NSU: Keine Macht den Verschwörungstheorien!

Verschwörungstheorien sind ein echtes Ärgernis: Sie vereinfachen komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge, geben einfache Antworten auf schwierige Frage und spielen den Falschen in die Hände. Dies alles gilt auch und gerade für den NSU-Komplex.

Von Patrick Gensing*

Screenshot aus dem NSU-Vdeo
Screenshot aus dem NSU-Vdeo

Die Vorfälle der vergangenen Monate und Jahre bieten reichlich Stoff für Legenden: Geheimdienste, die mit Nazis kooperieren und braune Netzwerke mitfinanzieren, Akten, die plötzlich dringend vernichtet werden mussten – und zahlreiche offene Fragen zum NSU und dessen Bekanntwerden.

Die Fragen, wie dieses Netzwerk so lange arbeiten konnte und welche Rolle die „V-Leute“ der Geheimdienste spielten, sind zentral für den NSU-Komplex. Aber handelt es sich deswegen um eine große Verschwörung?

Unfähig, aber genial?

Den Geheimdiensten und Ermittlungsbehörden wird vorgeworfen, sie hätten die Gefahr durch den rassistischen Terror über Jahre skandalös verharmlost. Dieser Vorwurf ist zutreffend und praktisch unumstritten. Doch wie viel Sinn ergibt es, selbst eine Terrorgruppe aufzubauen, wenn man gleichzeitig die Existenz solcher Zellen leugnet und somit die Voraussetzung schafft, nach dem  Bekanntwerden des Nazi-Terrors als Versager dazustehen?

Und wenn die Geheimdienste und andere staatlichen Stellen so ahnungslos und unfähig waren, wie es nun landläufig heißt: Wie sollten sie gleichzeitig eine Gruppe initiiert haben, die in der Nazi-Szene nicht als VS-Gurkentruppe aufgefallen sein soll? Der Vorsitzende des NSU-Ausschusses, Sebastian Edathy, sagte jüngst, es sei nicht ausgeschlossen, dass der Ku-Klux-Klan in Süddeutschland möglicherweise von einem Geheimdienst aufgezogen worden sei. Das erscheint durchaus denkbar, die bekannt gewordenen „V-Leute“ weisen beispielsweise darauf hin.

B&H = KKK – Fundamentalismus

So wie den KKK könnten sich Geheimdienstler tatsächlich die Nazi-Szene vorgestellt haben: Kasperköppe in komischen Gewändern, die nachts Kreuze anzünden und wie eine Sekte auftreten. Doch der KKK in Deutschland hatte genau deswegen zu keinem Zeitpunkt eine überregionale organisatorische Basis sowie eine dauerhafte Anbindung an die Szene. Die Kostüm-Rassisten waren vom Style und Auftreten gar nicht in der Lage, auf die sich modernisierende Bewegung entscheidend einzuwirken.

Der KKK gegen Neuheidentum
Der KKK gegen Neuheidentum

Zwar bezogen sich Blood & Honour-Strategen immer wieder auf den Klan, doch wurde dabei der religiöse Fundamentalismus offenbar weitestgehend entsorgt. B&H ist sozusagen der KKK minus christlicher Fundamentalismus. Der Klan wurde religiös-fundamentalistisch geprägt, was für die deutsche Neonazi-Szene mit ihrer Vorliebe für braune Esoterik und Neuheidentum vollkommen untypisch ist. In westdeutschen rechtsextremen Kreisen sind solche Überschneidungen zwischen radikalen Abtreibungsgegnern und NS-Freaks durchaus zu beobachten gewesen. Doch während der KKK noch gegen „New Paganism“ (Neuheidentum) wetterte, war die krude Mischung aus nordischer Mythologie und braunen Neuheidentum in der deutschen NS-Szene längst dominierend.

Viele Informationen, kaum Erkenntnisse

Wer also meint, Geheimdienstler hätten moderne Nazi-Netzwerke initiiert und angeleitet, unterstellt diesen Stellen ein ungeheures Fachwissen, Kenntnisse über die Dynamik von Bewegungen, ein sehr feines Gespür für die kulturelle Ausstattung von Szenen und einen fantastischen Weitblick. Doch über genau diese Fähigkeiten scheinen sie eben nicht verfügt zu haben. Geheimdienste waren zwar keinesfalls ahnungslos, was die Neonazis anging, sondern sie häuften Informationen über die Szene an; sie konnten mit diesen Details aber offenkundig wenig anfangen, bzw. analytisch Sinnvolles daraus ableiten.

Der Inlandsgeheimdienst Verfassungsschutz war von seiner ideologischen Ausrichtung auch gar nicht dafür vorgesehen, Neonazi-Netzwerke zu erkennen und zu analysieren. Der Umgang mit Rechtsextremen zeigt, dass deren Entschlossenheit vollkommen unterschätzt wurde. Offenbar glaubten Verfassungsschützer, sie könnten die Szene einfach durchleuchten und unter Kontrolle halten, indem man ordentlich Geld an diverse Kader zahlt. Der NSU bewies auf grausame Art, wie falsch diese selbstherrliche Annahme war. Der Geheimdienst sah die braune Bewegung durch eine Zerrbrille, nämlich durch die Darstellungen der Neonazis (V-Leute) selbst.

Auch bei dem Kompetenzgerangel zwischen den Behörden sowie dem Chaos bei der Führung der „V-Leute“ (ein Landesamt wusste nicht, welche „V-Leute“ die lieben Kollegen hatten), erscheint es wenig plausibel, dass gleichzeitig irgendwo ein Masterplan erstellt wurde, um eine rassistische Terrorgruppe aufzubauen.

Resultat gesellschaftlicher Entwicklungen

Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben mit seiner Anwältin Nicole Schneiders (Quelle: Screenshot N24 Livestream)
Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben mit seiner Anwältin Nicole Schneiders (Quelle: Screenshot N24 Livestream)

Der Nazi-Terror war kein künstliches Produkt von dunklen Geheimdiensten, sondern vielmehr ein geradezu „natürliches“ Resultat der gesellschaftlichen Atmosphäre in den 1990er Jahren. Die Legende, der NSU sei von finsteren Agenten erfunden worden, lenkt den Blick von den gesellschaftlichen Ursachen des Terrors ab, vom Versagen der Politik, der Medien, von unser eigenen Ignoranz – und spielt zusätzlich den Nazis in die Hände. Denn deren öffentliche Strategie in Sachen NSU sieht zumeist so aus, sich von den Morden zu distanzieren und den rechten Terror als eine Erfindung des „BRD-Systems“ abzutun.

Die Wohlleben-Anwältin Nicole Schneiders, früher selbst bei der NPD, sprach am Mittwoch beim NSU-Prozess laut taz von „geheimdienstlichen Verwicklungen. Auch auf das nationalistisch-verschwörungstheoretische Heft „Compact“ nahm Schneiders demnach Bezug. In einer Spezial-Ausgabe der Querfront-Postille wird sogar von einer heißen Spur auf ein „US-geführtes Terrornetzwerk mit Ausläufern bis zu den 9/11-Anschlägen“ gefaselt.

Das Hantieren mit unbelegten Behauptungen über VS-Verstrickungen fördert solche Legenden. Und deshalb sind Verschwörungstheorien kontraproduktiv und ärgerlich – auch und gerade im NSU-Komplex.

*Patrick Gensing ist Autor des Buch „Terror von rechts – die Nazi-Morde und das Versagen der Politik„.

Alle Artikel. Kommentar und Meldungen zum NSU-Terror.

41 Kommentare zu „NSU: Keine Macht den Verschwörungstheorien!

  1. Ich danke für diesen Artikel. Die Verschwörungstheoretikerszene findet zu viel Beachtung. Dabei betreibt sie eine erschreckende Mischung aus den Methoden von „Kulturindustrie“ und „faschistischer Propaganda“, wie sie in der „Dialektik der Aufklärung beschrieben wird. Es hagelt von Schlagworten, Andeutungen, es werden omninöse und unklare Feinbilder aufgestellt („Die Elite“!)usw. http://deu.anarchopedia.org/Dialektik_der_Aufkl%C3%A4rung

    In meinem Blog habe ich mich auch, an einem Fallbeispiel, mit (hauptsäschlich rechten) Verschwörungstheorien auseinandergestzt. Man bekommt das Gefühl, dass für viele Menschen die NSU-Leugnung (dazu gehören auch jene Behauptungen, da wäre nicht eigenverantwortlich, sondern „im Auftrag“ gehandelt wurden) eine ähnliche Entlastungsfunktion wie die Holocaustleugnung hat: Man kann die zerstörischen Potenzen des eigenen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus leugnen, denn nicht diese führen zu Terror und Mord, sondern „die Mächtigen“.

