„Fußballchaoten“ setzen Untersuchungskommission ein

Keine Angst vor der Wahrheit: Fans des FC St. Pauli haben beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommission zu initiieren. Diese soll den Ablauf der Ereignisse bei einem Hallenturnier, bei dem es mindestens 90 Verletzte gab, aufarbeiten.  Polizei und viele Medien hatten die Schuld voreilig und einseitig bei „gewaltbereiten Fans“ gesucht.  Der Hamburger Innensenator setzte unterdessen ein Zeichen, um verhärtete Fronten aufzubrechen.

Von Patrick Gensing und Andrej Reisin

Eigentlich sollte am 14. Januar 2012 ein St. Pauli-Fan-Fußballturnier in der Alsterdorfer Sporthalle steigen, doch nach den Vorkommnissen beim Schweinske-Cup eine Woche zuvor änderten die Fanvertreter die Pläne und luden zu einem offenen Treffen ein, auf dem über die Vorfälle sowie die Konsequenzen daraus diskutiert werden sollte.

Rund 300 Fans und Interessierte folgten dem Aufruf, darunter auch ein Überraschungsgast: Hamburgs Innensenator Michael Neumann erschien bei dem Treffen im „Centro Sociale“ in St. Pauli – und meldete sich ebenfalls zu Wort. Er sei als Privatmann gekommen, so der SPD-Politiker, ohne Personenschützer, weil er ein eigenes Interesse habe, das Geschehen beim Schweinske-Cup aufzuarbeiten. „Das ist nicht alles richtig gelaufen“, kommentierte Neumann im Hinblick auf den Polizeieinsatz, bei dem es Dutzende Verletzte durch Knüppel und Tränengas gegeben hatte. Der Innensenator drückte sein Bedauern aus: „Es tut mir um jeden Verletzten leid“, so Neumann wörtlich.

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Untersuchungskommission beschlossen

Wie bereits am Donnerstag bekannt geworden war, wird es in der Hansestadt auf politischer Ebene einen Arbeitskreis unter Beteiligung von Politik, Polizei, Vereinen und Fanvertretern geben, der zukünftige Eskalationen vermeiden helfen soll. Die versammelten Fans gingen am Sonnabend trotz dieser Ankündigung allerdings einen eigenen Schritt: Als Konsequenz aus den sehr widersprüchlichen Angaben von Polizei und großen Medien auf der einen und der Darstellung von Fans und Verein auf der anderen Seite, beschlossen sie, ihre Vertreter und Gremien mit der Bildung einer unabhängigen Untersuchungskommission zu beauftragen, auch „auf die Gefahr hin, dass dann dort am Ende auch Dinge festgestellt werden, die für uns nicht angenehm sein könnten“, wie ein Redner es ausdrückte. Nach Informationen von Publikative.org sollen renommierte Wissenschaftler und Juristen die zahlreichen Augenzeugenberichte und offiziellen Darstellungen  auswerten und so das Geschehen rekonstruieren.

Mit diesem Schritt könnten die St. Pauli-Fans Maßstäbe setzen und Vorbild für andere Fanszenen werden, die entsprechenden öffentlichen Druck auf ihre jeweiligen Vereine, sowie Polizei und Medien aufbauen können. Auch beim bundesweiten Fankongress, der dieses Wochenende in Berlin tagt, dürften ähnliche Probleme und Konzepte diskutiert werden.

Reality Check für Polizei und Medien

Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)
Wollen sich mit unabhängiger Aufklärung der Ereignisse wehren: Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)

Zahlreiche Augenzeugen in der Halle hatten bereits unmittelbar nach den Ereignissen vom Freitag vergangener Woche das Handeln der Polizei und die mediale Darstellung der Ereignisse massiv kritisiert. Dutzende Augenzeugen fertigten mittlerweile Gedächtnisprotokolle an: So schrieb ein Vater von zwei Jugendlichen, die das Turnier besucht hatten, in einem Brief an den Innensenator, der Publikative.org vorliegt, seine Kinder seien von der Polizei „angegriffen und verletzt, und nicht, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre, vor Gewalttätern geschützt“ worden.

