Die Entdeckung der Nazis

Obwohl die Situation unter der Anhängerschaft der deutschen Nationalmannschaft heute wesentlich besser ist als noch vor 15 Jahren, ist genaues Hinhören und Hinschauen gefragt. Auch bei den Medien. Denn was eigentlich keine große Neuigkeit sein sollte, sorgt offenbar für große Überraschung.

Von Nicole Selmer, zurzeit in Gdansk. Der Artikel erschien in leicht veränderter Form zuerst im EM-Blog des Fußballmagazins „Ballesterer“

Suchen Sie den Fehler: Fanmeile in Dortmund (Foto: mkorsakov / CC BY-NC-SA 2.0)
Suchen Sie den Fehler: Fanmeile in Dortmund (Foto: mkorsakov / CC BY-NC-SA 2.0)

Florian Schubert, der zum Thema Antisemitismus im Fußball forscht, hat seine Beobachtungen vom Spiel gegen Dänemark in Lwiw zusammengestellt und mit Fotos dokumentiert. Der Artikel fand auch abseits der hohen Zugriffszahlen große Beachtung und diente als Grundlage für weitere Texte auch in Tageszeitungen. Das Echo auf den Artikel hat uns zugegebenermaßen überrascht, weswegen wir mit mit Breaking News: Auch Nazis halten zu Schland mit relativ beliebigen Videolinks von Länderspielen der letzten Jahre noch einmal dokumentierten, dass „die“ halt auch da sind. Die aufgelisteten Beispiele entstammen nicht geheimen oder schwer zugänglichen Quellen, sondern youtube und – im Fall von Florian Schuberts Text – eigenen Beobachtungen.

Dennoch scheinen sie mit dem spätestens seit 2006 liebgewonnenen Bild der deutschen Fangemeinde stark zu brechen, wie die Reaktionen und kontroversen Kommentare zeigen. Es sind zwei einfache Wahrheiten, aber offenbar für manche zu viel: Nicht alle Deutschland-Fans sind Rechtsradikale und Rassisten, aber deutsche Rechtsradikale und Rassisten sind auch Deutschland-Fans. In der Innenstadt von Lwiw haben die Thor-Steinar-Klamotten, 88-Trikots oder gar Hitlergrüße keineswegs das Bild geprägt, aber es gab sie eben auch. Beim Viertelfinale in Gdansk (wo ich wie in Lwiw selbst auch in der Stadt, allerdings nicht im Stadion) war, sah es ähnlich aus, wobei der Anteil der „bei Rechtsextremen beliebten“ Marken – wie die juristisch sichere Wendung lautet – hier noch etwas größer gewesen sein dürfte.

Die Arbeit der Journalisten

Ein zentraler Satz in Schuberts Text lautet: „Kaum etwas von diesen Erlebnissen taucht in der Berichterstattung über die Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf.“ Da darf schon einmal gefragt werden: Warum eigentlich nicht? Warum werden diese Beobachtungen auf einem nichtkommerziellen Blog von einem Autor veröffentlicht, der damit kein Geld verdient? Dafür nötig gewesen wäre keine aufwendige Recherche im Nazimilieu, keine wochenlange investigative journalistische Basisarbeit. Es hätte vollauf gereicht, sich mit offenen Augen und Ohren auf den Marktplatz von Lwiw zu setzen oder durch die Altstadt von Gdansk zu gehen. Wohl kaum zu viel verlangt. Auch diese Beobachtung wäre dann zu machen: Die für den aufmerksamen Blick durch Kleidung oder Parolen als rechtsradikal erkennbaren Fans verstecken sich nicht, sie sind als Einzelpersonen oder kleine Grüppchen dort präsent, wo auch die anderen Fans mit ihren lustigen Hüten und bunten Perücken sind. Denn sie sind eben auch genau das: Fans. Von Deutschland.

