Die Scharfmacher

Hunderte Verletzte, Angriffe auf Polizisten, eine verhinderte Demonstration – die Bilanz der vergangenen zwei Wochen in Hamburg sind für Politiker und Medien offenbar kein Anlass, verbal abzurüsten. Im Gegenteil: Mittlerweile wird über den Einsatz von Schusswaffen diskutiert – und halb Hamburg wird zum Gefahrengebiet.

Von Patrick Gensing

Quelle: Internet. Die Mopo warnt vor neuer Gewalt von Autonomen.
Quelle: Internet. Die Mopo warnt vor neuer Gewalt von Autonomen.

Seit Mitte Dezember versucht unter anderem die „Hamburger Morgenpost“ mit Berichten über die Flora-Demonstration Auflage zu machen. Vor der Demonstration breiteten Polizeivertreter bereits ihre Schreckensszenarien aus, die dann am 21. Dezember Wirklichkeit wurden. Bereits einen Tag zuvor griffen Dutzende Unbekannte die Davidwache auf der Reeperbahn an, einen weiteren Angriff soll es nach Weihnachten gegeben haben. Wer die Angreifer waren, ist unklar, wird medial aber auch kaum untersucht. Wahlweise wird einfach von Autonomen oder Verrückten geschrieben.

Die Mopo berichtet derweil, Autonome drohten „neue Gewalt“ an. Einzige Quelle für diesen Artikel: Anonyme Kommentare auf Indymedia. Unterdessen spekulieren Polizeivertreter über den Einsatz von Schusswaffen. Gerhard Kirsch, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Hamburg, sagte: „Es muss jedem klar sein, dass eine Dimension erreicht wurde, die den Schusswaffengebrauch, den sich vor dem Hintergrund der sich dann ergebenden Folgen niemand vorstellen und wollen kann, dennoch wahrscheinlich machen könnte.“ Krieg auf der Reeperbahn? Zumindest will die Polizeigewerkschaft künftig Elektroschocker einsetzen dürfen, wie es in einem „Neun-Punkte-Plan“ heißt.

Hamburger Politiker hatten die Teilnehmer der Demonstration am 21. Dezember zuvor bereits als „Kriminelle“ bezeichnet, ein Polizeigewerkschafter sprach von „Abschaum“, das Hamburger Abendblatt behauptete, die Innenexpertin der Linksfraktion hätte Polizisten bepöbelt – kurzum: Es wird weiter mächtig Öl ins Feuer gegossen.

Analyse?

Versuche, die massive Gewalt zu analysieren, sucht man fast vergeblich. Offenkundig möchte niemand in Verdacht geraten, die Gewalt gegen Polizisten zu bagatellisieren. Wer auf Übergriffe der Polizei hinweist oder den offenkundigen Skandal um das eigenmächtige Verhindern einer angemeldeten und genehmigten Demonstration durch die Einsatzleitung thematisiert – die taz zitiert eine Quelle aus der Hamburger Polizei dementsprechend, wird von anderen Medien aber weitestgehend ignoriert – macht sich schnell verdächtig, die Gewalt verharmlosen zu wollen oder sich in angeblich überflüssigen Details zu verlieren. Moralische Empörung dominiert.

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Dabei wäre eine Analyse, woher die Gewalt und der Hass auf die Polizei kommen könnten, eine spannende bzw. zentrale Frage. Prävention bedeutet nicht, „Gefahrengebiete“ auszurufen, sondern die Eskalation von Konflikten möglichst zu vermeiden. Auch die Frage, welche Rolle die Polizei in einem Rechtsstaat spielen sollte, ist derzeit aktuell. Es war Christian Bartlau auf n-tv.de vorbehalten, festzustellen, dass

