Abteilung Dreamteam: Broder und Pirker gegen Klarsfeld

Man muss Christian Wulff fast dankbar sein, die Debatte um seine/n Nachfolger/in ist unterhaltsam und aufschlussreich – es bilden sich bemerkenswerte Querfronten. Die Nominierung von Beate Klarsfeld wird beispielsweise übereinstimmend von Werner Pirker und Henryk M. Broder abgelehnt. Auch wenn sich die Motive unterscheiden, ihre Respektlosigkeit eint sie.

Von Patrick Gensing

Es war der Möchtegern-Chefdemagoge Werner Pirker höchstpersönlich, der in der „jungen Welt“ mit den befürchteten „Argumenten“ gegen Klarsfelds Kandidatur schoss. Großzügig urteilte er einleitend, die Überlegungen der Linkspartei, Klarsfeld als ihre Kandidatin für das Bundespräsidentenamt zu nominieren, seien nachvollziehbar:

„Eine ausgewiesene Antifaschistin tritt gegen den Kandidaten der neoliberalen Einheitspartei an, der den antikommunistischen Konsens wie kein anderer verkörpert, die Freiheit der sogenannten Leistungs- und Verantwortungsträger verficht und das sozialdarwinistische Prinzip auch in den internationalen Beziehungen durchgesetzt wissen möchte.“

Aber, so Pirker: Klarsfeld sei keine linke Kandidatin, da sie sich nicht sozial positioniert habe und möglicherweise eine Befürworterin des neoliberalen Kurses sein könnte. Doch das alles war nur der langatmige Vorlauf zum eigentlichen Punkt, lange Rede – kurzer Sinn, denn nun kommt der Casus Knacktus: Gegen Klarsfeld zu sein, das ist praktisch eine Lehre aus Auschwitz – glaubt man der jungen Welt. Pirker schreibt:

„Auch bedarf das »Nie wieder Faschismus« des »Nie wieder Krieg« als Ergänzung.“

Wie nicht anders von diesem Blatt zu befürchten war, wird Klarsfeld in diesen Kreisen ihre nicht-antiisraelische Position zum Verhängnis (bzw. adelt sie als Gegnerin dieser Politsektierer). Pirker mokiert sich, Klarsfeld gehöre zu „den Erstunterzeichnern des kriegshetzerischen Aufrufs »Stop the bomb!«, in dem Iran unterstellt wird, eine Atombombe zur »Vernichtung der Juden« zu entwickeln.“ Stimmt nämlich gar nicht. Wahrscheinlich entwickelt der Iran nur die Bombe, um sich vor den Metastasen des zionistischen, imperialistischen Krebsgeschwürs zwischen den gesunden Volkskörpern im Nahen Osten verteidigen zu können. Atombomben als Chemotherapie sozusagen. Vollkommen legitim – wenn man sich mit wahnhaften Antisemiten gemein macht.

Legitime Israel-Kritik? Rechte "Antizionisten" in Aktion (Foto Marek Peters)

Und so macht Pirker weiter: Klarsfeld stehe für einen Antifaschismus, „der sich nicht nur als offene Zionismus-Apologie äußert, sondern auch für die Rechtfertigung imperialistischer Kriege instrumentalisierbar“ sei. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Pirker wirft Klarsfeld – die Barbie und andere Massenmörder aufgespürt hat – vor, den Antifaschismus zu instrumentalisieren, weil sie sich nicht mit antisemitischen Wahnsinnigen gemein macht und Israel als Zufluchtstätte für Juden, als Konsequenz aus dem Holocaust, verteidigt. Damit dokumentiert Pirker und die junge Welt: Ihr Hass auf den jüdischen Staat sticht alles. Selbst eine Frau wie Klarsfeld wird in diesen Kreisen bekämpft, weil sie nicht in der antizionistischen Front, auch bei Neonazis höchst populär übrigens, mitmarschiert. Es ist Antisemitismus und  grenzenloser Hass.

Alte Männerbünde

Beate Klarsfeld at Beyrouth, Lebanon, 1986
Beate Klarsfeld at Beyrouth, Lebanon, 1986

Während Pirker also auf Grundage der altbekannten dogmatischen Ideologie von Gut und Böse versucht zu argumentieren, greift Broder Klarsfeld nicht einmal auf der politischen Ebene an, sondern geht voll auf die persönliche, was ebenfalls eine beachtliche Argumentationsnot dokumentiert. „Beate wer?, werden viele fragen, die vielleicht noch wissen, wer Sepp Herberger war, aber zu jung sind, um sich an Ralf Bendix und den „Babysitter Boogie“ zu erinnern“, kalauert Broder in der Welt. Lustig übrigens: Gauck ist ziemlich genau ein Jahr jünger als Klarsfeld. Aber ein reifer Mann ist halt etwas ganz anderes als eine Olle, die bereits die 70 gerissen hat – zumindest aus der Sicht eines älteren Herren.

