Eskalation in der Schanze

Mehrere Tausend Menschen haben sich am Sonnabend im Hamburger Schanzenviertel versammelt, um für den Erhalt der Roten Flora und der „Esso“-Häuser auf der Reeperbahn zu protestieren. Doch die Polizei ließ den Demonstrationszug nur wenige Meter gehen. Die Begründung und der Einsatz an sich geben Grund zur Annahme, dass es sich um ein geplantes Ende handelte.

Von Patrick Gensing (Text) und Felix M. Steiner (Fotos)

Über der Hamburger Innenstadt kreisten bereits am frühen Nachmittag Hubschrauber, Spezialeinheiten der Polizei gingen in den Nebenstraßen schon in Stellung. Rund 2000 Beamte hat die Hamburger Polizei aus mehreren Bundesländern zusammengezogen, um die – wie in mehreren Medien ausführlichst dargestellt – befürchteten Ausschreitungen zu verhindern.

In St. Pauli und der Schanze waren bereits am Vormittag zahlreiche Linke und Autonome unterwegs, offenkundig aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland angereist. Vor der Roten Flora selbst stand bereits ein alter Wasserwerfer, den sich Leute aus der FC St. Pauli-Fanszene als eine Art Maskottchen zugelegt haben.

Rund 6000 bis 7000 Menschen versammelten sich ab 14.00 Uhr am Schulterblatt, um für den Erhalt der Flora sowie der „Esso“-Häuser zu demonstrieren. Zahlreiche schwarz gekleidete Autonome waren dabei. Um 15.10 Uhr setzte sich der Demonstrationszug  schließlich in Richtung Eimsbüttel in Bewegung. Die Demonstrationsspitze passierte nach wenigen Metern eine Bahn-Unterführung, als Polizisten auf die Protestler zuliefen und diese stoppten. Grund sei, dass „Beamte schon gleich zu Beginn mit Steinen von einer Brücke beworfen worden seien, sagte ein Polizeisprecher der taz. Mittlerweile heißt es auch, die Demonstration sei „zu früh“ losgelaufen.

In einer Pressemitteilung aus der Nacht bleibt die Polizei bei der Darstellung, sie sei um 14:09 Uhr (die Demonstration setzte sich erst nach 15:00 Uhr in Bewegung) bereits aus der Demo-Spitze angegriffen worden:

„Gegen 14:09 Uhr liefen zahlreiche Personen an der Spitze des Aufzuges unvermittelt und ohne Absprache los in Richtung Sternbrücke. Aus der Personengruppe wurden Steine und Flaschen sowie entzündete Pyrotechnik gezielt auf Polizeibeamte geworfen. Daraufhin wurde der Aufzug aufgestoppt. Die eingesetzten Polizeibeamten wurden weiter massiv mit Steinen beworfen, sodass Wasserwerfer eingesetzt wurden. Vermummte Personen bewarfen Polizeibeamte von der Sternbrücke herab mit Steinen, sodass der Schienenverkehr eingestellt werden musste.“

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Keine Angriffe zu sehen

Die Begründungen erscheinen wenig verhältnismäßig bzw. fragwürdig. Nach meiner Wahrnehmung war möglicherweise eine Person auf der Brücke, allerdings an der Seite zur Flora, wo die Demonstration begann. Weiterhin passierten immer wieder Züge die Brücke, wobei ein ICE hupte, was dafür spricht, dass tatsächlich eine oder mehrere Personen auf oder an der Brücke waren.

Ein Foto von Publikative.org zeigt, dass an der Brücke ein Transparent hing und auf der Seite zur Flora einige Personen am Aufgang zur Brücke stehen, die aber offenkundig die Demonstration beobachteten bzw. fotografierten.

Wasser marsch - die Polizei ließ die Demonstranten wenige Meter gehen. (Foto: Publikative.org)
Wasser marsch – die Polizei ließ die Demonstranten wenige Meter gehen. (Foto: Publikative.org)

Es erscheint aber ausgeschlossen, dass sich Personen auf der Brücke aufgehalten haben, da – wie erwähnt – ein reger Zugverkehr über die Brücke läuft – S-Bahn, Güterzüge, ICEs und weitere Fernbahnen.

Weiterhin sind auf zwei Videos schlicht und ergreifend keine Angriffe auf Polizisten zu erkennen. Ein Video zeigt den Beginn der Demonstration und das abrupte Ende an der Unterführung. Das zweite Video zeigt die Brücke von der nördlichen Richtung, also aus der Sicht der Polizei. Es sind weder Personen auf der Brücke, geschweige denn Angriffe zu erkennen.

