SZ macht Facebook zu Jewbook

Die SZ stellt den Facebook-Gründer Zuckerberg als Krake mit Hakennase da. Der Karikaturist zeigt sich „schockiert“, dass seine Zeichnung mit Antisemitismus in Verbindung gebracht wird. Der Antisemitismus bleibt ein Phantom in Deutschland: Jeder hat von ihm gehört, aber keiner ihn je gesehen.

Von Patrick Gensing

Der Begriff Rassismus werde in Deutschland häufig zu eng ausgelegt und mit organisierten Gruppen verbunden, der rassistische Charakter in Teilen der öffentlichen Debatte werde immer noch nicht ausreichend verdeutlicht – das meint der Europarat, der Deutschland in seinem jüngsten Bericht Ignoranz beim Umgang mit Rassismus vorwirft.

Diese Kritik lässt sich auch auf das Phänomen des Antisemitismus erweitern. Als Jakob Augstein vom Simon-Wiesenthal-Center für seine israelfeindlichen Texte und antisemitisch konnotierte Sprache auf eine Negativliste gesetzt wurde, stand das Land Kopf. Absurd seien die Vorwürfe, so lautete eine oft gehörte Reaktion. Nicht Augsteins Aussagen waren der Skandal, sondern die jüdische Kritik daran.

Daraus spricht die Unfähigkeit, oder möglicherweise treffender: der Unwille, Antisemitismus überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Auf Publikative.org schrieb Andrej Reisin dazu:

der Stand der medialen Diskussion in deutschen Mainstream-Medien ist – von Ausnahmen abgesehen – zumeist derselbe wie 1968, 1982 oder 1997. Die gängige Formel lautet: Antisemitismus=Neonazis=Holocaust=Massenmord=schlimmstes Verbrechen der deutschen Geschichte. Die zahlreichen Debatten zu Augsteins leiblichen und geistigen Vätern, zu Martin Walser und zu linkem Antisemitismus werden dagegen erfolgreich ignoriert oder verdrängt. Alles unterhalb der Nazi-Messlatte ist schlichtweg kein Antisemitismus, sondern höchstens “Israelkritik” – und die wird ja wohl gerade noch erlaubt sein. Schließlich schrieb Rudolf Augstein vor mehr als 20 Jahren schon fast dasselbe wie nun sein Sohn:

“Inzwischen nehmen wir die Formel ,Israel-Kritiker = Antizionist = Antisemit’ als unvermeidlich hin. Ich habe längst gelernt, dass einer ein Antisemit ist, der die Politik des Staates Israel kritisiert.”

Die Forscherin Monika Schwarz-Friesel erklärte in der Jüdischen Allgemeinen dazu:

Wenn man sich zum Beispiel die Artikel des Journalisten Jakob Augstein ansieht, wird deutlich, wie antisemitische Sprachgebrauchsmuster auch von Akademikern im öffentlichen Kommunikationsraum benutzt werden, insbesondere in anti-israelischen Texten.

Oder in Bildern – wie die Süddeutsche Zeitung nun demonstriert, auch wenn es nicht um Israel geht. Die SZ veröffentlichte zur Übernahme von WhatsApp durch Facebook eine Karikatur, die unmittelbar an antisemitische Darstellungen der Nazi-Zeit anknüpft.

Zuckerberg mit Hakennase als Datenkrake (Foto: Jpost / Facebook)
Zuckerberg mit Hakennase als Datenkrake (Foto: Jpost / Facebook)

Mark Zuckerberg mit Hakennase als Datenkrake – sogar Locken und wulstige Lippen bekommt der feist lachende Unternehmer noch verpasst. Ein (fiktiver) Schüler einer 7. Klasse führte im Jahr 1938 aus*:

„Man erkennt die Juden auch an ihren Lippen. Seine Lippen sind meistens wulstig. Oft hängt die Unterlippe etwas herab. Dazu sagt man „Schläppern“. Und an den Augen erkennt man den Juden auch. Seine Augenlider sind meistens dicker und fleischiger als die unseren. Der Blick des Juden ist lauernd und stechend. Man sieht ihm schon an, dass er ein falscher verlogener Mensch ist.“ * aus Ernst Hiemer, Der Giftpilz, 1938, S.28

„Antisemitismus ist mir fremd“

In Deutschland interessiert sich kaum jemand für diese SZ-Karikatur. Einmal mehr ist es der Titanic vorbehalten, die passenden Wort zu finden. In Israel berichtet derweil die Jerusalem Post über die SZ-Veröffentlichung. Das Blatt kontaktierte den Zeichner Burkhard Mohr. Er schrieb an die JPost: “Anti-Semitism and racism are ideologies which are totally foreign to me.” Also, mit Antisemitismus und Rassismus habe er nichts zu tun, diese seien ihm absolut fremd.

Die Parallelen zu anderen Fällen sind frappierend. Ob Augstein, Grass oder Möllemann: antisemitisch sei das nicht, was man so von sich gibt, so die Selbstentlastung. Eine inhaltliche Auseinandersetzung wird einfach abgeblockt, indem man sich selbst einen Persilschein ausstellt. So auch Mohr. Er schreibt, Antisemitismus sei ihm fremd, was absolut glaubwürdig erscheint, zeigte er sich doch „geschockt“, dass seine Karikatur in diesem Lichte erscheine. Dies spricht für eine gewisse Unbedarftheit, was antisemitische Bilder und Codes angeht.

Bildkomposition der Piratenpartei, die faktisch identisch ist mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung "der Stürmer" publiziert wurde.
Bildkomposition der Piratenpartei, die faktisch identisch ist mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung „der Stürmer“ publiziert wurde.

Antisemitismus ist eben mehr als ein Vorurteil gegen bestimmte Minderheiten, es handelt sich um ein komplettes System, mit dem elegant die Welt gedeutet werden kann, und das sogar noch als fortschrittlich verkauft werden kann. Andreas Strippel betonte jüngst die Funktion des Antisemitismus als anti-modernes Sturmgeschütz. Diese Wirksamkeit zeigt sich auch im Fall Facebook, das als moderne, ortlose Bedrohung daherkommt – personifiziert durch einen hakennasigen Unternehmer, zufälligerweise jüdisch, der mit seinen Krakenarmen die gesamte Kommunikation weltweit kontrolliert. Schlimme neue Welt.

Die Botschaft der SZ-Karikatur kommt an, weil diese Codes und Bilder eben nicht missverständlich sind, so wie es zur Verteidigung solcher Darstellungen gerne angeführt wird, sondern zur kulturellen Ausstattung gehören. Es wäre sicherlich spannend, einmal abzufragen, wie viele SZ-Leser in der Karikatur einen verschlagenen Juden erkennen würden. Mein Tipp: die meisten.

Entschärfte Version

Aber ein bisschen unwohl war dann wohl doch irgendjemandem bei der SZ, denn in der Ausgabe für Bayern wurde eine leicht entschärfte Version der Krake ohne Hakennase veröffentlicht, während bei Facebook und in der Deutschland-Ausgabe die volle Pracht der Karikatur ausgebreitet wurde.

Die SZ befindet sich aber in guter Gesellschaft. Die Stuttgarter Zeitung veröffentlichte vor einem halben Jahr eine Karikatur, die den israelischen Präsidenten Netanjahu beim Vergiften von Friedenstauben zeigte. Wenig später legte die Badische Zeitung nochmal nach, wieder war Gift im Spiel, das Juden gegen den Frieden einsetzen wollten.

