Ausflug in die DDR

 

Thälmannpark3

Martin Jander, Mitarbeiter in einem Projekt zur Geschichte des linken deutschen Terrorismus und seinen internationalen Verbindungen am Hamburger Institut für Sozialforschung, hat vor wenigen Wochen einen historischen Reiseführer mit dem Titel „Berlin (Ost) – 1945 – 1990“ publiziert. Jander hat in seinem früheren wissenschaftlichen Leben die Geschichte von Oppositionellen in der DDR erforscht. Er arbeitete längere Zeit im „Forschungsverbund SED-Staat“ an der Freien Universität Berlin. Als jedoch sein Forschungsverbundskollege Bernd Rabehl 1998 rechtsradikale Pamphlete veröffentlichte, trennte sich Jander von der Gruppe. Für publikative.org schrieb er vor allem über die RAF und über revisionistische Formen der DDR-Aufarbeitung. Ein Interview zu seinem aktuellen DDR-Reiseführer.

Warum beschäftigst Du dich mit dem Thema?

Martin Jander: Während meines Studiums in West-Berlin habe ich mich am Ende der 70er Jahre in eine Frau aus Ost-Berlin verliebt, die, wie ich, Songs von Wolf Biermann mochte. Sie hat mich mit vielen DDR-Bürgerrechtlern bekannt gemacht. Mit ihr fuhr ich im Frühjahr 1981 zu Freunden nach Warschau. Wir besuchten Solidarnosc. Eine ganz neue Welt für mich. Seit dieser Zeit haben mich die Themen DDR und Osteuropa nicht mehr losgelassen. Die Stasi schrieb über mich: Weiterlesen

Heidenau: Der Abgrund hinter der Idylle

[SCM]actwin,48,48,48,48;http://Chrome Legacy Window Die Demonstration gestern, in Heidenau,... - Heidenau-Hört zu - Google Chrome chrome 23.08.2015 , 19:26:38
"Besorgte" Bürger in Heidenau als Opfer der Polizei - Screenshot YouTube
„Besorgte“ Bürger in Heidenau als Opfer der Polizei – Screenshot YouTube

Freital, Meißen, Heidenau – das klingt nach deutscher Idylle: Scheinbar liebenswerte Städtchen, in denen die kleine Welt noch in bester Ordnung glänzt und die Nachbarn gemeinsam anpacken. Beispielsweise mit dem netten Nazi von nebenan gegen Flüchtlinge, die in einem leerstehenden Baumarkt untergebracht werden sollen. Der zivilisatorische Abgrund reißt in der Provinz auf.

Von Patrick Gensing

Deutschland ist ein vielfältiges Land, heißt es. In der Tat. Während vor allem in den großen Städten Tausende Bürger den Menschen aus Bürgerkriegsländern tatkräftig helfen, schließen sich anderswo „besorgte“ Bürger bedenkenlos dem braunen Mob an. Parolen, die einst für demokratische Forderungen gestanden haben sollen, werden umstandslos reaktionär aufgeladen: Wir sind das Volk! – das klingt heute nach Ausgrenzung und der tumben Herrschaft der Straße – nicht nach universellen Menschenrechten und demokratischer Mitbestimmung.

Rassismus und Rechtsextremismus brechen dort aus, wo diese Phänomene auf wenig bis gar keine Gegenwehr stoßen. Wo verharmlost und weggeschaut wird, statt offen zu widersprechen. Wo das Image wichtiger ist als der Schutz von Grundrechten. Und all das ist vor allem in Sachsen der Fall, dort, wo über Jahre der größte Neonazi-Aufmarsch Europas stattfand; wo NPD und nun die AfD Rekordergebnisse erzielten; dort, wo Rechtsterroristen ungestört in einem „Untergrund“ gelebt hatten, der gar keiner war – und wo Richter so lasche Urteile gegen militante Neonazi-Banden fällten, dass sie von höheren Instanzen kassiert wurden.

Rechtsextremismus ist das Gegenteil von streitbarer und lauter Demokratie. Wo die Demokratie schwach ausgeprägt bleibt, macht sich der Rechtsextremismus breit. Rassisten sind zumeist feige, sie machen den Mund lediglich auf, wenn sie auf Zustimmung hoffen können. Freital, Meißen und Heidenau – die Vorfälle in diesen Städten sind keine Schande für Sachsen und Deutschland, sondern die Konsequenz daraus, dass die Demokratie in Teilen des Landes nur institutionell existiert, mehr als notwendiges Übel akzeptiert denn mit Leidenschaft gelebt wird. Universelle Grundrechte sind hier lediglich demokratische Folklore und kaum das Papier wert, auf dem sie verbrieft werden.

Barrikaden, Brandanschläge, Bürgerinititativen: Die rassistischen Gewalttäter schlagen dann zu, wenn sie sich durch gesellschaftliche Debatten ermutigt fühlen; sie gehen dort zum Angriff über, wo sie auf Unterstützung und Sympathie hoffen. Es handelt sich nicht um Auswärtige und Zugereiste – es sind die Kinder der Region, die ihre Ressentiments von der Pike auf in Elternhäusern, Sportvereinen, Schule und anderen gesellschaftlichen Institutionen erlernt haben.

Demokratische Grundregeln, Humanismus und kritisches Bewusstsein standen offenkundig nicht auf dem Lehrplan. Doch um die neuen Lehrpläne muss man sich später kümmern, nun geht es erst einmal darum, Flüchtlinge vor dem rassistischen Mob zu schützen: Wehrhafte Demokratie, bis hierhin und nicht weiter. Das Ansehen Deutschlands im Ausland ist dabei übrigens vollkommen nebensächlich – ganz im Gegenteil: Die Welt soll unbedingt wissen, was sich hinter der deutschen Idylle verbirgt.

Nazifreie Zone: Verfahren gegen Audiolith-Rapper eingestellt

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Demonstranten und Polizei in Wandsbek (Foto: Publikative.org)
Demonstranten und Polizei in Wandsbek im Juni 2012 (Foto: Publikative.org)

„Ich mach die Stadt zu ’ner nazifreien Zone – Wir habens satt, Digga, nazifreie Zone – Muck besser nicht in der nazifreien Zone – Kein Platz für dich in der nazifreien Zone“ – so lauten die ersten Verse im Refrain des Songs „Nazifreie Zone“. Die Rapper Captain Gips und Johnny Mauser hatten den Track im Mai 2012 veröffentlicht – und gerieten deswegen ins Visier der Hamburger Polizei. Die wollte sogar das Label Audiolith durchsuchen – doch nun wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Von Patrick Gensing

Mehr als zwei Jahre lang störte sich offenkundig niemand an dem Song „Nazifreie Zone„: Veröffentlicht hatten ihn Captain Gips und Johnny Mauser im Mai 2012 – doch erst im November 2014, also mehr als zwei Jahre danach, erstattete das Hamburger Landeskriminalamt, Abteilung 7 – besser bekannt als „Staatsschutz“, Anzeige gegen die Rapper. Der Vorwurf: öffentliche Aufforderung zu Straftaten bzw. Volksverhetzung.