„die Polizei ein politischer Akteur ist. Sie sollte das eigentlich nicht sein, es ist nicht so vorgesehen in der deutschen Gewaltenteilung. Sie sollte bestehende Gesetze sichern. Sie tut mehr. Sie verfügt über den Notstand. Im Vorfeld der Demonstration hat sie ein „Gefahrengebiet“ erlassen. Die Polizei darf in so einem Gebiet verdachtsunabhängig kontrollieren, Platzverweise erteilen, Menschen in Gewahrsam nehmen. Nochmal: Die Polizei selbst gibt sich diese Rechte. Kein Gericht.“

Es erscheint mir wie eine autoritäre Unterwürfigkeit, mit der eine differenzierte Debatte über die Ereignisse am 21. Dezember – inklusive der Militanz in der radikalen Linken und dem Polizeieinsatz – sowie die generelle Entwicklung der vergangenen Monate in Hamburg vermieden wird. Wo sind eigentlich Wissenschaftler, Gewerkschafter oder Kulturschaffende, die den Kurs der Eskalation hinterfragen? Polarisieren, spalten, anheizen – so geht es in der Hansestadt auch im neuen Jahr weiter.

Polizeieinsatz im Schanzenviertel, Foto: Publikative.org
Polizeieinsatz im Schanzenviertel, Foto: Publikative.org

Innensenator Neumann war mit vielen guten Vorsätzen an die Arbeit gegangen, seine bisherige Bilanz ist desaströs: Dutzende Verletzte beim Schweinske-Cup, Auseinandersetzungen in der Altstadt von Altona, der Umgang mit den Lampedusa-Flüchtlingen und nun die Flora-Demo. Ist dies die Art der Kommunikation, die Neumann bei einem Treffen von St. Pauli-Fans versprochen hatte. Mir erschien sein Vorhaben, künftig mehr miteinander reden zu wollen, aufrichtig. Davon ist nichts geblieben. Hat er seinen Apparat vielleicht schlicht nicht im Griff?

Gefahrengebiet Hamburg
Gefahrengebiet Hamburg

Nachtrag: Mittlerweile hat die Polizei mitgeteilt, dass große Teile der Hamburger Innenstadt „bis auf weiteres“ zum Gefahrengebiet erklärt werden. „Dadurch können relevante Personengruppen einschließlich ihrer mitgeführten Sachen überprüft und aus der Anonymität geholt werden“, so die Polizei. Die Kontrollen würden „wie gewohnt mit Augenmaß durchgeführt“ und es sei „nicht beabsichtigt, Anwohner oder Besucher des Vergnügungsviertels übermäßig zu belasten. Gleichwohl wollen wir durch diese Maßnahme sehr deutlich machen, dass die Polizei Hamburg alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen wird, um Leib und Leben ihrer Beamten zu schützen.“

Am Montag wird sich der Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft mit dem Polizeieinsatz vom 21. Dezember beschäftigen. Der Hamburger Winter bleibt zwar mild, aber sehr ungemütlich.

Schickt uns Eure schönsten Bilder aus dem Gefahrengebiet! Vielleicht mit einem Zettel „Grüße aus der Danger-Zone!“ Adresse: publikative(at)gmail.com.

Siehe auch: #HH2112: Die Polizei, die Medien und die GewaltEskalation in der SchanzeHamburg: Jenseits von Gut und BöseLampedusa und die Hamburger SPD: Cui bono?Blockupy: Forscher kritisieren PolizeigewaltPrügel, die prägen? – Wie Gewalt bei Großveranstaltungen Biografien formt

32 Kommentare zu „Die Scharfmacher

  1. Die Politik hat wieder einmal ihr eigenes Versagen bei der Polizei abgeladen.
    Jetzt nach den gewalttätigen Übergriffen auf die Davidwache and der gewalttägigen Demonstration ist es endlich an der Zeit, zu handeln und das Biotop um die Rote Flora endgültig zu schliessen. Hamburg hat besseres verdient, als ständig Hort der Auseinandersetzungen mit einem auf Krawall und Gewalt gebürsteten Mob zu sein. Irgendwann ist die Grenze auchmal überschritten.

