Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung

Laut Spiegel Online rätselt die Hamburger Polizei nach eigenen Angaben über den Auslöser der Massenschlägerei in der Alsterdorfer Sporthalle, die am Freitagabend für den Abbruch des traditionsreichen „Schweinske-Cup“-Hallenturniers in eben jener Hamburger Halle sorgte.

Redaktion publikative.org

Nun, den Kollegen kann geholfen werden: Wie nämlich selbst der Veranstalter mittlerweile erkannt hat, war der Auslöser die Anwesenheit von ca. 80-120 gewaltbereiten Hools des VfB Lübeck und wohl auch des Hamburger Sportvereins (HSV) in der Halle. Diese hatten sich dort zum Zweck der Provokation, des Fahnenklaus und der Ausübung ihres Verständnisses von Freizeit-Kampfsport eingefunden. Seit Jahren nämlich nutzt die Fanszene des FC St. Pauli den Schweinske-Cup, um sich in der Halle zu inszenieren und davon YouTube-Videos zu machen. Viele andere Fanszenen haben ebenfalls „ihr“ Turnier oder ein ähnlich gelagertes jährliches Event, wo man sich kollektiv mit neuen Songs in Ekstase singt und sich einfach abfeiert:

Woran mag es also gelegen haben, dass dieses Jahr kein Stimmungs-Sing-Sang dokumentiert wurde, sondern eine Gewalt-Eskalation? Doch nicht etwa an „Gästen“, die sich an der Party nicht beteiligen wollten? Denn exakt diese wollten die Lübecker und Hamburger „Jungs“ dieses Jahr den verhassten „Zecken“ eben nicht gönnen und zettelten erfolgreich Stunk an.  In der Halle befanden sich bis zu 1.000 St. Pauli-Fans, von denen laut Hamburger Polizei exakt 230 ebenfalls gewaltbereit gewesen seien. Wie man diese Zahl errechnet hat, obwohl man nach eigenen Angaben noch mit der Auswertung des Geschehens beschäftigt ist, entzieht sich unserer Kenntnis.

Klar ist jedoch Folgendes: Wenn man den polizeilichen Auftrag hat, gewalttätige Auseinandersetzungen zu unterbinden, und es dann zu eben jenen kommt, und man dann innerhalb einer geschlossenen Räumlichkeit massiv Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzt, und wenn man dann eine Massenpanik mit zu verantworten hat, und es dann Eltern gibt, die nicht wissen, wohin mit ihren Kindern, und man dann 21 verletzte Zuschauer beklagen muss, wovon acht ärztlich im Krankenhaus behandelt werden mussten, über 40 Personen, die sich wegen „Reizstoffwirkungen“ von Rettungskräften die Augen spülen lassen mussten, und 14 verletzte Beamte, und das Turnier schließlich nach nur einem Tag abgebrochen werden muss, dann hat man wohl schlechterdings seinen polizeilichen Auftrag mangelhaft oder gar nicht erfüllt. Punkt.

St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei
St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei

Hier beginnt das eigentliche Rätsel, denn wie immer in solchen Fällen fühlen sich die allermeisten Medien leider nicht bemüßigt, kritisch zu hinterfragen, inwieweit ein Polizeieinsatz, der mehr Verletzte (darunter laut Augenzeugen zahlreiche Kinder) nach sich zieht, als das ganze Geschehen vorher, nicht als völlig unverhältnismäßig bezeichnet werden muss. Stattdessen wird gebetsmühlenartig das Bild der gewaltbereiten Chaoten bedient, die an allem und jedem Schuld sind, was im konkreten Fall auch nicht völlig falsch, aber deswegen leider noch lange nicht richtig ist.

Die politische Dimension (natürlich waren unter den Hools der VfB-HSV-Connection auch Nazis, oder zumindest Leute, die gerne den deutschen Gruß zeigen und andere als „Zigeunerpack“ titulieren) wird genauso ausgeblendet wie das eklatante polizeiliche Versagen: Wozu gibt es „szenekundige Beamte“, wenn diese noch nicht mal merken, dass ein Mob geschlossen anfängt zu randalieren, damit andere zum Bannerklau starten können? Warum geleitetet man eben jenen Mob inklusive des mithilfe schweren Raubes erbeuteten Materials „sicher“ aus der Halle, verhaftet aber anschließend 72 gegnerische Fans? Warum hat sich augenscheinlich niemand darüber gewundert, dass VfB-Anhänger zwar 100 Karten für den Freitag aber laut „Lübecker Nachrichten“ keine einzige für den Samstag haben wollten? Warum hat man die Lübecker, die laut Polizei bereits beim Einlass das Sicherheitspersonal angriffen, überhaupt unkontrolliert durch die Halle spazieren lassen?

Nein, rätselhaft ist am Geschehen in der Alsterdorfer Sporthalle gar nichts: Eine sorgfältig formierte und in ihrem Sinne äußerst motivierte Hool-Gang hat sich vorgenommen, St. Pauli bei „deren“ Turnier mal zu zeigen, was eine Harke ist – mit beachtlichem Erfolg. Begünstigt allerdings durch eine unfähig agierende Polizei, die sich selbst auch einen Tag später noch genauso erschütternd uninformiert zeigt, wie am Abend selbst. Und begünstigt durch eine medial-vermittelte Öffentlichkeit, die weder das Geschehen, noch den Polizeieinsatz zu bewerten in der Lage ist – dass irgendwer der angesprochenen Beteiligten einfach mal seinen Job macht –  möglicherweise auch noch gut – das wäre wohl zu viel verlangt.

