Markenrecht oder Meinungsfreiheit? „Frei.Wild“ gegen „Frei Schnauze“

 Die Berliner Punkband „Frei Schnauze“ wollte mit einem T-Shirt-Motiv ihre Kritik am deutschtümelnden Rock der Band „Frei.Wild“ äußern. Nun bekam sie ein Abmahnung von der „Südtiroler“ Band, die in der Tradition der „Böhsen Onkelz“ musiziert.

Von Milla Frühling, Netz gegen Nazis

Die aktuell äußerst erfolgreiche Band „Frei.Wild“ geht mit einer kritischen Meinungsäußerung einer eher kleinen Berliner Punkband namens „Frei Schnauze“ nicht gerade gelassen um. Die Berliner hatten das „Frei.Wild“-Logo modifiziert, indem sie das „Wild“ ausgekreuzten durch das Wort „Schnauze“. Ergänzt wurde das Werk mit dem Slogan „Politcore statt Kommerzrock“. Das Motiv hatte die Band auf T-Shirts gedruckt.

Hat Ärger mit "Frei.Wild": "Frei Schnauze" Foto: © www.frei-schnauze-band.de
Hat Ärger mit "Frei.Wild": "Frei Schnauze" Foto: © http://www.frei-schnauze-band.de

Eben dies möchte ihnen nun die Frei.Wild GbR untersagen. Dazu fordert sie die Offenlegung aller mit dem Verkauf des Shirts beteiligten Personen, wie „Auftraggeber, Käufer, Werbepartner, sonstige Multiplikatoren“. 1.500 Euro Anwaltskosten sollen mit dem Schreiben außerdem anfallen.

„Frei Schnauze“ will sich dies alles nicht gefallen lassen und wehrt sich nun anwaltlich gegen die Abmahnung. „Wir selbst betrachten besagtes Shirtmotiv als unser ganz persönliches Statement zur Grauzonendiskussion und zu zwielichtigen Bands, die sich gern im Schlamm des vermeintlich Unpolitschen wälzen“, so die Band in einer Pressemitteilung und bittet um Unterstützung. Die erhält sie bisher unter anderem von Endstation rechts, die mit ihrem Anti-Nazi-Klamottenlabel „Storch Heinar“ bereits einen ähnlichen Streit mit der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar ausfechten mussten – und gewannen. Die Richter sahen keine Verwechslungsgefahr und ließen die Satire zu. „Frei Schnauze“ sehen ihre Motivabwandlung als Kommentar und so von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Die Band „Frei.Wild“

Inhaltlicher Hintergrund des Streits sind die nationalistisch-völkischen Inhalte der Lieder und die rechtsoffene Attitüde der Band „Frei.Wild“, die aktuell als legitimer Nachfolgeband in die Fußstapfen der „Böhsen Onkelz“ getreten ist und nun das Feld der „patriotischen Popkultur“ äußerst erfolgreich bearbeitet. So schoß ihr letztes Album „Gegengift“ (2010) in der Woche des Erscheinens auf Platz 2 der deutschen Albumcharts, aktuell spielt die Band auf diversen großen Festivals.

Das ist möglich, weil sich die Bandmitglieder als ehrliche, bodenständige Rebellen inszenieren, die mit ihren Songs exzessiv ein „Wir-gegen-Euch“-Gefühl bedienen – wobei „wir“ der „kleine Mann“ ist und „ihr“ die (feindliche) Politik, aber auch „wir“ die Unangepassten und „ihr“ die Menschen, die in Schubladen denken.