Johnny Mauser
Johnny Mauser

Doch die Polizei hatte bei ihren Ermittlungen offenkundig ein Problem: Unter dem Namen Johnny Mauser gibt es keinen Eintrag im Hamburger Melderegister, denn es handelt sich – Überraschung! – um einen Künstlernamen. Nun hätte man mit einer Google-Recherche innerhalb weniger Minuten herausfinden können, wie der Klarname von Mauser lautet, denn weder agiert er verdeckt, noch gab er sich sonderlich große Mühe, seine Identität zu verschleiern. Sogar unter einem YouTube-Video von Johnny Mauser stand der Klarname des Rappers.

„Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?“ scheint ein Leitspruch der Hamburger Polizei zu sein, man denke nur an das Gefahrengebiet – und so beantragten die Ermittler tatsächlich, das Hamburger Musik-Label „Audiolith„, bekannt aus Funk und Fernsehen, zu durchsuchen, um dort die Identität Mausers zweifelsfrei feststellen zu können. Rund 40 Künstler arbeiten mit dem Label zusammen, veröffentlichen dort ihre Musik – eine Razzia hätte also wohl auch zwangsläufig reichlich „Beifang“ gegeben, wie wir Fischköppe sagen.

Und so sollten die Geschäftsräume von Audiolith durchsucht werden – wegen eines Lieds, das zu diesem Zeitpunkt bereits fast drei Jahre alt war und anlässlich einer Demonstration im Jahr 2012 veröffentlicht worden war. Zu der Durchsuchung kam es dann aber nicht: Die zuständigen Richter wiesen den Antrag zurück, da die Maßnahme nicht erforderlich bzw. unverhältnismäßig sei, da Mauser in der Öffentlichkeit auftritt und sich nicht verborgen halte. In der Tat: Mittlerweile war Mauser mit seiner Hiphop-Band Neonschwarz auf diversen Festivals sowie sogar in der Pro7-Show „Circus Halligalli“ aufgetreten.

Johnny Mauser und Captain Gips mit ihrer Band Neonschwarz bei Circus Halligalli.
Johnny Mauser und Captain Gips mit ihrer Band Neonschwarz bei Circus Halligalli.

Das LKA legte dennoch Widerspruch gegen die Entscheidung ein, doch auch dieser wurde verworfen. Schließlich gelang es dann aber offenkundig doch noch, durch einen Abgleich von Fotos die bürgerliche Identität Mausers herauszufinden, denn er erhielt eine polizeiliche Vorladung für den April 2015. Nachdem Mauser dort nicht erschienen war, so wie es sein Recht ist, wurde das Verfahren am 6. Juli 2015 wegen nicht hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

Nach dem Nazi-Aufmarsch ist vor dem Nazi-Aufmarsch

Der Song „Nazifreie Zone“ bezog sich auf die Demonstration von Rechtsextremen am 2. Juni 2012 in der Hansestadt. Zehntausende Menschen demonstrierten gegen den braunen Aufmarsch von einigen Hundert Neonazis. Damals hatte ich berichtet:

In Hamburg haben Tausende Menschen die geplante Route von Neonazis durch den Stadtteil Wandsbek blockiert. Die Polizei ging mit Wasserwerfen, Pfefferspray und Reiterstaffel gegen die Demonstranten vor, militante Antifaschisten versuchten, Polizeiketten zu durchbrechen und Straßen durch brennende Barrikaden zu versperren. Die rund 400 Neonazis konnten schließlich auf einer anderen Strecke noch marschieren. […] „Die Polizei hat die Ersatzroute der Nazis durchgeknüppelt, statt rechtliche Möglichkeiten für ein Verbot der Nazi-Demo zu nutzen. Nazis konnten andere Menschen angreifen und für ihre menschenverachtende Politik werben“, sagte Olaf Harms vom Hamburger Bündnis gegen Rechts.

Zu dem Aufmarsch hatten NPD, Kameradschaften und Personen der „Weiße Wölfe Terrorcrew“ aufgerufen. Nach den Erfahrungen vom 1. Mai 2008, als in Hamburg rund 1000 gewaltbereite Neonazis durch Hamburg-Barmbek marschieren und zahlreiche Menschen angreifen konnten, mobilisierten Dutzende Initiativen und Organisationen in Hamburg gegen den Aufmarsch im Juni 2012. Johnny Mauser und Captain Gips sagen rückblickend zu ihrem Song und dem Nazi-Aufmarsch in Wandsbek:

Wir haben es als unsere Pflicht angesehen, mit unseren Mitteln der Musik dazu beizutragen, dass sich viele Menschen an diesem Tag den Faschisten in den Weg stellen. Wir zeigen uns solidarisch mit unterschiedlichen Aktionsformen, dies haben wir in dem Song deutlich gemacht und wir haben uns gefreut, dass es den Nazis an dem Tag so schwer gemacht wurde, durch Hamburg zu marschieren.

Captain Gips
Captain Gips

Nun steht die nächste rechtsextreme Demonstration bevor: Am 12. September will HoGeSa durch Hamburg marschieren. Und diese Demonstration fällt in eine Zeit, in der es einen drastischen Anstieg der Gewalttaten gegen Flüchtlinge in Deutschland bei gleichzeitiger Verschärfung des Asylrechts gebe, so Captain Gips und Johnny Mauser. „Wir haben das Gefühl, dass sich die rechten Täter durch Politik und die „Volksmassen“ ermutigt fühlen, Brandanschläge zu verüben und Flüchtlinge zu überfallen.“ Es sei also umso wichtiger, seinen Mund aufzumachen, Geflüchtete zu unterstützen und genau dahin zu gehen, wo es besonders weh tut: In die Provinz, da wo es die Nazis leicht haben, mit den Bürgern gegen Flüchtlinge zu hetzen, meinen die Rapper.

Und: „In Städten wie Hamburg gibt es vergleichsweise viele solidarische Initiativen, doch auch hier wollen die Nazis versuchen, Fuß zu fassen, deshalb sagen wir: Am 12. September 2015 Hamburg City Nazifreie Zone!“

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft  dazu auf, am 12. September gemeinsam gegen den Aufmarsch der Nazi-Hooligans auf die Straße zu gehen: Der Bundesgerichtshof bestätigte im Januar 2015 ein Urteil des Landgerichts Dresden, nachdem Hooligans als kriminelle Vereinigung eingestuft werden können. Wir verlassen uns jedoch nicht auf staatliche Verbote oder Auflagen. Wir werden flexibel sein und dort protestieren, wo die RassistInnen ihre menschenverachtende Propaganda verbreiten wollen. Und wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Aufmarsch zu verhindern.

