12 Kommentare zu „Verlogene Umsonstkultur

  1. Im Prinzip trifft er sicherlich so einiges genau auf den Punkt. Trotzdem bedauerlich, dass er sich positiv auf die GEMA beruft.
    Natürlich ist die Kritik an Youtube/Google durchaus berechtigt, es sollten durchaus Zahlungen an Künstler durchgeführt werden, schließlich können auch diese nicht von Luft & Liebe leben. Trotzdem ist das gesamte Urheberrechtsproblem doch komplexer als in der Darstellung von Herrn Regener.
    Es gibt eben doch grade heute zahlreiche erfolgreiche Indie-Label. Und durch das Modell Youtube lernen viele Leute (z.B. ich selber) viel Musik erst kennen, die ich mir danach kaufe, oder auf Konzerte gehe. Trotzdem muss eine Vereinbarung her, die Google zu Abgaben verpflichtet!

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  2. Nee, der hat keine Ahnung. Der stellt sich hin und will ein Produkt
    verkaufen, das niemand mehr braucht: Musik, die man kaufen und besitzen kann (bzw. muss), um sie zu hören.

    Und dann bringt er den üblichen Kaufhausklau-Vergleich. Was soll das? Wenn ich eine MP3 von einem Freund kopiere, hat er dann 99 Cent weniger auf dem Konto (die da vorher drauf waren)?
    So, wie er sich aufführt, würde ich ihm das glatt wünschen!

    Ich werde auch nicht von Zeitungen als Dieb beschimpft, wenn ich einen Artikel auf den Kopierer lege und weiter verteile. Wie alt ist der Typ?

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  3. Danke für den interessanten Link. Kann mich einfach nur anschließen. Ich fand das auch gar nicht wütend. Das ist hier ein Rock´n Roller dem sein ureigenstest Schutzrecht „unterm Arsch“ wegdiskutiert wird und wenn er sich dagegen wehrt, wird ihm gesagt, er wäre uncool. Dafür finde ich den Menschen sogar noch gefasst und mit der Thematik hat er sich offensichtlich beschäftigt.

    Das Urheberrecht ist das Schuzrecht des Kreativen. Ein Recht, das nur seins ist, das nur er einklagen kann. Ja, es ist ein Schutz einer Minderheit vor der Mehrheit. Genau wie andere Schutzrechte und darauf fußt unser System.

    Wer den ersten Schritt hin zum publizieren tut: nämlich Fotos und Statements auf Facebook zu veröffentlichen und Videos auf Youtube, der sollte sich den zweiten Schritt, hin zu einer „kreativen Existenz“, nämlich in dem er selbst schöpft, nicht verbauen, indem er das Urheberrecht ablehnt. ES IST SEIN „GUTES“ RECHT.(und DAS ist eigentlich uncool, nicht ein Rock´n Roller der sagt was Sache ist)

    Von der Gema mag man halten, was man will und auch viel Schindluder wird im Namen des Urheberrechts getrieben.

    Das das Netz die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen Kulturschaffendem und Kulturkonsumierendem(„User“) schafft ist eigentlich toll. Die Frage „was wollen wir von einander“ ist eine gute und wurde in der Vergangenheit schon oft positiv beantwortet.

    Es gab eine Zeit wo Filme nach Laufzeit(Meter) bezahlt wurden, live dabei kommentiert wurden, gesoffen, gelacht, geschrien, wo das Kino nur Spielball windiger „Geschäftemacher“ war(„Potenter Investor sucht Kreativen mit Kinoausrüstung“). Wo der Effekt mehr zählte als der Inhalt: Ich spreche vom Beginn des Kinos. Doch schnell begann das Publikum nach abendfüllenden, inhaltlich „wertvolleren“ Filmen zu verlangen.

