Proteste und Polizeigewalt in der Türkei

Deutsche Deutungsmuster erklären nicht die türkische Innenpolitik: Mit einem vereinfachten Freund-Feind-Schema lässt sich zwar bequem die eigene Sicht der Dinge rechtfertigen,  doch damit lassen sich nicht komplexe gesellschaftliche und politische Zusammenhänge erklären. Wir versuchen die Hintergründe zu beleuchten und Menschen aus der türkischen Community in Deutschland zu Wort kommen zu lassen. 

Von Roland Sieber

Die Türkei ist wieder in den deutschen Medien. Diesmal nicht wegen des Syrienkonflikts oder einer möglichen EU-Mitgliedschaft. Diesmal sind Unruhen und Polizeigewalt der Anlass. Entzündet haben sich die Proteste an der Besetzung des Gezi-Parks in Istanbul. Proteste nach Occupy-Vorbild mit Zelt und Schlafsack gegen ein Stadtentwicklungsprojekt. Die Fotos von Straßen im Tränengasnebel und schwerverletzten Menschen, von denen einige bewusstlos waren, verbreiten sich an den Staatsmedien vorbei über soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook. Samstag um 16 Uhr gibt die Staatsmacht vorläufig nach: Die Regierung befiehlt den Polizeieinsatz gegen die Massenproteste abzubrechen. Den Einsatz von Pfeffergas bezeichnet Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan als Fehler und ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an.

Wasserwerfen treiben Demonstranten beim Taksim-Platz auseinander, 1. Juni 2013 © Screenshot vom YouTube
Wasserwerfen treiben Demonstranten beim Taksim-Platz auseinander, 1. Juni 2013 © Screenshot YouTube

Zu spät: Zehn-, wenn nicht gar Hunderttausende Menschen strömen zum Taksim-Platz in der Nähe des besetzten Parks und fordern den Rücktritt des türkischen Ministerpräsidenten. In 48 Provinzen kommt es zu etwa 90 Demonstrationen. Die Bilder von Istanbul wiederholen sich am Sonntag in Ankara, wo hunderte Protestierende offenbar den Regierungssitz stürmen wollen, sowie in weiteren großen und kleinen Städten. 1.700 Menschen werden nach Angaben des türkischen Innenministeriums vorübergehend festgenommen. Berichte von Tausenden verletzten Demonstranten machen die Runde. Laut Amnesty International gibt es auch Meldungen über zwei Tote, deren Wahrheitsgehalt aber noch nicht überprüft wurde. In Europa, der arabischen Welt und Nordamerika gibt es spontane Solidaritätsdemos. Kritik von der EU und den Außenministern einiger Länder an dem Polizeieinsatz folgen.

Die Proteste begannen, als für den Umbau des Taksim-Platzes vor einigen Tagen mit Bäumfällarbeiten begonnen wurde. Umweltschützer kritisieren, dass in Istanbul immer mehr Grünflächen für Neubauten geopfert werden. Die Demonstrationen integrierten den Protest gegen die geplanten Alkoholverkaufs-Einschränkungen sowie den Unmut über die von der islamisch-konservativen Regierung gewollte Ächtung öffentlicher Liebesbekundungen („Knutschverbot“). Die oppositionelle kemalistisch-nationalistische CHP unterstützte die Proteste, obwohl sie den Bau eines Einkaufszentrums in der Nähe von Gezi-Park und Taksim-Platz mitgetragen hatte. Ein Gericht in Istanbul ordnete am Freitag laut Medienberichten an, die Bauvorhaben müssten zunächst auf Eis gelegt werden.

Die AKP, die türkische CSU?

Um diesen Konflikt zu verstehen, reicht der Blick durch die deutsche Brille auf die türkische Innenpolitik nicht aus. Der seit 2003 regierende Erdoğan hat die Türkei wirtschaftlich weiter modernisiert und diese auf einen Wachstumskurs gebracht. Dies brachte ihm unter der politischen Linken in der Türkei den Ruf eines rücksichtslosen Neoliberalen ein. Die AKP schränkte aber unter ihrem Ministerpräsidenten zugleich die Macht des Militärs ein.