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  2. “ Mittlerweile wird über den Einsatz von Schusswaffen diskutiert “
    Da sollte dann vielleicht auch dazu gesagt werden das diese Äusserung im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Davidswaffe gefallen ist, sich auf die Situation bezieht. Ich kenne da nur Presseberichte, zB den hier
    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article123375699/drei-Schwerverletzte.html
    Hört sich so an als hätten die keine Schutzkleidung getragen, und werden dann von zahlenmässig überlegenen Angreifern gesteinigt. Ist noch mal gut gegangen, aber es hätte ja statt einem Kiefer-auch ein Schädelbruch drin sein können. In anderen Berichten geht es um einen Angriff, in diesem hier sind es zwei verschiedene. Wobei es zu dem zweiten keine weiteren Angaben gibt, ausser dem Kieferbruch. Wäre daher nicht schlecht wenn man näheres dazu erfahren könnte.

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  3. Die Spaltung zwischen den Linksautonomen und der eher linken Bevölkerung hier auf St. Pauli entsteht für mich durch die ohnehin schon vorhandene Gewaltbereitschaft der zugereisten „Unterstützer“. Das ist jawohl allen Beteiligten klar, dass es so oder so eskaliert wäre. So wie am Abend zuvor oder vor ein paar Jahren auf einem der Schanzenfeste, als die Polizei sich einfach mal erdreistet hat, nicht aufzutauchen und daraufhin die Wache angegriffen wurde. Sorry, aber das ist strategisch so unfassbar dumm, dass ich mich jedes Mal ärgere, mich doch wieder solidarisiert zu haben.

    Gerade auch der Mob, der vor meiner Haustür randaliert hat, hat sich meine Verachtung verdient. Eine Farce, solches Verhalten politisch zu nennen.

    Am geilsten finde ich aber, dass es offensichtlich nur noch darum geht, Recht zu behalten und die Ziele dabei völlig aus dem Blick geraten. Dann hat die Polizei eben angefangen. Dann haben die eben die Eskalation herbeigeführt. Dann haben die linken Kampfblätter eben zu 100% Recht. Und jetzt? Bringt gar nichts, weil die Gewalttoleranz durch Nichtstaatliche eben fast bei null liegt und lässt die Mitte und Teile der Gefühlslinken von allem abrücken, was mit der Roten Flora in Verbindung gebracht wird.

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  4. So sehr ich mit allem d’accord bin, was in diesem Artikel steht: Als Linksradikaler bin ich vor allem von den Handlungen der Genossinnen und Genossen in Hamburg schokiert, deren Militanzfetisch brachiale Gewalt zunehmend zum Selbstzweck erhoben zu haben scheint. Steinwürfe auf Beamte ohne Helm?? Das ist nach allen anlegbaren Maßstäben ein versuchter Totschlag.
    Daraus ergeben sich zwei mögliche Konsequenzen:

    1.) Entweder haben wir es hier mit Personen zu tun, die in der Hitze des Gefechts jegliches Augenmaß verlieren und die Konsequenzen ihres Handelns nicht mehr sehen können.

    2.) Es gibt Teile der radikalen Linken, die (zumindest potenziell) tödliche Gewalt (wohlgemerkt gegen Polizeibeamte nicht gegen Nazis) als legitimes Mittel ansehen und bereit wären, diesen Kurs der maximalen Eskalation inhaltlich zu verteidigen.

    Ich tippe auf Option eins und hoffe das ich Recht habe: Niemand mag Cops – ihre systemische Funktion steht außer Frage. Das spricht niemanden von Grenzen frei.

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  5. WAS führt eine Polizeileitung im Schilde, wenn sie bewußt u. schriftlich ein solches Zitat wie das folgende absondert?

    „Es muss jedem klar sein, dass eine Dimension erreicht wurde, die den Schusswaffengebrauch, den sich vor dem Hintergrund der sich dann ergebenden Folgen niemand vorstellen und wollen kann, dennoch wahrscheinlich machen könnte.“

    Schußwaffengebrauch … wahrscheinlich … Folgen

    Das ist nichts anderes, als eine Vorbereitung auf bürgerkriegsähnliche Zustände – und letzlich eine AUFFORDERUNG, sich als Demonstrant besser schonmal zu bewaffnen oder sich auf den Tod einzustellen!