Taktik: Wind aus den Segeln nehmen

Zu denen gehören „Frei.Wild“ selbstredend nicht. Die Band betont stets, wie frei sie von allem sind, und so ist es nur folgerichtig, dass sie ihre Musik als völlig unpolitisch präsentieren. Überhaupt haben sie es perfektioniert, misstrauischen Menschen von vorn herein den Wind aus den Segeln zu nehmen – schließlich soll dem – auch kommerziellen – Erfolg keine politisch rechte Festlegung im Wege stehen. So sprechen und singen die „Frei.Wild“ler gern darüber, dass sie keine Nazis sind und keine sein wollen. Die Taktik, sich gegen „Nazi-Sein“ zu verwehren, um rechtsaffine Inhalte ungestört verbreiten zu können, ist in der Szene nicht unüblich. Zum taktischen Geschick der Band gehört auch, die neonazistische Vergangenheit von Sänger Philipp Burger als „Jugendsünde“ zu verpacken. Damals sang er bei der Skinhead-Rechtsrockband „Kaiserjäger“, die aber längst aufgelöst ist. Wer kann gegen so viel Offenheit etwas einzuwenden haben? Argumentativ schwieriger war es da schon, das Engagement Burgers 2008 bei der „Freiheitlichen Jugend“ der rechtspopulistischen Südtiroler Partei der „Freiheitlichen“ zu erklären – gibt sich die Band doch sonst so politikfern.

Woher kommt der rechte Erfolg?

Allerdings gibt es auch darüber hinaus Gründe, dass die Band auch in rechtsextremen Kreisen gut gelitten ist und ihr Erfolg als Beweis gefeiert wird, dass patriotisches Denken unter Jugendlichen wieder im Kommen sei. Denn die Text von „Frei.Wild“ sind nicht unpolitisch. Die Mitglieder von „Frei.Wild“ sind in Norditalien beheimatetet, bezeichnen sich aber konsequent als „Südtiroler“, die ihr Deutsch-Sein als „Minderheit“ besonders pflegenswert finden. Dies drücken sie auch in Texten aus, die völkisch-nationalistisches Klischeebilder bedienen. Im Song „Wahre Werte“ kulminiert das in der Zeile „Wo wir leben, wo wir stehen, ist unser Erbe, liegt unser Segen; Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache, für uns Minderheiten eine Herzenssache.“ und später „Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat, (…) ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk.“

Auch Feindbilder braucht man nicht lang zu suchen. So wird in „Land der Vollidioten“ beklagt: „Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt vor den andersgläubigen Kindern.“ In dem Song geht es übrigens darum, alle als Idioten zu bezeichnen, die solchen Patriotismus mit Nazitum gleichsetzen – man liebe doch nur sein Land. Dass diesen Abschottungsfantasien sich immer gegen andere wenden – und in diesem Fall wird eine islamfeindliche Argumentationen schon mitgeliefert – , wird so angenehm ausgeblendet. Es ist eine Debatten, die wohl jeder kennt, der im Leben oder im Internet schon einmal mit Rechtsaußen-Menschen debattiert hat.
Dazu passt argumentativ auch, dass der „Frei.Wild“-Sänger in Interviews erklärt, Nazi-Skinheads seien auf „Frei.Wild“-Konzerten willkommen. Er wolle niemanden ausgrenzen, nur weil der anders denke.

Die Berliner Band „Frei Schnauze“ sieht „eine Gefahr in der kommerziell motivierten Öffnung nach Rechts“ und stellt fest: „Die Duldung von Nazis auf den eigenen Konzerten ist für uns nicht unpolitisch, sondern ein bewusstes Bekenntnis zur Rechtsrock-Szene.“ Ob ihr T-Shirt-Motiv mit ihrem Protest zum Thema dem „Frei.Wild“-Logo zu nahe kommt, muss nun wohl ein Gericht entscheiden.

0 Kommentare zu „Markenrecht oder Meinungsfreiheit? „Frei.Wild“ gegen „Frei Schnauze“

  1. Hallo!
    Erst mal ein dickes Lob für eure Seite! Ich lese eure Artikel sehr gern und sie sind auch in sich sehr gut!