Der FC St. Pauli schreibt in einer Stellungnahme: Es hat sich vielmehr eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, die ihren Ausgang jedoch nicht im Verhalten der Fans des FC St. Pauli hatte. Wenn die Polizei ihrem Dienstauftrag nachgeht und Straftäter verfolgt, so hat dies für jeden nachvollziehbar und auf dem Boden der Rechtstaatlichkeit zu erfolgen. Eine Anwendung unmittelbaren Zwangs darf nie eine solche Zahl an unbeteiligten Opfern zur Folge haben!  

Siehe auch: “Tolle Kulisse”: TeBe-Fans flüchten von HallenturnierAngriff der “Karlsbande”: Offener Brief an die Alemannia, Alle Meldungen aus der Rubrik Fußball.

48 Kommentare zu „Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung

  1. Ein Bericht der die Wahrheit an den Tag legt.Sven: die 50 vermummten konnten keine St.Paulianer sein ,da diese zu dieser Zeit noch durch die Reizgasangriffe der Polizei vor den Lübeckern „geschützt“ wurden.
    Der Bericht von Spiegel Online gibt das wieder,was wirklich geschehen ist.Dieser Abend sollte ein Fußballabend sein ,Singen Jubeln,schöne Tore,tolle Spiele.Es wurde ein Abend voller Verzweiflung,Traurigkeit,Unmut und Zuletzt auch Wut über das was geschehen ist.Ein herzliches Dankeschön an alle Polizisten die den Leuten,die außerhalb der Halle mal eine rauchen wollten, Reizgas ins Gesicht gesprüht haben.Von denen die auf das WC gehen wollten,aber auch Reizgas ins Gesicht bekamen.Ganz Toll waren auch die Beamten die mindestens eine Scheibe der Eingangstüren mit dem Schlagstock zerstört haben.Aber das waren auch wieder die Bösen von Pauli.
    Ich hoffe es gibt hier noch mehr Berichte von Leuten die in der Halle waren.Schreibt was wirklich geschehen ist.Forza.

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  2. @Sven: Möglicherweise gewaltbereite St. Pauli-Fans? Steht irgendwo in dem Text, die hätte es nicht oder würde es nicht gegeben? Fragt sich nur, was leichter ist: 100 motivierte Hools in Schach zu halten oder eine Masse von 1.000 Leuten mit „230“ (laut „amtlicher“ Polizeizählung) Gewalttätern? 😉

    Fakt ist: Wenn ich als Einsatzleiter von 3 Hundertschaften nicht in der Lage bin, Sicherheit zu gewährleisten, sondern stattdessen mitverantwortlich für ein totales Chaos bin, habe ich versagt. Und wenn ich als Journalist anschließend Polizeiberichte abtippe, ohne diesen Einsatz oder das polizeiliche Zahlenwerk (230? WTF?) auch nur im Mindesten zu hinterfragen, ebenfalls. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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  3. Ich finde auch nächstes mal sollte die Polizei nichts tun. Sollen sich doch die bekloppten der verschiedenen Lager totprügeln. Das ist deutlich besser.
    Sich dann mehrmals über eine Zahl zu echauffieren die nur bedingt etwas inhaltliches vermittelt ist arm.

    Unter den Fans der anderen sind selbstverständlich viele Rechtsextreme gewesen (auf dem Bild ist eine Person in mehr als zweifelhafter Pose zu sehen). Die St. Pauli Fans waren selbstverständlich friedlich und unter keinen Umständen auf Krawall aus. Denn sie sind zum einen gänzlich unbekannt für Randale zum anderen waren sie genötigt in die Gewalt einzusteigen. Ich könnte auch nicht ruhig bleiben wenn mir einer die Flagge klaut…

    Mein Vorschlag zur Güte: Es wird keine Polizei mehr eingesetzt. Die Kosten für Sicherheit sind zu 100% von den Veranstaltern zu übernehmen.

    Beste Grüße

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    1. @KLS: Tja, fragt sich nur, wo in dem Artikel steht, die Polizei sollte NICHTS tun. Ehrlich gesagt steht in dem Artikel das genaue Gegenteil. Nochmal im Klartext: Wir wollen gefälligst gute Polizeiarbeit, nicht schlechte oder irgendwelche, geschweige denn gar keine. Das ist ja gerade das Erstaunliche: Während sich praktisch alle anderen Berufstätigen einer kritischen Beurteilung ihrer Arbeit aussetzen müssen, scheint es Leuten wie Ihnen vollkommen zu genügen, wenn die Polizei „irgend etwas“ macht. Einen Unterschied zwischen guter und schlechter Polizeiarbeit scheint es nicht zu geben, einen Unterschied zwischen guten und schlechten Polizisten auch nicht – gegessen wird gefälligst, was auf den Tisch kommt. Das mag ein Rezept für die Kantine eines autoritär geführten DDR-Staatskindergartens sein, aber ganz sicher kann es nicht der Maßstab für die Polizei eines demokratisch verfassten Gemeinswesens sein.

