Molau: „Meine Ideologie war im Kern nicht richtig“

Der ehemalige NPD- und PRO-Funktionär Molau ist ausgestiegen. Er sei erleichtert, betont er im Interview und berichtet über NS-Fetischisten in der NPD. Eine Überwachung der Partei sei überflüssig, meint Molau, da die Fakten auf den Tisch lägen. Zu seinem Ausstieg sagt er, er habe festgestellt, dass seine Anschauung im Kern nicht richtig war, denn Völker seien keine geschlossenen Systeme.

Patrick Gensing: Wie geht es Ihnen nach dem Schritt an die Öffentlichkeit?

Andreas Molau: Ich sitze zwischen allen Fronten. Die einen sagen „Verräter“, die anderen meinen, ich meine das sowieso nicht ernst. Eine merkwürdige Situation. Auf jeden Fall bin ich absolut erleichtert. Es ist wahrscheinlich kaum nachzuvollziehen, wie schwer es war, diesen Schritt zu gehen. Jeder, der Fehler einräumen muss, weiß, das ist nicht leicht. Und in meiner politischen Biografie gibt es so viele Dinge, bei denen ich jetzt sagen muss: Das war nicht richtig.

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Gensing: Hat Sie diese Aussicht, zwischen allen Stühlen zu sitzen, gebremst bei der Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen?

In der Mitte: Andreas Molau, rechts DVU-Chef Faust
In der Mitte: Andreas Molau, rechts Ex-DVU-Chef Faust, heute NPD

Molau: Natürlich. Ich habe jetzt angefangen, meinen politischen Weg zu rekapitulieren. Und dabei habe ich festgestellt, dass es einen Moment gab, als ich „drin“ war. Nämlich als ich bei der „Jungen Freiheit“ aufgehört habe und schon in rechtsextremen Kreisen verkehrte. Da weiß man, es gibt kein „danach“.

Gensing:  Als Sie 2004 von der Waldorfschule zur NPD-Fraktion in Sachsen wechselten – war das eine Aufbruchstimmung in der rechten Bewegung?

Molau: Nein, das war ein anderes Motiv, nämlich Angst. Ich war nicht mehr bei der „Jungen Freiheit“, da gab es Streit um einen Beitrag zur Instrumentalisierung des Holocaust. Den habe ich zwar nicht geschrieben, aber ich wollte, dass der ins Blatt kommt. Bei der „JF“ – da gab es eine Aufbruchstimmung, da wollte eine Zeitung von rechts machen, Deutschland verändern. Ich war bei der „JF“ schon der radikalere Part – und Dieter Stein der gemäßigte.

Danach wusste ich: Zum Schuldienst kann ich nicht mehr als Referendar. Dann bin ich zu einem rechtsextremen Verlag gegangen, also noch tiefer reingerutscht. Das habe ich dann beendet – und einen Roman geschrieben. Dann bin ich zur Waldorfschule gegangen, was nur funktioniert hat, weil die so herrlich hinter dem Mond gelebt haben. Die hatten überhaupt keine Ahnung. Ich bin da einfach hingefahren, habe gesagt, ich habe Deutsch und Geschichte studiert und möchte Lehrer werden und finde Waldorfschulen toll. Da haben die mich vor eine 7. Klasse gestellt, um mich zu testen – und das hat gut geklappt. Da wurde ich dann eingeladen, habe nebenbei noch meine Waldorf-Ausbildung gemacht – und habe unterrichtet, später Abitur abgenommen.

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In all den Jahren haben meine Frau und ich immer darauf gewartet, dass die „JF“-Geschichte rauskommt. Das ging mehrere Jahre gut, aber mir war klar, weil die Waldorfschule wegen ihrer Geschichte selbst Probleme mit der Frage nach Rassismus Probleme hatte, wenn die Geschichte rauskommt, werde ich sofort „geschlachtet“. Als die NPD dann in Sachsen in den Landtag kam, da fragte Holger Apfel, ob ich die „Deutsche Stimme“ übernehmen will. Das erschien mir nach acht Jahren, in denen ich gut durchgekommen bin, als ein guter Zeitpunkt, weil nun auch die vermehrte Aufmerksamkeit für den Rechtsextremismus das Risiko erhöhte, dass ich auffliegen könnte. Klar: Wenn ich es nicht richtig gefunden hätte, hätte ich es auch nicht gemacht. Meine Intention war: Die NPD ist jetzt im Fokus der Öffentlichkeit, jetzt normalisieren die sich.