Streikwache der Mediengewerkschaft und des Gewerkschaftsdachverbands DISK vor dem Zeitungsverlag Sabah 2009.
Streikwache der Mediengewerkschaft und des Gewerkschaftsdachverbands DISK vor dem Zeitungsverlag Sabah 2009.

Hier beginnen die Widersprüche, die eine gespaltene Zustimmung auch linker Strömungen sowie fast der Hälfte aller türkischen Wähler zur AKP bedingen. Die islamisch-konservative Regierung erweiterte die Religionsfreiheit, die zuvor neben der islamischen Mehrheit auch die christliche Minderheit einschränkte, gestand der kurdischen Minderheit ihre eigene Sprache und eigene Medien zu. Die Todesstrafe wurde abgeschafft, die Meinungsfreiheit wurde zunächst erweitert und der Kampf gegen die Folter verstärkt. Die Gewerkschaften durften wieder streiken und auch regierungskritische Medienberichte und Bücher waren wieder möglich. Um die Bedingungen für einen möglichen EU-Beitritt zu erfüllen, garantierte die AKP-Regierung also auch Bürgerrechte, die in der Türkei seit dem letzten Militärputsch real so nicht mehr existierten.

Islamische Fundamentalisten contra Militärdiktatur?

Der letzte große und offiziell dritte Militärputsch ereignete sich am 12. September 1980. Auch wenn das Militär seine Macht wieder an eine Scheindemokratie mit demokratischen Wahlen abtrat, so blieben Sondergesetze bis zu einem Verfassungsreferendum im September 2010 bestehen. Jahrelang verschwanden Menschen spurlos in Folterkellern und Militärgefängnissen, wurden Parteien und Institutionen blutig vom Militär „gesäubert“ – besonders brutal die damals noch sozialdemokratische CHP sowie linke Parteien und Gruppen. Immer saß der jeweiligen Regierung die Angst vor einem möglichen erneuten Militärputsch im Nacken. Egal, welche Partei auch gewählt wurde, am Ende hatte das Militär das Sagen. Daher kommt die Rede vom „Staat im Staat“.

Flagge der Türkei
Flagge der Türkei

Ende Oktober 2008 begann der Prozess gegen 86 mutmaßliche Mitglieder der nationalistischen Gruppe „Ergenekon“, denen vorgeworfen wurde, an mehreren Anschlägen sowie an einem Putschplan gegen die Regierung beteiligt zu sein. In Bezug auf Menschenrechte dürfte aber eine andere Dimension des Prozesses weit aufregender gewesen sein: Mit „Ergenekon“ wurde erstmals die Rolle des Militärs seit dem letzten Putsch öffentlich thematisiert und wichtige Bestandteile und Personen des sogenannten „tiefen Staates“ identifiziert. Allerdings wurden auch Befürchtungen laut, die Regierungspartei würde so unliebsame Kritiker mundtot machen wollen. Die AKP hat es in jedem Fall geschafft, neben dem Militär einen zweiten Machtblock in der Türkei zu etablieren.

Militär verliert, Polizei gewinnt an Macht

Die „Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei“ AKP wird in den ärmeren städtischen Vierteln und vor allem in den ländlichen Regionen gewählt, ein Milieu aus dem sich auch die türkische Polizei rekrutiert. Nachdem das Militär zum Rückzug gezwungen war, hinterließ es ein Machtvakuum, das zunehmend von der Polizei und weiteren Behörden unter AKP-Führung gefüllt wurde. In dem Moment, wo Regierung und Militär ein Machtgleichgewicht bekamen, wurden plötzlich die politischen Kräfte dazwischen interessant. Dies dürfte ein weiterer Grund für die Verbesserung für die Zivilgesellschaft bis etwa 2009/2010 gewesen sein.

Neue Gesetze schränken allerdings mittlerweile die erst vor wenigen Jahren durchgesetzten Bürgerrechte ein. „Es ist wie im Krieg“, war 2011 von Studierenden und Dozenten aus den Unis zu hören. Kritiker der Regierung wurden in rechtsstaatlich fragwürdigen Verfahren zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt: Halil Savda, Fazil Say, Pinar Selek – nur drei Namen von vielen, deren Verurteilungen für internationale Empörung sorgten. Und zunehmend mischt sich die religiös-konservative Erdoğan-Regierung auch in das Privatleben der Menschen ein.

Wer kommt, wenn die AKP geht?