    „Die Welt“Leser zum NSU-Prozess. Erschütternd.

    Sturm, Stahl & Heer heißen die Anwälte von Beate Zschäpe. Das kann doch kein Zufall sein, die verhöhnt den Rechtsstaat, meint Herr Oswald in der Welt. Die Weltleser sehen das ganz anders.“

    https://www.freitag.de/autoren/bastian84/dieweltleser-zum-nsu-prozess-erschuetternd

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  2. Sehr guter Artikel. Die Verschwörungstheorie in Sachen NSU, alles sei von den Geheimdiensten gesteuert worden, gibt es übrigens ebenfalls in der Auseinandersetzung um die RAF. Insofern könnte man sagen, dass diese Verschwoerungstheorien nicht nur die Wirklichkeit unangemessen auf wenige Faktoren reduzieren, sie sollen auch von Verantwortlichkeit ablenken. Für die NSU und ihre lange Aktionszeit sind jede Menge Menschen verantwortlich. Davon soll abgelenkt werden.

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  3. Alles richtig,Herr Gensing.

    Nur werden die meisten „Verschwörungstheorien“ von den Mainstreammedien befeuert und letztlich sind diese begründet in den zahlreichen Aktenvernichtungen,den Verstrickungen der Geheimdienste und der Behinderung der Arbeit der Untersuchungsausschüsse.

    Transkript Bericht aus Berlin 14.4.2013:

    “Die Abgeordneten im Untersuchungsausschuss werden immer wieder mit dem kompletten Versagen der Sichheitsbehörden konfrontiert. Beispiel Jena: die Bombenwerkstatt des Trios wird entdeckt doch man lässt die drei untertauchen. Adresslisten, die zu Verstecken hätten führen können bleiben unbeachtet. Beispiel Kassel: ein Internetcafebesitzer wird ermordet. Ein Verfassungsschutzmann sitzt im Cafe bekommt angeblich nichts mit. Die von ihm geführten V-Leute muss er nicht offenbaren. Beispiel die Nagelbombe in Köln: von der Polizei als Terroranschlag bezeichnet. Eine Stunde später, nach Gesprächen im Innenministerium darf das nicht mehr gesagt werden. Gab es also eine Verschwörung ? Haben die Sicherheitsbehörden die drei geschützt ?”

    http://machtelite.wordpress.com/2013/04/15/ard-hinterfragt-tiefen-staat-im-nsu-komplex/

    Oder um es mit den Worten von Clemens Binninger zu sagen:

    Der Ausschuss-Obmann der Union, Clemens Binninger (CDU), rügte dies: Der Vorfall sei «nicht geeignet, Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen.» Zeit Online 29.6.2012

    Letztlich muss eine Verstrickung der Dienste nicht gleichbedeutend sein mit einer gezielten Steuerung des NSU.Trotzdem muss die Frage erlaubt bleiben,wieviel Staat im NSU Umfeld steckt und solange hier vertuscht wird,blühen eben Theorien.Leider ist die Unterstützung, bzw. der Schutz von rechten Strukturen und Terrorismus geschichtliche Realität,siehe Gladio/Stay Behind.Und auch in diesem Bereich herrscht wenig Aufklärungswille vor.

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  4. „Wer also meint, Geheimdienstler hätten moderne Nazi-Netzwerke initiiert und angeleitet, unterstellt diesen Stellen ein ungeheures Fachwissen, Kenntnisse über die Dynamik von Bewegungen, ein sehr feines Gespür für die kulturelle Ausstattung von Szenen und einen fantastischen Weitblick. Doch über genau diese Fähigkeiten scheinen sie eben nicht verfügt zu haben. Geheimdienste waren zwar keinesfalls ahnungslos, was die Neonazis anging, sondern sie häuften Informationen über die Szene an; sie konnten mit diesen Details aber offenkundig wenig anfangen, bzw. analytisch Sinnvolles daraus ableiten.“

    Warum sollten die kein Fachwissen haben? Das der Verfassungsschutz seit seiner Gründung von Altnazis unterwandert ist, ist doch kein Geheimnis. Warum sollten also Führungsgremien keine Ahnung von der Neonaziszene haben? Diese vorgespielte Unfähigkeit ist doch nur Schadensbegrenzung. Das zeigt ja auch, dass man offenbar recht hektisch etliche Unterlagen vernichtet und dabei wohl einige Hinweise auf diese übersehen hat.

    Dass die NSU-Mordserie aufgeflogen ist, war doch nicht geplant. Die Morde wurden über Jahre dem migrantischem Milieu selbst unterstellt. Das lies sich bis dahin wunderbar instrumentalisieren und klingt für mich sehr wohl nach Masterplan. Der Verfassungsschutz hat ganz sicher nicht den Befehl gegeben, Herrn XYZ gezielt zu eliminieren, das Töten von Unschuldigen aber problemlos in Kauf genommen und medial in die gewünschte Richtung gelenkt. Dass solche Aktionen von Geheimdiensten sehr wohl initiiert werden, haben verschiedene Stay-Behind-Aktionen ja inzwischen bewiesen. Wer meint, Geheimdienste als trottelige Looser darstellen zu müssen, die nicht wissen, was vor Ihrer Nase abläuft, hat nicht begriffen, was der Zweck dieser Dienste ist.

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  5. Das ist mir zu plump. Jeder Geheimdienst, soweit er unter Ausschluß der Öffentlichkeit operiert und Dinge tut, die er sonst nicht tun könnte, funktioniert wie eine Verschwörung. Es gibt nicht nur die Alternative, diesen alles oder gar nichts zuzutrauen. Und wie jede andere Organisation und Institution weisen auch sie in sich Interessenkonflikte und Fraktionen auf, zu denen Konflikte mit anderen Organisationen und Fraktionen hinzutreten, weshalb sich die Frage „Doch wie viel Sinn ergibt es, selbst eine Terrorgruppe aufzubauen, wenn man gleichzeitig die Existenz solcher Zellen leugnet und somit die Voraussetzung schafft, nach dem Bekanntwerden des Nazi-Terrors als Versager dazustehen?“ ein bißchen erledigt, finde ich.

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  6. Einerseits gebe ich Ihnen Recht: Gerade für viele Linke, die sich den Staat als monolithischen Block vorstellen, wirken Theorien von einem „Masterplan“ staatlicher Stellen anziehend. Damit wird ein viel zu einfaches Bild vom Staat bedient und, wie sie völlig zutreffend analysierten, von den gesellschaftlichen Gründen des Terrors abgelenkt.

    Jetzt aber ein großes ABER: Genauso bedenklich finde ich es, das von vielen Medien gezeichnete Bild zu übernehmen, in dem es sich bei all den mysteriösen Vorfällen um „Pannen“ oder deren Vertuschung handelt.
    Es gab keinen Masterplan, das haben sie in ihrem Artikel dankenswerterweise überzeugend dargelegt. Das schließt aber nicht aus, dass bedenklich große Teile in deutschen Sicherheitsapparaten mit der nationalsozialistischen Bewegung zumindest punktuell kollaboriert haben und zwar NICHT mit dem Ziel sie dadurch effektiver bekämpfen zu können.
    Die „Pannentheorie“ als Gegenmodell zu allen möglichen Verschwörungstheorien, unterstellt ein Maß an Dummheit und völliger Unfähigkeit, das schwer zu glauben ist.
    Ich weiß nicht, was passiert ist und mittlerweile dürften alle Informationen, die das jemals erhellen könnten, vernichtet sein. Dennoch halte ich es für eine sinnvolle Position, einerseits Verschwörungstheorien entgegenzutreten, andererseits aber auch die Theore, nach der staatliche Stellen als der natürliche Feind der radikalen Rechten seien, zu verwerfen.