      Daher auch für Sie noch einmal zum Mitschreiben: Die Polizei tut dort ihre Arbeit, sie wird dafür von uns allen bezahlt, im Gegensatz zu irgendwelchen Lübecker oder St. Paulianer Gewalttätern (von denen im Artikel übrigens in keiner Weise behauptet wird, sie seien alle friedlich gewesen). Diese verbeamteten und bestens ausgestatteten Profis müssen sich an professionellen Maßstäben messen lassen: Dazu hätte gehört: Gewalttäter isolieren, Unbeteiligte schützen und für einen friedlichen Fortgang des Turniers sorgen. Welche dieser Ziele wurden erreicht? Genau: gar keins.

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  4. Ich denke Sie als Jounalist(en) wissen sehr genau darum, was zwischen den Zeilen steht und suggeriert werden soll.

    So wird von der St. Pauli Fanszene gesprochen, die Lübecker waren hingegen Hools.
    Die Hsv und Lübecker Fans waren dort um stunk zu machen (gewaltbereit). Bei den St. Pauli Fans „seien“ gewaltbereite Fans dabei gewesen.
    Jemandem die Fahne abzunehmen als schweren Raub zu bezeichnen ist sicher juristisch korrekt aber dennoch nicht neutral.
    Warum wird den Lübecker Gewalttaten vor dem Spiel angekreidet, den St. Pauli Fans nicht. Warum soll man skeptisch werden, wenn Fans nur zu einem Turniertag anreisen? Sollen Besitzer von Tagestickets für Festivals ebenfalls stärker kontrolliert werden? Warum wird suggeriert, dass die „gewaltbereiten Chaoten“ nicht die alleinige Schuld an der Gewalt hatten. Selbst in diesem Artikel wird nirgendwo erwähnt, dass die Polizei provoziert hat oder mit dem Beginn der Ausschreitungen begann. Natürlich ist es immer leicht retrospektiv zu bewerten was nicht gut lief, aber ich sehe auch (unter anderem Ihre Artikel) Presse die dann titelt: „Fans ohne Grund der Veranstaltung verwiesen“

    Selbstverständlich muss sich auch die Polizei für Fehler verantworten, sie sollte es zumindest.

    Ich bin in der Tat dafür, dass private Großveranstaltungen nicht auf Staatskosten von der Polizei geschützt werden sollten.

    Und ich erwarte von Ihnen als Journalismus der aufklären will, dies neutral zu tun. Dazu gehört auch, die „hauseigenen“ Fans, in diesem Fall die des St. Pauli, zu kritisieren. Diese Kritik fehlt völlig.

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    1. @KLS: Ach, daher weht der Wind. Ihnen geht es lediglich darum, dass St. Pauli Ihrer Meinung nach zu gut wegkommt? Nun ja, sagen wir es einmal so: Der FC St. Pauli hat seit über 20 Jahren an diesem Turnier teilgenommen, ohne dass es deswegen auch nur einmal abgebrochen werden musste.

      2012 formiert sich nun eine gegnerische Fangruppierung, die laut übereinstimmender Augenzeugenberichte – auch von Lübecker Seite – von Anfang an nichts anderes vorhatte, als ihre Vorstellung von „Freizeitspaß“ auszuleben: saufen, pöbeln, auf die Fresse. Diese Leute „Hools“ zu nennen, ist sicher weder zu weit hergeholt, noch dürfte es ihrer Selbstwahrnehmung widersprechen. Es ist auch nicht sonderlich vermessen, davon auszugehen, dass das Turnier ohne die Anwesenheit der betreffenden Herren ordnungsgemäß hätte ablaufen können, schließlich kann man sich bei dieser für Sie offenbar kühnen Behauptung auf eine fast 25-jährige Historie stützen.

      Und in der Tat: Diese Lübeck-Hamburger „Gang“ war unserer Meinung nach nur aus einem Grund da, während bei St. Pauli die Mehrheit aus ganz anderen Gründen da war – was man sowohl aus den Videos der letzten Jahre schließen kann, als auch aus der schlichten Tatsache, dass 1000(!) gewaltbereite St. Pauli Fans in Hooligan-Manier (von denen Sie offenbar ausgehen?) bei einer 10:1-Überzahl sicherlich ganz anders hätten agieren können, oder?

      Wir wissen nicht, ob Ihre Frage, warum man skeptisch werden sollte, wenn eine Fangruppierung für einen Tag 100 Karten bestellt und für den nächsten gar keine, ernst gemeint ist oder lediglich eine rhetorische Floskel sein soll. Aber auch, wenn es auf der Hand liegt: Man sollte skeptisch werden, weil die betreffenden „Fans“ offenbar schon wussten, dass Sie keine Karten für den zweiten Tag brauchen würden. Ein etwas ungewöhnliches Verhalten für Fußball-Fans, die immer zu ihrer Mannschaft halten wollen – im Gegensatz zu Festival-Fans, die vielleicht nur bestimmte Bands an bestimmten Tagen interessieren, oder …?!?