    Vollkommen verantwortungslos, extrem aggressiv, eskalativ und nur plump verkleidet in eine ausgedehnt verschwurbelte Formulierung, die schonmal im Voraus das Bedauern zum Ausdruck bringt. – Nochmal für Einsteiger, die jahrzehntealte Frage, „finaler Rettungsschuß“ etc.:

    Warum und wofür haben alle Polizisten in Deutschland überhaupt Pistolen?

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  6. Ich finde das Verhalten dieser Szene einfach nur noch intolerant!
    Alleine wie dieser Artikel beginnt! Schon mal was von Pressefreiheit gehört????
    Auch das die Kaufleute der Innenstadt am größten Einkaufstag im Jahr
    (letzter Samstag vor Weihnachten) keine Lust auf eine Demo in der Innenstadt hatten ist jawohl logisch. Aber genau an diesem Tag, an dem noch ein Bundesligaspiel stattfand, muss man natürlich demonstrieren.
    Ist ja auch in Ordnung, wir haben ja das freie Recht und so….
    Dadurch das so viele Sicherheitskräfte gleichzeitig gebraucht wurden ( Vorabend Heimspiel St. Pauli) mussten weitere Polizisten aus dem gesamten Land angefordert werden. Die sind natürlich begeistert wenn Sie am letzten Weihnachtswochenende los fahren müssen.
    Naja ist halt so….. das dies alles Geld kostet ist ja auch nicht so schlimm wir bezahlen das ja alle zusammen.
    Aber das man dann doch versucht in die Innenstadt abzubiegen und sich dann wundert das es eskaliert ist einfach merkwürdig.
    Auch sehr merkwürdig ist das soviel Polizisten verletzt wurden. Oder das es Menschen gab die auf eine S-Bahnbrücke klettern um die Polizisten besser mit Steinen bewerfen zu können.
    Ich muss dazu sagen das ich Polzisten mag. Wenn etwas passiert kommen in Deutschland innerhalb von 10 Minuten 2 Menschen und helfen dir!!!
    Schon mal darüber nachgedacht.-…
    Das nun auch noch Polizeiwachen angegriffen werden ist echt der Hammer!
    Das geht einfach nicht…..
    In meinen Augen kann man froh sein das der verletzte Polizist nicht gleich geschossen hat! Jetzt beginnt eine Debatte ob man so was in Zukunft tun soll und ich sage dazu „JA“
    Denn wenn es keine Polizei geben würde, würde immer das Gesetz des stärkeren zählen… und ich bin mir ziemlich sicher das es dann eine
    „Rote Flora“ nie gegeben hätte 😉
    Im übrigen gab es die Rote Flora auch nur wegen Toleranz. Nun kann dieser Mensch leider nicht mehr tolerant sein und braucht nach dreißig Jahren sein Eigentum zurück…. ist doch logisch das man selbst das nicht tolerieren kann… Es ist nun mal so das sich Werte ändern.
    Aber das sich die Rote Flora so mit diesem Gebäude definiert ist auch irgendwie ein Armutszeugnis. Schließlich sind es doch die Menschen die das ausmachen was die Rote Flora ist! Wenn sich die selben Menschen an einem anderen Ort treffen müsste es eigentlich genau so gemütlich werden…. Und das die Grundstückspreise in der Schanze so gestiegen sind wurde natürlich nur gemacht um die Flora zu zerstören! Äh NEIN!!!!