    Diesen Artikel jedoch kann ich, als Linker (demokratischer Sozialist und Parteimitglied der LINKEN), nur als totalen Fehlgriff bezeichnen!
    Von Objektivität seitens des Autors ist hier nichts zu erkennen. Zudem werden hier rechte Eindrücke durch (absichtliches?) Weglassen von Zeilen bei Liedtexten erzeugt! Beispiele: „Das Land der Vollidioten“, ihr schreibt hier, „So wird in “Land der Vollidioten” beklagt: “Kreuze werden aus Schulen entfernt, aus Respekt vor den andersgläubigen Kindern.” “ Diese Zeile ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen! Denn direkt korrekt heisst es:

    „Die höchsten Leute im Staat
    beleidigen Völker ganzer Nationen
    und ihr Trottel wählt sie wieder!
    Kreuze werden aus Schulen entfernt,
    aus Respekt
    vor den andersgläubigen Kindern.
    Wir tanzen keinen Adolf Hitler,
    tanzen keinen Mussolini,
    wählen keinen Berlusconi und schon
    garnicht diesen Fini,
    wir mögen keinen Marx und Engels,
    auf Bush und Hussein wird geschissen,
    also redet jemand anderem ins Gewissen!“

    Es geht in diesem Text-Teil NICHT darum, wie oben im Artikel behauptet, eine Anti-Islamische Haltung zu erzeugen, sondern es wird auf die Kontroverse Handlungsweisen der italienischen Regierung hingewiesen, die auf der einen Seite aus „Respekt“ vor „Andersgläubigen“ (also ALLE Andersgäubige, z.B. Atheisten, Hindus, Buddisten, Juden, Muslime, etc.! Denn nicht alles was kein Christ ist ist automatisch Muslim!)die Kreuze aus den Klassenzimmern entfernen, zeitgleich aber Völker anderer Nationen beleidigen!

    Am Anfang des Liedes wird darauf hingewiesen warum sich die Südtiroler schämen zu sagen woher sie kommen, wenn sich doch der Rest Italiens nicht schämt! Dies ist eine berechtigte Kritik, denn niemand muss sich dafür schämen woher er kommt, da man es sich nicht aussuchen kann, wo man geboren wird!
    Desweiteren wird in diesem Lied kritisiert, dass jeder Volksmusikant die Heimat besingt und dies jedoch keinen stört! Wenn sie das jedoch tun ist es gleich Politik! Auch diese Kritik ist gerechtfertigt!

    Zum Lied „Wahre Werte“:
    kompletter Liedtext:

    „Lichter und Schatten
    Undefinierbar, woher sie kommen
    Formen und Spalten
    Die dein Ich-Gefühl zurückerstatten
    Geräusche und Winde
    Die dich umgeben und unheimlich wirken
    Höhen und Tiefen
    Laden ein zum Genießen

    Da, wo wir leben, da wo wir stehen
    Ist unser Erbe, liegt unser Segen
    Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache
    Für uns Minderheiten eine Herzenssache
    Das, was ich meine und jetzt werft, ruhig Steine
    Wir sind von keinem Menschen die Feinde
    Doch wir sind verpflichtet, dies zu bewahren
    Unser Tirol gibts seit zwölfhundert Jahren

    Refrain:
    Wo soll das hinführen, wie weit mit uns gehen
    Selbst ein Baum, ohne Wurzeln kann nicht bestehen
    Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen
    Wenn ihr euch Ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen
    Du kannst dich nicht drücken, auf dein Land zu schauen
    Denn deine Kinder werden später drauf bauen
    Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat
    Ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk

    Dialekte und Umgangspsrache
    Hielten so lange, so viele Jahre
    Bräuche, Geschichten, Kunst und Sagen
    Sehe schon die Nachwelt klagen und fragen
    Warum habt ihr das verkommen lassen
    Die Wurzeln des Landes, wie kann man die hassen
    Nur um es manchen recht zu machen
    Die nur danach trachten, sich selbst zu verachten

    Refrain

    Nicht von gestern, Realisten
    Wir hassen Faschisten, Nationalsozialisten
    Unsere Heimat hat darunter gelitten
    unser Land war begehrt, umkämpft und umstritten
    Patriotismus heißt Heimatliebe
    Respekt vor dem Land und Verachtung der Kriege
    Wir stehen hier, mit unseren Namen
    Wir werden unsere Wurzeln immer bewahren