      Un auch Sie werden sicherlich wissen, was Sie zwischen den Zeilen suggerieren: Für Sie ging die Gewalt offenbar in Wirklichkeit von „linken Socken“ und Chaoten aus, während die Lübecker „Jungs“ nur ein bisschen „Krieg der Knöpfe“ spielen wollten. Nichts für Ungut, aber wie haben nicht das geringste Problem damit, gewaltgeile Schlägertypen zu denunzieren, auch dann nicht, wenn diese auf Seiten des FC St. Pauli agieren. Allein: Wer hier die Auseinandersetzung gesucht und auch gefunden hat, ist so klar wie Kloßbrühe – und in den entsprechenden Foren wird sich auch eifrig damit gebrüstet, wie krass man es St. Pauli angeblich besorgt hat.

      Dass sich anschließend(!) auch Gewalttäter in Reihen des FC St. Pauli an der weiteren Eskalation beteiligt haben, ist völlig klar und wird nirgendwo bestritten – weder von uns, noch von den verlinkten Medien und Blogs. Ebenso klar ist für uns allerdings auch, dass man das gesamte Szenario hätte verhindern können, wenn man die Gewalttäter polizeilich frühzeitig aus der Halle begleitet hätte. Wenn Sie anderer Meinung sind, bitte schön, aber ohne weitere Belege für Ihre These versus der Historie des Turniers ist unser weiteres Gespräch ebenso sinnlos wie beendet. Gute Nacht!

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  5. sowohl hier, als auch bei allen anderen blogs… Alle haben gewusst was passiert, jeder wusste im vorfeld wer wann wo und wieviele kommen… Ja sogar die zeitung und die bullerei sowieso…. Und spätestens als man den hool mob gesehen hat, war allen klar „die greifen an“…. Und obwohl wirklich ALLE das wussten…. Hat man 3 fahnen verloren. Völlig überraschend oder? Natürlich sind die bullen schuld 😉 gruß ans dummvolk

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    1. @dummvolk: Sie tragen Ihren Nick zu Recht, oder? Das ist hier kein St. Pauli Verteidigungsblog – und es geht auch nicht darum, zu bewerten, ob die Aktion der Lübecker in ihrem Sinne „erfolgreich“ war. Klar ist jedenfalls, warum sie da waren – und da Ihnen das zu gefallen scheint, disqualifizieren Sie sich leider für jedwede weitere Diskussion. Es gibt doch wirklich genug Spielwiesen und Internet-Klowände, wo man sich darüber freuen kann, dass man es St. Pauli gezeigt hat – das muss das nicht noch hier stattfinden, oder? 😉

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  6. Ich verstehe nicht, weshalb man sich hier als Pauli-Unschuldslamm präsentiert. Als neutraler Besucher eines Ligaspiels zwischen Schalke und Pauli am Millerntor, trat mir ein „ach so friedlich feiernder Pauli-Anhänger“ mit voller Wucht gegen den Rücken, weil ich fairerweise ein klasse Tor von Raul applaudierte. Man sollte sich auch mal aus der „Opferrolle“ befreien und in den eigenen Reihen nach Schwachköpfen suchen…

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    1. @Stadionfan: Es ist keinesfalls so, dass alle Autor/Innen hier St. Pauli als „die eigenen Reihen“ begreifen würden. Und natürlich haben Sie Recht, dass es dort mit Sicherheit auch Idioten gibt. Nur dieses Turnier wurde in der Vergangenheit immer als eine Gelegenheit für St. Pauli genutzt, sich selbst abzufeiern. Das war im Übrigen allen Beteiligten völlig schnurz, als St. Pauli vor wenigen Jahren noch drittklassig spielte. Es ist daher ziemlich offensichtlich, wer sich mit den Ereignissen vom Freitag in seinem Sinne profilieren wollte und konnte – und das waren sicher nicht die St. Paulianer, wie Sie ja bspw. an den Kommentaren von „dummvolk“ oder „keine linke Socke“ ganz gut sehen können.

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  7. Ich als HSV-Fan kriege mal wieder das Kotzen, wenn ich sehe was für Idioten den Verein nutzen um so eine Scheiße zu verzapfen und damit die gute Arbeit beider Vereine auf einander zu zugehen mit Füßen treten (pun intended).

    Rivalität: ja.
    Gewalt: nein.

    Ich verstehe auch dieses reflexartige Verhalten einiger Leute nicht immer wenn es um St.Pauli geht sofort mit „die haben aber AUCH doofe Fans“ loszulegen. Wenn diese Fans gezielt angegriffen werden, sind sie erstmal das Opfer. PUNKT. Alles was danach kommt ist eine andere Geschichte.

    Was das Gewalt ausführende Organ angeht, so trägt es in diesem Fall seinen Namen zu recht: wer in einem geschlossenen Raum Pfefferspray einsetzt, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber wahrscheinlich sind traumatisierte Kinder und Familien für die Cops nur Kollateralschäden.

    Wenn man es nicht schafft in so einer Situationen (für die man ausgebildet wurde!) die Nerven zu behalten, hat man seinen Beruf verfehlt.