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  7. Das Problem mit dem NSU war doch, dass er gerade nicht direkt Kind der 90er-Stimmung ist. Der VS und viele Politiker verstehen den 90er Terror eben so, dass es durch die Wiedervereinigung und „Überfremdung“ zu einer bösen Stimmung gekommen ist, in der radikale Unruhestifter „überreagiert“ haben. Kaum war das also vorbei, gibt es auch keiner 90er Stimmung mehr, alle gut.
    Der NSU aber hat, unabhängig davon, seine Wurzeln in Gruppendynamiken in der rechten Szene ebenso wie im dauerhaft vorhandenen Rassismus in der Gesellschaft.

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  8. Materialismus, Alter!

    Danke für den Kommentar. Ich möchte den Text nicht so verstanden wissen, dass es keine Mitschuld, kein Wegsehen und keine Unterstützung durch staatliche Stellen für Nazis gab. Diese teilweise offene Kumpanei wie in Thüringen oder BaWü in den 1990er Jahren hat ihre Ursachen aber nicht in einer zentral gesteuerten Verschwörung, sondern in Einstellungen, die teilweise bis offene Sympathie reichten.

    Viele Grüße
    Patrick Gensing

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  9. Patrick,

    danke für diesen Artikel. Es ist wohl tatsächlich so, dass Menschen, die den NSU als reinen Staatsterror sehen, damit gesellschaftliche Probleme unter den Teppich kehren (bewusst oder unbewusst).

    Andererseits gibt und gab es ja schon Staatsterror, weit vor dem NSU, z.B. in Form von Gladio, dessen Wirken dank Daniele Ganser ziemlich gut durchleuchtet ist. Solche Kenntnisse machen es schwierig, hier nicht wenigstens eine unterstützende Handlung einiger staatlicher Stellen zumindest zu vermuten.

    Gruß
    Max

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  10. Natürlich ist eine gezielte und geplante Staatsverschwörung gegen das „Gute auf der Welt“ Blödsinn ist. So funktioniert ein Staat nicht.
    Aber das Artikel schlägt in genau entgegengesetzte Richtung.
    Natürlich habe ich auch keine Antworten, aber viele Fragen:

    1. Welche Rolle spielten „Gladio“-Strukturen? Ein Artikel über NSU-Verschwörungen zu schreiben und „Gladio“ nicht erwähnen ist lückenhaft. Zu viele Parallelen gibt es dazwischen.
    2. Was ist mit Hoffmann? Er spielte zu große Rolle in militanten Widerstand der Nazis, um nicht einbezogen zu sein.
    3. Was muss in geschredderten Akten gestanden haben, dass es besser ist als völlig dumm und unfähig da zu stehen, als die Wahrheit ans Licht zu kommen.
    4. …

    Es gibt natürlich noch vielmehr Fragen, die wahrscheinlich niemals beantwortet werden. Alle Teile/Ursachen als bekannt abzutun, hilft auch nicht weiter. Die Wahrheit wird wie so oft irgend wo in der Mitte liegen.

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  11. „Und wenn die Geheimdienste und andere staatlichen Stellen so ahnungslos und unfähig waren, wie es nun landläufig heißt: Wie sollten sie gleichzeitig eine Gruppe initiiert haben, die in der Nazi-Szene nicht als VS-Gurkentruppe aufgefallen sein soll?“

    Von wem stammt die landläufige Interpretation, dass die Behörden ahnungslos und unfähig waren ?

    Die Strukturen des Thüringer Heimatschutz wurden vom Verfassungschutz gestärkt.Das ist eine nicht zu leugnende Tatsache.

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  12. Nach meiner Erfahrung tun sich staatliche Stellen, insbesondere die angeblichen „Sicherheits“organe (Polizei, Geheimdienste, Militär) extrem schwer damit, eigenes Fehlverhalten einzugestehen. Beispiel Polizeiübergriffe: da wird noch das offensichtlichste Fehlverhalten mit waghalsigen Rechtfertigungen zu entschuldigen versucht. Man denke nur an den höchst gefährlichen Kastanienbewurf, der die Gewaltorgie bei Stuttgart 21 begründen sollte.

    Von daher macht mich die Bereitwilligkeit, mit der Verfassungsschutz- und Landeskriminalämter ihr Versagen einräum(t)en, etwas stutzig. Es wirkt fast so, als seien die Betreffenden erleichtert, dass sich große Teile der Presse und Politik mit „Pannen“, „Kompetenzgerangel“ und so weiter zufrieden geben. So nach dem Motto „wenn wir schnell zugeben, dass wir versagt haben, stehen wir vielleicht doof da, aber dann schaut immerhin erst mal niemand mehr genauer nach“.

    Es ist bis heute nicht klar, was in den geschredderten Akten zum NSU drin stand. Es ist bis heute nicht klar, warum die LfV Thüringen, Berlin, Sachsen und das BfV ausgerechnet unmittelbar nach dem Auffliegen des NSU ihr Herz für den Datenschutz entdeckten und diese Akten schreddern mussten. Es ist bis heute nicht klar, warum – bspw. in Berlin – diese Schredderaktionen von einem Abteilungsleiter überwacht wurde. Es ist bis heute nicht klar, warum Beate Zschäpes Handy – das nicht auf ihren wirklichen Namen angemeldet war, versteht sich – nur kurz nach der Sprengung der Zwickauer Wohnung von einem Telefon aus dem sächsischen Innenministerium angerufen wurde – Stunden bevor die Polizei sie als Mieterin der Wohnung ausfindig machte und sie zu erreichen versuchte. Es ist bis heute nicht klar, was der V-Mann-Führer Andreas Temme wirklich in dem Kasseler Internetcafé, in dem Halit Yozgat erschossen wurde, machte. Es ist bis heute nicht klar, was er in Telefongesprächen mit von ihm „geführten“ Neonazis kurz vor und kurz nach dem Mord besprach.

    Ein Großteil der offenen Fragen rund um den NSU und die Nicht-Aufklärung der Mordserie sind nun einmal Fragen, die nur staatliche Stellen beantworten können. Und die einzige Antwort, die diese Stellen geben, ist ein bereitwilliges „wir haben halt versagt“. Damit kann man sich zufrieden geben. Aber man muss kein_e Verschwörungstheoretiker_in sein, um es nicht zu tun…

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  13. Herr Gensing,

    Sie widersprechen sich selbst.
    Sie sagen in dem Artikel, Verschwörungstheorien zum NSU-Komplex seien nicht zulässig, wollen aber auch die tatsächlichen Verbindungen zwischen Neonazis und Geheinmdienst nicht leugnen. Sie reden von der Kumpanei und Unterstützung der „Verfassungsschützer“ für die Nazi-Terroristen – Was ist das, wenn keine Verschwörung?

    Ihr Problem ist, dass Sie tatsächlich nur gegen bestimmte Verschwörungstheorien argumentieren (der NSU sei ein künstliches, der Gesellschaft von außen eingepflanztes Konstrukt einer von ihr klar abgrenzbaren Schlapphutclique), aber so tun, als sprächen Sie gegen Verschwörungstheorien an sich.

    Das Problem der von Ihnen kritisierten Theorien ist aber nicht, dass die von Verschwörungsaktivitäten ausgehen (denn die lassen sich mitlerweile schwer leugnen), sondern dass sie so tun, als wären Geheimdienste und die Neonaziszene bzw. die rassistische Mehrheitsgesellschaft klar voneinander abgenzbare Gebilde.
    Das tun Sie aber auch, in dem sie zum Beispiel schreiben: „Der Nazi-Terror war kein künstliches Produkt von dunklen Geheimdiensten, sondern vielmehr ein geradezu ’natürliches‘ Resultat der gesellschaftlichen Atmosphäre in den 1990er Jahren.“
    Als wäre die Verfassungsschutz nicht Teil der deutschen Gesellschaft der Neunziger gewesen!

    „Compact“ und Cosorten wollen mit ihren Behauptungen die deutsche Mehrheit und die Nazis schützen, Sie dagegen verharmlosen die Geheimdienste und die lange Tradition des Staatsterrorismuses (siehe Gladio, BdJ).