Es ist diese Vermischung von „bösen“ und „guten“ Deutschland-Fans, die offenbar für Irritation sorgt. Auch der vermeintlich harmlose Partypatriotismus lässt sich kritisch betrachten, seine Reduktion auf fröhlichen Karnevalsupport ohne jede politische oder gar chauvinistische Anklänge ist mittlerweile von verschiedenen Seiten (publikative.orgZeitSüddeutsche) zurechtgerückt worden. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass ein großer Unterschied besteht zwischen Nazi-Hools, die gerne zu Deutschland-Spielen fahren, und buntperückten »Schland«-Fans, die das auch tun, aber keineswegs einer rechtsextremen Gruppierung und Gesinnung zuzuordnen sind. Ebenfalls festzuhalten ist, dass über die vergangenen zwei Jahrzehnte die Anzahl der ersten Gruppe ab- und die der letzten Gruppe zugenommen hat – das ist die glaubwürdige Einschätzung etwa der Fanprojektmitarbeiter, die auch Länderspiele und Turniere in dieser Zeit begleitet haben.

Rechtes Augenzwinkern

Es besteht also nicht mehr Anlass für Nazialarm in der Fankurve der deutschen Nationalmannschaft als vor 15 Jahren, sondern wenn dann eher weniger. Mehr Anlass hingegen scheint für aufmerksames Hinschauen und Hinhören zu bestehen, von Journalisten, Fanprojekten, Verband und Fans selbst. Im Fokus der Debatten steht bei dieser EM beispielsweise das „Mexico-Lied“ der „Böhsen Onkelz“, das im deutschen Block gerne angestimmt und dann auch gerne gesungen wird. Über die „Böhsen Onkelsz“ lassen sich hervorragend seitenlange Debatten im Internet und außerhalb führen. Ein Gerichtsurteil von 2001 erlaubt der taz, sie mit dem Ausdruck „berüchtigte rechtsradikale Band“ zu bezeichnen; die Musik ist in Fußballfanszenen populär.

Wenn das „Mexico-Lied“ zur WM 1986 bei der Europameisterschaft 2012 im deutschen Fanblock angestimmt wird, dann hat dies mehrfache Bedeutungen: Für viele Fans ist es nur ein Partyschlager, den sie womöglich auch gerade zum ersten Mal hören oder singen. Warum dieser, obwohl er sich für eine EM nicht einmal am richtigen Kontinent abarbeitet, aktuell dennoch attraktiver zu sein scheint als andere, ist eine interessante Frage und sicher nicht einfach zu klären. Zum Bedeutungsspektrum gehört jedoch auch, dass der Song auch als Erkennungszeichen fungiert für diejenigen, die die Geschichte der Band kennen, die sich auf eine Verbindung von Fußball, Alkohol, Gewalt und Nationalismus verständigen können. Ähnlich fungiert die Präsenz bestimmter Marken und Symbole im Fanblock (nicht nur bei der Nationalmannschaft): Nicht alle, die sie tragen, sind sich über die Bedeutung im Klaren – mancher Fan ist eben einfach 1988 geboren – aber denen, die Bescheid wissen, ist es ein Augenzwinkern wert.

Was es „immer schon“ gab, ist selten gut

Viel diskutiert waren bei dieser EM schließlich auch die „Sieg, Sieg“-Rufe: Ja, die gab es „schon immer“ – auch bei Spielen in Ländern, die im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung standen. Das darf sich auch der deutsche Innenminister merken und hätte sich die plötzliche tagesrhetorische Empörung darüber schenken können. Aber diese Rufe, die auch in den Fankurven in der Liga zu hören sind, sind auch dort schon häufig genug auf Kritik gestoßen, und das Argument „Haben wir früher auch gemacht“  war noch nie ein gutes. Sie spiegeln die sportliche Wettkampflogik, die nur „Sieg oder Niederlage“, „Wir oder die“ kennt, und auch die große Mehrzahl der Fans fügt weder hörbar noch unhörbar ein „Heil“ hinzu, dennoch ist dieser historische Beiklang nun einmal vorhanden.

