Ganz Sankt Pauli fragt die Polizei

Die Hamburger Polizei hat bekommen, was sie angeblich verhindern wollte: Eine Straßenschlacht, jede Menge Aufmerksamkeit in ihrem Sinne durch eine willfährige Lokalpresse und zahlreiche „Argumente“, künftig noch härter durchzugreifen. Wir fragen uns dagegen: Was sollte dieser Polizeieinsatz?

Von Redaktion Publikative.org

Eine Anmerkung in eigener Sache vorab: Publikative.org ist personell maßgeblich in Hamburg verortet und es ist kein Geheimnis, dass wir dem FC St. Pauli näher stehen als anderen Vereinen. Am Sonntag waren drei Autor/Innen selbst vor Ort und haben zahlreiche weitere Augenzeug/Innen um ihre Einschätzung gebeten. Wir waren sowohl am Rande der Rostocker Demonstration als auch vor und im Stadion, aber natürlich nicht immer an allen Orten zu jeder Zeit. Auch unsere Wahrnehmung ist subjektiv und unterliegt Fehleinschätzungen. Bitte schickt uns weitere Bilder und Videos sowie Gedächtnisprotokolle an publikative(at)web.de oder anonym hier.

MoPo Sankt Pauli Chaoten greifen Jolly Roger an (Screenshot)
Glanzstück der Berichterstattung: „St Pauli-Chaoten“ greifen laut „MoPo“ die eigene Kneipe mit Steinen an.

Aber wenigstens schreiben wir nicht Polizeiberichte ab und tarnen dies als Journalismus wie die „Kollegen“ Frenzel und Gaertner von der „Hamburger Morgenpost“ (MoPo). In Koproduktion mit der Hamburger Polizei haben Frenzel/Gaertner zweifellos das Glanzstück des Jahres abgeliefert: Jetzt greifen die „St. Pauli“-Chaoten schon ihre eigene Kneipe an. Später hätten sie dann die Polizei angegriffen, heißt es.

(Hier der später in der Überschrift korrigierte MoPo-Artikel, der durch einige kosmetische Änderungen „eigenes“ Erleben suggerieren soll und hier das Original, der Bericht der Pressestelle der Hamburger Polizei. „We report – you decide“ oder so ähnlich.)

Das Geschehen des Tages lässt sich ansonsten relativ schnell zusammenfassen: Circa 2.000 (nach Polizeiangaben: 1.700) Fans von Hansa Rostock demonstrierten friedlich in Hamburg-Altona gegen die Verbotsverfügung der Hamburger Polizei, die ihnen die Möglichkeit der Unterstützung ihrer Mannschaft am Millerntor genommen hatte.

Nach unserer Einschätzung circa 1.200 (Polizei: 800) St. Pauli-Fans verfolgten das Spiel ihrer Mannschaft aus Protest ebenso friedlich vor statt im Stadion. Gegen Ende des Spiels blieb die Situation rund um das Stadion dann nicht ganz so friedlich, aber die Polizei konnte mit gefühlt 10.000 Beamten (Polizei: 1512 Polizisten der Landespolizeien aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie 650 Bundespolizisten) gerade noch das Schlimmste verhindern, ansonsten wären St. Pauli und die angrenzenden Stadtteile im Chaos versunken (siehe MoPo).

Unserer Wahrnehmung nach hat sich die Hamburger Polizei durch ihre Verbotsverfügung in eine rein polizeilich wesentlich schwerer zu beherrschende Lage manövriert als dies in einem Szenario mit organisiert anreisenden Auswärtsfans – die man vom Bahnhof zum Stadion und zurück hätte bringen müssen – der Fall gewesen wäre. Stattdessen musste man eine Demo und ein Fußballspiel sichern und dabei sowohl die verfeindeten Fanlager voneinander trennen, als auch im und rund um das Stadion für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen. Zu letzterem Zweck nahm man ein ganzes Viertel per „Gefahrengebiet“ in Geiselhaft und schaffte es trotz allem nicht, einzelne Ausschreitungen zu verhindern, deren Schwere man je nach eigenem Erleben und Erfahrungen unterschiedlich bewerten mag.