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  14. MaterialismusAlter: „Es gab keinen Masterplan, das haben sie in ihrem Artikel dankenswerterweise überzeugend dargelegt. Das schließt aber nicht aus, dass bedenklich große Teile in deutschen Sicherheitsapparaten mit der nationalsozialistischen Bewegung zumindest punktuell kollaboriert haben und zwar NICHT mit dem Ziel sie dadurch effektiver bekämpfen zu können.“

    Was nicht überrascht, schließlich sind der Verfassungsschutz und die anderen politischen Repressionsapparate der BRD von Nazis aufgebaut worden. Diese ideologische Ausrichtung wirkt bis heute nach. Man denke nur daran, dass die NPD nicht verboten werden konnte, weil es in dieser Partei so viele Geheimdiensspitzel gibt, dass das Verfassungsgericht es für unmöglich erklärte zwischen „echten“ Äußerungen und Taten der Partei und denen des Verfassungsschutz zu trennen.
    Die Vorstellung eines „Masterplans“ übersieht, dass es auch in Deutschland etwas sehr mächtiges gibt, was staatliche Strukturen und Organe nutzt, aber nicht zwingend gleichbedeutend ist mit „dem Staat“. Man kann das nach Eisenhower als „militärisch-industriellen Komplex“ bezeichnen. Teil davon sind die Geheimdienste und teil deren Tätigkeit ist Staatsterror, den es in der BRD immer schon gab. Gladio und die Wehrsportgruppe Hoffmann sind schon erwähnt worden und es gab (zumindest in der Anfangszeit) auch Waffenlieferungen des Verfassungsschutz an die Baader-Meinhof-Gruppe.

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  15. @ kein Verschwörungstheoretiker:
    Herr Gensing hat zu den offenen Fragen ebenfalls einen Artikel geschrieben, der bereits im ersten Satz dieses Textes verlinkt ist. Insofern verstehe ich ihren Kommentar hier nicht so ganz…

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  16. @MaterialismusAlter

    Die Erklärung der Schredder“Pannen“ könnte aber auch einen anderen Grund haben:

    Ein denkbares Szenario:

    Die Polizei ermittelte auf Grund von nicht anders als rassistisch zu nennendem Denken gegen die Opfer bzw. deren Familien. Eine Ermiitlung gegen Nazis wurde garnicht erwogen. Auch der Verfassungschutz sah die Nazis als „harmlos“ an.
    Gegenwärtig sollte man bei sowas haben, dass den Polizei- und Geheimdienstbehörden unüberschaubare Datenmengen vorliegen. Unzählige Akten, die allein bedeutungslos erscheinen mögen und erst in einem Gesamtbild relevant werden.

    Oder die zwei nie an ermittelnde Beamte weitergeleitete Profilergutachten: 2 männliche Täter, rassistisches Rechtfertigungs- oder Hauptmotiv, Serienmörder: Dass es sich nicht um Auftragsmorde handelte, hätte man bei der Öffentlichkeit der Taten bemerken können, die Leute wurden in ihren offenen Geschäften erschossen. Das spricht für Täter, die auch aus Lust bzw. für den Nervenkitzel töten. Dies muss man sich begreiflich machen: Der Nazismus ist nicht nur einen Ideologie, die zu Hass und Gewalt aufruft: Der Nazismus ist (dadurch) eine Ideologie, die besonders jene anruft, die Gewalt und Hass (wo auch immer diese Wünsche herkommen) ausleben wollen und sich dafür eine „höhere Weihe“ suchen. Die neulich veröffentlichen Zahlen aus NRW, bei denen man auch „unpolitische“ Gewaltakte von Nazis zählte, zeigt dies auch empirisch: Auf ein „politisches“ Gewaltdelikt kommen zwei „unpolitische“.

    D.h. Wenn man weiß, oder zumindest ahnt, wo man suchen muss, dann findet man auch etwas. Die haben aber nichts geahnt. Die eine Hand wußte nicht, was die andere tat.

    Was also tun: Man steht vor dem Dilemma, dass man bei der Aktenlage die NSU hätte eigentlich finden müssen. Nachdem die Namen klar waren, fiel es wahrscheinlich wie Schuppen von den Augen, also man sich die Akten nochmal anschaute. Nicht nur peinlich, nein, es wären wahrscheinlich „Köpfe gerollt“, vl. tatsächlich Abteilungen oder ganze Dienste abgeschafft wurden. Also:…

    Ok, ist auch eine „verschwörungstheorie“. Aber vl. sollte auch strickt bzwischen Verschwörungstheorie und -ideologie unterschieden werden. Watergate und Co. waren auch erstmal Theorien. Dazu: http://www.antifaschismus2.de/verschwoerungstheorien/ueber-verschwoerungsideologien/65-ein-kurzer-exkurs-ueber-die-genese-und-zunehmende-popularitaet-von-verschwoerungstheorien-in-krisenzeiten

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  17. @Daniel Kulla

    „Das ist mir zu plump. Jeder Geheimdienst, soweit er unter Ausschluß der Öffentlichkeit operiert und Dinge tut, die er sonst nicht tun könnte, funktioniert wie eine Verschwörung. Es gibt nicht nur die Alternative, diesen alles oder gar nichts zuzutrauen. Und wie jede andere Organisation und Institution weisen auch sie in sich Interessenkonflikte und Fraktionen auf, zu denen Konflikte mit anderen Organisationen und Fraktionen hinzutreten, weshalb sich die Frage “Doch wie viel Sinn ergibt es, selbst eine Terrorgruppe aufzubauen, wenn man gleichzeitig die Existenz solcher Zellen leugnet und somit die Voraussetzung schafft, nach dem Bekanntwerden des Nazi-Terrors als Versager dazustehen?” ein bißchen erledigt, finde ich.“

    Hier sehe ich einen Widerspruch:

    Sobald innerhalb dieser Organisationen und Institutionen Interessenskonflikte zwischen „Fraktionen“ (oder allen Individuen beim Kampf um die nächste Beförderung?) bestehen, verschwören diese sich gegeneinander, wahrscheinlich auch mal in munter wechselnen „Koalitionen“ (was ich nicht für unrealistisch halte).

    Was kommt raus? Das was wir gesehen haben: Eine Hand wusste nicht, was die andere tut. Die Nazis hatten wahrscheinlich einen besseren Überblick darüber, welche Informationen an die verschiedenen Institutionen fließen, als diese selbst.

    Aber: Gerade unter einer solchen Vorrausetzungen ist diesen Behörden weniger zuzutrauen. Insbesondere die Tatsache, dass die NSU von V-Leuten „umzingelt“ gewesen sein soll, sagt immer noch nichts darüber aus, ob diese Informationen irgendwo zusammengekomme sind, um ein Bild zu ergeben, dass wirklich brauchbar gewesen wäre.

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  18. @Schwarz-Weiß said:

    „Natürlich ist eine gezielte und geplante Staatsverschwörung gegen das “Gute auf der Welt” Blödsinn ist. So funktioniert ein Staat nicht.
    Aber das Artikel schlägt in genau entgegengesetzte Richtung.
    Natürlich habe ich auch keine Antworten, aber viele Fragen:

    1. Welche Rolle spielten “Gladio”-Strukturen? Ein Artikel über NSU-Verschwörungen zu schreiben und “Gladio” nicht erwähnen ist lückenhaft. Zu viele Parallelen gibt es dazwischen.
    2. Was ist mit Hoffmann? Er spielte zu große Rolle in militanten Widerstand der Nazis, um nicht einbezogen zu sein.
    3. Was muss in geschredderten Akten gestanden haben, dass es besser ist als völlig dumm und unfähig da zu stehen, als die Wahrheit ans Licht zu kommen.
    4. …

    Es gibt natürlich noch vielmehr Fragen, die wahrscheinlich niemals beantwortet werden. Alle Teile/Ursachen als bekannt abzutun, hilft auch nicht weiter. Die Wahrheit wird wie so oft irgend wo in der Mitte liegen.“

    Zu 1. u. 2.: Weil es da außer „Parrallelen“ nichts gibt(?), und man genau auf diese Methode im Dunkelnen tappt.

    zu 3. habe ich mich weiter oben geäußert (noch nicht veröffentlicht)

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  19. Der SPD-Politiker Hermann Scheer warnte bereits in den 90er Jahren vor der Gladio -Geheimarmee, “diese sei fast wie ein Ku-Klux-Klan” aufgebaut. Jetzt 12 Jahre später scheint seine Warnung bittere Realität.

