Der Abschied von der Ukraine

Steht ein militärischer Konflikt zwischen Russland und der Ukraine kurz bevor? Putin hat alle nötigen Befugnisse beantragt, zögert aber vor deren Gebrauch. Vor allem zeigt Russland seine Macht: Das Imperium Russland ist zurück.

von Sergey Lagodinsky

Swoboda-Fahnen auf dem Maidan (Foto: http://www.flickr.com/photos/grocap/ |CC BY-NC-ND 2.0)
Swoboda-Fahnen auf dem Maidan (Foto: http://www.flickr.com/photos/grocap/ |CC BY-NC-ND 2.0)

Und plötzlich will er es doch nicht. Wladimir Putin hat zwar die Befugnisse beantragt, zögert aber wohl von ihnen Gebrauch machen. So der Stand Heute. Das bestätigt, was ich längst vermutet habe: Das Rezept Krim heißt „Aufkochen und sofort einfrieren“. Ein eingefrorener Konflikt nützt Putin mehr als einer, der sich ausbreitet. Mit einem Konflikt im Krim ist Ukraine nicht mehr NATO- und kaum EU-fähig. Und wie wichtig muss sich die russische Führung vorkommen: Eine einzige Abstimmung im Oberhaus des Parlaments auf Antrag des Präsidenten versetzt die Welt in eine Schockstarre. Wann war zuletzt solch eine schicksalhafte Wichtigkeit der Entscheidungen aus Moskau für die Weltzukunft spürbar? 1957 in Ungarn? 1968 in Prag? Bei der Kuba-Krise oder doch beim Mauerfall?

Doch lohnen sich die Mühen? Bei einem abgebrochenen Konflikt ist der Nutzen kaum größer als der Schaden. Und dieser Schaden ist zweierlei Verlust: Die gegenwärtige russische Führung hat sich entzaubert und damit gleichermaßen Ukraine wie den Westen verloren.

Der Preis heißt der letzte Rest Sympathie, der letzte Tropfen Hoffnung, das letzte Stückchen Vertrauen in die gegenwärtige russische Führung. Die letzten Illusionen sind verflogen. Olympische Spiele, die am Ende doch selbstironisch und sympathisch rüberkamen werden in die Geschichte als Olympische Vorspiele eingehen – als Vorspann für eine Intervention ins Nachbarland, nur wenige hundert Kilometer von Sotschi entfernt. Und für die Ukrainer? Für viele von ihnen war Russland lange ein unbequemer, aber doch verwandter Nachbar. Jetzt ist Russland ein gefährlicher Feind. Und wird ein solcher für die meisten Ukrainer bleiben.

Und was bedeutet die Eskalation für den Westen? Vieles von dem, was in und um Kiew herum in letzten Wochen gelaufen ist, erinnerte an Spannungen im Kalten Krieg. Beide Seiten haben sich hieran beteiligt. Doch Russland, nicht der Westen hat die Imitation des Kalten Krieges zu Ende gespielt. Militärische Ausdehnung der eigenen Einflusssphäre inklusive. Und damit ist die Phase der Geschichte zu Ende, die mit Perestrojka begonnen hat. Das Imperium Russland ist zurück. Der Kreis ist vollendet. Neues Spiel. Neues „Glück“.

Siehe auch: Maidan: Die Revolution ist vorbei

14 Kommentare zu „Der Abschied von der Ukraine

  1. Als ob die EU/USA/Nato nicht ebenso geopolitisch ihre Interessen verfolgen würden… wer hat denn die von faschistischen Schlägerbanden angeführte Opposition unterstützt (ohne das Janukowitsch-Regime verteidigen zu wollen, das hat seinen Sturz allemal verdient)? Aber so zu tun, als wäre Russland hier die einzige imperialistisch agierende Macht ist sehr einseitig.

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  2. Im Grunde schwer zu sagen auf wessen Seite man da stehen soll.

    In Kiev und vielen anderen Städten der Westukraine haben Nationalisten und Hardcore-Neonazis das uneingeschränkte Sagen und die Verwaltungen, Rathäuser und sogar Zeitungsredaktionen gestürmt und übernommen.