    Refrain

    Speziell in der letzten Strophe s.o. wird sich ganz klar von Faschismus, Nationalismus und Krieg distanziert (was im Artikel oben auch unterschlagen wird!)!
    Nicht nur Frei.Wild bezeichnet sich als Süd-Tiroler, dass tun viele Süd-Tiroler! Es geht hier auch nicht um „Deutsch-Sein“ sondern darum, dass Italien lange Zeit versuchte die Traditionen, Bräuche, Sprache abzuschaffen, was jedoch nicht gelang! Außerdem ist Süd-Tirol nicht, wie hier im Beitrag suggeriert wird, komplett deutschsprachig, sondern es gibt auch einen ladinischen Bereich! Zudem ist Süd-Tirol anerkanntes Autonomiegebiet! Und da ihre Muttersprache größtenteils nicht Italienisch ist, sondern Ladinisch und Deutsch und sie zahlenmäßig gegenüber des Rests Italiens in der Minderheit sind, ist es auch legitim sich als Minderheit zu bezeichnen! Zudem ist eine abschottende Haltung verständlich, wenn Menschen und deren Land zur Tilgung von Kriegsreparationen verwendet werden und der neue Landesherr, in diesem Fall Italien, versucht im ihre Sprache, Gepflogenheiten, Gesetzte etc. aufzudrücken und diese zwangsläufig als Menschen zweiter Klasse zu behandeln! Hier muss der Grundsatz „alle Menschen sind gleich“ uneingeschränkt gelten, wie er auch für die ganze Menschheit gelten muss! Im übrigen, in Deutschland gibt es auch einige anderssprachige Minderheiten und auch diese sind voll anerkannt und geschützt!
    Desweiteren ist Patriotismus NICHT gleich Nationalismus! Auch wenn das von einigen Rechten UND von Linken gerne gleichgesetzt wird! Patriotismus beschreibt die Verbundenheit zur Herkunft, Traditionen, Land, Gegend, Sprache, etc. unter Achtung ALLER anderen Nationen und Menschen anderer Nationen! Der Nationalismus missbraucht und pervertiert die Vaterlandsliebe, um faschistoides, menschenverachtendes und undemokratisches Gedankengut zu etablieren und zu installieren! Der Nationalismus verachtet grundsätzlich andere Nationen!

    Die ehemalige Mitgliedschaft des Frei.Wild-Sängers Philipp Burger, in der Partei „Die Freiheitlichen“ war ein großer Fehler! Die Fehler eines Band-Mitglieds kann man jedoch nicht auf auf die gesamte Band umlegen! Man muss jedem Menschen die Chance geben sich zu ändern. Denn wenn nicht, könnte man jeden Neo-Nazi-Aussteiger als Lügner bezeichnen! Hier muss man also abwarten! Was noch kommt! Bezüglich seines Kommentars, dass auch Nazi-Skins auf den Konzerten willkommen seien (auch wenn ich mit seiner Aussage ein sehr großes Problem habe), muss hinzugefügt werden, dass auch Linke willkommen sind, genauso wie alle anderen Menschen, etc. sprich alle Menschen sind willkommen! Zudem ist es praktisch schwer bis unmöglich Nazi-Skin von anderen auszusortieren, da niemandem die politische Einstellung auf die Stirn geschrieben ist!

    Desweiteren muss ich hierzu erwähnen, dass viele in meinem Bekanntenkreis, die klar links orientiert sind, Frei.Wild hören, wie auch ich! Und keiner von uns sieht auch nur im geringsten etwas rechtes in ihren Liedern!

    Mit sozialistischen Grüßen, batluckies!

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  2. Haetten die Deppen von Frei.Wild einfach still gehalten haette ich bis heute nicht von Frei Schnauze gehoert 🙂
    Naja, es gibt ja keine schlechte Propa… Publicity.