Siehe auch: Hamburger Polizeispitze: Born to be wild?Tausende demonstrieren, 400 Neonazis marschierenNeonschwarz: „Der Song 2014 hat eine große Bedeutung“,  10 Jahre Audiolith: Gegen Nazis und RockstarscheißeKomplett im Visier des Verfassungsschutzes

Historisch: Altona 93 holt “Pa”-Wilson-Memorial-Trophäe

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Das Finale um die Pa Wilson Memorial Trophy am 11. Juli 2015 in London (Foto: PG)
Das Finale um die Pa Wilson Memorial Trophy am 11. Juli 2015 in London (Foto: PG)

Stolze 90 Jahren ist es her, dass sich Altona 93 und der Dulwich Hamlet FC in einem Freundschaftsspiel gegenüberstanden. Am Wochenende trafen die Clubs wieder aufeinander, Hamlet und der AFC kämpften in London um die “Pa”-Wilson-Memorial-Trophäe.

Von Patrick Gensing

Im Londoner Stadtteil Dulwich pulsiert nicht unbedingt das Leben: Schmucke Einfamilienhäuschen zieren die Straßen, ein klassischer englischer Gasthof heißt insbesondere Familien im Biergarten willkommen – rund 30 Autominuten südlich der City wohnen die Londoner idyllisch.

Mehrere bekannte Politiker ließen sich hier gerne nieder: Margaret Thatcher,Ian McColl, Baron McColl of Dulwich, Michael Boyce, Baron Boyce und Albert Booth lebten bzw. leben hier, dazu gesellten sich der Sänger Carl Barât sowie die Korrespondentin Dharshini David – und auch Sacha Baron Cohen wohnte hier – bevor er als Borat zum Weltstar wurde.

Eingang zum Stadion in Dulwich (Foto: Patrick Gensing)
Eingang zum Stadion in Dulwich (Foto: Patrick Gensing)

Etwas weniger glamourös geht es beim Dulwich Hamlet FC zu. Der lokale Fußballverein hat seine besten Tage wohl schon erlebt. Den Rekordbesuch im Champions Hill Stadion soll es während der Olympischen Sommerspiele 1948 gegeben haben – mit 23.485 Zuschauern, schrieb das AFC-Fanzine “All to Nah”; der Ground wurde allerdings 1991 abgerissen. Die alte Geschichte: Der Verein brauchte Geld, verkaufte das Grundstück an eine Supermarktkette.

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In das neue Stadion passen 3000 Zuschauer. Blickfang: die kleine Sitzplatztribüne, die unter dem Dach das Vereinsheim inklusive einer wundervollen Bar beherbergt. Das erste Team von Dulwich Hamlet kickt derzeit in der Ryman Isthmian Football League, eine von drei 7. Ligen in England.

Da der Ligabetrieb dort bis zur sechst-höchsten Spielklasse eingleisig organisiert ist, lässt sich die Liga wohl mit den Oberligen in Deutschland vergleichen – in deren Hamburger Ableger eben auch Altona 93 spielt.

Tribüne und Bar bei Dulwich Hamlet (Foto: Patrick Gensing)
Tribüne und Bar bei Dulwich Hamlet (Foto: Patrick Gensing)

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Das Champions Hill Stadium war erst vor Kurzem ausverkauft, als Dulwich Hamlet um den Aufstieg spielte, aber knapp scheiterte. Die Enttäuschung darüber war am Wochenende bei einigen Fans noch zu spüren.

Das “Hinspiel” vor 90 Jahren

Im Jahr 1925 ging Dulwich Hamlet sogar auf eine Rundreise über den Kontinent – und trat auch bei Altona 93 an, wo Hamlet mit 4:1 siegte. Im AFC-Stadionheft “93. Minute” heißt es, den Kontakt zwischen den Vereinen habe Hamlet-Fan Mishi wieder angeschoben, als er 2010 ein AFC-Heimspiel besuchte. Es folgten gegenseitige Besuche von Fans beider Vereine und schließlich die Pläne, ein Freundschaftsspiel zu organisieren.

Ich bin ja nun seit mehr als 30 Jahren überzeugter St. Paulianer, sympathisiere aber wie viele andere dänophile Hamburger auch mit Altona 93. Erstmals besuchte ich die Adolf-Jäger-Kampfbahn in den 1980er Jahren, als der FC St. Pauli dort in der damaligen Oberliga Nord kickte, danach waren Heimspiele des AFC zumeist ein Quell der Freude; die Mischung aus Bauwagenpunks, Mecker-Rentnern und Nachwuchs-Ultras sowie Alt-Hools bleibt einfach unschlagbar charmant.

Höhepunkt war das Pokalspiel am 13. August 1994 gegen Borussia Dortmund, als die Kampfbahn an der Griegstraße aus allen Nähten platzte und der BVB gehörig Mühe hatte, den AFC mit 2:0 zu besiegen.

screenshot5Auch wenn ich also eher Sympathisant als Fan bin, wollte ich mir das Spiel des AFC in London nicht entgehen lassen. Und der Trip in die britische Hauptstadt mit einem Hauch von Europapokal sollte sich lohnen: Mit 5:0 führte Altona 93 zur Halbzeit, bevor Dulwich Hamlet komplett durchtauschte und besser ins Spiel kam, sodass die Crowd hinter dem AFC-Tor – zusammengesetzt aus einigen Dutzend Altona-Fans sowie gesangsfreudigen Hamlet-Supportern – noch drei Tore zum 3:5 Endstand bejubelte.

Altona 93- und Dulwich-Hamlet-Fans feiern gemeinsam. (Foto: Patrick Gensing)
Altona 93- und Dulwich-Hamlet-Fans feiern gemeinsam. (Foto: Patrick Gensing)

Danach erhielten die AFC-Spieler die “Pa” Wilson Memorial-Trophäe, die von Hamlet-Fan Jack McInroy gestiftet worden war – benannt ist sie nach Mr. Lorraine ‘Pa’ Wilson, der Dulwich Hamlet 1893 gegründet hatte.