Israel als gefräßiges Monster

"Israel-Kritik" an der Kölner Klagemauer
„Israel-Kritik“ an der Kölner Klagemauer

Und auch die Süddeutsche Zeitung hat bereits Erfahrung mit israelfeindlichen Karikaturen. Der Deutsche Presserat rügte eine Zeichnung, die Israel als gefräßiges Monster darstellte. Diese Karikatur verstoße gegen den Pressekodex, entschied das Gremium.  Das American Jewish Committee begrüßte die Rüge und erklärte: „Wir haben positiv zur Kenntnis genommen, dass eine ernsthafte Auseinandersetzung innerhalb der Redaktion der Süddeutschen Zeitung stattgefunden hat.“ Das war vor etwa einem halben Jahr, im September 2013.

Stuttgarter Zeitung, SZ, Badische Zeitung – angesehene Blätter, die ein bürgerliches Publikum bedienen. Ist es da nicht Unsinn, Antisemitismus überhaupt in Betracht zu ziehen? Die Forscherin Monika Schwarz-Friesel, die rund 14.000 Leserbriefe an jüdische Institutionen ausgewertet hat, erklärt zum Phänomen Antisemitismus:

Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass Antisemitismus ein normales Vorurteilssystem ist. Der Judenhass ist Teil des kulturellen Codes vieler Menschen und gehört seit Jahrhunderten ungebrochen zum kommunikativen Gedächtnis der abendländischen Gesellschaft. Dagegen helfen oft weder Bildung noch Intelligenz.

Es geht hier nämlich nicht darum, einzelne Kollegen oder Zeichner als Antisemiten an die Wand zu nageln, es geht nicht darum, ob jemand Antisemit ist oder was er beabsichtigt hat, sondern es geht darum, was in großen deutschen Zeitungen im Jahr 2014 veröffentlicht wird und welche Ideengeschichte dahinter steckt. Wenn eine Konsequenz aus dem NSU-Komplex sein sollte, dass über Ressentiments in Institutionen und Medien gesprochen werden muss, sollten wir auch irgendwann damit anfangen.

Lohnendes Rückzugsgefecht

Vorurteile und Ressentiments sind Teil unserer Geschichte und dieser Gesellschaft, wie der Erfolg von Thilo Sarrazin beispielhaft zeigt. Sarrazins Erfolg ist aber auch ein lohnendes Rückzugsgefecht, denn tatsächlich werden Vorurteile und Ressentiments mittlerweile stärker thematisiert und kritisiert. Diese Kritik wird gerne durch die Anti-PC-Ideologie als totalitäre Gleichmacherei, angeblich schlimmer als der NS-Terror, delegitimiert, damit die angeblich schweigende Mehrheit auch weiterhin „wohl noch mal sagen dürfe“, dass ihnen die rechtliche Gleichstellung von LGBT, Nachkommen von Zuwanderern oder Frauen auf die Nerven geht, Angst macht bzw. vollkommen schnurz ist.

In zwei Jahren will der Europarat übrigens erneut prüfen, wie Deutschland mit Vorurteilen und Ressentiments umgeht. Unter anderem soll die Bundesrepublik endlich das Protokoll Nr. 12 zur Europäischen Menschenrechtskonvention ratifizieren. 2012 hatte es der Bundesrat zudem in einem weiteren Versuch versäumt, das rassistische Motiv als strafverschärfenden Umstand in das Strafgesetz aufzunehmen. Im Bereich Aufstachelung zum Hass gebe es einen erheblichen Grad von Straffreiheit. Außerdem sollen die Behörden ihren Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aktualisieren.

Vielleicht setzt sich dann irgendwann die Erkenntnis durch, dass sich diese Phänomene nicht einfach auf Neonazis abwälzen lassen. Denn wer einerseits Sarrazin – zu Recht! – dafür kritisiert, dass er die Stimmung gegen Muslime anheizt, kann nicht einfach so tun, als seien Karikaturen im Stürmer-Stil vollkommen unproblematisch.

Siehe auch: Nazis bei Facebook: Zwischen Paranoia und PropagandaKarikatur im “Stürmerle”: Die Banalität des GutenSchaumschlägerei gegen Antisemitismus

100 Kommentare zu „SZ macht Facebook zu Jewbook

  1. @Sirius (12:57) Tut mir leid. Aber das ist eine so etwas von Kontraproduktive Sichtweise, da stellt sich bei mir das blanke Entsetzen ein.
    Und hier mal ein Bsp. warum:
    Ich male ein Bild von einem Baum. Ich kann schlecht malen, sollte eine Eiche werden. Hat entfernt Ähnlichkeit damit. Jetzt zeige ich 10 Leuten das Bild. 9 davon denken sich: „Ein Bild von einem Baum.“ Der 10te ist ein Nazi. Der denkt sich: „Ah! Eine Deutsche Eiche.“

    Ich hatte nicht die Absicht, den Nazicode für Stärke und Beständigkeit zu benutzen. Ich wollte nur einen Baum malen. Dennoch habe ich und andere den Code nicht erkannt. Dann wird uns zum einem Geschichtsvergessenheit vorgeworfen. Und zum anderen kannst du dann auch wieder sagen. Nur weil wir die Nazibilder nicht erkannt haben, sind wir trotzdem Nazis. Es ist gerade diese Selbstverständlichkeit mit der wir diese Bild wahrnehmen, die hier Problematisch ist.

    Diese Argumentation kann ich auf alles anwenden und Leute und eine Diskussion damit abwürgen. Das hilft aber nicht weiter. Das Problem ist, dass ich in so ziemlich alles alles hinein interpretieren kann. Und der einzige Schutz vor Fehlinterpretation ist gar nicht Kommunizieren. Und das wird unsere Probleme auf keinen Fall lösen.
    Daher, wenn man sich von irgend etwas angegriffen fühlt, sollte nicht nur der andere sein Weltbild hinterfragen sondern ich auch meins. Und ich sollte evtl. nicht immer Böse Absicht unterstellen, sondern akzeptieren, dass meine Interpretation Falsch ist. Das mein gegenüber was ganz anderes Ausdrücken wollte. Und das es legitim ist, es auf diese Weise auszudrücken, auch wenn bestimmte verwendete Begriffe und Symbole für mich eine ganz andere Bedeutung haben.

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  2. Zitat von Sirius: „Wenn eine Gesellschaft sich ständig antisemitischer Bilder bedient, ohne diese Bilder als antisemitisch wahrzunehmen, dann ist doch die Gesellschaft deshalb trotzdem antisemitisch.“

    Sanity-Check: Wenn eine Gesellschaft sich also ständig christlicher Bilder bedient, ohne diese Bilder als christlich wahrzunehmen, dann ist die Gesellschaft deshalb trotzdem christlich.

    Was ist das denn für ein Blödsinn?

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  3. @Martin
    Wenn ich die Baum male kann ich natürlich auf die Friedenseiche von Gernika meinen, die auch nach dem Angriff der Legion Condor (mit Eichenblatt in der Fahne) gegen die herannahende Franco Truppe verteidigt wurden. Die Schlüssigkeit ihrer Argumentation funktioniert nur, wenn wir losgelöst von einem Kontext sprechen. Das ist bei Karrikaturen in Zeitungen eigentlich nie der Fall. Bei der von Mohr auch nicht. siehe Ausführungen von horst 13:41

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  4. „Das wird man ja wohl noch karrikieren dürfen!“

    Gab es bei Pee Ihh! einen Aufruf, mal wieder beim Gensing die Kommentarspalte zu übernehmen, oder wo kommen die vielen Relativierer und Negierer plötzlich her? Oder sind die etwa doch die Mitte der Gesellschaft?

    Wie @Horst (26.2., 13:41) treffend schrieb: Der Karrikaturist MUSS solche Zusammenhänge kennen. Wenn er das nicht tut, hat er seinen Beruf verfehlt… Ganz schwach von der Chefredaktion, dieses Ding ins Blatt zu nehmen. Bin von „meiner“ SZ sehr enttäuscht.