Die taz-Nord beschrieb das Geschehen angenehm unaufgeregt: „Ein(e) Gruppe organisierter junger Autonomer greift eine Gruppe Polizisten aus der Paulinenstraße heraus so schlagartig an, dass diese die Flucht ergreifen. Wenig später fahren Wasserwerfer auf und rücken Festnahme-Einheiten an. Es kommt zum Wasserwerfer-Einsatz und wieder fliegen Steine und Flaschen. Die Randale schwappt auch auf die umliegenden Straßen St. Paulis über. Nach kurzer Zeit und einsetzendem Regen beruhigt sich aber dann die Lage wieder.“

Screenshot Bild.de: Hier wird behauptet, die verletzte Frau habe randaliert und gehöre zu den "verdammten Pauli-Chaoten".
Screenshot Bild.de: Hier wird behauptet, die verletzte Frau habe randaliert und gehöre zu den "verdammten Pauli-Chaoten".

Auf dem folgenden Video ist dokumentiert, wie die Polizei gegen friedliche Leute und Journalisten  mit Wasserwerfern gezielt vorgeht. Von einem massiven Angriff, kann zumindest in den dargestellten Sequenzen keine Rede sein, im Gegenteil, es ist überhaupt keine Gewalt seitens der Fans vor dem Jolly Roger und der  Passanten zu erkennen. Dafür gehen die Beamten mit Härte gegen eine Frau vor, die sich zwar augenscheinlich der Anweisung widersetzt, die Straße zu räumen, sich ansonsten aber vollkommen friedlich verhält und bis zu ihrer ebenfalls unter Einsatz massiver körperlicher Gewalt durch zwei gepanzerte und behelmte Polizisten keinerlei Angriff auf die Beamten erkennen lässt.

Prellungen und ein gebrochenes Handgelenk

Publikative.org hat mit der Betroffenen gesprochen, E. berichtet, sie sei von drei Polizisten fixiert und mit Kabelbindern an den Händen gefesselt worden. Dann musste sie in einem Polizeifahrzeug warten, schätzungsweise eine Stunde. Mehrmals bat sie um ärztliche Hilfe, da sie bei dem Vorgehen der Polizei diverse Verletzungen erlitt, vor allem Prellungen. Danach wurde sie auf eine Wache gebracht – dort sollte sie sich entkleiden, was sie ablehnte. Die Polizei führte demnach erkennungsdienstliche Maßnahmen durch – und erst danach erhielt sie ärztliche Hilfe im Krankenhaus. Dort traf sie einen Hansa-Fan, der sich das Handgelenk gebrochen hatte – angeblich ebenfalls durch Polizeieinwirkung. Medien benutzen derweil groß Bilder von der Festnahme von E. und texten dazu, „St. Pauli-Chaoten“ hätten die Polizei angegriffen.

Die einfachste aller Fragen

Man muss daher wirklich kein linksradikaler Polizeihasser sein, um die einfachste aller Fragen des bürgerlich-liberalen Journalismus zu stellen. Da dieser in der Freien und Hansestadt derzeit aber nicht zu existieren scheint, übernehmen wir notgedrungen diese Aufgabe: Gemessen an den Kosten, der Verhältnismäßigkeit der Mittel und des zweifelhaften Erfolges: Was sollte dieser Polizeieinsatz? Es sei denn, er diente bestimmten Führungskräften dazu, ihr politisches Süppchen zu kochen, wie wir bereits gestern mutmaßten.

Dann aber muss man die Hamburger SPD fragen, warum sie dieses Spielchen mitmacht, obwohl ihr Erster Bürgermeister Olaf Scholz und dessen Innensenator Michael Neumann mit einer absoluten Mehrheit regieren? Nämlicher Innensenator erklärte nach einem ebenfalls überzogenen Polizeieinsatz bei einem Hallenturnier auf einer Versammlung von St. Pauli-Fans, er wolle an seinen „Taten gemessen“ werden. Wir nehmen ihn beim Wort und fragen die Hamburger SPD und ihren Innensenator nach diesen „Taten“. Und wir fordern jede/n auf, dies bei der nächsten SPD-Ortsversammlung in seinem oder ihrem Stadtteil ebenfalls zu tun: Fragen wir die Regierung – stellvertretend für den Teil der Exekutive, der sich scheinbar keiner Diskussion zu stellen braucht, da er mit seinen „Polizeiberichten“ bereits alles für gesagt hält.

