Braunschweigen: Kein Mittel gegen Nazis

Eintracht Braunschweig ist auf dem Weg zurück an die Spitze: Als souveräner Tabellenführer der zweiten Liga. Sportliche Erfolge rufen Neider und Trittbrettfahrer auf den Plan, das zumindest meinen Verein und Teile der Fanszene. Sie sehen sich und ihre blau-gelben Farben missbraucht von einer antifaschistischen Initiative und einer Braunschweiger Ultragruppe, die darauf aufmerksam machen, dass es in Stadt und Stadion ein Nazi-Problem gibt.

Von Andrej Reisin und Nicole Selmer

Broschüre kurvenlage

Anfang Oktober veröffentlichte die „Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen“ eine Broschüre mit dem Titel „kurvenlage – Rechte Aktivitäten innerhalb der Fanszene von Eintracht Braunschweig„. Zum folgenden Heimspiel gegen den VfL Bochum erschienen Mitglieder der Initiative und der seit Längerem nicht mehr im Stadion präsenten Gruppe „Ultras Braunschweig“ (UB) sowie befreundete Fans aus anderen Städten im Stadion. Die Gruppe von etwa 100 Personen zeigte ein Banner mit der Aufschrift „Keine Eintracht mit Nazis“, es kam zu verbalen Angriffen und Drohungen durch andere Braunschweiger Fans, körperliche Attacken konnten nur durch Polizeischutz verhindert werden. Die taz berichtete bereits am Sonntag über die Vorfälle, auf der Website des Fußballmagazins 11 Freunde erschien am Montag ein Interview mit einem der Autoren der Dokumentation.

Wer nun eine Diskussion über die Inhalte der umfangreichen und sehr detaillierten Broschüre und in der Folge eine Auseinandersetzung mit den Verbindungen zwischen organisierter rechter Szene und Fanszene in Braunschweig erwartet hatte, sah sich enttäuscht. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Braunschweiger Fanszene haben eine lange Vorgeschichte, an der „UB“ nicht unbeteiligt war (siehe dazu unseren Exkurs). Statt sich mit den Inhalten der Broschüre auseinanderzusetzen, verlegten sich Verein, Fanszene und angeschlossene Blogs darauf, die UrheberInnen zu kritisieren und Verschwörungstheorien darüber aufzustellen, warum UB „ausgerechnet jetzt“, also im Zuge der Veröffentlichung der Broschüre zurück ins Stadion will.

Wir bauen uns eine Wagenburg

Eintracht Braunschweig veröffentlichte am Montag ein später wieder gelöschtes Statement auf seiner Website, das zwar eine Distanzierung „von jedweder Form von Rassismus und Extremismus im Stadion“ enthielt, jedoch mit keinem Wort auf die Vorwürfe – wie etwa die Beschäftigung von Ordnern mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene – einging. Den Verein trieb eine andere Sorge um, nämlich „wir in einer sportlich außerordentlich erfolgreichen Zeit von einer Gruppierung mit Unterstützung aus anderen Städten als politische Plattform missbraucht“ zu werden. Am Mittwoch wurde dieses Statement durch eine neue Meldung ersetzt: ein „Interview“ mit dem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Sebastian Ebel und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

Eine Antwort auf konkrete in der Broschüre aufgeführte Vorfälle gibt es auch hier nicht. Dieses „Interview“ erschien ebenfalls online bei 11 Freunde, mit identischen Antworten und leicht abgewandelten Fragen: 11 Freunde-Redakteur Andreas Bock hatte seine Fragen schriftlich eingereicht und erhielt darauf das Statement des Vereins zurück. Man könnte auch sagen: Eintracht Braunschweig hat die 11 Freunde also die eigene als Interview getarnte Öffentlichkeitsarbeit publizieren lassen. So funktioniert Journalismus eigentlich nicht; die Erklärung dafür dürfte der Druck sein, unter den das Magazin nach dem Interview mit der Initiative durch zahlreiche Kommentare und Beschwerden geriet.

Eintracht Braunschweig ist es so auf bemerkenswerte Weise gelungen, den Diskurs zu verschieben: Nicht nur, weil der Verein eine Publikation, die Nazi-Umtriebe rund um den Verein kritisiert, ohne inhaltliche Auseinandersetzung angreift. Sondern indem als eigentlicher Skandal erscheint, dass die 11 Freunde zuerst die Macher/innen der Broschüre interviewt haben. Inhaltlich versteckt sich die Eintracht hinter Phrasen und tut so, als beschäftige sich die Broschüre vornehmlich mit den „80ern und 90ern“ – was nicht der Fall ist – und heute sei die Situation viel besser. Die Motivation der Broschüre sei eine ganz andere: nämlich „mit Unterstützung politischer Organisationen, Eintracht Braunschweig und seinen Fans ein ‚Naziproblem’ in Fankreisen zu unterstellen“.

Die Eintracht „stören“ nur die Linken

Diese Einschätzung mutet kurios an, werden doch in der 80-seitigen Broschüre sehr detailliert Vorfälle bis in die allerjüngste Vergangenheit aufgelistet, etwa dass der Fanmarsch zum Aufstieg 2011 teilweise von der Nazi-Hool-Gruppe „Kategorie Braunschweig“ angeführt wurde und von rechten Parolen begleitet war. Auf schriftliche Nachfrage fällt Eintracht Braunschweig dazu nichts als das Folgende ein: „Fest steht, dass die angesprochenen Gruppen keine offiziellen Fanclubs von Eintracht Braunschweig sind und dass es aufgrund der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten in den vergangenen Jahren gelungen ist, dass es im Stadion keine Probleme gibt. Alles Weitere können wir als Verein nicht beurteilen“, so Pressesprecherin Miriam Herzberg.

Eine Aussage, die in vielerlei Hinsicht problematisch ist, denn sie bedeutet nichts weniger, als dass auch das ganze Stadion voller Nazis sein könnte, es wäre dem Verein aber egal, solange dort „nichts passiert“. Was Fans außerhalb des Stadions machen, „können wir nicht beurteilen“, heißt offenbar auch, dass es keine Rolle spielt. Zwar konstatierten Verein und weite Teile der Fanszene, dass der Braunschweiger Fußball als Plattform für politische Agitation missbraucht würde – gemeint sind damit allerdings die „Störenfriede“, die eben „keine Eintracht mit Nazis“ wollen. Dass es auch Ordner gibt, die beste Verbindungen etwa zu den Hools und Nazis der „Alten Kameraden“ haben, wird nicht widerlegt. Stattdessen weist der Verein auf die „polizeilichen Führungszeugnissen“ hin, die einwandfrei seien. Soziale Verantwortung für eine demokratische Kultur und Gesellschaft sieht anders aus.