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  4. Die berechtigte Kritik an Googles Unternehmenspolitik in allen Ehren, aber Musik auf Youtube ist zu einer Realität geworden, der man mit einem Boykott nicht angemessen begegnet.
    Die Käufer, die durch das Internet und die Umsonstkultur weggefallen sind, werden nicht dadurch zurückkommen, dass man sie kriminalisiert. Ohne genaue Zahlen zu kennen meine ich, dass die Musikindustrie Ende der 90er mit der Verbreitung von Brennern und Internetverbindungen den Höhepunkt des Schadens schon erlitten hat. Damals ist es nicht gelungen, die Leute durch Meinungsmache vom Brennen von CDs abzuhalten; die hohen Stimmwerte für die Piratenpartei heute zeigen, dass sich dies nicht geändert hat.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade die Indie-Labels Youtube verstärkt nutzen, da ihnen in Radio und Musikpresse nicht der angemessene Raum gegeben wird. Die Majors hingegen sperren Videos von Lady Gaga und Konsorten, weil sie überhaupt die Mittel haben, Youtube ständig abzumahnen.
    Bei einem Indierock-Publikum ist es doch schon länger en vogue, die Schallplatten und T-Shirts zu kaufen, auf Konzerte zu gehen und so die Bands zu unterstützen. Sicher wird das nicht den Wohlstand früherer Zeiten wiederherstellen, aber es wird eine stabile Gruppe von Käufern geben, die die Musik kaufen, auch im Bewusstsein, die Künstler damit zu unterstützen. Auch die Zahl der iTunes-Nutzer steigt, auch wenn viele nur Mist kaufen. Die Gruppe derer, die das Kaufen von Musik erst wieder lernen muss, wird man nach meinem Empfinden nicht dadurch vergrößern, dass man gegen die modernen Zeiten pöbelt.
    Ich persönlich hatte vor 5 Jahren eine Mp3-Sammlung, die sich über mehrere Festplatten erstreckte, mittlerweile gebe ich im Monat über 100€ für Vinyl aus, ein nicht unerheblicher Teil meines schmalen Studentenbudgets.
    Also alles nicht so schlimm, Herr Regener. Wenn man es als Indieband/-Label bis ins Jahr 2012 geschafft hat, hat man das Schlimmste schon hinter sich.

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  5. In gewisser Weise hat er recht, er übertreibt aber. Generell ist klar, dass jeder, der Musik hören möchte, auch Platten kaufen sollte, und wer das nicht tut, ist natürlich unmoralisch. Es ist darüber hinaus auch ziemlich verlogen, Geld an Kim Schmitz zu bezahlen, um dann Musik klauen zu können.

    Er übersieht aber, das gerade im Indie-Bereich, das Internet massive Möglichkeiten bietet, bekannt zu werden. Insofern ist es überaus ironisch, gerade bei einem Radiosender anzurufen und sich dort über die Downloader zu beschweren, weil Indie-Bands wie Element of Crime gerade nicht auf Airplay auf den normalen Dudelsendern bekannt geworden sind. Radiosender waren bis vor 10 Jahren die einzige institutionalisierte Quelle für Musik und haben dieses Monopol lange Zeit nur dazu benutzt, den immer gleichen Rotz rauf und runterzududeln. Nun hat der Indie-Konsument wirklich die Möglichkeit neue Musik kennenzulernen, ohne dass eine Vorauswahl durch überalterte Kantinenfraß-Intendanten getroffen wird, oder er auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen ist.

    Wenn einem etwas gefällt, muss mans aber dann eben auch kaufen oder sollte zumindest das Konzert besuchen. Auch das T-Shirt auf dem Konzert ist eine schöne Möglichkeit der Unterstützung.

    (Historisch ist vielleicht noch anzumerken, dass das Urheberrecht eine recht neue Erfindung ist und es auch zuvor Kunst gab.)

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  6. zu aller erst sollten die charts abgeschafft werden , dann is da mehr raum für kultur. es kann nicht sein das man mit geld sachen promoten kann die eigentlich gar nicht so gut sind. es wird mit werbegeld suggeriert das es gut sei , das der künstler super wäre und es verdient hätte. vermutlich bekommt der künstler eh nicht viel davon ab, is ja auch logisch , da er nur wegen dem marketing als gut anerkannt wird , es ging von ihm ja auch gewissermaßen keine leistung aus für die er/sie großartig was verdient hätte.

    meine ansicht ist folgende , es sollten mehr liveauftritte gespielt werden auch in kleinen kneipen , dadurch soll die möglichkeit direkterer partizipation entstehen.

    und wenn ich 15 euro eintritt für die disco zahle , könnte ich dann nicht auch erwarten das ich von dem abend ein liveset mit nach hause bzw. im internet hören dürfte, oder ist diese vervielfachung auch etwas das dem künstler zu gute kommen sollte?