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Siehe auch:
St. Pauli vs. HRO: Police and Thieves,Die Büchse der PandoraQuo vadis DFB?Fußball, Schwachsinn, DFBUltras: Wer mit dem Feuer spieltHeiopei der Woche: Hartlap und die Ultra-Geiselnehmer“Fußballchaoten” setzen Untersuchungskommission einDahin, wo es weh tut!Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels LösungÜberbieten und Strafen

37 Kommentare zu „Ganz Sankt Pauli fragt die Polizei

  1. Ist die Frau auf dem letzten Video die, um die es geht? Dann frage ich mich, warum man sich bei so einem Einsatz unbedingt einen Meter vor die Polizisten stellen muss und sie die ganze Zeit provoziert? Wenn ich bei einer Demo oder sonstigem Einsatz mich demonstrativ vor die Polizisten stelle und wahrscheinlich noch mit netten Worten bedenke, dann würde ich mich über eine Reaktion nicht wundern.

    Nicht ohne Grund sieht man mehrfach St. Pauli Fans, die zu ihr hingehen und mit ihr reden – wahrscheinlich, damit sie sich dort verzieht.

    Klar, eine Randaliererin ist sie augenscheinlich nicht. Aber was macht sie da verdammt nochmal? 2 Tage vorher hat die Polizei schon angekündigt, dass das Gebiet ums Stadion zur Sicherheitszone erklärt wird und die Bürger eingeschränkte Rechte haben. Also würde ich mich dann doch erst recht ruhig verhalten und einfach abhauen.

    Und wenn man die Sprechchöre hört und das Hintergrundwissen hat, wie die meisten Paulianer zur Polizei stehen, dann würde ich als objektiver Beobachter hier nicht unbedingt die Geschehnisse so darstellen, dass die Polizei nicht reaktiv sondern aktiv auf die Fans losging. Klar, wenn schon Polizisten von autonomen angegriffen wurden und noch mehr Angriffe folgen bzw. folgen können, dann wird eben eine andere Gangart eingelegt.

    Dass nun auf diesem Video keine randalierenden Fans zu sehen sind

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  2. mit gebührendem ernst: beim video mit der frau ist mir aufgefallen, dass es ja wirklich auch eine frechheit ist, so einen wasserwerfereinsatz zu filmen. da hätte man ruhig noch öfter auf den filmenden draufhalten können, oder?

    .~.

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  3. Gut zu wissen, dass die Pressestelle der Hamburger Polizei nicht einmal dazu fähig ist, Vereinsnamen richtig aufzuführen.
    Mir war es zumindest neu, dass es neben dem FC ST. PAULI
    auch noch einen „1. FC ST. PAULI“ gibt. 🙂

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  4. Hi

    Ich fand am verwunderlichsten, das die Polizei auf dem Video gezielt auf Personen zu schiessen scheint, die filmen. Um den Wasserwerfer herum passiert eigentlich nichts, das einen Grund böte ihn einzusetzen. Dann immer wieder Wasserwerfer genau gegen die Menschen die dokumentieren.

    Das scheint mir fast so als wolle man einige Dinge im Schleier des Wasser verbergen.

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  5. Sorry, aber was steht die Frau auch auf der Straße herum? Sie will offensichtlich nur provozieren – und muss halt mit den Konsequenzen leben. Gut so!

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  6. Also mal ehrlich. Die Gute tanzt da minutenlang den Polizisten vor der Nase rum. Was will sie da? Doch wohl nur provozieren. Nach einigen Minuten ist es ihr wohl gelungen, das kann man den Polizisten vielleicht vorwerfen.

    Aber sie hat sich ja selbst von ihren Mitdemonstranten nicht abhalten lassen.

    Die Polizei hat ihr wohl mehrmals freundlich zu verstehen gegeben sich zu entfernen und sie ist immer wieder hin.
    Sorry, aber das ist wie bei einem Kindergartenkind dem man 5 mal sagt es soll die Katze nicht am Schwanz ziehen. Wenn die das dann 4x akzeptiert und beim 5. mal die Krallen ausfährt darf man sich über ein paar Kratzer nicht wundern.

