Schneeberg, Paul Spiegel-TV und der braune Mopp

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Auf der Facebook-Seite „Schneeberg wehrt sich“ – von der NPD initiiert – herrscht Empörung vor. Zu Unrecht seien die Bürger der sächsischen Kleinstadt als „brauner Mopp“ dargestellt worden. Eine „neutrale“ Berichterstattung erwartet hier kaum noch jemand. Immerhin sei Spiegel-TV nach Paul Spiegel benannt worden.

Zusammengestellt von Elke Wittich und Patrick Gensing

Nazi-Feudel? Brauner Mopp? Anne will auf jeden Fall ihre Heimat säubern…

mopp

Schneeberg bringt den 68ern und vaterlandslosen Gesellen das Apostroph` bei.

chghddba

Schneeberg pumpt und holt rein und denkt logisch und hat nichts mit Nazis zu tun…

schneebergpumpt

Schneeberg will die Todesstrafe.

IF

Schneeberg zieht einen Schlussstrich…

Schneeberg lehrt Geschichte...

 

 

Heide Witzka weiß bestens über die Medien Bescheid!

gjihbfdb

 

 

 

 

 

Die Screenshots stammen von der Facebook-Seite „Schneeberg wehrt sich“. Eingesehen am 05. November 2013.

Siehe auch: NPD-Demo: Hurra, das ganze Dorf ist da!

30 Kommentare zu „Schneeberg, Paul Spiegel-TV und der braune Mopp

  1. Von dem selten dummen Kommentar über den Spiegel, hab ich mir sogar auch einen Screenshot gemacht.

    [Das ist aber auch einfach schon legendär dumm, Grüße!]

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  2. Es gibt eine geschlossene Facebook-Gruppe gegen das Asylbewerberheim in Großenhain. Dort ist MdL Gansel der Wortführer und der Admin sammelt fleißig Nazis in der Gruppe. Aber einer sein will keiner von diesen netten Leuten.
    Ich twitter gelegentlich Screenshots aus dieser Gruppe.

    https://twitter.com/AVorrath/status/390548430453346305/photo/1
    https://twitter.com/AVorrath/status/376089847401701376/photo/1
    https://twitter.com/AVorrath/status/387529930679934976/photo/1

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  3. Dass der braune Mob auf Fratzenbuck immer wieder mal gern zu heißen Themen die verbale Sau rauslässt, ist nicht verwunderlich. Mich stört schon mehr, wenn mehr und mehr in der öffentlichen Meinung als seriös geltende Medienmacher und Sender in ihren Kommentarspalten und Gästebüchern rassistischen Kommentatoren eine Plattform bieten:

    http://klausbaum.wordpress.com/2013/10/19/knallhart-und-unfair-plasberg/

    Das hat in meinen Augen eine andere Qualität, weil sich hier das anscheinend so aufgeklärte und gut informierte Bildungsbürgertum trifft um sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen.

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  4. Irgendwie kann ich die Aufregung schon nachvollziehen. Ich meine, auch mich kotzt es an, wenn Menschen, die wir vor Jahrzehnten aufgenommen haben, bis heute nicht der deutschen Sprache mächtig sind, totalitäre und fundamentalistische Ideologien verfolgen, Hass gegen diejenigen verbreiten, die hier leben, sich von unseren Steuergeldern finanzieren lassen und versuchen, eine Parallelgesellschaft aufzubauen.

    Deswegen: Abschiebehaft für Sachsen

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  5. Sehr traurig, was gerade in Schneeberg passiert.

    Im April retteten Bürger in Schneeberg-Lindenau drei geflohene Auschwitz-Häftlinge vor den Nazis: Ernst Wolfgang Michel aus Mannheim, Honzo Munk aus Prag und Felix Schwarz aus Wien. Sie waren von einem Todesmarsch, der vom KZ Berga/Elster in Richtung Theresienstadt unterwegs war, geflüchtet. Vollkommmen erschöpft und ausgemergelt erreichten sie im April 1945 Lindenau. Wer sich für die Geschichte interessiert, kann bei Google nach „Ernest W. Michel“ suchen.

    Ich hoffe sehr, die Schneeberger Bürger besinnen sich auf ihre couragierten Vorfahren, die damals die drei jüdischen KZ-Häftlinge vor den Nazis versteckten.