Ultras Braunschweig/Initative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen, 6. Oktober 2012 Eintracht Braunschweig gegen VfL Bochum

Presseschelte aus dem Glashaus

So viel Zurückhaltung legen sich indes nicht alle auf: Neben dem massiven Kommentieren und Agitieren in den Kommentarspalten der 11 Freunde und auf Braunschweiger Fußball-Blogs ist in diesem Zusammenhang ein weiteres „Interview“ besonders bemerkenswert. Dieses hat „FanPresse-Sprecher“ Robin Koppelmann dem „Fußballmagazin“ abseits gegeben, das wohl besser als Braunschweiger Online-Fanzine zu charakterisieren ist und für das Koppelmann auch selbst schreibt. Kritische Nachfragen gibt es nicht, stattdessen spielen sich Interviewer und Interviewter die Bälle zu. Dafür aber wird über die böse Presse gejammert, vor allem über die taz und 11 Freunde. Diese hätten „nur einseitig recherchiert“, FanRat und Fanprojekt seien nicht angefragt worden und hätten ihr „Unverständnis bereits mit Leserbriefen kundgetan“. Der Verein werde „hier ebenfalls reagieren“. Dazu sei gesagt, dass wir zumindest Robin Koppelmann durchaus angefragt haben. Auf eine Reaktion warten wir allerdings bis heute. Ob FanPresse-Sprecher Koppelmann nur mit Medien  spricht, die  „Interviews“ ohne kritische Nachfragen führen, entzieht sich unserer Kenntnis.

Eine inhaltliche Widerlegung der Angaben in der Broschüre hat jedenfalls auch Koppelmann nicht zu bieten, mit einer Ausnahme: In einem von ihm geschriebenen Leserbrief des FanRats, des Dachverbands Braunschweiger Fanklubs, an die taz geht er auf eine in der Broschüre benannte und auch von der taz erwähnte Gruppierung ein: „Die in Ihrem Bericht angeführten ‚Nord Power Dogs‘ wurden beispielsweise auf Betreiben der Fans selbst aus dem Stadion entfernt.“ Das allerdings wird die Herrschaften der Gruppe, deren Anfangsbuchstaben nicht ganz zufällig gewählt sein dürften, überraschen: Auf ihrer Website finden sich Bilder, die die „Dogs“ bei Eintracht-Spielen im Stadion zeigen – einschließlich des letzten Auftritts gegen den VfL Bochum.

„Hm, was war noch mal ein Nazi?“

Aber es kommt noch bunter: Denn nebenbei erklärt SPD-Funktionär Koppelmann den erstaunten Leser/innen auch noch, dass

„eine Differenzierung vorgenommen werden sollte: Was ist eigentlich ein aktiver Nazi? Jemand, der bewusste Propaganda betreibt, ggf. sogar Rekrutierungsarbeit? Oder Menschen aus bildungsfernen Schichten, welche unter Alkoholeinfluss ein paar stumpfe und auch sicher nicht schöne Parolen gröhlen?“

Zweifellos eine interessante Frage, wobei sich nicht erschließt, warum parolengrölende Proleten nicht auch aktive Nazis sein können. Aber vor allem: In der Broschüre werden reihenweise Aktivitäten außerhalb des Stadions erwähnt, denen ausschließlich aktive Nazis nachgehen: Dazu gehören die Mitgliedschaft in Kameradschaften und Gruppen Autonomer Nationalisten, die Teilnahme an Nazi-Aufmärschen und das Angreifen linker Demos und Treffpunkte. Schließlich tauchen in der Broschüre eine Reihe verschiedener Personen mit unterschiedlich starker Einbindung in die örtliche, aber auch überregionale Neonazi-Szene auf – bis hin zu einem echten Kader wie Oliver Malina, der seit Jahren eine feste Größe der norddeutschen Neonaziszene ist.

Es verwundert also, wie Koppelmann zu seinen verharmlosenden Äußerungen kommt – aber wie gesagt: keine Antwort. Beides allerdings ist schlicht nicht zu haben: Sich einerseits darauf berufen, dass die Nazis im Stadion ja „nichts machen“ bzw. über deren Aktivitäten außerhalb nichts wissen wollen und gleichzeitig erklären, es handle sich nicht um aktive Neonazis, sondern nur um ein paar verirrte Jugendliche aus bildungsfernen Schichten. Wenn Leute, die sich Hakenkreuze auf die Brust tätowieren, Konzerte mit Nazi-Bands organisieren und sich Autonome Nationalisten nennen, keine „aktiven Nazis“ sind, wer dann?

Die Falltür im Niveaukeller

Aus der geschlossenen Braunschweiger Phalanx meldete sich schließlich noch eine Stimme zu Wort. Kurven-Vorsänger Thilo Götz sprach in einem weiteren 11Freunde-Interview erfrischenden Klartext, als er nach der Glaubwürdigkeit der Broschüre gefragt wurde: „Ich gehe davon aus, dass das alles richtig ist.“ Auch seine Meinung dazu lässt an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig, zu Gruppierungen wie den „Nord Power Dogs“ sagt er:

„Ja, die haben auch rechte Tendenzen. Doch noch einmal: Wir stören uns nicht daran, solange diese Leute uns nichts tun.“

An diesem Statement zur rechtsextremen Orientierung in Braunschweiger Fangruppen lässt sich in aller Deutlichkeit die Fallhöhe erkennen, die ein Teil der blau-gelben Fanszene bereits zurückgelegt hat: Die Ruhe, die in die Braunschweiger Anhängerschäft nach dem Abgang von UB eingekehrt ist, ist eine teuer erkaufte. Der Preis ist die Akzeptanz von Rechtsextremen in der Kurve, deren Gewaltmonopol sich nicht darin ausdrückt, dass sie jede Woche im Stadion Andersdenkende verprügeln. Es drückt sich darin aus, dass sie es längst nicht mehr nötig haben, das zu tun. Denn sie haben sich bereits durchgesetzt.