Klarsfeld sei, stellt Broder fest, mit einem Schlag berühmt geworden, „als sie Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesinger, der ein lupenreiner Demokrat mit NS-Vergangenheit war, auf einem Parteitag der CDU eine Ohrfeige verpasste. Das war im November 1968, also vor fast 44 Jahren! Seitdem heißt es in allen Berichten über Frau Klarsfeld, sie sei von Beruf „Nazijägerin“.“

Nun ja, andere lassen sich stets Bürgerrechtler nennen, was nicht gegen die Person spricht, aber noch weniger gegen Frau Klarsfeld, vor allem, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sie sich nicht seit 44 Jahren auf den Lorbeeren ihrer Tat ausruht, sondern bis heute Ausstellungen initiiert und beispielsweise in den 1980er Jahren Militärdiktaturen in Chile und Paraguay bereiste, um auf die Suche nach den dort vermuteten NS-Kriegsverbrechern Walter Rauff und Josef Mengele aufmerksam zu machen. 1986 hielt sich Beate Klarsfeld zudem einen Monat lang im libanesischen West-Beirut auf und bot an, im Austausch für israelische Geiseln in Haft zu gehen. Die Deutsche Bahn brachte sie dazu, sich mit ihrer unrühmlichen Geschichte in der NS-Zeit zu beschäftigen. Dass sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit eben für solcherlei Kleinigkeiten und Gutmenschengetue nicht weiter interessiert und Klarsfeld daher auf ihre Ohrfeige reduziert, sieht Broder nicht, er adelt diese Ignoranz noch zum Argument, was zeigt, dass seine Positionen in vielen Fällen eben nicht so furchtbar rebellisch sind, wie er es möglicherweise gerne hätte, sondern schlicht deutscher Mainstream. Das ist vielleicht okay, mehr aber auch nicht.

Und dann ist die Zeit zum Fremdschämen gekommen:

„Nun sollte man es einer 73 Jahre alten Dame, die ihre „fifteen minutes of fame“ schon lange hinter sich hat, nicht übel nehmen, dass sie der Versuchung nicht widerstehen kann, aus dem Schatten der Geschichte wieder ins Rampenlicht zu treten. Das ist menschlich. Schließlich leidet sie darunter, dass ihr bis heute das Bundesverdienstkreuz verweigert wurde.“

Klarsfeld sagte dazu am 26. März 2010 im Handelsblatt: „In Deutschland gibt es noch immer den Reflex, das Positive – also das Suchen und Finden der NS-Verbrecher – mit dem vermeintlich Negativen zu verrechnen – also der Ohrfeige gegen Kiesinger“ – wohl wahr, wenn man sich Broders Text anschaut. Weiter Klarsfeld: Um geehrt zu werden [mit dem Bundesverdienstkreuz], müsse sie „wohl noch auf den nächsten SPD-Bundespräsidenten warten“ – falls er nicht Gauck heißt, möchte man heute ergänzen.

Bequemer Schleudersitz: Das Schloss Bellevue in Berlin
Bequemer Schleudersitz: Das Schloss Bellevue in Berlin

Möglicherweise leidet Broder wiederum daran, dass er – im Gegensatz zu Klarsfeld – von der Knesset noch nicht für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, sondern seinen publizistischen Herbst als Idol einer aggressiven Internet-Sekte verlebt – was sehr schade ist, da viele Texte Broders sehr lesenswert sind. Dies muss man immer wieder feststellen; ohnehin sollte es nicht Ziel dieses Blogs sein, Flegeleien eines reifen Herrn noch zu überbieten, solche Attacken beherrscht Broder besser, was wir neidlos anerkennen. Seine „inhaltliche“ Kritik lässt sich hingegen in drei Worten zusammenfassen: Klarsfeld ist alt.

Let`s talk about Antikommunismus…

Wir sind beeindruckt und stellen derweil fest, dass die Gegnerschaft zu Klarsfeld eine erstaunliche Allianz aus Achse des Guten, Union, SPD, Grünen, FDP und junge Welt sowie Deutsche Stimme, die gegen beide Kandidaten ist, umfasst, wenn die Motive auch höchst unterschiedlich sind. Der Entscheidung der Linkspartei, die in diesem Blog sonst regelmäßig gescholten wird, gebührt aber Respekt, im Gegensatz zu Rot-Grün strategisch klug, zudem wurde dem antizionistischen Haufen in der Partei eine herbe Niederlage beigebracht – und der Persönlichkeit Gauck eine andere Persönlichkeit entgegen gesetzt. Well done.

Doch dies wird alles nichts daran ändern, dass in Deutschland auch künftig lieber über Antikommunismus geredet wird als über Antifaschismus. Aber vielleicht unterschätzen die Kritiker Gauck auch – und er öffnet sein Themenspektrum als Bundespräsident – auch wenn es derzeit nicht danach aussieht. 

Siehe auch: Klarsfeld: “Mein Thema ist Antifaschismus”, Lengsfeld und die demagogischen Versatzstücke, Noch mehr “Schweinejournalismus!”, Die Gauck-Debatte in den sozialen Netzwerken, Voll im Kontext: Gauck und die Überfremdung, Das rot-grüne Desaster, Wäre Gauck der bessere Schlossherr?

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33 Kommentare zu „Abteilung Dreamteam: Broder und Pirker gegen Klarsfeld

  1. Seine “inhaltliche” Kritik lässt sich hingegen in drei Worten zusammenfassen: Klarsfeld ist alt.

    Ein Schuß gegen Broder ist immer gewagt. Dieser hier hat aber gesessen!