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  6. Die wenigsten linksgrünen Gutmenschen™ wissen ja, dass auch Stern-TV nach dem Davidsstern benannt ist. Und selbst das nach der römischen Göttin Minerva so heißende Mineralwasser ist ein böser Unterwanderungsversuch der bösen Südländer.

    Jetzt hab‘ ich Kopfschmerzen. 😦

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  7. Spannend fand ich es, mir die Profile des ein oder anderen Gruppenmitglieds anzusehen.

    Schaut man bei Beiträgen mit dem Kontext „Ich bin kein Nazi“ oder „Ich bin kein Mitglied der NPD“ mal genauer nach, so findet man meist nach nur kurzer Suche bei diesen Personen so interessante „likes“ wie „Mein Kampf“ „Panzergrenadiere XY“ oder unter den Musikvideos den ganzen Abschaum rechtsextremer Grunzgesichter…
    Da wird einem aber sowas von schlecht.

    Früher haben die Nazis wenigstens noch offen zugegeben, dass sie welche sind. Heute zieht das ganze Pack feige den Schwanz ein.

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  8. Ich hatte selber mal in Schneeberg gewohnt, es ist schon traurig was da passiert. Ich hatte dort nie mit Ausländern Probleme. Man musste aber trotzdem aufpassen, wo man nachts langlief. Einmal wurde ich von Nazis angegriffen, diese kamen mit Sturmmasken angesprungen und schubsten mich herum, ein anderes mal wurde ich beklaut… einige umringten mich, und der der hinter mir stand, sagte, sie sollen mich gehen lassen… Zuhause merkte ich, das mein Handy aus der Rucksackseitentasche fehlte… toll, dass ich beide male allein war, und die in der Gruppe. Ich wette, wenn ich nicht die Gebiete der kriminellen Rechten gemieden hätte, wär noch mehr zu schreiben gewesen. Außerdem hatte ich aus dem Ghetto schon die schlimmsten Geschichten gehört, mich hat da nichts hingezogen. Aber bitte verurteilt nicht ganz Schneeberg. Viele Menschen waren zu den Freidensgebeten, vergesst das nicht. Viele differenzieren sich von Rechts, was manchmal in einem Dorf zu Schwierigkeiten führt. Ich besuche, wenns mit der Uni klappt, immer das Lichtelfest in Schneeberg und treffe mich mit Freunden, die auch nicht der Braunen tolerant sind und auch aus Schneeberg kommen. Nicht ganz Schneeberg ist auf dem rechten Auge blind, wie es manchmal scheint, es gibt jedoch ein großes Problem mit Rechts und mit ihrer Gewalt.

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  9. Über die „Fackelläufer“ muss ich noch was loswerden, weil die sich nicht aufregen sollten, dass sie in die Rechte Ecke geschoben werden.

    1. Die Initiative wurde von Leuten der NPD ins Leben gerufen.
    2. Es wurde auf der Veranstaltungsrede darauf hingewiesen auf Parolen zu verzichten, da weiß man ja schon wer da ist. (gesehen auf youtube)
    3. Es wurden Hiltergrüße gezeigt.
    4. Nazis aus ganz Sachsen sind zugereißt.
    und 5. Ein Fackellauf!!! gegen ein Asylbewerberheim, wer die Doppeldeutigkeit nicht versteht,… also bitte.

    Achso, und ein paar der Facebook-Beiträge zeigen die Hetze mehr als alles andere. Vllt sollten die Bürgen mal recherchieren, mit wem sie da gelaufen sind, um wieder zu Verstand zu kommen.

    Ihr schadet der Stadt Schneeberg mehr als ihr es ahnt.

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  10. Mich nervt die Gleichgültigkeit der Rechtsradikalen der deutschen Sprache gegenüber ja auch, aber auch in diesem Blog hier sollte „lehren“ mit dem Akkusativ stehen, wie es sich gehört:

    „Schneeberg lehrt DIE vaterlandslosen Gesellen das Apostroph.“ 😉

    Thanks 😉

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  11. Hallo, User! Schneeberger sind auch nur Menschen. Dank Internet und Verwandte in den Großstädten kennen sie die Zustände in den Migrantenhochburgen. Unsere Gegend lebt durch die Bustouristen zur Advents- u. Weihnachtszeit. Da wird halt auf ursprüngliche Landschaft Wert gelegt. Es herrscht große Angst, dass nach den vielen Asylanten
    noch Moscheen gegen den Willen der Bürger gebaut werden; Leipzig führt
    bereits aussichtslose Kämpfe gegen die Zerstörung der Ansicht. Und
    wenn das im Erzgebirge auch passiert, dann entzieht man uns die Chance
    zu einer unserer letzten Erwerbsmöglichkeit, da es schon jetzt nicht genug
    Arbeit gibt. 40 % in dieser Gegend sind sowieso in 10 Jahren von Alters-
    amut betroffen. Man muss kein Nazi sein, um gegen Islamisierung vorzugehen.