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  5. Die Diskussion über die Physiognomie von Herrn Zuckerberg ist hiermit auf dieser Seite beendet, wir schalten keine Kommentare mehr dazu frei, ausheulen können Sie sich gerne – aber auch woanders.

    Echt der komplette Wahnsinn, dass hier jetzt Leute nach Bildern suchen, auf denen Zuckerberg eine besonders große Nase und wulstige Lippen habe. Sie hätten wahrscheinlich auch Stürmer-Karikaturen damit verteidigt, „der Jude“ sehe halt so aus, antisemitische Codes seien lediglich Hirngespinste. Immerhin hat die SZ sich entschuldigt.

    Derweil empfehle ich die jüngsten Artikel zum Thema, unter anderem in der Frankfurter Rundschau:

    http://www.fr-online.de/kultur/antisemitismus-sueddeutsche-keine-antisemiten–nirgends-,1472786,26350914.html

    Gruß
    Patrick Gensing

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  6. @Lars: Danke, sowas in der Art wollte ich auch gerade schreiben.

    Wenn mich jemand karikieren würde, hätte ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine überproportional große Nase, insofern tue ich mich schwer, die Kritik nachzuvollziehen.
    Ich wäre außerhalb dieses Artikels mit Sicherheit nicht auf die Assoziation „Jude“ gekommen.

    Ich bin aber natürlich auch nicht in einem Umfeld groß geworden, in dem ich ständig antisemitischen Tendenzen ausgesetzt war und sehe das daher sicher mit einer anderen Brille.

    Ich denke jeder hat halt einen Bias, der die eigene Wahrnehmung in die eine oder andere Richtung verzerrt.

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  7. Ich finde das faszinierend. Ich bin 30. Ich sehe in der Karikatur durchaus einen verschlagenen Menschen. Hakennase und wulstige Lippen helfen dabei, weil Sie von unserem Schönheitsideal abweichen. „Hexen“ werden z.B. auch oft mit Hakennase dargestellt.
    Eine Assoziation zum Judentum hätte ich, glaube ich, nicht gehabt. Aber ich bin über den Bildblog auf diese Seite gekommen, habe die Karikatur also gar nicht unvoreingenommen gesehen.

    Karikaturen sind da natürlich schwer. Man soll in Ihnen etwas sehen. Ich soll den verschlagenen Menschen direkt erkennen. Wenn ich nur das Gesicht zur Verfügung habe, bieten sich nur solche Merkmale an. Gleichzeitig stütze ich dadurch aber gleich wieder die Theorie, dass die Physiognomie eines Menschen etwas über ihn (seinen Charakter, seine Religion) aussagt, was Blödsinn ist.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag. Sie haben mich zum Nachdenken gebracht!
    Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass der Karikaturist keine Assoziation zu Juden hatte und dies auch nicht wollte und ihm noch nicht mal bewusst war, welche Religion Herr Zuckerberg hat. Mir jedenfalls war es nicht bewusst. Die Religion der Menschen interessiert mich üblicherweise nicht.

    Die Datenkrake finde ich übrigens gut. Okay. Die Nazis haben offensichtlich auch Kraken verwendet (siehe oben). Aber ich finde es bedenklich, wenn wir uns jegliche Symbolik von den Nazis kaputt machen lassen. Gerade indem wir die Krake in anderen Kontexten gebrauchen, verblasst doch die Vereinnahmung des Symbols durch die Nazis.

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  8. Ich bezweifle ja nicht, dass es antisemitische Codes gibt aber bei einigen Antisemitismusvorwürfen – und da zähle ich diesen hier dazu – habe ich das Gefühl, dass krampfhaft versucht wird, die Codes in allem zu finden. Und das finde ich – in Anlehnung an die Geschichte über den Jungen, der immer „Wölfe“ rief – gefährlich.

    Einmal losgelöst von allen Vorurteilen und Codes finde ich die Karikatur durchaus treffend.

    ABER

    Die Nase und die Lippen (sorry, dass ich dann doch auf die Physiognomie zurück kommen muß) hätten nun wirklich so nicht sein müssen. Und ja – dadurch das die Zeichnung recht altbacken ausssieht (zumindest wirkt sie auf mich so), könnte man sie durchaus auch in den „Stürmer“ packen.

    NUR

    Ein solcher Rundumschlag wie dieser Beitrag hätte es trotzdem nicht sein müssen.

    BTW: Der Hinweis auf den FR-Artikel ist angesichts der Kommentare dort vielleicht auch nicht ganz so glücklich.

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  9. @Thilos Jünger:
    vermutlich kommen sie alle vom Bildblog; ich zumindest.

    @Publikative.org/15:34:
    es ist doch aber schon ein Unterschied, ob man „den Juden“ karikiert oder eine bestimmte Person, oder? Bei letzterer ist ein Vergleich nunmal möglich. (Ich bin übrigens der Meinug, dass Zuckerberg öfter mit leichten Segelohren oder langem Kinn dargestellt wird, halte eine Überzeichnung der Nase und Lippen allerdings auch nicht für abwegig.)

    –[Wenn Ihnen das schon zu sehr die Physiognomie behandelt, können Sie den vorherigen Absatz des Kommentars auch gerne kürzen]–

    Aber was anderes: halte Sie den Gedanken, Zuckerberg im Zusammenhang mit Facebook/Whatsapp als „Datenkrake“ darzustellen für so abwegig, dass Sie ihn für sich ausschließlich mit Antisemitismus erklären können?
    Oder stören Sie sich an der konkreten Darstellung?
    Die „Datenkrake“ ist doch ein oft genutztes Bild. Darf ich dieses Bild dann im Zusammenhang mit einem Juden automatisch nicht mehr nutzen?

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  10. Man hat eine Datenkrake gezeichnet, der Kopf hat eine lange Nase (wo ist das bitte ein Harken?).

    Wer hier ersthaft Anitsemitismus vermutet sollte mal seine Maßstäbe überprüfen und überlegen ob man seine Kraft nicht an sinnvoller, berechtigter Stelle anbringen kann.

    Hier Antisemitismus zu suchen ist doch krank.

    Das selbe bei dem Piratenplakat. Die Krake hat aufgrund ihrer Antatomie ihrer acht Arme eben methaphorischen Charakter. Nun haben die Nazis das Bild benutzt. Also ist die Krake ab jetzt antisemitisch? Das hat doch keine Logik.

    Wozu führt diese ganze falsche Aufregung?
    Man nimmt Antisemitismusvorwürfe nicht mehr ernst, weil sie scheinbar, vermeintlich willkürlich, inflationär (in diesem Fall ja tatsächlich) genutzt werden.

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  11. werte publikative,

    die „faktische identische bildkomposition“ der piraten ist keine übernahme eines stürmermotivs sondern ein (selbstverständlich) geklautes motiv des „nothing ist beyond our reach“-logos welches von amerikanischen behörden für ihre überwachungssatelliten designed wurde…..

    selbst wenn dieses motiv mal auschließlich antisemitisch war, es ist es nun nicht mehr. die behörden selbst verteidigen dieses motiv indem sie darauf verweisen was für ein intelligentes tier usw. der krake ist…..

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  12. Die Krake ist kein eindeutiges Symbol, die Karikatur ist eben nicht unmissverständlich wie sie behaupten. Schon Google wurde als Datenkrake bezeichent und auch Microsoft.
    Bei Lippen und Locken kann man sich streiten, auf ältern Bildern sieht man Zuckerberg mit Haaren die man als lockig interpretieren kann, aber das ist ein subjektiver Eindruck. Auch hat er keine besonders schmalen Lippen, da Karikaturen alles andere als exakt sind, ist es müßig über diese beiden Attribute zu streiten.
    Die Nase hingegen ist eindeutig künstlerisch verfälscht. Aber vielleicht war es ironisch gemeint oder dem Künstler einfach nicht bewusst oder doch Absicht.
    Ohne andere Hinweisen ist ein Vorwurf des Antisemitismus aber übertrieben und der Artikel liefert keine Hinweise.
    Es hätte auch gereicht den Künstler auf die Missverständlichkeit hinzuweisen.

