Hetzen mit Tieren

Zurzeit sorgt der „Krakengate“-Skandal im Netz für Diskussionen über antisemitische Bildsprache. Viele Kommentatoren weisen allerdings jede Kritik an dem Motiv brüsk zurück: Die NS-Karikaturen hätten nichts mit dem Symbol der Stopp-Acta-Kampagne zu tun. Doch Versuche, mit Tieren politische Botschaften zu transportieren, gibt es schon lange, zumeist geht es um die Dämonisierung des Gegners, manchmal sogar um dessen Vernichtung.

Von Patrick Gensing

Rote Ratten zerstören das Land, so die Botschaft der SVP.
Rote Ratten zerstören das Land, so die Botschaft der SVP.

Die Rechtspopulisten von der Schweizer Volkspartei (SVP) setzten auf Ratten, um die Gefahr durch linke Eidgenossen zu illustrieren. Rote Ratten knabbern an einer hilflosen Geldbörse und zerstören Geldscheine – ruinieren also das Land.

In der Fabel gelten Ratten als hinterhältig, feige und verschlagen. An diese Eigenschaften knüpft auch die Verwendung als Schimpfwort für Menschen an. In der Literatur tauchen die Nagetiere als Verursacher schlimmster seelischer und körperlicher Qualen auf. Für die NS-Propaganda spielte das Bild der Ratte eine wichtige Rolle bei der Dämonisierung von Juden, um so die ideologischen Voraussetzungen für die folgende Verfolgung und Vernichtung von Juden zu schaffen.

Das gebeutelte Volk

Die SVP malte sich auch schon Hühner und Schafe auf ihre Plakate, um bei den Wählern zu punkten. Hier ist es aber die Arglosigkeit der Tiere, die das Volk oder das Land symbolisieren, die ihnen zum Verhängnis werden könnte. Doch die weißen Schafe wehren sich – und treten das schwarze Schaf aus der Schweiz heraus.

Die Botschaft „Ausländer raus!“ wird somit deutlich. So deutlich, dass das schwarze-Schaf-Motiv später von der NPD übernommen wurde.

Dieses Wahlplakat der SVP kopierte die NPD in Hessen in ihrem Wahlkampf.
Dieses Wahlplakat der SVP kopierte die NPD in Hessen in ihrem Wahlkampf.

Die Neonazi-Partei setzte zudem auf das Motiv eines fetten Schweins, um ihre Botschaft unter die Leute zu bringen. Menschen als Schweine, die sich auf Kosten anderer fett fressen, so lautet hier die Botschaft.

Dumme Sprüche statt ernsthafter Politik: NPD-Plakat in Rheinland-Pfalz (Foto: Sebi Brux)
Dumme Sprüche statt ernsthafter Politik: NPD-Plakat in Rheinland-Pfalz (Foto: Sebi Brux)

Auf Wahlplakaten der NPD waren auch bereits Raben zu sehen, um die angebliche Gefahr einer polnischen Invasion zu illustrieren.

Polen als diebisches Federvieh - das muss nicht sein. Doleninvasion stoppen!
Polen als diebisches Federvieh – das muss nicht sein. Doleninvasion stoppen!

Besonders beliebt bei der politischen Agitation ist auch das Motiv der Heuschrecke. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise mutierte der Begriff zu einer vollkommen normalen Vokabel – auch in seriösen Medien. Globalisierungskritiker benutzen das Bild der Heuschrecke gerne, um die Gefahr durch Spekulanten zu verdeutlichen.

Während Hühner, Kraken, Heuschrecken, Raben und Ratten mit negativen Eigenschaften assoziiert werden, gibt es auch Beispiele, bei denen bestimmte Tiere positive Botschaften transportieren sollen. So beispielsweise Pferd und Hund für Fleiß und Treue bei der Deutschen Volkspartei (DVP) aus dem Jahr 1924 (siehe oben in der Galerie).

Tiermotive werden im Wahlkampf auch benutzt, um besondere Nähe zur Natur zu vermitteln, wie beispielsweise bei der MLPD (siehe oben) oder natürlich den Grünen sowie der Tierschutzpartei. Hier werden nicht Menschen dämonisiert, sondern ökologische Kompetenz soll demonstriert werden.

