumm. Gute Voraussetzungen also, um sozialchauvinistisch vom Leder ziehen zu können und mit den Böhsen Onkelz bzw. ihrer Anhängerschaft als Projektionsfläche den Hass auf das kulturlose Gesindel auszuleben. Übrigens ein Phänomen, das sich im linken Milieu öfter beobachten lässt. Gute (Pop-)kultur versus schlechte (Pop-)kultur, wir gegen die, der engagierte Student gegen den unpolitischen Arbeiter.

Die Konstruktion der Gegensätze und die tiefe Abscheu gegenüber einer unverständlichen Kultur waren und sind essentieller Teil der Onkelz-Rezeption in Deutschland. Die von der eigenen Lebenswelt abweichende „Prollkultur“ wird der Band vom bildungsbürgertümlichen Popmilieu übel genommen, denn Widersprüchlichkeiten und biographische Brüche sind nur akzeptabel so lange sie den Koordinaten der eigenen Lebenswelt entsprechen. Ein kürzlich erschienener Artikel in der linken Wochenzeitung Jungle World, der sich mit dem neuen Album der aus der Hamburger Poststudentenwohlfühlband Superpunk hervorgegangene Kombo Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen beschäftigt, kommt dementsprechend nicht ohne ein Zitat mit Verweis auf die Böhsen Onkelz und Frei.wild aus:

Bands wie Böhse Onkelz oder Freiwild sind natürlich noch grauenvoller als alles andere. Die sind eklig und gefährlich. In einem Land zu leben, in dem so etwas gekauft, gehört und gut gefunden wird, ist kein schönes Gefühl.

Die Böhsen Onkelz und Frei.wild sind also grauenvoller als alle anderen Musiker Deutschlands? (Schlimmer als Landser? Schlimmer als Heino? Wirklich?) und Symptom für die Schrecklichkeit dieses Landes. Sie lösen sogar solch ein Unbehagen aus, dass die Band sich ekelt. Die Beschreibung „eklig“ ist, freilich ungewollt, ehrlich und aufschlussreich. Der menschenfeindliche Ekel vor den Ungebildeten, dem plebs, das als Onkelz- oder Frei.wild-Fanschar ganz real auftritt, im Gegensatz zur abstrakten Arbeiterschaft, die man von der Marxlektüre kennt und der natürlich alle Solidarität gilt, so lange sie sich nicht konkretisiert und Gefahr läuft den Paradigmen und Geschmäcklereien des eigenen Milieus zu widersprechen, dieser Ekel ist die hilflose wie gefühlige Antwort auf Verteilungs- und Grabenkämpfe.

Das Ende der großen Erzählung

In einer hyperausdifferenzierten Popwelt mit immer mehr Subgenres und immer absurder scheinenden Identitätskombinationen hat das Ende der großen Erzählung für einen einschneidenden Relevanzverlust gesorgt. Da sind die Onkelz wie auch Frei.wild mit ihren hohen Verkaufszahlen und ausverkauften Hallen samt Zusatzkonzerten Projektionsfläche und Sinnbild für alles schlechte, niveau- und kulturlose dieser Welt, Stellvertreter für ein sich nicht betont urban gebendes Milieu, ein Rettungsanker, der vor allem die Aufgabe der Selbstvergewisserung erfüllt.

Dabei ist die Biographie der Onkelz der ihrer zumeist studierten Kritiker aus dem Popkulturmilieu ähnlichen Alters vermutlich relativ ähnlich; genervt vom Mainstream und der Angepasstheit der Klassenkameraden im tristen bundesrepublikanischen Deutschland der 80er Jahre, entstand hier wie dort ein Interesse für vermeintlich unangepasste Musik und Subkultur. Platt gesprochen mit dem Unterschied, dass die einen die Hauptschule und die anderen das Gymnasium besuchten.

Unverfängliche Heimatliebe

Ein bisschen komplizierter stellt sich die Gemengelage bei Frei.wild dar: Frontmann Burger spielte bei den Kaiserjägern, zweifellos eine widerliche Rechtsrockkombo und hat seine Mitgliedschaft bei den Freiheitlichen erst aufgegeben, als der öffentliche Druck zu groß wurde und zukünftige finanzielle Einbußen absehbar waren. Um das Wachstum des Firmengeflechts Frei.wild, das aus eigenem Label, Merchimperium mit Shop in Brixen und dem Kerngeschäft Tonträgerverkauf und Konzertauftritte besteht, in der Zukunft nicht zu gefährden, war es notwendig die Geschichte der Läuterung zu schreiben. Der aggressive Nationalismus der Kaiserjägertage wurde durch einen mainstreamkompatiblen Patriotismus und unverfängliche Heimatliebe ersetzt.

Frontmann Philipp Burger und seine Truppe haben erkannt, dass sich der große Erfolg, also das Füllen großer Hallen, das Erspielen einer treuen Anhängerschaft, das Ausfüllen der Lücke, die die Böhsen Onkelz hinterlassen haben, nur durch braves Staatsbürgertum und die Anerkennung demokratischer Grundwerte zu erreichen ist. Es ist eigentlich eine schöne Erfolgsgeschichte der Demokratie, die Frei.wild und im Speziellen ihr Frontmann schreiben. Burger revidiert seine Meinung, lehnt fortan jegliche Art von Extremismus ab und machte so den Weg frei zum Startum.

Volksmusik 2.0

Frei.Wild nach Echo Ausladung, Foto: Jesko Wrede.
Frei.Wild nach Echo Ausladung, Foto: Jesko Wrede.

Stellt sich die Frage wieso ausgerechnet Frei.wild solch einen Wirbel erzeugen, wieso eine Südtiroler Band, die eingängigen Deutschrock mit regionaler Folklore würzt, soviel Aufmerksamkeit erfährt? In Sachen Heimatverbundenheit und Co unterscheiden sie sich jedenfalls nicht großartig von den Inhalten von Schlagern und Volksmusik. Da genügt es Samstagabends einfach mal den Fernseher anzuschalten und sich die Feste der Volksmusik oder das Musikantenstadl anschauen, damit klar wird: Frei.wild machen Volksmusik 2.0. Mit Gitarren und Rebellengestus statt mit Akkordeon und Lederhose. Nicht mehr und nicht weniger.

In Anbetracht dessen erscheint vor allem die beständig wiederholte und empirisch nie überprüfte Mär der Scharnierfunktion, die die vermeintliclhe Gefährlichkeit von Frei.wild aufzeigen soll, wie ein maues Mantra dessen stetiges Runterbeten auch nichts an der Tatsache ändert, dass durch Frei.wild sicherlich keine Horden heimattümmelnder Nachwuchspimpfe herangezüchtet wird, sondern Frei.wild einfach nur den Soundtrack zum eigenen Mikrokosmos liefert, der zwischen Schützenfest, tiefergelegtem Golf und Großraumdisko selbst den stinknormalsten Stinos die Illusion von Dissisdenz und vor allem Distinktion zu irgendwelchen anderen Stinos liefert.