Gensing: Sie waren ohnehin schon Außenseiter in der rechtsextremen Szene. Wie reagiert diese nun auf Ihren Ausstieg?

Molau: Ich habe mehrere Emails aus der NPD bekommen von Leuten, die schreiben: „Donnerwetter, das war mutig! Wir trauen uns das nicht, weil es kein Danach gibt.“ Natürlich gibt es auch die Beschimpfungen wie „Verräter!“. Spannender ist aber die Frage, kann man nach so einem Schritt eine Perspektive erwarten? Ich bin realistisch – und glaube, das wird sehr schwierig. Doch das hat mich eher angespornt; es gab einen Artikel über mich, in dem stand, ich würde immer in der Szene bleiben, weil mir wirtschaftlich gar nichts anderes übrig bleiben würde. Das war ein Punkt, an dem ich dachte: Es kann nicht sein, dass ich deshalb Dinge mache, die ich nicht für richtig halte.

Gensing: Sie waren tief „drin“ in der Szene, viele Aussteiger berichten von einem längeren Prozess, in dem sie sich distanziert haben. Wie war das bei Ihnen?

Molau: Wenn ich mich an Reden erinnere, die ich gehalten habe – das waren ambivalente Gefühle damals. Ich erinnere mich noch, wie ich bei einer Veranstaltung in Wattenscheid weggefahren bin und absolut unzufrieden mit mir war. Ich wusste, dass ich vor diesen Leuten Dinge von mir gegeben habe, mit denen ich mich politisch und menschlich nicht wohlfühle, aber man war wie ein Dienstleister, der von einem Auftritt zum nächsten geschickt wurde – und hinterher sagt man, dass hält man doch gar nicht aus. Das denken auch andere Leute in der NPD. Dann sagte man sich aber, es gebe keine andere Möglichkeit. Oder man redete sich ein, vielleicht lasse sich so eine Partei reformieren.

So war es auch nach der Rede von Udo Pastörs in Saarbrücken. Da fragt man sich: „Wo bin ich hier eigentlich? Wird der jetzt vom Staat bezahlt oder ist er einfach bescheuert?“ Die Wahrheit ist wohl, dass er das glaubt. Dann sagt man sich, es gebe keine andere Möglichkeit. Oder man redet sich ein, vielleicht lasse sich so eine Partei reformieren und das sei nur eine Stimme.

Gensing:  Das klingt so, als seien Sie getrieben worden – aber Sie waren eine Führungskraft.

Molau: So einfach will es mir auch nicht machen. Ich verlange auch nicht, dass man das alles versteht, ich verstehe es teilweise selber nicht. Selbstverständlich habe ich ein Weltbild, das geprägt ist von der Lektüre, die ich seit meinem 16. Lebensjahr gelesen habe, also beispielsweise Henning Eichberg. Auch die Texte der konservativen Revolution haben mich geprägt. Die Fragen von Nation, Identität, Nationalismus, Weltordnung, Ökologie. Ich will mich jetzt nicht als Unpolitischen darstellen, der gar nicht gewusst habe, was er da tut. Natürlich entspringen meine Schriften meiner politischen Anschauung. Doch ich habe nach und nach gemerkt, dass das im Kern nicht richtig ist.

Gensing:  Was meinen Sie konkret?

Molau war zuletzt bei PRO aktiv.

Molau: Nehmen wir die zentralen rechten Themen Kultur, Nationen und Völker – da hatte ich den Fokus darauf gelegt, es seien geschlossene Systeme. Ich habe nicht gemerkt, dass diese Systeme aber immer auch offen sind.

Gensing:  Kultur und Völker als offene Systeme – für die NPD eigentlich undenkbar. Haben Sie solche Ideen auch geäußert?

Molau: Zeitweise war ich Chefberater der NPD. Da habe ich Udo Voigt vorgeschlagen, dass sich die Partei mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzen solle. Die NPD könnte darstellen, dass sie wirklich modern ist. Ich schlug vor, wir veranstalten eine Pressekonferenz, auf der wir unsere Position zu den nationalsozialistischen Verbrechen klären.

Gensing:  Warum kommt die NPD nicht weg von dem NS-Bezug? Warum hat Voigt diesen Vorschlag nicht umgesetzt?