    Aber Präzision ist leider für alle journalistischen Publizierenden ein Fremdwort

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  13. @ Karl

    Ganz Deutschland voller Kraken. Völlig normal. Sei´s geschenkt. Die Wahlergebnisse zeigen ja wie die unklare Kommunikation der Piraten beim Wähler ankommt: Nämlich gar nicht. Die ach so graue Theorie(von wegen „ich verstehe die „Codes“ nicht“ u.s.w.) wird manchmal doch überraschend schnell zur Praxis. „Bumms“ war´s geschehen…

    —————–

    Die böse Krake Zuckerberg saugt das ganze Netz und alle Kommunikation auf. Dabei tritt völlig in den Hintergrund: jeder entscheidet selbst, ob er sich Whatsapp installiert oder an der Veranstaltung Facebook teilnimmt. Was und wie er dort postet oder kommuniziert. Der arme Deutsche Michel wäre wohl das Pendant zum schleimigen, feist grinsenden Krake. Die Fragestellung was das soll ist also durchaus berechtigt.

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  14. Hallo Herr Gensing,

    ich verstehe die Grundaussage Ihres Textes. Ich habe im eigenen Bekanntenkreis ein völlig absurdes Aufkommen antisemitischer Ressentiments miterlebt und weiß, dass sie in der Gesellschaft präsent sind.

    Trotzdem gehe ich nicht d’accord mit der Kritik an den Karikaturen.

    „Die Botschaft der SZ-Karikatur kommt an, weil diese Codes und Bilder eben nicht missverständlich sind, so wie es zur Verteidigung solcher Darstellungen gerne angeführt wird, sondern zur kulturellen Ausstattung gehören. Es wäre sicherlich spannend, einmal abzufragen, wie viele SZ-Leser in der Karikatur einen verschlagenen Juden erkennen würden. Mein Tipp: die meisten.“

    Ich bin 34 Jahre alt und würde tatsächlich keinen „verschlagenen Juden“ in der Karikatur erkennen. Die Vorstellung fand ich doch sehr befremdlich. Eine Deutung von Hakennase und dicker Unterlippe als „typisch jüdische Merkmale“ soll „zur kulturellen Ausstattung“ gehören? Glückwunsch, liebe NS-Propagandisten, dann habt ihr ja gewonnen! Ich wünsche mir Belege für diese Hypothese.

    Der Zeichner behauptet, er sei sich beim Zeichnen der oben genannten Lesart nicht bewusst gewesen. Ihn daraufhin zu zensieren wäre nach meiner Ansicht falsch gewesen. Die Veröffentlichenden signalisieren, dass sich solche Symbolbilder im Jahre 2014 nicht von antisemitischer Propaganda „besetzen“ lassen.

    Zudem: Wenn Sie recht haben und die Karikaturen helfen, den von Ihnen angenommenen schwelenden Antisemitismus in der Masse der Rezipienten zu offenbaren, kann man den Karikaturisten doch dankbar sein.

    Mit freundlichem Gruß,
    D.S.

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  15. Mir war in der Tat nicht bewusst oder bekannt, oder wäre in dem Kontext überhaupt aufgefallen, dass die Hakennase für das Judentum steht.

    Ich verbinde zwar die Hakennase in Zeichnungen mit „bösen Menschen“ oder dem „Bösen“, aber das kommt eher durch die Darstellung von Hexen in Märchen: Narben, Warzen und als prominentes Gesichtsmerkmal die Haknnase. Natürlich kann diese Darstellung dieselben Wurzeln haben, wurden Juden doch seit Jahrhunderten verfolgt. Aber ich habe damit nichts antisemtisches verbunden und würde, sofern ich politische karikaturen zeichnen würde, gefahr laufen, eben diese Merkmale zu verwenden.

    Bin ich jetzt dumm/ekelhaft/antisemit oder irgendein anderes merkmal, welches hier dem Zeichner zugeschrieben wurde?

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  16. 1. ist mir ziemlich latte wie Fratzenbuch-Mark aussieht. Ich hätte den ohne Bildunterschrift gar nicht erkannt. Ist aber üblich, wenn man nicht so in der Materie steckt.

    2. Kraken und Globen sind älter als alle Ideen von Finanzverschwörungen bestimmter Religionsanhänger. Die Nazis waren große Diebe. Die haben sich überall bedient, wo es ihnen in die Sache passte. Bei der nordischen Mythologie, den Futhark-Runenalphabet, dem indischen Sonnenrad, etc. Nur weil eine böse, böse Gruppe vor langer Zeit AUCH mal ein Bild oder eine Allegorie oder ein Wort verwendet hat, ist das nicht nicht für alle Zeiten tabu. Wer das annimmt, irrt, wer das fordert ist nicht zurechnungsfähig. Das hat ja schon paranoide Züge. Überall Nazis und Antisemiten. Wie sagte Freud (<–gewiss auch ein Antisemit?) doch: Manchmal ist eine Zigarre einfach eine Zigarre.

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  17. „… Darf ich dieses Bild dann im Zusammenhang mit einem Juden automatisch nicht mehr nutzen?“ Immer diese armen, verfolgten Opfer. Diese (…) Weltherrschaft. Nichts darf man mehr in Deutschland sagen! Böse Assoziation: Diese impertinente, historisch belegte jüdische Rachsucht… (Die Deutschen werden…).
    Herr Schmickler, übernehmen Sie.

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  18. Wen ich den Autor verstanden habe, geht es ihm nur um die Sensibilisierung des sog. antisemitischen Codes. Da die Physiognomie von Herrn Zuckerberg ja nicht mehr diskutiert werden soll, beziehe ich mich mal auf die Krake:

    Ich bin Anfang 20 und ich bin mir sicher, dass eine überwältigende Mehrheit meiner Generation, eine die Welt umgreifende Krake nicht mit dem Judentum, sondern mit Datensicherheit, NSA, Acta assozieren würde. Was will ich damit sagen? Symbolik verändert sich in Bedeutung und Wahrnehmung und das heißt nicht, dass die neuen Nutzer alle heimliche und/oder versehentliche Antisemiten sind. Aus dem selbe Grund würde ich kein Swastika als Halsschmuck tragen oder auf die Idee kommen Nazis als heimliche Boten des hinduistischen Glaubens bezeichnen.

    Ich begrüße Hinterfragungen dieser Art durchaus, aber zu behaupten alles was judenfeindlich aussieht IST judenfeindlich halte ich für einen Schnellschuss.

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  19. Zunächst einmal stellt die SZ den Facebook-Gründer Zuckerberg als Krake mit Hakennase DAR. Das kommt von DARSTELLEN. Und dann habe ich mich natürlich schlecht gefühlt, als ich die OLYMPISCHEN SPIELE im FERNSEHEN geschaut habe. Oh je, dass wir seit 1936 nichts dazu gelernt haben.