Auch andere Augenzeugen erheben schwere Vorwürfe gegen die Einsatzleitung und werfen zahlreiche Fragen auf: So bleibt nach wie vor unklar, warum die Polizei die relativ überschaubare Gruppe von Lübecker Fans, die erkennbar die Auseinandersetzung suchten, zunächst scheinbar relativ freizügig gewähren ließ – und sich dann stattdessen der auch polizeitaktisch deutlich „komplizierteren“ Aufgabe widmete, gegen rund 1.000 St. Pauli Fans vorzugehen, von denen nach Angaben der Polizei 230 gewalttätig waren.

Wir haben bereits dargelegt, warum es nach unserer Auffassung aufgrund der Turnierhistorie und der übereinstimmenden Augenzeugenberichte keinerlei Zweifel daran geben kann, wer die Auseinandersetzung suchte  – und mit dem Rufen rassistischer Parolen, dem zumindest mutmaßlichen Zeigen des Hitlergrußes und dem Raub von drei Blockfahnen auch entsprechend dokumentierte.  Ultrà Sankt Pauli hat in einer sehr ausführlichen Stellungnahme deutlich gemacht, auf wie vielen Ebenen diejenigen, die jetzt als „Gewalttäter“ denunziert werden sollen, sogar in die Organisation des Turniers einbezogen waren. Die Behauptung der Polizei, beide Seiten hätten sich ausgerechnet dort gezielt zur Gewalt verabredet, wirkt deshalb unglaubhaft.

Es gab am gesamten Abend nur wenige Sekunden Kontakt zwischen den Fans beider Mannschaften – nahezu alle der laut Medienberichten rund 90 Verletzten sind durch die völlig entfesselte Gewalt der Einsatzkräfte zu Schaden gekommen. Die Dunkelziffer der durch Pfefferspray verletzten Fans dürfte deutlich höher liegen„, so Ultrà Sankt Pauli. Damit treffen die Ultras des Pudels Kern, der den meisten Medienvertretern bei nahezu sämtlichen Polizei-Einsätzen gegen Fußballfans permanent entgeht: Es ist für ein demokratisches Gemeinwesen schlechterdings nicht hinnehmbar, dass die Polizei permanent für mehr Gefahr und mehr Verletzte sorgt, als die vermeintlichen oder tatsächlichen Gewalttäter.

Neumann sollte seinen Worten Taten folgen lassen

Innensenator Neumann appellierte trotzdem an die Fans des FC St. Pauli, nicht in Feindbildern zu denken. So wie es in der Fanszene einzelne Problemfälle gebe, sei auch die große Mehrheit der Polizisten anständig und ärgere sich genauso über die Vorfälle. Auch mehrere Fans und deren Vertreter äußerten den Wunsch, mit der Polizei ins Gespräch zu kommen, um Konflikte zu entschärfen. Neumann erwähnte, dass nach Anzeigen auch bereits zwei Ermittlungsverfahren gegen Polizisten liefen. Abzuwarten bleibt indes, ob diese nicht wie zumeist üblich im Sande verlaufen. Amnesty International beklagt seit Jahren, dass Polizeigewalt in Deutschland praktisch nie verfolgt wird – und selbst wenn, kommt es nur äußerst selten zu strafrechtlichen Konsequenzen für die vom Apparat gut geschützten Beamten.

Sollte der Auftritt des Innensenators daher nicht nur zu PR-Zwecken erfolgt sein, könnte er zum Beispiel darüber nachdenken, eine ständige unabhängige Kommission einzuführen, die sich mit Beschwerden und Anzeigen gegen Polizisten beschäftigt und eigenständig ermittelt. Nicht nur, dass eine solche Institution in anderen europäischen Ländern wie Schweden und Großbritannien längst zum demokratischen Standard gehört, auch Hamburg hatte ein solches Organ nach zahlreichen Skandalen bereits einmal. Unter der Regierungskoalition von CDU und den Rechtspopulisten der Schill-Partei wurde sie 2001 abgeschafft – und damit bewusst ein Signal an bestimmte Beamte gegeben, Knüppel und Pfefferspray freien Lauf zu lassen.