    Man könnte abschließend nochmal erwähnen, das meines Wissens nach der HSV seine Teilnahme abgesagt hat, weil man Sicherheitsbedenken hatte

    Kommt diese Zahl 230 vielleicht von den anwesenden Ultras? Wir wissen doch alle Ultras = gewaltbereite Hooligans.
    (Für die ganz doofen: im letzten Satz hat sich Sarkasmus versteckt)

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  8. Ich habe nirgendwo etwas dazu gesagt, dass jeder der 1000 Fans gewaltbereit war. Ich habe keineswegs in Abrede gestellt, dass die Lübecker Fans Hools gewesen sind oder dass sie provoziert haben.
    Aber warum wird jeder Fetzen an Information, der gegen Lübeck verwendet werden kann im Artikel erwähnt, aber kein Indiz für die Gewaltbereitschaft der St. Pauli Fans erwähnt. Wenn dann wäre es doch angebracht, beide Seiten gleich zu denunzieren.

    Aber zu einer Auseinadersetzung gehören zwei. Fangen sie eine Schlägerei an, wenn ihnen jemand eine Flagge wegnimmt? (Etwas provokativ ich weiß) Ich nicht. Ganz im Sinne eine zivilisierten Umgangs miteinander, wäre doch auch von den Pauli Fans Deeskalation zu erwarten und zu fordern gewesen.

    Ich will gar nicht bestreiten, dass das Turnier in der Vergangenheit friedlich verlaufen ist.

    Wenn es nach ihrer Logik geht, macht sich jeder verdächtig, der nur ein Tagesticket für Sportturniere hat. Das es (frei)Zeitliche oder finanzielle Gründe hatte kommt nicht vor.

    Aber ich schaue gerne mal auf die höhere Ebene:
    Es sind fast ausschließlich Fußballevents, die in Gewaltorgien enden. Es gibt von fast jedem Verein Fangruppierungen, die immer wieder in solche verwickelt sind.

    Wo bleibt die Aufforderung in diese Richtung etwas zu ändern? Fussballfans jedweden Vereins bei Verdacht auf Gewalttätigkeit von Stadion- und Turnierbesuchen abzuhalten – egal ob Heim- oder Gastverein?

    Warum schreiben Sie in ihrem Kommentar, die Schuld für die Gewalt liegt bei den Lübeckfans, in dem Artikel hingegen soll suggeriert werden, dass auch die Polizei Schuld trägt. St. Pauli hingegen in keinem Fall etwas gegen die Gewalt hätte tun können?

    Zur Aufklärung gehört es neutral zu sein und alle Fakten zu nennen und nur jene, die die eigene Aussage stützen. Es gehört dazu alle Darstellungen anzuzweifeln und nicht nur jene, die nicht ins eigene Bild passen.

    Um Ihre Frage zu beantworten, die Gewaltorgie kann leicht verhindert, bzw. die Wahrscheinlichkeit gesenkt werden:

    Jedem Fan, der aktenkundig gewaltbereit ist wird der Einlass verwehrt.
    Es wird kein Alkohol ausgeschenkt, wirkt bekanntlcih sehr enthemmend.
    Es wird mehr Sicherheitspersonal eingesetzt, vom Veranstalter bezahlt, um dennoch in die Halle gelangte Gewalttäter schnell entfernen zu können.
    Alle Fanutensilien, die als Waffe gebraucht werden können gehören verboten.

    Oder am einfachsten:
    Preise für Karten vervielfachen, ist zwar schade für die armen, aber aufrichten Fans, dennoch sehr effektiv.

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    1. @KLS: Gut, ein letzter Versuch:

      1. Die Schlägerei ist bereits „angefangen“, wenn man versucht, jemandem einen Gegenstand unter Anwendung (oder auch nur Androhung) körperlicher Gewalt wegzunehmen. Man nennt dies Raub (§ 249 StGB: „Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“)

      2. Inwieweit man sich dagegen körperlich zur Wehr setzt, sei dahingestellt, in jedem Fall aber wäre eine unmittelbare Abwehr dieses Raubversuches durch §227 BGB
      („Notwehr“) gedeckt: „Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.“

      3. Mithin: Ihre „Logik“, wonach derjenige eine Schlägerei „anfängt“, der sich gegen einen versuchten Raub wehrt, ist jenseits unserer Rechtsordnung.

      4. Ihre Tagesticket-Nummer ist lächerlich: „(frei)Zeitliche oder finanzielle Gründe“ können sicherlich Schwankungen erklären, aber doch nciht das Verhältnis von 100 zu 0 georderten Karten für Tag ein und zwei. Jede weitere Diskussion ist überflüssig, es sei denn diese Verteilung wäre in Wirklichkeit annäherend bei 50/50.

      5. Dass St. Pauli „in keinem Fall etwas gegen die Gewalt hätte tun können“ steht wie gesagt weder im Artikel noch in den Kommentaren.

      6. Aber die zur Schau getragene naive Haltung der Hamburger Polizei, die zunächst offensichtlich nicht mal den Ansatz einer akuraten Lagebeurteilung hatte, dann mindestens überfordert agiert hat und nun auch noch drei Tage später angeblich erst noch alle Berichte auswerten muss, trotzdem aber schon zu wissen scheint, dass beide Seiten sich verabredet hätten und damit auch gleichermaßen „Schuld“ seien, stinkt ehrlich gesagt zum Himmel. Die mediale Folgeberichterstattung dieser polizeilichen Einschätzung(en), nämlich dass Lübecker und St. Paulianer Fans sich eine Auseindersetzung lieferten und beide Seiten gewalttätig waren und auch die Polizei angriffen, können Sie von Welt bis Taz lesen. Dazu braucht es uns nicht.