    Es ist nicht nur die Neonazi-Gruppe „Rechter Sektor“ von der hier alle reden, sondern auch der ukrainische Ableger von Blood&Honour und der „Nationale Widerstand Ukraine“ sind sehr aktiv; teilweise (besonders in Lemberg und Knierievj)viel aktiver als die etwa 7.000 – 10.000 Kämpfer des Rechten Sektor.
    Im Westen ist überhaupt nicht bekannt, wie viel zulauf diese offenen NS-Aktivisten mittlerweile haben. Die Kämpfe auf dem Maidan haben ihnen unendlich viel Sympathie und neue Unterstützer gebracht.

    Andererseits kann man auch nicht auf Seiten der Russen die die Krim imperialistisch ausbeuten wollen sein. Russland betreibt hier massive Völkerrechtsverletzungen. Hier muss dringend interveniert werden um die Gefahr eines 3. Weltkrieges zu bannen!

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  3. „Und wie wichtig muss sich die russische Führung vorkommen: Eine einzige Abstimmung im Oberhaus des Parlaments auf Antrag des Präsidenten versetzt die Welt in eine Schockstarre.“

    ist das, dass ergebnis eurer außen- und innenpolitischen kompetenz?

    „Die gegenwärtige russische Führung hat sich entzaubert und damit gleichermaßen Ukraine wie den Westen verloren.“

    anders als bisher, wo sie mit ihrer magischen politik best-buddy vor allem des westens war.

    „Der Preis heißt der letzte Rest Sympathie, der letzte Tropfen Hoffnung, das letzte Stückchen Vertrauen in die gegenwärtige russische Führung.“

    sympathien? für russland? im westen, deutschland, diesem blog? hab ich da irgenwas verpasst?

    „Doch Russland, nicht der Westen hat die Imitation des Kalten Krieges zu Ende gespielt.“

    wenn ich mich recht erinnere, war die unterstüzung aller möglichen umsturzbereiter gruppen keinesfalls der anfang des kalten krieges, sondern, besonders gegen „ende“, seine hauptbeschäftigung.

    außenpolitik im swag barometer, geschichts- und medienvergessenheit, fanfare im notorischen anti-russischen orchester der medialen einheitsvielfalt und (als ursprünglicher anti-fa blog), kein wort über die faschistischen umtriebe in der ukraine.

    der grimme preis 2014 will verdient sein.

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  4. Warum „zögert“ Putin von seinen „Befugnissen“ Gebrauch zu machen? Russische Truppen sind bereits völkerrechtswidrig in ukrainisches Territorium außerhalb des russischen Stützpunkts in Sevastopol eingedrungen. Das war definitiv auch schon der Fall, als Sie diesen Artikel am 2.3.14. um 23:13 publiziert hatten, Sergey.

    Er zögert also ganz sicher nicht, sondern hat die Weltgemeinschaft bereits vor vollendete (oder noch nicht ganz vollendete, wenn Sie verstehen, was ich meine) Tatsachen gestellt. Offiziell heißt es von russischer Seite, der Einsatz solle nur so lange dauern, bis die politische Stabilität der Ukraine wiederhergestellt ist. Da der Kreml aber die politische Führung in Kyiw nicht anerkennt, darauf beharrt, dass Janukowitsch der rechtmäßige Präsident sei und die „Befugnisse“ keineswegs auf die Krim beschränkt sind, sondern der gesamten Ukraine gelten, kann man davon ausgehen, dass das Ziel dieser Invasion der Sturz der ukrainischen Übergangsregierung und die Installation eines nunmehr uneingeschränkt Moskau hörigen Janukowitschs ist.

    Russland hat der Ukraine de facto den Krieg erklärt, hat aber nicht die Eier, dass auch so zu nennen und die eigenen Soldaten auch entsprechend zu kennzeichnen. Putin gräbt sich damit sein eigenes Grab. Das Imperium ist nicht zurück. Es wird auf dem Maidan begraben. Рашизм не пройдет!

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  5. @nobby: Wo haben Sie denn diesen Schwachsinn her? Die einzigen faschistischen Schlägerbanden in der Ukraine waren die Tituschki, die für umgerechnet 20 Euro am Tag randalierend durch die Straßen zogen, Andersdenkende verprügelten, beraubten, Autos und Schaufenster zerstörten sowie die Geheimpolizei Berkut, die Menschen bei 20 Grad unter Null nackt ausziehen, verprügeln und demütigen, die auf Journalisten und Mediziner schießen, die Verwundete aus Krankenhäusern entführen, foltern und im Wald abladen. Nun, nachdem diese faschistischen Schlägerbanden sich offenbar als wirkungslos gegen den Freiheits- und Gerechtigkeitsdrang der Ukrainer erwiesen haben, werden faschistische Schlägertrupps aus Russland angekarrt, um die Menschen in der Ukraine heimzusuchen, für Chaos zu sorgen und die Ukrainer zu Schnellschussreaktionen zu provozieren.