Die Polizeiarbeit in Hamburg hat sich unserer Meinung nach in den letzten zehn Jahren  jedenfalls nicht verbessert – ganz im Gegenteil: Wie eigentlich überall, wo demokratische Kontrolle und unabhängige Evaluation fehlen, wird ein schlechter Job gemacht. Eine Binsenweisheit, der sich zwar mittlerweile jeder Grundschullehrer unterwerfen muss, nur auf der Insel der Polizei reicht es offenbar immer  noch, wenn man seinen Job „irgendwie“ macht. Nach der Qualität wird bislang kaum gefragt – leider in aller Regel auch nicht von den Medien. Angesichts dessen, wie wichtig die Institution Polizei für die Legitimation des staatlichen Gewaltmonopols ist, ein mehr als beklagenswerter Zustand: Wer als Jugendlicher nämlich in oben beschriebener Weise unbeteiligt von der Polizei bedroht, verfolgt und verletzt wird, dessen Vertrauen in diese Institution ist für Jahre erschüttert oder für immer verloren – kein Gewinn für Demokratie und Rechtsstaat – auf keiner Seite.

Zweifelhafter Auftritt vor dem Innenausschuss 

Besonders zweifelhaft wirkt der Auftritt des Leiters der Zentraldirektion der Hamburger Polizei, Kuno Lehmann, vor dem Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft: Dieser hatte unter anderem  angegeben, St. Pauli-Fans hätten die Krawalle begonnen und 20 unbeteiligte Jugendliche an einem U-Bahnhof verprügelt. Nach uns vorliegenden, übereinstimmenden Berichten ist diese Darstellung nicht haltbar: Nach Informationen von Publikative.org soll es sich nicht um 20 unbeteiligte Jugendliche, sondern um 6-8 Männer Anfang bis Mitte 20, die am U-Bhf Lattenkamp „Scheiß St. Pauli“ skandierten, wobei sie die Zahlenverhältnisse auf dem Bahnhof massiv falsch einschätzten und schließlich unter den Augen der Polizei in eine Schlägerei gerieten. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht klar zu dem Vorfall, es habe in diesem Zusammenhang aber eine Festnahme wegen Körperverletzung gegeben. Zur Erläuterung: Hamburgs Hochbahn-Bahnhöfe sind kameraüberwacht – der Unterschied zwischen „20 unbeteiligten Jugendlichen“ und 6-8 erwachsenen Männern, die möglicherweise nicht ganz so „unbeteiligt“ waren, sollte sich problemlos aufklären lassen.

Im Hinblick auf den Abtransport der Lübecker Gruppe aus der Halle widersprach Lehmann sogar der bisherigen polizeilichen Darstellung, als er behauptete, diese hätte sich „aus Angst um ihr Leben“ an die Polizei gewandt. Die Einsatzleitung am betreffenden Abend hatte dagegen noch davon gesprochen, dass man polizeiliche Zwangsmaßnahmen habe anwenden müssen, um die Gruppe aus der Halle und in die Busse zu bringen. Später korrigierte die Polizeipressestelle Lehmann dahingehend, dass die Lübecker zunächst darum gebeten hätten, die Halle zu verlassen, dann aber vor derselben wieder St. Pauli Fans angreifen wollten und deshalb mit Gewalt daran gehindert werden mussten. Da sich dieselbe Gruppierung in der Halle unter Bezgunahme auf  eine der erbeuteten Fahnen noch mit „Ramba Zamba“-Gesängen selbst feierte, ebenfalls eine schwer zu glaubende Version.

Mittlerweile beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit zwei weiteren  Anzeigen: Die Linken-Abgeordnete Christiane Schneider zeigte einen unbekannten Lübeck-Fan an, der einen Hitlergruß gezeigt hatte, und der Zentralrat der Sinti und Roma stellte zudem Anzeige wegen der Parolen „Zick zack Zigeunerpack“, welche von Seiten der Lübecker Gruppe skandiert worden sein soll. Die Polizei hat bisher nicht überzeugend darlegen können, warum sie weder gegen Nazi-Parolen noch gegen den „erfolgreich“ begangenen Raub eingeschritten ist, stattdessen aber die halbe Halle in ein Pfefferspray-Kampfgebiet verwandelte. Zu diesem Themenkomplex hat die Fraktion der Linkspartei deshalb eine  Anfrage an den Hamburger Senat gestellt.