Einem Thilo Götz und mutmaßlich auch den Gruppen des FanRats tun sie nichts. Solange die sich an die Regeln halten. Diese „interne Regulierung“ jedoch, wie sie Koppelmann in seinem Leserbrief an die taz beschreibt, ist nun in Gefahr. Schuld daran sind die, die mit dem Finger auf die Rechten zeigen. Das ist die Konsequenz des Stillhalteabkommens, die Konsequenz einer Duldung durch den Verein, der über alles hinwegsieht, was außerhalb des Stadions geschieht und was denjenigen geschieht, die nicht im Inneren der Wagenburg sind.

Die Tatsache, dass Personen aus der aktiven Neonazi-Szene Braunschweigs und Niedersachsens in der Broschüre benannt und anhand von Bildmaterial Gruppierungen der Braunschweiger Fanszene zugeordnet werden, wird schlichtweg ignoriert. Dass es sich dabei zum Teil um Personen handelt, die dem besonders radikalen und besonders gewaltbereiten Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ zuzuordnen sind, fällt dabei auch nicht weiter ins Gewicht. Dabei wird gerade dieses Spektrum vom Bundeskriminalamt in einer aktuellen Lageeinschätzung als „besonders gefährlich“ eingestuft.

Das „unpolitische“ Ende: moralischer Bankrott

Besonders perfide ist daher die auch von Koppelmann süffisant zur Diskreditierung der Broschüre vorgebrachte Feststellung, dass die AutorInnen ganz offensichtlich anonym bzw. unter Pseudonym auftreten. Koppelmann hält dies für ein Zeichen „mangelnder Seriosität“, anderen erscheint allein die Tatsache, dass es zwischen Braunschweiger Antifa und UB Überschneidungen gibt, schon Grund genug, um den gesamten Inhalt der Broschüre als Humbug abzutun. Dass deren Verfasser/innen sich eventuell schützen müssen, weil auf der Gegenseite extrem gewaltbereite Personen agieren, scheint dagegen weder Sozialdemokrat Koppelmann noch sonst irgendwem in Braunschweig einzuleuchten, obwohl sogar das BKA mittlerweile offenbar anderer Meinung ist. „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen.

In Braunschweig jedoch wird so getan, als gehe von Nazis keine Bedrohung aus, solange sie im Stadion „nichts machen“ und „uns nichts tun“. Merke: Wer sich mit den Nazis nicht anlegt, dem „tun“ sie auch nichts – solange man nicht das Pech hat, nicht in ihr Weltbild zu passen und ihnen nachts um drei außerhalb eines Fußballstadions zu begegnen. Hier zeigt sich ein Zustand, von dem die Nazis träumen – vor dem sich eine demokratische Zivilgesellschaft allerdings nur fürchten kann: Nämlich die Anerkennung von Neonazis als Normalität, mit der man sich eben zu arrangieren hat.

Siehe auch: Schluss mit Samba, Das unpolitische Wir der FanszeneStimmenfang am StadionZu viel Presse, zu wenig Nazis: kein neuer Prozess in Bremen“Unser Spiel – Unser Stadion – Unsere Stadt”“Sicherheit” nur für Nazi-Hools?Die Entdeckung der NazisBreaking News: Auch Nazis halten zu “Schland”“Eine U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz”Wettbewerbsgrundlage Nationalismus“Tolle Kulisse”: TeBe-Fans flüchten von Hallenturnier,

32 Kommentare zu „Braunschweigen: Kein Mittel gegen Nazis

  1. „So funktioniert Journalismus eigentlich nicht…“

    ein schöner Satz, den sich die TAZ und 11Freunde mal durch den kopf gehen lassen sollten. auf eine Medienkampagne (vor der Länderspielpause) von UB01 ohne Gegenrecherche reinzufallen, hat mit ordentlichem Journalismus nicht so viel zu tun. Minna Faßhauer als erste deutsche Ministerin dreht sich sich Grabe um, dass ihr Name für die einseitige Broschüre, die sich um die rechte Vergangenheit von ub01 keinen Deut schert, missbraucht wurde.

    11 Freunde veröffentlichen dann ein Interview mit einer Person, die es nicht gibt. Wenn man den Namen dieser person nicht nennen wollte, hätte man dieses im Artikel so benennen können. Seriöse Journalisten machen so etwas.

    Das Interwview mit Thilo war dann schon scheiße. Dagür hat er auch von den Fans genügend Kritik abbekommen. Aber er ist nicht der erste, der von gewieften Medienprofis auf Glatteis geführt wurde. Für 11Freunde natürlich eine Rechtfertigung ihrer schlampigen Reportage.

    Das der SPIEGEL da dann noch auf den Zug aufspringt, ist auf Grund der ständigen Verbindung zu erwarten gewesen. Aber der Artikel war noch schlampiger, weil noch mal gekürzt.

    Andere seriöse Medien haben sich bisher zurückgehalten…….

    und um mal etwas klar zu stellen:

    eine echte Auseinandersetzung mit dem Thema Nazis im stadion ist jetzt kaum noch möglich. Ich habe mich oft genug im Eintracht Stadion über Nazis geärgert, aber ein Nazi-Problem habe ich in den letzten Jahren nicht mehr feststellen können. Ich bin keinesfalls auf dem rechten Auge blind, arbeite als Lehrerund muss mich oft genug mit rechten Vorurteilen auseinandersetzen. Das tue ich auch, da ich meine Schüler für eine rechte Einstellung nicht der Schule verweisen kann, sondern ich setze auf Diskussion und Argumente.

    Nett ist auch folgender Satz:

    „Der Preis ist die Akzeptanz von Rechtsextremen in der Kurve, deren Gewaltmonopol sich nicht darin ausdrückt, dass sie jede Woche im Stadion Andersdenkende verprügeln.“

    Solche Vorfälle sind mir einfach nicht bekannt, die letzte Schlägerei, die ich verfolgen konnte, war unter UB01-Leuten 2007 im Wolfsburger Stadion. Dass die Nazis das Gewaltmonopol haben…, was für ein Satz, wenn dem so wäre, hätte ich meine Kinder niemals mit in die Kurve mit genommen. ich habe in den letzten Jahren mit vielen meiner Schüler gesprochen, wenn da die Nazis das Sagen hätten, wäre mir das aufgefallen.

    Absolut widerlichfand ich die menschenverachtenden, beileidigenden, niveaulosen und dummen Äußerungen von Fans anderer Vereine, die sich wir ein roter Faden durch die Beiträge in diversen Foren ziehen. Jede Menge alter Vorurteile wurden da wohl bestätigt. Aber das kann man im Zeitalter von Internet-Mobbing und „shitstorms“ wohl nicht mehr erwarten, dass man sich sachlich und kritisch mit dem Thema Fußball und Nazis auseinandersetzt.