    In diesem Konflikt ist Russland der einzige imperialistische Akteur, der seine Einflusssphäre durch gnadenlosen wirtschaftlichen und militärischen Druck und einen unverschämten Propagandakrieg auszubauen versucht. Weder die USA noch die EU üben auch nur ansatzweise einen ähnlichen Druck auf die Ukraine aus. Und erzähl mir bitte nicht von Kontensperrungen oder Visabeschränkungen. Die richteten sich nur an die kleptokratische Bande um Janukowitsch, nicht an das Volk. Die NATO scheint sich da militärisch bislang ganz raushalten zu wollen.

    @Karlchen: Der Rechte Sektor ist also eine Neonazi-Gruppe? Haben Sie diese Information aus einer der zahlreichen russischen Nachrichtenquellen? Würde der Botschafter Israels den „Führer“ dieser Neonazis empfangen?

    http://embassies.gov.il/kiev/NewsAndEvents/Pages/DinElYaroshMeeting27Feb2014.aspx

    Falls Sie weder der ukrainischen noch der russischen Sprache mächtig sind, einfach mal bei google translate übersetzen lassen. Sollte dann verständlich sein. Sie werden überrascht sein. Vielleicht fangen Sie dann an nicht alles, was von russischen Agenturen in die Welt gesetzt, zu glauben oder einfach mal zu differenzieren. Nationalismus kann auch „links“ sein. Und selbst, wenn er „rechts“ ist, so ist er nicht zwangsläufig faschistisch, antisemitisch oder rassistisch.

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  6. Kann mir mal jemand erklären, wo hier die „neue Qualität“ im Verhalten Russlands sein soll, von der jetzt alle Welt redet? Wo ist die „Rückkehr des Imperiums Russland“, das nicht schon vor acht Jahren da gewesen wäre?

    Was unterscheidet die Ereignisse in der Krim heute von dem, was in Südossetien oder Abchasien 2008 passiert ist, außer das es sich diesmal in einen Land abspielt, das den Westen zufällig mal interessiert?

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  7. „Der Preis heißt der letzte Rest Sympathie, der letzte Tropfen Hoffnung, das letzte Stückchen Vertrauen in die gegenwärtige russische Führung. Die letzten Illusionen sind verflogen. Olympische Spiele, die am Ende doch selbstironisch und sympathisch rüberkamen werden in die Geschichte als Olympische Vorspiele eingehen – als Vorspann für eine Intervention ins Nachbarland, nur wenige hundert Kilometer von Sotschi entfernt. Und für die Ukrainer? Für viele von ihnen war Russland lange ein unbequemer, aber doch verwandter Nachbar. Jetzt ist Russland ein gefährlicher Feind. Und wird ein solcher für die meisten Ukrainer bleiben.“
    Selbst westl. Medien müssen einräumen, dass die russ. Truppen bei der Bevölkerung auf der Krim sehr willkommen sind. In vielen Gebieten der Ostukraine sieht das nicht anders aus. Komisch, offensichtlich sieht das eine großer Teil des ukrainischen Volkes die Sache etwas anders, als uns der Autor dieser Propaganda zu verstehen geben will.

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  8. “ Das Imperium Russland ist zurück.“ – Hab ich etwas verpasst???
    Ich erinnere nur an den Kaukasuskrieg 2008. Da war es vor allem die USA und der Westen der mit Georgien und Aserbaischan, der so genannten „Koalition der Willigen“, einen Brueckenkopf (mit anschl. NATO-Erweiterung) im Kaukasus instalieren wollten. Und auch hier war es ein exstremst nationalistischer Praesident, Micheil Saakaschwili, der durch seine amerikanischen Militaerberater ermuntert, in Suedossetien einmaschierte.
    Nun ja, der Westen musste zaehneknirschend feststellen, dass was fuer den Kosovo rechtens ist, fuer Suedossetien nur billig ist.
    Was mich sehr verwundert, ist die Tatsache, dass auf diesem Blog sehr auf Antisemitismus geachtet wird, aber in diesem Artikel mit keiner Silbe auf den Faschismus und offenen Antisemitismus des „Maidan Mob“ und in der West-Ukraine eingegangen wird.
    Dieser Artikel entspricht mehr „Regierungsjournalismus“, dagegen ist ja sogar noch tagesschau.de „ausgeglichen“.