Molau: Weil der Nationalsozialismus Kern seiner Anschauung ist. Die Partei definiert sich darüber. Und das Gefühl im rechten Lager sieht so aus: Man identifiziert sich über das „3. Reich“, weil man das Gefühl hat, eine geschlagene Nation zu sein. Man habe keine Identität und die Deutschen dürften nicht stolz auf ihr Land sein. Daran schuld sind dieser Denkweise zufolge die bösen Alliierten. Da man angeblich nicht darüber reden darf, ergibt sich die Pflicht, die Geschichte reinzuwaschen, um sein Nationalgefühl zu rechtfertigen. Das hatte ich in meiner Studienzeit genauso empfunden, ich dachte, ich hätte die heilige Pflicht, für ein sauberes Geschichtsbild zu sorgen.

Gensing: Bei der NPD haben Sie dann die gezielten Provokationen unterstützt – beispielsweise bei der Fraktion in Schwerin.

Pastörs bei seiner Hetzrede in Saarbrücken im Jahr 2009 (Screenshot YouTube)

Molau: Dort hatte ich einen Antrag vorbereitet, mit dem wir provozieren wollten, um die Verbrechen der Roten Armee an den Vertriebenen zu skandalisieren. Ein FDP-Politiker entgegnete auf den Antrag, das sei in der Sache respektabel, aber die NPD sei unglaubwürdig, weil sie die Würde der Opfer teilt, denn bei dem Gedenken an die NS-Opfer verlasse sie den Raum. Eine sehr gute Rede war das. In der anschließenden Besprechung habe ich gesagt: Der Mann hat Recht. Doch in einer Fraktion, die sich dermaßen über den historischen Nationalsozialismus definiert, bis in die kleinste Verästelung, die kann das natürlich nicht sagen.

Der einzige vernünftige im Sinne von nicht-ideologisch verhärtet war Michael Andrejewski, der hat nicht diese klare völkische Grundausrichtung. Sonst sind alle in der Fraktion völkisch-ideologisch fundiert.

Gensing:  Das hätte man vorher wissen können.

Molau: Ja, das stimmt. Und es wurde nochmal in einer Fraktionssitzung deutlich, als ein Mitarbeiter mit den Nürnberger Rassegesetzen unter dem Arm gesagt hat: „Lieber Herr Molau, Du bist ein guter Typ und Du kannst viel, aber Du musst verstehen, dass Du wegen Deiner Herkunft nicht in Frage kommst.“ Da fragt man sich schon, in welchem Film man ist. Aber ich habe da gutes Geld verdient in der Fraktion – und mir war auch klar, was passieren würde, wenn ich einen Schlussstrich ziehen würde.

Gensing: Sie wurden danach in der Szene im NS-Jargon als „Achteljude“ bezeichnet. Ein Einzelfall?

Molau: Man spricht in NPD-Runden auch mal darüber, was man so liest. Und da sagte ich, mein Lieblingsautor sei Erich Kästner. Andere NPDler meinten dann, gut, dass dieses „Schwein“ im NS nicht publizieren durfte. Genauso bei jüdischen Musikern. In der internen Diskussion kann man dann schon sagen: „Leute, das kann doch nicht euer ernst sein!“

Überhöhte Heimat

Gensing: Auch bei den Nationalkonservativen, zu denen ich Sie zählen würde, ist oft die Rede von deutscher Identität, Heimat und Kultur. Warum wird das so wenig mit Leben erfüllt?

Molau: Weil sie zu weit von der Gesellschaft entfernt sind. Ich habe festgestellt, dass jeder Heimatverein, jeder Fußballverein, jede Freiwillige Feuerwehr, jedes Engagement an der Basis, dass da eben viel mehr für die Identität gemacht wird, als in diesen rechten Zirkeln, die das für sich in Anspruch genommen haben.

Gensing: Selbst fast jeder Großstadtmensch fährt mal aufs Land und geht in einem zünftigen Landgasthof essen, das ist kein religiöser Akt. Die Begriffe Heimat und Kultur werden doch vollkommen überhöht.

Casa Pound
Faschismus goes Popkultur: Das Casa Pound in Rom

Molau: Genau. Überhöhung und fehlender Realitätsbezug. Ich habe da im Casa Pound in Italien über Identitäten geredet, das war auch toll, aber es war eher eine intellektuelle Selbstbefriedigung.

Gensing: Auch mit Christian Worch haben Sie Wahlkampf gemacht – welche Chance geben Sie seiner Partei Die Rechte, die von einigen Medien hochgeschrieben jetzt wurde?