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  2. Weil linksextreme ja auch so viel besser sind und absolut kein Gewaltpotenzial besitzen und dieses ausleben…
    Ich finde es immer wieder beschämend, was sich die Presse aus den Fingern saugt, es wurde schon mehrfach gesagt, dass sich viele Ausländer im selben Block wie die „Nazis“ aufhalten, wie passt dann der Satz „wenn sie nicht in deren Weltbild passen, werden sie verprügelt.“?!
    Hab ich noch nicht erlebt sowas.
    Von UB kamen damals Gesänge wie „Frauen aus der Kurve“, ist das im heutigen Zeitalter noch angebracht, wo die Frauen doch so auf dem Vormarsch sind?!
    Wieviele Politisch aktive sitzen im VIP-Bereich, alle aussperren weil sie politisch aktiv sind?!
    Ich möchte keinesfalls die Nazis beschützen, die Linken aber auch nicht.
    Heutzutage sind so viele politisch aktiv, es ist einfach Fakt, dass Fußball Fußball ist und Politik ist Politik, beide Dinge gehören getrennt.
    Und wenn man nur nach Gedankengut geht, ist so gut wie jeder rechts, wer hat denn noch nie in seinem Leben mal gedacht: Scheiß „weiß-nicht-was“, bringen sich hier bei uns um weil die Schwester/Tochter einen Mann mit anderer Nationalität zum Freund hat.
    Jeder, wirklich jeder hat mindestens einmal so gedacht, heißt also laut dieser ganzen Berichte, jeder ist rechts weil er etwas schlechtes über Ausländer sagt oder denkt.

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  3. Wieder mal ein Bericht ohne Recherche. Ohne jemals im Stadion gewesen zu sein, so zu tun, als hätte man belastbare Informationen. Versuchen dem Leser zu erklären, wie das Leben funktioniert. Dann noch dem Leser eine als allgemeingültig vorgefertigte Meinung auf zu drängen.
    Aus anderen Artikeln Infos so hervorgeholt und verdreht wie es passt.
    Oh Mann, was man für Klicks alles tut. Wie tief kann man sinken!

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  4. Ich habe Herr Reisin bei einem anderen Artikel auch kritisiert, dass ihm der Einblick in die Fanszene fehle. In einer sehr guten Diskussion hat er aber genau das Gegenteil bewiesen.

    ME braucht es auch gar nicht über Halbwahrheiten zu diskutieren, denn die ganze Wahrheit wurde ja von Thilo Götz in einem Interview geäußert: „Ja, die haben auch rechte Tendenzen. Doch noch einmal: Wir stören uns nicht daran, solange diese Leute uns nichts tun.“

    Ein Lehrer wie Herr Schorse leitet das zu folgender Äußerung:
    Das Interwview mit Thilo war dann schon scheiße. Dagür hat er auch von den Fans genügend Kritik abbekommen. Aber er ist nicht der erste, der von gewieften Medienprofis auf Glatteis geführt wurde. Für 11Freunde natürlich eine Rechtfertigung ihrer schlampigen Reportage.

    Also in dem Fall würde ich mir auch die in der damaligen Diskussion geforderte Waffengleichheit wünschen. Sie verkennen völlig die Tragweite dieser Aussage. Verbreiten hier anonym im Internet ihre Verschwörungstheorien gegen Journalisten und unterstellen, dass schlecht gearbeitet wurde. An welcher Schule sind sie denn bitteschön Lehrer Herr Schorse?

    Ach und übrigens auch als Lehrer und Kenner der Medienszene dürfte Ihnen bekannt sein, dass es genügend Möglichkeiten gibt etwas richtig zu stellen wenn er denn wie sie meinen aufs Glatteis geführt wurde.
    Wo finde ich denn bitte die Richtigstellung.

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  5. Wir bitten darum, auch bei diesem Thema auf eine sachliche Debatte zu achten. Kleiner Hinweis: Undifferenzierte „Das stimmt alles nicht“-Kommentare gehören nicht dazu. Löschungen behalten wir uns in dem von uns bewohnten Blog selbstverständlich weiterhin vor.
    @gallendieter: Hm, echt nicht? Bei mir schon.

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  6. Liebe Nicole Selmer,
    lieber Andrej Reisin

    zunächst möchte ich mich vor den von Ihnen kritisierten Robin Koppelmann stellen, der in seiner Funktion als Fanpressesprecher von Eintracht Braunschweig einen nicht unrelevanten Einblick in die interne Situation des Vereins hat. Da der „Groundhopper“ Koppelmann in der Länderspielpause in Dublin weilte, ist es wirklich vermessen, ihm eine bisher ausgebliebene Antwort auf Ihre Anfrage als fehlende Kompetenz anzukreiden und zeigt deutlich, wie in dieser Diskussion mit vermeindlichen Fakten umgegangen wird.

    In dem von Ihnen deutlich kritisierten Interview mit Robin Koppelmann haben wir als Fußballmagazin den Versuch unternommen, ein paar der brennendsten Fragen zu beantworten, die sich uns im Zusammenhang mit der laschen Stellungnahme des Vereins gestellt haben. So hatten wir es hier wenigstens mit einer reellen Person zu tun, die darüberhinaus faktensicher ist und nicht nur eine vorgefertigte Pressemitteilung nachplappert. Da es auch zum (durchaus gewünschten) Charakter dieser brisanten Diskussion gehört, jedes darüber geschriebene Wort auf der Suche nach neuen Kritikansätzen dreifach umzudrehen, erscheint uns ein sachlicher Umgang mit dem Thema nach wie vor als der angemessenste. Diesen haben andere Medien in unseren Augen nämlich stark vermissen lassen.

    Denn: hier wird meiner Meinung nach von zu vielen Köchen (11Freunde/taz/Spiegel usw.) so lange im Topf der Sensationssucht gerührt, bis im Sud der Suppe aus Unwahrheiten, schlechter Recherchen und der damit verbundenen Emotionalität niemand mehr so richtig weiß, was überhaupt Wahrheit und was Fiktion ist. Dass dabei vorallem die Fans von Eintracht Braunschweig von den genannten Medien und ihrer Interessenpolitik instrumentalisiert werden, haben Sie in Ihrem Artikel ja wenigstens im Ansatz angedeutet und doch sehe ich zum Beispiel die wirklichen Beweggründe der 11Freunde (speziell die von Redaktuer Andreas Bock) schlichtweg ausgeklammert.