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  9. „Doch Russland, nicht der Westen hat die Imitation des Kalten Krieges zu Ende gespielt“
    Die Immitation begann doch bereits mit dem Kosovo-Krieg, der welch Zufall (?), bei der Auflistung fehlt!
    http://derstandard.at/1331207267450/Kurt-Gritsch-Gut-inszeniert-die-Mainstream-Meinung
    Im Gegensatz zu Russland auf der Krim hat die NATO nicht nur gedroht,
    sondern Waffen sprechen lassen. Russland hat gelassen reagiert.
    Sowohl NATO als auch Russland haben ein Problem, dass die Menschen sich nicht von irgendwelchen Despoten regieren lassen wollen.
    Putin hat doch Angst, dass es ihm selbst geht wie Janukowitsch …
    Die Installation einer Schein-Demokratie kann als gescheitert betrachtet werden. Äpyten, Libyen und alle Länder des arabischen Frühlings bringt das große Probleme. In der Ukraine und vielen anderen Ländern verlieren die Menschen immer mehr das Vertrauen in die Politik.
    Auch Europa betrifft das.
    Davon abzulenken und auch von den wirtschaftlichen Problemen werden ethische und religiöse Konflikte angeschürt und gewinnen eine immer größere Eigendynamik.
    Dann gibt es diesen Stellvertreterkrieg in Syrien. Hier hat die NATO gedroht aber nicht angegriffen. Russland hat die diplomatische Lösung voran getrieben und die Eskalation verhindert.
    Auch hier setzen die NATO auf zweifelhafte Partner und sogar Waffenlieferungen an Salafisten sind o.K.
    Jetzt geht es um die Ukraine. Ein Wirrwarr um Einfluss von Oligarchen und viel mehr. Die Assymetrie wird nahezu überspitzt. Janukowitsch war vor ein paar Wochen noch Gesprächspartner. Auf dem Maidan eine äußerst zweifelhafte Bewegung. Hier in den Medien und andererseits wird so getan als handle es sich um den Prager Frühling oder eine Bewegung die uneingeschränkt positiv ist. Aus Russland eine ähnliche Reaktion wie auf den Prager Frühling: Alles Faschisten! Das war damals so falsch wie heute. Doch damals waren es kommuninistische Dogmatiker und Bürokarten, die Linke mit neuen und anderen Vorstellungen zum Sozialismus als Faschisten bezeichneten.
    Heute ist es eine Bewegung, die überhaupt nicht vergleichbar ist mit dem Prager Frühling weder was die Ziele noch was die Akteure anbelangt. Da sind reaktionäre Kräfte und sogar militanten offen auftretende Faschisten akzeptiert oder gar die führende Kraft.
    Auch diejenigen die heute Groß rufen „Alles Faschisten“ haben doch selbst eine ähnliche Situation und versuchen dies mit einem Gemisch aus Nationalismus und Stolz auf den historischen Antifaschismus zu kaschieren.
    Das sind einfach Fakten, die nicht vergessen werden sollten.
    Wer bei diesem Durcheinander Dinge nicht hinterfragt und einseitig betrachtet, der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.
    Aber das ist ja leidlich bekannt. Schade dass publikative wieder sich an so etwas beteiligt.
    Ein Punkt der hier auch völlig untergeht ist was der Ukraine Konflikt für Auswirkungen in Ungarn hat:
    http://www.pesterlloyd.net/html/1410ukraineungarnkonflikt.html
    Auch in Polen gibt es bereits eine nationalistisch aufgeladene Stimmung und das kann auch dort Auswirkungen haben. Aber Hauptsache es wird gehetzt gegen die bösen Russen, die alleine Schuld an allem sind. Am besten wie Madelaine Albright und Zbigniew Brzeziński noch einstimmen in das Lied von wegen nie wieder Appeasement. Dann wäre das déjà vu Erlebnis perfekt.
    Was für ein einseitiger Artikel aus Sicht eines Neu-Grünen, der anscheindend schon voll und ganz auf Parteilinie angekommen ist.