    letztendlich entsteht doch meist die beste kunst dann wenn die leute immer wieder ums überleben kämpfen müssen, aber sie brauchen dennoch eine dauerhafte anerkennung von einem sozusagen eingeschworenen kreis.

    leute wie dieter bohlen halte ich nicht für toll , besonders , anschaubar , sie passen zu rtl und co. haben aber wenig mit kultur zu tun. wobei dadurch leute angestachelt werden könnten um es besser als die letzten ca 20 jahre zu machen. es wäre schon akzeptabler wenn es nicht noch 100000 weitere castingshows geben würde, die leute werden verdreht unverbogen und ausgenützt und das schadet der gesamten kultur oder wenn die leute irgendwann merken wie dumm (bzw. nach bwl-denken hochintelligent) das ganze ist, könnte es sein das wieder mehr wert auf das leben gelegt wird und der fernseher öfter schweigt.

    fazit: Auf der Grundstruktur des derzeitigen Musikmarktes zu argumentieren ist unmöglich. Diejenigen die es gut haben , sind nicht unbedingt gut , sie tun aber so und wenn von denen jemand mehr kohle will , dann sollen sie doch im bergbau oder sonst wo arbeiten , aber die leute so abzocken is nicht okay.
    Ich denke es sollte desweiteren mehr gefördert werden dass leute selbst lernen instrumente zu spielen , das könnte zum beispiel schule leisten oder gar in der schule instrumente bauen. Dadurch denke ich könnte der grad des musikverständnisses erhöht werden. Und wenn mehr leute musik machen können müssen es auch weniger hauptberuflich machen. jeder sollte selbst fähig sein gewisse dinge zu schaffen. die welt hat viel zu bieten und die medien sind zu oft parteiisch bzw. vom geld abhängig, deshalb ist das internet das genialste was es geben könnte , jeder könnte sich seinen individuellen stil aneigenen und sich mit anderen austauschen. das klingt schon ehr nach meinungsfreiheit, meinungsbildung frei von gezielter beeinflussung.

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  7. Sven wer? Laut Wiki Autor von Herr Lehmann und Sänger von Element of Crime und nach Eigenaussage „Indie-Rocker“. Lebt zudem in einem Parallel-Universum indem angeblich aufgrund der Missachtung des Urheberrechts es keine Indie-Musik mehr gäbe. Schwafelt außerdem was von Fronten zwischen GEMA und Google, zwischen denen man sich angeblich entscheiden muss.

    Vielleicht nur verbitter darüber, dass die Menschen vielleicht aus bganz anderen Gründen nicht mehr für seine Musik zahlen wollen? 😉

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  8. Es darf auf keinen Fall sein das Firmen wie Google, und Megaupload in der Lage sind im Urheberrechtsstreit Geld zu verdienen.
    Im Prinzip tun Plattenfirmen analog genau, dasselbe wie Google oder Megaupload digital. Sie verdienen mehr Geld mit den Urheberrechten von Werken deren Urheber_in sie nicht sind als durch Vervielfälltigung verdient hätten.
    Dass sie dann Geld an Künstler_innen bezahlen ist ein Zustand der ihnen abverlangt wurde wie, er jetzt in der digitalen Welt auch abverlangt werden muss.

    Es ist aber eine Lüge das künstlerische und geistige Werke direkt durch nachträgliche Entlohnung von Konsumenten entstehen.
    In der Open-Source Community ist es gang und gebe dass „umsonst“ gearbeitet wird. Auf Wikipedia werden täglich unentgeldlich Artikel veröffentlicht, genau wie in den Wissenschaften Entdeckungen gemacht werden, die nicht nur im endferntesten Sinne nach Beispiel der Musikindustrie entlohnt werden siehe z.B. die Relativitäts-Theorie.
    Es scheint mir eher so zu sein, dass die unendgeldliche Veröffentlichung von künstlerischen und geistigen Werken dazu führt, dass sehr viel mehr Menschen diese konsumieren und verbessern.

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  9. Hach, das alte Künstler tritt mehr auf, dann bekommst du auch Geld Argument. Hat ja auch so gut bei Mozart funktioniert.

    Aber mal im Ernst. Hier geht es um Recht. Um das Recht des Künstlers an der Verwertung seiner Werke beteiligt zu werden. Nicht mehr nicht weniger. Wer etwas dagegen hat, soll dies bitte ordentlich begründen, warum dieses Recht bsp abgeschafft werden sollte.

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