    Fakt ist: Wenn Eintracht Braunschweig wirklich ein Problem mit politischen Extremen (links wie rechts!) hat, sollte man dem Verein jetzt ersteinmal die Möglichkeit geben, angemessen darauf zu reagieren. Und das wird er ganz sicher nicht im Zuge einer öffentlichen Diskussion tun, so gern die „Köche“ noch mehr Zutaten für ihre Suppe hätten. Auch das ist ein Sache der Verantwortung, deren Fehlen Sie und andere Vertreter Ihrer Zunft gern als Argument in die Diskussion mit einbringen.

    in diesem Sinne,

    freundliche Grüße aus der Redaktion
    Frank Vollmer

    P.S.: Als Herausgeber des von Ihnen als Online-Fanzine bezeichneten abseits° möchte ich an dieser Stelle gern darauf hinweisen, dass auch wir uns kritisch mit dem aktuell diskutierten Thema auseinandersetzen. Darum fällt es mir ehrlich gesagt auch schwer, die nebensätzliche Bezeichnung „Fanzine“ reaktionslos hinzunehmen. Ich lasse Ihnen gern ein paar unserer Printausgaben zukommen, damit sie wissen wovon ich rede.

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    1. Lieber Herr Vollmer,

      vielen Dank für Ihre ausführliche Reaktion. Im Folgenden werden wir nochmal Ihre wichtigsten Punkte aufgreifen und klarstellen, was wir anders sehen:

      1. Die Bezeichnung „Fanzine“ ist aus unserer Sicht keineswegs eine Beleidigung. Nichts haben wir (oder die 11 Freunde) seinerzeit lieber gelesen als „When Saturday comes“. Es mutet aber umgekehrt etwas merkwürdig an, wenn die Fanpresse einfach nur „Fußballmagazin“ schreibt, um journalistische Neutralität zu suggerieren, ohne im Mindesten darauf hinzuweisen, dass es sich um ein doch sehr Eintracht-nahes Fußballmagazin handelt, für das Herr Koppelmann selbst schreibt.

      2. Zu Fragen der Erreichbarkeit: Ein „FanPressesprecher“, der nicht mit der Presse spricht – oder eben nur mit befreundeten Medien – wird seiner Aufgabe schlicht nicht gerecht, was aber beim besten Willen nicht unsere Schuld oder unser Problem ist. Wir verstehen, dass nicht jede Anfrage umgehend beantwortet wird, aber zwischen Anfrage und Artikel sind inzwischen mehr als drei Tage vergangen – und auch in Dublin gibt es W-Lan und Mobilfunk.

      Bei einem so brisanten Thema und der Funktion als „FanPressesprecher“ wäre irgendeine Antwort – und sei es der Hinweis, derzeit nicht erreichbar zu sein –angemessen gewesen – zumal wenn man sich erst so ausführlich zur Sache einlässt, dann aber andere Anfragen tagelang liegenlässt. Bis heute fehlt allerdings jede Antwort von Herrn Koppelmann. Stattdessen melden Sie sich nun in seiner Angelegenheit. Ehrlich gesagt ein merkwürdiges Vorgehen, das nicht gerade besonders aufrichtig wirkt. Korrektur: Es gibt eine Antwort per Mail aus der gestrigen Nacht, die leider bis heute in einem offenbar übervorsichtigen Filter hing.

      3. Sie schreiben, Sie hätten „den Versuch unternommen, ein paar der brennendsten Fragen zu beantworten, die sich uns im Zusammenhang mit der laschen Stellungnahme des Vereins gestellt haben.“
      Diese Beurteilung der Stellungnahme des Vereins ist überraschend, sie kommt in dem Interview nicht vor, vom FanRat selbst wird zudem darauf hingewiesen, dass man die Stellungnahme des Vereins absolut unterstütze. Den Eindruck, dass Sie versuchen, diese kritisch auseinanderzunehmen, macht das Interview an keiner Stelle – ganz im Gegenteil.

      4. Sie schreiben: „So hatten wir es hier wenigstens mit einer reellen Person zu tun, die darüber hinaus faktensicher ist und nicht nur eine vorgefertigte Pressemitteilung nachplappert.“
      Bestreiten Sie, dass die Verfasser/innen der Broschüre real sind? Falls nein (was wir hoffen): Halten Sie es vor dem Hintergrund der geschilderten Vorfälle nicht für legitim, Interviews unter Pseudonym zu geben?

      5. Niemand von uns hat persönlich etwas gegen Eintracht Braunschweig – ganz im Gegenteil. Grundsätzlich sind uns Traditionsvereine mit einer großen Fanszene sehr sympathisch – und wir glaube nicht, dass es der Taz oder den 11 Freunden anders geht. Die 11 Freunde haben immerhin nacheinander einen Verfasser der Broschüre, Vertreter des Vereins und ein prominentes Mitglied der Fanszene zu Wort kommen lassen. Was genau werfen Sie Andreas Bock daher persönlich vor? Welche „Beweggründe“ hat er Ihrer Meinung nach? Haben Sie für Ihre Ansicht Belege? Oder handelt es sich um reine Verschwörungstheorie?

      6. Sie sprechen von einem „Sud der Suppe aus Unwahrheiten, schlechter Recherchen“: Können Sie das konkretisieren? Wo genau finden sich Beispiele dafür? Uns ist bei unseren Recherchen bisher nur die im Leserbrief von Robin Koppelmann aufgeführte Behauptung, die NPD (aka Nord Power Dogs) seien aus dem Stadion verschwunden, begegnet. Siehe zur Widerlegung dieser Behauptung unseren Artikel.

      Es bleibt dabei: Weder Sie, noch Herr Koppelmann, noch der Verein, noch irgendwer sonst von Ihren sich zahlreich äußernden Fans hält es für nötig, auch nur an einer Stelle eine konkrete inhaltliche Kritik zu formulieren, etwa in der Art, dass gesagt wirkt, welche Personen in der Broschüre völlig zu Unrecht einer rechtsradikalen Gesinnung und/oder Aktivitäten bzw. Gewalttaten bezichtigt werden.

      7. Selbst, wenn es so wäre, dass die Braunschweiger Zustände sich auch überall woanders finden ließen, was wir bestreiten – so wären sie deshalb dennoch keinen Deut besser. Auf der Südtribüne von Borussia Dortmund stehen etwa so viele Menschen, wie in Braunschweig insgesamt im Stadion sind – darunter auch ein paar Handvoll Nazis. Trotzdem hat sich der Verein nach entsprechenden Vorfällen und Medienberichten in den letzten Wochen deutlich direkter gegen diese gestellt als es nun in Braunschweig der Fall ist, wo man sich stattdessen auf Abwehrhaltung, Verharmlosung, Kritik an den Kritiker/innen, wohlfeile Presseschelte und Verschwörungstheorien verlegt.