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  10. @ jewROMAjdan
    Sie scheinen sowohl eine seltsame Definition von Faschismus als auch von Neonazismus und Imperialismus zu haben.

    In der Tat bin ich überrascht nachdem ich ihren Link gelesen habe.
    Überrascht bin ich aber vor allem, dass der israelische Botschafter Dimitry Jarosch empfangen hat.

    Eigentlich sollte mich nichts mehr überraschen.
    Senator Mc Cain, einer der einflussreichsten Israel-Freunde in den USA, ist ja ganz dicke mit Oleg Tyagnibok und das obwohl wie im anderen Artikel erwähnt er vom Simon Wiesenthal Zentrum auf Platz 5 der Antisemiten in 2012 gesetzt wurde. Auch Viktoria Newland hat sich schon mit ihm getroffen.

    Nun geht das weiter und Jarosch wird vom Botschafter eingeladen und distanziert sich ganz offiziell von Antisemitismus. Was kommt wohl als nächstes?

    Ich glaube Sie haben etwas nicht verstanden. Hitler hat auch 1936 die olympischen Spiele ausgerichtet und einen auf freundlich gemacht.
    Der Fehler war, dass ihm das viel zu viele geglaubt haben.
    Wir sollten es heute besser wissen.
    Sie sagen jetzt wie Sergey Lagodinsky Putin hat doch gerade Sotschi inszenziert. Stimmt natürlich. Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich bin kein Putin-Freund.

    Als Jan Karski bei Roosevelt war wollte der Präsident lieber über Pferde sprechen als was in den KZs ablief. Der jüdische UN-Richter Felix Frankfurter glaubte ihm gar nicht.
    Heute können wir sagen das war ein fataler Fehler von diesen beiden Herren.

    Die Swoboda und der Prawy Sektor sind Antisemiten. Sie mögen das als Foklore abtun und sagen die 68er haben auch Mao Bilder gezeigt. Doch es gibt einen Riesenunterschied. Allen in der Ukraine ist bekannt, dass Bandera ein Antisemit war. Allen ist auch bekannt was der Tri-Zub und die rot-schwarze Fahne sowie sonstige Symbolik und Parolen für einen Hintergrund haben. Allen ist auch bekannt welchen Hintergrund der prawy sektor hat. Dennoch wird es verwendet und akzeptiert. Ihre Apologie ist unangebracht. Mit solch einer Apologie könnten sie die schlimmsten Ausfälle verteidigen.

    Solche Leute eine politische Bühne geben und sie damit anzuerkennen und aufzuwerten halte ich für eine fatale Signalwirkung. Mal abgesehen davon was gerade in der Ukraine passiert hat dies auch für uns noch nicht abschätzbare Folgen. Jetzt sagen vielleicht einige. OK Israel verhandelt ja auch mit dem Iran. Aber da geht es darum ein friedliche Lösung zu schaffen. Bei den Gespräch mit Jarosch geht es darum die Illusion zu verbreiten er könne gemäßigt werden und auf westlicher Seite agieren. Das sind ja Gespräche auf Augenhöhe mit Ziel der Partnerschaft. Solche Gesprächesbasis mit Faschisten und Nazis zu haben und dies für gut zu heißen ist für mich ein NO-Go!

    Wenn andere (wie der israelische Botschafter in der Ukraine) solche Fehler, aus welchen Gründen auch immer, wiederholen dann ist das im Gegensatz zu ihnen für mich kein Indiz, dass es kein Fehler ist.
    Wenn der israelische Botschafter in Deutschland Udo Pastörs empfangen würde und der dann irgendwie was einigermaßen diplomatisches Distanzierungen von sich gibt würde ich auch nicht sagen. Da schau her das sind ja gar keine Nazis.

    Sie mögen mir jetzt entgegnen ich würde an die russische Propaganda glauben. Das tue ich nicht. Ich vertraue auf meine eigene Erfahrungen und Lektüre. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht wie sie diesen latent vorhandenen Antisemitimus in der Ukraine und Osteuropa so abtun können.
    Bei der EM war das in BBC und den Mainstream Medien noch ein Riesen-Thema der Hass in den Stadien der Ukraine. Heute sind das alles tapfere Kämpfer für eine gute Sache mit einem berechtigten Interesse. Wenn Fußballfans bei uns so etwas machen würde, dann wäre aber was los in den Medien. Solch eine Assyemetrie irritiert mich massiv.