    Natürlich dementieren die Sicherheitsbehörden pauschal, vernichten Akten und beschimpfen Kritiker ihrer „Pannen“-Version als „Verschwörungstheoretiker“. Für Scheer ist dieses V-Wort ein Art sprachlicher Totschläger, …

    “… der alles “abtun” soll, was in dem Zusammenhang an Vermutungen und konkreten Verdachtsmomenten usw. da ist. Womit ja dann unterstellt wird, indirekt mit diesem Totschlags-Begriff, es gäbe keine Verschwörung. Natürlich gibt es Verschwörungen, selbstverständlich. Und. Die beste Möglichkeit von Verschwörungen abzulenken ist einfach: “Ach, Verschwörungstheorie. Aus der Luft gegriffen. Irgendwie herbei-fantasiert.” Aber. Die Vorgänge, die nun wirklich einigermaßen dokumentiert sind, alles andere als Verschwörungstheorien. Es waren Verschwörungen.

    Die Aufgabe bleibt, dass institutionalisierte Vorkehrungen getroffen werden müssen, die allesamt mit Transparenz zusammenhängen, damit sich eine Demokratie vor ihren Unterminierern schützen kann. Der Feind sitzt innen, heute mehr denn je und nicht mehr außen.”

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  20. Sehr schön, dass endlich darauf hingewiesen wird, wie stark sich die ganze Gesellschaft hinter dem NSU-Prozess versteckt. Wenn die Geheimdienste besser gearbeitet hätten, wäre es nie dazu gekommen. Genau dieses Kontrollparadigma verhindert die notwendige Beschäftigung mit den gesellschaftlichen Umständen, in denen diese Radikalisierung und Unterstützung der rechten Terror-Zelle möglich waren. Zum Thema: http://www.bpb.de/apuz/133380/rechtsextremismus-und-gesellschaftliche-selbstentlastung
    Wenn diese Prozess in der Gesellschaft nicht angestoßen wird, kann auch ein noch so symbolträchtiges Urteil im NSU-Prozess nichts verändern.

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  21. @mate:
    Das klingt jetzt aber so, als würdest du die Verantwortung der staatlichen Behörden hinter „der Gesellschaft“ verstecken wollen.
    Die Realität des in der Bevölkerung verbreiteten Alltagsrassismus rechtfertigt nicht den staatlichen Rassismus, auch wenn sie sich gegenseitig bedingen und gegenseitig verstärken.
    Die juristische Aufarbeitung des NSU-Terrors ignoriert die staatliche Mitwirkung. Angeklagt wurde (bislang) kein einziger Unterstützer der Morde aus dem Verfassungsschutz und auch kein V-Mann und kein einziger Polizist.

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  22. Moin,

    erst einmal danke für das Lob, die Kritik und die sachlichen Beiträge hier.

    Ich betone nochmals: Mir geht es überhaupt nicht darum, Kumpanei mit Nazis kleinzureden, das sind nach meinem Kenntnisstand auch keine Verschwörungstheorien, sondern es liegen Berichte und Hinweise vor, wonach einzelne Beamte Warnungen rausgehauen haben, auch die Finanzierung mit Zehntausenden D-Mark würde ich als Kumpanei bezeichnen. Wer derart großzügig Geld an Neonazis verteilt, nimmt es zumindest billigend in Kauf, dass mit diesen Mitteln die Strukturen aufgebaut werden.

    Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass die Idee einer großen Verschwörung ziemlich abseitig ist. Es ergibt schlicht keinen Sinn, dass ziemlich durchgeknallt wirkende Leute auf wichtigen Posten im VS-Bereich sitzen, Leute, die nach Gutsherrenart den Laden führten, und genau diese Leute eben auch die genialen Strippenzieher im Hintergrund sein sollen.

    Das System war, dass es keines gab. Es gab und gibt ähnliche Mentalitäten, bestimmte Feindbilder und falsche Einschätzungen, die viel mit dem Personal und dem Weltbild im Geheimdienstbereich zu tun haben. Die Dienste sind, wie oben vollkommen korrekt aufgeführt, Teil der Gesellschaft – und auch das Versagen „der Gesellschaft“ war keine Verschwörung. Die Ignoranz gegenüber den Nazis in den 1980er, 1990er und Anfang der 2000er Jahre war ein multiples Versagen, besser Wegschauen. Das aktive Wegschauen, Leugnen und Täter zu Opfern machen geht weiter, man denken nur an einen aktuellen FAZ-Kommentar, den ich hier kommentiert habe.

    Was mir aber generell wichtig ist, und da soll der Artikel auch ein Anstoß für Diskussionen sein: Verschwörungstheorien sind Mist. Es gibt keine guten Verschwörungslegenden, nur weil VS und Polizei die Bösewichte sein sollen. Sie erklären nichts und verscheiern viel. Immer.

    Gruß
    Patrick

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  23. Patrick,

    völlig klar,dass Sie die „Kumpanei mit Nazis“ nicht kleinreden wollen,
    wobei ich diese Formulierung nicht ganz unproblematisch finde, weil die Sachverhalte eben etwas vielschichtiger sind.

    Beispiel von heute, mal wieder aus der FAZ:

    ”Zu den wenigen tröstlichen Aspekten der seriellen Unzulänglichkeiten bei der Suche nach den drei untergetauchten Neonazis des NSU zwischen 1998 und 2011 gehört die Erkenntnis, dass die Ermittlungen nicht aktiv behindert wurden oder die Flüchtigen gar durch Kumpanei mit dem Staat gedeckt waren. Abgesehen von den Angehörigen war wohl niemand so schockiert von den Erkenntnissen wie die betroffen Sicherheitsbehörden selbst. So unzulänglich gewesen zu sein, damit hatten sie nicht im Traum gerechnet.” (Peter Carstens 16.5.2013 FAZ)

    Carstens müsste es besser wissen. Er ignoriert schlicht die Fakten, wie Sie hier nachlesen können (wobei Ihnen diese Statements und Vorgänge sicher bekannt sind):

    http://machtelite.wordpress.com/2013/04/15/ard-hinterfragt-tiefen-staat-im-nsu-komplex/

    Nur ein Beispiel:

    “SPD-Obfrau Eva Högl warf den thüringischen Sicherheitsbehörden vor, die Ermittlungen der Polizei behindert zu haben. Petra Pau (Linke) fragte, warum Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe über viele Jahre unbehelligt blieben, obwohl die Rechtsextremisten fest im Blick des Geheimdiensts gewesen seien. FDP-Sprecher Hartfrid Wolff zeigte sich verwundert, dass das LfV an dieser Szene „eng dran war“ und die Jenaer Zelle trotzdem habe untertauchen können.” (Deutscher Bundestag 17.1.2013)

    Das Problem mit dem Terminus Verschwörungstheorie ist, dass er erwiesenermaßen gerne von staatlichen Stellen, bzw. Medien verwendet wird, um Zweifel an offiziellen Erklärungen,Theorien,zu diskreditieren.
    Ein propagandistischer Kampfbegriff, der selber stark verallgemeinert und berechtigte Zweifel/Kritik an staatlichen Institutionen im Keim ersticken soll.

    Ein prominentes Beispiel hierfür ist G.W.Bush:

    „Let us never tolerate outrageous conspiracy theories concerning the attacks of September 11th – malicious lies that attempt to shift blame away from the terrorists themselves, away from the guilty.“

    Das sagte er wohlgemerkt 2 Monate nach dem 11.September.

    Gruß und Danke für Ihre Arbeit!

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  24. Ich glaube nicht an den politisch neutralen Staatsschützer oder Verfassungsschutzmann. Man muß sich nur überlegen wer die Dienste aufgebaut hat. Wer hat seine Mitarbeiter und seinen Nachwuchs ausgesucht. Wir sind jetzt in der 3. Generation. quasi die ausgesuchten Enkelkinder bei deren Auswahl immer auch die politische Gesinnung eine Rolle spielte. Es muß nicht sein, dass die NSU oder die NS-Gruppen als ABM-Maßnahme aufgebaut und gedeckt wurden. Kann es nicht auch sein, dass politisch sympathisiert wird? Dazu braucht man keine Verschwörungstherorie. Liege ich falsch und wenn ja warum?

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  25. @Patrick/Publikative.org

    Tatsächlich ist hier auch ein begriffliches Problem vorhanden. Veschwörungen gibt es ständig und überall. Jeder Lobbyist im „Hinterzimmerchen“ und eben auch die Geheimdienste (durch das Geheime schon der Definition nach verschwörerisch) betreiben ständig, viele und, das ist das wichtige, unzusammenhängende kleine Verschwörungen.
    In den USA gibt es sogar den Straftatsbestand der Verschwörung (in etwa Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung)
    Eine Verschwörungstheorie ist lediglich das Äußern des Verdachts, es könnte eine Verschwörung vorliegen.