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  12. @Michael:

    Wenn Sie tatsächlich die Sorge um die Landschaft und den Tourismus in der Region antreibt, kann ich Sie beruhigen:

    Das geplante Asylbewerberheim in Schneeberg sollen „für die Dauer eines Jahres sollen hier rund 300 Sinti und Roma, vorwiegend aus Mazedonien, untergebracht werden.“ (Sächsische Zeitung 13.10.13)

    – „Für die Dauer eines Jahres“ – wird wohl keine Glaubensgemeinschaft ein Bauprojekt für ein Sakralbau in die Hand nehmen. Die Menschen sind ja wieder weg, noch bevor die Baupläne genehmigt wurden.
    – „300“ – dass eine Menge von 300 Personen direkt einen repräsentativen, großen Sakralbau einfordert, der unweigerlich das Landschaftsbild „zerstört“, ist wohl kaum zu befürchten.
    – „vorwiegend aus Mazedonien“ – die Asylbewerber kommen aus einem mehrheitlich christlich-orthodoxem Land (nur 17% sind islamisch). Sie müssen also nicht einmal eine Mosche befürchten, höchstens noch eine Kirche. Der einzige Unterschied dürfte das Kreuz mit dem Querbalken sein. Ich hoffe, dass das die Touristen nicht abschreckt.

    Wenn Sie also tatsächlich die Angst um Arbeitsplätze und den Rückgang des Tourismus umtreibt, kann ich Sie versichern, dass Sie da nichts zu befürchten haben. Verweigern Sie fortan den Protesten konsequenterweise Ihre Zustimmung?

    Und über die anderen Punkte kann man dann ja nochmal reden, wenn Schneeberg mit seinem aktuellen Anteil an Ausländern von 0,7% an der Bevölkerung tatsächlich irgendwann in Gefahr gerät, eine sichtbare und wahrnehmbare Migrantenkultur zu entfalten.

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  13. Egal ob er sich als Nazi fühlt oder als buntes Honigkuchenpferd:
    Wer gegen Flüchtlings(sammel)Unterkünfte hetzt, dies mit „Widerstand“ gegen „Islamisierung“ (jaja, die Islamisierung, kennt man ja) gleichsetzt, dem ist nicht mehr zu helfen.

    @Michael.D: Als Beispiel für Ignoranz und Lernresistenz mag dein Kommentar ja herhalten. Mir tun die Bewohner deiner folkloristischen Schnitzerlandschaft leid, die zu Reflexion in der Lage sind leid-ganz besonders die Flüchtlinge, welche sich bestimmt gerne andernorts aufhielten, in besserer Nachbarschaft. Ein germanischer Ringwall, drei Meter hoch, bewacht von Kämpfern gegen die „Islamisierung“ – könnte das die Rettung deiner Burg sein?

    Buntes Herbstlaub und braune Herzen. (Und Schnitzkunst)
    Es ist zum kotzen.

    PS: Mitläufer sind es, welche eure Gegend unattraktiv machen. Keine Flüchtlinge!

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  14. Nazienkel:
    Ich möchte mal ein paar Tropfen Wasser in den schönen Wein ihres „Anti-Nazi-Beitrages“ schütten:
    Unser GG sieht Asyl nur für politische Verfolgung vor und unsere Gesetze (Dublin 2) besagen, dass aus sicheren Drittstaaten Einreisende dorthin zurückkehren und dort Asyl beantragen müssen.
    Die 300 Sinti und Roma, die in Schneeberg untergebracht werden sollen, kommen aus dem EU-Betrittskandidaten Mazedonien. Da sie dort nicht politisch verfolgt werden, haben sie keinen Anspruch auf Asyl in Deutschland (Gerichte haben entsprechende Anträge abgelehnt). Diskriminierungen, Armut, Wunsch auf ein besseres Leben etc- all das sind nach unserem GG keine Asylgründe.