    Ergo: Null Verständnis für so ein Verhalten. Sie soll ihre Energie die sie ohne Zweifel hat lieber für etwas sinnvolles einsetzen und nicht so kindisch auf aggro machen und hinterher noch rumjammern.

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  7. @Kai: nur weil das Gefahrengebiet war, darf man sich dort nicht aufhalten? Und muss alles gehorsam ertragen? You say jump, I say how high? Ich war dort und die Frau hat wirklich NIEMANDEN beleidigt, keinen Schimpfworte, keine obzönen Hanbewegungen gemacht oder ähnliches, falls Du das unterstellen willst. Sie hat die Polizei gefragt was sie hier gerade bekämpfen. Sie hat versucht zu diskutieren. Die Situation zu diesem Zeitpunkt vor dem Jollys liess keinen besonderen Grund für den Einsatz des WAWE10000 genau dort erkennen. Eskaliert ist es dort erst, als die Polizisten die Frau erstmalig grob Beiseite geworfen haben. Da wurde die Zuschauerschar (nicht die Frau!) ungehalten. Wennn die reinen Strassenräumung zu dem Grund gewesen wäre, dass sich der Wasserwerfer nun fortbewegen muss, wäre es noch irgendwie nachvollziehbar gewesen, dass Beamte die Frau von der Strasse holen (wenn auch mit angemesseneren Mitteln, ich gebe zu das man sich da üner einen “ZUGRIFF” nicht wundern darf), aber der WAWE ist stehengeblieben, die ganze Zeit. Ich behaupte nicht, dass das besonders clever von dieser (ca. 1,60m grossen, nicht vermummten) Frau war, mit aufgepeitschten Einsatzkräften zu diskutieren, aber es ist auch nicht verboten mit Polizisten zu sprechen. Nur weil diese dann genervt sind, heisst das ja nicht automatisch das alles erlaubt ist.

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  8. Mal ganz im Ernst, lieber Chris, lieber Kai, lieber Entspannter:

    Da labert eine einzelne Frau eine halbe Hundertschaft vollständig gepanzerter Polizisten voll – und die einzige Art und Weise darauf zu reagieren, ist, sie
    a) ein Wasserwerfereinsatz
    b) die Frau auf den Bürgersteig schmeißen
    c) die Frau mit vier(!) Beamten festnehmen und auf ihr knieen

    Selbst SpiegelTV ist die Unverhältnismäßigkeit aufgefallen:

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was man zu Ihrem Verständnis von Verhältnismäßigkeit in einem Rechtsstaat noch sagen soll? Prügelstrafe fänden Sie wahrscheinlich auch gut, oder?

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  9. Herr Reisin, sie verwechseln Ursache und Wirkung
    (das passiert Ihnen allerdings ziemlich oft in Ihren ziemlich häufigen Berichten zu St. Pauli)

    Anm.d.Red.:
    Interessant. Vor allem, wie hervorragend sie das erläutern können. Zu Ihrer Info: Ich schrieb über die Verhältnismäßigkeit der „Wirkung“, mit einer Verwechslung hat das nichts zu tun.

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  10. @Andrey Reisin:
    Ich sage ja, die Polizei hat den Fehler gemacht sich provozieren zu lassen. Dadurch steht sie wieder in einem schlechten Licht da, es gehören durchaus immer zwei dazu.

    Allerdings (@piepmatz) gibt es mit der Polizei nichts zu diskutieren, nie! Das ist die Exekutive, was sollen die denn machen? Diskutieren muss man mit der Politik die den Einsatz anordnet, dafür werden die Politiker auch entsprechend bezahlt und gewählt.

    Und wenn die Polizisten etw. durchsetzen was nicht rechtens war (z.B. die Frau sich dort hätte aufhalten dürfen), dann gibt es eine entsprechende Beschwerde.

    Es fällt mir kein vernünftiger Grund ein, was sie da bezweckt haben könnte außer genau eben zu provozieren und zu hoffen, dass die Polizisten die Beherrschung verlieren und was Dummes machen. Wahrscheinlich hat sie sich innerlich gefreut und gedacht: „Hehe ich hab euch dran gekriegt, morgen steht ihr in der Zeitung wegen Polizeibrutalität.“
    Sonst wäre sie spätestens nach dem ersten Platzverweis weggeblieben.