Video 1:

Video 2:

Nach dem Stopp der Demonstration ging die Polizei mit zwei Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, die wiederum mit Steinen, Böllern und Flaschen warfen. Bei den Auseinandersetzungen dürfte es zahlreiche Verletzte gegeben haben. In Medien ist von 22 verletzten Polizisten die Rede. Ein Polizeitrupp stürmte in die Menge, wie in diesem Video zu sehen ist:

 

Ganzes Viertel abgeriegelt

Derweil riegelten Polizeieinheiten sämtliche Seitenstraßen zum Schulterblatt ab, so dass mehrere Tausend Menschen fest saßen. Auch vollkommen Unbeteiligte konnten das Viertel nicht mehr verlassen oder betreten; einige Anwohner durften die Polizeiketten immerhin passieren, als sie ihre Ausweise vorlegten. In der Juliusstraße, direkt neben der Roten Flora, waren mehrere Hundert Personen in einem kleinen Kessel gefangen, in dem beachtliches Gedrängel herrschte. Einige Demonstranten versuchten, über ein Baugerüst auf Häuserdächer zu gelangen, um aus dem Kessel zu entkommen. Andere versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen, woraufhin Wasserwerfer und Räumpanzer aufgefahren wurden.

Polizeieinsatz im Schanzenviertel, Foto: Publikative.org
Polizeieinsatz im Schanzenviertel, Foto: Publikative.org

Die Demonstration wurde von der Polizei aufgelöst, nach rund zwei Stunden durften die eingekesselten Demonstranten dann das Schanzenviertel verlassen; viele zogen in Richtung Reeperbahn zu den „Esso“-Häusern und lieferten sich dort weitere Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am Freitagabend hatten bereits Dutzende Personen die Davidwache auf der Reeperbahn attackiert und mehrere Polizeiwagen demoliert.

Eskalation

Die Situation in Hamburg ist seit Wochen angespannt: Der Konflikt um die Lampedusa-Flüchtlinge hat der regierenden SPD sehr viel Ablehnung bis Hass eingebracht. Die Zwangsräumung der „Esso“-Häuser auf der Reeperbahn hat die Lage weiter verschärft – und die heutige Demonstration dürfte die Stimmung weiter anheizen. Denn bereits gestern waren Gerüchte im Umlauf, dass die Demonstration nach nur wenigen Metern gestoppt werden solle. Genauso ist es gekommen – und die Begründung der Polizei ist alles andere als überzeugend. Dafür spricht auch der Ablauf des Einsatzes eher für eine geplante Beendigung der Demonstration.

Eine Entwicklung, die zum Einen die Fronten verhärtet, zum Anderen zur Radikalisierung beiträgt, wie heute gesehen. Eigentlich soll ein Polizeieinsatz dafür sorgen, dass beispielsweise bei Demonstrationen möglichst wenig passiert, möglichst wenige Personen verletzt werden, möglichst wenig kaputt geht. Von einem erfolgreichen Einsatz kann also keine Rede sein.

Dass zudem eine genehmigte Demonstration von mehreren Tausend Menschen kurzerhand und mit fragwürdiger Begründung gestoppt und aufgelöst wird, während beispielsweise 2012 und 2008 alles in Bewegung gesetzt wurde, um Neonazis marschieren zu lassen, weil sonst die Demonstrationsfreiheit in Gefahr sei, ist wirklich ein besorgniserregender Umgang mit Grundrechten. Man muss die Forderungen der Demonstranten nicht teilen, man muss das martialische Auftreten von Schwarzen Blöcken und Bengalos kein bisschen mögen – aber ein Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit gibt es dennoch.

Die Zeit der Hardliner

Die Eskalationsstrategie der vergangenen Woche hat dafür gesorgt, dass Flora, „Esso“-Häuser und Lampedusa-Flüchtlinge zu wichtigen Symbolen der linksradikalen Szene geworden sind. Ein Dialog erscheint mittlerweile unrealistisch, auf beiden Seiten setzen sich die Hardliner zunehmend durch. Eine Entwicklung, die zu weiteren Demonstrationen und auch Gewalt führen dürfte.

Der Hamburger SPD-Senat hat in den vergangenen sechs Monaten viel Porzellan zerschlagen, Vertrauen zerstört, Gräben aufgerissen. Eine Stadt wie Hamburg braucht aber eine Politik, die Menschen, Gruppen und Milieus verbindet, keine, die die Stadt weiter spaltet.