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  15. …tja, vielleicht wird ja doch einmal ausländerfeindliches und unsoziales Denken unter Strafe gestellt werden. Eine komische Vorstellung, auf der einen Seite, gewiss, aber – es würde mein Herz erfreuen, wenn xenophobe Deutsche sich in anderen EU-Ländern und Beitrittskandidaten politisches Asyl erhofften.

    Dann könnten sich die erwähnten Meckerer vielleicht ja auch endlich in Sammelunterkünften tummeln, luxuriös mit Gutscheinen einkaufen gehen – und welche anderen Vorurteile noch gegen sie bestehen möchten. Und aansonsten weiterhin ihrem „Kampf“ bzw. Widerstand gegen Gutmenschentum uund Islamisierung (Durch Roma???) frönen.

    @Harald: Ihr Beitrag ist bloß ein weiteres Zeugnis für Rohheit und Arroganz. Wer mit heutigem Wissen den Mitläufern eines NPD-Fackelzuges gegen Roma und Sinti (ausgerechnet!)auf deutschem Boden das Wort redet, handelt geschichtsvergessen und stellt einen Abgang jeglichen Verantwortungsgefühls unter Beweis.

    Verlinkt habe ich einen zwei Jahre alten Artikel der Jungle-World.

    http://jungle-world.com/artikel/2011/01/42349.html

    Wie man hier sehen kann, hat sich, wenn überhaupt, eher etwas zum schlechteren (zum von engstirnigen und Ewiggestrigen Deutschen geforderten Bösmenschentum) hin verändert. Hier wird auch Bezug auf die Lebensbedingungen genommen, welche auch in EU-Beitrittsländern bestehen.

    Auch wenn es abgeschmackt klingen mag:
    Hoch die internationale Solidarität!

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  16. Ich als Schneeberger habe in den vergangenen Wochen folgende Erfahrung gemacht: Die Unkenntnis vieler Bürger über die Zusammenhänge und Hintergründe der “Verlegung” von Asylbewerbern von Chemnitz nach Schneeberg hat zu Ängsten geführt. Niemand außer der NPD hat sich dieser Ängste angenommen – allerdings wurden durch die Verbreitung von Behauptungen die meiner Meinung nach fast alle aus der Luft gegriffen oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden diese Ängste noch verstärkt!
    Zur Vorgeschichte – nur als sachliche Information für alle, die es noch nicht wissen: In Chemnitz befindet sich das Erstaufnahmelager des Freistaates Sachsen. In diesem Erstaufnahmelager kam es – auch aufgrund der Überbelegung – zu tätlichen Übergriffen. Um vor allem Familien (also auch Mütter und Kinder) vor den wenigen gewalttätigen jungen Asylbewerbern aus verschiedenen Nationen zu schützen wurde kurzfristig entschieden diese Familien vorübergehend woanders unter zu bringen. Die seit 2008 teilweise leer stehende Kaserne in Schneeberg war dafür ideal. Mit dem Eigentümer wurde ein 2-Jahresvertrag abgeschlossen. In einer nächtlichen Aktion wurden dann die ersten Kinder, Frauen und Männer (hauptsächlich Familien) nach Schneeberg gebracht. Ich wiederhole es noch einmal: es handelt sich hier um eine Erstaufnahmeeinrichtung – nicht um ein Asylbewerber-Heim!
    Die Menschen, die einen Antrag auf Asyl stellen wollen werden hier maximal 3 Monate untergebracht. Der Antrag wird gestellt, es erfolgt eine ärztliche Untersuchung, es wird erster Deutschunterricht erteilt. Kein Kind darf in die Schule gehen, kein Erwachsener darf arbeiten, niemand darf sich eine Wohnung suchen…………
    Sie werden mit Kleidung versorgt und erhalten eine Unterkunft und Verpflegung. Gemäß dem Sozialgesetzbuch haben sie wie jeder andere Bürger auch Anspruch auf Alg II (also Hartz IV). Da ihnen aber Unterkunft, Bekleidung und Verpflegung gestellt wird, bekommen sie pro Monat 134,- € Bargeld in die Hand (nicht den “Regelbedarf” in Höhe von 382,- €, den “normale” Bedürftige erhalten). Für die Ehefrau und die Kinder wird dieser Betrag nach unten abgesenkt. Mit diesem Geld müssen sie alle Waren des täglichen Bedarfs selber kaufen – das erklärt auch, warum viele von ihnen nach der Geldauszahlung mit vollen Einkaufsbeuteln aus den Supermärkten kommen……………..
    Nach spätestens 3 Monaten werden die Asylbewerber in sogenannte “Asylbewerberheime” verlegt – unabhängig davon ob der Antrag entschieden wurde oder nicht. Wie viel Asylanträge abgelehnt werden, kann jeder auf der Internetseite vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nachlesen.
    Und jetzt frage ich: Wovor haben manche Schneeberger Angst?