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  2. Wobei mich schon wieder ärgert, dass die Kritik an Pirker sehr viel demagogischer und deutlich weniger sachlich argumentiert als die an Broder. Was soll der Hinweis auf rechte Antizionisten?

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  3. Können Sie nicht lesen, Herr Nashir? Es geht darum,dass,wer Israel so fanatisch hasst wie Werner Pirker,sich mit „wahnsinnigen Antisemiten gemein macht“. Und als Illustration dienen dann eben Neonazis,die den „Antizionismus weltweit vorantreiben“ wollen. Das ist weder demagogisch,noch unsachlich.Aber ich nehme an,dass Sie von Israel auch nicht mehr halten als Pirker,und deswegen weigern Sie sich auch,die Argumente,die in diesem Text durchaus vorhanden sind, zur Kenntnis zu nehmen. Ich würde übrigens weiter gehen. Werner Pirker ist selbst ein wahnsinniger Antisemit und National-Sozialist. Der offenen Verbrüderung mit seinen Kameraden im Geiste vom „Nationalen Widerstand“ verweigert sich der JW-Chefredakteur nur,weil diese in seinen Augen, er hält’s immernoch mit Dimitroff, die Kettenhunde des Finanzkapitals sind. Größere ideologische Differenzen kann selbst er sich wahrscheinlich nicht mehr einbilden.

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  4. „Politsektierer“ … ahhja. Das ist schon ziemlich billig, oder?
    Fehlts einfach an der Fähigkeit argumentativ zu erklären warum Zionismus etwas gutes ist?

    Um es klar zu machen: wer mit Wörtern wie „Politsektierer“ ‚argumentiert‘ der kann eigentlich nur meinen das alles abseits vom politischen Mainstream gedachte per definitionem unhaltbarer Schwachsinn ist. Totalitarismus gibts eben auch aus der Mitte.

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  5. Ach so, Stop the Bomb ist was total friedliches, fordert keine Militärschläge (oder manchmal sogar atomare Erstschläge) auf den Iran, weil dieser natürlich nur und ausschließlich unwiderlegbar bewiesen Israel zerstören will. Ich weiß ehrlich gesagt, nicht ganz was ich von der Initiative halten soll, allerdings sollte etwas Sachlichkeit zu gutem Journalismus dazugehören und nicht nur 1-2 Sätze voll stumpfe Polemik, vor allem wenn es um so komplexe Themen wie den Iran geht.

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  6. Schublade auf, Gensing rein, Schublade zu – bloß nicht über den Inhalt diskutieren. Stecken Sie mich dahin, wo es für Sie am besten passt, das ist mir wirklich egal, ich wurde als verkappter Rechter, Braunhemd, Neocon, Soze, Grüner, Linker, Kommunist, Antideutscher, Antisemit und was weiß ich nicht alles bezeichnet, je nachdem, welche Ideologie gerade kritisiert wurde.

    Man muss kein Antideutscher sein, um beispielsweise das Gerede über die imperialistische Aggression gegen Syrien als ideologischen Sondermüll erkennen zu können. Das geht auch, indem man einfach sein Gehirn benutzt und nicht immer nur guckt, wessen Feind von meinem Feind vielleicht mein Freund werden könnte oder wessen Freund von meinem Feind ebenfalls mein Feind sein könnte – oder wer vielleicht ähnlich argumentiert wie mein Feind – und daher auch zu meinem Feind aufsteigen darf. Inhalte statt Ideologie!

    Ganz generell, das bezieht sich nicht nur auf Israel, sondern gilt auch für andere Themen, Länder und Abenteuer: Wenn meine Schriften fast eins zu eins in NPD-Publikationen stehen könnten oder stehen, würde ich mir doch ernsthaft Gedanken über meine Positionen machen. Glücklicherweise ist Pirkers Army aber sogar in der Linkspartei mittlerweile auf den Rückzug.

    Der Witz an dem Artikel ist doch gerade, gleichzeitig unterschiedliche Leute wie Pirker und Broder zu verarzten, die aus verbohrt ideologischen Motiven gegen Klarsfeld polemisieren und irgendwelche Sachen anführen, die mit ihrer Kandidatur überhaupt nichts zu tun haben: Pirker ist halt komplett mit dem Thema Israel vernagelt, der Kampf gegen Israel scheint hier wichtiger zu sein als beispielsweise die Suche nach NS-Verbrechern, Broder schießt generell gegen alles, was mit der Linken zu tun hat – und dann kommen eben solche „Argumentationen“, wie sie oben von den beiden Helden zu bewundern sind, dabei heraus.

    Shalömchen,
    Patrick Gensing

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  7. Mag sein, dass Broders erster Artikel zur Nominierung Klarsfeld tatsächlich etwas zu flapsig ausfiel.

    Dieser hier
    http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13894685/Beate-Klarsfelds-Gier-nach-dem-eigenen-Denkmal.html
    benennt allerdings sehr genau die Gründe dafür, warum eine Bundespräsidentin Klarsfeld eine „Horrorvision“ wäre.

    Respektlosigkeit gegenüber Klarsfeld kann ich allerdings in keinem seiner Artikel finden und was diese, von ihnen herbeifabulierte, ominöse „Verbindung“ zwischen Broder und Pirker betrifft…geschenkt.