Nachtrag: Mittlerweile wird von rund 80 verletzten Polizisten, etwa 20 davon schwer, berichtet. Über die Zahl der verletzten Demonstranten oder von geschädigten Unbeteiligten gibt es keine klaren Zahlen. Nachmittags war von etwa 40 bis 50 verletzten Demonstranten die Rede, angesichts der Auseinandersetzungen, des Pfeffergas-Einsatzes muss aber mit einer dreistelligen Zahl Betroffener gerechnet werden.

Siehe auch: Hamburg: Jenseits von Gut und BöseLampedusa und die Hamburger SPD: Cui bono?,

102 Kommentare zu „Eskalation in der Schanze

  1. Was ich mich ja bei der ganzen Sache frage, ist warum die Polizei sich überhaupt außerhalb der Demo aufbaut, wo sie keine Möglichkeiten haben, außer die gesamte Menschenmenge zu attackieren!

    Wäre es nicht sinnvoller, wenn sich die Polizisten verteilen würden? Ein paar könnten ja weiterhin die Demo von außen beschützen und den Weg freimachen, aber der Großteil wäre meiner Meinung nach viel handlungsfähiger, wenn sie sich zwischen den Demonstranten verteilen (zu ihrer eigenen Sicherheit auch gerne in Grüppchen von 10-20 Mann) und im Falle von Ausschreitungen direkt eingreifen, indem sie sich die steineschmeißenden Radikalen schnappen..

    Oder wenn es wirklich ein besonders großer schwarzer Block ist, wieso wird der dann nicht einfach vom Rest der Demo abgetrennt? So nach dem Motto „Du bist schwarz vermummt, bitte gesell dich zu den Anderen am Ende der Demo!“.
    Die Radikalen wären damit bestimmt auch nicht glücklich, aber immerhin könnten die friedlichen Leute dann in jedem Fall unter Aufsicht der Polizei ihre Demo durchführen und wenn die Radikalen Krieg spielen wollen, können sie das abgetrennt vom Rest tun, wo keine „Zivilisten“ gefährdet werden.

    Vielleicht bin ich ja auch naiv und übersehe etwas wichtiges, aber für mich klingt das nach einem viel besseren Plan, wenn der Polizei wirklich daran gelegen ist, dafür zu sorgen, dass Menschen friedlich ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen können…

    Dass die Realität anders aussieht, legt zumindest für mich nahe, dass die Polizei sich offenbar in einer etwas anderen Rolle sieht!

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  2. P.S. „aber eigentlich glaube ich ohnehin, dass ihr viel zu feige seid, um diese meine Meinung überhaupt zu veröffentlichen. Bei Widerspruch werden die großen linken Vorkämpfer für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte nämlich ganz schnell mal zu zensurwütigen Stalinisten – alles schon erlebt.“

    Jetzt müssen Sie tierisch enttäuscht sein, was?