Molau: Keine. Was „Der Spiegel“ geschrieben hat, ist eine ziemliche Luftnummer. Worch ist ein ausgeprägter Individualist. Man kann offen mit ihm diskutieren, was sehr untypisch für diese Szene. Zudem deckt er messerscharf die Schwächen der Bewegung auf. Worch legt überall den Finger in die Wunde, er nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber als moderate Partei? Das passt nicht, auch inhaltlich nicht.

Gensing: Haben Sie sich selbst überschätzt?

Molau: Das stimmt auf jeden Fall. Weniger in dem Sinne, dass ich nicht bei der NPD oder PRO hätte wirken können. Bei der NPD habe ich die Auseinandersetzung um den Parteivorsitz gar nicht gesucht, weil es ein Witz gewesen wäre, wenn ich gesagt hätte, ich will eine deutsche FPÖ – und gleichzeitig werde ich in der Partei als „Achteljude“ bezeichnet. Das verstehe ich auch nicht bei NPD-Chef Holger Apfel. Wie kann er sagen, er will eine moderne NPD – und gleichzeitig ist sein größter Verbündeter Udo Pastörs? Das ist total irrwitzig. Überschätzt habe ich mich, weil ich gedacht habe, auf diesem Weg seien Dinge zu ändern, die so aber nicht zu verändern sind.

Gensing: Der öffentliche Druck gegen Neonazis – wie schweißt der die Szene zusammen? Und wie könnte ein Ausgang aus der Szene aussehen?

Molau: Ich würde mir wünschen, dass man in der notwendigen Kritik an inakzeptablen Meinungen wie die von Pastörs, dass es dabei eine Unterscheidung gibt zwischen der Ideologie und dem Menschen, der dahinter steht. Ich hatte bei Anzi-Nazi-Demonstrationen, bei denen ich im Kessel stand, das Gefühl, es geschieht ein Unrecht. Und das überlagert das Gefühl, ich mache hier vielleicht etwas Falsches. Man fragt sich nicht, wen habe ich ausgegrenzt, sondern man sieht: Ich werde ausgegrenzt. Was ich mir wünschen würde, wäre eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung.

2010 noch einig auf dem NPD-Podium: Thorsten Heise, Thomas Wulff und Holger Apfel (Foto: Kai Budler)
2010 noch einig auf dem NPD-Podium: Thorsten Heise, Thomas Wulff und Holger Apfel (Foto: Kai Budler)

Ein großer Teil von denen, die da mitmarschieren, die wissen, dass das nicht in Ordnung ist. Doch in dem ich etwas mystifiziere, wenn ich einem Holger Apfel einfach das Mikrofon abdrehe, hat das für viele den Impuls, dem wird Unrecht getan. Heute denke ich: wie dämlich. Wenn man mit jemandem wie Holger Apfel, der argumentativ auf so schwachen Füßen steht, wenn man den nicht in einem Gespräch auf den Kern seines Denkens bringen kann, dann ist das ein mangelhafter Umgang mit dem Phänomen.

Gensing: Wie geht es weiter, wie sieht Ihre Zukunft aus? Referent, Lehrer, Journalist, Talkshow-Gast?

Molau: Ich möchte kein „Ausstiegsevent“ sein. Ein Schlussstrich ist nur der Beginn eines Prozesses – und Vertrauen kommt nicht ad hoc. Ich bin Lehrer gewesen, ich bin Publizist – natürlich möchte ich mit 44 Jahren weiterleben. Das kann letztendlich nur als Lehrer oder Publizist sein. Es wäre falsch, meine Erfahrungen einfach zu begraben, ich will sie einbringen.

„NPD muss nicht überwacht werden“

Gensing: Das Bild, das in den Fachmedien von der NPD gezeichnet wird, ist das realistisch? Liegen die relevanten Informationen auf dem Tisch?

Andreas Molau hat sich von der extremen Rechten verabschiedet. (Foto: Stefan Laurin)

Molau: Es gibt sehr kenntnisreiche Berichte über diese Szene. Die wesentlichen Elemente der Ideologie sind öffentlich. So eine Partei muss nicht geheimdienstlich ausgespäht wird. Alles was Udo Pastörs oder Holger Apfel sagen, ist bekannt. Das kann ich nur ergänzen um einzelne Geschichten. So wollte ich einen Diskussionsbeitrag in der „Deutschen Stimme“ um eine Position erweitern, wonach Ausländer, die sich integrieren wollen, in Ordnung seien. Apfel bekam einen Tobsuchtsanfall. Er will keine moderne Partei, für ihn sind alle Ausländer unerwünscht.

Es gibt natürlich auch Leute bei der NPD, die das anders sehen als Apfel oder Pastörs, aber die müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie diese Positionen mittragen – so wie ich es getan habe.