Die FPÖ, wie bei rechten Ökologen üblich, verbindet Umwelt- mit Heimatschutz, wenn sie auf ihrem Plakat den Slogan „Reinrassig & Echt“ benutzt (gemeint ist wahrscheinlich die Kuh) – und dies mit der Parole „Heimische Landwirtschaft satt EU-Agrar-Knechtschaft“ garniert.

Kontraproduktiv und gefährlich

Kraken, Ratten, Heuschrecken sollen komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge vereinfachen und personalisieren. Die Tiere symbolisieren eine bestimmte Gruppe von Menschen, wie Spekulanten, Einwanderer oder jüdische Weltverschwörer, die durch unfassbare Macht die ganze Erde oder durch hinterlistiges Verhalten das brave Volk bedrohen.

Bildkomposition der Piratenpartei, die faktisch identisch ist mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung "der Stürmer" publiziert wurde.
Bildkomposition der Stopp-Acta-KampagnePiratenpartei, die faktisch identisch ist mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung „der Stürmer“ publiziert wurde.

Eine sinnvolle Gesellschaftskritik sieht anders aus. Zudem befördern die meisten Tiermotive seit Jahrhunderten bestehende Ressentiments – und verhindern eine sachliche Analyse, denn die Schuldigen stehen bereits fest. Strukturelle Veränderungen, die bestehende Missstände tatsächlich abmildern oder aufheben, werden so behindert.

„Das ist doch das tolle an der Kunst, dass darin jeder etwas anderes interpretieren kann. Aber vielleicht sollten sich die Menschen lieber an realen Handlungen orientieren und gegen diese vorgehen, statt gegen Bildchen.“ (Kommentar eines Piraten-Partei-Anhängers auf der Facebook-Seite von Julia Seeliger zu der Krakendebatte).

Es handelt sich auch nicht um „Kunst“, in die jeder etwas anderes hineininterpretiert, denn sonst könnte man auch einen Sessel oder eine Regenrinne auf einem Plakat abbilden. Vielmehr sind mit bestimmten Motiven auch bestimmte Inhalte verbunden. Wer meint, dies könne man einfach alles ignorieren und es sei nur purer Zufall, dass auch die Nazis auf das Motiv der Krake gesetzt hätten, ist entweder schlicht naiv – oder politisch gefährlich, weil höchst fragwürdige Propaganda verbreitet wird.

 Siehe auch: Die Fallhöhe der Krake

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41 Kommentare zu „Hetzen mit Tieren

  1. Ich teile die Kritik durchaus und würde mir auch wünschen, dass man bewusster mit Bildern und Bildsprache umgeht. Insofern finde ich die Reaktion auf die Kritik fast schlimmer als das Bild selbst.

    Die Tiere symbolisieren eine bestimmte Gruppe von Menschen, wie Spekulanten, Einwanderer oder jüdische Weltverschwörer, die durch unfassbare Macht die ganze Erde oder durch hinterlistiges Verhalten das brave Volk bedrohen.

    Fairerweise sollte man aber anerkennen, dass die ACTA-Krake gerade nicht für eine Gruppe von Menschen steht, sondern ein Abkommen. Leider ist das nicht direkt erkennbar, was eigentlich um so mehr dafür sprechen sollte, sie nicht als Logo zu verwenden.

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  2. Danke für den guten Artikel! Gefällt mir.

    Warum die Kampagne nicht längst auf dieses Bild umgestellt wird, verstehe ich nicht. http://stopusagebasedbilling.files.wordpress.com/2010/03/actalogo.jpg

    es ist

    -international verständlich(Mikey Mouse ist eine der weltweit bekanntesten Marken)
    -populär und einprägsam(durch die Persiflage auf das weltweit bekannte Motiv)
    -verdeutlicht hervorragend wie hier der ganzen Welt die Hörner aufgesetzt werden sollen.(den das ist ja die Aussage der Stop-Acta-Kampagne(?))
    -es ist reduziert bis zum Maximum

    …Nach meinen Informationen wurde das Motiv durch sogenannte (bürokratische) „liquid democracy“(unter Profis im gestalterischen Bereich hinlänglich bekannt und mißachtet als „crowd sorcing“) entwickelt und bestimmt und kann deshalb nicht ohne weiteres geändert werden…

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  3. @Fidel Danke für die Info. Und welches Motiv finden Sie besser? Vielleicht doch auch das, welches „Freches Bedienen an Inhalten“(Mickey Mouse) schafft derart simpel zu symbolisieren!? Ist doch super!?