      8. Dieses Muster ist aber nicht neu, sondern taucht immer wieder auf, wenn jemand es wagt, rechtsradikale Strukturen zu kritisieren: „Was?“, „Hier bei uns?“ „Diffamierung!“

      Daher noch einmal: Es ging und geht nicht darum, einem Großteil der Eintracht-Fans rechtsradikales Gedankengut zu unterstellen. Sondern es geht präzise um die Kritik des Zustandes, den Ihr eigener Kurven-Vorsänger so freimütig beschrieben hat, wofür man ihm angesichts der sonstigen Braunschweiger Wagenburg schon dankbar sein muss. Diese Kritik als „linksextrem“ zu diffamieren und damit inhaltlich zu entwerten, nützt immer nur den Nazis, ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht.

      In Ihrem Stadion mussten beim letzten Heimspiel Menschen unter Polizeischutz hinaus eskortiert werden, weil sie ansonsten einem wütenden Mob ausgesetzt gewesen wären, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwere Körperverletzungen begangen hätte. DAS IST DAS DRINGENDSTE PROBLEM, DAS SIE ANGEHEN MÜSSEN – und nicht Medienkritik, Linksextremismus oder Verschwörungstheorien.

      Mit herzlichen Grüßen
      Nicole Selmer & Andrej Reisin

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  7. Danke Publikative für den guten Artikel! Eintracht hat definitiv ein Naziproblem. Sicher nicht unbedingt mehr oder weniger als andere Vereine, aber eben doch vorhanden. Eine langjährige Eintracht-Anhängerin meinte heute erst zu mir, das es in der Fanszene doch ein offenes Geheimniss sei, das sich dort Nazis tümmeln. Und eben diese Anhängerin hat weder Verbindung zu UB noch wäre sie irgendwie „links“ einzuordnen. Viel schlimmer als die Nazis selber, sind aber die Abgründe in der Fanszene wie sie jetzt zum Vorschein kommen. Wie offenbar keiner sich daran stört, mit Nazis zu feiern. Wie die Nazis als Teil der Normalität im Stdion akzeptiert werden, während diejenigen, die auf Nazis hinweisen als Störfaktor dieser Volksgemeinschaft niedergemacht werden. Danke Publikative, das ihr all diese fadenscheinigen Verharmlosungen, Ausreden und billigen Diskreditierungen aufs Korn nimmt. Fußball ist nicht unpolitisch- auch wenn Funktionäre und manche „Fans“ sich das wünschen. Wer Nazis toleriert öffnet ihnen die Räume in die Mitte der Gesellschaft.
    Nicht wer das Maul aufmacht macht sich schuldig,
    sondern WER SCHWEIGT STIMMT ZU!

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  8. Und jetzt wird es richtig bunt!

    Eintracht Braunschweig ist sich selbst in der jetzigen Lage nicht zu Schade dafür sich einen weiteren Ausrutscher zu leisten.

    Die Diskussion um ein Nazi-Problem in der Kurve nutzt der Verein geschickt aus,
    um en passant in Person des Fansprechers zu verkünden, dass ein Fan-Kodex geplant sei:
    http://www.braunschweiger-zeitung.de/lokales/Braunschweig/eintracht-kuendigt-verhaltenskodex-fuer-fans-an-id776436.html

    Dass dies jedoch nichts anderes ist als die Umsetzung des „Giftkatalogs“ der DFL merkt nur ein aufmerksamer Leser.
    http://www.publikative.org/2012/10/11/sicherheitsleak-das-dfl-papier-sicheres-stadionerlebnis-zum-nachlesen/ (S15-16 vom Download Link)

    Wer dies nicht weiß, der denkt tolle Sache und die Fans sind auch noch mit im Bote.

    Pustekuchen! So schaut es aus:

    •In Fanvereinbarung soll zudem geregelt sein, dass etwaige vorhandene Fan-Privilegien nicht länger gewährt werden, sollten Inhalte der Fanvereinbarung nicht eingehalten werden.
    • Sinnvoll und erforderlich ist hier eine „Selbstbindung“ der Clubs, so z.B. keine Eintrittskarten mehr an Fanclubs zu vergeben, welche nicht bereit sind, eine Fanvereinbarung mit den genannten Mindestinhalten (Gewaltfreiheit, Anerkennung Stadionordnung etc.) abzuschließen, oder welche diese Mindestinhalte nach Abschluss der Fanvereinbarung nicht beachten; oder z.B. den Fanclubs das Mitführen von „Blockfahnen“ und Bannern zu verbieten, wenn diese zur Verschleierung der Täterschaft bei Einsatz von Pyrotechnik bzw. überhaupt zur Ermöglichung von Pyrotechnik missbraucht werden.
    Vorschläge/beabsichtigte Maßnahmen in der Zuständigkeit des LV
    •Verhängung von Geldstrafen und i.d.R. Stadionverboten bei gravierenden Verstößen gegen die geltenden Rege-lungen der Stadionordnung, z.B. bei Abbrennen von Pyrotechnik und ggü. Pyrotechnik-Schmugglern, Einbringen und Zeigen von Transparenten mit rassistischen, diskriminierenden oder grob beleidigenden Inhalten („Zero tolerance“).
    •Bekenntnis zu konsequenter Ahndung von Verstößen gegen Stadionordnung und DFB-SicherheitsRL folgt bereits aus Verhaltenskodex vom 17. Juli 2012.

    Mitsprache ja aber nur pro forma und es soll wohl so aussehen und wir suggeriert wie:

    Falschinformation 1: König berichtete, dass mittlerweile an einem Verhaltenskodex für Fans gearbeitet und es eine neue Stadionordnung geben werde. Andere Vereine, zum Beispiel Werder Bremen, hätten einen derartigen Verhaltenskodex für Fans bereits. Zu den Inhalten machte König keine Angabe: „Das wird mit den Fans abgestimmt.“
    Also S15 vom DFB-Papier besagt ja klar was drin stehen soll. Ich denke nicht, dass die Braunschweiger Fans und Ultras das mit sich abstimmen lassen

    Falschinformation 2: Wann dieser Kodex fertig sein wird, vermochte König nicht zu sagen. Geplant sei gewesen, den Kodex bis Saisonende im Sommer 2013 zu verabschieden. „Aber wenn es länger dauern sollte, dann dauert es eben länger.“
    Laut Zeitplan sind alle Vereine verpflichtet das „sichere Stadionerlebnis“ und damit auch den Fankodex bis spätestens 25.10.2013 zu unterschreiben.