Kommentar: Gib Ex-Nazis eine Chance!

32 Kommentare zu „Molau: „Meine Ideologie war im Kern nicht richtig“

  1. Sehr interessantes Interview, vielen Dank Herr Gensing. Es bleibt nur zu hoffen, dass Molau es ernst meint mit seinem Ausstiegsversuch und tatsäöchlich mit der Szene gebrochen hat, aber dafür stehen die Chancen nicht allzu schlecht.

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  2. Molau verharmlost nicht nur die rechte JF als „gemäßigt“, sondern will auch die Mitgliedschaft in rechten Organisationen als etwas normales erscheinen lassen, das man einfach so ablegen kann. So etwas darf aber niemals normal werden! Wer ihm jetzt einen billigen und konsequenzlosen Ausstieg gönnt und so tut als sei nichts gewesen, macht Rechtextremismus noch ein Stück mehr wieder zu deutscher Normalität. Molau wusste, bei was er mitmacht, und muss die Konsequenzen spüren. Kein Vergeben, kein Vergessen!

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  3. P.S. Molau distanziert sich doch kein bißchen von rechter Gesinnung, sondern sagt sinngemäß nur, dass die NPD taktisch ungeschickt vorgegangen ist. Wer so über die angeblichen „Verbrechen der Roten Armee“ schwadroniert und Ausgrenzungskonzepte wie „Identität, Heimat und Kultur“ propagiert, hat nicht das geringste gelernt.

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  4. Sehr beachtliches und gutes Interview, mit interessanten Einblicken in die Szene.
    Auch ich nehme im den Ausstieg nicht so ganz ab. Man sollte seine Entwicklung mit Interesse beobachten.

    OT: Der unsäglich peinliche Betrag über den Schulchor wurde anscheinend von der Seite. Ein paar begleitende Worte und vllt mal das Eingeständnis einer Irrung und Wirrung (die es auf dieser Seite ja durchaus ab und an gibt) wären schön.

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  5. @Blotze: Menschen sagen in aller Regel nicht von heute auf morgen: Upps mein Leben war scheiße ich habe alles falsch gemacht. Molaus Ablehnung des NS-Bezugs wird während des Interviews mehr als deutlich. Auch kritisiert er die Überhöhung von Kultur und Nation. Zudem hinterfragt er das völkische Denken. Das macht ihn noch lange nicht nichtrechts. Er scheint ein gemäßigterer Nationalkonservativer zu sein, als zu seiner Zeit bei der Jungen Freiheit. Inwieweit er zukünftig im Lager der gemäßigten Neurechten bleibt oder ob er es schafft sich auch von dieser zu emanzipieren, wird die Zukunft zeigen.

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  6. Gähn, so langsam reicht es aber mit der Molau-Personality-Show. Der Typ soll gefälligst erstmal ein paar Kameraden in den Knast bringen, bevor ihm von den Medien noch ein Quäntchen Aufmerksamkeit gewidmet wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, wenn das nicht passieren sollte.

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  7. Wi-der-lich!

    Wieso wird einem Typen, der die schlimmsten Verbrechen der jüngern Vergangenheit scheinbar völlig okay fand und sie vermutlich auch gerne nochmal wiederholt hätte, hier so große eine Bühne geboten?

    Eine echte Distanzierung von braunem Gedankengut kann ich im Übrigen auch nicht erkennen. Stattdessen versucht sich Molau auch noch als Opfer zu geben: „Ich hatte bei Anzi-Nazi-Demonstrationen, bei denen ich im Kessel stand, das Gefühl, es geschieht ein Unrecht.“
    Mir kommen gleich die Tränen.

    Wie Blotze schon richtig erkannt hat, sagt Molau dass die Fixierung auf den Nationsalsozialismus bei der NPD irgendwie ein bisschen übertrieben war (Stichwort: Wehrmachtsdvotionalien), aber sonst ist die NPD ja ganz okay. Ein echter Ausstieg sieht anders aus.

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  8. Was soll denn das Geschwätz über „gemäßigter Rechter“, „Nationalkonservativer“ usw. ?
    Der Typ ist noch wie vor ein Rechtsradikaler!
    Das scheint aber inzwischen schon zur deutschen Normalität zu gehören.

    Bisschen Gelaber über die „unverbesserliche“ NPD, und schon ist er aus dem Schneider, schon stehen alle möglichen Leute Schlange und wollen ihm gratulieren und schön aufschreiben, was für ein toller Kerl er ist. Endlich braucht man sich nicht mehr mit den Opfern rechtsradikaler Ideologie zu beschäftigen.