    Le Quadrature Du Net haben im Unterschied zu „Liquid Democracy“ sicherlich eine Emailadresse bei der man auch fragen kann, ob man das Motiv im Sinne von CC nutzen darf!? Le Quadrature Du Net würden im Unterschied zu „Liquid Democracy“sicher auch ja sagen. Ist ja keine kommerzielle Kampagne… So ist das, wenn man sich als Herr des Internets und Herr der neuen Zeit begreift und nichtmal ne´Email Adresse hat. 🙂

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  4. Boh, nicht schon wieder der scheiss…

    Wird euch irgendwann langweilig und ihr entscheidet euch einfach zusammenhanglose Tierbilder zu posten, wie wärs mal damit wenn ihr euch kritisch mit dem ACTA-Vertrag und den bevorstehenden Überwachungsmaßnahmen befasst stattdessen, die auch wirklich ein PROBLEM darstellen?

    Hier ist ein Grünen-Plakat mit Tiermotiv um ne andere Partei niederzumachen: http://www.designtagebuch.de/wp-content/uploads/2010/04/nrw-wahl-gruene-plakat-tiere.jpg

    Hier von der SPD: http://www.designtagebuch.de/wp-content/uploads/2009/04/spd-wahlplakat.jpg

    Hier eins von der CDU: http://www.egeeulen.de/images/nachrichten/cdu_bildung.jpg

    Bin ja schon von den (Deutschen) Piraten enttäuscht, dass Sie durch den Aktionismus und das wenig an Äußerem Druck so leicht beeinflussbar waren anstatt sich einfach von den Vorwürfen zu distanzieren und das Bild von ihrem Twitter und dem Wiki entfernt, jetzt wettert ihr weiter weil es die Schweizer (von denen es auch stammt) benutzen…

    Könnt ihr es evtl. mal gut sein lassen und euch was Konstruktiverem widmen?

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  5. @fidel

    Dann haben die aber schnell die Kurve zu Mickey gekriegt https://www.laquadrature.net/en/ACTA ,wobei die Aussagen dadurch und hinsichtlich des Internet (bzw. zu einem inzwischen komplett verklärten Internet) nicht „unwirrer“ werden https://www.laquadrature.net/en/Net_neutrality – unter Berufung auf H. Clinton(!), so, als hätte sie nun mit ihren Äußerungen das Patronat über jene „Mickey Mouse-Bewegung“ übernommen, die nach- wie vor zwischen einem Freespeech und Urheberrechten nicht unterscheiden möchte oder kann. – Mal einmal von den ganzen Nazis abgesehen, die nun hastig auf den Zug aufspringen.

    Und sollte die Krake (als Symbol) wirklich von einem Teil jener französischen Anwälte kommen, so müsste man diesen dafür um so mehr in ihren Arsch treten…

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  6. Warum benutzen die Piraten nicht das Mickey Mouse Logo von LQDN? Ganz einfach: Weil Jeremy Zimmermann das nicht will. Er ha tmir mehrfach ausdrücklich gesagt, dass die Bilder von LQDN NICHT von Parteien verwendet werden sollen, erst recht nicht für eigene Seiten.

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  7. @Dex

    Hast du eventuell in deinem Tresor diverse Formeln, oder Noten, oder Blaupausen, die du Anderen gestohlen hast`, um damit Kohle zu machen..? – Ich frage dich höflich und bemitleidend an, da du dir große Sorgen zu machen scheinst. 😉

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  8. … Und bzgl. des Themas der „Symbolik“ aus dem Tierreich, sollte ich wohl einmal aufzeigen, WOHER die „Symbolik“ und die suggerierten „Gleichnisse“ zwischen Mensch und Tier eigentlich kommen. – Das wollen offenbar einige Leute immer wieder vergessen, während sie die diversen Kampagnen heutiger Neonazis zu verniedlichen versuchen. Der „Sprache“ innerhalb der folgenden NS-Originalpropaganda (nicht nur hinsichtlich der Juden), zeigt überdies, dass für die Nazis alles Tier ist, das nicht vorgeblicher sog. „Arier“ ist.