Appell an die Verantwortung aller Beteiligten

Auf ihrer Veranstaltung diskutierten die Fans auch über den Umgang mit Gewalttätern in den eigenen Reihen und Konzepte, wie man auf überzogene Polizeieinsätze reagieren sollte. Ein Redner betonte, dass der Verzicht auf Gewalt nicht damit zu verwechseln sei, „die andere Wange hinzuhalten“ – und verwies auf bestehende Deeskalationskonzepte, wie sie zum Beispiel von der Anti-Atomkraft-Bewegung bei Castor-Transporten praktiziert werden, die friedlich, aber dennoch effektiv seien. Ein anderer Vertreter erinnerte daran, dass man mit der sinnlosen und nicht zu gewinnenden Auseinandersetzung mit der Polizei auch immer andere Fans gefährde – und  jeder Einzelne sich so verhalten müsse, dass er dieser Gesamtverantwortung auch gerecht wird – ein Hinweis, der auch in der Debatte um Pyrotechnik immer wieder auftaucht.

Viele Wortbeiträge beschäftigten sich zudem mit der medialen Darstellung von Fans. Ein Blogger stellte die These auf, dass viele Medien durch das verzerrte Bild von Fans und insbesondere Ultras das Gewaltproblem verschärfen, da sich ein bestimmtes Klientel dadurch erst ermutigt fühle, sich diesen Gruppen anzuschließen. Das Monster, das man vermeintlich zu bekämpfen suche, werde dadurch größer und größer – ein Hinweis, der im Hinblick auf das ethische Gebot der Presse, möglichen Schaden zu minimieren, von größter Bedeutung ist.

Die differenzierte Diskussion vergrößert die Kluft zwischen medialer Darstellung und der Realität von Fußballfans. Rund zwei Stunden wurde offen diskutiert – und auch der Innensenator wurde kritisch, aber sachlich befragt – ohne befürchten zu müssen, von den „Chaoten“ angegangen zu werden. Selten wurde deutlicher, wie kontraproduktiv und sinnlos populistische Law-and-Order-Politik und wie vielversprechend offene Kommunikation und gegenseitiger Respekt sind, um Konflikte zu lösen.

Siehe auch: Dahin, wo es weh tut!, Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung, Überbieten und Strafen, Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen, Distanzlos gegen Fangewalt, Etwas Besseres als diesen Journalismus, Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?

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25 Kommentare zu „„Fußballchaoten“ setzen Untersuchungskommission ein

  1. „sondern um 6-8 Männer Anfang bis Mitte 20, die am U-Bhf Lattenkamp “Scheiß St. Pauli” skandierten, wobei sie die Zahlenverhältnisse auf dem Bahnhof massiv falsch einschätzten und schließlich unter den Augen der Polizei in eine Schlägerei gerieten…“

    Also ist man nach Eurer Auffassung selbst schuld wenn man auf die Fresse kriegt wenn man „Scheiß St Pauli“ skandiert, oder?!

    Nach dieser Einstellung ist also auch jeder Linke der „Scheiß Nazis“ skandiert und evtl. die Zahlenverhältnisse falsch einschätzt sowas von selbst schuld wenn`s ordentlich auf die Kauleiste gibt, oder?!

    Alles sehr interessant…..Fragen über Fragen. Ich behaupte mal das gruds. Gewaltfreiheit nicht so ganz Euer Ding ist…oder kommts nur auf die Gesinnung an?!

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  2. @Interessant: Es geht hier um eine möglichst präzise Darstellung der Vorkommnisse. Es ist für die Bewertung der Sache selbstverständlich relevant, ob 20 unbeteiligte Jugendliche verprügelt wurden – oder ob eine aggressiv auftretende Gruppe von 6-8 Männern auf Fans gestoßen sind und es dann zu einer Schlägerei kam. Oder was meinen Sie, was beispielsweise vor Gericht eigentlich verhandelt wird, wenn Gewalt gleich Gewalt gleich Gewalt sein soll?

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  3. @Interessant: Ich weiß schon, worauf Sie hinauswollen. Der Unterschied liegt aber darin, dass „20 unbteiligte Jugendliche“ eben viel schöner nach „Fußballchaoten essen kleine Kinder auf“ klingt, als wenn man sagt, „lieferten sich dann auch noch eine Schlägerei an einem U-Bahnhof mit ebenfalls gewaltbereiten St. Pauli-Gegnern“.