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  3. @batluckies

    Ich hab` mal ne` dämliche Frage: Wenn du die Combo in so großartigen „linken“ und toleranten Bildern zeichnest, die die Band dastehen lassen, als seien sie Rebellen für eine Freiheit für Jedermann/Jederfrau (welchen Glaubens und welcher Kultur auch immer), warum, um Himmels Willen, singen die dann von einem „Volkstod“!? – Das passt` doch garnicht in den restlichen Kontext. Übrigens hat sich die Band nicht, wie du schreibst, vom Nationalismus distanziert, sondern vom Faschismus und Nationalsozialismus. Was ich an Deren Stelle – aus rein pragmatischen Gründen – auch tun würde … das macht` sich einfach besser. – Stell` dir blos einmal vor, die Band würde auf einer Pressekonferenz verlauten lassen, dass sie sich zum Faschismus und Nationalsozialismus bekennt. 😉

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  4. bevor man so einen Artikel schreibt sollte man sich vorher lieber mal informieren 😉 denn wer ein bisschen in der bandgeschichte geblättert hätte würde so einen Artikel nicht verfassen, zudem wurden wie gesagt, die textausschnitte nicht im zusammenhang dargestelltund kann Batluckies nur zustimmen. zudem ist es nur ehrlicher deutschrock und kein komerzieller rechtsrock, außerdem finde ich es ziemlich langweilig das ihr die gleiche scheiße mit frei.Wild abzieht wie mit den onkelz. ihr macht euch die texte so wie ihr Sie braucht, ob es nun durch weglassen von Zeilen, die von wichtiger Bedeutung des Sinnes sind oder wie bei den onkelz das rückwärts lesen der texte, zudem find ich es überhaupt unpassend die onkelz hier zu erwähnen, anscheinend falln ein keine guten Argumente mehr ein und man muss sich wieder auf das altbewehrte zurückziehen. frei.wild hat so viele Fans die fest hinter ihnen stehen und mit ihnen durch Dick und dünn gehn, ich sage nur “ Rückhalt“. außerdem hat nicht nur die band mit den urteilen Sie seien rechts zu kämpfen auch die fans, mir wurde zb schon von der antifa gedroht sie würden mich zusammen schlagen würde ich ihnen mit einem frei.wild pulli über den weg laufen. ich könnt noch ewig weiter schreiben aber bei Leuten mit genau diesem schubladendenken hilft einfach nichts mehr .

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  5. @Axel Mylius

    Ich zeichne Frei.Wild in keinem „linken“ Bild. Denn sie sagen/singen oft genug, dass sie weder rechts noch links sind, da sie sich in keine Ecke schieben lassen wollen.
    Meines Erachtens gibt es keinen Unterschied zwischen Nationalismus und Nationalsozialismus, da man, was uns speziell unsere deutsche Geschichte gelehrt hat, im Nationalsozialismus nicht einen Funken Sozialismus vorfinden konnte! Im Nationalismus empfindet man für alles Fremde nur Verachtung und Hass! Freiheit ist im Nationalismus auch nicht möglich, nichteinmal für das eigene Volk! Denn Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden und diese werden im Nationalismus nicht zugelassen!

    Der Volkstod soll speziell in dem Lied „Wahre Werte“ darauf hinweisen, dass wenn Traditionen, Bräuche, Glaube, Dialekte und Sprachen in Kombination verschwinden, auch das jeweilige Volk verschwindet. Und das darf in keiner Demokratie möglich sein! Der Einsatz für den Schutz von Juden, Palästinensern, Kurden, Tibetern wird von allen, oder den meisten im linken Spektrum, inklusive mir, zu recht als richtig und wichtig angesehen. Wenn aber ein paar Südtiroler der Meinung sind, dass sie erhalten bleiben wollen und am besten unabhängig sein wollen, dann sind es Nationalisten. Das ist einfach paradox! Sorry!