    Letztendlich wäre ich also etwas vorsichtiger bei einer grundsätzlichen Verharmlosung politischer Propaganda unter Einbeziehung diverser Tiere, speziell wenn die Propaganda von heutigen Nazi-Parteien kommt, die alle so tuen, als hätten sie keine Geschichtskenntnisse zu ihren Vorgängern und deren Propaganda…

    Zum aufgezeigten Video (unter Youtube) muß ich anmerken, dass ich es den Blogbetreibern freistellen muß, es zu zeigen oder nicht. – Aber ich denke, es dient dem Thema.

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  9. @ Dex

    Du bist der Pöbel, der sich über den Künstler erhebt!?

    Du bist der, der die Menschen in eine neue Zeit führen will?

    Du gehst über Leichen, für das Erreichen deines Ziels?

    Du bist der von Morgen, der alles Alte verachtet?

    Du sprichst die (Bild-)Sprache der Nazis?

    Du kannst ein Symbol nicht von einem Tier unterscheiden und stehst trotzdem über den Dingen!?

    Du befiehlst uns, worüber wir sprechen sollen.

    Nein, das hast du so nicht gewollt.

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  10. @Quarktasche

    Ich bin eher derjenige, der sich an den Kopf fasst wenn aus nem harmlosen Kraken ein Elephant gemacht wird der offensichtlich nicht als solcher gemeint war.

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  11. Quarktasche,

    danke für den freundlichen Tonfall.

    Ich habe mit Jeremy Zimmermann mehr als einmal gesprochen, da wir in andere Bereichen zusammen arbeiten – nämlichda, wo ich als Telecomix Aktivist auftrete.

    Jeremy möchte nicht, dass Parteien oder Parteinahe Organisationen die Logos von LQDN verwendet. Fertig. Diesen Wunsch respektiere ich natürlich.

    Im übrigen ist die Mickey Mouse als Logo auch nicht gerade „unverbrannt“ – aber das ist eine andere Geschichte.

    Aber ganz eigentlich habe ich gar keine Lust auf eine Diskussion mit dir, die in so einem Ton anfängt.

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  12. …gut, dann können wir ja zusammenfassen: Der Krake war nicht als Elephant gemeint und die Wünsche von Kreativen werden respektiert. Vorrausgesetzt Herr Urbach hat sich mehrfach mit ihnen unterhalten. Sehr gut…

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  13. Nein, ich bin doch noch nicht fertig…

    „You are free:
    to Share — to copy, distribute and transmit the work
    to Remix — to adapt the work
    to make commercial use of the work“

    …steht ja unten rechts auf der Webseite:
    http://www.laquadrature.net/fr/logos-et-bannieres

    …aber Sie haben sich mehrfach mit jemandem unterhalten und daraufhin wurde ihnen ausdrücklich die Nutzung untersagt. Hab ich das richtig verstanden?

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  14. Pingback: F.A.Z.-Community
  15. @Krüja Hashtags sind: #kevingate #krakengate #dauershitstorminkommentarleisten #dauerhetzeauftwitter und warum nicht gleich auch #propaganda #schöneneuewelt #glorifizierungvonpräkarenarbeitsverhältnissen #postgenderohnefrauen #scheissselbsternanteeliten und „was brauchen wir für die neue Welt!?“ #situationinzulieferbetrieben #kindersoldatenimkongo und so weiter…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Prim%C3%A4rquelle_und_Sekund%C3%A4rquelle

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  16. Zum Krakensymbol:

    Während die Symbolik der Krake für die Nazis ein Sinnbild ihrer antisemitisch personalisierten, verkürzten „Kapitalismuskritik“ war, handelt es sich im Fall Acta um einen konkreten Tatbestand mit konkret zu benennenden Akteuren. Hier wird keiner Gruppe von Menschen unterstellt, für all das verantwortlich zu sein, was in der Welt schief läuft.
    Bei aller gebotenen Vorsicht vor Simplifizierung und Personalisierung komplexer Vorgänge kann doch die Folge sein, nichts und niemanden mehr für sein konkretes Handeln verantwortlich zu machen.
    Über die Tauglichkeit der Krake als Symbol kann man sich natürlich trotzdem streiten. Gänzlich untauglich ist die im Fall Acta sicherlich nicht, insbesondere hinsichtlich der Skalierung und möglicher Auswirkung des Vertrages. Ganz sicher würde jedenfalls niemand, der bei Verstand ist, auf die Idee kommen, da etwas faschistisches oder nazistisches hinein zu interpretieren.