    Mein Vorschlag: wer gegen Polizisten handgreiflich wird muss einfach mal im Gefängnis nachdenken. Wer also bei einer Demo wirft oder schlägt gleich mal weg damit… den sonst wird die linke Szene sich selber töten….
    Und 7000 Demonstranten sind nicht gerade viele für eine Sache die eigentlich niemanden interessiert (wenn man davon mal die 3000 Gewaltbereiten abzieht) bleiben 4000 Demonstranten bei 1,8 Millionen Einwohner oder so… naja: Aber ein paar Straßenzüge noch schnell kaputt machen “ Kein Problem“

    Keine Ahnung zählt mal zusammen wie viele intolerante Punkte es sind

    Dies ist nur mal zum Gedanken anstoßen

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  7. Bitte nicht auf die Strohpuppe (Anonym) einhauen. Ist vielleicht einfach, bringt aber niemandem etwas und lenkt nur von viel wichtigeren Fragen ab.

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  8. Dazu fällt mir nur eins ein: Ich möchte den Linken sehen, der seine „Toleranz“ bewahrt, nachdem ich bei ihm eingebrochen bin, ihm ins Wohnzimmer gekackt und gesagt habe, dass jetzt alles hier mir gehört, weil es mein gute Recht ist.

    Bei aller Liebe! Das einzige, das Linke mir bisher bewiesen haben ist: absolute Intoleranz, keine Kommunikationsfähigkeit (Thema Problembewältigung fangen wir am besten garnicht erst an) und Gewalttätigkeit.

    Da braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn man keinen Zuspruch findet!!!

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  9. @ anonym
    „Alleine wie dieser Artikel beginnt! Schon mal was von Pressefreiheit gehört????“
    Was hat der Beginn des Artikels mit Pressefreiheit zu tun?

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  10. Ich bin Mitglied der CDU und zähle für die meisten hier damit wahrscheinlich zum Feindbild.
    Vmtl wird meine Mail daher ohnehin nicht veröffentlicht, da hier nur Linksradikale schreiben dürfen; ich probier es trotzdem.
    Wie kann es eigentlich sein, dass ein Gebäudekomplex, der einem Eigentümer gehört über Jahre hinweg von Vermummten und Drogenhändlern „besetzt“ werden kann, ohne das die Polizei dort räumt??
    Ich stelle mir mal vor, mir würde das Gebäude- rote Flora – gehören, ich hätte die Eigentumsrechte und ein paar Hundert Leute nisten sich da einfach ein.
    Ist doch klar, dass ich das nicht hinnehmen würde. Aber hier ist es ja sogar so, dass den Besetztern großzügig Alternativen (Miete, Kauf, etc.) angeobten wurden, ohne das diese darauf eingingen.
    Und als bloß die pure Ankündigung von Zwangsmassnahmen seitens des legalen Eigentümers erfolgte, kamm es zu unvorstellbaren GEWALTEXZESSEN.
    Ganz ehrlich, was sind das nur für völlig gestörte Menschen die sich so verhalten??
    Haben die den Achtung vor dem Eigentum von anderen Menschen?!
    Meiner Meinung nach liegt das Gedankengut dieser Besetzer ganz nah an medizinscher induziertem Irresein („Geisteskrankheit“).
    Die Polzei sollte dem Spuk endlich ein Ende bereiten und räumen; dann könnten dort schmucke schöne Miet- u. Eigentumswohungen gebaut werden.
    Und die Linksradikalen sollten endlich mal erwachsen werden, sich ein Mädchen suchen, arbeiten gehen und die pubertären Gewaltflauseln aus dem Kopf bekommen. Oder einfach mal ein paar Bücher lesen, das bildet.

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  11. Ich habe schon länger den Eindruck, dass Teile der Hamburger Polizei ihren „Konflikt“ mit der linken Szene nicht nur aus ideologischen Gründen am Leben hält, sondern auch aus budgetären: Was bereits bei absolut friedlichen Familien-Demos an Gerät rangekarrt wird, ist ziemlich beeindruckend. Die haben mindestens 4 der neuen Wasserwerfer, dazu Räumpanzer, Bürobusse, einen richtigen Reisebus für weisichnichtwas, eine Pferdestaffel, …

    Wäre es weiter so friedlich geblieben wie nach Beginn der SPD-Regierung (als plötzliche Demos ohne doppeltes Polizei-Spalier möglich waren und friedlich blieben), wäre bald einmal die Frage nach dem Sinn der ganzen Hochrüsterei laut geworden.