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  20. Es erstaunt mich immer wider, sobald ein Symbol mit einem „Haken“ auftritt wird es immer mit dem Hackenkreuz in Verbindung gebracht und entfacht eine Diskussion wie diese. Einfach nur lächerlich. Stellt euch vor das berühmte das Kreuz worum es geht wäre Nudelholz bei dem die Griffe einmal nach links und einmal nach rechts abgebrochen wurde, würden wir dann bei jedem Foto oder jedem Rezept von Antisemitismus reden und schreiben? Wer in allem die Vergangenheit und deren Konsequenzen sieht ist in der Gegenwart nie angekommen.
    Zudem: wenn ein Komiker mit diesem Thema arbeitet wird gelacht und geklatscht, wenn ein Karikaturist sich in seiner Entfaltung um 2 cm vertut wird es zur Tragödie. Armes Deutschland

    Der Wühlmaxx

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  21. Nur mal am Rande.
    Das Bild der Krake die Ihre Tentakeln um bie Erde ausstreckt wurde für die Aufnäher der NROL39 Mission benutzt und ich denke die Piratenpartei hat wohl eher darauf angespielt (Motto der Mission: Nothing is beyond our reach).
    Auch die anderen Missions Patches sind im Übrigen wirklich interessant und man sollte mal einen Blick drauf werfen (auch auf die Sprüche die dort draufstehen).

    http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_NRO_Launches

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  22. Mir geht es wie Patrick Gensing. Ich kann auch kaum verstehen was hier für Diskussionen geführt werden.
    Antisemitische Karrikaturen sind so ein alter Hut.
    Schon lange vor Stürmer wurden gewisse Codes immer aufgewärmt.
    Hier eine Sammlung aus 1921
    http://ufdc.ufl.edu/UF00076193/00001/1j
    Die Ausführungen dazu habe ich nur überflogen.
    Interessant finde ich auf S100 die Bemerkung, dass nahezu alle Karrikaturen eine anklagende Form und keine versöhnende Form haben.
    Der Verfasser stellt fest, dass die Verwendung solcher anklagenden Karrikaturen auffällig häufig für Juden gezeichnet werden.

    Das ist eben der Grund weshalb solche Karrikaturen zurecht auf viel Kritik stoßen. Leider ist die immer noch angebracht und dieses Schema wiederholt sich ewig. In einer Serie nennt man so etwas ein running gag. In der Physik ein perpetuum mobile. Kein Ahnung was der richtige Begriff ist in diesem Zusammenhang.

    Alan Posener hat eine wunderbar kurze und eindeutige politische Einordnung geschrieben:
    http://www.welt.de/kultur/article125185286/Wenn-der-wuetende-Spiesser-den-Diskurs-bestimmt.html

    „… Viele Hemmungen sind gefallen
    Wie kommt das aber? In den vergangenen Jahren sind viele Hemmungen gefallen. Während aus einer bestimmten Ecke immer lauter gegen die angebliche Diktatur der politischen Korrektheit gewettert wird, wächst überall die Lust an der Verletzung mühsam errichteter Tabus.

    Homophobie und Islamhass, Frauenfeindlichkeit, Rassenkunde und Eugenik, Nationalismus, Antisemitismus und Antiamerikanismus sind salonfähig geworden. Oder sagen wir es so: Der wütende Spießer bestimmt durch Provokationen zunehmend die Agenda des öffentlichen Diskurses. Das ist nicht gut. Man darf hoffen, dass es dagegen Widerstand gibt – auch in der notorisch zur Selbstkritik unfähigen „Süddeutschen“.

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  23. Das Symbol der Krake ist an sich schon problematisch, suggeriert es doch meistens, dass eine Person(engruppe) in böser Absicht verschiedene Weltgeschehnisse steuert und also hinter den Erscheinungen der Wirklichkeit steht, auf die mittels der vielen Arme Einfluss genommen wird. Damit ist die Kritik, die in Krakenkarikaturen geäußert wird, oft unnötig unterkomplex und meistens falsch.

    Das macht das Symbol der Krake noch lange nicht antisemitisch, wohl aber in hohem Maße anschlußfähig für antisemitische Welterklärungsideologie. Besteht doch der Kern dieser Ideologie in dem paranoiden Wahn, dass Juden die Strippenzieher hinter den vielfältigen, als negativ empfundenen Erscheinungsformen der Moderne seien.

    Der Karikaturist sollte sich also über den Umstand im Klaren sein, dass Krakenbilder nicht zufällig ein von den Nazis genutztes Motiv waren und auch heute noch geeignet sind, antisemitische Ressentiments zu reproduzieren, selbst wenn sich die Karikatur nicht unmittelbar auf Juden bezieht.

    In diesem Kontext die Krake nun ausschließlich mit Merkmalen zu versehen, die in einer eindeutigen antisemitischen Traditionslinie stehen, (Hakennase, Schläfenlocken, usw.) ist harter Tobak. Immerhin sind dies keine geheimen codes, die nur insidern bekannt sind,
    sondern die weltweit gängigsten Motive, um Menschen abwertend als Juden zu kennzeichnen.

    Vermutlich war es weder die Intention des Zeichners, noch derjenigen, die die Karikatur abgenickt haben, ein vor antisemitischen Motiven nur so strotzendes Bild zu veröffentlichen. Der Skandal besteht doch darin, dass selbst die Bildungselite in Deutschland, dem Land der Täter, nicht bereit ist, sich mit den Strukturen und Bedingungen antisemitischer Ideologie auseinanderzusetzen, um in der Lage zu sein, das eigene Denken auf eben diese Ressentiments zu untersuchen. Das also in einem Land, dessen staatstragenden Zeitungen solche Karikaturen drucken, Antisemitismus in all seinen Ausdrucksformen weit verbreitet ist, wundert nicht.

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  24. @gallendieter # 26 Februar 2014 at 11:22

    Danke für diesen Vergleich, ich bin begeistert. (nicht)
    Werfen Sie mir jetzt allen Ernstes vor, dass ich einen Nazivergleich gebracht habe? Das ist ja wohl lächerlich.
    Der gesamte Artikel, den ich hier kommentiere, ist ein Nazivergleich. Der Punkt, zu dem der von Ihnen zitierte Satz von mir geschrieben wurde, vergleicht ein Bild der Piratenpartei mit einem Bild aus dem „Stürmer“, einer Nazi-Publikation. Und da wage ich es, von der Sprache der Nazis zu schreiben? Na hui, wenn das nicht böse ist…
    Natürlich ist der Satz, den ich geschrieben habe, albern. Genauso wie es eben der Vergleich der beiden Bilder war. Da sind im Gegensatz zum Bild in der SZ ja nicht einmal Stereotype zu Juden verwendet. Oder ist für Sie und Patrick Gensing schon eine Krake etwas typisch Jüdisches?

    Jedenfalls – wir sollten weder die Sprache wechseln noch auf die Metaphorik von Kraken verzichten müssen, weil die Nazis beides mißbraucht haben.

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  25. @wolle

    dachte ich auch erst (s.o.).

    allerdings ist das logo von acta aus dem jahr 2010, dass der nro aus dem jahre 2013. zumindest ist in diesem jahr das projekt an den start gegangen.

    vielleicht gab es logo auch schon inoffiziell vorher und der designer des acta-logos hat dies irgendwo gefunden und übernommen. oder aber die nro hat sich bei ihrereseits des acta-motivs bemächtigt und die tradition der erstaunlich selbstironischen patches fortgesetzt…

    im vergleich zu den ähnlichkeiten zu dem stürmermotiv (krake+globus) sind die logos von acta und nro ja identisch….

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  26. Die Empörung über diesen Artikel resultiert klar aus dem Anstoß, den er auslöst. Empört über sich selbst?

    Im Artikel geht es um antisemitische Codes und ihre bewusste oder unbewusste Reproduzierung. Codes können unbewusst wiederholt werden. Jemand kann sich antisemtisch äussern, ohne sich dessen bewusst zu sein.

    Ob bewusst oder unbewusst, latent oder unbedacht – die ganzen Kommentare hier in diesem Ansturm, welche Antisemitismus per se kleinreden, und/oder den Gebrauch von Krakenvergleichen im Generellen verteidigen zu glauben müssen, treiben mir das Abendessen hoch.