      7. Darin besteht gewissermaßen „der Clou“ 😉 unseres Artikels, nämlich das Polizei- und Mainstream-Medien-„Rätsel“ dahingehend aufzulösen, dass es eben nicht einfach nur irgend welche rivalisierenden Fußballfans waren und beide Seiten aus unerfindlichen Gründen gleichermaßen ein Interesse an einer Eskalation hatten. Sondern es gibt schon sehr deutliche Anhaltspunkte, wer hier was wollte – was von dieser Seite im Übrigen auch gar nicht bestritten wird – und wen die Polizei offensichtlich in ihrer Lagebeurteilung massiv unterschätzt hat. Dass es auf Seiten St. Paulis auch Interessierte gibt, die ihr Süppchen kochen, hat niemand bestritten – und wenn Sie es für Ihren Seelenfrieden brauchen, dass hier jetzt auch noch zum x-ten Mal lesen zu müssen: Ja, das ist bestimmt so. Es ändert aber nicht das Geringste an unserer Einschätzung zu Freitag Abend, wie sie im Artikel wiedergegeben ist.

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  9. Warum die Polizei nicht auf diese hier aufgeführten doch leicht verständlichen Hinweise gekommen ist, trotz ihrer so szenekundigen Beamten, ist mir ein Rätsel. Ob es dann ganz anders gekommen wäre oder weniger schlimm, ist Spekulation.

    Dass auch in den Reihen des FC St. Pauli und drumherum ein erhebliches Maß an Gewaltpotential steckt, das weniger mit der Leidenschaft zum Fussball als mit der Leidenschaft für das Ausleben von Gewaltbereitschaft und Aggression zu tun hat, ist den meisten der Blogger bewusst. Fussballfans anderer Vereine, die jetzt hämisch mit dem Finger zeigen, vergessen dabei ganz schnell, dass das kein St.Pauli-eigenes Problem ist, sondern auch das eigene, im eigenen Verein und da gibt es nur ganz, ganz wenige Ausnahmen. Die aber selbst bei eigener Friedfertigkeit nicht vor den anderen gefeit bleiben.

    Die Frage ist nur: bekämpft man lieber die Ursache oder erst die Ursachenbekämpfung? Und die Masterfrage: wie? Darauf hat bisher keiner eine Antwort. Nur, dass das alles Scheisse ist. Stimmt, bringt aber nicht weiter.

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  10. Wie immer ist am Ende die Polizei schuld. Das ist mir zu einfach und simpel und entspricht sehr einem bequemen Sündenbockdenken. Auf die Polizei als Bösewichte können sich immer alle Fußballfans einigen.
    Auch das St. Pauli so gut wegkommt, ist mir zu billig. St. Pauli bringt massiv Politik und Fanatismus ins Stadion. Wenn auf der einen Seite rote Sterne, Che Guevara, aktuelle Tagespolitik und Klassenkampf ins Stadion gebracht werden, muss man sich nicht wundern, dass die andere Seite auch ihre politischen Parolen mitbringt. Natürlich wird auch das laute und auffällige Auftreten der St. Pauli-Fans von den Fans anderer Mannschaften als Vorbild genommen und als etwas gesehen, worauf man reagieren muss. Wenn die St. Pauli-Fans dann in besonders großer Anzahl und besonders laut gerade zu den ideologischen Gegner fahren, darf man sich über deren falsche Reaktion nicht wundern (was sie nicht entschuldigen soll).
    Mir ist wichtig, dass in dieser Sache nicht einfach Schwarz-Weiß geurteilt wird und die üblichen Bilder bedient werden (Polizei=böse, St. Pauli=gut, Gegner von St. Pauli=Nazis).

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    1. @alois: Sie schreiben: „Wenn auf der einen Seite rote Sterne, Che Guevara, aktuelle Tagespolitik und Klassenkampf ins Stadion gebracht werden, muss man sich nicht wundern, dass die andere Seite auch ihre politischen Parolen mitbringt.“

      Mit anderen Worten: Wenn die eine Seite „linke“ Inhale mit ins Stadion bringt, muss man auch damit leben, dass es auf der anderen Seite Nazis gibt. Sicher werden Sie verstehen, dass wir diese „Meinung“ nicht teilen. Man mag ja von roten Sternen, Che Guevara und aktueller Tagespolitik halten, was man will, das Nazi- und Faschistentum der „anderen Seite“ ist allerdings schlechterdings keine „Meinung“, sondern ein Verbrechen. Und „deutscher Gruß“, „Zigeunerpack“ und „Schwule“ sind keine Meinungen, sondern diskriminierende, im ersten Fall in Deutschland sogar strafbare Handlungen. Auch, wenn wir gar nicht unbedingt der Meinung sind, die Auseinandersetzungen vom Freitag seien primär „politisch“ gewesen, machen wir Ihre Gleichsetzung von links und rechts ganz sicher nicht mit, im Gegenteil. Schönen Tag noch.