    Vielleicht befassen Sie sich ja mal mit der Acta selbst, bevor sie deren Gegner mit Vergleichen weit jenseits des eigentlichen Streitpunktes kritisieren.

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  17. „Vielleicht befassen Sie sich ja mal mit der Acta selbst, bevor sie deren Gegner mit Vergleichen weit jenseits des eigentlichen Streitpunktes kritisieren.“

    Handelsrecht ist nicht Thema des Blogs.

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  18. @ Quarktasche:

    „Handelsrecht ist nicht Thema des Blogs.“

    Na, wenn Sie das sagen…Hier geht es zwar seit der Umbennenung in Publikative.org nicht mehr nur alleine um die NPD und ähnliche, menschenverachtende Strukturen, sondern man beschäftigt sich zudem noch mit Fussball, Alsterfesten und Tierbildern. Aber nicht mit Handelsrecht? Na schön, aber dann vielleicht doch mit Grundrechtsverletzungen, Beschneidungen von Datenschutzrichtlinien, Meinungs- und Informationsfreiheit? Auch nicht? Awwww.

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  19. @Quarktasche

    Das darfst` du nicht alles so verbissen sehen… Es handelt sich, so unsere Kanzlerin, eben um eine „frische und unverbrauchte Partei“, die „neue Akzente setzen“ kann. – Warum nicht etwas gutgemeinte „frische Symbolik“? Alles Andere bilden wir uns eh` nur ein: Krakensymbolik die man mißbrauchen könnte und so`n Zeuch… 😉

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  20. Was für ein blödsinniger Artikel. Erst fängt er hoffnungsvoll an, dass Tiere in der Karikatur schon lange existieren würden, um dann nichts über die Geschichte des Tiers in der Karikatur auszusagen, sondern nur dumpfe rechtslastige Plakate zur Schau zu stellen.

    Hätte der Autor nur etwas historisches Wissen, wüsste er, dass auch im Mittelalter Tiere gerne für Karikaturen herangezogen wurden, beispielsweise der Papst als Esel. Tiergottheiten gibt es sogar seit der Frühgeschichte.

    Die Fokussierung auf die rechte Szene verdreht geradezu den Sachverhalt. Tatsächlich wurden die Tiergestalten von den Nazis und ihrer Nachfolger nur von bereits bestehenden Tiermotiven abgekupfert. Es ist nicht so, dass die Nazis die Tierkarikatur erfunden hätten, ebensowenig wie viele ihrer Leitsprüche, wie „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“, die nur von den Nazis umgedeutet und entstellt wurden.

    Diese Entstellung jetzt denjenigen anzulasten, die nichts mit den Nazis gemein haben, ist völlig unredlich und zeigt ein geschlossenes Weltbild auf.

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  21. Antisemitisch?

    Antisemitisch?

    Antisemitisch?

    Antisemitisch? 🙂

    ich glaube, das Motiv des Kraken (und das Motiv des Kraken auf Weltkugel) ist zu weit verbreitet, um eine prinzipielle antisemitische Zuschreibung zu erlauben.
    Wenn man lange genug auf dem Schuttabladeplatz der Zeit (Geschichte, nicht die Wochenzeitung) gräbt, wird man wohl für nahezu jedes Motiv irgendeine eher unappetitliche Assoziation finden.
    Das ganze erinnert irgendwie an die Hochgepushte Aufregung um die „Du bist Deutschland“ kampange, die imho aus ganz anderen Gründen extrem peinlich war, als dass der Spruch irgendwann irgendwo mal auf einem NS Plakat in St-Nirgendwo abgedruckt war.

    Mich würde daneben intressieren, wer diese Krakenassoziation als erstes aufgebracht hat.