    Rechtsradikale gibt es in Deutschland nicht mehr, weil alle es sind.

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  9. Über ein solch differenziertes und selbstreflexives Interview Gift und Galle zu speien, fällt auf Sie selbst zurück, „Blotze“. Haben Sie einmal kurz überlegt, bevor Sie auf den Senden-Button gedrückt haben, oder ist das alles, wie ich vermute, im Affekt geschrieben? Wenn Sie sich in Ihrem ersten Thread dagegen aussprechen, daß man die Mitgliedschaft in rechtsradikalen Organisationen ohne weitere Folgen ablegen könne, dann verstehe ich nicht, was Sie mit Ihrem alttestamentarischen Haß bezwecken. Schön wäre es doch, wenn es mehr Menschen wie Molau gäbe.

    Haß macht häßlich, und Selbstgerechtigkeit ist nie ein guter Ratgeber, „Blotze“. Schreiben Sie einfach weniger und denken Sie mehr nach.

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  10. @Lunte: Ja, da gibt es wohl zuviele Buchstaben in meinem Beitrag, die alle auf den ersten Blick gleich aussehen, oder war es nur ein Rechtschreibfehler? Nehmen Sie einfach bei Gelegenheit mal das Buch der Bücher zur Hand, dann werden Sie mich schon verstehen.

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  11. @Arne Lehmann
    Eine inhaltliche Begründung dafür, wo ich „Haß“ verbreitet haben soll, wäre aufschlußreicher gewesen als die bloße Unterstellung. Ich habe konkret darauf hingewiesen, in welchen Punkten Molau weiter ganz offensiv rechte Positionen vertritt, u.a. auch Revisionismus („Verbrechen der Roten Armee“). Wenn das nicht mehr ganz so extreme Positionen sind wie früher, sollte man sich davon dennoch nicht aufs Glatteis führen lassen. Er benutzt die etwas extremeren Rechten und seine Kritik an deren Taktik nur als Kontrastmittel, um seine eigenes im Kern unverändertes Gedankengut als „mittig“ oder „gemäßigt“ darzustellen. Man sollte diese Technik als solche erkennen und sich von ihm nicht vorführen lassen. Die Rechten haben gemerkt, dass sie mit der NPD nicht weiterkommen, und versuchen es jetzt eben etwas subtiler.

    Wenn er beweisen will dass er es ernst meint, kann er ja mal anfangen einige Dinge zu erzählen, die man noch nicht allgemein über das Innenleben seiner diversen früheren Organisationen weiß. Solange er das nicht tut, empfindet er offenbar immer noch sehr viel Loyalität gegenüber seinen Kameraden.

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  12. Klingt ja alles schön und gut, wenn Herr Molau wirklich zur Einsicht gekommen sein sollte. Vielleicht plaudert selbiger aber im Interview mit Herrn Gensing genauso nach dem „neuen“ Wind, wie er es einst bei seinen Kameraden tat. Wenn ich mir jedenfalls das rassistische Geschwurbel im oben verlinkten Video anhöre, kommt mir echt das Kotzen. Anderseits -wenn Molau tatsächlich schon sowas wie eine intellektuelle Elite in der NPD darstellte, kann ich beim Kotzen wenigstens noch lachen…

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  13. genau. erst wenn molau informationen über das innenleben, wie gewalttaten, führungskader, etc von nazistischen angeblichen „freien kameradschaften“ u sonstigen nahen gruppierungen der nazis vor allem antifaschistisch arbeitenden gruppen zur verfügung stellt, erst dann kann man beginnen, ihn als jmd zu verstehen, der versucht, aus zu steigen, aus einer szene, in der er mehr als 25jahre maßgeblich involviert war u zu dessen trägern er gehört (hat). er sagt im interview selbst, dass er begann, mit 16 jahren allen möglichen schrott zu lesen, mehr als sein halbes leben prägten ihn seine offen menschenfeindlichen ansichten. dass er, wie in einem kommentar über mir perfekt auf den punkt gebracht wurde, versucht dieser mensch seine ansichten zu relativieren, indem er die npd als nationalsozialistisch darstellt u sich selbst lediglich als „nationalkonservativ“. das er sich, wie von ihm dargestellt, von den zentralen begriffen der nazis nicht wirklich distanziert, lässt seinen ausstieg nur schwer nachvollziehen. vermutlich arbeitet er in ein paar monaten in ieiner der vielen rechtspopulistischen splitterparteien, verkauft sich als „geläutert“ u versucht so, die nationalistischen, islamophoben und offen rassistischen positionen als vertretbar, da nicht menschenverachtend und rückwärts gewandt, dar zu stellen.

    prost mahlzeit.