    Menschen, die sich gerade mal höchstens 3 Monate am Rand unserer Kleinstadt aufhalten und in der Zeit höchstens mal zum Einkaufen oder Spazieren gehen die Kaserne verlassen – was sollen die denn groß für eine “Gefahr” darstellen? Die Grundforderung der Demonstrationsteilnehmer lautete doch, dass diese Einrichtung geschlossen werden soll – oder habe ich das falsch verstanden? Warum? Wenn ich allerdings Kritik an der Asylpolitik der Bundesregierung habe, dann demonstriere ich doch nicht in Schneeberg vor dem Rathaus! Auch die ständigen Vorwürfe gegen den Bürgermeister von Schneeberg und neuerdings sogar gegen den Landrat des Erzgebirgskreise halte ich persönlich für völlig unangebracht: die beiden haben in dieser Angelegenheit nichts zu entscheiden – Asylrecht wird grundsätzlich vom Bund entschieden.
    Fakten:
    1. Deutschland hat keinen Platz mehr?
    Jährlich werden etwa 9.000 Asylbewerber anerkannt, weitere 8.000 dürfen nicht abgeschoben werden. Deutschland hat einen jährlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 60.000. Auf 1.000 Einwohner der BRD kommen etwa 0,9 Asylbewerber, in der Schweiz sind es drei! Interessanterweise liegt der Ausländeranteil in den neuen Bundesländern zwischen 2 und 3%.
    In Berlin und Hamburg liegt er bei 14%, in NRW bei 11%.

    2. Asylbewerber belasten den Steuerzahler?
    Jährlich gibt der Bund etwa insgesamt 900 Mio. Euro für Flüchtlinge aus. Der Gesamtetat des Bundeshaushaltes 2013 liegt bei 310 Milliarden. Allein der Etat der Bundewehr liegt bei etwa 33 Milliarden.

    3. Im Jahr 2013 werden vermutl. Insgesamt 90.000 Asylanträge gestellt werden. 1994 waren es 350.000.

    4. Asylbewerber sind krimineller als “gute Deutsche”?
    Gut ein Drittel der von Asylbewerbern begangenen Straftaten sind Verstöße gegen das Ausländergesetz und das Asylverfahrensgesetz.

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  17. Steffen Hermann und Nazienkel:
    Sie blenden leider das Wichtigste aus:
    Asyl ist nach unserem Grundgesetz (und das gilt immer noch in Deutschland) an POLITISCHE Verfolgung geknüpft und die ist bei den meisten Asylbewerbern nicht gegeben, insbesondere ist sie bei den Sinti und Roma, die nach Schneeberg kommen sollen, nicht gegeben.
    Wollen sie das GG ändern?
    Von etwa 13300 Asylbewerbern Jan.-Juni 2013 wurden nur knapp über 300, genau 2,7 %, anerkannt (Quelle: ein Artikel auf spon).

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  18. Ich bin wirklich überrascht, dass der Shitstorm empörter Schneeberger hier weitgehend ausgeblieben ist. Der Text ist wohl noch nicht entsprechend verlinkt worden.

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  19. Auch Gesetze kann man kritisch hinterfragen.

    Außerdem: selbst wenn die Befürchtungen gerechtfertigt sein sollten und nicht bloße Hetze darstellen, sollte sich niemand auf einer NPD Demo blicken lassen. Dann informiert man sich, sieht nach, was man machen kann – man läuft aber nicht auf einem „Fackellauf“ der NPD mit. Das ist einfach nur dämlich. Und sich dann rausreden zu wollen à la „Ich bin kein Nazi, aber…“ funktioniert auch nicht, wenn man auf einer NPD Veranstaltung steht.