“I designed it personally, and I commissioned another of our fans, my good friend James Virgo, to make it, as he is an artist by trade, including founding & casting. It’s made from carved oak and cast in solid bronze. Standing on a granite base, it has been patinated and is actually quite heavy, weighing just under 20 lbs, which must be over nine kilos, if any of our guests are confused by imperial measurements. (Jack McInroy)

 In drei Jahren feiern beide Clubs ihr 125-jähriges Bestehen. Dann soll es das nächste Freundschaftsspiel geben, diesmal in Altona – vielleicht noch in der altehrwürdigen Adolf-Jäger-Kampfbahn (AJK), die aber bald abgerissen werden soll. Der AFC will dann an einem anderen Standort ein Stadion für 2.999 Zuschauer bauen. Es sei denn, die AFC-Mitglieder stimmen dem Plan,den AFC-Präsident Barthel als “letzte Chance” für den Verein bewirbt, nicht zu.

Eigentlich sollten die AFCler bereits vor der Sommerpause zunächst umfassend informiert werden – und dann noch über den Umzug entscheiden. Mittlerweile teilten der Vorstand sowie die Arbeitsgruppe Sportstätten aber mit, dass dem Verein erst seit dem 5. Juni konkrete Zahlen und damit einhergehend ein erster Entwurf einer Absichtserklärung zur Überlassung des Stadiongeländes an der Memellandallee vorlägen. Die zuständigen AFC-Gremien müssten zunächst den Entwurf genau prüfen.

Ein bisschen Träumerei…

In einer besseren Welt wäre das 125-jährige Bestehen des Vereins im Jahr 2018 aber nicht nur ein Anlass, um mit Dulwich Hamlet gemeinsam zu feiern, sondern auch eine glänzende Chance, eine Rettet-die-AJK-Kampagne anzugehen – mit großem Musik-Festival, bei dem möglicherweise Fettes Brot, Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen und vielleicht auch Kettcar sowie sicherlich diverse Punk-Bands dabei sein würden. Auch im Hinblick auf die Olympia-Bewerbung Hamburgs wäre es zumindest denkbar, Geld für den Erhalt der AJK organisieren zu können. Denn was würde dem von Hamburg angestrebten Image der Nachhaltigkeit mehr entsprechen, als eine der ältesten Sportstätten Deutschlands renoviert zu präsentieren?

Zudem erscheint es aus Sicht einer sinnvollen Stadtplanung zumindest fragwürdig, an der Memellandallee ein neues Stadion für die Anforderungen der Regionalliga zu bauen, wenn direkt nebenan auch das Stadion von Union 03 entsprechend modernisiert werden kann bzw. soll. Auch der FC St. Pauli zeigt sich angesichts der etwas unübersichtlichen Situation zurückhaltend: In der kommenden Saison wird die U23 des Zweitligisten an der Hohenluft, dem Stadion von Victoria, kicken, sagte mir Pressesprecher Christoph Pieper. Es gebe aber weiter einen Informationsaustausch mit Altona 93 und Union 03, der FC St. Pauli sei allerdings kein aktiver Player in diesem Konstrukt, sondern wolle erst einmal abwarten, was im Laufe des Jahres passieren werde.

Damit bleibt folgendes Szenario wahrscheinlich: Man reißt die einmalige Adolf-Jäger-Kampfbahn ab, um dort in einem ohnehin dicht bebauten Quartier Raum für Wohnungen zu schaffen – und errichtet wenige Kilometer entfernt dann zwei kleine Fußballstadien nebeneinander. Ein großer Londoner Detektiv würde so einen Plan vielleicht folgendermaßen kommentieren: “Ich habe Zweifel, Watson.”

…und die Realität

Somit sieht die Realität auch in diesem Fall etwas anders aus, als ich es oben in meiner Wunschwelt skizziert habe. Altona 93 hat bereits einen Vertrag über den Verkauf der AJK unterzeichnet – und einen Teil der Verkaufssumme erhalten sowie ausgegeben. Nicht nur dieses Geld müsste man erstatten, sondern es würde wohl auch eine Vertragsstrafe fällig, wenn man es sich plötzlich anders überlegt. Außer, der Vertrag wäre aus juristischen Gründen anfechtbar.

Andreas Bernau, Vorsitzender des Sportausschusses im Bezirk Altona, hält es vor diesem Hintergrund für die beste Idee, wie nun geplant ein kleines Stadion an der Memellandallee zu bauen, in dem Teile der alten AJK, wie beispielsweise das Eingangstor, integriert würden. Die einfachste Lösung wäre es allerdings gewesen, wenn sich der AFC mit Union 03 geeinigt hätte, was aber vor allem an dem “sehr selbstbewussten” Auftreten von Altona 93 gescheitert sei, sagte mir der Sozialdemokrat. Derzeit hänge alles davon ab, dass der Verein seine Mitglieder informiere und abstimmen lasse.

Dulwich Hamlet vs Altona 93 in London: vor dem Champion-Hill-Stadium (Foto: Patrick Gensing)
Dulwich Hamlet vs Altona 93 in London: vor dem Champion-Hill-Stadium (Foto: Patrick Gensing)
Nach dem Spiel Dulwich Hamlet vs Altona 93 (Foto: PG)
Nach dem Spiel Dulwich Hamlet vs Altona 93 (Foto: PG)

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Ob nun Griegstraße oder Memellandallee – immerhin hat Altona 93 die “Pa”-Wilson-Memorial-Trophäe in London gewonnen – und was noch wichtiger ist: Die Herzen der anwesenden Fans. Dulwich Hamlet-Fan Terry sagte mir nach dem Spiel, als Kinder aus London und Hamburg gemeinsam kickten, dies sei “Football at it`s best.” Recht hat er: Für Fußball-Nostalgiker war es ein Feiertag.

buy buy st. pauli: „Was weg ist, ist weg!“

Abschied von den Möwen

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Seit Juni 2014 klafft eine Lücke auf St. Pauli. Das mehr als 6000 Quadratmeter große Areal am Spielbudenplatz, auf dem einst die Esso-Häuser standen, ist eine leere Baustelle, umgeben von einem mächtigen Zaun. Noch tut sich dort nichts, ein Bebauungsstart steht noch nicht fest. Wie es dazu kam, was die Mieterinnen und Mieter erlebt haben und wer dort die Fäden in der Hand hält, zeigt die Doku von Irene Bude, Olaf Sobczak und Steffen Jörg, die sich bereits mit „Empire St. Pauli“ (2009) einen Namen im Bereich Gentrifizierungskritik gemacht haben.

Von Anja Rohde*

Hier liebt jemand seine Wohnung
Hier liebt jemand seine Wohnung

Gleich zu Beginn des Films öffnen uns die Bewohnerinnen und Bewohner die Türen zu ihren hübschen Wohnungen. Wir lernen eine tätowierte Oma kennen, eine Studentin, einen Hotelbesitzer, eine alte Dame, die gern alles gut in Schuss hält, einen St.-Pauli-Fan, der seine Devotionalien überall dekoriert hat, und einen Seefahrer, der die Mitbringsel seiner Reisen thematisch sortiert in seinem Wohnzimmer ausstellt. Eine wilde Mischung lebt dort, jung und alt, arbeitslos, berufstätig, im Rentenstand. Was sie eint, ist die Liebe zu ihrer Heimat. Sie wohnen gern dort, und das zum Teil schon viele Jahrzehnte.