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  11. Was hier passiert?`Was passiert in Hamburg, Rostock und anderswo? Ganz einfach: Ich persönlich habe es bei einer Massendemo in Berlin mit eigenen Augen sehen dürfen und von Augenzeugen während des G8 in Heiligendamm beschrieben bekommen: Die Polizei übt den Einsatz gegen das eigene Volk um auf Massendmeos z.B. gegen Arbeitslosgkeit oder Sparpläne aufzutreten. Ich weiß nicht, ob die Debatte um den Einsatz der BW im Binnenland noch läuft, aber die Polizei will auf die evtl. kommenden Masesenunruhen vorbereitet sein. Was eignet sich besser dazu, als provozierte Gewalt gegen friedliche Demonstranten. Was eignet sich besser dazu, als Propaganda bestimmter Medien z.B. eben MoPo und Co, die alle aus dem gleichen Zirkel kommen…..

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  12. Nachtrag: Herr Reisin, reagieren Sie bitte nicht auf das Gelaber solcher Typen wie z.B. „Entspannter“ und Co. Ich beobachte auch das. Z.B. daß sich in letzter Zeit auffallend viele Fakes in den kritischen Foren zu Wort melden, die abwiegeln, die nachplappern und gutheißen, was die Obrigkeit da verbockt hat. Diese Typen gehören mit zur Reaktion, diese Typen sind „gekaufte Meinungen“, die den konkreten Auftrag haben, solch Hohlsinn zu posten. Zum martialischen Auftreten der Polizei kann ich beitragen. Ich als Nicht-Fan nehme die massive Präsenz der Polizei als das wahr, was es ist: Als Bedrohung. Und daß zum G8 in Heiligendamm extra auf Gewalt gedrillte Chaoten aus NDS „importiert“ wurden, die dann aus den Reihen der friedlich demonstrierenden Menschen gegen die Polizei antraten, ist kein Geheimnis mehr. „Wenn kein Stress ist, machen wir eben welchen….“

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  13. Die Schlagzeilen sagen doch alles: Hansa-Fans demonstrieren friedlich,St.Pauli-Fans machen Krawall und greifen die Polizei an.Was habt ihr denn erwartet – objektive Berichterstattung nach dem ganzen Vorlauf (incl. Polizeieinsatz beim Hallenturnier)? Schaut euch mal die Videos auf youtube vom letzten Hansa-Spiel in HH an – schätze mal, da hat es mehr gerummst als Sonntag.Man darf gerne blöd sein, aber so blöd und rücksichtslos wie die sogenannten Autonomen, die den Krawall am Sonntag angezettelt haben ? Egoistische,selbstverliebte Spinner,die ihre krude Vorstellung von „Politik“ zum Maßstab aller Dinge machen.Polizeipferde mit Leuchtspur beschießen,vorbeifahrende Kradbullen bewerfen-ihr seid echt Helden!Auf’s Maul von der Polizei kriegen dann wie immer die,die „nur so rumstanden“ und nicht schnell genug weglaufen konnten.Sieht so eure soziale Revolution aus,ihr Vollpfosten? Ihr habt reaktionären Innenpolitikern und Sicherheitsfanatikern den größten anzunehmenden Gefallen getan. Und an die Adresse der Ultras: als Vereinsmitglied , Dauerkarteninhaber und Lover des FCSP erwarte ich von den Ultras eine klare Stellungnahme zu den Gewaltexzessen von Leuten,die sich mit St.Pauli-Schals vermummen.Wenn ihr jetzt fragt,warum ausgerechnet ihr da mal ein „Machtwort“ sprechen sollt: wer singt denn immer von „unser ganzes Leben,unsre ganze Kraft…“? Diese gewalttätigen Auseinandersetzungen vom Sonntag, der von „Autonomen“ gewollte Krawall sind in meinen Augen vereinsschädigend-jetzt macht euch grade für den Verein und tretet diesen Leuten in ihren vermummten Arsch!