Symptom, nicht Problem

Die Böhsen Onkelz und Frei.wild sind also nicht wirklich das Problem, sondern eher Symptom ausdifferenzierter gesellschaftlicher Verhältnisse, die sich dennoch in einem demokratischen Rahmen bewegen. Das Problem ist die kreuzbiedere deutsche Pop- und Kulturkritik, die kaum in der Lage ist über den eigenen Tellerrand zu schauen, Analyse durch Stilkritik ersetzt und keine Empathie mit der Arbeiterklasse aufbringen will, denn dann müsste sie den Sozialchauvinismus und die Ausgrenzungsmechanismen des eigenen Milieus reflektieren.

Die Böhsen Onkelz nicht zu mögen, ist der Nobrainer unter den Haltungen und in seiner Konsenshaftigkeit in etwa vergleichbar mit dem Ablehnen des Babyrobbenschlachtens. Die Böhsen Onkelz – und seit ein paar Jahren Frei.wild – erfüllen dabei eine wichtige Funktion: Sie helfen einer ganzen Menge an Schreibern, sich distanzierender Bands, Labelbetreibern und sonstigen Dampfplauderern in Sachen Selbstvergewisserung, Geschmäcklertum und Identitätsbildung weiter. Dabei hat sich eine dauerhafte Win-win-Situation etabliert: Die Bands können sich als Rebellen vermarkten, als von Gutmenschen an den Rand der Gesellschaft gedrängten Außenseiter, die sich nicht unterkriegen lassen und die Mitsänger des bildungsbürgertümlichen Empörungs-Kanons versachlichen ihre Abscheu gegenüber einem wenig distinguierten Musikstil.

Dabei würde es sich lohnen doch mal ein wenig genauer hinzuschauen und sowohl Frei.wild als auch die Böhsen Onkelz ohne den emotionalisierten Furor des betrübten Bildungsbürgers zu betrachten, der seine subkulturelle Nische gegen den Plebs mit allen Mitteln der Wortwahl verteidigt.

Anmerkungen:
[1] 1993 sagte Stephan Weidner in der Rock Hard: „Die Vorfälle im letzten Jahr, Rostock, Mölln, und so weiter, sind an uns nicht spurlos vorbeigegangen. ‚Deutschland im Herbst‘ ist unsere Reaktion auf diese Ausschreitungen, und die Wortwahl zeigt deutlich, was wir davon halten: ‚Braune Scheiße‘, das sind diese Chaoten für mich, nicht mehr und nicht weniger.“

[2] „Marteria, Ex-Model, Ex-U17-Fußballnationalspieler, kommt aus Rostock-Lichtenhagen. Als im August 1992 dort das Asylbewerberheim brannte und die Leute applaudierten, saßen er und die Mutter vor Angst zitternd im Wohnzimmer, zwei Häuser weiter. In der Schule hatte er Ärger mit den Glatzen. Hip-Hopper galten automatisch als links, umso mehr hat er darunter gelitten, dass viele Musiker damals ums vermeintlich tiefbraune Rostock einen Bogen machten. Sie hätten den Zuspruch brauchen können, die gute Popkultur. Die Böhsen Onkelz kamen natürlich.“

52 Kommentare zu „Feuilleton vs Onkelz: Guter Pop, böser Pop

  1. Der Autor vergisst in seinem Artikel die konkreten Auswirkungen dieser Musik. Es wäre doch interessant zu erfahren, wie viele Nazis angestachelt von der Musik dieser Bands Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe verprügelt oder sogar ermordet haben.

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    1. Wobei die Gewalt eher zwischen Prollrock Fans und Prollrock Hatern eskaliert. Für Herkunft und Hautfarbe machen beide Bands (jedenfalls seit ewig) nicht die richtige Musik.

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  2. Zumal die Onkelz schon gewonnen haben: deren Nummer besteht ja gerade darin, sich als Verfolgte irgendwelcher brillentragender Journalisten zu sehen. Insofern steigert jeder hatende Artikel nur den Fame und zementiert das Weltbild, beiderseitig. Durchaus richtig beobachtet.

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  3. So einfach kann man es auch nicht machen. Die Kritik am Sozialchauvinismus ist angebracht, aber: Nicht jede Kritik an den Onkelz und ihren den anhängenden Szenen ist nun eine von oben. Fragt mal, wie es zum Beispiel jungen Männern im Dörflichen Raum ergeht, die gerne andere Lebensmodelle verwirklichen wollen als der dort angesagte Onkelz-Frei.Wild-Mainstream. Fragt mal die jungen Frauen, die sich dort tagtäglich der Gewaltästhetik ausgesetzt sind, deren inhärenter Teil diese Musik ist. Ihr werden von massiven Diskriminierungen und Gewalterfahrungen hören.

    Also: „Get over it“ kommt mir ebenfalls vor wie das Statement von privilegierten Sesselpupsern, die im Feulletonstil einfach mal eine randständigere Position vertreten wollen, weil das ja mehr Aufmerksamkeit schafft als einfach das zu schreiben, was alle so meinen. Das ist von den Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen, die Menschen mit nicht hegemonialen Lebensentwürfen auf dem Dorf zum Onkelz- und Freiwild-Soundtrack machen müssen, genauso weit entfernt wie es die Artikel sind, über die sich Jonas Gempp beschwert.

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  4. Onkelz-Frei.Wild-Mainstream auf dem Dorf? Also ich komme vom Dorf, da ist Mainstream für die härtere Fraktion Doro Pesch und Metallica und für den konservativen Flügel Florian Silbereisen und Wildecker Herzbuam. Frei.Wild kenne ich aus dem Urlaub in Südtirol, das ist für das hiesige Landei so weit weg wie Laibach. Bei uns gibt es aber auch Skinheads, die statt in Docs in Gummistiefeln herumlaufen;-)

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  5. Uli,die Onkelz sind gegen bushido waisenknaben.Dann müsste man alles verbieten!Wegen diverser Filme wurden auch Verbrechen verübt.Was jeder Idiot daraus macht,kann keine Band beeinflussen.Finde die Onkelz gut und jeder der sich nicht oberflächlich damit beschäftigt,sieht das ähnlich!Es hat ein Album vor 30 Jahren gegeben,dass man der Band heute noch vorwirft.Deswegen immer wieder als Nazis abgestempelt zu werden,ist einfach eine abscheuliche Rufmord Kampagne.Wenn jemand einen umbringt,kommt der nach 15 Jahren raus und alles ist vergessen.Bei den Onkelz leider nie,obwohl die Wandlung sehr,sehr positiv ist und bestimmt mehr bewirkt hat,wie alle Anti Rechts Veranstaltungen zusammen!

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    1. So ein bull****. Viel Glück bei der „Resozialisierung“ als verurteilter Mörder. Jetzt fehlt nur noch der Vergleich mit sog. „Kinderschändern“.
      Und ja, es ist natürlich NUR bei den Onkelz so. Die Armen können einem ja fast Leid tun.