    LG
    Mike
    derderMeinungistdassmansichbesserumrelevanteProblemedesrealexistierendenNazitumskümmernsollte

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  22. „Wie symbolisieren wir unseren Anti-ACTA-Protest?“ –
    „Mit einer Krake, die die Welt beherrscht.“ –
    „Nee, das geht gar nicht!“ –
    „Ok, dann nehmen wir eine Maus, die die Welt beherrscht.“ –
    „Oh ja. Voll super!“

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  23. Nur zu „aufgeregten Piraten-Comments“: ich bin kein Pirat, noch besonderer Freund dieser Partei.

    Ich würde mich selber als links bezeichnen.
    Unter allen Menschen gibt es aber solche, die sich ein Image zulegen, nicht der Idee, sondern des Egos wegen. Natürlich gilt das auch für Linke.

    Linke dieser Gattung lassen ihr „Links-Sein“ typischerweise bei jeder Gelegenheit raushängen – aber solange die richtige Fahne drüber weht, ist das Darunter keine Hinterfragung wert.
    Solchen geht es weniger um Veränderung als Bestätigung; sie helfen nicht der Hilfe wegen, sondern um selbst zu strahlen – kurz gesagt: außer dem eigenen Ego ist alles scheißegal.

    Mal abgesehn davon, daß die Stürmer-Verwendung aus den 30ern, nicht nur Jüngeren, vorher eher weniger bekannt gewesen sein dürfte – wenn schon ein Krake „rechts“ macht, dann auch das Tragen brauner Hosen oder Befahren der Autobahn.

    Soviel künstliche Aufregung um einen Kraken passt jedenfalls besser zur oben beschriebenen Kategorie der „Schaufenster-Linken“.

    Vielleicht war „Krakengate“ aber auch einfach nur Satire – Werbestrategie von Publikative für Piraten, oder so.

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  24. Aber aber,
    macht es Sinn einer aktuellen Grafik vorzuwerfen, sie sei antisemitisch motiviert, weil es vor JAhrzehnten ein Bild gab, auf dem ein aehnliches Tier zu sehen war?

    Erstens kennen doch die meisten Menschen, die die aktuelle Grafik sehen die alte gar nicht und sehen also den Zusammenhang nicht.

    Zweitens ist der Vorwurf, dass die Piraten bewusst ein antisemitisch belastetes Bildmaterial nachgeahmt haben aus folgendem Grund, fuer mich, haltlos:
    keine aktuelle Partei wuerde sich freiwillig in eine ‚rechte Ecke‘ bugsieren lassen, nur um auf teufel-komm-raus genau dieses Krakenbild zu bemuehen, wenn ihnen die damit verbundene oeffentliche verunglimpfung bewusst ist.

    Darueber hinaus moechte ich mich den Vorredern anschließen:
    Die Konzentration auf die tierische/metaphorische Komponente und die komplette Vernachlaessigung der inhaltlichen deutet darauf hin, dass an dem eigentlichen Thema gar kein Interesse besteht. Viel mehr scheint es, dass diese tierische Komponente heran gezogen wird, weil sie zufaellig in die argumentationsstruktur eines recht engstirnigen weltbildes passt. Das geschieht hier oder da den meisten Menschen – aber eine derartige Versteifung ist schon recht hanebuechen.

    Wuerde mensch abgesehen davon der rgumentation des urspruenglichen Artikels folgen, was waere dann die Folge? Das verbieten von Krakengrafiken? … maeusebildern, elefantenbildern, …?

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  25. Also ich finde es immer wieder lustig, wie sich solche Artikel selbst widersprechen. Sollen wir jetzt jedes Bild, jedes Wort und jede Bewegung, die ein Nazi jemals benutzt hat, für immer vermeiden ? Dann schafft bitte gleich die komplette deutsche Sprache, fast sämtliche Bilder und jegliches heben eines Armes ab. Und am besten auchnoch das Atmen, denn das haben die Nazis ja auch gemacht.

    Versteht mich nicht falsch, ich hasse Nazis mehr als alles andere, aber gerade sowas spielt denen doch nur in die Hände. Die Tatsache, das wir noch über 70 Jahre später Angst vor Bildern mit Kraken haben, nur weil die sie mal benutzt haben – das zeigt, dass sie uns 70 Jahre später immernoch beherrschen.

    Die Krake passt wunderbar zu ACTA, und da auchnoch direkt darüber steht „STOP ACTA“ sollte selbst jeder fünfjährige verstehen, dass mit der Krake ACTA gemeint ist.

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