    Das mit dem Distanzieren ist so eine Sache, denn wenn man sich nicht distanziert und von Heimatliebe singt, ist man rechts, distanziert man sich davon, wird einem nicht geglaubt und man ist dann trotzdem rechts!
    Abgesehen davon wieviele Lieder kennst du denn von Frei.Wild? Wahrscheinlich nicht viele so wie ich das bei dir rauslese! Denn würdest du die Texte kennen, wüsstest du, dass sie auch über das Leid, Wünsche und Situationen der Menschen in anderen Ländern singen!

    Hier ein Beispiel:

    „Schenkt uns dummheit kein Niveau“

    „Jeder Mist, den man hört, jeder spöttische Hohn
    Liegt bekanntlich in der Definition
    Sei stets vergnügt, niemals sauer, das verlängert bekanntlich
    Deine Lebensdauer
    Körbe voller Schwachsinn, gutes Futter, leck es aus mein Sohn
    Penetrante Meinungsmacher, selbsternannte Vorlacher
    Jeder kriegt seine Ration

    Sprachlich gar nicht mächtig werden, Talkshows moderiert
    Tausend arme Seelen haben den IQ Test nicht kapiert
    Die Bild ist unsere Bibel und gibt vor, was Sache ist
    Also wundert euch besser nicht
    Wir sind selber schuld,wir haben es kommen sehen
    Doch wenn der Hirte geht, dann bleiben die Schafe nicht stehen
    Und wenn man weiterkommen will, nimmt man alles hin
    Darum ist die Blödheit unser Hauptgewinn

    Refrain:
    Schenkt uns Dummheit, kein Niveau
    Das dumme Volk ist schnell zufrieden
    Werft uns noch mehr Scheiße vor, wir fressen sie schon
    Schenkt uns Dummheit, kein Niveau
    Egal, sie schmeckt uns sowieso
    Weg mit dem Mist, den ihr uns vorwerft, es braucht ihn keiner
    Und das nirgendwo

    In der Dritten Welt, da sieht es ähnlich aus
    Mit Hilfspaketen allein baut man gar nichts auf
    Brot und Wasser sind wichtig, aber auf lange Sicht
    Sichert man die Zukunft nicht.
    Man hält das Volk dort dumm und Bildung gibt es kaum
    Sodass die Menschen nicht an andere Ziele glauben.
    Denn das Ziel Nummer eins heißt was zu essen im Bauch
    Und sonst gibt es ja nichts, was es sonst noch braucht.

    Refrain“

    Weitere Lied-Beispiele gegen rechts sprechen: „Harte Zeit“, „Niemand“,“Schwarz und Weiß“ etc.

    Hier noch ein Auszu von „Schwarz und Weiß“:

    „…
    Schwarz und weiß
    arm und reich
    weiß und rot
    Indianer waren tot
    schwarz und grün
    der Osten sollte blüh’n
    rot und gelb
    kein Problem mit Geld
    schwarz und weiß
    Penner oder Scheich
    rot und braun
    keinem darfst du trau’n
    gelb und blau
    sind auch nicht immer schlau
    schwarz und weiß
    arm und reich

    Ref.: Doch wie heißt es noch so schön,
    Gegensätze zieh’n sich an,
    alles gleicht sich etwas aus,
    und aus Krieg wird Toleranz,
    ja, selbst die Splitter eines Knochens
    wachsen zusammen, werden eins, werden eins
    Und sind ganz,……“

    Abschließend noch das: Solange Linke alles, was nicht ihrer Meinung entspricht als rechts beschimpfen (und das fängt schon innerhalb der verschiedenen linken Lager an, also Syndikalisten, Kommunisten und Sozialisten, etc.) werden mehr Menschen für die gute Sache, der Demokratie , Freiheit, Humanismus, soziales Denken und Handeln, Internationalismus und Toleranz abgeschreckt als gewonnen! Im Gegenteil die Menschen haben sich speziell hier in Deutschland und in der EU immer mehr der Religion des Kapitalismus unterworfen! Und daran sind einige möchtegern Linke in der Geschichte und Gegenwart nicht ganz unschuldig!

    Lg batluckies!