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      1. Die Antifa heutigen Stils hat ihre Wurzeln durchaus in der Teilung der frühen Punk-undSkinheadszene Anfang der 80er Jahre. Dabei hatten die Punks bzw. späteren Autonomen die Nase kräftemäßig deshalb vorn weil sie an die Häuserbewegung andocken konnten. So hab ich das jedenfalls als Kiddiepunk in Hamburg ab Mitte der 80er erlebt. Natürlich wussten wir alle, wer die BO sind und das, wenn HSV-und Eintracht Frankfurt Fans gemeinsam die Hafenstrasse“räumen“wollten die netten Männer und insbesondere deren Sänger unter den anrückenden Nazis sind.
        Als ich allerdings von späteren Alben der Onkelz begeistert 1998 ein Konzert ebenjener in Kiel besucht habe- als deutlich erkennbare Transsexuelle-begegnete ich einer genderkompetenten Security(es ist Eingeweiten bekannt das die diese Kompetenz nicht an der Uni für Sozialarbeit erworben haben sondern aus dem Bauch heraus gecheckt haben müssen das ich nicht von Jungs gebodycheckt werden will)und mußte nicht eine Einzige diskriminierende äusserung erleben. Damit will ich nicht sagen das im Publikum der Onkelz diversity als angesagter Masstab gilt, vielmehr sind Leute, die organisierten Faschismus und proletarische Jugendsubkultur über einen Kamm scheren, die Frei.Wild und Onkelz in denselben Topf schmeissen politische Idioten. Und auch so Schlaumeier wie Lindenzwerg, Campino und co müssen aus heutiger Sicht als politische Irrlichter gelten. Denn 92/93 wollten die Onkelz bei Rock-gegen-rechts mit auftreten,was ganz viele Rassismus affine Jugendliche eingebunden hätte…

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  6. Selten so einen guten Kommentar auf publi gelesen. Es gibt ganz andere Probleme im Mainstream als sich mit den „Prollrockern“ auseinanderzusetzten.

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  7. Dies ist vermutlich einer der schlechtesten Artikel, die hier jemals veröffentlicht wurden.
    „Der menschenfeindliche Ekel vor den Ungebildeten, dem plebs, das als Onkelz- oder Frei.wild-Fanschar ganz real auftritt, im Gegensatz zur abstrakten Arbeiterschaft, die man von der Marxlektüre kennt und der natürlich alle Solidarität gilt, so lange sie sich nicht konkretisiert und Gefahr läuft den Paradigmen und Geschmäcklereien des eigenen Milieus zu widersprechen, dieser Ekel ist die hilflose wie gefühlige Antwort auf Verteilungs- und Grabenkämpfe.“
    Diese Interpretation des Jungel World Artikels ist so grundfalsch wie sie nur sein könnte. Wer sich ernsthaft, aus ideologiekritischer Sicht dem deutschen Proletariat annähert, wird schnell merken, dass auf dieses in Deutschland noch nie Verlass war. Anstatt sich aus Abhängigkeitsverhältnissen zu lösen, wie Marx es ursprünglich für den Klassenkampf gewollt hatte, schloss es sich letztendlich unter dem Banner der Nazis zum „schaffenden Kapital“ zusammen und trug eifrig zur Stigmatisierung der Juden bei. Da die Junge World eher unter dem Begriff „antideutsch/ideologiekritisch“ zu sehen ist, und nicht unter „links“ ist die Annäherung an diesen Artikel nicht so zu vollziehen wie hier geschehen, sondern eher wie in meinem Teil kurz erläutert. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich wieso gerade solche Bands in Deutschland mit Nationalismus und Sexismus, den auch die Onkelz niemals abgelegt haben (man bedenke Lieder wie „Mexiko“: Die Mädchen zum Spielen im Arm und Deutschland wird wieder Weltmeister) große Erfolge verzeichnen können. Kurzum, dass deutsche Proletariat ist aus vielen Gründen radikal zu kritisieren und nicht in Schutz zu nehmen, lediglich die Gründe müssen andere sein wie im Feuilleton. Die deutschen Arbeiter haben das Elend nie als Grund zur Auflehnung gegen Staat und Kapital erkannt, sondern gingen zu konformistischen Revolte über. Auch heutzutage wird eher an Staat appeliert, anstatt tatsächlich die Gründe des Elends zu hinterfragen. Man rückt zusammen, und es kann dann nicht nur Zufall sein, wenn Frei.Wild und Onkelz zum gemeinsamen, musikalischen Trostpflaster werden. Die Zeiten, dass ernstzunehmende Kommunisten an der Vorstellung festhalten, die Revolution komme durch Klassenkampf und Marxlektüre der Arbeiterklasse sind seit spätestens 1918 vorbei. Vielleicht sollte sich der Autor des Textes mit aktuellen Diskussionen befassen, und vorallem vorher überprüfen wie es bei Jungle World um die Form der Kritik bestellt ist.

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  8. Ach herrje. Da traut sich ja einer was. Meine Fresse. Beide besprochenen Bands vertreten nach wie vor nationalistische und patriotische und sexistische und chauvinistische Meinungen, und ich fände es schöner, sie würden das nicht tun. Ich fände es auch schön, die Blasmusiker beim Stadl würden das nicht tun, und selbstverständlich gibt es schlimmere Bands, die aber weniger Publikum erreichen, also weniger relevant sind. Und ja, ich habe studiert. Deswegen bin ich jetzt sozialchauvinistisch? Weil ich nicht in der Biografie der Musiker nach Ausreden für ihr Verhalten suche? Und weil viele andere ähnlich urteilen, dabei aber mitunter dämlich argumentieren? Das findet ihr logisch? Heiteitei, die Küche brennt.

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  9. @ wie viele Nazis angestachelt von der Musik dieser Bands Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe verprügelt oder sogar ermordet haben
    —-Hmmm, ich würde mal sagen, die bringen sich mit Sounds von Störkraft, Argonnenwald, Screwdriver, Blitzkrieg oder Menowar in Stimmung.

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  10. Sorry, aber dieser Beitrag tut wenig mehr, als die Lippenbekenntnisse der jeweiligen Bands nachzuplappern. Die haben sich doch von jeglichem Extremismus freigesagt, na und?
    „Und“ folgendes: Das Gefühl der eigenen Unterdrückung, sie es beim „plebs“ oder bei den Bands oder beides, ist sehr wohl kritikwürdig, wenn es sich im Ressentiment formuliert. Nicht jedes Aufbegehren gegen einen (oft genug selbst konstruierten) „Mainstream“ ist emanzipatorisch, gegen die Feuilletonisten begehren schließlich auch Gestalten wie Sarrazin oder Akif Pirinçci auf. Dazu noch die Mär von der unverfänglichen Heimatsliebe, ein bisschen „Ich werde sauberer, weil andere dreckig sind“ (nämlich Schlager und Co.), und schließlich muss noch die „Jungle World“ als zugegebenermaßen „linke“ Wochenzeitung die Zitate fürs Bildungsbürgertum-Bashing liefern.
    Die verlangte „Stilkritik“ bleibt der Autor selbst hingegen schuldig. Alles nicht so wild, halt – das mag als politische Analyse genug sein für Rock Hard und Metal Hammer, aber nicht für Publikative.org (upps, Sozialchauvinismus, sorry).