    Auch wenn jemand seine Dummheit durch Arroganz und Desinteresse zu tarnen sucht, bleibt er trotzdem dumm.

    Grauenhaft dumm!

    Auch wenn es OT ist: Zu den Bildbloglesern fällt mir eine Titanic-Aktion ein, welche damals lustigerweise von der BILD gestartet wurde:

    Autoritäre Untertanenmentalität at its best…

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  27. So ich werde jetzt meinen Senf auch mal noch mit dazu abgeben.

    Vieles wird heutzutage in Deutschland verharmlost bzw. einfach in den Hintergrund geschoben. Unter anderem auch die deutsche Geschichte in Schulen. Es wird nichts darüber berichtet im Geschichte oder sonst einfach Fach. Dadurch lernen einfach zu viele nichts über die Geschichte. Was denn Anschluss an Antisemitismus findet weil niemand lern. Alles wird mit einem Großen Bogen umschrieben. Viele kennen einfach den unterschied zwischen Antisemitismus und Kritik nicht mehr.
    Vieles wird einfach nicht mehr beigebracht, aus Angst an Sachen anzustoßen was zum Dritten Reich führen könnte. Dadurch wird die Unwissenheit vieler nur größer. Und wenn se mal dann mal zum Beispiel eine Krage Zeichen oder auch Karikadiren Kritik abbekommen wegen Unwissenheit die zurückzuführen ist auf das Bildungssystem und sich keiner Fragt woher das wirklich kommt. Sowas ist dann total erbärmlich.
    Naja ich vermute einfach das sich keiner desen Bewusst ist. Sollte aber auch mal in betracht gezocken werden.

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  28. @ bassa

    Bitte bitte ich bleibe gerne dabei.

    Ein Nazivergleich ist das was „Matti“ und sie machen.
    Bei „Matti“ argumentiert Niggi mit dem Popanz eines Hitlerjugen.
    Bei ihnen liest sich dann so:
    “Ist Euch bewusst, dass Ihr die gleiche Sprache sprecht wie die Nazis?
    Ihr solltet damit sofort aufhören”
    Ich sehe da nur minimale Unterschiede was den Vergleich an sich anbelangt.

    „Der gesamte Artikel, den ich hier kommentiere, ist ein Nazivergleich. Der Punkt, zu dem der von Ihnen zitierte Satz von mir geschrieben wurde, vergleicht ein Bild der Piratenpartei mit einem Bild aus dem “Stürmer”, einer Nazi-Publikation. Und da wage ich es, von der Sprache der Nazis zu schreiben? Na hui, wenn das nicht böse ist…“

    Der Artikel kritisiert wie Alan Posener es noch kürzer und treffender zusammen fasst, dass uralte antisemtische Codes völlig unkritisch verwendet werden und erklärt den Lesern weshalb es denn Kritik daran gibt. Wenn sie daraus einen Nazivergleich daraus machen ist dies ihre Interpretation.

    Wegen der Krake. Mehmen Sie doch bitte einfach zur Kenntnis, dass es Leute gibt die dieses Motiv massiv verunsichert, ärgert oder stört.
    Das hat für mich nur in zweiter Linie mit Antisemitismus zu tun, sondern ist doch Basis für ein funktionierenden Zusammenlebens es zu respektieren wenn andere etwas massiv stört. Das bedeutet ja nicht, dass sie dies gleich auch selbst genauso sehen.

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  29. @nazienkel

    mit verlaub, ihr kommentar ist ein wenig wirr. nichtzuletzt weil sie mit einem video schließen in welchem bild-leser mangels argumenten die titanic beschimpfen. ein geistiger engpass dem sie leider auch unterliegen wenn sie fortwährend schimpfen wie dumm die anderen sind.

    es vollkommen richtig dass in vielen kreisen auch „aus versehen“ antisemitische traditionen bedient werden und es gilt die gesellschaft dorthingehend zu sensibilisieren. allerdings ist der sachverhalt manchmal ein wenig komplexer (sie obige diskussion) und sie konterkarieren die bemühungen einen dialog zu schaffen indem sie einwände ignorieren und das eigentlich wichtig anliegen diskreditieren indem sie sich auf die schwache position des beschimpfen zurückziehen…..

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  30. Hi
    Die Karikatur hätte tatsächlich auch in dieser Form gut in den Stürmer gepasst.
    Allerdings nicht wegen der Verwendung der Kraken-Symbolik, die bereits viel älter ist als jeder Nazi. (Näheres dazu auf der allwissenden Müllhalde namens Google)
    Sondern das karikierte Gesicht zeigt nur sehr oberflächliche Ähnlichkeiten mit Marc Zuckerberg: Augenstellung stimmt nicht, Nase viel zu groß und gekrümmt (anstelle geknickt, M.Z. hat eine angedeutete Adlernase) und die Lippen im Vergleich zum Gesicht stark übertrieben….
    Und das ist übrigens ganz unabhängig davon, ob M.Z. nun Jude ist oder nicht oder was auch immer.

    All das sind eigentlich Stereotype, deren Zuordnung zum Antisemitismus zumindest naheliegen. Kann ja sein, dass der Karikaturist sich dessen nicht bewusst war, aber gewisse Stereotype sitzen halt tief!

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  31. @karl
    Warum mit Verlaub? Bitte gerne! Dass „Wirre“ stets denken, alle anderen seien wirr, ist doch Fakt 😉
    Für viele Kommentare hier ist nun einmal Ignoranz -und leider auch Dummheit- die naheliegendste Erklärung. Dies kann um Lernresistenz und -wenn Sie so wollen, um Wirrheit ergänzt werden.

    Und da ein Ansturm von kommentierungswütigen BILDbloglesern hier die Kommentarspalte zumüllt, erachtete ich den OT-Link als eben OT – aber lustig.

    Ansonsten weise ich Sie in Bezug auf Ihre Kommentare darauf hin, dass der im Artikel beschriebene und bestehende Zusammenhang (hier für Sie: Zuckerberg als Krake) „die Musik macht“. Ob eine Regierungsorganisation in Amerika oder sonstwo den Kraken als Emblem symbolisch verwendet, hat nichts -aber auch gar nichts- mit der „Legitimität“ einer antisemitisch konnoitierten Karikatur in Deutschlands größter Tageszeitung zu tun.

    Ich erweitere um „geschmacklos“!

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  32. Nach mehr als 80 Kommentaren fassen wir mal zusammen, worum es geht:
    – um einen Zeichner, der selbst nichts mit Antisemitismus zu tun haben will
    – der eine Zeichnung fabriziert hat, in der Symbole auftauchen, die von Antisemit*innen genutzt werden/wurden
    – die allerdings teils schon seit Jahrzehnten in anderen Kontexten und von anderen Personen/politischen Strömungen verwendet werden
    – die Zeichnung stellt sei aber dennoch antisemitisch, auch wenn sie weder so gemeint war, noch ohne weiteres so interpretierbar ist, UND
    – obwohl der Abgebildete nur in den Augen derer überhaupt „Jude“ ist, die zu dieser Feststellung rassische „Kriterien“ anlegen.

    Fazit: der SZ-Zeichner kann durchaus ein wenig Sensibilisierung vertragen. Hier aber gleich den ganzen großen Hammer zu schwingen, von wegen „salonfähiger Antisemitismus in der ganzen Bundesrepublik“ und das ganze Fass mit Israelkritik, Grass und Augstein aufzumachen, ist übertrieben.

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  33. @gallendieter

    Tja, wenn man nicht verstehen will, dann versteht man auch nicht.

    Stürmer = Nazipublikation.
    Vergleich Piraten-Grafik mit Stürmer-Grafik = Nazivergleich.
    Den Reigen hat Patrick Gensing eröffnet.