Wie gern hab ich hier gewohnt!“

Die Esso-Häuser sind seit 2009 im Besitz der Bayerischen Hausbau (BHG), die bald nach dem Kauf bekannt gibt, die Bausubstanz sei marode, der Erhalt der Häuser nicht wirtschaftlich und ein Abriss (und Neubau) nicht vermeidbar. Bis 2013 führt die BHG diverse einzelne Sanierungsmaßnahmen durch: Pflanzen und Bäume im Innenhof werden entfernt, in die Balkone werden Streben zur Abstützung eingebaut. Die Fenster und Balkone sind deswegen monatelang mit Netzen verhängt. Im September kündigt die BHG allen Gewerbebetrieben die Miete. Am 14. Dezember 2013 werden alle Mieterinnen und Mieter in einer Nacht-und-Nebel-Aktion evakuiert, weil die Häuser gewackelt haben sollen. Sie kommen in Notunterkünften und Hotels unter. Ihre Wohnungen werden sie nie wieder beziehen.

Auch wenn man als Hamburgerin die Geschichte um die Esso-Häuser in den Medien oder vor Ort verfolgt hat, bietet die Langzeitdoku viele neue Informationen über die Geschichte dieser emotionalen Immobilie und den Kampf der Bewohnerinnen und Bewohner, zusammengeschlossen in der „Initiative Esso-Häuser“. Was hat diese Initiative gekämpft und geleistet! Versammlungen initiiert, Gespräche geführt, Kunstaktionen geplant. Bis hin zu einer Reise nach Paris, um sich dort bei Anne Lacaton zu informieren – die Architektin ist bekannt für die Instandhaltung baulich angegriffener Immobilien.

Teil des kreativen Kampfes: der Megafonchor
Teil des kreativen Kampfes: der Megafonchor

Neben den gefilmten Interviews, Aktionen und Versammlungen zeigen charmante Animationen aus Pappe politische Zusammenhänge auf. Zum Beispiel, dass die Stadt Hamburg indirekt ein Luxushotel der Schörghuber-Unternehmensgruppe (zu der die BHG gehört) mitfinanziert – weil es sich in der kostenüberintensiven Elbphilharmonie befindet.

Ich hab das Gefühl, die wollen uns raus haben. Irgendwas stimmt da nicht.“

Neben den netten Leutchen aus den Esso-Häusern lernen wir in Interviews auch Bernhard Taubenberger, Sprecher der Bayerischen Hausbau, und Bezirksamtschef Andy Grote kennen. Die wirken nicht ganz so sympathisch. Wenn der Vorzeigebayer Taubenberger sagt, die BHG würde ihre Projekte nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten und nicht nach gesellschaftspolitischen Utopien ausrichten, nützt auch die schick platzierte Orchidee im Hintergrund nicht viel. Wer besitzt, entscheidet, so das Credo der BHG. Verwaltungsmann Grote zeigt nur wenig Empathie für die Menschen, die reibungslose Zusammenarbeit mit den Investoren scheint ihm wichtiger. Komplett zur Farce gerät sein Einsatz, als er den kurz vor Weihnachten evakuierten Bewohnerinnen und Bewohnern am Stehpult mit Adventskranz-Deko Kaufhof-Gutscheine verspricht.

Abschied von den Möwen
Abschied von den Möwen

Die Zusammenstellung der Film- und Animationssequenzen ist großartig gelungen. Das Publikum wird sofort ins Geschehen gezogen, ohne dass das Filmteam manipulativ oder agitatorisch vorgeht. Im Gegenteil, die Szenen zeigen nur, was passiert, lassen die Zuseherinnen und Zuseher selbst werten – was angesichts der Faktenlage allerdings nicht schwer ist. Wenn man sieht, wie Gewerbebetriebe wie das „Auto-Hotel am Hafen“ und die Kneipe „Planet Pauli“ ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen und ihr Interieur in die Tonne kloppen müssen, wenn man einen Bewohner zum letzten Mal die Möwen von seinem Balkon aus füttern sieht, dann fragt man sich schon, wie die BHG damit so locker durchkommen konnte.

Bei allem Drama ist der Film kurzweilig und unterhaltsam, fast spielfilmartig in der Dramaturgie. Das Team Bude/Sobczak/Jörg hat hervorragende Arbeit geleistet. Diese Doku sollte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, nicht nur in Kultur- und Bürgerhäusern und Programmkinos! Zur direkten Bestellmöglichkeit der DVD geht’s hier. Ein ausführlicher Blick auf die Website zum Film  lohnt ebenfalls.

Wow, es gibt eine demokratische Baustelle in Hamburg!“

Die Leichtigkeit trotz schwerer Kost begründet sich auch darin, dass die Initiative Esso-Häuser durchweg kreativ, fröhlich und kommunikativ auftritt. Ihr ist es zu verdanken, dass es mittlerweile Gespräche zu Beteiligungsverfahren gibt. Die „PlanBude“ organisiert nun ganz offiziell die Beteiligung des Stadtteils an der Neuplanung der Esso-Häuser.

Ob damit die Anwohnerinnen und Anwohner wirklich den Fuß in der Neubebauung mit drin haben oder ob es sich dabei nur um eine Beteiligungsshow für die sensibilisierte Öffentlichkeit handelt, wird die Zukunft zeigen.

*Diese Rezension lieferte unsere Gastautorin Anja Rohde, die publizistisch meist als Autorin beim Filmblog „Die Nacht der lebenden Texte“ unterwegs ist.

Veröffentlichung: 17. Juli 2015 als DVD
Länge: 86 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: buy buy st. pauli
D 2015
Regie: Irene Bude, Olaf Sobczak, Steffen Jörg
Drehbuch: Irene Bude, Olaf Sobczak, Steffen Jörg
Sprecherin: Siri Keil

Zusatzmaterial: Musikvideo Echohäuser-Song (4 Min.), Zeitraffer Abriss (10 Min.), 28-seitige Begleitbroschüre mit ausführlicher Chronik der Geschichte der Esso-Häuser

Copyright 2015 by Anja Rohde, Fotos: © 2015 Baldwin Production

Neonschwarz: „Der Song 2014 hat eine große Bedeutung“

Neonschwarz in Flensburg (Foto: publikative.org)

Neonschwarz – das sind die Rapper Captain Gips, Marie Curry und Johnny Mauser sowie der Spion Y an den DJ-Kochtöpfen. Gemeinsam ziehen die vier von Festival zu Festival und verbreiten mit ihren Songs politisches Bewusstsein und gute Laune. Ende Mai traf unsere Gastautorin die Band beim Dockyard-Festival in Flensburg, wo sie Neonschwarz für ihre Schülerzeitung interviewte. Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir das Gespräch der jungen Nachwuchskollegin.