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  11. Ich finde der Artikel ist von Grund auf gut geschrieben aber Leider differenziert der Artikel zu wenig zwischen dem späteren Werken der Onkelz und den Soloalben von Der W und Pe Schorowski (Matt Roehrs Alben kenne ich zu wenig und Veritas Maximus passt auch nicht wirklich in diese Schublade), welche bei genauerer Betrachtung mit dem wütenden Arbeiterklassenrock nicht mehr viel gemein haben. Es werden dort eher die Leute angesprochen die sich intellektuell von diesem Milieu entfernt haben, ohne sich dem vor Klassentiments triefenden Linksliberalen Bildungsbürger anbiedern zu wollen. Die Kommentare hier zeigen wieder einmal sehr deutlich dass es für den selbsternannten Bildungsbürger offensichtlich ein fast unüberwindbares Hindernis darstellt sich von seinem Sozialchauvinismus zu lösen. Ja ich bin Fan der Böhsen Onkelz aber ich komme ursprünglich auch aus dem Lager derer die die Onkelz verteufelt haben. Und der Artikel selbst zeigt durch seinen Inhalt eigentlich deutlich genug dass man mit ein bisschen Hintergrundwissen einen deutlichen Unterschied zwischen beiden Bands erkennen sollte. Während Burger auch jenseits der 30 immer noch Schlager mit E-Gitarren und heimatnahen Texten schreibt, waren die Onkelz in diesem Alter jenem Weg schon seit einer Dekade entwachsen. Ich kenne eine Menge Onkelzfans aus mehreren Schichten der Gesellschaft und niemand hat ein Problem mit alternativen Lebensführungen oder um es einfach aus zu drücken, Homophobie habe ich in 20 Jahren gegen und mit den Onkelz nicht erlebt. Ich kenne sogar flüchtig Onkelzfans die offen Homosexuell Leben. Homophobie ist bei weitem kein Problem der dummen Arbeiterklasse, dieses zieht sich ähnlich wie der gemeine Rassismus durch alle Gesellschaftsschichten. Zumal es oh wunder auch zu diesem Thema eindeutige Aussagen dazu von einzelnen Bandmitgliedern der Onkelz gibt! Letzt endlich haben einige Kommentarschreiber im Gegensatz zum Verfasser des Ausgangsartikels eine starke Meinung aber leider wenig Ahnung von der Materie über die sie gedenken urteilen zu können.

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  12. Hätte nicht gedacht, dass ich mal so einen Artikel auf Publikative lese. Natürlich muss man sich auch mit dem Kosmos von Onkelz und Frei.Wild sowie deren Fangemeinden auseinandersetzen und sich Fragen warum solche Musik und solche Texte eine große Popularität genießen. Es reicht natürlich nicht zu sagen, dass Nationalismus, Sexismus und Rassismus scheiße sind, sondern es muss immer auch gefragt werden warum und wo sie auftreten und auch, wie man diesen Problemen am besten begegnet.

    Aber man kann doch nicht ernsthaft sagen, dass diese Bands unverfängliche Heimatliebe ausdrücken und das dann als OK abstempeln. Wenn ich Deutschland Fans bei WM spielen im Chor „Sieg, Sieg, Sieg“ rufen höre, ist das dann auch unverfängliche Fußballliebe? Da schwingt doch eindeutig eine ganz unbehagliche Energie mit.

    Es ist richtig, dass sich Onkelz und Frei.Wild von Extremismus und Rassismus öffentlich distanzieren und sowas muss man anerkennen. Aber wer die Texte ließt sieht schnell, dass noch immer das ein oder andere Rechte Gedankengut mitschwingt und dabei muss es sich nicht um Zuspruch für Nazis handeln, aber eben in der zitierten Heimatliebe oder dem Frauen- und Männerbild. Bei Frei.Wild ist das aber in der Tat viel expliziter als bei den Onkelz, zumindest in anbetracht der Texte, mit denen ich mich befasst habe.

    Meiner Meinung ist der Artikel eine schwache Leistung.

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  13. Unglaublich, wie man erst auf dem pöhsen Feuilleton rumhackt, dessen Artikel ja mehr über die Haltung der Autoren aussagen als über die behandelten Themen (eine These, die ich ja nicht mal gänzlich bestreiten würde), nur um dann im selben Artikel einen behandelten Sachverhalt auf Teufel komm raus in die eigene Erzählung zu pressen, ohne sich auch nur ansatzweise mit inhaltlicher Kritik auseinanderzusetzen.

    Es gibt inzwischen tonnenweise Material, das sehr detailliert darstellt, welche Inhalte, Lieder, Zitate von Frei.Wild nunmal inhaltlich unerträglich und keinesfalls mit der üblichen Schlager-Heimattümelei zu vergleichen sind.

    Wie man Heute noch ernsthaft von „unverfänglicher Heimatliebe“ sprechen und die Scharnierfunktion bei einer Band bestreiten kann, die regelmäßig ganz oben in den Charts hängt und von „Feinden der Heimat“ singt und damit nichts anderes tut, als einen Mob auf vermeintliche „Nestbeschmutzer“ zu hetzen, ist mir unbegreiflich.

    Bands wie BO, Frei.Wild, Superpunk oder meinetwegen auch Heino & co. sind nicht besser oder schlechter zu bewerten, weil sie ein „proletarisches“ oder „bildungsbürgerliches“ Publikum ansprechen. Andersrum wird ein Schuh draus: Wenn’s riecht wie Scheisse und aussieht wie Scheisse, dann ist es auch scheisse!

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  14. Sorry, das ist mit Abstand das schlechteste was ich hier bis dato gelesen habe. Als ob es nicht seit Jahren eine Grauzonen Diskussion gibt, als ob nicht zig gut recherchierte Artikel zu dieser Thematik erschienen sind, wird hier alle KritikerInnen der Bands pauschal, platter Sozialchauvinismus vorgeworfen. Womit sich jedwede weitere Diskussion ja erübrigt. Wow, das ist beeindruckend.

    Mal im ernst, wer so wenig Ahnung von Musik und von Subkulturen hat sollte vielleicht erst mal besser reale Erfahrungen generieren bevor er sich über diese Materie auslässt.

    Die Intention des Autors die armen proletarischen Fans jener Bands vor den bösen intellektuellen KritikerInnen in Schutz nehmen zu wollen, setzt eine Homogenität der Fanszenen voraus die gar nicht existent ist, die aber zum Bumerang wird, weil sich darin die gleiche sozialchauvinistische Wahrnehmung offenbart, die im Artikel anderen so beredt vorgeworfen wird. Peinlich.

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    1. EIgentlich wollte ich einen eigenen Kommentar schreiben, was sich mit den Kommentaren von „F.“ , „Tim“ und „Vitalier“ nun aber erledigt hat. Danke.

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  15. Ich würde dem Autor unterstellen dass er weder von der Band die „Böhsen Onkelz“ noch von der Band „Freiwild“ wirklich Ahnung hat. Und von rechten Erlebniswelten scheinbar sowieso überhaupt nicht.