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  3. Wenn die Demokratie abgeschafft wird und sich im gleichen Atemzug darüber beschwert wird, dass sich Menschen dagegen wehren, dann ist der Diktatur Tür und Tor geöffnet. Das Vorgehen der Polizei ähnelt – nein gleicht! – dem Vorgehen gegen die Blockupy Demo Anfang des Jahres, bei dem das Grundrecht auf Demonstration und auch das der Pressefreiheit, zwei der wichtigsten Pfeiler der Demokratie, auf Eigeninitiative der Polizei, die nicht richtende, sondern ausführende Gewalt sein sollte, ausgehebelt wurden.
    Wenn es Nazis erlaubt ist, trotz dutzender verbaler und physischer Straftaten auf der eigenen und massenhaften Widerstands auf der anderen Seite, durch die Straßen geprügelt zu werden und es Link(sradikal)en, deren Ideologie sich eben nicht durch Menschenverachtung auszeichnet, sondern die genau diese zu bekämpfen versucht, nicht einmal erlaubt ist, wenige Meter zu gehen, dann ist es nur allzu verständlich, dass Böller, Flaschen, Steine – im Vergleich zur quasi-militärischen Ausrüstung der Polizei schwache Waffen – mitgeführt werden, um sich wenigstens ein Bisschen gegen diese Ungerechtigkeit wehren zu können.
    Diejenigen hier und in anderen Kommentarspalten, die die Nachrichten des Mainstreams unreflektiert Glauben schenken, der aufgrund von wirtschaftlich notwendigen Rationalisierungen ohnehin nur noch in der Lage ist, Polizei- und dpa-Maldungen abzuschreiben statt selbst Journalismus zu betreiben, sollten versuchen, von einzelnen Situationen wegzugehen und die Gesamtlage betrachten. Die Krise des Kapitalismus, die wir seit 2009 haben und in Deutschland nur gedämpft spüren (wollen), ist noch lange nicht vorbei und wird ohne ein durchdachtes Konzept, welches letztlich auf die Überwindung eben jenen Systems zielen muss, da die Krise dem Kapitalismus inhärent ist, nicht vorübergehen. Wer die politischen Vorgänge in Deutschland, Europa und letzendlich dem Globus verfolgt, muss bemerkt haben, dass die erste Funktion zugunsten der zweiten deutlich zurückgefahren wird, nicht nur in Deutschland. Der Staat tritt zunehmend als Verwalter des durch den Kapitalismus erzeugten Elends und als sein gewaltsamer Verteidiger auf. Es ist für ihn nur logisch, diejenigen, die gegen diesen Trend kämpfen, zu unterdrücken. Nazis kämpfen nicht gegen den Kapitalismus sondern für eine Ideologie, die hervorragend in Symbiose mit dem Kapitalismus stehen kann, wie der historische Vorläufer des heutigen Faschismus beweist. Link(sradikal)e Ideologien können dies nicht, da sie auf Abschaffung von Ungleichheit, einer wesentlichen Grundlage des Kapitalismus, zielen.
    Wer hier so sehr gegen die, meiner Ansicht nach zum Teil (ich meine nicht den Schaden an privatem Eigentum, sollte es den gestern gegeben haben) gerechtfertigten, Gewaltausbrüche seitens des Schwarzen Blocks wettert, sollte sich auch mal Gedanken darüber machen, was die nächste Eskalationsstufe sein wird. Wenn tausende aufgrund der Vermummung und dem Mitführen von Feuerwerkskörpern durch Einzelne massiv mit Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern angegriffen werden, was soll dann passieren, wenn es wirklich mal eine Eskalation seitens der Demonstrationsteilnehmer*innen gibt? Was ist, wenn demnächst, angetrieben durch die fortschreitende Krise und der damit zusammenhängenden Unsicherheit, Gewalt und Armut, eine Demonstration tatsächlich damit beginnt, dass Steine, Falschen und Knallkörper auf die Polizei geworfen werden? Wird dann scharf geschossen? Werden dann die Maschinengewehre hervorgeholt? Wird es dann einen Einsatz der Bundeswehr oder der zukünftigen Aufstandsbekämpfungspolizei der EU geben, die die ohnehin brutale und massiv überlegene Polizei unterstützen?
    Bitte Bitte, liebe Mitmenschen, die hier gerade den Staat in seiner Rolle als Beschützer unseres perfiden Wirtschaftssystems verteidigen: Setzt euch mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem und der aktuellen Krise auseinander, auch wenn es kompliziert und mühsam ist und ihr niemals alles im vollem Umfang verstehen werdet, was keine*r leisten kann. Alles, was hier im Lande politisch und gesellschaftlich passiert, hat damit zu tun, auch wenn auf den ersten Blick ein Zusammenhang nicht offensichtlich scheint, etwa die Themen Rassismus oder Geflüchtete.
    Der Staat hat ein großes Interesse daran, die Opposition gegen dieses System in Gute und Schlechte zu spalten, um sie zu schwächen. Lasst diese Spaltung bitte nicht zu! Beide Teile gehören zu einer erfolgreichen Opposition, welche vor allem in Anbetracht der nächtsten vier Jahre, in denen wir von einem Parlament regiert werden, welches problemlos die Verfassung ändern kann, bitter nötig sein wird. Wer gute Ideen hat und diese freidlich auf die Straße tragen wird, wird es eines Tages nicht mehr können, wenn er nicht gegen die Gewalt des Staates beschützt wird. Wer das System militant bekämpft, wird ohne die Friedlichen ein Legitimationsproblem haben und ebenfalls verlieren. Nur gemeinsam, mit gegenseitiger kritischer Akzeptanz, können Erfolge, wenn auch zunächst vermeintlich kleine, erzielt werden. Die Menschen in Frankreich haben das schon lange verstanden, dort gehen Friedlichkeit und kluge (!!!) Militanz häufig Hand in Hand. Auch in der Ukraine war dies bisher so, oder in den arabischen Staaten, oder Mitte des Jahres in der Türkei. DAS ist der Weg!