Lotte: Wer hat die Band gegründet?

Johnny Mauser: Das waren wir alle gemeinsam. Aber zuerst haben Captain Gipps und ich zusammen Musik gemacht. Dann haben wir Marie Curry kennengelernt. Und weil es so nervig war, unsere Namen alle auf ein Plakat zu schreiben, haben wir uns einen Namen ausgedacht: Neonschwarz. Der Spion Y war damals unser Live-DJ – und kam dann als viertes Mitglied dazu, so dass wir seit 2012 Neonschwarz heißen.

Lotte: Warum heißt Du eigentlich Spion?

Spion Y: Ich hatte das einfach mal als Tag auf dem T-Shirt stehen, das ich beim Skaten getragen habe. Eigentlich heiße ich Yunos – und daraus wurde dann Spion Y.

Interview mit Neonschwarz beim Festival in Flensburg (Foto: publikative.org)
Interview mit Neonschwarz beim Festival in Flensburg (Foto: publikative.org)

Lotte: Wer macht was in der Band?

Marie Curry: Wir machen alle alles. Wir schreiben gemeinsam die Songs, suchen die Beats raus, fahren alle Auto, wenn wir unterwegs sind – geben alle zusammen Interviews. Eigentlich ist das gut aufgeteilt. Nur der Spion muss immer die Technik aufbauen.

Johnny Mauser: Wobei wir die Beats nicht selbst machen, sondern die kommen oft von Freunden. Und alles was mit Scratchen usw. auf der Platte zu hören ist, kommt vom Spion. Und was wir einzelnd rappen, das textet auch jeder selbst.

Lotte: Wie lange arbeitet Ihr an einem Video und wie viele Leute machen da mit?

Captain Gips: Wir machen gerade ein schickes Video zu dem Song „Fliegende Fische“. Das ist das erste Mal, dass es ein wirklich langer Prozess wird. Sonst waren es zumeist ein paar Tage, zwei bis drei Drehtage oder große Sessions. Wir hoffen aber, die Videos werden künftig noch besser – und auch noch aufwändiger (lacht).

Marie Curry: Diesmal sind sehr viele Leute dabei, weil wir teilweise im Urlaub gedreht haben – und da mussten dann ja auch Leute die Kamera halten. Sonst hat oft nur eine Person gedreht. Bei Hinter Palmen waren es aber drei – und mittlerweile sind es auch schon ganze Filmteams.

Lotte: Wer hat denn die meisten Ideen für Videos und Lieder?

Johnny Mauser: Wir besprechen die Ideen für die Videos mit Leuten, die wir gut kennen und die sich professionell damit beschäftigen. Die haben dann auch oft noch sehr gute Ideen. Aber wir selbst haben auch viele eigene Ideen für die Videos. Wir machen auch viele Videos mit anderen Hiphop-Bands – und das funktioniert auch ganz gut, denn Youtube guckt jeder. Bei On a Journey wussten wir gar nicht, dass es so abgehen wird.

Lotte: Was ist von Euern eigenen Liedern euer Lieblingslied?

Spion: Meins ist natürlich Y – weil ich die Liebe meiner Bandkollegen sehr zu schätzen weiß.

Johnny Mauser: Geht auch ein bisschen nach Stimmung: Jetzt sitzen wir hier in Flensburg in der Sonne, da passt Fliegende Fische und On a journey gut hierhin. Aber manchmal, wenn ich mich aufrege, dass Flüchtlings abgeschoben werden, dann denke ich, dass der Song 2014 wichtig ist und eine große Bedeutung hat.

Neonschwarz in Flensburg (Foto: publikative.org)
Neonschwarz in Flensburg (Foto: publikative.org)

Captain Gips: Weil die Schwyzzis so hiphoplastig ist, mag ich den Song ganz besonders.

Marie Curry: Ich mag auch die Sommer-Tracks sehr gerne. Also On a journey, Unter Palmen – gerade wenn hier jetzt die Sonne scheint.

Lotte: Was habt Ihr noch vor mit Neonschwarz?

Marie Curry: Viel! (lacht)

Johnny Mauser: Weltberühmt werden. (lachen) Also, wir sind schon sehr motiviert und erleben viele schöne Dinge. Viele Leute kennenlernen, auf Festivals spielen, das bringt schon Spaß. Deswegen sind wir fleißig und machen weiterhin viel Musik. Und im kommenden Jahr wollen wir noch mehr machen.

Nach dem Gespräch hatte unsere Gastautorin in dem neuen Neonschwarz-Video „Fliegende Fische“ noch einen kleinen Gastauftritt.

Homepage von Neonschwarz / Facebook / Instagram

Xavier Naidoo: Von der Querfront-Demo zum ESC?

Xavier Naidoo und Jürgen Elsässer
Xavier Naidoo und Jürgen Elässer (Foto: Oliver Feldhaus)
Xavier Naidoo und Jürgen Elässer (Foto: Oliver Feldhaus)

Jahrelang hat die Öffentlichkeit die fragwürdigen Aussagen und Texte von Naidoo weitestgehend ignoriert. Nun geht es um einem möglichen Start beim ESC – und um das Ansehen Deutschlands.

Von Patrick Gensing

„Ich schneide Euch jetzt mal die Arme und die Beine ab und dann fick ich Euch in’n Arsch, so wie Ihrs mit den Kleinen macht.

Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würd ich Euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch Euch die Klöten.

Ihr habt einfach keine Größe und Eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst Du keine Möse? Weil jeder Mensch doch aus einer ist.

Wo sind unsere Helfer? Unsere starken Männer? Wo sind unsere Führer? Wo sind sie jetzt?“

Für diesen unterirdischen Text musste Xavas, ein Projekt der Sänger Xavier Naidoo und Kool Savas, im Jahr 2012 zwar etwas Kritik einstecken, der Mainstream kümmerte es aber weiterhin eher wenig, dass Naidoo solche  schwulfenfeindlichen, sexistischen und gewalttätigen Botschaft verbreitet.

Naidoo gilt gemeinhin als harmloser Barde; bei denen, die seine Musik weniger mögen, als „Heulboje“. Zu seinem Image als softer Soulsänger wollen verschwörungstheoretische oder menschenverachtende Inhalte scheinbar nicht passen.