    Ersteres wurde nach der Innenausschuss-Sitzung breit in den Hamburger Medien kolportiert, obwohl es bereits zu diesem Zeitpunkt so unplausibel klang, dass jeder halbwegs denkende Mensch sich hätte fragen müssen, wie ein derartiger Vorgang 5 Tage später noch völlig unbekannt hätte bleiben sollen. Für mich zeigt das nur, wie sehr die Polizei in solchen Situationen eine beteiligte Partei – und wie wenig „unabhängige“ Institution ist.

    Ihre Berichte sollten daher auch so beahndelt werden: als Darstellung einer beteiligten Seite und nicht als Wahrheit. Egal, ob bei St. Pauli oder anderswo.

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  4. Sehr geehrte(r) Autor(in),

    wure nicht gestern ausdrücklich der Wunsch geäußert, keine detaillierten Infos rauszuhauen, sondern lieber erstmal die Füße still zuhalten?! Kann das denn so schwer sein?
    Man hat ja fast schon den Eindruck, dass Sie sich schon beim „ich muss die/der erste sein“-pseudo druck der heutigen medien anstecken haben lassen.

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  5. @Anonymus:

    Wir berichten nach Rücksprache mit Fanvertretern und Verantwortlichen, die uns versichert hatten, eine Berichterstattung über den Plan an sich, ohne weitere Details, sei wünschenswert. Daran haben wir uns gehalten.

    Im Übrigen haben wir als Journalisten selbstverständlich den Ehrgeiz, Geschichten exklusiv zu veröffentlichen. Wir halten uns aber an Absprachen, da wir ein Eigeninteresse an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Quellen haben.

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  6. Was für ein Glück, dass man mit der Zeit die Ursache all dessen vergisst – die extra angereisten Schläger und ihre offensichtliche Strategie. So kann man sich zunehmend in Details verlieren und schließlich St. Pauli als böse Chaoten kommunizieren. Zahlreiche Kommentare schlagen diesen Weg ein.
    Die Schläger freuen sich schließlich über ihre gelungene Aktion und dass St. Pauli öffentlich für die Eskalation verantwortlich gemacht wird.
    Das hat in der Vergangenheit auch schon funktioniert.

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  7. @Jürgen: Ihre Beobachtung (haben Sie das gesehen oder gelesen?) wird von der unabhängigen Kommission sicherlich ebenfalls geprüft. Wie in dem Artikel geschrieben: Die St. Pauli-Fans wollen eine umfangreiche und unparteiische Aufarbeitung der Geschehnisse. Unser Ansicht nach ist dieser Ansatz sehr vielversprechend, denn damit kann auch das Fehlverhalten von St. Pauli-Fans möglichst objektiv bewertet werden.

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  8. An interessant:
    es kommt ja immer auf die Situation und die Geschehnisse insgesamt an, aber das wissen Sie ja auch.

    Aber ich will jetzt mal ihre Art der Argumentation aufgreifen und mal das rufen von „scheiß Nazis“ allgemein, aus dem Zusammenhang gerissen betrachten.

    Wenn jemand für das rufen von „scheiß Nazis“ aufs Maul bekommt dann handelt es sich bei denen die es tun offenbar um Nazis, und das ist keine Einstellung sondern ein Verbrechen.

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  9. erm verzeihn Sie die störung, ich wollte nur kurz mal nachhaken. wenn ich hier auf -dieser- seite, also auf publikative.org auf diesen button, diese schaltfläche da klicke. die schaltfläche, auf der „Twittern“ steht. da seh ich so ein fenster, nicht wahr? so doof ist ja kaum einer, dass man denne gleich auf absenden klickt, aber ansehen tut man sich das in ruhe.

    wenn ich mir dann die @-adresse ansehe, die da erscheint.

    die als „via @“ bezeichnet wird.

    und dann auf twitter in aller ruhe die aktuelle lage ansehe, also wohin der als ²via @“ bezeichnete account gehört – dann darf ich an dieser stelle nochmal nachfragen, was genau hier los ist?