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  14. @Schnauzevollhaber:

    Tja, mit voller Schnauze am Parolen-Stammtisch wird eine komplizierte Situation leider auch nicht leichter: Falls es Ihnen – genau wie unserer geschätzten Lokalpresse – auch noch nicht aufgefallen sein sollte: Es ist bei bisher jedem Aufeinandertreffen beider Mannschaften so gewesen, dass die weitaus größere Gewalt von den „Anhängern“ des jeweiligen Heimclubs ausging. St. Pauli war in Rostock drei Mal nahezu friedlich (die „Abwehr“ des Rostocker Angriffs an der Eissporthalle und die Pyrotechnik mal außen vor).

    Sowohl rund um das Ostseestadion als auch rund um das Millerntor liefern sich in aller Regel die Heimfans stundenlange Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Auswärtsfans sind ja eh schon im Wanderkessel und haben dazu viel zu wenig Rückzugsraum. Wir haben vorher prognostiziert, die Polizei werde jedewede Entwicklung als ihren „Erfolg“ verbuchen – genau so kommt es jetzt. Sie hingegen fallen lediglich auf diese Propaganda rein, anstatt sich ein eigenes Bild zu machen.

    Das Gewaltproblem auf St. Pauli existiert, das sollte jedem klar sein, aber einfache Schuldzuweisungen und radikale Lösungen wird es nicht geben, weil die Welt schlechterdings ein wenig komplizierter ist. Selbst dem Abendblatt ist mittlerweile aufgefallen, dass die Gewalt am Sonntag möglicherweise von ganz anderen Kreisen als den „Autonomen“ ausging, geschweige denn den „Ultras“, aber klar, mit Schablonen denkt sich alles leichter:
    http://mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article2255991/Polizisten-attackiert-Die-Spur-fuehrt-zu-den-Kriegern.html

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  15. Just fyi: Peters Argumentation stammt aus Truther-Kreisen und wird von Verschwörungstheoretikern wie Udo Ulfkotte auf Plattformen wie der des Kopp-Verlages und PI postuliert. Bitte also seine beiden Kommentaren mit ein wenig Vorsicht genießen.

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  16. @Entspannter:

    meine Ansicht von der Aufgabe der Polizei, auch in einem solchen Einsatz, war bisher immer, dass diese auch auf Einzelpersonen/Bürger eingehen soll und das Maß der Mittel wahren MUSS, IMMER. Das ist ihr Job, auch in stressigen Situationen oder gerade dann. Sie hatten da keinen unkontrollierten Mob vor sich, sondern eine Einzelperson.
    Was Polizisten machen sollen: angemessen handeln, nicht losschlagen, nur weil sie keinen Bock haben sich vollquatschen zu lassen, friedliche Menschen schützen (nicht auf beobachtenende Kameraleute in 50m Entfernung zielen) ggf. auch Maßnahmen erklären, wenn möglich deeskalieren.
    Nicht jeder folgt allen Anweisungen unkommentiert und das ist gut so.
    Deine Vermutungen, es sollte per sé nur provoziert werden, um sich zu profilieren und die Polizei gezielt in die brutalo Ecke zu drängen zu wollen, bleiben wage Vermutungen, weiss nicht, wie Du das aus dem Video zweifelsfrei beurteilen willst/kannst. Dazu muss das ja auch erstmal passieren, wenn sie da ganz alleine steht. Die Frau war autak, wie gesagt ohne „provokante“ Peergroup unterwegs und – um das auch nochmal deutlich zu sagen – nicht USP oder sonst ’ne Gruppe.
    Der erwähnte Mann, der versucht hat sie von der Polizei wegzubewegen, war wirklich nur bemüht zu deeskalieren und war kein klassischer „Mitstreiter“.

    Dazu ist noch zu sagen: auch hierbei sollen nicht alle Polizisten über einen Kamm geschoren werden. Die meisten Beamten, die man sieht haben auf die Frau und Ihre Diskussionsversuche souveräner reagiert.
    Nicht DIE Polizei, sondern einige Polizisten können nicht Maß halten. Klar, wenn’s dann kracht kommt nochmal ’ne eigene Dynamik dazu. Meist auf beiden Seiten. Doch einigen Beamten war’s wohl zu anstengend zu reden oder auch nur zuzuhören oder/und vielleicht – nun stelle ich auch mal was als Vermutung in den Raum – wollten diese sich vor Ihren Kollegen profilieren? Denn, wie auf den Bilden klar zu erkennen, der eigentlich Zugriff fand erwiesenermaßen erst statt, als Die Frau nicht mehr VOR sondern NEBEN dem WAWE10000 stand.
    nur mal so gedacht…