„Nie die Absicht…“

In dem Song „Wo seid Ihr jetzt?“, aus dem der obige Textauszug stammt, gehe „es um furchtbare Ritualmorde an Kindern, die tatsächlich ganz viel in Europa passieren, über die aber nie jemand spricht, nie jemand berichtet“, erklärte Naidoo im Jahr 2012. Kool Savas ergänzte: “Ich möchte klar stellen, dass es nie die Absicht unseres Liedes war, Homosexualität und Pädophilie gleichzusetzen, oder zur Gewalt gegen Menschen aufzurufen. Ich hatte auch nie den Eindruck, dass die Textzeilen von Xavier falsch verstanden werden könnten.”

Mir erscheint es unklar, wie man solche Texte nicht „falsch“ verstehen soll. Und was der Hinweis auf „Mösen“ und „Föten“ eigentlich bedeutet, bleibt ebenfalls unklar bzw. nicht unklar – was wahrscheinlich wiederum aber auch alles nicht so gemeint sein soll.

Deutschland – das Bielefeld unter den Staaten?

Nun will Xavas beim Eurovision Song Contest für Deutschland antreten – was doch etwas überrascht angesichts der Einstellungen und Texte Naidoos. Das Blog „Tapfer im Nirgendwo“ merkte treffend an:

Die Frage ist nur, wie kann Xavier Naidoo ein Land vertreten, von dem er sagt, es sei “kein richtiges Land”?

Zu solchen politischen Aussagen passt es, dass Xavas derzeit unter dem Titel „Gespaltene Persönlichkeit“ auf Tour geht.

Einige Monate zuvor hatte Naidoo eine Veranstaltung von Querfront-Kadern in Berlin unterstützt. Dabei trug er ein T-Shirt mit der nationalistischen Parole „Freiheit für Deutschland“.

Naidoo bei Montagsmahnwachlern in Berlin (Foto: Oliver Feldhaus)
Naidoo bei Montagsmahnwachlern in Berlin (Foto: Oliver Feldhaus)

Zuletzt thematisierten große Zeitungen die fragwürdigen Aussagen und Texte von Naidoo. Auf der Facebook-Seite zum ESC Deutschland wurde nun die Crowd gefragt, was sie von Xavas als deutschen Vertreter halten würde. Die Reaktionen fallen deutlich aus…

Viele Jahre interessierte sich die Öffentlichkeit wenig für Naidoos fragwürdige Texte und Aussagen, das böse „System“ meinte es gut mit ihm. Nun scheint sich der Wind langsam zu drehen, was die öffentliche Aufmerksamkeit angeht. Und zwar just in dem Moment, da es um das deutsche Ansehen beim ESC, also im Ausland, geht.

„Ich glaube, wir könnten etwas von Deutschland repräsentieren, was sehr positiv ist. Wir sind beide Deutsche, die nicht typisch deutsch sind“, sagte Savas der Welt mit Blick auf den Migrationshintergrund beider Musiker. Ob Naidoo mit seinen politischen Einstellungen ebenfalls „etwas von Deutschland repräsentiert, was sehr positiv ist“, dürfen die Juroren und Zuschauer beim ESC entscheiden. Und dann heißt es wieder einmal: Deutschland – null Punkte.

Vom „Judenklub“ und „Rattenball“: Struktureller Antisemitismus im Fußball

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Von Frederik Schindler, Fußball gegen Nazis*

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jegliche Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs an antisemitische Argumentationsmuster erinnert – niemand muss gut finden, was beispielsweise in Leipzig passiert. „Moderner Fußball bringt diverse unangenehme Erscheinungen mit sich. Versitzplatzung, Werbebeschallung, immense Bierpreise und abwegige Ablösesummen sind das eine, Rasenheizung, One-Touch-Football […] und ‚Fußballfans gegen Homophobie‘ sind das andere. Moderner Fußball ist genauso wenig das absolute Böse, wie ein Heilsversprechen“, meint Hugo Kaufmann im Sankt Pauli-Fanblog Lichterkarussell.

Doch die Stilisierung zum absolut Bösen muss kritisch hinterfragt werden: „Wenn (…) von den pestbringenden Ratten aus Leipzig die Rede ist, wenn die Reinheit der Tradition besudelt wird, wenn die homogene Wir-Gruppe der Chauvinisten der guten alten Zeiten sich im Hass auf den Feind, der in ihr phantasiertes Machtgebiet einfällt, vereint und zum Endkampf aufruft, dann kommen im Zuge einer vermeintlichen Kritik an RB Leipzig, wenn auch teils dem Unwissen geschuldet, unverhohlen strukturell antisemitische Klischees aufs Tapet, die offensiver nicht sein könnten“, so Oscar Adlerhut in der Leipziger Stadtteilzeitung 3VIERTEL.

Der FC Bayern als Ziel des Ressentiments

Diese hat Publizist Alex Feuerherdt bereits vor 10 Jahren am Beispiel des FC Bayern München kritisiert. Dabei ging es ihm nicht um die Verteidigung seines Lieblingsvereins, sondern um eine „Kritik der Ressentiments gegen diesen Klub und um die Feststellung, dass er bloß mit völliger Offenheit seine Ziele ausspricht, wo in anderen Vereinen der falsche Schein hoch gehandelt wird, der sich rebellisch gebärdet und doch nur purer Konformismus ist“.

Um die Argumentation genauer nachvollziehen zu können, haben wir mit Alex Feuerherdt einen Experten zum Thema „Struktureller Antisemitismus im Fußball“ interviewt, der seit Jahren sowohl zum Thema Antisemitismus, als auch zum Thema Fußball publiziert. Er war Oberliga-Schiedsrichter, bloggt bei Lizas Welt und veröffentlicht regelmäßig Texte in der Jungle World, der Jüdischen Allgemeinen und der Konkret. Zuletzt erschien zum Thema Fußball im Werkstatt-Verlag „Bayer 04 Leverkusen – Die Fußball-Chronik“.

FS: „Gegen den modernen Fußball“ ist ein klassischer Spruch der meisten Ultra-Gruppen. „Für mehr modernen Fußball“ steht in deiner Twitter-Biographie. Was meinst Du damit?

AF: Was modernen Fußball kennzeichnet, ist nicht zuletzt seine Ambivalenz. Ein Beispiel: Die neuen Arenen sind einerseits schöner, sicherer, komfortabler und besser als die alten Stadien. Auf der anderen Seite ist das alles mit einer massiven Verteuerung des Eintritts einhergegangen, was von vornherein viele vom Besuch eines Bundesligaspiels ausschließt. Für viele ist der Stadionbesuch eine Alternative zu Theater, Kino oder Musical – und das merkt man dann auch. Es geht vielfach gesitteter zu als noch in den Achtzigern oder Neunzigern, man hört heute wesentlich weniger rassistische oder homophobe Gesänge als früher – gut so! Gleichzeitig beobachte ich oft eine gewisse Leidenschafts- und Teilnahmslosigkeit, ich bin im Stadion sogar schon mal aufgefordert worden, doch bitte nicht so laut zu sprechen oder gar zu schreien.