Die größte Oppositionspartei im Parlament bildet mit 26 Prozent die kemalistisch-nationalistische „Republikanische Volkspartei“ CHP. Sie ist neben der nicht im Parlament vertretenen Demokratischen Linkspartei (DSP) eine sozialdemokratische Partei und als solche auch Vollmitglied der Sozialistischen Internationalen und assoziiertes Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Europas. Dennoch gilt die Partei heute als stramm nationalistisch und militärnah, was sich unter anderem in ihrer Positionen zur Kurdenpolitik bemerkbar macht. Mit 13 Prozent zog auch die extrem nationalistische MHP ins aktuelle Parlament ein. Auch wenn sie in der Türkei aus realpolitischen Gründen nicht mehr so offen rassistisch und faschistisch agiert wie die Graue Wölfe in Deutschland, lassen ihre politischen Wurzeln und ihr Ultranationalismus sie kaum als demokratische Alternative erscheinen. Da es in der Türkei eine Zehn-Prozent-Hürde für den Parlamentseinzug gibt, traten einige kleinere Parteien nicht an, unterstützen aber unabhängige Kandidaten. Über diesen „Umweg“ schaffte es die „Partei des Friedens und der Demokratie“ (BDP) mit 29 Abgeordneten eine Fraktion zu bilden.

Da jede Regierung, die nicht von der AKP gestellt wird, auch zukünftig vom Militär abhängig sein wird, ist trotz aller Kritik nicht damit zu rechnen, dass diese bei den nächsten Wahlen abgewählt wird. Schon jetzt gibt es Meldungen, dass Militärangehörige Gasmasken für Protestierende gegen das Reizgas der AKP-nahen Polizei verteilen und verletzte Demonstranten in Militärkrankenhäusern behandelt werden. Dass auch Mitglieder der CHP und MHP plötzlich neben sozialistischen, grünen und kommunistischen Gruppen die „Umweltproteste“ unterstützen, und diese laut unbestätigten Berichten neben der Polizei auch von bewaffneten AKP-Mitgliedern angegriffen werden, lässt auch in der türkischen Community in Deutschland die Furcht vor einem Bürgerkrieg aufkommen.

Weiterlesen..: Stimmen aus der türkischen Community

11 Kommentare zu „Proteste und Polizeigewalt in der Türkei

  1. „Die Regierung befiehlt den Polizeieinsatz gegen die Massenproteste abzubrechen. “

    Das hat sie natürlich nicht befohlen. Das beschränkte sich lediglich auf Istanbul, wo es aber auch schon wieder zu Repressionen kommt. In sämtlichen anderen Städten ging es weiter wie vorher.

    Und warum unterschlägst du eigentlich, dass in keinem anderen Land der Welt, auch nicht in China und Iran, mehr Journalisten im Knast sitzen als in der Türkei? Doch nicht etwa, weil das zu deiner Schönfarberei der AKP nicht passen würde? das mag ich gar nicht glauben.

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  2. So sehr ich normalerweise die Artikel hier gut finde muss ich doch einige Anmerkungen anbringen:

    Wie oben angerissen gab es am Anfang nach dem Machtantritt der AKP positive Entwicklungen – diese sind aber spätestens seit 2009 in das Gegenteil umgeschlagen. Es seien hier die so genannten „KCK Verfahren“ erwähnt, bei welchen bisher gut 10.000 Personen inhaftiert wurden – angeblich geht es um den zivilen Arm der PKK, aber am Ende wurden von Journalisten über Anwälte, von Bürgermeister zu Menschenrechtsaktivisten (vorwiegend kurdische) Opponenten der AKP inhaftiert. Dies ist eine andere, „effektivere“ Strategie der Regierung, da keine direkte „Gewalt“ wie zu Zeiten der Militärs zu sehen ist.