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  14. @Blotze: Mein junger Freund, Sie scheinen mir ein – Achtung: Sprachfalle! – rechter Schwarmgeist und Heißsporn zu sein. Wollen Sie hier den Antifaschismus nachholen, für den Uropa nicht den Mut hatte? Ist die bloße Erwähnung der Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee Revisionismus? Hat Molau sich nicht an den Bundesverfassungsschutz gewandt? Gibt es einen Komparativ von „extrem“? Schrieben die deutschen Landser trotz oder wegen ihres Notabiturs ein besseres Deutsch als Sie? Haben Sie eigentlich schon etwas im Leben geleistet? Dürfen wir annehmen, daß Sie noch andere Hobbies haben?

    „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“ (Bertolt Brecht, Der gute Mensch von Sezuan)

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  15. @Arne Lehmann
    “ Ist die bloße Erwähnung der Massenvergewaltigungen durch die Rote Armee Revisionismus?“

    Ja, das ist Revisionismus. Zum einen, weil der Kontext des Geschehens nicht erwähnt wird und da Handeln der Sowjetarmee durch solche Aussagen als Angriff erscheint. Zum anderen wegen enormer Zweifel an der Richtigkeit dieser Darstellungen. Die seriöse Geschichtswissenschaft behandelt das Thema deshalb auch sehr zurückhaltend und weist auf Manipulation durch die damalige Nazi-Propaganda hin, die sich bis heute in deutschen Köpfen hält. Hier ist ein Beispiel beschrieben:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nemmersdorf

    Ich finde es erschreckend, dass revisionistische Positionen wie diese zunehmend auch außerhalb der Rechten zu finden sind. Zumindest habe ich den Eindruck, dass Sie sich selbst nicht als rechts empfinden.

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  16. Hab ich das jetzt richtig verstanden?
    Jemand ist in der NPD, ist falsch,
    Jemand steigt aus, falsch?
    Was kann man denn machen um den guten Herrn Bxxxze,+
    motzendem Anhang glücklich zu machen?
    Aussagen wie: „Meine Ideologie war im Kern nicht richtig“,
    bedeutet zwischen den Zeilen soviel wie: „Es war alles Scheiße“
    Bloß weil er sich nicht ausdrückt wie ein Prolet kann mann doch nicht seine eindeutige Abscheu gegen die NPD + Konsorten unter den Tisch fallen lassen.
    Soll er doch ein Konservativ denkender Mensch geblieben sein,
    wir haben hier Meinungsfreiheit, und solange er weder Gewalttäter unterstützt, noch versucht Bürger zu hetzen ist das auch vollkommen in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es allerdings auf einen am Boden ligenden nachzuteten. Ihr wollt euch doch höchstwarscheinlich von den rechten unterscheiden. So? Ernsthaft? Habt ihr ne Ahnung was ein Scheißeregen in Form von sauren Nazis, die ihn für einen Verräter halten, auf ihn herabprasselt? Wenn jemand meint er distanziert sich nicht, sollte noch mal den Artikel lesen, es ist überdeutlich wie unangenehm ihm die sache (zu recht) ist. Das er damit auch nicht was wirklich gut gemacht hat ist auch klar, aber man könnte es ihm wenigstens anrechnen das er den Schrit gewagt hat

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  17. @Bergmann: Das ist schlichtweg falsch. Seit Mitte der neunziger Jahre gibt es belastbare Zahlen zu den Massenvergewaltigungen der Roten Armee in Deutschland, u.a. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam. Jeden, der diese Tatsachen erwähnt, unter Revisionismusverdacht zu stellen, ist etwa so intelligent, wie bei allem ostentativen antifaschistischen Engagement dann doch nicht den Unterschied zwischen „rechts“ und „rechtsradikal“ zu kennen. Den letzten Teilsatz dürfen Sie auf Ihren Beitrag beziehen.

    @sascha: Ganz recht, Sie gehen in Ihrer herzerfrischenden Art gleich in medias res. Was Molau auch tut, er kann es Berufsmahnern wie Bergmann und Blotze nicht recht machen. Die Psychologie nennt es double bind, wir dürfen aber auch schlicht Zwickmühle dazu sagen. Menschen wie Andreas Molau oder, um ein Beispiel vom linken Rand zu nennen, Günter Schabowski, die beide ihre Irrtümer eingesehen und tätige Reue gezeigt haben, sind mir allemal lieber als freudlose Altlinke oder jugendliche Antifa-Kampfhähne mit ihren Platitüden.