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  20. @Herald:

    „Asyl ist nach unserem Grundgesetz (und das gilt immer noch in Deutschland) an POLITISCHE Verfolgung geknüpft und die ist bei den meisten Asylbewerbern nicht gegeben, insbesondere ist sie bei den Sinti und Roma, die nach Schneeberg kommen sollen, nicht gegeben.“

    In Schneeberg ist ein Asylbewerberheim geplant.

    1. Asyl kann nur auf deutschem Boden beantragt werden.
    2. Während der Prüfung werden die Antragssteller_innen in dem Asylbewerberheim untergebracht.
    3. Erst nach der Prüfung ist ein Asylgrund anerkannt oder eben nicht.

    Ihr Argument macht auf den Fall Schneeberg bezogen überhaupt keinen Sinn. Während der Unterbringung in Schneeberg ist noch nicht entschieden worden, ob ein Asylgrund gegeben ist oder nicht. So lange noch keine Zeitmaschine erfunden worden ist, ist aber die Unterbringung der Asylsuchenden nunmal der logisch einzig mögliche Schritt vor der Anerkennung/Ablehnung.

    4. Egal, ob ein Schneeberger Bewerber anerkannt wird oder nicht: Bei Ablehnung muss der Mensch Schneeberg verlassen, bei Anerkennung muss er/sie ebenfalls das Heim verlassen. Ob die Menschen sich dann freiwillig in der Region niederlassen, kann angesichts dieser „Gastfreundlichkeit“ ziemlich sicher ausgeschlossen werden.

    Ich sehe an der Stelle der Heimgegner_innen nur vier verschiedene Möglichkeiten:

    Entweder
    1. Die Gegner fordern, dass Asyl auch auf ausländischem Boden beantragt werden darf
    oder
    2. Die Gegner fordern, dass die Residenzpflicht abgeschafft wird.
    oder
    3. Die Gegner fordern, dass das Grundrecht auf Asyl abgeschafft wird.
    oder
    4. Die Gegner setzten sich rational und vernünftig mit dem Ablauf von Asylverfahren auseinander und erkennen, dass Ihre Einwände Unsinn sind.

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  21. Ich dachte mich trifft der Schlag als ich Sonntag Abend diesen Bericht über Schneeberg sah.Fremdschämen hoch 26 unglaublich eine Horde hobbyloser verblödeter Looser,die den ärmsten Schweinen Schuld an eigener Unzulänglichkeit geben dem Leben so etwas wie Sinn oder Bedeutung zu geben.Eure Unzufriedenheit liegt nicht an den 3 Ausländern die ihr zu beherbergen habt sondern dem Unvermögen den wahren Grund für euren Frust herauszufinden,das würde ja voraussetzen in den Spiegel schaun zu können und sich zu fragen ,was ist mein Beitrag und kann ich die Verantwortung dafür übernehmen…Gute Besserung

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  22. Münchhausen:
    Was sie schreiben ist nichts Neues:
    Mein Einwand ging gegen die Asylverfahren bei uns, die sich von der Rechtswirklichkeit, also den geltenden Gesetzen (GG, Dublin 2) und dem eigentlichen Sinn des Asyls (politische Verfolgung) schon bis zu Unkenntlichkeit entfernt haben. Danach haben die meisten Flüchtlingsgruppen kein Recht auf Asyl, weil sie nicht politisch verfolgt werden. (Von allen Anträgen im ersten Halbjahr wurden nur 2,7 % (!!!) positiv entschieden- die Gerichte das also auch so. Diese sind eher zuwanderungsfreundlich.) Deshalb sollte in allen solchen Fällen wie bei Flüchtlingen aus einem europäischen Land (evt. Westrussland ausgenommen) kein Asylverfahren durchgeführt werden. Bei den Wirtschaftsflüchtlingen, die aus Afrika kommen (nicht alle Flüchtlinge aus Afrika sind solche), müssten die Regelungen verändert werden (Anlaufstellen für Asyl in Nordafrika, kurze Verfahrensfristen maximal 2-3 Monate).