    Bei „FreiWild“ handelt es sich um eine patriotisch nationalistische Band, da genügt es sich einmal eine Platte der Band anzuhören. Dass als „unverfängliche Heimatliebe“ zu bezeichnen negiert die Gefahr die von nationalistischem und patriotischen Denken ausgeht, nämlich die Überhöhung des Eigenen Selbst über eine andere Gruppe. Daraus folgen Ausschluß, Feindbilder usw. Die Band kann sich tausend mal von Extremistischem Gedankengut distanzieren und das gar Ernst meinen, weil sie sich nicht als extremistisch versteht. In ihren Texten kommt alles zum Vorschein was das Weltbild eines Nationalisten ausmacht. Wenn die Band das als völlig „normal“ bezeichnet umso schlimmer.

    Und sicher wird sich in vielen Teilen der Volksmusik ähnliches Denken finden und auch dort wäre es zu kritisieren. Der Unterschied zu „FreiWild“ liegt jedoch darin dass sich die Band in einem Musikgenre bewegt in welchem nationalistische und patriotische Standpunkte eher selten zu finden waren. FreiWild machen diese nun salonfähig und nehmen damit ein Stück weit eine Vorreiterrolle ein. Der Autor bezeichnet die Band als ein Symptom und nicht als Ursache. Dem kann so sein, aber umso wichtiger wäre es die politischen Positionen zu kritisieren die die Band vertritt und auch ein Symptom kann Ursache für Meinungsbildung werden wenn es die Möglichkeit hat in Hallen von zehntausenden eine Blut und Boden Ideologie zu verbreiten.

    FreiWild – Wahre Werte
    Wo soll das hinführen, wie weit mit uns gehen
    Selbst ein Baum, ohne Wurzeln kann nicht bestehen
    Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen
    Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen
    Du kannst dich nicht drücken, auf dein Land zu schauen
    Denn deine Kinder werden später darauf bauen
    Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat
    Ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk

    Die „Böhsen Onkelz“ hat der Autor aus meiner Perspektive noch viel weniger verstanden. Sicher hat er recht wenn er die linke Arroganz kritisiert auf den vermeintlichen dummen Proll zu schauen der sich im Geheule und Opfersein der Onkelz suhlt . Klassizismus ist ganz sicher weit verbreitet in der Linken und das sich lustig machen über vermeintliche „Assis“ gehört in so mancher linken Studentenwg zum guten Ton. Dem den Spiegel vorzuhalten ist richtg, aber geht in Bezug auf die Onkelz am Thema vorbei.
    Die Onkelz sind heute ganz sicher keine rechte Band mehr. Ihre Statements zu dem Thema sind glaubhaft, ihr Umgang mit der Vergangenheit leider oftmals verharmlosend, aber geschenkt. Die Problematik liegt ganz woanders und hier wäre es viel interessanter sich einmal mit der Frage zu beschäftigen ob die Onkelz ein Phänomen geworden sind auf welches die Band gar keinen Einfluss mehr hat.

    Ich empfehle dem Autor sich mal an einem Wochenende ins ländliche Hessen zu begeben und einer der vielen stattfindenden „Böhse Onkelz Parties“ beizuwohnen. Ich wäre gespannt darauf ob sich die Perspektive ändern würde. Es wird wohl kaum einen Neonazi aus ländlichen Regionen geben der keine Onkelz-Cd im Schrank hat. Genauso wenig wird eine dieser schon benannten Parties zu finden sein auf der nicht auch die örtliche Kameradschaft gemütlich ihr Bier zischt. Und hier liegt die Betonung auf „auch“. Den ganz sicher werden sich auch Menschen auf so einer Party finden die wenig mit einem geschlossenen rechten Weltbild am Hut haben. Aber durch das gemeinsame Feiern unter dem gemeinsamen Nenner Onkelz werden rechte Klamotten und rechtes Denken Anschlussfähig. Onkelzparties sind Räume in denen Neonazis ungestört feiern können, das ist nun mal häufig Fakt.

    Hinzu kommt das die Texte der Onkelz ein Weltibild erzeugen welches leicht für rechte Ideologien empfänglich ist. Wer sich immer als vernachlässigtes abgehängtes Opfer im Kampf gegen (ja gegen wenn eigentlich???) das Andere, der ist eben auch leicht empfänglich dafür eine bestimmte Gruppe (Ausländer, Linke,…) für sein gefühltes Verlierertum verantwortlich zu machen.

    Deshalb ist es wichtig patriotischen Bands wie FreiWild die rote Karte zu zeigen und sich mit dem Phänomen Onkelz weiter auseinanderzusetzen ohne dabei völlig unwissend die Nazikeule auszupacken. Verharmlosen und rausposaunen was in jeder zweiten Pressemitteilung der Bands zu lesen ist, ist aber ganz sicher noch viele weniger richtig.

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    1. Auch ein schöner Kommentar. Sollte sich Lily (ein Kommentar weiter unten) nochmals durchlesen, auch wenn ich mich für sie freue, dass sie mit Hilfe von BO ihre Vergangenheit aufarbeiten/bewältigen konnte.

      Letztlich spielt die Auswirkung der Musik durch die Bewertung der ZuhörerInnen gesellschaftlich eine größere Rolle als die Intention derselbigen. Und diese Auswirkungen können dann eben positiver wie negativer Natur sein.

      Ich denke, im Falle von BO trägt das sich über Jahrzehnte entwickelte Image der Band maßgeblich dazu bei, dass auf vielen BO-Parties rechte Meinungen Anschluss an eine „gesellschaftliche Mitte“ finden. Dies sagt nichts über die Intention von BO aus, es zeigt aber das gefährliche Potenzial einer (falschen?) Bewertung ihrer Musik und den damit einhergehenden Auswirkungen.

      Für mich wären deshalb die einzigen Möglichkeiten einerseits die Marke „BOEHSE ONKELZ“ einzustampfen und ein neues Projekt zu starten oder sich in ihren Texten noch viel stärker gegen DIskriminierung jeglicher Art zu positionieren. Ansonsten wird sich diese Diskussion so oft wiederholen wie die Forderung nach der Abschaffung der Sommer-/Winterzeit.

      Das gleiche könnte auch für Frei.Wild gelten, wobei dieser Band derzeit wohl wirklich nicht zu helfen ist auf Grund des riesigen Pflockes, der unterhalb ihres Holzgeweihs steckt.