    Pageviews&Klicks…da muss Blogger sich schon was einfallen lassen, gelle?

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  8. „Man muss kein Antideutscher sein, um beispielsweise das Gerede über die imperialistische Aggression gegen Syrien als ideologischen Sondermüll erkennen zu können.“

    Da haben sie die „Politsektierer tatsächlich noch getoppt.

    Fürs erste empfehle ich ihnen folgenden Artikel:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article13829324/Auslaendische-Kraefte-unterstuetzen-den-Aufstand.html

    Da ist dann der Todenhöfer vermutlich auch antiimperialist, zusammen mit der WELT?

    Um es mal schonungslos auf den Punkt zu bringen: Sie haben überhaupt keine Ahnung von dem was in Syrien passiert, maßen sich aber ein Urteil an. Dazu fällt mir nur noch der Spruch von Dieter Nuhr ein.

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  9. danke für diesen artikel – made my day. bin mir aber nicht sicher hinsichtlich der stabilität achse des guten. in der spd bröckelt die ordentlich und bei den grünen – dank klarsfelds ruf – doch sicher auch. aber auf jeden fall ist es interessant, wie sie sich alle auf die idee der einheitlichkeit stürzen. german angst meets weimeraner konflikt- und entscheidungsunfähigkeit. würde man länger drüber nachdenken, könnte man direkt angst bekommen…

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  10. „Heilchen und Schalömchen“, lieber Patrick!

    Da haste mal wieder etwas zusammengeknotet,
    was einfach nicht zusammen gehört.

    1. Der Staat Israel ist für seine Nachbarn
    kein guter Nachbar, das weiß jeder, der
    schonmal dort war.
    2. Diese Beate ist Teil der französischen
    Bourgeosie und nur wegen Kiesinger ist sie
    nicht die Bohne links.
    3. Dieser Vorschlag ist ein Rohrkrepierer.

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  11. @Qwert Selbstverständlich ist das polemisch und Demagogisch. Um ihre eigene Argumentation mal gegen sie selbst zu wenden: Scheinbar sind sie so wahnhaft Israelphil daß sie nicht mal mehr in der Lage sind zwischen den völlig unterschiedlichen Standpunkten und Motivationen der rechten und linken Antizionisten unterscheiden können.
    Das gleiche gilt im übrigen auch für den Herrn Gensing, dessen Schriften, gemessen am Grad der Demagogie und Unsachlichkeit durchaus in Publikationen der NPD auftauchen könnten, gelegentlich müsste man sogar nur ein paar Wörter austauschen um die Artikel komplett auf NPD-Linie zu bringen. Da ist er dem Broder gar nicht so unähnlich.

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  12. @Icke: Ich habe tatsächlich wenig Ahnung von Syrien, behaupte daher auch nicht, den Konflikt per Ferndiagnose komplett verstanden zu haben und auch noch sämtliche Probleme lösen zu können, so wie es so viele Leuten von sich glauben – gerade auch im Hinblick auf Israel/Palästinenser. Aber ich habe immerhin verstanden, dass ein solcher Bürgerkrieg nicht von den „Imperialisten“ kurzerhand einfach mal entfacht werden kann – unterstützt, sofort, aber eine imperialistische Aggression? Und ist Assad nun der Gute, weil er gegen die USA ist? Die Welt ist halt etwas komplizierter.

    @C.Sar: Das „das weiß doch jeder“-Argumente ist wirklich das allerbeste von allen. Glückwunsch.

    Gruß
    PG

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  13. @C. Sar

    Eine wahrhaft „cäsarenhafte“ Rhetorik; da wurde etwas verknotet, was einfach nicht zusammengehört.

    1. Hamas und Hizb`allah sind Israel keine guten Nachbarn, das weiß Jeder, der schon einmal bei ihnen war;

    2. Diese Beate „ist Teil“ der französischen Bourgeosie, da sie – aus Berlin kommend – Kindermädchen in Paris war, und sie muß (so wie jeder Andere), keine Bohne links sein, um Kiesinger gezeigt zu haben, was für ein Arschloch er war;

    3. Gauck wird ein Rohrkrepierer.

    @C. Sar… und was sagt` „uns“ das nun? 😉

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  14. Nein, Assad ist keineswegs der Gute „weil er gegen die USA ist“. Das wäre nämlich in der Tat das von Ihnen behauptete Freund-Feind Schema.

    Niemand hat behauptet das der Bürgerkrieg „kurzerhand“ „entfacht“ wurde.
    Aber wenn man ein wenig Zeit mitbringt ist das durchaus machbar und wird auch gerne gemacht und ist exakt so acuh schon in Libyen durchexerziert worden. Ein mittlerweile gut (sogar höchstgerichtlich) belegtes historisches Beispiel sind die Contras in Nicaragua.