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  6. @ filli:

    Danke! Das mit den Onkelz hatte ich mit Absicht weggelassen, aber da geb ich dir Vollkommen recht!
    Mich hat mal einer von der Antifa bei einer Kreisversammlung der Linken dumm angemacht und wollte mehr oder weniger meinen Rausschmiss aus der Partei, weil ich Onkelz höre! Doch Gott sei dank waren mir genügend Genossen zur Seite gestanden und damit hatte sich das Thema erledigt!

    @mar52:

    Glaub mir ich bin aus dem Alter draussen, um noch ein Fanboy von irgendwas zu sein! Mir geht es hauptsächlich um die Art und Weise wie der Artikel geschrieben wurde! Und der ist einfach nur mies! Kritik muss sich jeder gefallen lassen, aber wenn dann richtig und nicht indem man sich etwas aus irgendwelchen Texten zusammen schnippelt! Das könnte ich mit den Toten Hosen auch machen (die ich im übrigen auch gerne höre)! Ich zitiere einfach das Lied „Sascha, ein aufrechter Deutscher“ und lasse den letzten Satz weg! Denn dann haben die reinste Naziplörre²!!!

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  7. @batluckies

    Also das ist zumindest meine Meinung: Sofern ich einmal die Texte der Band auf ihren letztendlichen Bestand hin zerpflücke – wobei dein Zitieren durchaus ausreicht -, bleibt nur eine deutliche Botschaft übrig: der „volksbezogene“ Nationalismus, der vor all Jenem bewahren könnte, was im restlichen Text so ungemein „verschwörerisch“ gegen „uns“ gerichtet sei. Wir alle würden dastehen, als wenn wir unsere Karten nicht mehr selbst in der Hand hätten und uns „die wahren Werte“ abgehen. Wenn diese „wahren Werte“ seitens der Band ins Spiel gebracht werden, so bestehen diese offenbar nur aus Sprache (mutmaßlich „Südtirolisch), einem folkloristischen Kostüm, einem Baum, oder im Bestand einer echten Tiroler Kuh…
    Die Band sagt letztendlich gar nichts weiter aus; sie tut so, als verfüge sie über „Geheimbotschaften“ zu/über „das Böse“, und diese „Erkenntnisse“ verpackt sie in „coole“ Plattitüden und was mich an geht, so bin ich einfach zu alt, um mir grenz-nihilistische Texte in Rebellen-Gehabe reinzuziehen (wenn es Anderen Spass macht, bitte!). Aber solange die Band ihre „wahren Werte“ aus einem jeweils nationalen Boden speist oder auf diesen zurück führt, ist sie zumindest erst einmal keine linke Band – egal, wie man zu links steht.

    Du schreibst` u.A.: (…) Der Einsatz für den Schutz von Juden, Palästinensern, Kurden, Tibetern wird von allen, oder den meisten im linken Spektrum, inklusive mir, zu recht als richtig und wichtig angesehen. Wenn aber ein paar Südtiroler der Meinung sind, dass sie erhalten bleiben wollen und am besten unabhängig sein wollen, dann sind es Nationalisten. Das ist einfach paradox! Sorry!“ (…), Auszug Ende.
    Da möchte ich dir (als „Linken“, dem „die Genossen“ bzgl. der Onkelz geholfen haben) abschließend noch einmal zwei dämliche Fragen stellen: Wie sehe denn für dich, als „Linken“, ein geeigneter „Schutz“ aus, um „ein paar Südtirolern“ ihre „Unabhängigkeit“ und ihren „Erhalt“ zu bewahren, ohne dabei nationalistisch zu werden, zu sein oder zu wirken.. und was sind für dich wahre Werte, sind diese universell und grenzüberschreitend oder nur auf ein Volk bezogen?

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  8. @filli
    „ehrlicher deutschrock und kein komerzieller rechtsrock“
    Ganz duennes Eis, wuerde ich sagen 😉

    @batluckies
    Die NPD spielt auch gerne Fahnenflucht (Ohne Ausweg) auf ihren Veranstaltungen, trotzdem sind die Jungs keine Nazis. Aber das zeigt doch nur wie vorsichtig man mit dieser“Wir gegen Die“-Attituede sein sollte.