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  16. D.A.N.K.E antihiphop!!!
    Ein wirklich guter Kommentar zu einem mehr als lesenswerten Artikel!
    Sehr deutlich ist aus fast allen Kommentaren heraus zu lesen, dass die Schreiber sich in keinster
    Weise mit den Onkelz, ihrer Musik und ihren Fans auseinander gesetzt haben.
    Gefährliches Halbwissen auf der Basis von Hören- Sagen, wird als Tatsache hingestellt oder
    einfach blind nachgeplappert.
    Die Onkelz gefährlich, an welcher Stelle und womit???
    Weil irgendwelche durchgeknallten Hobbynazis ihre Musik gehört haben, bevor sie Mollys in ein Alsybwerberheim geworfen warfen??
    Was können die Onkelz und ihre Musik dafür?
    Wenn der „Nette Mann von Nebenan“ sich Heino reinzieht, bevor er die kleine Nachbarstochter in seine Wohnung
    lockt um ihr seinen kleinen Hasen zu zeigen, ist dann auch Heino Schuld?
    Die Onkelz sind keine Nazis, ihre Fans sind keine Nazis, eindeutig als rechts zu erkennende Besucher sind auf den Konzerten
    von niemanden erwünscht und ihre Musik ist ABSOLUT unpolitisch!!!
    Wer da irgendwelche rechten Tendenzen hört, ist paranoid oder will einfach zwangsweise an seinem Bild der bösen, Böhsen Onkelz
    fest halten, ist ja auch bequemer als sich mal wirklich unvoreingenommen mit diesem Thema auseinander zu setzen.
    Außerdem muss man ja sein Feinbild pflegen, irgendwem muss es doch geben, den man die Schuld an allem Bösen dieser Welt geben kann,
    da macht es sich sich gut, hierfür das her zu nehemen , was man nicht versteht.
    Die Onkelz haben übrigens auch ausländische und farbige Fans, die sich zunächst Sorgen machten und fragten,
    ob es für sie gefährlich werden könnte, wenn sie zum Konzert kommen.
    Natürlich wird es das NICHT!
    Wir Onkelz Fans sind eine Familie, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, niemand sieht dabei zu wie ein anderer Fan belästigt wird!

    Ich bin eine Frau, lebe auf dem Dorf und bin auf dem Dorf aufgewachsen.
    Onkelz Fan bin ich erst seit Januar 2012, davor habe ich die Onkelz gehasst, ich wollte mit diesen Nazi-Assis nichts zu tun haben!
    Man konnte ja überall lesen und hören, dass sie Onkelz gewaltbereite, drogensüchtige Nazisrocker sind, also wird da auch was dran sein,
    sowas denkt sich ja niemand aus!
    Ich bedauere jedes Jahr und jedes Konzert, welches ich im Laufe der Jahre wegen meiner Engstirnigkeit und
    Dummgläubigkeit verpasst habe, aber ich bin stolz und froh darüber, dass ich irgendwann doch fähig war,
    mir die Musik einfach unvoreingenommen anzuhören.
    Ich hasse Nazis und alles, was auch nur andeutungsweise rechts ist,
    ich mag nicht mal Rammstein, weil das gerollte „r“ mir zu „deutsch“ klingt, aber die Onkelz, die liebe ich inzwischen……findet den Fehler…
    Andere Künstler äußern sich inzwischen positiv über die Onkelz, Peter Maffay , die Söhne Mannheims und viele andere arbeiten mit ihnen
    oder einzelnen Mitgliedern der Onkelz zusammen, sind die jetzt etwa auch alle rechts geworden,
    haben sie eine Gehirnwäsche bekommen??

    Als Opfer von Gewalt und sexuellen Missbrauch, sowohl als Kind, als auch als Erwachsene, finde ich die Kritik und die
    Indizierung von Liedern wie „Der nette Mann“ oder „Viel zu jung“ unbegreiflich!
    Dank dieser Lieder konnte ich nach all den Jahren mit den Dingen, die mir angetan wurden, abschließen,
    sie halfen mir, die Täter als das zu sehen was sie sind:
    Jämmerliche, erbärmliche, kleine Würstchen, vor denen ich mit Sicherheit keine Angst haben muss.
    Und dank Liedern wie „Ich lieb mich“,“Noreia“, „Wenn wir einmal Engel sind“ ect…
    habe ich gelernt mit mir und meiner Sexualität um zu gehen,
    es gibt nichts wofür ich mich schämen müsste, es war nicht meine Schuld!
    Ich bin heute eine ganz normale, sexuell aktive Frau, die weder Angst vor Sex, noch vor Männern hat!
    Und das verdanke ich ausschließlich den Onkelz und ihrer Musik!
    Durch die Musik und die Texte der Onkelz, war es mir möglich, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen
    und genau das ist der wahre Intention, welche hinter dieser Band und ihrer Musik steht,
    wer darin etwas Gefährliches oder Schlechtes sieht ist entweder blind,niederträchtig oder einfach nur dumm!
    Frauen, die sich hierdurch sexuell diskriminiert fühlen, sind in meinen Augen nichts weiter als verklemmt,
    weil sie dank einer vorbildlichen Erziehung, nie gelernt haben, sich mit ihrer Sexualität auseinander zu setzen,
    schließlich gehört sich sowas nicht für eine anständige junge Frau!
    Männer die behaupten, die Texte der Onkelz seinen frauenfeindlich, sind scheinheilig und verlogen,
    denn die Texte geben nicht anderes wieder, als dass, was nahezu jeder Mann denkt!
    Liebe Frauen, lasst euch nicht verarschen, genau so geht es im Kopf eines Mannes ab
    und das ist absolut natürlich!
    Selbst Alice Schwarzer hat sich in einer Talkrunde mit Stephan Weidner einst positiv über die Onkelz geäußert!

    Bevor man sich also anmaßt, sich ein Urteil über die Onkelz, ihre Fans und deren Beweggründe zu bilden,
    sollte man sich fragen, ob man wirklich fähig ist, sich in deren Lage zu versetzten!

    In diesem Sinne:
    „….dies hier ist euer Erbe, doch wenn es euch nicht gefällt, dann werdet bessere Menschen und ihr kriegt ne bessere Welt!“
    (Böhse Onkelz-Entfache dieses Feuer)

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    1. „Liebe Frauen, lasst euch nicht verarschen, genau so geht es im Kopf eines Mannes ab
      und das ist absolut natürlich!
      (…)
      Bevor man sich also anmaßt, sich ein Urteil über die Onkelz, ihre Fans und deren Beweggründe zu bilden,
      sollte man sich fragen, ob man wirklich fähig ist, sich in deren Lage zu versetzten!“

      Schön, dass Sie offensichtlich wissen, wie es in dem Kopf eines jeden Mannes zugeht. Und was natürlich ist.
      ‚Bevor man sich also anmaßt, sich ein Urteil über Männer und darüber, was natürlich sein soll, zu bilden, sollte man sich fragen, ob man wirklich fähig ist, sich in deren Lage zu versetzen!‘

      Nichtsdestotrotz: Es ist schön zu hören, dass Ihnen die Texte und Musik geholfen haben, mit Ihren schrecklichen Erlebnissen fertig zu werden.

      P.S.: Ganz grundlegend: ich muss mich doch gar nicht in die Lage von jemandem versetzen können, um ihn zu kritisieren. Je nachdem, was ich kritisiere. Wenn ich beispielsweise sage, das, was Frei.Wild so von sich gibt, klingt für mich nach einer Reproduktion einer nationalistischen und patriotischen Einstellung, aus der Fremdenfeindlichkeit und zu guter Letzt vielleicht sogar Gewalt/Hass/Mord entstehen kann, ist es vollkommen irrelevant, was Frei.Wild selbst dazu sagt, beziehungsweise, warum sie solche Texte schreiben.
      Die Intention ist in erster Linie unwichtig, die Wirkung ist wichtig.