    Was den Zeithorizont angeht ist das hier möglicherweise recht erhellend:

    Da spricht ein Ex-General von 2001, und die Auflistung „Irak, Libanon, Syrien, Libyen, Somalia, Sudan, Iran“ ist dann doch zu präzise um Zufall zu sein.
    Tatsächlich handelt es sich um nichts anderes als die Umsetzung von dem was Brzezinsky in „The grand chessboard“ gefordert hat.
    http://www.amazon.de/Grand-Chessboard-American-Geostrategic-Imperatives/dp/0465027261
    Fazit: Es geht um nichts weniger als die ‚Neuordnung‘ der politischen Struktur Eurasiens. Und wenn das kein imperialistisches Projekt ist
    dann ist das Wort Imperialismus bedeutungslos.

    Bzgl. Ihrer Replik zu C.Sar haben sie natürlich formal recht, aber ich vermute mal das selbst Sie nicht das Gegenteil behaupten wollen.

    Gruß
    Icke

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  15. @Icke:

    Einmal versuche ich es noch. Ich wehre mich mit keiner Silbe dagegen, komplexe internationale Konflikte verstehen zu wollen. Aber die banale Erkenntnis, dass eine Supermacht, genau wie andere aufstrebende Staaten, eigene Interessen hat, als monokausale Erklärung für diese Konflikte zu verkaufen, so wie es Pirker & Genossen so gerne tun – und gleichzeitig die angeblich im Warschauer-Ghetto-lebenenden Palästinenser für ihre Propaganda gegen Israel benutzen, von Tausenden Toten in Syrien oder anderen Staaten aber schweigen, dagegen wehre ich mich. Nebenbei werden in diesen Kreisen gerne mal Israel-NS- oder auch Südafrika-Vergleiche, gezogen, womit man gleich mit Jürgen Gansel einen trinken gehen könnte – und dann wirft Pirker Klarsfeld vor, keine echte Antifaschistin zu sein, direkt unter seinem „Werk“ wird passenderweise noch die SteinbergRecherche verlinkt – eine runde Sache.

    Ideologisch vernagelt und Politsektiertum sind da, finde ich, noch recht freundliche Umschreibungen.

    Gruß
    PG

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  16. @ PG Nun, monokausal ist nichts in der Weltpolitik, insofern ist das auch kein Kriterium für die Einordnung als imperialistische Aggression oder nicht. Eine nüchterner Analyse wird aber zu dem Schluss kommen müssen das das Element der imperialistischen Interessen diesen Konflikt erst in diesem Ausmass ermöglicht hat, insbesondere durch frühzeitigen Bewaffnung der Aufständischen und der einseitigen Verurteilung der Regierung in den westlichen Medien. Das genügt in meinen Augen um die Definition der ‚imperialistischen Aggression‘ _zumindest_ im Ansatz zu erfüllen, in jedem Falle aber ist eine Einordnung als „ideologischer Sondermüll“ blanke Demagogie.

    Was den Apartheid-Vergleich angeht kann ich Ihnen im übrigen auch nicht ganz folgen. Ich würde ihnen dazu gerne folgenden Brief Nelson Mandelas, seines Zeichens ausgewiesener Apartheid-Experte;) empfehlen:
    http://www.bintjbeil.com/E/occupation/mandella.html

    Inwiefern die tausenden Toten in Syrien erstmal für gar nichts ein Argument sind (und daher auch nicht als solches benutzt werden sollten, von niemandem), habe ich Ihnen ja schon mit dem letzten Link dargelegt.

    Und nein, ‚Politsektierertum‘ und ‚ideologisch vernagelt‘ bleibt die Sprache von jemandem der seine Gegener verteufelt um sich nicht mit deren Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Nicht das es keine ideologisch vernagelten Menschen gäbe, aber dann muss man halt schon zeigen inwiefern sich diese in ihrer Meinung nicht mehr von Fakten beeinflussen lassen. Die simple Behauptung ist erstmal nur ein ad hominem.

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  17. @Icke: Ich habe nun mehrfach ausgeführt, warum Pirkers Kritik an Klarsfeld ideologisch motiviert ist. Eine Debatte über die Behauptung, Israel sei ein rassistischer Staat, wird es hier zudem nicht geben, dafür gibt es schon mehr als genügend Klowände im Netz.
    Gruß
    PG

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  18. Ich habe auch gar nicht behauptet das Pirkers Kritik an Israel nicht ideologisch motiviert wäre. Darüber hinaus habe ich auch keine Debatte über die Behauptung Israel wäre ein rassistischer Staat führen wollen, sondern lediglich darauf hingewiesen das diese Meinung eben nicht per se antisemitisch motivierter Unfug ist.

    Was ich allerdings getan habe ist *Ihre* Demagogie aufzuzeigen („Politsektierer“ „Ideologischer Sondermüll“ (bzgl. Syrien)) und zu kritisieren. Das Sie Mandelas Brief ebenso wie meinen Beitrag an die Klowand wünschen und der Öffentlichkeit vorenthalten zeigt zumindest mir dann deutlich Ihre eigene ideologische Motivation oder doch zumindest die Unfähigkeit oder den Unwillen sich fundierter Kritik auszusetzen.

    Größe hätten Sie zeigen können, wenn Sie selbstkritisch eingeräumt hätten das Sie sich da von den Grundsätzen der fairen politischen Auseinandersetzung entfernt haben. Stattdessen gabs nur das Gegenteil zu sehn. Naja, vielleicht nächstes mal.
    Gute Besserung!
    Icke

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  19. Ach @icke, lernen sie erstmal, wie man scheinbar bzw. anscheinend richtig benutzt, bevor sie hier weiter einen auf dicke Hose machen.