    Ansonsten:
    „Der Volkstod soll speziell in dem Lied “Wahre Werte” darauf hinweisen, dass wenn Traditionen, Bräuche, Glaube, Dialekte und Sprachen in Kombination verschwinden, auch das jeweilige Volk verschwindet.“

    – Ein Volk, ein Reich, ein Fuehrer!

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  9. „Nazi-Skinheads seien auf “Frei.Wild”-Konzerten willkommen.“
    Er sagt in dem Iterview Skinheads, nicht Nazi-Skinheads
    das Zitat wurde schon auf verschieden seiten verfälscht.

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  10. @mar52

    „- Ein Volk, ein Reich, ein Fuehrer!“? Mehr fällt dir dazu nicht ein, als so einene abgedroschene Nazi-Phrase?!? Die im übrigen mehr als unter die Gürtellinie geht! Hast du das nötig? Ich will dich mal sehen, wenn jemand kommt und dir deine Sprache, Dialekt, deine Gewohnheiten und deinen Glauben verbietet (welchen du auch immer hast). Frei bist du dann auf jedenfall nicht mehr! Die Vielfalt aller Menschen ist wichtig und muss erhalten bleiben, denn nur so können wir alle voneinader lernen! Ohne Unterdrückung, ohne Hass, ohne Fremdenfeindlichkeit und irgendwann vielleicht ohne Grenzen (aber wohl leider ncht mehr in diesem Leben)!

    Zitat:
    „Die NPD spielt auch gerne Fahnenflucht (Ohne Ausweg) auf ihren Veranstaltungen, trotzdem sind die Jungs keine Nazis. Aber das zeigt doch nur wie vorsichtig man mit dieser”Wir gegen Die”-Attituede sein sollte.“

    Da gebe ich dir allerdings recht.

    @Axel Mylius:

    Zu deinen zwei Fragen:

    1. Ich würde den Südtirolern die Möglichkeit geben, über einen Bürgerentscheid, selbst zu entscheiden, ob sie unabhängig werden wollen, einen Anschluß an Österreich wollen, oder nicht (Basisdemokratie!) Das ist in keiner Weise nationalistisch! Denn nur wenn Menschen in Freiheit leben und sich auch frei fühlen, können sie irgendwann bereit sein alle Ländergrenzen aufzugeben.

    2. O.K. eins mal vorne weg, ich hätte das Lied nicht wahre Werte genannt, höchstens Werte. Für mich gibt es erstrebenswerte Werte und nicht erstrebenswerte. Und die erstrebenswerten stufe ich ab in universelle und persönliche Werte.

    Universelle erstrebenswerte Werte sind für mich:
    Menschenrechte, Freiheit, Demokratie, Sozialismus, Glaubensfreiheit (sofern deren Ausübung niemanden verletzt, oder die Freiheit anderer einschränkt), Humanismus, Bestrebungen gegen Faschismus, National(sozial)ismus und Kapitalismus.

    Persönliche Werte:
    Familie, Glaube, Tradition/Bräuche, Heimat (da wo ich herkomme Stadtteil, Stadt), etc.

    Ich wiederhole es gerne nochmal ich hab nie behauptet, dass Frei.Wild links ist.

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  11. ob nun rechts oder nur rechtsoffen – und darüber kann man natürlich wieder endlose debatten führen, steht meiner meinung nach aber fest – ist an dieser stelle doch fast schon nebensächlich. so oder so wird kein fan der jeweiligen band die beiden logos miteinander verwechseln. wär ja auch schön blöde.
    solidarität mit frei schnauze! ich mag die jungs gerne…

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  12. Sorry, der Anonymous-Beitrag war meiner. Ich hatte den an einem anderen Laptop geschrieben und hab daher vergessen meinen nickname einzugeben.

    Lg batluckies 😉

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