      Und selbst wenn sie es „anders gemeint haben sollten“, hätten sie es halt anders formulieren müssen. Haben sie aber nicht – daraus schließe ich, dass ihnen die Aussage wichtig war, oder aber, dass sie einfach nur unüberlegt irgendwas schreiben. Beides nicht besonders positiv.

      Meine Meinung zumindest zu Frei.Wild, Boehse Onkelz sind mir ehrlich gesagt ziemlich egal.

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      1. Da mir Frei.Wild herzlich egal sind, ich ihre Texte einfach nur hohl finde, ist mir auch deren Intention unwichtig.
        Sie sind Kopien, wollen Geld verdienen und vor allem die ehemaligen Onkelz Fans „einfangen“ welche von den Onklez enttäuscht sind, eben weil sie deren Nationalistisches Gedankengut nicht teilen.
        Was aber die Onkelz betrifft:
        Stephan Weinder schreibt was er denkt und fühlt, dies ist seine einzige Intention.
        Es liegt nicht in seiner Verantwortung, wenn vor allem Kritiker, nicht fähig sind mit zu denken und mit zu fühlen, Dinge in die Texte hineininterpretieren, welche nicht vorhanden sind.
        Er kann auch nicht im Voraus sagen, wie andere, anders denkende seine Texte auffassen,wie sollte das gehen?
        Wer „etwas“ finden will, der findet es
        , ganz egal wie es formuliert wurde.
        Ich empfehle „Enie Tfahcstob Rüf Ediona-rap“

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  17. Um es vorweg zu nehmen, ich finde Pathos-Rock scheisse, egal ob von den BO oder Rosenstolz. Pathos-Rock kommt in Dtl. immer gut an.
    Der Abschnitt mit der Wehleidigkeit trifft es ziemlich gut. Genauso wie es die empoerten Kommentare bestaetigen zu scheinen, die sich in ihrem „Selbstbild“ getroffen fuehlen.

    Die beliebteste Kuer des gutsituierten Bildungsbuergertum war schon immer die Verachtung auf den Materialismus und den dadurch einhergenden Konsumismus der unteren Klassen.

    Das der Artikel es ueberhaupt auf publikative.org geschafft hat freut mich.

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  18. Finde den Artikel ebenfalls befremdlich. Wie offensichtlich einige andere Kommentatoren, bin ich auf dem Land aufgewachsen, in der Pfalz genaugenommen. Ich habe den Verdacht, dass der Autor des Artikels nicht aus der Provinz stammt. Die Onkelz (und höchstwahrscheinlich auch Frei.Wild) sind dort nicht irgendwie eigentümlicher Bestandteil der Kultur des an sich ehrbaren Proletariats, sondern m.E. eher der Soundtrack des „faschistoiden Kleinbürgers“, die selber die „Unterschichten“ verachten. Wo ich herkomme sind die Onkelz eindeutig mit der intoleranten konformistischen bis offen rechtsextremen Dorfkultur verknüpft. Alles was rechts ist hört die Onkelz und hat einen Bandaufkleber auf der Heckscheibe des Autos. (Heute wahrscheinlich ersetzt durch Frei.Wild, ich wohne seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Dorf.) Jeder der hier von der Norm abweicht, kann sich auf Probleme gefasst machen. Habe das selbst am regelmäßig erlebt.

    Sowas Scheiße zu fnden, hat wohl wenig mit elitärer Attitüde zu tun.

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    1. Das ist Blödsinn!!!
      Wie bereits erwähnt, ich lebe auf dem Dorf, früher in Sachsen Anhalt, da gab es nicht einen Onkelz Fan, heute in NRW.
      Ich kenne sehr viel Onkelz Fans und NICHT EINER davon ist Nazi oder auch nur rechts angehaucht, im Gegenteil, sind wir Onkelz Fans bei sowas sehr empfindlich, braune Scheiße wollen wir nicht haben!!

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  19. @“Es gab Antifaschisten, aber das hat mit der Antifa von heute nicht allzuviel zu tun.“ — Wo ist da der Unterschied? Ich kenne die Antifas von damals aus eigenem Erleben und finde die Unterschiede nicht so sehr groß, abgesehen davon, dass die damaligen Antifagruppen klandestiner und härter drauf waren. Geschlossen behelmte und mit Kanthölzern bewaffnete Schwarze Blöcke waren mal die Regel.

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  20. Ihre Musik war in den 1980ern/1990ern schon scheisse und heute ist sie es immer noch.
    Die AntiFa gab es damals schon der Unterschied zu heute ist aber das sie damals aus einem großteil millitanter Autonomer bestand die ihre Aktionen anders geplant und durchgeführt haben. Damals gab es nicht tausende Menschen aus dem „Bürgertum“ die zu Anti-Nazi Aktionen kamen und deshalb haben sie damals auch öffter mal den Knuppel benutzen müssen um Nazis den Aufmarsch und ähnliches zu erschweren. Aber auch die Nazis waren damals anders drauf. Ich erinner mich noch gut anb die Zeiten in Pinneberg mit der FAP Bundeszentrale (FAP verbot 1995) wenn bei Flyeraktionen der AntiFa mal eben ein Bus mit Nazis vorgefahren ist und es sind mal eben 10 und/oder mehr Nazis mit Knüppeln auf uns los gerannt.

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  21. Ich kann zwar weder Onkelz noch Frei.wild leiden (ja ich steh dazu, sie sind mir zu hmm ja.. sie stinken mir zu sehr nach Autotuning & Co.) aber der Autor hat völlig recht: Da gibt es Bands im Bildungsbürgerpopbereich die weitaus idiotischere z.t. rechte Aussagen bringen (Morrissey, Der Eagles of Death Metal Sänger etc.) und da wird nicht so rumgehackt und nachgetreten – Andere, schon etwas stärker anrüchige Bands (Death in June, Burzum) werden in diesen Milieus auch gerne gehört, wenn auch oft nur heimlich – Nationalistische Bands aus Katalonien, dem Baskenland etc. spielen auf Antifa festivals, trotz Frei.Wild Texten. Kurzum – es muss also andere Gründe haben – und die hat der Autor auch gut zusammengefasst, einen ganz simplen hat er aber noch vergessen: Die Bands singen auf Deutsch – andere Sprachen kann man schön drüberhören.

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  22. @“Die AntiFa gab es damals schon der Unterschied zu heute ist aber das sie damals aus einem großteil millitanter Autonomer bestand die ihre Aktionen anders geplant und durchgeführt haben. Damals gab es nicht tausende Menschen aus dem “Bürgertum” die zu Anti-Nazi Aktionen kamen und deshalb haben sie damals auch öffter mal den Knuppel benutzen müssen um Nazis den Aufmarsch und ähnliches zu erschweren. Aber auch die Nazis waren damals anders drauf.“ —– Na da gibt es aber gewaltige regionale Unterschiede.