Und für die (wenigen) Nazis in der Kurve – egal ob Liga oder Nationalmannschaft – Anlass für ein weiteres rechtes Augenzwinkern. Hier wäre die in Fanszenen ja reichlich vorhandene Kreativität gefragt, schlicht etwas anderes zu rufen. Als Beitrag einer Mannschaft ging bereits der Umgang des SC Freiburg bzw. seines damaligen Trainers Volker Finke mit den „Sieg“-Rufen in den 1990er Jahren durchs Web. Die simple Lösung lautete: Das Sieg-Gegröle hört auf oder die Mannschaft kommt nicht mehr vor die Kurve.

Siehe auch: Breaking News: Auch Nazis halten zu “Schland”“Eine U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz”Wettbewerbsgrundlage Nationalismus

13 Kommentare zu „Die Entdeckung der Nazis

  1. Hmmh, nun also der 3. Artikel innerhalb kürzester Zeit zu der Erkenntnis; „unter Fußball-Fans gibt’s auch Nazis“, tja, die gibt’s wohl leider in jeder Gruppe/jedem Umfeld ( selbst unter Linken soll es stramme Antisemiten geben, munkelt man). Nur so richtig abnehmen tut man euch eure Intention nicht. Irgendwie hört sich irgendwie wie
    das wie dieses „…man wird ja wohl noch sagen dürfen“ an (das ihr euch sonst so verbittert. Meine Vermutung: ihr ganz simpel ein Teil der ( im Prinzip durch und durch spießigen) Antifa-Kampagne gegen den sog. Party-Nationalismus.

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  2. Kaum etwas von diesen Erlebnissen taucht in der Berichterstattung über die Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf.” Da darf schon einmal gefragt werden: Warum eigentlich nicht?“ Zitatende.

    Auch wenn Ihnen die Antwort nicht gefällt (und deshalb nicht veröffentlicht wird).
    Ganz einfach aus demselben Grunde warum in den Hauptmedien nicht über Migrantengewalt berichtet wird. Es sind schlicht und einfach bedauerliche Einzelfälle.

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  3. Das ist albern!
    Es ist egal, welche politische Meinung ein Fußball-Fan hat, weil Fußball absolut nichts mit Politik zu tun hat.
    Hat zufällig jemand die „We hate Germany“-Rufe der Griechen gehört?
    Unangebrachtes Verhalten gibt es immer. Aber das kann man ignorieren.
    Das Lied „Mexiko“ enthält keinerlei nationalistische Textzeilen oder Anspielungen. Habt ihr das Lied überhaupt gehört? Nur, weil irgendein Gericht irgendetwas beschießt, ist es noch lange nicht richtig. Das solltet gerade ihr doch wissen.

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  4. Diese Argumentation von guten Schlanfans und eben den rechten Strukturen
    würde ich noch viel mehr hinterfragen:

    1. Weshalb wird den den „guten“ Fans dies einfach so toleriert, wenn rechtsradikale Parolen gerufen werden und Menschen mit Naziklamotten im Stadion herumlaufen.

    Ganz einfach weil der Partypatriotismus wichtiger ist und man sich doch die Party durch unnötigen Ärger nicht vermiesen will.

    2. Angeblich wird der multikulti Charakters des DFB Teams von den Schlandfans so geschätzt.

    Weshalb gibt es da nicht Aktionen dies zu betonen zum Beispiel eine Soli-Aktion für Mesut Ösil?

    Ganz einfach weil der Partypatriotismus wichtiger ist und man sich doch die Party durch unnötigen Ärger nicht vermiesen will.

    3. Die Reaktion seitens DFB und Politik und Medien ist auch ganz neutral.

    Weshalb gibt es da nicht eine Reaktion einen Aufschrei?

    Ganz einfach weil der Partypatriotismus wichtiger ist und man sich doch die Party durch unnötigen Ärger nicht vermiesen will. Zudem ist der Partypatriotismus auch ein wirtschaftlicher Faktor.

    4. Weshalb wird seitens der KOS von Herrr Goll und co die Sache so verharmlost:
    „Es ist kompliziert, da nachhaltig einzuwirken, weil die Strukturen in der Nationalmannschaft natürlich viel schwierig sind als im Verein“, sagt er der taz. Man wisse nie, wer zu den Spielen anreise und sie als „Plattform“ missbrauche. Insgesamt räumt Goll ein, dass er wegen der Nähe zu seinem Gegenstand nicht mehr alles wahrnimmt, was um ihn herum passiert: „Vielleicht bin ich da ein bisschen zu abgebrüht. Ich fand es diesmal eigentlich nicht so schlimm wie früher.“

    Ganz einfach weil der Partypatriotismus wichtiger ist und man sich doch die Party durch unnötigen Ärger nicht vermiesen will.