    Problematisch wird es natürlich, wenn Leute versuchen gesellschaftliche Zusammenhänge (allein) über Verschwörungen erklären wollen. Noch problematischer wird es, wenn eine sog. Zentralsteuerungsthese aufgestellt wird.

    Vielleicht würde es helfen, hier zwischen Verschwörungstheorie und Verschwörungsideologie zu unterscheiden.

    Es ist ein qualitativer Unterschied, ob man glaubt, die FDP senke wegen Parteispenden die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen oder ob man glaubt, die Jüdisch-Bolschewistische Weltverschwörung sei für „jedes“ Elend verantwortlich.

    Zum Begriff (und Ursachenforschung) der Verschwörungsideologie:

    Verschwörungsideologie
    http://unsere.de/verschwoerungsideologie.htm

    Konstruktion und Dekonstruktion. Daniel Kulla, Autor von „Entschwörungs­theorie – Niemand regiert die Welt“
    http://jungle-world.com/artikel/2007/41/20476.html

    Die Welt als ewige Verschwörung, Tomasz Konicz
    http://www.konicz.info/?p=971

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  26. Publikative.org (author) said:
    „Man muss sich nur im Klaren darüber sein, dass die Idee einer großen Verschwörung ziemlich abseitig ist. Es ergibt schlicht keinen Sinn, dass ziemlich durchgeknallt wirkende Leute auf wichtigen Posten im VS-Bereich sitzen, Leute, die nach Gutsherrenart den Laden führten, und genau diese Leute eben auch die genialen Strippenzieher im Hintergrund sein sollen.
    Das System war, dass es keines gab. Es gab und gibt ähnliche Mentalitäten, bestimmte Feindbilder und falsche Einschätzungen, die viel mit dem Personal und dem Weltbild im Geheimdienstbereich zu tun haben. Die Dienste sind, wie oben vollkommen korrekt aufgeführt, Teil der Gesellschaft – und auch das Versagen “der Gesellschaft” war keine Verschwörung. Die Ignoranz gegenüber den Nazis in den 1980er, 1990er und Anfang der 2000er Jahre war ein multiples Versagen, besser Wegschauen. Das aktive Wegschauen, Leugnen und Täter zu Opfern machen geht weiter, man denken nur an einen aktuellen FAZ-Kommentar, den ich hier kommentiert habe. “

    Sie scheinen die historische Komponente hier völlig auszublenden. Der VS ist ein Relikt der Ära des kalten Kriegs. Der Gegner der BRD/NATO war der Ostblock und damit der ganze linke Flügel in der BRD als vermutete fünfte Kolonne. Entsprechend wurde seitens der Behörde das erforderliche Personal rekrutiert. Der VS und der BND sind von Anfang an mit Altnazis besetzt. Der Feind stand daher im westl. Lager links.

    Mit den Stay-Behind-Aktionen, welche belegt sind, wird auch deutlich gemacht, dass Terrorakte, Morde und Überfälle seitens der Geheimdienste nicht nur geduldet, sondern gar aktiv unterstützt wurden. Dies wurde dann gerne linken Gruppen in die Schuhe geschoben. Nun musste man das Feindspektrum ja ab den 90ern etwas erweitern.

    Die begleitenden medialen und politischen Umstände in Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen etc. belegen, dass man nun „Das Boot ist voll“ als Thematik wieder aufgegriffen hat. Kriminelle Ausländer gerieten verstärkt in den Mittelpunkt, mit dem Agenda-Setting der Schröderregierung dann auch Sozialschmarotzer (übrigens auch schon ein schöner alter Begriff, der wieder Konjunktur hat) und seit 9/11 zunehmend Muslime.

    Der zunehmende offene Rassismus/Nationalismus ist somit nicht vom Himmel gefallen. Ich bin immer wieder überrascht, was heute wieder ganz offen verbreitet wird. Geschichtsrelativierung (Täter-Opfer-Debatte), nationalsozialistische Termini (Gutmensch), nationalistischer Pathos (es wird wieder dt. gesprochen) und Islamophobie sind dauerhafte mediale und politische Ereignisse. Sicher kann man Ignoranz gegenüber der Neonazi-Szene als gesellschaftl. Versagen anführen, allerdings war das immer politisch gewollt. Wie könnte es sonst sein, dass gerade in westl. Bundesländern immer noch Straßen, Plätze, Schulen oder ganze Stadtviertel nach verurteilten Kriegsverbrechern und –gewinnlern benannt sind. Dabei gab es ab den 80ern sogar schon einige Initiativen dagegen. Das Bewusstsein der Gesellschaft an sich ist imho hier sogar gewachsen. Sowohl medial als auch politisch schlägt sich das jedoch kaum wieder, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die Propaganda nimmt immer mehr zu, wie neulich erst die „Bedrohung“ aus SO-Europa, die statisch überhaupt nicht untermauert ist. Hier erkenne ich sehr wohl einen Masterplan. Die Eurokrise wird nicht an dt. Grenzen halt machen, da kann es nicht schaden die „richtigen“ Feindbilder parat zu haben. Die NSU-Story ist da wohl eher als Betriebsunfall zu bewerten.

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  27. Dia dhuit Patrick

    hätte ich genauso schreiben können, stimmt was Du dargelegt hast.

    wobei, etwas hast Du (und alle anderen) übersehen! Die Rechtsextremen haben systematisch bei den einzelnen LFVs und BFV angedockt und diese Behörden instrumentalisiert. D.h. es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es auch in der als dumpf-brauen Szene Strategen gibt, die vorausschauend agieren.
    das Ergebnis ist doch erkennbar. Die Inlandsgeheimdienste und Polizeibehörden sind in Erklärungsnotstand, weil die nur noch damit beschäftigt sind, darzulegen, wo Fehler gemacht wurden und weshalb sie praktisch jeden zweiten Neonazi als Quelle führten.

    Aufklärung sieht jedoch anders aus, gezwungenermaßen wurden die Hauptakteure wegen gesetzlichen Bestimmungen in Zeugenschutzprogramme verschoben, wo keine Ermittler oder gar politische Untersuchungsausschüsse herankommen. So kann sich diese Nazitante Schneiders in ihrer Propaganda suhlen und mit ihrer brauen Rhetorik auf Bundesanwaltschaft zeigen.

    Fakt ist und bleibt, es handelt sich bei allen bislang bekannten und sicherlich in kürzerer Zeit restlichen Mitgliedern der Rechtsterroristen um geisteskranke Mörder, welche mit ihrem Wahn aus Rassenkunde, Euthanasie und Holocaust in unserer demokratischen Gesellschaft ähnlich wie Rattenfänger Jugendliche einfingen und wehrlose Menschen erschossen haben.

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  28. Herr Gensing, ihre Argumentation überzeugt mich nicht.
    Wenn es sich bei unserem Geheimdienst um so eine Gurkentruppe handelt
    wie sie es darstellen,
    dann wäre es aber auch ein leichtes diese zu unterwandern.

    Sie geben hier Edathy wieder,
    der sich Binningers Honigtopf-Befürchtungen anschloss.
    Dabei lassen sie Edathys Äusserung fast die Hälfte der Klansmitglieder seien V-Leute gewesen unter den Tisch fallen.
    Wäre das nicht angebracht da erstmal nachzuhaken,
    anstatt diese Klans-Verwicklungen nun zwecks Entlastung
    des Verfassungsschutzes zu instrumentalisieren ?
    Die Rolle von Corelli ist auch noch nicht geklärt.

    Sie schreiben der KKK habe keine
    überregionale organisatorische Basis gehabt.
    Das passt aber nicht zu den Angaben die Achim S. selbst gemacht hat,
    ist also nicht mal eine Theorie sondern bloss eine Behauptung.
    Auch übersehen sie das sich einige Polizisten offensichtlich
    nicht zu Schade für den KKK waren,
    so wie es aussieht war diese Vereinigung ja als Brücke geeignet.