    pessimistische Grüße

    ein stets friedlicher schwarzgekleideter, der sich lieber verprügeln lässt als selbst zu verletzen. Wer weiß, wie lange noch

    PS: Vergleiche mit der „friedlichen“ Revolution in der DDR (die natürlich punktuell alles andere als friedlich war, so wurden z.B. bei der Stürmung von Stasigebäuden etliche verletzt und es gab selbstverständlich Sachbeschädigungen), sind unzulässig, da der Staat die Demos gewähren ließ und es keine Angriffe gab. Außerdem gib es zahlreiche umgekehrte Beispiele, bei denen vollkommen freidliche Demos brutal bis blutig niedergeschlagen wurden, etwa S21 oder die Aktionen der Gefüchteten hierzulande oder das ungleich schlimmere Tian’anmen Massaker, um eins von vielen historischen Beispielen zu nennen.

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  4. Ob die Polizei die Demo abgebrochen hat oder nicht, ist irrelevant dafür, ob das Steinewerfen auf Polizisten eine schwere Straftat ist. Die Rechtfertigungen für diese schwere Straftaten hier im Forum zeigen mangelndes Rechtsverständnis.

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  5. „Ihr kommt in eine fremde Stadt, benehmt euch von vornherein wie die Schweine am Trog, missbraucht die Gastfreundschaft, pöbelt, randaliert und zerstört alles, was euch unter die Finger kommt…“

    Sind Wohnungsbaugesellschaften wie die Bayerische Hausbau gemeint? 😉 (Esso-Häuser)

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  6. Da ist wohl ein Satz verloren gegangen:

    „Wer die politischen Vorgänge in Deutschland, Europa und letzendlich dem Globus verfolgt, muss bemerkt haben, dass die erste Funktion zugunsten der zweiten deutlich zurückgefahren wird, nicht nur in Deutschland. “

    Davor kam etwa: der Staat hat zwei Funtionen: die des Wahrers von Menschenrechten und die der Stabilisierung des wirtschaftlichen Systems.

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  7. Neues Deutschland (dass ich die mal zitiere…):
    „Im Blog metronaut.de, ebenso aber auf der mehrfach für ihre Berichterstattung ausgezeichneten Seite publikative.org, stellen sich die Geschehnisse anders dar. »Es spricht vieles dafür, dass es sich beim Einsatz gegen die Demonstration um ein vorher durch die Polizei geplantes Ereignis handelte«, so metronaut.de. »Dies ist politisch brisant, da es sich um einen massiven Grundrechtseingriff handelt und die Polizei in einem solchen drastischen Szenario sich vermutlich politisch, z.B. beim Innensenator, für das Vorgehen rückversichern würde.«

    »Die Eskalationsstrategie der vergangenen Woche hat dafür gesorgt, dass Flora, Esso-Häuser und Lampedusa-Flüchtlinge zu wichtigen Symbolen der linksradikalen Szene geworden sind. Ein Dialog erscheint mittlerweile unrealistisch, auf beiden Seiten setzen sich die Hardliner zunehmend durch. Eine Entwicklung, die zu weiteren Demonstrationen und auch Gewalt führen dürfte«, heißt es bei publikative.org.

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  8. Es ist schon bezeichnend, wenn Hamburger Anwohner, die sich gegen die Krawalle aussprechen, hier direkt mit absurdesten Verschwörungstheorien belegt werden, wohingegen offenkundig hervorragend ausgerüstete und vorbereitete Schläger des schwarzen Blocks verteidigt werden. Der schwarze Block verteidigt keine Grundrechte, ganz simpel. Auch immer wieder witzig, wie darauf abgezielt wird, dass die Polizei die Demo direkt unter der Brücke stoppt und dann von Einschränkung der Grundrechte abgehoben wird, ohne auch nur ansatzweise zu hinterfragen, warum ausschließlich der schwarze Block ohne Absprache losmarschiert. Die Eskalation war also ausschließlich von der Polizei gewollt, die Feuerwerkskörper und alles hätte der schwarze Block also im Zweifel ungenutzt bis Sylvester aufgehoben und wieder mit nach hause genommen?! Die immer wieder die Runde machenden Videos unter der Brücke zeigen übrigens absolut deutlich, wie halbwegs entspannt die Polizei die Demo gestoppt hat, die einzigen, die da rumschlagen und mit Handgemänge beginnen, sind natürlich die Schläger des schwarzen Blocks. Nach dem Stopp unter der Brücke vergeht ja sogar einige Zeit, bis der Wasserwerfer zum Einsatz kommt und wenn er es tut, dann sieht man schon, dass Bengalos brennen und Dinge geworfen wurden.