    …………………..

    Ich möchte keine Gewalttäter in Schutz nehmen. Ich habe die Demo nur von ganz weit hinten erlebt und kann nicht beurteilen, was vorne passiert ist. Aber ich wurde 2 Stunden in einem Polizeikessel festgehalten. Ich wollte nach hause und durfte nicht. Begründung: „Wir haben hier lieber eine große Gruppe unter Kontrolle als viele kleine“. Meine Hinweise auf die Rechte von Veranstaltungsteilnehmern blieben unbeachtet.

    Damit war es aber offenbar nicht getan: Der friedliche Teil des Kessels wurde schrittweise in den nicht so friedlichen Teil gedrängt, der Kessel immer kleiner. Weshalb? Das konnten die Beamten in der ersten Reihe auch nicht sagen. Wir hinteren wollten nicht in die 50 Meter entfernt tobende Straßenschlacht gedrängt werden. Einer sitzenden Person, die überrascht wurde nicht sofort aufstand, wurde Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Von einem Beamten, der sich nicht ausweisen und auch nicht seine Dienstnummer nennen wollte. Seine Kollegen und sein Vorgesetzter wollten das auch nicht. Das ist mein Bild der Polizei: Eine unkontrollierbare Organisation, die sich nicht an Gesetzte zu halten braucht und das auch nicht will. Das ist das große Problem.

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  12. @Anselm : “ Warum und wofür haben alle Polizisten in Deutschland überhaupt Pistolen? “
    Versuch mal dich in die angegriffenen Polizisten reinzuversetzen. Wenn ich eine Pistole hätte, und dann greifen mich 10 Leute an und schmeissen mir Steine an den Kopf, was würde ich wohl machen ? Was würdest du machen, was würde einer jener Angreifer machen ? Würde der sich sagen, na das wird schon schief gehen ? So wie es in der Presse zu lesen ist muss es hart an der Grenze gewesen sein.

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  13. Klar, die vergewaltigte Frau hätte keinen Minirock anziehen dürfen – und überhaupt! – hatte sie ihn nicht vorher an der Bar sogar noch angelächelt? Diese dreiste Provokation mußte ihn ja tätlich werden lassen.

    Und der überfallene Kioskbesitzer? Hätte er keine Einnahmen in der Kasse und den Ladendieb nicht an die Luft gesetzt, wäre er auch nicht von diesem überfallen worden!

    Schließlich der Polizist, der sich nicht rechtzeitig vor den spielerisch geworfenen Steinen ducken konnte; selber Schuld! Was wird er auch Polizist? Damit muß er doch rechnen! Schuld an der Gewalt hat das Opfer, die Gesellschaft, jedenfalls aber nicht der Täter – so lange er links ist natürlich. Schön, daß es mal einer sagt! Hamburg dankt Ihnen, Herr Gensing!

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  14. @MaterialismusAlter: Es gibt aus meiner Sicht noch eine dritte Option: der angebliche „zweite Überfall“ auf die David-Wache hat überhaupt nicht stattgefunden. Es wäre nicht das erste Mal, dass durch den Staatsschutz gezielt desinformiert wird, um eine ohnehin schon angespannte Lage noch weiter zu eskalieren.

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  15. @ Horst
    da steht die Mopo versucht Ihre Auflage zu verbessern mit diesem Thema.
    Geht jawohl niemanden was an,wie sie es schreiben und so weiter. beurteile es ruhig wie du willst…. jeder darf ja schreiben was er will. deswegen gibt es ja auch den Artikel hier 😉

    Ist halt intolerant gegenüber der Mopo wie es da steht finde ich! 😛

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  16. Die Übefälle auf die Davidwache und der steinwerfende Block der Demonstranten gehören für mich klar zum Linksextremimus.
    Gehört der Linksextremismus jetzt auch zum Thema von publikative.org ?