    Auch die Behauptung, dass es eine weitestgehende Liberalisierung/Öffnung im Bezug auf die kurdische Sprache und Presse gibt ist so falsch. Es gibt einen staatlichen, kurdischsprachigen Fernsehsender, welcher aber primär unpolitische Berichte oder AKP-Nahe Propaganda bringt. Die einzige kurdischsprachige Zeitung im Lande, Azadiya Welat, wird noch immer täglich mit Gerichtsverfahren überzogen, der letzte Chefredakteur gerade zu mehr als 50 Jahren Haft verurteilt. Entsprechend wird auch noch immer gegen unabhängige kurdische Sprachzentren usw. vorgegangen. Dazu kommt, dass unter der AKP die Türkei auf Nummer 1 in Sachen verhafteter Journalisten weltweit vorgerückt ist – wahrlich keine Auszeichnung für eine „Öffnung“ in der Türkei. Wie gerade CNN berichtete hat Turkcell zugegeben, dass auf Druck der AKP diese die Telefonverbindungen rund um den Taksim Platz gekappt haben. Ähnliche Berichte gibt es im Bezug auf die Medien, welche zumeist staatsnah sind und Oppositionsmeinungen kein Forum bieten (die meisten großen Medienhäuser in der Türkei gehören wirtschaftlichen Konglomerate der so genannten „anatolischen Tigern“ an, ergo dem Wahlklientel der AKP sowie Gewinner des neoliberalen Projekts.

    In Sachen Gewerkschaften sei darauf hingewiesen, dass zwar formell das Streiken wieder erlaubt wurde – im Gegenzug gab es aber auch Massenverhaftungen gegenüber den beiden großen Gewerkschaften KESK und DISK; die Selbstorganisierung von ArbeiterInnen wurde immer wieder brutal unterdrückt, die Bedingungen hinsichtlich der Sicherheit am Arbeitsplatz haben sich – wegen der neoliberalen Politik der AKP – gravierend verschlechtert. Verlässliche NGO Zahlen sprechen alleine von knapp 500 Todesfällen im letzten Jahr am Arbeitsplatz wegen mangelnder Sicherheit.

    Alles in allem zeigt sich hier eine Regierung, welche autokratisch regiert und das alte militärische System durch eine konservativ-islamische, der Gülen-Bewegung nahen stehende, Elite ersetzt hat. Somit wurde das eine Schlechte durch etwas anderes, in vielen Dingen genauso Schlechtes, ersetzt. Das sich einige Dinge zum Positiven gewandelt haben ist unbestreitbar, doch die Frage ist zu welchem Preis. Hier sei auch noch die Namensbennenung der aktuellen, sich nun im Bau befindlichen, dritten Brücke über den Bosporus erwähnt, welche an einen berühmten „Aleviten-Schlächter“ und Eroberer von Istanbul erinnert. Genau diese Brücke hat Erdogan als Bürgermeister von Istanbul noch selber abgelehnt, jetzt sieht er es aber als ein eigenes Prestigeobjekt an.

    Zu den Protestierenden selber: Es ist mitnichten eine CHP/MHP geführte Protestbewegung, auch wenn sich diese beiden Parteien nun den Protesten angeschlossen haben. In Istanbul bei den Parkprotesten war z.B. als erstes der kurdische BDP Abgeordnete von Istanbul vor Ort und hat sich solidarisiert. Wie viele Kollegen von vor Ort berichten ist die Protestbewegung aus allen sozialen, politischen und religiösen Schichten – gemeinsamer Nenner ist, dass erkannt wurde, dass ein vermeintlicher wirtschaftlicher Aufschwung auf Kosten der Meinungsfreiheit und Liberalität nicht wünschenswert ist. Insbesondere da, wie viele Ökonomen immer wieder aufzeigen, der Wirtschaftsaufschwung auf tönernen Füßen aufgebaut ist und die aktuelle Situation frappierend an das Jahr vor dem Wirtschaftscrash in der EU Zone erinnert.

    Zwei Dinge wurden in der Zeit von Erdogan am meisten erbaut: Neue Moscheen und „Shopping-Malls“. Die Bildung, insbesondere in den kurdisch dominierten Ostgebieten, ist weiterhin vernachlässigt.