    Den ollen Hodentöter als Kronzeugen anzubringen, ist echt putzig.
    Ausgerechnet den Erfinder der „moderaten Taliban“, der seinerzeit im Irak rumstolperte und dabei rein zufällig eine multireligiöse Widerstandsgruppe entdeckte, in der angeblich ein Shiit, ein Sunit, ein Al-Kaida-Terrorist und ein säkulärer Muslim gemeinsam gegen die Amerikaner kämpften. LOL

    Diesen Märchenonkel können sie knicken, gut eintüten und sich dorthin stecken, wo der Rest ihres Geschwurbels herkommt. >:D

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  20. @Autor

    „… Doch das alles war nur der langatmige Vorlauf zum eigentlichen Punkt, lange Rede – kurzer Sinn, denn nun kommt der Casus Knacktus: Gegen Klarsfeld zu sein, das ist praktisch eine Lehre aus Auschwitz – glaubt man der jungen Welt. Pirker schreibt:
    „Auch bedarf das »Nie wieder Faschismus« des »Nie wieder Krieg« als Ergänzung.“…“

    Halten Sie diese Interpretation nicht auch selbst für ein wenig weit hergeholt? Oder demagogisch gar?

    Pirker zitiert das „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“, das traditionelle, schlagwortartige, antifaschistische Credo, und weist darauf hin, dass Klarsfeld womöglich einem Teil davon zu wenig Beachtung schenkt.
    Und das interpretieren Sie zu: „Gegen Klarsfeld sein, das ist praktisch eine Lehre aus Auschwitz“?

    Ich bitte Sie.

    Ich stimme übrigens Klarsfelds Nominierung zu, auch wenn ich sie für durchaus diskussionswürdig halte.

    P.S.
    Der Deutschlandfunk hat übrigens gestern eine linke Gegenstimme aus Frankreich eingefangen.
    > http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1689821/

    Und Lutz Rathenow möchte gern über Klarsfelds Stasi-Kontakte diskutieren
    > http://www.tagesspiegel.de/politik/praesidenschaftskandidatin-der-linkspartei-ddr-buergerrechtler-rathenow-hinterfragt-klarsfelds-stasikontakte/6268698.html

    Sehr interessant das alles. 🙂
    Wann hat es zuletzt solch interessante Kandidaten gegeben?

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  21. @ Rudi … Ach wie süß, Form statt Inhalt angreifen. Naja, wenns zu mehr nicht reicht ist das ja auch eine Form der Bestätigung.

    Ich habe übrigens den Todenhöfer keineswegs als Kronzeugen benutzt, sondern ihn nur genutzt um zu zeigen das diese Meinung keineswegs nur von Antiimperialisten vertreten wird, also PGs vorhergehendes ‚Argument‘ entkräftet. Das Todenhöfer und die WELT nicht gerade für Antiimperialismus bekannt sind wollen Sie doch wohl auch nicht behaupten.

    Eine weitere Diskussion erübrigt sich an dieser Stelle, Nicht nur weil es in Ihrem Fall klar ersichtlich ist das Sie zu einer Diskussion entweder nicht bereit oder nicht in der Lage sind, sondern vor allem weil meine Beiträge hier selektiv veröffentlicht werden.

    „Ihr Kommentar wartet auf Freischaltung. Bitte haben Sie Geduld – und beachten Sie die Blog-Regeln.“
    Die Blog-Regeln habe ich jedenfalls nicht verletzt, meine Kritik war durchaus sachlich vorgetragen. Diskussionsbeiträge zensieren, und ansonsten die Form oder das Gegenüber ad hominem angreifen wenn man keine Argumente mehr hat – Diskussionskultur ist etwas anderes. Das sind eher faschistische Methoden, aber so demaskiert sich halt jeder wie er kann.

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  22. @Icke

    Ich habe mir einmal die Freiheit genommen, Ihre Quellen zu „zerpflücken“… speziell angesichts Ihres Wunsches, alles Kontextbezogen zu sehen (dem ja eigentlich nichts entgegen zu setzen ist).

    Als Erstes bringen Sie Todenhöfer http://www.welt.de/politik/ausland/article13829324/Auslaendische-Kraefte-unterstuetzen-den-Aufstand.html , dessen Seriosität bzw. Aussagekraft Sie zwar später mit verneinen bzw. anzweifeln, ihn aber dennoch einführend anführen, um augenscheinlich in ihm eine Blaupause für Ihren eigenen Wunsch nach „Neutralität“ bzw. „Ausgewogenheit“ innerhalb der Berichterstattung aufmarschieren zu lassen.