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  17. Die Rote Flora wurde 2001 vom Hamburger Senat für 370.000 DM verkauft(Quelle: Wiki). Zu diesem Preis, umgerechnet in Euro, gibt es heute keine Eigentumswohnung in der Schanze zu kaufen(Quelle: Immobilienscout24)!

    Dazu: nicht rechtlich aber sachlich richtig musste die Eigentümerfrage damals, wie heute, als offen betrachtet werden.

    Das Konflikt- und Solidarisierungspotenzial, angesichts der Geschehnisse um die Hafenstraße, sehr hoch einzuschätzen.

    ..ein Wahnsinn die Flora zu verkaufen!

    Und weil es ein Sachverhalt ist, sind sich Polizist und Autonomer einig und gehen als arme Schweine aufeinander los: die Politik ist verantwortlich!

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  18. @ anonym
    „da steht die Mopo versucht Ihre Auflage zu verbessern mit diesem Thema.
    Geht jawohl niemanden was an,wie sie es schreiben und so weiter. beurteile es ruhig wie du willst…. jeder darf ja schreiben was er will. deswegen gibt e<s ja auch den Artikel hier 😉

    Ist halt intolerant gegenüber der Mopo wie es da steht finde ich! :P"
    Die Frage bleibt: Was hat das jetzt mit Pressefreiheit zu tun?

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  19. @Jürgen: Tatsächlich spricht nach den Standards der bürgerlichen Gesellschaft absolut alles gegen die widerrechtliche Inbesitzname eines Hauses und der Investor, dem das Haus gehört, hat „Recht“ (vielleicht ist das in diesem konkreten Fall ein bisschen strittig, aber wenn es nicht so wäre, wäre es mir auch egal).
    Da du das Recht auf Eigentum als wichtigsten Erfüllungsgehilfen menschlicher Emanzipation betrachtest während die Menschen in der Roten FLora (und ich) es als größtes Hindernis der Emanzipation einstufen, streichst du hier einfach nur heraus, welcher ideologische Konflikt hinter der ganzen Sache steht: Es geht um mehr als ein Haus… No shit, Sherlock…

    Doch anstatt den Gedanken weiterzudenken und die Diskussion über den bürgerlichen Eigentumsbegriff aufzunehmen, legst du im Rest deines Beitrags einfach nur dar, wie tief deine Überzeugung sitzt, dass dein bürgerliches Weltbild ein Naturgesetz ist: Jeder, der es nicht teilt, ist deiner Aussage nach geisteskrank und ungebildet.

    Die bürgerliche Gesellschaft hatte intelligente, gebildete Fürsprecher, die sich der mit ihr verbundenen Problematiken sehr bewusst waren und (im Gegensatz zu mir) dennoch eine überlegte Entscheidung zu ihren Gunsten trafen. Solche Leute respektiere ich. Du gehörst nicht zu ihnen.

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  20. @Bernd: „… gehören für mich klar zum Linksextremimus.
    Gehört der Linksextremismus jetzt auch zum Thema von publikative.org?“
    Es ist nicht meine Aufgabe und mein Recht, für Publikative zu sprechen. Soviel sei gesagt, aus meiner Perspektive: Sofern Sie unter Linksextremismus ausschließlich verstehen, dass Menschen anderen Menschen, die einen bestimmten gesellschaftlichen Rolle übernommen haben, den Schädel einhauen, sie gezielt und johlend schwer verletzen, so hat dies vermutlich nicht sonderlich viel mit Publikative, seinen Lesern und seinen Autoren zu tun. Da Linksextremismus – wie auch Rechtsextremismus, polizeiliche Übergriffe, Terrorismus, Verdrängung von ärmeren Gesellschaftsschichten aus den „wohlhabenden“ Stadtteilen etc. – ein (wenn auch nur kleiner) Teil unserer gesellschaftlichen und politischen Realität ist ist dieser ein selbstverständlicher Gegenstand der journalistischen und wissenschaftlichen Beschreibung und Analyse.

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