    Die Frage ist: Was muss eigentlich noch passieren, dass sich etwas tut:
    Laut Volker Goll von der Koordinationsstelle Fanprojekte, kurz KOS, hat es sich nachdem Viertelfinalspiel gegen Griechenland um folgende rechtsradikale Parolen deutscher Fans am Neptunbrunnen gehandelt: „Wir sind in Polen eingezogen, um Juden zu versohlen.“ Und: „Wir sind wieder einmarschiert.“ Andere deutsche Fans hätten sich darüber empört und seien auf Abstand gegangen. Die Gruppe stürmte dann in Richtung polnischer Hooligans. Doch wie sich herausstellte, handelte es sich um Zivilbeamte der polnischen Polizei.

    Nach Zabrze 98 gab es zurecht einen Riesenaufschrei. Vor Spielbeginn war in der Vorbesprechung die Aufstellung und Taktik nur noch zweitrangig. Statt pseudointelektueller Fachsimpelei wurde im Fernseher und vor dem Fernseher über die Antisemitismus gesprochen. Nach dem Spiel auch. Bundespräsident und Bundeskanzler etc. meldeten sich zu Wort. Die Behörden ermittelten. Der DFB distanzierte sich. So wurde z.B. dem Besitzer der Fahne VfR-Szene Neumünster verboten bei anderen Länderspielen und beim VfR aufzuhängen, obwohl überhaupt nicht geklärt war was er mit dem Spruchband zu tun hatte. In der (lokalen) Presse wurde eine Schlammschlacht gegen ihn gestartet und erst Monate später gab es ein kurzes Dementi. Heute ist nichts dergleichen bekannt. Die Fahnenfetischistenszene bei der Nationalmannschaft ist doch durchaus übersichtlich. Mann kennt sich untereinander und es gibt nahezu einen Run auf die beliebten Plätze. Weshalb wurde dann toleriert, dass einer der besten Plätze an „Gott mit uns“ geht? So wäre doch durchaus eine Nachfrage interessant ob die „Gott mit uns“ Fahne zuerst hing oder verschoben wurde oder erst nachträglich gehängt wurde? Gibt es diese Nachfrage?

    Was ist der Unterschied zu damals? Die Parolen sind die gleichen. Ein Transpi mit NS-Bezug gab es in Lviv (sprachchauvinistisch Lemberg. Doch die KOS redet was von nicht schlimmer als vor 15 Jahren. Natürlich stimmt das was die Gesamtheit betrifft. Auch hat es soweit ich informiert bin Nennenswerten Randale gegeben. Damals in Zabrze hat es ordentlich im Stadion gekracht das ist in den Hochsicherheitsstadion natürlich nicht mehr der Fall. Ereignisse in der Stadt werden nicht thematisiert obwohl es die laut taz durchaus gab. Positiv anzumerken: Laut Artikel der taz distanzierten sich ja viele davon.

    Aber die Aktionen in Gdansk und Lviv ist absolut genau so schlimm wie Zabrze. Ist Danzig wie sprachchauvinistisch statt Gdansk geschrieben wird etwa zu weit entfernt von Ausschwitz (also hier finde ich das korrekt statt Oswiecem aufgrund der Bedeutung) ca 550km statt 30 km und gehört nach Wünschen von Erika Steinbach und co sowieso zu Ostpreußen (Die Heimat der Vertriebenen), dass die Ereignisse dort so verharmlost werden?

    Kurzer Exkurs zum Thema Sprachchauvinismus: Nach den Ereignissen von Zabrze 1998 wurde in der deutschen Presse auch Zabrze geschrieben, was ME völlig korrekt ist. Der deutsche Name von Zabrze ist übrigens Hindenburg. Zamosc die Heimatstadt von Rosa Luxemburg hieß zur NS-Zeit Himmlerstadt. Weshalb wird dann hier und anderen Publikationen mit einem linken Anspruch statt Lviv Lemberg geschrieben und statt Gdansk Danzig etc. ?
    Dass dies so geschieht ist für mich auch eine Art dieser Argumentation der Verharmlosung zu folgen.