    Und für verständnisimprägnierte Personen wie Sie noch einmal:
    Meine Aussage war als satirische Karikatur der Aussage von Patrick Gensing gedacht. Wenn die Krake ein Nazisymbol ist, dann ist die deutsche Sprache die Nazisprache.
    Beide Äußerungen sind schlicht und ergreifend HUMBUG.
    Vielleicht hilft Ihnen dieser Artikel:
    http://www.taz.de/!87351/
    Insbesondere dieser Satz ist da für jemanden, der Kraken für Nazis hält, interessant: „Über 70 Jahre ist der Nazi-Krake alt, Karikaturisten benutzen die Figur spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts als Metapher für eine alles erdrückende, vielarmige, auch amorphe Macht.“
    Kraken wurden also schon 189x in gleicher Form benutzt. Lange vor dem Bild im Stürmer.

    Aber es ist schön, dass Sie ganz wie „Matti“ auf nichts eingehen, was Ihnen an Aussagen entgegengebracht wird. Es fehlte eigentlich nur noch der Hinweis auf Ihre Verdienste. Vielleicht möchten Sie den noch nachreichen.

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  34. @nazienkel

    lustig hin oder her, es hilft dem anliegen (vermeiden von antisemitischen traditionen) nicht wenn sie sich statt in argumenten in beschimpfungen ergehen.

    leider zeigen sie nicht die bereitschaft sich vom schwarz-weiß denken zu lösen und ersnthaft eine verbesserung anzustreben, sonst würden sie in erwägung ziehen dass es manchen nicht um das verharmlosen antisemitischer tendenzen auf der basis von ignoranz geht, sondern um tatsächliches unverständnis eine, unbestreitbar als beleidigung gedachte, symbolik alleinig und beinah egozentrisch auf das judentum zu beziehen.
    damit verprellen sie unentschlossene leser und symphatisanten anti-antisemitischer bemühungen wie mich.

    und da wir hier quasi zwei punkte haben (acta und zuckerberg) können wir vielleicht erstmal bei einem bleiben und daher darf ich sie bitten mir einmal, möglichst ohne persönlich zu werden, zu erläutern warum der fakt dass der krake zur diffamierung aller möglichen weltanschauungen oder machtbestrebungen, auch vor dem nationasozialismus, benutzt wurde keine rolle spielt?

    ist dies wirklich ihrer meinung nach ein symbol dass, ähnlich des swastika, in deutschland untrennbar an den nationalsozialismus gebunden ist?

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  35. @karl
    Die Bedeutung entsteht im Zusammenhang. Und in diesem Zusammenhang ist es egal, wann und wo ansonsten die Krake symbolisch Verwendung findet. Im Artikel geht es um eine Karikatur in Deutschlands größter Tageszeitung – und darum, dass diese Karikatur antisemitisch „wirkt“.

    Wenn Sie sich persönlich angegriffen fühlen, so kann ich leider nichts hiergegen tun.

    Mich berühren antisemitische Tendenzen sehr, ebenso deren erstarkende Salonfähigkeit. Und ebenso, wie ich (der ich niemanden persönlich angriff) mit Ihren und anderen Kommentaren leben muss, müssen Sie dies wohl auch mit meinen.

    Ich bin für eine klare Linie. Die Karikatur in ihren Details, ebenso wie viele relativierende Kommentare hier, sind für mich unvertretbar. Dass Sie hier in dieser Kommentarspalte nun auch eine Debatte über die Verbindung bzw. Assoziation oder Gebundenheit des Hakenkreuzes in Deutschland an den Nationalsozialismus führen möchten, haut dem Fass den Boden raus.

    An Ihrem Spiel auf der Bühne der Kommentarspalte der Publikative werde ich mich aber nicht beteiligen. Auf dergestaltige grenzüberschreitende Erfahrungen verzichte gewiss nicht nur ich gern. Auch, da es hier um Politik und Atnisemitismus geht – nicht um Religionswissenschaft.

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  36. @nazienkel

    nun, ich muss leider vermuten dass sie absichtlich missinterpretieren um dem argument auszuweichen. das ist, gerade vor der wichtigkeit des anliegens, sehr bedauerlich.

    nicht im entferntesten ist eine deutung meines letzten abschnitts als relativierungsversuch des hakenkreuzes zu lesen. das hakenkreuz ist in deutschland untrennbar mit dem nationalsozialismus verbunden, hier gibt es nichts zu rütteln. die frage lautet(e) ob es auch der krake ist?

    und auch wenn sie, obwohl ich sie sogar ausdrücklich bat es nicht zu tun und mal beim ebenfalls von publika erwähnten und kritisierten kraken-motiv der piraten zu bleiben, vermischen sie in ihrer antwort wieder die sujets und verweisen auf die karikatur in der sz.
    das ist ein wenig unreif, aber seis drum. vielleicht können wir diesen punkt abhaken wenn ich ihnen hier in aller kürze sage dass ich der kritik daran recht gebe. und dass obwohl ich den kraken nicht für ein nazisymbol halte und zuckerberg kein jude ist. aber die karikatur (u.a. nase) ist in der tat recht misslungen und ein deutscher zeichner ist in der pflicht hier besonders sensibel zu sein, gerade wenn er für die sz arbeitet, die ja nicht zum ersten mal ein fettnäpfchen dieser art betrat.

    wenn sie für eine klare linie sind sollten sie sich auch darum bemühen sich nicht in wortdreherein bemühen indem sie darauf verweisen dass beleidigungen der gesamtheit (die sie tätigten) keine persönlichen beleidigungen sind. seltsam auch dass sie hier sich außerdem den standpunkt einnehmen dass sie, falls sich doch jemand beleidigt fühlt, dafür keine verantwortung übernehmen wollen. da zeigen sie erstaunliche doppelstandards….

    falls sie mir anworten würde ich mich freuen wenn sie dem fass den boden lassen und auf absichtliches missinterpretieren verzichten….

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  37. @karl
    Bei dem erwähnten Kraken-Motiv der Piraten wird die ähnliche Bildkomposition erwähnt, mehr nicht. Natürlich ist ein Krake kein untrennbar mit Nazis verbundenes Symbol. Eine Karikatur mit einem Kraken mit Hakennase, der einen amerikanischen Unternehmer als aggressive Krake darstellt, ist allerdings unzweifelhaft voller antisemitischer (und auch antiamerikanischer) Codes. Und um Hakenkreuze geht es in dem Text nun wahrlich nicht, daher halte ich dies für unangebracht. Ja, es tut mir leid, wenn man sich lieber angegriffen fühlt, statt sich „an die eigene Nase“ zu packen. Nach etlichen Kommentaren zu Physiognomie Zuckerbergs halte ich den Verweis auf Dummheit und Lernresistenz – oder kognitiver Dissonanz- für angebracht.

    Kann es sein, dass Sie sich angegriffen fühlen möchten? Wenn Ihnen an Aufklärung““ gelegen ist, so verstehe ich Ihren Einsatz für die Legitimität des Einsatzes des Krakenmotives nicht. Auch das von den Piraten verwendete Symbol ist in seiner Art gewiß zu kritisieren. Wenn Sie meinen Zusatz als Beleidigung der Gesammtheit verstehen, so verstehen Sie gewiß etwas falsch. Und ja: Wenn sich jemand in seiner Latenz auf die Füße getreten fühlt, so ist dies nicht in meiner Verantwortung. Und dies ist auch kein Doppelstandard. Da halte ich es mit August Bebel à la „der Antisemitius ist der Sozialismus der dummen Kerls“.