    Wahrheit 1: König betonte: „Am Verhaltenskodex wird seit Saisonbeginn gearbeitet. Es gibt keinerlei Zusammenhang mit der Aktion am Samstag.“

    Gearbeitet ist wohl nur die Halbe Wahrheit. Gearbeitet wird von den 12 am Projekt beteiligten Menschen.

    Also Herr König sollte mal publikative lesen und sich dringend mal mit den Inhalten des Papieres „sicheres Stadionerlebnis“ beschäftigen ggf mal bei seinem Arbeitgeber nachfragen dem er anscheinend so unkritisch glaubt. Manchmal hilft auch eigenes Denken?
    Mensch kann ihm nur zu gute halten dass er wie so viele seiner Fanprojekt Kollegen getäuscht wurde. Aber das macht die Situation auch nicht besser.

    Dass was er als Mitspracherecht und Verbesserung verkauft ist eine üble Mogelpackung die bei Durchsetzung massive Nachteile für eine freue Fankultur bringen wird. Außerdem kann dieses Spiel mit dem Feuer auch ganz andere Folgen haben: http://www.publikative.org/2012/03/11/ultras-wer-mit-dem-feuer-spielt/

    Das Braunschweiger Beispiel eigentlich ein Ideales Beispiel wie hier etwas Positiv verkauft wird, dass in Wirklichkeit eine Giftpackung ist.

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  9. ich habe die artikel im online-bereich der braunschweiger zeitung übrigens wiedergefunden. sie scheinten eine weile nicht in den suchergebnissen vorgekommen zu sein – oder ich habe mich geirrt. das würde mich freuen.

    den anmerkungen aus kommentar 15 möchte ich noch folgendes hinzufügen:

    in unserem stadion gibt es immer wieder episoden von gewalt und bedrohung, die sich an rechtsradikalen äußerungen aufhängen. ich selbst habe das rund acht mal erlebt. das geht von äußerungen á la „juden hannover“ über das absingen des sogenannten u-bahn-liedes fünf meter vor der ticketkontrolle am eingang süd, mehr als fragwürdigen bannern und gesängen bis hin zu offener gewaltandrohung und geworfenen gegenständen.

    nun könnte man ja sagen: wo fußball gespielt und bier getrunken wird, bleibt kein auge trocken, die menschen schlagen halt gelegentlich über die stränge und wenn man sich nichts anmerken lässt, hören die rabauken von selber wieder auf.

    wenn man es mit unzusammenhängenden ereignissen zu tun hat, mag das sogar erfolgreich sein. das beste mittel gegen aufmerksamkeitstäter ist ja oft, einfach wegzuschauen.

    die zentrale these der broschüre ist für mich, das es eine organisierte szene gibt, die sich mit gewalt und bedrohung einen freiraum für ihre aggressive weltanschauung schaffen will, eine bühne auf der widerspruch nicht üblich ist.

    wollen wir eine eintracht, die trittbrettfahrende nazis mit dem erfolg des vereins mitten in die braunschweiger gesellschaft spült?

    torsten lieberknecht meint, die vierzig punkte seien noch weit und bis dahin möge man doch nicht den aufstieg herbeiphantasieren. so weit so gut.

    was ist denn aber, wenn wir wirklich aufsteigen? wie wollen wir in einem stadion, in dem rechtsradikaler gewalt keine klare gemeinschaftliche absage erteilt wird, gegen erstligaclubs bestehen?

    ich finde es fatal, dass den in der broschüre erwähnten gruppen aus angst vor veränderung und diskussion nach dem mund geredet wird. in der ersten liga bräuchten wir nämlich jeden fan, jede familie, jedes kind, mann und maus.

    auf diejenigen, die ihre weltanschauung auf ausschluss, kampf und vernichtung gründen, kann die eintracht heute und in der ersten liga getrost verzichten.

    jedenfalls mehr als auf die, die sich ein blau-gelbes gemeinschaftserlebnis wünschen und bei gewalt in zwei wochen einfach nicht wieder kommen.

    frau selmer, herr reisin: haben sie eigentlich am 30. oktober schon etwas vor?

    .~.

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  10. Mich erinnern die Reaktionen des Vereines und der Fanvertreter an das Verhalten von Dopingsündern: Wenn vor Großereignissen (Tour de France, Olympia) Sportler oder Funktionäre von der Presse in Zusammenhang mit Doping gebracht werden, wehren sich die Betroffenen nicht inhaltlich gegen den Dopingvorwurf, sondern wettern darüber, dass es unverschämt sei, den Vorwurf gerade jetzt zu erheben. Es wird dann vom eigentlichen Thema abgelenkt und darüber fabuliert, wie sehr die ganze Diskussion dem Sport schade und wie unverschämt die Presse sei, dass sie das mediale Interesse für das Großereignis für ihre Dopinggeschichten missbrauche. Fakt ist doch, dass sich die Öffentlichkeit für bestimmte Themen nur dann interessiert, wenn das Objekt der Berichterstattung aktuell interessant ist. Für das Thema „Doping im Radsport“ lassen sich eben mehr Menschen erreichen, wenn gerade die Tour läuft und für das Naziproblem beim BTSV lässt sich die Öffentlichkeit leichter sensibilisieren, wenn der Club als ungeschlagener Tabellenführer im Licht der Öffentlichkeit steht. Das Verwerfliche ist nicht, dass es ein Journalist wagt, Missstände bewusst zu einem öffentlichkeitswirksamen Zeitpunkt anzusprechen, sondern dass es zu „normalen Zeiten“ offenbar Niemanden interessiert und es erst eines bestimmten Anlasses bedarf, damit die Leute überhaupt zuhören. Oder glaubt jemand im Ernst, die -inhaltlich ja nicht bestrittenen und vom Vorsänger sogar ausdrücklich bestätigten- Vorwürfe hätten die breite Öffentlichkeit interessiert, als die Eintracht noch in der 3. Liga spielte?

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  11. Nachtrag:
    Vielleicht liegt in der Natur dieser Stadt, dass das Naziproblem lieber totgeschwiegen wird: Braun Schweig. Blöder Witz, aber der musste noch sein.