    Die Reaktion der KOS ist für mich völlig unbefriedigend.
    Auf der Startseite müsste ME ein Aufruf stehen sich gegen Nazi-Parolen in Fanblöcken und außerhalb gemeinsam zur Wehr zu setzen und
    eine Information über die Ereignisse in Lviv und Gdansk.
    Doch so sieht die Realität aus auf der Startseite ein Bild von deutschen Fans mit einer ukrainischen Fahne und ein Bericht in dem kein Wort über die Ereignisse steht: http://www.kos-fanprojekte.de/index.php?id=nwes21062012&PHPSESSID=a47b348aedf7c6f64959273c83bf4d07
    Also ich erwarte von der KOS und allen Fans die angeben sie seien nur „gute“ Partypatrioten sich eindeutig von solchen Aktionen zu distanzieren. Was DFB und Politik machen ist deren Sache. Doch zumindest auf Seiten der Fans und Fanbetreung sollte doch ein klares Zeichen erfolgen. Oder ist was jetzt passiert nur ein Indiz dafür, dass die KOS eben doch keine unabhängige Instanz ist und nur von DFB und Politik gesteuert wird?
    Aber es gibt ja auch noch andere Instanzen. BAFF, Alerta etc.
    Null nade niente.

    Lviv und Gdansk sind für mich eine Fortsetzung von 1998 und ein Indiz wie schlecht es um die Gegenwehr zu solchen Aktionen steht.
    1998 großes Hallo und nun? Wenn es publikative nicht gäbe wäre alles brav unter den Teppich gekehrt worden! Dafür vielen Dank! Doch nun sollte von allen Seiten eine entsprechende Gegenreaktion erfolgen.

    An alle linken Fußballfans und FußballhasserInnen: Eure Kritik an Nationalfahnen und Partypatriotismus wird von vielen Seiten nicht ernst genommen. Einen Wettbewerb zu starten Fahnen abzureißen kommt bei vielen nicht gut an. ME wäre es da wichtig das zu thematisieren was wirklich der Skandal ist. Partypatrioten tolerieren, dass unter Ihnen sich Nazis tummeln. Weil die Party wichtiger ist. Die Politik und DFB schweigen weil Party wichtiger ist und zudem der Partypatriotismus zwei wichtige Faktoren hat: Zum einen wirtschaftlich und zum anderen lenkt er von anderen Problemen ab. An euch geht die

    5. Frage: Weshalb wird in den Aufrufen und Texten nirgends die in publikative und taz erwähnten Ereignisse und die Toleranz der Partypatrioten zu Naziparolen und das Schweigen bzw. Verharmlosen von DFB und co thematisiert?

    @ nicole: Würde mich freuen wenn du meine Kritik an KOS und die Fragen bzgl der Fahnenfetischisten aufgreifen und wenn du noch in Gdansk bist das vor Ort die KOS und Fahnencrew fragen könntest. Die Fahnen sind auf dem Bild ja ersichtlich. Ich will hier niemand an den Pranger stellen und vorverurteilen wie es 1998 der Fall war.

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  5. @Eigenart

    *Zitat*
    Es ist egal, welche politische Meinung ein Fußball-Fan hat, weil Fußball absolut nichts mit Politik zu tun hat.
    */Zitat*