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  11. Liebe Leute
    dieser Beitrag ist schön und gut… Aber wie immer sind es die bösen HSV- u. Lübeck-Fans, die an allem schuld sind. Und die so friedliebenden Paulianer sind die Opfer….
    In Wahrheit ist es ganz anders… Die Gewald geht oftmals von den Pauli-„Fans“ aus… – aber das will keiner hören, leider. Passt ja nicht zum
    Image…

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    1. @Thomas: taub? blind? des Lesens nicht mächtig? oder einfach nur doof? Wir wissen nicht mehr, wie oft das exakte Gegenteil Ihrer „Wahrnehmung“ (fixe Idee trifft es wohl besser) jetzt hier schon niedergeschrieben wurde – das müssen Sie dann schon selber zählen. Schlimm, wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht, nicht …?!? :-p

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  12. Hier wird immer wieder die Frage aufgestellt und gefragt, warum die Polizei nicht skeptisch geworden sit, weil die Lübecker keine Karten für den zweiten Turniertag hatten. Schonmal aus sportlicher Sicht nachgedacht? Lübeck in der 2. Runde? Nee…. Das dürfte der „realistische“ Grund gewesen sein.

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  13. bei einigen Kommentaren habe ich den Eindruck das der Artikel entweder nicht gelesen wurde oder nicht verstanden werden will…
    Ich glaube der Autor hat schon mehrfach entsprechend kommentiert und aus meiner eigenen Erfahrung als Fan des FC St.Pauli kann ich nur betonen: wir haben did Politik nicht ins Stadion gebracht, die Naziswaren schon vor uns da. Nur hat es scheinbar bis dahin niemanden interessiert.

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  14. Guter Text, dem ich zustimmen kann. Wer sein Gehirn nutzt, kann auch lesen, dass nichts vereinfacht wurde – wie einige der Kommentatoren unterstellen.

    Zwei Dinge vorweg: Ich war nicht in der Halle (habe nur sehr viele Blogs und Kommentare gelesen) und ich bin St. Pauli sehr zugeneigt.

    Für mich ist klar, dass auch wir jede Menge gewaltsuchender Idioten in unseren Reihen haben, selbst mehrfach auf Auswärtsfahrten erlebt. Im vorliegenden Fall haben St. Pauli-Fans offensichtlich auch überreagiert – wie ich den Berichten entnehme.
    Die Provokation ging aber offensichtlich von rechtsgesinnten Menschen aus, die sich wohl als Fans des VfB Lübeck oder des HSV (einige wenige) bezeichnen. Wenn ich richtig gelesen habe, wurden nicht nur St. Pauli-Banner und Fahnen geklaut, sondern auch ein „linker“ Banner, wonach niemand illegal sei. Dies gepaart mit Äußerungen und (wahrscheinlich) auch Hitler-Gruß zeigt, welch Geistes Kind die „Gegenseite“ war.

    Nun zum eigentlichen Punkt: Bei Hitlergruß und Ähnlichem muss (!!) die Polizei eingreifen. Warum tut sie es nicht? Schon da liegt der erste Fehler – und auch das habe ich selbst schon erlebt, manch Polizist, denkt da lieber an Dummer-Jungen-Streich als an politisch (rechts – sic.) motivierte Straftat. Da muss man nicht erst auf die Zwickauer Terrorzelle und die Einschätzung der Polizei nach den jeweiligen Morden verweisen.

    Damit nähern wir uns dem Problem. Rund 20 Prozent der Deutschen soll rechtem Gedankengut nicht abgeneigt sein, ein kleinerer Teil davon ist sicherlich als rechtsradikal oder rechtsextrem zu bezeichnen. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt uns, dass unter oben genannten 20 Prozent auch viele von Beruf Polizist sind. Im Zweifel sogar mehr als 20 Prozent, weil Recht und Ordnung in linken Kreisen eher skeptisch betrachtet werden (auch leider). Hinzu kommt, dass es auch unter Polizisten Krawallbrüder gibt. Auch hier im Zweifel eher mehr, denn das Gewaltmonopol ist durchaus verlockend für Menschen mit einem „gewissen Hang“.

    Nun das eigentliche Problem. Politik und Polizei müssen (müssen !!!) dafür sorgen, dass Schwarze Schafe in Uniform schnellstens von ihren Aufgaben entbunden werden, im Extremfall sogar ihren Beruf los werden. Ansonsten könnte sich dieses Problem zum Problem unseres Rechtsstaats entwickeln (wenn es das nicht sogar schon ist). Der Polizei muss man vertrauen können, ob als Fußballfan, als Opfer von Gewalt oder einfach nur als Demokrat. Genau deshalb ist dieser Artikel so wichtig und gut.

