Nazi-Pac-Man gegen Deutschland

Am 09. Juli 2011 sind etwa 140 Neonazis durch Neuruppin gezogen. Mehrere Hundert Menschen demonstrierten gegen den braunen Aufzug, der von den „Freien Kräften Neuruppin“ organisiert worden war. Die Neonazis beriefen sich einmal mehr auf ein revisionistisches Thema, da ihnen offenbar nichts Neues einfällt und mobilisierten unter der wirren Parole “Vom Schuldkult zur Mitschuld…sieh hin, hör zu, machs Maul auf” nach Brandenburg. Einige Neonazis demonstrierten dabei ein interessantes Selbstbild: Sie sehen sich als Pac-Man, der Kommunisten, den Islam und die BRD wegfuttert.

Die Organisatoren sprachen von eta 250 Teilnehmern bei ihrem Aufmarsch, an dem zahlreiche Nazi-Glatzen, Rechtsextreme im AN-Outfit sowie auch einige Zottel-Nazis teilnahmen. NPD-BLOG.INFO veröffentlicht Bilder von dem Marsch der Vorzeigedeutschen, die vielleicht ihren Opferkult erweitern sollten – nicht nur „Opfer der Alliierten“ und der „jüdischen Weltverschwörung“ – sondern auch Nazis als (vermeintliche) Fashion-Victims. Der Stilmix auf dem Demos ist auf jeden Fall erschreckend. Dank an Christian Jäger für die Freigabe der Bilder.

 

Siehe auch: NPD bald allein beim “Kampf um die Straße”?, Die 10.000 vergessenen Neonazis von Dresden

0 Kommentare zu „Nazi-Pac-Man gegen Deutschland

  1. *lach*
    Sind die Transparente auf einigen der Fotos aufgrund ungünstiger Belichtung und/oder Nachbearbeitung nur versehentlich ins Violette verschoben, oder haben die Faschos jetzt auch noch das politische Lila geklaut? Sichherlich klingt das auf den ersten Blick zunächst einmal völlig paradox, aber neben all den sowieso schon existenten Widersprüchlichkeiten und Absurditäten in den Selbstverortungen und -deklarationen sogenannter „Nationalmarxisten“, Nationalanarchisten“ und „Autonomer Nationalisten“ würden mich „Nationalfeministen“ auch nicht mehr vom Hocker hauen.

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  2. Das Copyright von Pacman besitzt Namco Games. Wenn jemand lange Weile hat, kann er die ja anschreiben: http://www.de.namcobandaigames.eu/ Interessant ist dabei die Anschrift des Anmelders der Demonstration, die sollte man mitliefern…

    Rechtlich gibt es daran nichts auszusetzen, da keine gewerbliche Nutzung besteht. Eher handelt es sich um ein Zitat oder Persiflage. Trotzdem könnte das den Veranstalter vielleicht Zeit, ein wenig Kopfschmerzen und möglicherweise sogar Geld kosten…

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  3. Zottel-Nazis? Erschreckender Stilmix? Die Nazis dürfen keine Armee- und Tarnflecken-Klamotten mehr anziehen, weil irgendwelche Spinner Kammofflahsch dazu sagen? Euer Humorniveau versinkt gerade im pubertären Sommerloch, oder?

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  4. @9 (floda nashir):

    selbstverständlich haben auch nazis das recht, sich durch ihre kleidung dem gespött auszusetzen. schon aus rein humoristischen gründen wäre ein verbot hier nicht zielführend.

    vielleicht habe ich ihre kritik nicht richtig verstanden, aber ich habe den eindruck, dass sie am zentralen thema des artikels vorbei geht. mir scheint wichtig, dass krampf rechts auf der suche nach aufmerksamkeit in jugendlichen subkulturen versucht, stile, ästhetik und ideen der eigenen gegner zu kopieren. was vor wenigen jahren noch „ekelhafte zeckenmode“ war, wird heute angeblich großzügig toleriert, weil sonst die zielgruppe kollabieren würde. wenn man schon nicht mehr als sichtbar geschlossene gruppe in die steinzeit zurückreisen kann, will man heute scheinbar ganz modern in allen szenen sammeln. offen und tolerant auf der suche nach genügend intoleranz.

    dabei verzichtet man genau auf die elemente, die früher einmal identität gestiftet haben. bei der auseinandersetzung mit dem gegner mag es vorteilhaft sein, die angriffsfläche zu reduzieren. ob dumpfe aggression, überspitztes selbstmitleid und opferrolle aber ausreichen, um junge leute auf dauer abrufbar zu halten, ist fraglich.

    ein reaktionäres weltbild ohne klare abgrenzung einigermaßen stabil zu formulieren, ist schwerlich machbar. soll mir recht sein, das liefert humor und schwächt den ideologischen unterbau der rechtsradikalen.

    .~.

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  5. tja der langlodige experte hat auch schon erfolglos für
    die npd kandidiert…
    gibt ja auch mehr als genug „unpolitische“ bis offen faschistische
    metal- und hardcore-bands

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  6. DerStadt ist im Arsch. Die wenigen die arbeiten werder abgezogt, die Reichen weren immer Reicher. Es gibt keine Hoffnung mehr. Wir müssen was andern. Die Kiner, Rentner un ein Großteil der „Harz vier“ Leute haben keine Perspektive. Die Regierung weis nicht was sie macht.

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