    Das die CHP wie auch die MHP in Sachen Kurdenfrage reaktionärer sind denn die AKP ist unbestreitbar (wobei bei der AKP das Ganze primär aus wahltaktischen Gründen geschah/geschieht) – wie auch in vielen anderen Dingen, wie der Verbandelung mit dem Militär, Nationalismus usw. Das heißt aber noch lange nicht, dass die sehr differenzierte Protestbewegung sich von diesen Parteien „einspannen“ lässt – vielmehr formiert sich hier zum ersten Mal in der Türkei eine offensive, selbstbewusste Zivilgesellschaft, welche genug davon hat von „Oben herab“ regiert zu werden, egal ob dies nun die AKP oder die CHP ist – das haben die meisten Statements der Protestierenden auch klargemacht und das bestätigen auch so gut wie alle Intellektuellen Kommentatoren innerhalb der Türkei: Es geht hier am Ende darum, dass das Staatsprinzip „Türkei“ in seiner aktuellen Form angegriffen wird, ergo dem autokratischen Duktus seit Atatürk (auch wenn sich Teile der Bewegung romantisierend auf diesen beziehen) und dem „alle vier Jahre dürft ihr wählen, ansonsten habt ihr nichts zu sagen“.

    Ich hoffe diese Anmerkungen ergänzen Euren Artikel adäquat um ein paar Punkte…

    Ein Journalistenkollege, welcher seit 2008 seinen Schwerpunkt auf die Türkei, die Kurdenfrage und dem Transformationsprozess unter der AKP gelegt hat.

    Ps.: Das Erdogan den CS Gas Einsatz als „Fehler“ eingestuft hat war nur eine Plattitüde, wie die aktuellen Ereignisse zeigen – mittlerweile fabuliert Erdogan, wie ein klassischer Despot, davon, dass „ausländische Kräfte“ hinter den Protesten stehen würden…

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  3. Zum Hintergrund: Sehr gut gemachte WDR-Sendung anlässlich des Todestages von Nazim Hikmet. Hierin O-Töne von Dogan Akhanli – der soeben in der Türkei von einem „Richter“ (in Abwesenheit) erneut zu lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt wurde:

    [audio src="http://gffstream-5.vo.llnwd.net/c1/m/1369747033/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20130603_0920.mp3" /]

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  4. Die Türkei wollte Griechenland neulich helfen, indem es 20% seiner militärischen Belastungen übernimmt. Griechenland hat aber abgelehnt. Eine der Ursachen für die massive Verschuldung des griechischen Staates ist der ruinöse Rüstungswettlauf mit dem NATO-“Partner“ Türkei. Das gegenseitige Wettrüsten der beiden Nachbarländer hat, – davon spricht man zu wenig -, am allermeisten zur Verschuldung Griechenlands beigetragen. Die beiden Staaten sind Hauptabnehmer der deutschen Rüstungsindustrie.

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  5. Ein lupenreines Plädoyer für die AKP ist das, lieber Roland Sieber. Hier hast du definitiv den falschen Beratern zugehört.
    Wenn, wie du selbst richtig schreibst, die AKP die türkische CDU ist, was hindert dich daran, einfach die Perspektive zu wechseln, wenn es um die Türkei geht? Sprich einfach mal mit den aufgeklärten Leuten, die in vielen Städten der Türkei auf die Straße gehen und das größtenteils unbehelligt von der Polizei. Dann wärst du besser informiert.

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  6. „Screenshot YouTube“ ist eine ungenügende Quellenangabe, ich bitte das Video zu verlinken.

    [Anm. der Red.: Der besagte Screenshot ist aus einem zusammengeschnitten Video, dessen Inhalt ich nicht vollständig verifizieren konnte, darum keine direkte Verlinkung. Die besagte Szene ist aber auch in diesem Video der Deutschen Welle festgehalten und durfte die gleiche Quelle haben: http://www.youtube.com/watch?v=c5T6i3TX82c MfG Roland Sieber]