    Dem lassen Sie ein Video von der Rede eines General folgen, der sich zu den Strategien der USA gegenüber diesen Staaten äußert: Irak, Libanon, Syrien, Libyen, Somalia, Sudan, Iran. – Die ursprüngliche Veröffentlichungsquelle ist dieser Youtube-User http://www.youtube.com/user/Sebastian7908 , dessen Publikum wohl als weniger „Ausgewogen“ zu bezeichnen wäre…

    Aus diesen Quellen heraus treffen Sie für sich folgende Rückschlüsse, unter dem Verweis auf eine weitere Quelle, die Ihre Rückschlüsse – quasi a priori – beweisen würde:

    „(…)

    Tatsächlich handelt es sich um nichts anderes als die Umsetzung von dem was Brzezinsky in “The grand chessboard” gefordert hat. http://www.amazon.de/Grand-Chessboard-American-Geostrategic-Imperatives/dp/0465027261 (…)“

    Dann, mittendrin und in einem augenscheinlich aus dem Kontext gerissenen Posting, weisen Sie letztendlich auf einen Artikel innerhalb dieses Blog hin http://english.al-akhbar.com/blog , der Ihrer Meinung nach (der Artikel) ein Beleg für einen guten und von Ihnen erwünschten Journalismus sei.

    Folgend lassen Sie Nelson Mandela sprechen, dessen Brief in einen Blog der Hizb`allah bzw. Hizb`allah-nahen Kreisen eingebaut wurde http://www.bintjbeil.com/E/occupation.html

    Abschließend fallen Sie dann, mehr oder weniger, aus „der Rolle“ und ereifern sich über eine vorgeblich selektive Veröffentlichung Ihrer Beiträge innerhalb des Blog, unter dem zusätzlich erbosten Verweis auf durchaus `handelsübliche` Standarts (Blog-Ettiquette etc.) – Und dann stampfen Sie unter der Suggerierung vom Hof, dass Sie quasi von Faschisten des Platzes verwiesen worden seien.

    Ich glaube, Sie haben durchaus handfeste politische Interessen… so, wie jeder Andere auch. Also meine Interessen sind das nicht; dies konnte ich für meinen Teil feststellen, WEIL man Sie eben alles sagen bzw. schreiben ließ.

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  23. @Axel: Erstens: *Mittlerweile* sind meine Beiträge komplett freigeschaltet. Zum Zeitpunkt meines letzten Beitrages war das _nicht_ der Fall, obwohl spätere Beiträge freigeschaltet wurden. Insofern nehme ich den Vorwurf der Zensur zurück.

    Zweitens: Ich habe hier den Stil Gensings kritisiert, nicht die Faktenlage. Dabei habe ich anhand einiger Beispiele (Der Artikel ist voll davon) gezeigt inwiefern die Wortwahl als demagogisch oder schlicht falsch zu werten ist. Beim Todenhöfer beispielsweise geht es nicht darum ob der glaubwürdig ist (Da habe ich eine Menge deutlich besserer Quellen), sondern um die widerlegung PGs impliziter Behauptung das es sich bei der Imperialismusthese allein um „ideologischen Sondermüll“ der Antiimps handle.

    Drittens: Die ursprüngliche Quelle des Videos ist nicht etwa irgend ein Youtube-user, sondern wie am Beginn des Videos auch deutlich eingeblendet, Democracy Now. Die Quelle der Informationen selbst ist Wesley Clark; nicht gerade irgendein General sondern ehemaliger SACEUR der Nato.

    Viertens: Mein Schluss das es sich in der Tat um eine imperialistische Aggression handelt beruht auf einer großen Zahl unterschiedlicher Informationen mit unterschiedlichsten Quellen. Für meine eigentliche Argumentation ist das aber gar nicht wichtig, da es nur darum ging aufzuzeigen das es sich eben nicht nur um den ‚Sondermüll‘ einer Ideologie handelt sondern das diese Meinung von Menschen mit sehr unterschiedlichen politischen Idealen vertreten wird.

    Fünftens: In Bezug auf den Brief Mandelas: Ich habe mich wie im Falle des Videos nicht weiter darum gekümmert wer genau das jetzt ins Netz gestellt hat. Es ist auch nebensächlich. Fakt ist das Mandela diesen Brief geschrieben hat. Er hat sich an anderen Stellen übrigens ähnlich geäussert. Das Argument war nicht: „Der Hezbullah nahestehende Webseiten behaupten…“ sondern „Mandela schrieb“.

    Sechstens: Ich stampfte nicht vom Hof und die genannten Methoden sind (bzw. wären) durchaus faschistoid. Ich glaube Ihre Vermutung bezüglich meiner politischen Ausrichtung könnte falscher kaum sein. Selbst wenn ich in der Sache komplett einer Meinung mit dem Autor wäre würde mir der extrem demagogische Stil gegen den Strich gehen.
    Um es ganz klar zu sagen: Der Artikel wimmelt nur so von Unsachlichkeiten. Ein zufällig ausgewähltes weiteres Beispiel: Schon im erstens Satz wird der Pirker (den man ja durchaus korrekt kritisieren kann) als „Möchtegern-Chefdemagoge“ betitelt. Ist er das wirklich? _Möchte_ Pirker tatsächlich gern der Chef-_demagoge_ sein? Ist dieser Wunsch irgendwie belegbar?

    Fazit: Ihre Kritik läuft ins Leere, Ihre Vermutung bzgl. meiner politischen Ausrichtung ist falsch (wäre auch völlig neben der Sache) und dieser Artikel ist kein Journalismus der den Namen verdient.