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  17. @ Andrej Reisin:schon klar, bin ein bißchen simpel,falle auf die Propaganda rein ,denke in Schablonen – überhaupt ist die Welt zu kompliziert für mich. Gut, daß es schlaue Menschen wie Sie gibt,die schon vorher alles prognostizieren können – und recht behalten,toll! Die Frage ist,wem das was nützt.Ich habe von sogenannten Autonomen geschrieben,und Aufrufe von dieser Seite zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es :
    http://de.indymedia.org/2012/04/328575.shtml.
    Ich habe die Ultras „aufgefordert“,klar Stellung zu beziehen-nicht gesagt,Ultras haben angegriffen!Warum all das Getöse? Weil bestimmte Leute sich gerne radikal und militant geben,es nicht für nötig halten,sich von Gewalt (gegen Menschen) als politischer Ausdrucksform abzugrenzen.Und jetzt waren es natürlich die „Anderen“,die pöhsen Streetgangs.OK,wenn man schon vorher „in bestimmten Kreisen“ (wenn Ihnen das so lieber ist)es nicht fertiggebracht hat,zu ausschließlich friedlichen Aktionen aufzurufen,wie wäre es dann jetzt mal mit KLAREN Worten gegen genau diese Gewalt auf der Straße,gegen Leute,die Gegenstände auf andere Menschen werfen in der Absicht,sie zu verletzen ? Und jetzt bitte nicht wieder mit struktureller Gewalt ankommen – wer hindert Ultras daran,Leute aus dem Block zu schmeißen,die auf einer Tapete im Stadion den Überfall auf eine Polizeiwache in der Schanze begrüßen (habe ich damals selbst gesehen)? Es ist genau diese windelweiche Haltung von Leuten,die klammheimliche Freude empfinden, die zur völligen Verhärtung der Fronten führt.
    Und zum eigenen Bild: ich habe wohl so ziemlich alle Spiele gegen Rostock in HH besucht in den letzten 10 Jahren,habe die Auseinandersetzung mit Polizei oder gegnerischen Fans nicht gesucht-und auch nicht gefunden bzw. bin ihr ausgewichen.Man muß sich nicht auf diese Scharmützel einlassen und hinterher waren wieder nur „die Anderen“ schuld!Stimmt schon,“wir sind ja nicht nur wegen Fußball hier“ (aus dem Song „Niemand siegt am Millerntor“),aber bestimmt nicht,um aus dem Fußball die Bühne für Gewalt werden zu lassen.Da kann man schon mal die Schnauze voll haben,finde ich.

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    1. @Schnauzevollhaber:

      „Man kann“ ohnehin, was man möchte, es herrscht ja schließlich Meinungsfreiheit. Zwei Einwände:

      1. Meiner Meinung nach liegt Ihr „Denkfehler“ darin, dass Sie allen Ernstes glauben, es hätte irgendwas genützt, wenn alles, alles friedlich geblieben wäre. Dann hätte die Polizeiführung das genauso oder erst Recht als ihren Erfolg ausgegeben und fröhlich weitere Auswärtsfans nach gleichem Muster verboten. Denken Sie diese absurde Sicherheitsspirale doch einfach zu Ende: Natürlich gäbe es in einem Polizeistaat mit lückenloser Überwachung und kompletter DNA-Datenbank der gesamten Bevölkerung wahrscheinlich fast gar keine Kriminalität mehr. Wer eine absolut „sichere“ Gesellschaft will, will letztlich eine andere. Das möchte ich der Polizeiführung nun nicht unterschieben. Aber vielleicht lesen Sie einfach mal unseren Artikel von VOR dem Spiel, dann geht Ihnen diesbzgl. ectl. ein Lichtlein auf. Nichts wäre anders, wenn nicht eine Flasche geflogen wäre.
      http://www.publikative.org/2012/04/22/st-pauli-vs-hro-police-and-thieves/