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  7. Türkei: Lernt der Islam Freiheit?
    Die aktuellen Auseinandersetzungen zwischen jungen, westlich orientierten Großstadtbewohnern, oppositionellen türkischen Nationalisten und der Polizei im Dienste des islamisch-konservativen Regierungschefs Erdogan haben eine stark religiöse Komponente. Wer diese Streit-Dimension übersieht, wird den Konflikt nicht verstehen.
    Wer fehlt in den Bürgerdemonstrationen, die derzeit in nahezu allen Mittel- und Großstädten der Türkischen Republik stattfinden? Die Kopftuchträgerinnen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogans frömmelnde Wählerschaft aus den wirtschaftlich aufstrebenden Städten und Dörfern Anatoliens, die ihren Glauben gerne öffentlich zeigt – sie bleibt zu Hause. Stattdessen ringen viele Religiöse um Fassung: Allzu lange hatte sich der islamische Teil der Nation auf Wahlergebnissen von erheblich über 50 Prozent ausgeruht.
    Zwischen den aufmüpfigen modernen Säkularen, kemalistisch-traditionellen Laizisten und den islamisch Frommen liegen Welten. Der Machtpolitiker Erdogan schürt den Streit. »Eine Million Muslime« droht er »auf die Straße« zu schicken »gegen hunderttausend Demonstranten«.
    Gewalt erzeugt Gegengewalt.
    Staatliche Gewalt jedenfalls eröffnet keinen Ausweg, weder für die Freiheitssehnsucht vieler säkularer Bürger, noch für den türkischen Islam, noch für die Wirtschaft oder für die viele Millionen Menschen zählende Jugend des Landes.
    Mit seiner Erleuchtung verwirklichte Buddha die Einsicht in die relative und die absolute Wahrheit aller Erscheinungen. Er sah, wie sich auf relativer Ebene Glück und Leid im Leben der Wesen abwechseln. Obwohl alle nach dauerhafter Erfüllung suchen, gelingt es doch keinem, diese zu erlangen. Gleichzeitig sah er aus absoluter Sicht, wie allen Wesen der Zustand des Buddha als zeitloser Ausdruck des eigenen Geistes innewohnt. Dies veranlasste ihn zu der Aussage: „Sie sind alle Buddhas, doch sie wissen es nicht.“ Aus Unwissenheit erleben die Wesen Leid, obwohl die Natur ihres Geistes zeitlose höchste Freude ist.
    Jede Krise – egal auf welcher Ebene – global, politisch oder persönlich, ist immer eine Krise des Bewusstseins – eine Krise von Bewusstsein, dass sich getrennt von Allem anderen wahrnimmt. Die Krise ist in uns, tief in unserer Seele und nicht außerhalb.
    10. Gesang Yoga der Offenbarung. Krishna sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. http://de.wikipedia.org/wiki/Bhagavad_Gita
    Der einzige Weg, unser Leben und die Welt zu verändern, ist, dem Herzen zu folgen. Im Herz liegt unsere eigentliche Schöpferkraft. Es ist an der Zeit, vom Verstand ins Herz zu gehen, die Einheit zu realisieren und endlich die Träume unserer Seele zu verwirklichen. Bleibe im Herzen versunken und achte auf die Kraft, die sich in dir entwickelt! Feine Wellen gehen von uns aus; sie können die Herzen von Menschen wandeln. Die Hoffnung der Welt ruht auf einer einfachen Tatsache: Worte und Gedanken können Armeen besiegen, weil sie auf einer tieferen Ebene wirken als körperliche Gewalt. Weil sie mehr Menschen wirksamer erreichen, als eine Waffe es kann. Und wenn Worte nicht reichen, um einen Gegner zu überzeugen? Dann müssen wir noch eine Ebene tiefer gehen. Um einen anderen Menschen friedvoll zu stimmen – um seine Gedanken, seine Weltanschauung nachhaltig zu verändern –, müssen wir sein Herz berühren. Und das tun wir mit dem zartesten aller Gefühle: mit der Liebe. Mit ihr bereiten wir den Boden, auf dem Logik und intellektuelle Annäherung überhaupt erst gedeihen können. Das alte Sprichwort „Liebe überwindet alle Hindernisse“ ist absolut wahr. Denn Liebe überwindet sogar das feinste und stärkste Bollwerk, das wir kennen – den menschlichen Intellekt. Die Liebe versagt nie.
    http://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/tuerkei-lernt-der-islam-freiheit#Kommentare

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  8. @ Heinz

    Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen. Deine Weisheit scheint in der Praxis nicht zu funktionieren:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article106496962/Gewalt-zwischen-Buddhisten-und-Muslimen-eskaliert.html

    Wenn schon Relgion und Revolution vermischt werden sollen dann habe ich aber auch gute Texte im Angebot 🙂

    „Gottes Reich ist der Kommunismus

    Ernesto Cardenal über Gott und die Revolution, die Theologie der Befreiung und den Sozialismus im 21. Jahrhundert“

    http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nikaragua/cardenal2.html

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