    Der Großteil der Kommentare hier kommt einfach nur von vermeintlichen Weltverbesserern, die ganz bewusst Schläger und Verbrecher verteidigen, um irgendein krudes Weltbild durchsetzen zu können. Dazu passt auch, dass fast kein Wort zum Angriff auf die David-Wache am Abend zuvor verloren wird. Wenn ich in der Verantwortung gewesen wäre, ich wüsste nicht, ob ich unter solchen Vorzeichen die Demo nicht ohnehin verboten hätte, einfach weil die öffentliche Ordnung nicht garantiert werden kann. Eigentlich sollten die Offiziellen also euren Respekt haben, dass, obwohl vollkommen klar war, wie das ausgehen wird, die Demonstration trotzdem grundsätzlich erlaubt blieb. Ich meine, ihr habt die Bilder von der David-Wache gesehen und seit trotzdem ernsthaft der Überzeugung, dass der schwarze Block keinerlei Interesse an Eskalation hatte?

    Witzig finde ich hier auch immer wieder das Gesülze mit dem Hinweis auf angebliche Grundrechte, vonwegen, dass Umfang, Beginn und Ausrichtung von Demos frei und grundgesetzlich geschützt ist. Das ist Unfug! Und die Tatsache, dass das immer nur behauptet, aber nie Quellen aus dem Grundgesetz zitiert werden, sollte jedem halbwegs objektivem Leser zu denken geben. Meine Fresse, die machen sich nicht mal die Mühe auch nur einmal ne Runde zu googlen oder in die Wikipedia zu gucken! Einschränkungen der Versammlungsfreiheit und dergleichen sind natürlich gesetzlich geregelt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Versammlungsfreiheit#Einschr.C3.A4nkungen

    Fragt sich eigentlich irgendeiner der Rechtfertiger dieser Schläger, warum es jährlich massenhaft Demos in Deutschland gibt, die friedlich ablaufen und bei den immer gleichen Demos der immer gleichen Leute in Hamburg und am 1. Mai in Berlin der immer gleiche Mist passiert? Für die Schmalspurdenker unter euch: Die Polizei ist in allen Fällen gleichermaßen anwesend, also eine Konstante in dieser Frage, die für den variablen Ausgang der Demos also nicht allein entscheidend sein kann.

    http://abwegig.net/video.php?site=36&nav_id=64

    Hat sich mal jemand die Videos dort angesehen? Ihr unterstellt Kritikern der Schläger des schwarzen Blocks Law&Order und alles Nazis und CSU-Wähler und labersülz und bringt zur Untermauerung eures Standpunktes solche Propaganda? Seid ihr denn zu dumm zu erkennen, dass jeder halbwegs unbeteiligte Dritte dort nichts weiter als vermummte Jugendliche sieht, die offenkundig Spaß an der Randale haben? Ich kann ja verstehen, dass wenn man perspektivlos und gelangweilt ist, irgendwo mit seiner Energie hin muss, aber dann sollen diese Leute doch einfach gemütlich durch den Wald joggen. Oder ist das zu „Establishment“?!

    Beim Anblick solcher Bilder wie in Hamburg jetzt wieder oder auch beim 1. Mai bin ich schlicht froh, dass es Polizisten gibt, die sich mit solchen Schlägern einlassen, um mich und mein Eigentum zu schützen. Klar, hier ist das keine sonderlich populäre Meinung, aber solche Schläger des schwarzen Blocks sind in meinen Augen ebenfalls Gegner des Grundgesetzes und unserer Gesellschaft. Die haben überhaupt kein Interesse an Konsens, die haben auch keine politische Forderung. Mit nem Knüppel auf der Rübe kriegen die einfach nur nen Ständer in der Hose, wie bei jedem normalen Fußball-Schläger-Hooligan oder Schläger-Nazi auch. Anders kriegen die einfach keinen hoch.