    Wir haben es hier mit großen Migrationsbewegungen aus der „armen“ Welt in die „reiche“ Welt zu tun (solche Bewegungen gab es in der Geschichte oft- es ist gut mal zu schauen, was aus den Ländern, in die sich diese Bewegungen ersteckten, geworden ist). Das Asyl ist nur das (leider untaugliche) Vehikel dazu. Deshalb brauchen wir klare Gesetze mit der neuen Situation angepassten Regelungen, eines für Asyl und ein anderes für Zuwanderung. Die Politik mogelt sich da herum und hat kein Rezept für diese MIGRATIOMSBEWEGUNGEN. Sie will das heiße Eisen nicht anpacken- solange, bis es wirklich bedrohliche rechtsextreme Parteien gibt (Frankreich) und nicht die paar NPD-Idioten, die ihr hier bekämpft.

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  23. @Harald:

    Was denn nun? Irgendwie passt das nicht zusammen. Entweder werden jährlich nur 2,7% der Asylverfahren positiv beschieden oder „wir“ ™ werden gerade von einer „großen Migrationsbewegung“ überrannt.

    Will man die Asylverfahren beschleunigen, muss übrigens der Asylsektor besser finanziert werden. Aber auch dagegen sind ja die Asylgegner.

    Asylantrag soll auch auf ausländischem Boden gestellt werden dürfen? Führt das aber nicht zu einem Anstieg der Asylbewerberzahlen und zu noch höheren Zahlen?

    „Deshalb brauchen wir klare Gesetze mit der neuen Situation angepassten Regelungen“ Wir haben klare Gesetze. Dublin II im internationalen Rahmen, im nationalen Rahmen die Drittstaatenregelung und das AsylVerfG mit immerhin 90 Paragraphen. Aber vielleicht kritisieren Sie mal konkrete Passagen und Maßnahmen, statt ihre Meinung aus abstrakten, überzeitlichen Weltentwicklungsphilosophien abzuleiten.

    Mit den übrigen Argumenten kann ich mich leider nicht auseinandersetzen. Sie vermischen hier die verschiedensten Ebenen miteinander, streuen ein paar Halbwahrheiten hinein und ziehen daraus Schlußfolgerungen. Sie verarbeiten Erdbeeren und Gurken zu einem matschigen Kartoffelbrei.

    Kleines Beispiel:

    Sie schrieben:
    „Danach haben die meisten Flüchtlingsgruppen kein Recht auf Asyl, weil sie nicht politisch verfolgt werden. (Von allen Anträgen im ersten Halbjahr wurden nur 2,7 % (!!!) positiv entschieden- die Gerichte das also auch so. Diese sind eher zuwanderungsfreundlich.) Deshalb sollte in allen solchen Fällen wie bei Flüchtlingen aus einem europäischen Land (evt. Westrussland ausgenommen) kein Asylverfahren durchgeführt werden.“

    Wie soll ich darauf antworten, wenn hier alles mögliche zusammengewürfelt wurde?

    1. Was hat die Quote 2,7% aller Anträge mit den Flüchtlingen aus einem europäischen Land zu tun? Die Quote setzt sich aus den Anträgen aller Herkunftsstaaten zusammen. Sie sagen nicht, wie hoch die Anerkennungsquote der Flüchtenden aus „europäischen Ländern“ ist, ziehen aber Schußfolgerungen aus einem nicht-genannten Fakt.
    2. Selbst wenn das Asylrecht für bestimmte Länder abgeschafft wird, brauchen wir doch Prüfverfahren, ob die Geflüchteten aus einem Nicht-Asylfähigen Staat oder einem Asylfähigen Staat kommen. Dann sind wir wieder beim Asylbewerberheim (Außer wir bauen eine MAuer, drei Meter hoch um die Bundesrepublik mit Stacheldraht und Türstehern – ich fürchte nur, dass das auch nochmal teurer wird, als die Asylleistungen zur Zeit)
    3. Die Gerichte sind eher zuwanderungsfreundlich? Das behaupten Sie einfach ohne Beleg und schlußfolgern, dass die Quote eigentlich unberechtigterweise zu hoch ist.
    4. Es existiert keine „westrussische“ und „ostrussische“ Staatsangehörigkeit.

    Übrigens: Ich persönlich bekämpfe nicht ein paar „NPD-Idioten“. Ich sehe die Gefahr im Rassismus der Mitte, der überall Zerfall, Gefahr und Überfremdung am Werke sieht, konkrete Zusammenhänge und Fakten nicht zu Kenntnis nimmt, sondern nur seinem subjektiven Bedrohungsgefühl folgt und sich von den einfachen Lösungen der „NPD-Idioten“ ködern lässt.

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