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  10. Die „Lübecker“ haben zwar angefangen(Bannerklau), aber ich denke der ausgeraubte Kiosk, der verwüstete VIP-Raum und die Gehwegplatten in den Autos hatten wohl nichts mehr mit den „Lübeckern“ zu tun. Denn die waren da schon längst wieder auf dem Heimweg!!!

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    1. @Hardy:
      Gähn! Ein bisschen Information könnten Ihnen auch nicht schaden: Den „verwüsteten VIP-Raum“ gibt es nicht. Wie es zu der gemeinten Situation kam, hat der FC St. Pauli bereits in seiner Pressekonferenz ausführlich dargelegt, da müssen Sie sich dann eben auch mal die Mühe machen und da nachlesen (bzw. sich das Video anscheuen, falls lesen zu anstrengend sein sollte). Zu den „Gehwegplatten in den Autos“ und dem „ausgeraubten Kiosk“ können Sie uns gerne weitere Informationen zukommen lassen, so Sie diese haben. Oder ging es wieder mal nur darum, ein bisschen gegen St. Pauli zu pöbeln?

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  11. Also mal 2,3 Worte zu den „20 unbeteiligten…“ Nix war es damit.Die haben „Scheiss St.Pauli“ gebrüllt und dann aber gemerkt,das wohl nicht nur ein paar St.Pauli Fans in der U-Bahn saßen.Daraufhin wollten sie abhauen.Also ich sag mal:Falscher Zeitpunkt,falscher Ort und eine derbe Fehleinschätzung.Die hatten auf jeden Fall anderes vor als nur rumzupöbeln.

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  12. @Max:

    Dann lass Sie doch „Scheiß St.Pauli“ rufen bis Sie schwarz werden….Warum muss ich denen denn dann zwangsläufig ein paar aufs Maul geben ?!?!

    Warum springen einige denn immer wieder sofort auf diese Provokationen an ? Oder warten Sie vielleicht einfach nur auf diese Provokationen ?!?!

    Forza gewaltfreies St.Pauli !

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  13. Zum Thema überzogene Polizeieisätze folgende Anmerkungen:

    Seit dem Von Beust/Schill Senat – davor sicher auch ! – gibt es immer wieder beste Beispiele für absolut überzogene Einsätze, die immer auch wieder zu Gerichtsverfahren führten oder eben im Sande verliefen.

    Nach und auf diversen Bambule Demos im Dez. 2001 im Zusammenhang mit der Bauwagen Räumung wurden grundlos völlig unbeteiligte Menschen Zusammengeschlagen!

    – Hier auch die Nummer auf der Zivibullen von eigenen Kollegen Dresche bezogen, da Sie die Parole nicht wussten.

    – Weihnachten 2002 HWP Studenten aufgrund von Eindringen in die Bannmeile vor dem Rathaus verprügelt, nachdem schon ein Abzug verhandelt worden war

    – Im Sommer darauf auf einer weiteren Studi-Protestdemo wurde ein Copyladenbesitzer vor seinem Geschäft grundlos in Gesicht geschlagen, anschließend mit weiteren Repressalien und Drohung durch Beamte bedacht worden

    – Die gesamte Schülerdemonstration im Sommer 2002 oder 2003 auf der Lombardts/Kennedybrücke gewaltvoll beeindruckend beendet, das waren 12-15 Jährige Kinder, denen schon früh beigebracht wurde, was Staat vom Protest hält!

    … Lässt sich beliebig weiter vorsetzen

    Da behaupte mal einer die Polizei geht Deeskalierend vor – das sind schlechte Witze aber keine Wahrheiten.

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  14. Pingback: Anonymous
  15. Lieber Jan,

    woher wissen Sie eigentlich, dass die Polizei in jedem Fall „grundlos“ gehandelt hat? Wann ist denn unmittelbarer körperlicher Zwang anzuwenden? Wie sieht da die Rechtmäßigkeit aus?

    Mein Lieblingsbeispiel ist eigentlich der Demoteilnehmer, der mit ienem schweren Stein auf den Kopf eines Beamten einschlug. Der Beamte trug keinen Kopfschutz.