    In Göttingen gibt es dieses breite Bündnis, das unter Einbeziehung der Hardcore-Autonomen bis zu Kirchen und in den DGB reicht durchgängig seit 1987 (militante Aktionen trotzdem), und im Raum BS/WOB ist das ähnlich, mit der Besonderheit, dass es da ländliche Antifas und antifaschistische, aber nicht unbedingt klassisch linke Fußballultras gibt.

    In Hannover gibt es eine hochpolitische Flüchtlings- und MigrantInnenszene und sehr viele politisierte Streetpunks, aber nicht das, was anderswo eine typische autonome Szene ausmacht; in Bremen ist die autonome Szene so ausdifferenziert, dass Sozrevs dort eine eigene Fraktion bilden, von Sielwallpunks mal ganz abgesehen. Hamburg ist nicht die Welt.

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  23. na denn, wenn schon auf publikative -via einer medienkritik- die onkelz als unproblematisch dargestellt werden, ist der im artikel verbreitete dumpf-mainstream wohl doch schon recht weit verbreitet..
    eine echte abgrenzung wäre klar mit einer namensänderung einhergegangen. und so locker lässig wie sie hier beschrieben werden waren die songs nun echt nicht! wenn nazis nur noch saufen und allgemein aggro sind, aber unter gleichem namen immernoch nazirock erhältlich ist(jaja nicht offiziell natürlich), hilft auch das „nazis raus“-rufen auf öffentlichen auftritten wenig. die mischung macht da das wegbereiten, cooler hass-sound mit anrüchiger geschichte; also ersma die verbotenen alten scheiben besorgen, aber immer wieder die böse antifa-keule anprangern, weil die onkelz ja so lieb sind..
    deichkind&das bo statt bo!

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  24. Ich kenne auch ein Beispiel bei dem ein Onkelz-Hörer eher der Mittelklasse entstammt. Pflegt Underdogtum und Rebellion. „Kultur der Unkultur“ aus Mangel an Alternativen. Gepflegten Jazz zu hören ist ja bisweilen anstrengend und für Latin sollte man sich schon etwas bewegen können. Abfeiern der eigenen Faulheit und Stumpfsinnigkeit finde ich nicht nur politisch sondern auch kulturell bedenklich. Ob ich deshalb elitär bin? Für mich reicht auch ein Bier, um mich froh zu machen. Vielleicht ist die Zuordnung Onkelz: Prolet, Nicht-Onkelz: elitär, unterkomplex und es steckt noch mehr dahinter? Trotzdem interessant zu lesen…

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  25. Selten so einen Schwachsinn über Popkultur gelesen.

    kleine Berichtigung: Die Boehsen Onkelz waren nie Punk und bewegten sich auch nicht in dieser Subkultur. Ganz im Gegenteil machten Band und Gefolge Mitte der 80’er Jagd auf Punk-Bands aus dem Raum FFM, die zu Körperverletzungen führte.

    Nazis sind sie natürlich schon lange nicht mehr, aber wem deutschelnder Asslrock mit ’nem Junkie am Mikrophon gefällt, der findet sicherlich bessere Bands.

    Und Menschen die sich von rassistischem Pöbel abgrenzen, „Klassendenken“ vorzuwerfen, ist nichts anderes als blanker Hohn.

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    1. Frag mal bei der angesagten, devinitiv nicht rechten, Ex-Band „Middle Class Fantasies“ nach, mit wem sie so desoefteren im Raum FFM anfang der 1980er zusammen gespielt haben.
      Meine Meinung zu BO und anderen Pathos-Mist kennst du ja…

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  26. manchmal hat man den Eindruck, als wäre die publiktaive so eine Art fanzine, wo verschiedene Autoren aus dem Freundeskreis mal irgendwas schreiben dürfen, was sie schon immer sagen wollten, auch wenn es mehr als befremdlich ist. Bei Jugendlichen kann man so etwas nachvollziehen. Aktuell bin ich einmal mehr irritiert, was hier alles unterkommt.

    P.S. Der Artikel ist ungefähr genauso dünkelhaft geschrieben, wie das bürgerliche Feuilleton, über das er sich ereifert.

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  27. Richtig ist, dass an der Entstehung und Pflege des Mythos Onkelz die Mehrzahl der deutschen Medien ihren Anteil hatten und immer noch haben. Erst wurde verschwiegen, dann verdammt und schließlich – als es nicht mehr anders ging – derart platt und klischeehaft berichtet, die Peinlichkeitsschwelle immer wieder weiter nach unten gerissen.

    Die Onkelz (und ihre Nachkommen) haben in der Jugendkultur seit den 1990er Jahren in einer Art und Weise Wurzeln geschlagen, dass eine Jugendkultur ohne sie faktisch nicht mehr denkbar ist. Dass dies mittelfristig nicht nur kulturelle Folgen hat, sondern – wenn auch in begrenzter Form – ebenso politische und gesellschaftliche, ist die eigentliche Crux der Geschichte. Dass sich damit nicht nur das bürgerliche Feuilleton nicht recht abzufinden vermag, ist wiederum leicht erklärbar.

    Und dann sind die „Unterschichten-Fans“ die geeigneten Pappkameraden. Auf sie läßt sich gut einprügeln, um die eigene Frustration zu bewältigen,

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  28. Vor ein paar Wochen gab es einen Text, in welchem eine Annäherung an Haftbefehl stattfand, jetzt sind wohl die Onkelz dran?

    Textphrasen wie „Wir sind brennende Häuser“ ~“Ihr Linken habts nicht kapiert“ die begeistert von pubertierenden Kinderfaschos mitgesungen wurden, habe ich zumindest nicht vergessen, ebenso wie das auch für damalige Begriffe sehr eingeschränkte Weltbild, was Fans zumeist eigen war.

    Bashing und der Hype sind das eine, dieser Text hier das andere…

    „Änderte sich auch die Haltung der Böhsen Onkelz und sie sangen fortan wieder ganz unpolitisch über die Themen des kleinen Mannes, die Mitgröhlmusik passend zum wochenendlichen Bierkonsum.
    ->wird hier alles aber auch nicht in Zusammenhang mit „virgin“ gesehen, sowie der besserern Vermarktbarkeit…
    Hier einfach eine „Anderung der Haltung“ daraus zu basteln, ist extrem verkürzt.

    Naja, nach dem Layoutwechsel nun auch ein Stilwechsel bei der publikative? Mir stößt dieser Text wirklich bitter auf…

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  29. Je öfter ich dieen Text lese, desto schlimmer wird er. So wenig er auf das „Feld“ der bö-Fans eingeht, so sehr verteidigt er dieses gegen die „doofen Kritiker“.

    Hier werden die (natürlich proletarischen Fans [lach!]) zu edlen Wilden stilisiert…echt stumpf!

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  30. Achtung! Dieser User ist mir schon in anderen Foren als Krawallmacher aufgefallen. Natürlich unter einem anderen Namen. Nicht ernst nehmen oder Ärgern. Er will nur provozieren.

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