    PS: http://www.democracynow.org/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wesley_Clark

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  24. „Damit dokumentiert Pirker und die junge Welt: Ihr Hass auf den jüdischen Staat sticht alles.“

    Das ist jetzt nichts neues. Allerdings halte auch ich Frau Klarsfeld – ungeachtet ihrer Verdienste, für die man ihr endlich das Bundesverdienstkreuz verleihen sollte — für dieses höchste Amt ungeeignet. Bin ich jetzt auch Teil des „Dreamteams“? 😉

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  25. @Icke

    Ja, ja… ich weiß: die „zufälligen“ Funde in dazugehörigen „zufälligen“ Quellen. – Erstaunlicher Weise alle aus der selben Ecke und mit dem selben „Tenor“. – Weil ja auch Niemand von uns zur Untermauerung seiner Anliegen zielgerecht suchen könnte. Der Eine sucht` und findet eben „hier“ – und der Andere „da“. Und nun verschone mich bitte, denn ich bin ein imperialistischer, undemokratischer Nichtjournalist, der kein Interesse hat, sich belehren zu lassen, sorry. 😉

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  26. „Möglicherweise leidet Broder wiederum daran, dass er – im Gegensatz zu Klarsfeld – von der Knesset noch nicht für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde, sondern seinen publizistischen Herbst als Idol einer aggressiven Internet-Sekte verlebt (…).“
    Gefolgt von:
    „(…) ohnehin sollte es nicht Ziel dieses Blogs sein, Flegeleien eines reifen Herrn noch zu überbieten (…)“
    Zu spät.
    Wer einem Mann ohne den kleinsten Hinweis geschweige denn Beweis ein Bestreben unterstellt, der begibt sich auf das Niveau der Denunziation.
    Wer einer ganzen Gemeinde Aggression unterstellt, der sollte dies auch belegen oder beweisen können. Geschweige denn die „Gemeinde“ erstmal definieren.
    Insofern: Gratulation, Sie haben das Niveau Broders, welches in Wortwahl m.M.n. in der Tat oft unter der Gürtellinie liegt, deutlich unterboten, indem Sie erstmal einen Schwung Beschuldigungen und Defamierungen in den Raum gegossen haben.
    Nur am Rande: Broders Behauptungen und Beziehungen bzgl. Klarsfeld belegt er. Ein Blick auf das Interview in 3Sat Kulturzeit beweist den Wunsch der Frau nach eigenen Worten belohnt zu werden. Den Glauben, „großes geleistet“ zu haben und den Willen / Wunsch, dies endlich allseits durch Tat und Amt anerkannt zu bekommen. Und obwohl das Ansinnen hinter den Taten edel gewesen ist, die Methoden waren es nicht. Und dabei spreche ich nicht nur von der Ohrfeige sondern auch von versuchter, unter Gewalt erzwungener Entführung, von Selbstjustiz. Auch von der unkritisch geführten Zusammenarbeit mit einer Dikatur, der SED. Von der Verzerrung der Realität durch die Behauptung, die NSDAP Mitgliedschaft Kiesingers sei bis zu ihrer Aktion unbekannt gewesen (diverse Zeitungen und Dienste hatten mehrere Jahre zuvor alles durchkämmt und durchleuchtet und veröffentlicht). Gerade die Linke, in deren Reihen zahllose Ex-Mitglieder und Funktionäre der Partei aktiv sind, die für das Sterben und Leiden zahlloser Menschen verantwortlich zeichnete, sieht in einem Gewaltakt gegen einen seinerzeit unbedeutendes Parteimitglied ein „historisches Zeichen“.
    Und dann jener Satz heute, in dem sie äußert, dass die Medien mitunter auch instrumentalisiert werden müssten…

    Das alles und vieles mehr belegt die Anwürfe eines Borders. Seine rüpelhafte Art hätte er sich allerdings, mal wieder, schenken können.
    Und ich finde das schade. Denn ein Mensch, der mit Israel sympathisiert ist mir vom ersten Impuls erstmal sehr sympathisch.

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  27. Axel, du bist mir ja nen Honk: Die Quellen sind von Google gefunden (Try it: „Mandela Apartheid Israel“, „welsey clark seven countries“) und die WELT ist nun _wirklich_ nicht dieselbe Ecke wie Hezbullah Webseiten. al-akhbar auch nicht. Unwillen zu lernen nennt man Ignoranz.

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  28. @Icke

    Wie jetzt: „Google“ hat dir „Mandela + Apartheid + Israel“ vorgegeben? Ist ja interessant.. hätte ich diese Option blos vorher gekannt, dann wäre manche Suche für mich einfacher verlaufen… Und dass die „Welt“ Hizb`allah-Nähe hätte, habe ich auch nicht behauptet; wenn schon, dann ihr Autor, der immer als „Deutscher Arzt“ bei den schiitischen „Freiheitskämpfern“ unterwegs ist… Auch „Al-akhbar“ (als sunnitisches Blatt/Blog) wurde von mir nicht bzgl. der Hizb`allah aufgezeigt, sondern wegen deren grundsätzlichem Verhältnis zu den Juden und speziell zu Israel. – Aber so etwas bringst` du ja nicht, daher meine anfängliche Äußerung zu deinen Wünschen bzgl. des Kontext.

    Aber reg` dich nicht auf: ich suche manchmal natürlich auch über „Google“…so, wie du 😉

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