    Der Täter konnte sich zurückziehen, setzte sich auf sein Rad und entfernte sich durch die eine unbeteiligte locker stehende Menschenmenge. Nach ca. 30m wurde er von einer über Funk verständigte Halbgruppe ohne Ankündigung vom Rad gerissen, am Boden fixiert und festgenommen. Immerhin handelte es sich um einen flüchtigen Täter, der einen (glücklicherweise nur) versuchten Totschlag begangen hatte.

    Umherstehende Teilnehmer griffen die Beamten an und brüllten „er hat nichts gemacht!“ Die Menge konnten nur mittels Pfefferspray und Schlagstockeinsatz auf Abstand gehalten werden.

    Das Video von der Festnahme geistert noch heute als „Polizeigewalt“ durchs Netz…

    Sie dürfen nicht vergessen, dass die Berichte von Demoteilnehmern nicht durch Staatsanwälte, Verteidiger und Richter geprüft werden. Das soll nicht heißen, dass sie aller falsch wären. Aber es sind auch bei weitem nicht alle korrekt!

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  16. Lieber Demokrat,
    ich stelle mir die Frage was sie als Demokrat unter körperlichem Zwang verstehen.

    Wenn dieses Video von dem Sie sprechen unter „Polizeigewalt“ im Internet kursiert, dann frage ich mich wieso. Wenn sie schreiben, dass Umherstehende eingeschritten sind, dann frage ich mich auch hier wieso?
    Wie kann eine Verhaftung als „Gewalt“ tituliert werden?

    Dies hört sich für mich wie die sehr gefährliche und die Gewaltenteilung mißachtende Haltung „der wird schon was getan haben“, weshalb das Verhalten der Polizei schon gerechtfertigt sei. So eine Haltung impliziert, dass die Polizei bei der Verhaftung aufgrund des Verdachts (begründet oder nicht) unterschiedlich „hart“ vorgehen kann/darf. In Deutschland gilt die Unschuldsvermutung, wobei Exekutive und Judikative voneinander getrennt sind!
    Bei allem Respekt, aber die von Ihnen beschriebene Darstellung (aufgrund fehlender Quellenangaben) halte ich deshalb für sehr gefährlich.

    Darüberhinaus halte ich es für äußerst fragwürdig, dass die Berichte der Polizei durch Staatsanwälte, Richter und Verteidiger geprüft werden und die von Demoteilnehmern nicht!
    Die Berichte der Polizei werden m.W. geprüft, wenn es zu einem Prozess kommt. Jedoch werden dann auch die Aussagen von Demoteilnehmern geprüft. Wo ist da also hier ein Mißverhältnis?

    Ihren Nick „Demokrat“ kann ich unter diesen Umständen nur als Realsatire sehen.
    Hochachtungsvoll

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  17. Herr D.
    In den beschriebenen Beispielen war ich meistens direkt vor Ort – da wo es denn mal eben zu diesen Szenen kommt.

    Das Problem an allen Monopolen – in diesem Falle eben dem Gewaltmonopol der Staatmacht – ist doch hier exemplarisch immer wieder zu beobachten:

    ES verführt gradewegs dazu, es zu Missbrauchen! Wer kontrolliert denn dieses, wenn nicht Presse und Demoteilnehmern genauso viel Gewicht in ihren Aussagen und Beobachtungen geschenkt wird. Staatsanwälte sind eben auch politisch Verpflichtet.

    Kasernierte Bereitschaftspolizei kam auf den in meinem Beispielen schon mit Schaum vor dem Mund auf die Szene, um sich dann mal hinter der anonymen Uniform so richtig auszutoben. Auch das ist beileibe nicht neu.
    Und so wusste vor Ort und später im Gericht von 5 Beamten auch keiner mehr genau, wer den Schlagstockeinsatz und die Festnahmen befohlen hatte. Knüppel frei auf friedliche Demonstranten.

    Wenn ich ihr Beispiel verdrehe und mit gebrochener Schulter und ausgekugeltem Arm nach Hause humpele, hatte ich dann einfach Pech, weil ich mich getraut habe für eine Sache auf den demokratischsten Ort der Welt die Straße zu gehen?

    Was ist denn die Halbgruppe eigentlich?

    Das finde ich schon recht fragwürdig, wenn bei friedlichen und gerechtfertigten Protesten durch Monpolisten nicht angemessen gehandelt wird.

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