    Ausserdem hinkt ihr Vergleich von KKK und B&H.
    Sie meinen eigentlich nicht B&H, sondern den WAR von Tom Metzger.
    Auf den berief sich dann der „Weisse Arische Widerstand“.
    Sowohl KKK als auch WAW spielten für das Selbstbild der
    „Weissen Bruderschaft Erzgebirge“ eine Rolle,
    zu der André E. gehörte.
    In den USA tauchten nach WAR dann die Hammerskins auf,
    welche nach dem B&H-Verbot in Deutschland dessen Rolle übernehmen.

    Es lebe die Hypothese !

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  29. Es ist schon richtig, dass Verschwörungstheorien fast immer falsch sind und Tendenzen zum Antisemitismus haben. Allerdings gibt es Fakten die auf eine Zusammenarbeit zwischen Einzelpersonen aus dem VS mit dem NSU hindeuten. Eigentlich ist das schon ziemlich offensichtlich, schließlich waren bei ca. 8 Aktionen vom NSU VS- Männer dabei! Und wenn man bedenkt, dass in der Geschichte nicht das erstmal rechter Terror vom Staat geschütz wird, dann sind die „Zufälle“ eigentlich nicht mehr als solche zu erkennen. Es gibt Antikommunistische Strömungen, nicht nur bei der Polizei und dem VS, sondern auch in vielen anderen geselschaftlichen Schichten und staatlichen Strukturen die es zu bennen gilt und die wesentlich schlagkräftiger sind als die NPS und alle Kammeradschaften zusammen! Ohne diese Strukturen wäre der NSU nicht so weit gekommen!
    Wenn man die – von der NATO aufgebaute – Gladio-Struktur und die Geschichte des VS betrachtet, dann kann man sich verschiedene Theorien zu diesen Morden denken bei dennen auch der Staat involviert ist, und das ohne sich damit auf eine Ebene mit Gruppen wie den „PI- News“ zu stellen oder stellen zu lassen!
    In dem Artikel wird gesagt, dass die Theorien von den komplexen geselschaftlichen Mechanismen ablenken, aber nur auf diese hinzuweisen reicht nicht! Schlimmer noch, es befreit die Menschen von der eigenen Verantrwortung und befasst sich nie mit dem konkreten! Es stimmt Rassismus tötet und doch sind es die Menschen die Töten und der Staat macht mit!

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  30. Ein kleiner Hörtip:

    http://alternativlos.org/23/ (Über Verschwörungstheorien,die sich später als wahr herausstelle)

    Ansonsten wirkt es auf mich, dass viele die den Konsensus Narrativ verlassen haben, dazu neigen alles für möglich zu halten. Was es schwer macht vernünftige Kritik vorzubringen.
    Dämlich heißt noch lange nicht, dass die Geheimdienste auch kriminell sind. Die Geschichten von John le Carre sind da sehr schön, wie auch bei bürokratischen nicht besonders intelligenten Geheimdienstlern kriminelle Energie entshen kann.

    Insofern kann es schon sein, dass die Verfassungsschützer (Bund, Thüringe Bayern ) die drei bewusst haben untertauchen lassen um eventuell eine Quelle bei Blood und Honour zu haben. Ist dann nur ein wenig aus Kontrolle geraten (Jedenfalls erklärt sich so der inoffizielle Anruf eines VS bei LfV D-Dorf nach dem Anschlag in der Keupstr, da hat dann wohl jemand ein schlechtes Gewissen bekommen). Jedenfalls statt die drei hops zu nehmen, hat dann der VS zwecks weiterer Vertuschung, die Polizei bewusst auf eine falsche Fährte geleitet. So als mögliches Szenario abseits von hochintelligenten VS.

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  31. Klassischer Doppeldenk!
    Ein Mann des VS wird an mehreren Tatorten gesichtet, V-Männer besorgen Waffen und BW-Sprengstoff, finanzieren den Aufbau der Nazistrukturen mit Geld des VS. Im VS wird geschreddert bis zum Morgengrauen, die Arbeit des PUA wird behindert bis zum Abwinken. Aber: Der VS hat natürlich nichts mit der Sache zu tun. Allenfalls Zufall.

    Und damit die Konditionierung schön weiter läuft, soll ich nun daran glauben: Damit die Neonazis in dem Prozess also nicht die Verwörungskarte ziehen können, müssen alle anderen gefälligst den Mund halten, die diese augenscheinlichen Verstickungen des VS nach demokratischer Manier untersucht haben wollen und Konsequenzen fordern.

    An der Stelle stehen wir mit unserem Rechtstaat also. Die unzureichende Aufklärung und das Vernichten von Akten einfach akzeptieren aus Staatsräson. Nein danke!

    „Doch wie viel Sinn ergibt es, selbst eine Terrorgruppe aufzubauen, wenn man gleichzeitig die Existenz solcher Zellen leugnet und somit die Voraussetzung schafft, nach dem Bekanntwerden des Nazi-Terrors als Versager dazustehen?“

    Sehr viel Sinn sogar. Solange alle Taten aufgeklärt werden, gibt es auch nicht mehr Geld für die Behörde.
    Wenn aber eine unbekannte Bedrohung lange Zeit unbemerkt walten konnte, muss eben noch mehr Geld in den Aufbau der Sicherheitsarchitektur gesteckt werden. Möglicherweise muss die Zusammenarbeit verbessert werden oder noch besser man baut gleich einen zentralen Nachrichtendienst auf, ähnlich der USA. Überwachung muss natürlich einfacher möglich sein, also ohne richterliche Genehmigung, Vorratsdatenspeicherung sowieso, Telefonüberwachung als Regelfall und jedem einen eigenen V-Mann.

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  32. Da man bei den superschlauen und absolut durchblickenden Checkern immer mit Links kommen muss, d.h. den Quatsch von irgendwelchen Experten der Mainstream-Presse als Beleg posten muss, ansonsten gehört man ja zu den „Verschwörungstheoretikern …..“ (dann erst einmal eine kleine Zwischenfrage, wie war das bei „Stern“ mit DIA, Sauerteigchief mit 2.5 Millionen € cash bei Santanderbank ….. einfach nur noch lächerlich!)

    Wie kommt man nur darauf, dass es eine Beteiligung deutscher Sicherheitsbehörden an dieser NSU geben könnte? Zumindest Wissen darüber bestand?

    Dann mal ein Link …… zum PUA, in Sachen VM „Krokus“ welche von 2006 bis 2010 in den Strukturen der sog. NSU und deren ermittelten Helfer eingesetzt war (wie kann man VMs an diese Strukturen heranspielen, wenn man gar nicht weiß, dass diese bestehen?)

    http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/ua/2untersuchungsausschuss/beweisbeschluesse/20130425/BW-016.pdf

    Das ist der Beweisbeschluss immerhin eines Untersuchungsausschuss des Bundes. Und anstatt jetzt zu erwarten, dass der coole Innenminister Gall aus BW die Akten u.a. zusammen packt weigert er sich? Hä?

    Kann mir jemand logisch erklären, weshalb sich IM Gall weigert, den Forderungen des Bundes nachzukommen, er faselt etwas von inneren Sicherheit Baden Württembergs? Weshalb sollten KKK und NSU, welche ja sowieso nur aus drei Tätern bestand (somit nicht mehr existent ist?)

    Mein lieber Patrick Gensing, Du weißt ja wer der Verfasser hier ist und, dass neben diesem Verfasser eine Dame sitzt ….. wenn es nichts zu verbergen gibt? Hätten wir gerne eine Erklärung! Wer war von Euch Oberdurchblickern denne dabei? Diese ganzen Schreiberlinge und Investigativ Journalisten? habt Ihr nicht jahrelang diesen Müll von SOKOs Bosporus übernommen und Euch in Vermutungen gewälzt? Und jetzt den Hals aufreißen …. man hat es ja immer gewusst …. und wenn es doch zu direkt wird zensiert man eben gelle!!! (Die große Fresse der linken Experten funktioniert nur solange bis der VS oder jemand von höheren Behörde höflich anruft, schwupp sind die Posts gelöscht ….. )

    Und an die anderen Mitleser hier, lasst diesen Quatsch von „tiefen Staat und Gladio“ das ist kurzum Blödsinn.

    Warten wir einmal ab, wie sich die nächsten Tage entwickeln ……

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  33. Jo, ich habe noch etwas vergessen.