    Und dann werden solche Leute auch noch verteidigt, die nichts besseres zu tun haben, als anderer Leute Privateigentum zu beschädigen, aus meinen Steuermitteln finanzierte Polizeiwachen zu zerstören und Zivilisten zu gefährden, die mit solchem Abschaum wahrscheinlich nicht mal sympathisieren. Aber genau deswegen wahrscheinlich, sind ja alles böse Law&Order-Bild-Leser-CSU-Wähler-Establishment-Renter-Untermenschen oder so, die einfach nicht „die einzig wahre Wahrheit“ gefunden haben, ganz im Gegensatz zu den schwarz vermummten Schlägern…

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  9. Als Bewohner der Schanze kann ich das Pack nicht mehr sehen. Schon gleich kurz nach 1500 wurde der Budni in der Schanzenstrasse entglast. Direkt hinter der Scheibe Mütter mit Kindern, die beim Einkaufen waren.

    Was für Helden!

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  10. @trauerspiel
    Wegen „Bewohnern“ wie dir gab es auch schon Demos. Gegen die Gentrifizierung der Schanze. Schönwetterkommunisten die alles so „Hip“ finden in der Schanze. Klar, wenn man erkennt, dass jene, mit denen man „sympatisiert“ eigentlich gegen einen selbst sind, da kann Frau schonmal sauer werden und ihre Krallen ausfahren! „Gegen das System“ zu sein ist nur solange cool, bis es zur Sache geht. Wenn es Hart auf Hart kommt hätte die Dame lieber ein Parkhaus, die Situation hier in der Schanze mit Parkplätzen geht auch mal gar nicht. Wieso demonstriert dafür eigentlich niemand? Nicht mal vor Weihnachten kann man in Ruhe in der Schanze sitzen und seinen Glühwein schlürfen, ohne von Demonstranten belästigt zu werden. Wieso schützt die Polizei nicht mal mein Recht auf Ruhe? Schlimm ist das!

    Aber Ich finde deinen Beitrag trotzdem sehr Wertvoll, gewährt er mir doch tiefen Einblick in die denke der Hinzugezogenen.
    Ich bin hin und hergerissen zwischen: „Das sind verdammtnochmal nicht DEINE Straßen und Geschäfte, Verpiss dich, NIEMAND (ausser Gewerbetreibende mit überhöhten Preisen) Braucht dich hier“ und „Merkst du nicht, wie die Bevölkerung gegeneinander aufgehetzt wird um Unruhen zu erzeugen?“. Ich befürchte, die erste Reaktion ist angebrachter, da ich nicht glaube, dass du soweit vorausschauen kannst um letzteres zu verstehen…

    Schlimm finde ich auch, wie hier einige Bereit sind, diesen Faschismus einfach hinzunehmen. Früher habe ich mich immer gefragt, wie es zum dritten Reich kommen konnte, doch dass ich es Erfahren würde, hätte nun auch nicht sein müssen

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  11. @Thorsten: Ich habe schon mal in einem anderen Kommentar auf dieser Seite hingewiesen, das Diffamieren von linken Standpunkten mit dem Verweis auf das NS-System, gerade von rechtsaffienen Menschen, HAT SO EINEN BART, schnarch…( von wg. „Untermenschen“).

    Ach uebrigens „Trauerspiel“, ich bin seit 16 Jahren Schanzenbewohner, vor kurzem weggezogen, da ich erstens mir die Miete nicht mehr leisten konnte, zweitens keine ordentliche, bezahlbare Infrastruktur vorfand ( ausser „Penny“, das war mal anders hier, aber chice Schuh-u. Cafeshops, vegane Eiscafes und „crazy“ Bars sind ja soooooo wichtig) und drittens die ganzen „Hipsters“ mir auffen Zeiger gingen. Jetzt haste ja „Ruhe“ vor so einem „Querulanten“ wie mir.
    Deine „ex-Sympathie“ fuer die Flora galt wohl mehr im „empathischen“ Sinne und bezog sich sehr wahrscheinlich mehr auf deren nichtssagenden Parties. Fuer manche Leute aus deiner „geliebten“ Scheissstadt ist die Flora eben auch nur ein „Club“, wie z.B. der Waagenbau od. a.

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  12. Bitte seid doch mal ehrlich, Provokation der Polizei ist es doch schon meistens wenn sie nur anwesend sind (Gesehen in Rostock)! Und es ist doch erschreckend wenn man alle Demos der Letzten Jahre betrachtet, dass ausschließlich links initiierte Demos regelmäßig in Krawall enden oder davon Begleitet werden.

    Die Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht, dieses steht auch dem Rechten Gesindel zu! Dennoch gibt es Regelmäßig Versuche aus dem Linken Lager dieses Grundrecht zu versagen, aber sobald es gelegen kommt pocht man auf eben dieses Recht obwohl mitglieder der eigenen Reihen bereits für die Rechtmäßigkeit des Polizei Einsatzes und das Verbot der Demo sorgen(zugegeben nur einige Wenige, aber genug).