    P.S.: Bergmann, machen Sie nicht alles noch schlimmer, antworten Sie mir lieber nicht.

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  18. @Sascha
    „Was kann man denn machen um den guten Herrn Bxxxze,+ motzendem Anhang glücklich zu machen?“

    Zum Beispiel: Sich glaubwürdig von rechter Ideologie distanzieren, indem man den Kampf dagegen aktiv unterstützt, anstatt weiterhin die JF für „moderat“ zu erklären und revisionistische Thesen zu verbreiten. Nochmal: Molaus Verhalten unterscheidet sich bislang nicht von einer altbekannten Taktik, die von ein paar in der extrem rechten Szene ohnehin kaum noch akzeptierten Erscheinungen abrückt, um damit die immer noch vorhandenen rechten Positionen als akzeptabel erscheinen zu lassen. Ich habe langsam den Eindruck, dass manche hier das Interview nicht oder nicht kritisch genug gelesen haben?

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  19. Eigentlich ist es doch so einfach und logisch: Ein Verbrechen ist ein Verbrechen, da gibt es nichts zu beschönigen. Ebenso klar ist, daß kein Verbrechen ein anderes Verbrechen rechtfertigt. Ein vorheriges Verbrechen mag manches erklären und bei der Aufklärung die Beweggründe verständlicher machen, aber rechtfertigen tut es das dennoch nicht.

    Damit stehen die Verbrechen freilich noch längst nicht auf gleicher Stufe oder werden damit gleichgesetzt.

    Und Massenvergewaltigungen sind nie zu rechtfertigen, wo und wann sie auch immer sie auftreten. Zumindest dies sollte heute zum allgemeinen Grundkonsens zählen.

    Der Vorwurf des Revisionismus ist in diesem Fall also vollkommen albern. Mißtrauisch kann man hingegen bei einzelnen Aussagen durchaus sein, das ist jedermanns Recht.

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  20. Was passiert denn hier gerade? Als ich das letzte Mal hier war, war dies noch ein antifaschistischer Blog. Jetzt wird hier unwidersprochen oder sogar unter Beifall Leser über die „gemäßigte JF“ und „Allierte Verbrechen“ schwadroniert. Ich muß schon sagen, dieser Molau ist wirklich ein Genie. Dass er das hinbekommt, hätte ich ihm niemals zugetraut! Wieso läßt man ihn und seine gemäßigten JF-Freunde denn hier nicht öfters zu Wort kommen, wo sie doch so nette Menschen sind und so kluge Dinge sagen? Leute, wacht auf!

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  21. @Lehmann

    Mann, schlafen Sie auch in Ihren Stiefeln, Sie „Mohrrübenschwein“!? – Was brüllt` Er hier zum „Landser“, zur roten Armee, zum Militärhistorischen Forschungsamt und zu diesem Schabowski herum, als stünde Er auf dem Kasernenhof ihrer Kaiserlichen Majestät..! Mäßige Er sich in seinem kleinbürgerlichen latein und gebe Er mir Antwort, Mann! – Was meint` Er genau, wenn Er vom „ostentativen antifaschistischen Engagement“ von „freudlosen Altlinken oder jugendliche Antifa-Kampfhähnen“ zu dummbeuteln beliebt!? Und komme Er mir ab ovo, und nicht medias res, damit ich nicht den Eindruck gewinne, als ginge es Ihm eigentlich um die Verteidigung der früheren „Thesen“ dieses Molau-Delinquenten. – Und nun weggetreten, Kerl, und lese Er das: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/neonazi-netz-vorlieben-warum-zitieren-nazis-bertolt-brecht-und-rosa-luxemburg-7715

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  22. Klugscheißer immer und überall!
    Seid doch froh wenn sich ein armes Licht wie Molau Sauerstoff verschafft.
    Ich wünsch ihm alles gute!
    Großfressen/Bessermenschen habe ich satt in allen „Revolutionen“ – (nachgelesen!). Waren leider doch weit überwiegend „Ficker,Hinrichter,
    Frauenverachter,Kriminelle,Schlaumeier“.
    Fangt mal an euch zu benehmen.
    Antifa beginnt und endet nur im menschlichen Umgang.

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