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  12. @gallendieter:

    „An welcher Schule sind sie denn bitteschön Lehrer Herr Schorse?“

    geht sie eigentlich gar nichts an, aber es ist eine berufsschule in der region. dort arbeite ich oft mit schülern aus bildungsfernen schichten, die irgendwelchen rechten und rechtsradikalen scheiß von sich geben. ich arbeite dann mit denen daran, soweit mir das im rahmen meiner tätigkeit möglich ist.

    zum medienthema: ich rede nicht von einer verschwörung, ich rede von schlampigem journalismus. der redaktion von 11freunde ist dann vielleciht aufgefallen, dass sie von ub01 hinters licht geführt worden sind und nicht ordentlich gegenrecherchiert haben. da kam das interview mit thilo natürlich gerade recht. wer gesteht schon gerne ein, dass man schlecht gearbeitet hat….

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    1. @schorse: Aber Butter bei die Fische packen ist dennoch genauso wenig Ihr Ding wie das von irgendwem sonst in Braunschweig, oder? Sie alle haben einen abgrundtiefen Hass auf UB, was seine Gründe haben mag, aber niemand von Ihnen ist in der Lage, den „schlampigen“ Journalisten auch nur ein Ergebnis Ihrer ach so tollen „Gegenrecherche“ zu präsentieren. Kapieren Sie doch mal, dass es nicht reicht, die Urheberschaft zu kritisieren, um den Inhalt zu negieren.

      Dass die Publikation anonym erfolgte, entbindet Sie nicht von der Pflicht, die dortigen Behauptungen zu widerlegen, bevor Sie anderen permanent sonstwas unterstellen. Die Broschüre hätte von einer namenlosen Person auf Wikileaks veröffentlicht werden können, mit dem Inhalt müssten Sie sich trotzdem genauso auseinandersetzen wie ansonsten blamierte US-Behören. Nennen Sie die doch einfach 3 Behauptungen aus der Broschüre, an denen absolut nichts stimmt.

      Das wäre „Gegenrecherche“, alles andere ist nur „hinters Licht führen“ Ihrerseits, nämlich die Öffentlichkeit hinter das Licht zu führen, irgendwer hätte sich das alles ausgedacht, ohne dafür auch nur einen einzigen Fakt zu liefern. Und dabei noch die große „wie UB die Medien dirigiert“-Nummer zu fahren, was selbstredend nichts anderes als blanke Verschwörungstheorie ist.

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  13. @Andrej:

    Ich behaupte nicht, dass das nicht stimmt.

    Mein problem und das der meisten Fans ist ein anderes:

    UB01 geht es gar nicht in Wirklichkeit um das (teilweise vielleicht vorhandene und früher deutlich heftigere) NaziProblem. UB01 geht es auch nicht um eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Problem. UB01 geht es nur um Konfrontation.

    Glaubt denn hier wirklich einer, in BS gehen ständig 20000 nazis und ihre sympathisanten ins stadion? Oder dass wir ein schlimmeres Nazi-Problem haben als andere Vereine? Dass der Verein die Nazis zumindest duldet, wenn nicht sogar fördert? Dass die Nazis das Stadion beherrschen und ein „Gewaltmonopol“ (welch Unwort) haben?

    Wenn das so wäre, könnte die Erde auch eine Scheibe sein und ich wäre nicht mehr im Stadion….

    das wirkliche problem ist, dass man jetzt nicht mehr sachlich und konstruktiv über eine (mögliche) Nazi- und Gewalt-Problematik im Stadion diskutiert und gehandelt werden kann, da der Ankläger (UB01) nun dafür in BS nicht qualifiziert ist. Da sehe ich dann das wirkliche Problem. Denn die Masse der Stdionbesucher will mit ub01 nun absolut nichts mehr zu tun haben

    Wann schmeiße ich denn jemand aus dem Stadion heraus?
    Diese Frage sollte man mal klären: Wenn er rechts denkt? Wenn er rechts handelt, aber was heißt das? Wenn er das U-Bahn Lied singt? Auf jeden Fall! Habe ich aber schon lange nicht mehr gehört. Wenn jemand die Internationale singt? Oder zu Allah betet? Gibt es den gesinnungs-Tüv im Stadion, ob ich auf dem Boden der FDGO stehe?

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  14. Wie provinziell der Verein – mein Verein – ist, drückt sich erst so richtig dadurch aus, dass die Geschäftsführung die Eintracht in der sportlich in der Tat grandiosen Zeit von einer politischen Gruppe gestört und missbraucht sieht, anstatt gerade WEGEN der sportlich so erfolgreichen Zeit und des damit einhergehenden Medienrummels, die Situation, mit der Presse als Rückhalt und der Broschüre als Beweisdokument (angebliche Unwahrheiten sollen bitte konkret gezeigt werden!), auszunutzen und ein für allemal mit den Nazis zu brechen.

    Doch die Verantwortlichen von Eintracht Braunschweig (von deren Kompetenzen ich bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich voll überzeugt war, gerade nach der Ära Glogowski) stellen, nach all den Jahren sportlicher Unterklassigkeit, nun ihre eigentliche Unterklassigkeit eindrucksvoll unter Beweis.

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  15. Noch Fragen? oder ist das auch wieder nicht entschiedn genug?

    http://www.eintracht.com/eintracht/aktuelles/news/allgemein/einzelansicht.html?news=8888&cHash=ce389bd6f06df386fafe75a1a915c706

    Eintracht begrüßt Aktionstag in Dresden
    Dynamo stellt das Heimspiel gegen die Blau-Gelben ins Zeichen seiner Antirassismus-Arbeit

    Dynamo Dresden hat ihr Zweitligaheimspiel gegen Eintracht Braunschweig unter das Zeichen der Antirassismus-Arbeit gestellt. Die Sachsen werden in einem Sondertrikot auflaufen, dessen Brust der Slogan „LOVE DYNAMO – HATE RACISM“ zieren wird. Darüber hinaus sind vor, während und nach dem Spiel zahlreiche Aktionen rund um das Thema geplant.

    Eintracht Braunschweig begrüßt diese Aktion ausdrücklich. „Wir distanzieren uns seit vielen Jahren von jeglicher Form des Rassismus. Die mit dieser Aktion verbundene klare Botschaft ist ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Daher unterstützen wir diese Maßnahmen ausdrücklich und uneingeschränkt. Für unser Heimspiel gegen Hertha BSC am kommenden Wochenende sind ebenfalls deutliche Zeichen gegen Rassismus und Extremismus geplant“, so Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

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