      2. Dessen bin ich mir persönlich u.a. deshalb so sicher, weil ehrlich gesagt insgesamt doch ziemlich wenig passiert ist. Und weil man sich ja vielleicht auch fragen könnte, wozu ein „Gefahrengebiet“ eingerichtet wird, wenn man dann eine Gruppierung von laut „Abendblatt“ angeblich „polizeibekannten Jugendlichen“ einfach so durchs Viertel rockern lässt, mittags die „Tankstelle“ entglasen und nachmittags dann die Polizei angreifen. Mal ganz ehrlich: Das glauben Sie doch selbst nicht, dass vernünftige polizeiliche Lageaufklärung das mit fast 2.000 Beamten nicht verhindern kann. Genauso wenig gab es vor dem „Jolly“ größere Ausschreitungen, an denen irgendwelche Personen, die anschließend bewasserwerfert wurden, beteiligt gewesen wären. Erst entkommen also die eigentlichen Straftäter, dann werden Unschuldige Opfer polizeilicher Maßnahmen. Und daran sollen auch noch die Ultras Schuld sein? Um es klar zu sagen: Mich regt diese gelinde gesagt erbärmliche Polizeiarbeit als Bürger dieser Stadt deutlich mehr auf als ein paar dutzend (wenn überhaupt!) steinewerfende Vollidioten, die es in jeder Großstadt mit 1,8 Mio. Einwohnern zu jeder Zeit gibt. Dazu ist die Polizei (u.a.) da, dass sie dieser Leute Herr wird.

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  18. @Entspannter:
    What now? Warum sollte es mir nicht erlaubt sein, mit einem Polizisten zu diskutieren? In meinen Augen ist das ganz offensichtlich mein persönliches Grundrecht – der Polizist hat ja auch das gute Recht wegzuhören. Das sind Menschen, die in der Hundertstaffel arbeiten – die auf so etwas TRAINIERT werden, und dann lassen sie sich von einer einzigen Frau provozieren (impliziert, dass es eine Provokation von ihr gab – ich wiederhole gerne: Diskutieren ist keine Provokation!)? Also bitte – so etwas ist nicht zu rechtfertigen.

    Davon abgesehen, dass die subjektive Einschätzung inwiefern eine Diskussion nun etwas bringen wird vermutlich auch eine andere war als „Die können gar nichts machen“ in einer dermaßen aufgeregten Situation. Die Frau ist allerdings keine trainierte Polizistin, deren Hauptaufgabe ist Verhältnismäßigkeit zu wahren. Ist es nicht eigentlich Aufgabe der Polizei zu deeskalieren, anstatt zu eskalieren?

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  19. @26 (schnauzevollhaber):

    egal wie kompliziert die welt zu sein scheint – auch für sie kann sich kritisches denken wirklich lohnen. bitte geben sie nicht so schnell auf!

    .~.

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  20. Heh, jetzt mal im Ernst:
    Ihr könnt nicht tagelang über die Ausschreitungen beim Schweinske-Cup berichten,
    schlimme Lügen verbreiten …und nun da der Fall abgeschlossen ist (auch St.Pauli hat die Strafe akzeptiert) mit keinem Wort mehr darauf eingehen.

    Eigentlich könnte man das als Schmuddel-Journalismus bezeichnen, aber da ihr damit ja auch noch politisch agitiert, ist das wohl eine Untertreibung.

    PS: Mit Lügen meine ich unter anderen diesen Absatz
    Zitat“ Nein, rätselhaft ist am Geschehen in der Alsterdorfer Sporthalle gar nichts: Eine sorgfältig formierte und in ihrem Sinne äußerst motivierte Hool-Gang hat sich vorgenommen, St. Pauli bei „deren“ Turnier mal zu zeigen, was eine Harke ist – mit beachtlichem Erfolg“

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    1. @Frank:
      Jetzt mal im Ernst: Da können Sie sich aber sicher sein, dass wir dazu noch was zu gegebener Zeit noch was zu sagen haben. Wie Sie auf die Idee kommen, der Fall sei „abgeschlossen“, weil der FC St. Pauli sich aus taktischen Gründen der DFB-Gerichtsbarkeit unterwirft, ist uns vollkommen schleierhaft.

      Und als was Sie das bezeichnen, ist uns ehrlich gesagt herzlich egal. Einstweilen ein Link zum Thema mit weiteren „Lügen“:
      http://fcspaddicted.wordpress.com/2012/04/28/spatfolgen-des-schweinskecup/

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