    – Vermummte
    – Bengalos
    – Feuerwerk

    Diese dinge haben nichts auf Demos Verloren und sind im Paragrafen des Versammlungsrechts ausgeschlossen! http://de.wikipedia.org/wiki/Versammlungsfreiheit#Einschr.C3.A4nkungen

    Steine und Flaschen Schmeißen sowie das verwüsten von Geschäften (Eigentum Dritter) ist auch nicht in Ordnung und Strafen die Worte über friedliche Demonstranten Lügen! Und da (zugegeben nur einige Wenige, aber genug) Demo Teilnehmer nur mit den Vorsatz zu Demonstrationen erscheinen Krawall zu machen, finde ich es verwerflich immer gegen Polizei und Politik zu Schimpfen und die Chaoten unter den Deckmantel berechtigter Kritik zu verteidigen.

    Kann man nicht als Veranstalter einer Demo nicht mal versuchen die Gewaltbereiten Teilnehmer zu Isolieren und Ausschließen? Erkennen kann man die doch meist leicht, tragen ja nicht zu unrecht die Bezeichnung Schwarzer Block.

    Muss es noch nach Eskalation der Gewalt noch versucht werden inmitten der Prügelnden Polizisten und den Chaoten seine Demo durch zu ziehen und den Chaoten so eine Schutz Zone bieten?

    Am ende redet keiner über die Flüchtlinge aus Lampedusa, den Erhalt der Flora oder die Maroden Essohäuser. Nur über die wiedermal eskalierte Gewalt! Und mal Ehrlich bleiben, wer vorhat Friedlich zu demonstrieren bereitet nicht solche Transparente Vor oder Bring Verbotene Gegenstände (für Demos) mit zur Demo! Das zieht die Gute Sache und die wirklich Friedlichen Demonstranten in den Dreck!

    Aber was rede ich da, der Sport der Linken ist es ja die Fehler eigener „Anhänger“(Unpräzise da die Chaoten mit Sicherheit kein Interesse an dem Demo-Thema haben und gerade mal 5 bis 20% der Gruppe ausmachen) zu ignorieren und „die Fehler“ der Anderen groß anzuprangern, auch wenn „die Fehler“ in begrenzten Ramen Korrektes Demokratisches, Grundrecht Konformes Verhalten ist. Aber das will man ja auch nicht war haben! Aber OK diesmal bin ich auch nicht mit den Polizei Einsatz zufrieden, zu früh und zu hart!

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  13. „Die Möglichkeit, selbst über Art, Umfang, Beginn(!) (“offizieller Start”, lol) etc. der eigenen Demonstration entscheiden zu können ist kein durch Gastfreundschaft gewährtes Zugeständnis an “nette” Demonstranten, sondern ein verdammtes Grundrecht.“

    Und dieses Grundrecht darf auf Grundlage eines Gesetzes eingeschränkt werden (vgl. Art. 8 II GG). In diesem Fall ist aber das Brokdorf-Urteil ausschlaggebend, welches sowohl Polizei als auch Versammlungsleiter eine Koopsrationspflicht auferlegt hat. Je weniger der Veranstalter kooperiert, umso eher kann die Polizei weitreichende Grundrechtseingriffen in die Versammlungsfreiheit durchführen.

    Zusätzlich kommen natürlich die Auflagen, die ihre Rechtsgrundlage im VersammlG haben.

    Ein Teilnehmer einer Versammlung hat nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Die größte Pflicht ist es, friedlich und unbewaffnet zu sein. Wer nicht friedlich und unbewaffnet ist, kann sich nicht auf das Recht auf Versammlung berufen (vgl. Art. 8 I GG).

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  14. „Kann man nicht als Veranstalter einer Demo nicht mal versuchen die Gewaltbereiten Teilnehmer zu Isolieren und Ausschließen? Erkennen kann man die doch meist leicht, tragen ja nicht zu unrecht die Bezeichnung Schwarzer Block.“
    Prima „Idee“, aber vorher etwas von „Grundrecht“ und „Versammlungsfreiheit“ faseln…

    „Aber OK diesmal bin ich auch nicht mit den Polizei Einsatz zufrieden, zu früh und zu hart!“-Puuuuhhhhh, da haben „wir“ ja nochmals Glueck gehabt.

    PS: Eine Frage, kann man Bengalos schon als „Bewaffnung“ bezeichnen?

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