    Da fliegen doch tatsächlich ein Pulk Journalisten zu einem abgehalfterten KKK Greis in USA und lassen sich von diesem Hellseher erklären „er wusste, dass es Kleinzellen wie NSU gab und findet es nur schade, dass die entdeckt worden sind“

    Das ist ja mal eine klare verifizierbare Aussage, mit diesem Rotz wird eine Sendung beim ARD verfasst und auf die Gefahr des bewaffneten Kampfes ala NSU in BRD eingegangen. So etwas nennt man dann in der Schreiberliga den schlüssigen Beleg für die Tatsache, dass die NSU 10 Menschen ermordet hat?

    Weshalb, wenn diese faschistischen Schwachmatten in USA die Fäden in Hand halten (jetzt kommt bestimmt wieder einer und sabbert was von Verstrickung und Lenkungen durch Gladio, CIA und NSA) wurde der KKK in Schwäbisch Hall von zwei VPs (einmal BFV und einmal LFV BW)) geleitet? Warum sind dann noch die zwei Beamten in Polizeidienst? Da doch die alten Führer der Kapuzenträger mit ihren lächerlichen Betttüchern solche Aussagen treffen?

    So etwas nennt sich dann investigativer Journalismus der Oberliga BRD?

    Weshalb wurde VP Coreli alias Thomas Richter ohne irgendeine Aussage zu treffen vom BFV außer Landes gebracht?
    Weshalb sind die VPs Otto alias Tino Brandt und Küche alias Thomas Starke nicht im Verfahren gegen die Mörderbande Zschpäe und Co. geladen? Was ist das für ein Kasperletheater? Geht’s hier um Vertuschung oder Aufklärung? Bei einer Mordserie sonders gleichen nimmt man Rücksicht auf ein paar rechtsradikale Spinner die jahrelang Märchen erzählten und uns Steuerzahler Millionen gekostet haben?

    Na dann, sucht ihr immer noch den vierten Mann? Weils Paulchen Panther viermal auf Bildchen erscheint? Wie drollig, bei der nächsten Verfassungsschutz – Produktion tanzt bestimmt Ballu der Bär über Video? dann sind bestimmt die Russen als Hintermänner entlarvt? Viel Glück noch ……

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  34. Herr Gensing,
    diesmal bin ich enttäuscht von Ihrem Artikel. Ohne Ihnen das jetzt anhand des Inhaltes aufzuzeigen (bei diesem Thema habe ich echt keine Lust mehr dazu)
    über diesen Artikel werden sich vor allem diejenigen freuen, die kein Interesse an einer – wenn möglich umfassenden – Aufklärung haben.

    Der Untertitel könnte lauten: Leute hört auf selbst zu denken, das tun schon andere für Euch.
    Für mich greifen Sie damit leider voll daneben, werden dem Thema überhaupt nicht gerecht und offenbaren dabei, dass Sie sich noch nie mit dem Thema Verschwörungstheorie beschäftigt haben.

    Aber das kann sich ändern

    Versuchen Sie sich mal die Fragen zu beantworten (im Ernst machen Sie mal),

    – ab wann spricht man von einer Verschwörung, also was ist eine Verschwörung, und seit wann gibt es Verschwörungen?

    – was versteht man unter einer Theorie, wozu wird sie genutzt und für was ist sie dienlich, wer nutzt bei seiner Arbeit Theorien?

    – was versteht man unter Indizien, wozu sind diese hilfreich?

    Ein Hinweis zum Thema NSU:
    Derzeit existiert definitiv nur eine Verschwörungstheorie dazu und das ist die Offizielle.
    Allen anderen stellen berechtigterweise Fragen, schauen sich die Indizien an, und suchen nach Beweisen um plausible Antworten zu bekommen. Dabei kritisieren viele die sich mit dem Thema eingehend beschäftigen völlig zu recht die offizielle VT, u.a. übrigens auch der VVN …

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  35. Das Gegenteil einer Verschwörungstheorie wären Scheuklappen,
    also die Theorie das Hinweise grundsätzlich bedeutungslos sind.
    Theoretisch jedenfalls.

    Der Klan, für den der (spätere) Piato eine Kreuzverbrennung bei Berlin organisierte wurde aus der Nationalistischen Front heraus gegründet,
    vor allem auf Anregung des späteren V-mannes Piato.
    Die waren mit einer Klansgruppierung bei Bielefeld verbunden,
    wo der Anführer der NF wohnte.
    Die NF wird verboten, Piato kommt in Haft, der Klan ist erstmal weg.
    Ab ’96 gibt es dann Kreuzverbrennungen in Thüringen und Sachsen.
    Die werden sich am vorigen Klan orientiert haben,
    Verbindungen zu den Klansmen wird es durch Konzerte
    und Fussballspiele gegeben haben.
    Es fällt damit zusammen das Piato im Umfeld des Trios auftaucht,
    Beate Zschäpes Freund Thomas S. besucht diesen im Gefängnis,
    schreibt für den „Weissen Wolf“ von Piato.
    Thomas R. kennt da schon das Trio, lernt wohl auch Thomas S. kennen.
    Thomas R. wird dann angeblich ’99 Klansman (war ab ’97 V-Mann),
    und ist auch am „Weissen Wolf“ beteiligt. Daher ist es naheliegend
    das es eine Verbindung zwischen dem Klan von Piato und den EWK KKK gab.
    Sonderlich viel Feingefühl wird Seitens des Verfassungsschutzes
    nicht nötig gewesen sein um sich an der Gründung der EWK zu beteiligen,
    da man ja erfahrenen V-Personen vertrauen kann.
    Anfangs (’91/’92) war der KKK ein Kult
    der gut zu Wehrsportübungen passte.
    Das kommt an weil man so ein rassistisches Ritual
    bei Outdoor-Aktivitäten hat, nicht weil alle so christlich sind.
    Daher hat die WBE dann auch keine Probleme damit dies mit dem heidnischen WAW zu kombinieren,
    New-Age-Diskussionen sind Ende der 90er out.
    Die Gründung der EWK-Ortsgruppe die von Achim S. geleitet wurde
    erfolgte dann knapp drei Wochen nach dem B&H-Verbot,
    und diese bat auch rechtsextremen Polizisten,
    die ihre Gesinnung sonst nicht so offen zeigen können,
    die Möglichkeit sich einzubringen.
    Mehrere Mitglieder kamen aus anderen Bundesländern,
    falls sie die Möglichkeit hatten ihrerseits Ortsgruppen aufzubauen
    werden sie das gemacht haben. Achim S. jedenfalls erwähnte eine Bundesebene auf der Entscheidungen getroffen werden,
    und über Corelli sagte ein ehemaliges Mitglied,
    dieser habe versucht eine Gruppe in Leipzig aufzubauen.
    Wie oder inwieweit diese Vereinigung verschwand ist undurchsichtig,
    die Geschichte sollte wohl keine Wellen schlagen.

    Wenn sich rassistische Polizisten organisieren wollen
    muss man das Ernst nehmen.
    Solche Strukturen müssen aufgedeckt werden,
    ein Supergau könnte so aussehen wie in Dessau.
    Dort verbrannte Oury Jalloh auf einer Wache,
    nachvollziehbar sind die Umstände bis heute nicht.

    Weg mit dem Verfassungsschutz !
    Selbst wenn man davon ausgeht das die nur spielen wollen
    macht sie das bei den Aufgaben die sie haben gefährlich.
    Hier wird die Möglichkeit geboten Neonazis finanziell zu unterstützen
    und vor Strafverfolgung zu schützen,
    und diese Möglichkeit wird regelmässig genutzt.
    Auch hier werden die Gesetze von Angebot und Nachfrage gelten,
    der Dienst ist attraktiv wie ein Kaiman.

    @AimKreis, @MiniWahr : Ein Verfassungsschützer war an dem Tatort in Kassel(Nr.9), er hat für mehrere andere Tatorte kein Alibi.
    Interessant ist das vor allem beim siebenten Mord, denn an diesem Tag
    sowie beim sechten Mord und auch bei dem in Kassel telefonierte der mit
    seinem rechtsextremen V-Mann, welcher auf der 129er-Liste zu finden ist.
    Und laut einem V-Mann soll sich ein ehemaliger V-Mann, eine Top-Quelle,
    mit Mundlos ein paar Tage vor dem Mord in Dortmund(Nr.8) getroffen haben. Die Top-Quelle wohnte in Tatortnähe.

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