    Eine klare Linie, Karl – wenn auch Sie für klare Linien sind, so verstehe ich Ihren Einsatz für den Kraken (mit allen Attributen) als legitimes Motiv einer anklagenden Karikatur eines amerikanischen Geschäftsmannes nicht. Gegen „Querfront“ ist eine Linie klar von Vorteil. Und kein Verwässern ethisch-moralischer Standards. Vor allem, da Zuckerbergs Krake nur linear wirkt. Ein böser Krake mit Zugriff auf alle Rechner? Wo bleibt da der illustrierte „Nutzen“ der FB-Ler? Alles arme Opfer eines Krakenangriffes?

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  38. @

    nein, ich möchte mich nicht angegriffen fühlen. was sie aber verkennen ist dass diese vermeindlich lapidare verkürzung genau ist was auch mancher den mahnern von antisemitischer symbolik erwidert. selbstverständlich gepaart mit dem ignoranten einwand dass man auf derlei empfindlichkeiten keine verantwortung übernimmt.
    daher rührt diese diskussion und daher ist es wichtig genau auf die argumente zu schauen und zu prüfen ob diese nachvollziehbar sind.

    nur noch kurz zu dem vorwurf der beleidigung bzw. empfindlichkeit: sie haben mich, durch die blume und direkt, als den kommentarbereich zuzmüllenden bildblogleser bezeichnet, sprachen von ihrem hochkommendemm abendessen da ich den kraken verteidige, erwähnten mehrfach dummheit und ignoranz und erlaubten sich sogar mich als hakenkreuzrelativierer darzustellen.
    ich denke das reicht um den vorwurf der überempfindlichkeit von mir zu weisen….

    aber genug davon, ich denke dass wir, entgegen ihrer ursprünglichen vermutung, uns bei der karikatur der sz einig sind. wie sie selbst sagen macht dies gesamtkomposition und der zusammenhang den unterschied.

    allerdings kritisieren sie auch die singulären hinweise dass das krakenmotiv, auch in deutschland, keine genuin nationalsozialistisches metapher ist. und äußern erneut dass sie für meinen standpunkt bzgl. der verteidigung des acta-logos kein verständnis haben.

    wenn sie von der fehlenden thematisierung der nutzen der fb-nutzer sprechen, so vermute ich ohnehin dass wir unterschiedliche standpunkte bzgl. der thematik des datenschutz haben. in aller klarheit: wenn die zeichnung in der sz ohne die bedenklichen karrikaturen der gesichtszüge ausgekommen wäre und er nur als krake zu sehen gewesen wäre ginge das für mich, wie das acta-motiv, in ordnung.
    eine klare linie sehe ich wenn man nicht „antisemitismus“ sagt aber kritik an der kritik von datenschutz oder monoposisierung meint.

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  39. Karl,
    Sie argumentieren hier mit der Bezeichnung meines Gesagten als „unreif“ und „wirr“ – und fühlen sich von einer allgemeinen Aussage durch mich getätigten Aussage, welche auf Ignoranznund Dummheit anspielt, angegriffen? Sie nehmen hier scheinbar vieles zu persönlich. Daran kann ich nichts ändern, möchte es auch nicht.

    „Ob bewusst oder unbewusst, latent oder unbedacht – die ganzen Kommentare hier in diesem Ansturm, welche Antisemitismus per se kleinreden, und/oder den Gebrauch von Krakenvergleichen im Generellen verteidigen zu glauben müssen, treiben mir das Abendessen hoch.“
    ->Wenn Sie sich hierdurch angegriffen fühlen, so haben Sie dies wohl nicht verstanden.

    Noch einmal: Z.b. In der Kommentarspalte getätigte Aussagen zur Physiognomie Zuckerbergs, Bezugnahmen zu Israelkritik (wie bitte) und andere Renarivierungsversuche bezeichne ich als ignorant und dumm! So z.B. auch „Hr. Zuckerberg ist Atheist“ – aha – da er nicht praktiziert, kann es ja kein Antisemitismus sein? Es gibt noch weit mehr Beispiele.

    Statt sich hier dauerhaft gekränkt zu sehen, könnten Sie noch einmal den Artikel lesen, und dann die Kommentarspalte von oben nach unten noch einmal durchsehen. Wenn Sie dann nur gute, einer Diskussion förderliche Argumente entdecken, so müsste ich mich über Sie wundern.

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  40. PS: Zeigen Sie doch bitte auf, wo ich Sie persönlich als BIldblog-Leser bezeichnete…ich bleibe dabei: Sie nehmen hier vieles zu persönlich. Und wenn Sie so etwas schreiben: „selbst wenn dieses motiv mal auschließlich antisemitisch war, es ist es nun nicht mehr. die behörden selbst verteidigen dieses motiv indem sie darauf verweisen was für ein intelligentes tier usw. der krake ist…“ – so muss ich Sie nun leider doch einmal auf die „Wirrheit“ Ihrer eigenen Aussagen aufmerksam machen. Wer im Glashaus sitzt, sollte nun wirklich nicht mit Steinen schmeißen.

    Zu Ihrer dauernden Bezugnahme zu dem ACTA-Logo frage ich mich: Kann es sein, dass Sie selbst symphatisierender Pirat sind? Das Logo wird in diesem Artikel doch nur in der Bebilderung erwähnt – in diesem Rahmen ist der Verweis hierauf korrekt. Zu antisemitischen und auch antiamerikanischen Codes, welche auch in der antiimperialistischen Linken gerne (ob bewusst oder unbewusst) reproduziert werden, gab es auch hier bei der Publikative schon gute Artikel. Und hier in diesem Zusammenhang auf das Logo zu verweisen, ist durchaus dienlich.

    Ich sage es an vielen Stellen, ich weise auch hier darauf hin: Ursächlich für das Unverständnis ist das Problem kognitiver Dissonanz. Und wenn Sie, Karl, sich auch hierdurch einfach nur angegriffen fühlen möchten, so verweise ich auf vorige Aussagen.

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  41. @ein Fazit steht im Walde

    Tut mir leid, Ihrem Fazit kann ich leider nicht folgen.

    Hier wird aus einer Karikatur, die tatsächlich in den unterschiedlichsten Zusammenhängen vom Motiv her (Krake, Weltkugel) verwendet wurde und die wesentlichen Charakteristika einer Karikatur verwendet (Überhöhung bestimmter körperlicher Eigenheiten) von Ihnen und anderen ein antisemitsiches Machwerk herbeigeredet. Wie zahlreiche etlíche Forumsbeiträge auch sehe ich Ihre Argumentationslinie und Beweisführung als nicht schlüssig und nachvollziehbar an, auch wenn Sie es noch so oft mit Vehemenz versuchen zu belegen.

    Sie fordern letztlich ein Karikaturverbot, weil man bestimmt jedes in der Karikatur verwendete Motiv in den Zusammenhang mit den Taten und Hetzereien einer verbrecherischen, menschenverachtenden Regierung, Diktatur, etc. in Verbindung bringen kann.

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  42. @ Bassa

    Ihren Humor habe ich nun verstanden finde ihn aber weder witzig
    noch angebracht. Ich nehme jedoch den Vorwurf des „Matti“-Vergleichs an Sie zurück.

    Wenn sie meinen sie müssten Kraken-Karrikaturen verbreiten oder sie zu verteidigen dann können sie das gerne tun wie ihre Kevin-Freunde.
    Es sagt einiges über Sie aus.

    Meine Aufforderung dies zu überdenken veranlasst Sie zu einem „Matti-Vergleich“ Auf dieser Ebene lässt sich schwer diskutieren. Von daher lassen wir es bleiben. Vielleicht denken Sie mal über die Punkte nach auf die sie gar nicht erst eingehen wollten.

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  43. Warum wird hier eigentlich fortwährend mit Nazis diskutiert und werden deren Wahnvorstellungen freigeschalten? Ganz schön erbärmlich dieser Linksliberalismus.

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