    Und nochmals zum Schluss und zur Klarstellung: Ich rede hier von Einzelfällen oder zumindest von nur kleineren Grüppchen, die zur Gewalt neigen und das gilt für Fußballfans und (!) die Polizei. Dass die große Mehrheit der Beamten ihren Job gut und richtig machen, daran habe ich keinen Zweifel. Nur muss diese Mehrheit sich langsam bewusst werden, dass eine Minderheit dabei ist, den Ruf den Ganzen zu versauen. Deshalb darf dieser Minderheit keine Deckung geboten werden. (Das gilt natürlich auch für die Fans des FC St. Pauli)

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  15. Ich stelle mir gerade folgendes vor: Ich bin Redakteur einer x-beliebigen Zeitung. Ich erfahre, dass es beim Hallenturnier in Hamburg irgendwelche Probleme gab und muss, damit meine Zeitung nicht die letzte ist, schnellstmöglich darüber berichten. Sicher wäre es meine journalistische Pflicht, gründlich zu recherchieren. Die entsprechenden Grundsätze wurden hier (http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/)bereits eindrucksvoll dargelegt. Ich habe aber aber nicht die Zeit dafür und übernehme deshalb die mir in der Redaktion zur Verfügung stehenden Quellen. Dies dürften dpa- und sid-Meldungen, Fernsehaufnahmen und Polizeiberichte sein, die somit die öffentliche Wahrnehmung entscheidend beeinflussen. Ich habe keine Ahnung, wie diese Quellen zustande kommen. Aber wenn ich mir überlege, was darin regelmäßig für unqualifiziertes und vor allem undifferenziertes Zeug geäußert wird, muss ich mich nicht wundern, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung zu haltlosen Vorurteilen kommt. So glaubt die ganze Republik, beim Pokalspiel BVB-SGD hätten Dynamo-Hools einen Bürgerkrieg angezettelt und das Stadion zerlegt, obwohl die Livebilder im Fernsehen objektiv „nur“ Pyro im Dynamoblock und eine zerbeulte Werbebande dokumentieren. Der Polizeisprecher und die vom ZDF gestreuten Kommentare haben aber ein völlig verzerrtes Bild der Realität gezeichnet. Genauso denkt jetzt jeder, Pauli-Chaoten hätten in Hamburg Randale gemacht. Zwischen Ursache und Wirkung (Notwehr ist vom Gesetz anerkannte „gute“ Gewalt!!!) wird nicht mehr unterschieden und jeder, der dies wie im Beitrag ernsthaft versucht, kämpft gegen eine feststehende Mehrheitsmeinung an. Es steht ja schließlich im Polizeibericht, dass gewaltbereite Pauli-Fans anrückten und sich mit dem gegnerischen Fanlager duellierten. Fazit: wer die ersten Nachrichten produziert, hat die Deutungshoheit und damit auch die Verantwortung für das, was man in die Welt setzt. Man sollte sich mal überlegen, einen Straftatbestand wegen Volksverdummung einzuführen, wenn man wie im Falle der Geschehnisse vom 25.10.11 in Dortmund oder vom 06.01.12 in Hamburg dieser Verantwortung nicht gerecht wird, sondern gezielt falsch/unvollständig/einseitig/übertrieben berichtet.

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  16. also ich will mich jetzt nicht auch noch in die diskusion hsv-lübeck böse stpauli gut einlassen

    fakt ist doch das die vereine und damit meine ich alle nicht willens oder in der lage sind das problem der gewalt in den griff zu bekommen

    weil mann es garnicht will

    das was am freitag in der alterdorfer sporzhalle passiert ist ist eine neue form der gewalt die es bisher meines wissens bei einen hallenfussball tunier gegeben hat

    gewalt hat es im fussball immer schon gegeben und das über jahrzente

    ich selber habe in den 80er der hsv hooligan zene angehört

    aber da gings noch etwas anders zu als heute

    mann hat sich damals mit den gegenern verabredet ausserhalb des stadions
    da hat mann dann die sache geklärt und dann war auch gut danach ist mann dann zum fussball geggangen und nach dem spiel ist mann zusammen einen saufen gegangen

    es gab aber damals einen ehren kodex

    es wurden keine unbeteildigten leute mit reingezogen

    ich bin damals aus der zene raus nachdem in hamburg beim dfb pokalspiel in den 80er ein werder fan erschlagen worden ist

    der eine oder andere wird sich noch daran erinnern

    da fing es schon an das die zene gewaltbereiter wurde und auch leute die damit nichts zu tun haben angegriffen worden

    die frage ist welche gründe hat diese eskalation der gewalt

    und diese eskalation ist ja nicht aus den nichts entstanden

    mann hat nur einfach weil es einfacher ist die augen davor verschlossen
    anstatt sich mit den problem zu beschäftigen weil es einfacher und bequemer war nur so konnte sich über jahre die zene in ruhe entwickeln

    meines erachtens ligt das problem bei den sogenannten gruppirungen ultras und supporters

    die zum auffanglager der gewaltbereiten fans wurden

    und wie hat mann auf das problem reagiert mit blinden aktionismuss
    mann erteielte stadion verbote die wie mann sieht nicht durchsetzbar sind

    und die vereine lassen diese gruppirungen gewähren
    anstatt ihn die pistole auf die brust zu setzen
    und das heißt wenn diese grupirungen nicht in der lage oder sollte mann lieber sagen willens sind die gewaltbereiten fans aus diesen gruppierungen zu entfernen dann sollte mann die grupirungen komplett aus den stadien verbannen mit gefangen mit gehangen
    aber das würde ja für die vereine bedeuten das sie einnahme verluste haben subjektive

    weil wieviele famielien trauen sich nicht mehr in die stadien wegen diesen ideoten
    denn welcher familien vater würde seine kinder wissentlich in gefahr bringen

    keiner

    diese leute machen den fussball kaputt und schaden den vereinen

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