    Ich frage ich weshalb diese Leute das tun? Weshalb wird diese Assyemtrie betrieben und ihre Existenz ignoriert= Weshalb sind die Leute so naiv wie sie?

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  11. Jenseits der Tatsache, dass in der ukrainischen Übergangsregierung rechtsextreme Gruppierungen vertreten sind, ist die Rezeption des ukrainischen Konflikts linken und rechten Medien hierzulande ein wichtiges aber unbeachtetes Thema.

    Beide nehme größtenteils eine eindeutig prorussische und antieuropäische Position ein. Zustimmung für den Maidan findet sich weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

    Trotz rechter Regierungsbeteiligung und offensichtlicher Verbindung zur Swoboda halten sich die Nazis von der NPD vornehm zurück. Weder die Hauspostille noch das Führungspersonal äußert sich derzeit zur Ukraine.

    Ganz anders sieht es bei Altermedia, Zuerst, Preußischer Anzeiger, Eigentümlich frei … sowie der Jungen Welt, DKP oder bei Jürgen Elsässer aus. Sie unterstützen Putins Politik der Einmischung in fremde Angelegenheiten. Hauptsache die angeblich so mächtige neue Weltordnung bekommt was auf den Deckel.

    Und selbst die bundesdeutsche Friedensfraktion ist plötzlich für militärische Maßnahmen der „Sonderpolizeieinheit Berkut“ und der „Selbstverteidigungskräfte“ auf der Krim.

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  12. KORREKTUR

    Jenseits der Tatsache, dass in der ukrainischen Übergangsregierung rechtsextreme Gruppierungen vertreten sind, ist die Rezeption des ukrainischen Konflikts in linken und rechten Medien hierzulande ein wichtiges aber unbeachtetes Thema.

    Beide nehme größtenteils eine eindeutig prorussische und antieuropäische Position ein. Zustimmung für den Maidan findet sich weder auf der einen noch auf der anderen Seite.

    Trotz rechter Regierungsbeteiligung und offensichtlicher Verbindung zur Swoboda halten sich die Nazis von der NPD vornehm zurück. Weder die Hauspostille noch das Führungspersonal äußert sich derzeit zur Ukraine.

    Ganz anders sieht es bei Altermedia, Zuerst, Preußischer Anzeiger, Eigentümlich frei … sowie der Jungen Welt, DKP oder bei Jürgen Elsässer aus. Sie unterstützen Putins Politik der Einmischung in fremde Angelegenheiten. Hauptsache die angeblich so mächtige neue Weltordnung bekommt was auf den Deckel.

    Und selbst die bundesdeutsche Friedensfraktion ist plötzlich für militärische Maßnahmen der “Sonderpolizeieinheit Berkut” und der “Selbstverteidigungskräfte” auf der Krim.

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  13. @ Sparmid:
    „Ganz anders sieht es bei Altermedia, Zuerst, Preußischer Anzeiger, Eigentümlich frei … sowie der Jungen Welt, DKP oder bei Jürgen Elsässer aus. Sie unterstützen Putins Politik der Einmischung in fremde Angelegenheiten. Hauptsache die angeblich so mächtige neue Weltordnung bekommt was auf den Deckel.“
    Sie haben Recht, denn sie schrieben „größtenteils“( auch in der Korrektur), somit sind ihre oben genannten Publikationen obsolt. Oder ist fuer sie die junge welt, DKP, die „vereinte“ dt. Linke? Es ist uebrigens bezeichnent, dass sie Jürgen Elsässer auf das „Linke“ Konto verbuchen.
    Aber trotzdem frage ich mich, was sie mir erzaehlen wollen? Da jetzt angeblich Kommis und Faschos Hand in Hand gehen um ihren „gemeinsammen Feindbildern“ USA u. EU ans Bein pinkeln zu wollen, ist es wohl nach ihrer Deffination schon ganz in Ordnung, wenn USA u. EU mit so zwielichtigen Gestalten in Kiew Hand in Hand gehen.

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