    Wenn es mal so wäre. Die Realität sieht doch komplett anders aus. Wenn Özil ein schlechtes Spiel macht, kommen doch schon mal einige daher und müssen von sich geben, dass er ja angeblich kein richtiger Deutscher wäre und eigentlich in dieser Mannschaft nichts zu suchen hätte.
    Ansonsten werden auf den Rängen allerlei Nationalismen und Chauvinismen ausgelebt. Sei es, wenn die Briten „10 german bombers“ intonieren, sei es wenn die Griechen über die Deutschen herziehen aufgrund der EU-Politik, sei es, wenn Deutsche ihrerseits mit Nationalismen umsich werfen (Sieg-Rufe – ursprünglich aus der Naziecke stammend). Nicht zu vergessen, was russische und polnische „Fans“ abseits des Stadions veranstaltet haben.
    Überall werden Fußballspiele politisiert und als Stellvertreterkriege umgedeutet. Sei es bei lokalen Spielen (St. Pauli gegen Rostock) oder halt auch national (Polen gegen Russland oder England gegen Deutschland). Das ist dann doch Politik, die da reinspielt. Und sei es jene von Idioten, die ihre Defizite anderen aufdrängen müssen.

    Nicht zu vergessen, wenn wir uns wundern, wenn international uns alle noch als Panzer bezeichnen, die überall einmarschieren, alles und jeden überrollen und plattwalzen. Diese militaristische Sprache kommt nicht einfach so. Die bildet letztendlich das ab, wie wir uns den anderen gegenüber verhalten. Auch durch solche „Fans“, die halt mit ihren Nationalismen/Defizite/Befindlichkeiten nach aussen so herrenmenschlich, arrogant wirken. Von unser Außenpolitik mal ganz zu schweigen.

    Und wenn Sport im Allgemeinen nichts mit Politik zu tun hat, warum machen soviele Länder ein riesen Bohei darum, dass ihre Athleten bei internationalen Wettkämpfen gut aussehen? Weil es dann doch politisch ist und dem Ansehen des eigenen Landes/Systems zugute kommt. Da wird halt eine Überlegenheit des Landes/Volkes/Rasse/System/Ethnie gegenüber den anderen suggeriert. Das ist Politik.

    Leider…

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

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  6. Auch in den vorherigen Artikeln ist es interessant zu beobachten das die meisten Kommentatoren nicht so recht wahr haben wollen das es eben auch Nazis in den Reihen der Patridioten gibt. Und das das schwenken der schwarz-weiss-roten Fahne im Fanblock so manchem braunen Kameraden ein funkeln in die Augen zaubert. Na klar gibt es auch bei den Griechen Nazis wie in jeder anderen Nation – nur macht das unsere nicht besser oder weniger. Ich denke auch das die Autoren niemandem absprechen wollen für eine bestimmte Mannschaft zu sein – doch was eben auch ich kritisch sehe ist die übermäßige Verwendung nationaler Symbole und das damit einhergehende „Wir“-Gefühl.
    Bei „Mexico“ geht es auch eher weniger um den Inhalt des Liedes – sondern eben eher um den Kontext aus welchem es stammt und eben die Band welche es geschrieben hat.

    Für aufgeklärte und kritische Fussballfans.

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  7. Ich glaube auch langsam, der Publikative gehen die Themen aus. Einmal reicht doch. Einer der Gründe warum ich hier immer seltener vorbeischaue. Schade.

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  8. @eigenart „Das Lied “Mexiko” enthält keinerlei nationalistische Textzeilen oder Anspielungen. Habt ihr das Lied überhaupt gehört?“

    Wenn du glaubst, dass Mexiko keine nationalistischen Bezüge hat, musst du dir wohl eher die Frage gefallen lassen, ob du den Text gelesen/gehört hast.

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  9. ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber sobald ich beim fußball auf die fresse kriege, weil ich krass antisemitische sprüche nicht ohne nachfragen hinnehme, finde ich fußball nicht mehr komplett unpolitisch.

    .~.

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  10. @dot tilde dot
    schönes Beispiel!!

    Ja wenn man immer wieder betonen muss das etwas unpolitisch ist, dann wird die vorsilbe „un“ immer schwächer.

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  11. „Auch der vermeintlich harmlose Partypatriotismus lässt sich kritisch betrachten,……“

    also tschuldigung aber dümmer geht es schon fast nicht mehr, wie kann man Patriotismus mit Nationalsozialismus gleichsetzen??????

    und ich meine den ganz normalen „Patriotismus“ und nicht den „harmlosen Partypatriotismus“ – ist jetzt nur der erleubt oder vertretbar???? WTF???

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