Insgesamt ist der Fußball spektakulärer geworden, auf den Rängen genauso wie auf dem Platz. Die Professionalisierung und die Globalisierung haben ihn aus dem Mief früherer Jahre herausgeholt, und die ökonomische Liberalisierung hat zum Beispiel für den Wegfall der sogenannten Ausländerbeschränkung gesorgt, die Fußballer von ihrer Scholle entkoppelt und anderen kleingeistigen Unfug beiseite geräumt. Darüber bin ich froh, und ich möchte auch nicht wieder zu den ach so guten alten Zeiten zurück, die längst nicht so gut waren, wie manche das glauben. Zu einer Romantisierung besteht jedenfalls kein Anlass.

Die Diskussion um den „modernen Fußball“ entzündet sich im Besonderen am Beispiel von RB Leipzig, ein Höhepunkt war die „11FREUNDE“-Titelgeschichte vom März 2014, die u.a. von Dir kritisiert wurde. Zentrales Argument war, dass zwischen „Klubs, in denen die Identität durch allzu viel Geschäftemacherei beschädigt wird“ und „Klubs, deren Identität die Geschäftemacherei ist“ unterschieden werden müsse. Was soll daran denn falsch sein bzw. wo siehst Du hier oder in ähnlichen Argumentationen die Anfälligkeit für Ressentiment und Ideologie?

Die meisten Profiklubs sind längst selbst Konzerne geworden, die – so ist das im Kapitalismus zwangsläufig – Profitmaximierung betreiben und deren Funktionäre letztlich nichts anderes sind als Unternehmer. Nur verkaufen sie keine Getränkedosen, sondern die Ware Fußball und suchen sich zu diesem Zweck potente Sponsoren. Und sie brauchen – genau wie Red Bull und jedes andere Unternehmen auch – Kunden, die ihr Produkt kaufen. Dass diese Kundschaft aus Fans besteht, die davon ausgehen, dass der eigentliche Daseinszweck ihres Lieblingsklubs noch immer das Fußballspiel als solches ist, macht das Marketing erheblich einfacher, weil emotionale Bindung – auch über den Verweis auf „Tradition“ und „Fankultur“ – umsatzfördernd ist. Ich weiß, das klingt kalt und herzlos, aber die Totalität der kapitalistischen Vergesellschaftung hat den Fußball nun mal längst eingeschlossen. Einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Fußballverein, der zur Gewinnmehrung eines Unternehmens ins Leben gerufen worden ist, und einer Kapitalgesellschaft, deren Zweck die Vermarktung der Ware Fußball ist, gibt es schlichtweg nicht.

Und was genau war Deiner Meinung nach das Problem an der „11 Freunde“-Titelgeschichte?

Das Fatale an solchen Beiträgen ist der politische Gehalt, der ihnen innewohnt, die Anfälligkeit für Ideologie, genauer gesagt: der regressive Antikapitalismus. Die „11 Freunde“ und mit ihnen viele der RBL-Gegner verklären und romantisieren das vermeintlich Authentische und Ursprüngliche, die angeblich traditionelle Beschaulichkeit und Einfachheit. Genau das ist seit jeher die Kehrseite des Fortschritts kapitalistischer Gesellschaften. Und der Fußball bietet eine Projektionsfläche hierfür.  Die abstrakte Zirkulation des Kapitals – die bei „11 Freunde“ als „Geschäftemacherei“ firmiert – wird wie „Vert et Blanc“ in einem lesenswerten Text schrieb, „auf den konkreten Klub projiziert, ja, zu seinem Wesenskern stilisiert – fortan kann RB Leipzig als Chiffre für das Andere, Uneigentliche und Unechte dienen“. Genau das ist die Bedingungsmöglichkeit für den strukturellen Antisemitismus.

Was bedeutet das genau?

„Strukturell“ heißt: Weder Red Bull noch RB Leipzig noch das Klubpersonal muss jüdisch sein. Vielmehr ist es die Argumentation vieler Gegner, die der antisemitischen ähnelt. Und deshalb ist es auch kein Zufall, dass das Vokabular, wie es beispielsweise „11 Freunde“ verwendet hat, so manche Übereinstimmung aufweist: „Geschäftemacherei“ bzw. „Geldmacherei“, „am Reißbrett entworfen“, also irgendwie künstlich, „Kulissenschieber“, „amerikanisch“, „Simulation“, also unecht, versus „Identität“, „kultureller Konsens“, „Emotionen“, „Tradition“. Plastik, Schädlichkeit und Hinterhalt – von hier ist es dann nicht mehr weit zum vulgären Heuschrecken- und Parasitensprech und zu solch widerlichen Dingen wie den „Rattenball“-Aufklebern und den „Schädlingsbekämpfer“-T-Shirts.

Antisemitische Züge wurden von Dir bereits vor einigen Jahren im Hass auf den FC Bayern München kritisiert. Die Zeiten, in denen der Verein als „Judenklub“ geschmäht wurde, sind aber doch vorbei, oder?

Als „Judenklub“ werden die Bayern heute normalerweise nicht mehr beschimpft, das stimmt. Trotzdem finden sich in der ja recht verbreiteten Ablehnung gegen ihn oftmals antiliberale Ressentiments, die dem Antisemitismus zumindest ziemlich nahe stehen und ihm strukturell ähneln. Dem FC Bayern wird von Fans wie Vertretern anderer Vereine regelmäßig vorgeworfen, unsolidarisch, ja, egoistisch zu handeln und sich nicht um die Belange des ganzen deutschen Fußballs zu sorgen, sei es nun, dass es um die Verteilung der Fernsehgelder geht, früher um die Beschränkung der Zahl ausländischer Spieler oder um andere Absprachen zum vermeintlichen Wohle angeblich aller.

Letztlich hassen vielen den Klub, weil er erfolgreich ist und dieser Erfolg angeblich ausschließlich dem vielen Geld zu verdanken ist, das der Verein besitzt, zu dem er mühelos und ohne Arbeit gekommen zu sein scheint – wahrscheinlich durch undurchschaubare Transaktionen und zwielichtige Geschäfte – und das sich wie von selbst zu vermehren scheint, während andere Klubs darben und ständig um ihre Existenz kämpfen müssen. Hier deutet sich die uralte völkisch-antisemitische Aufspaltung in „schaffendes“ und „raffendes“ Kapital mehr als nur an. Man wirft dem FC Bayern faktisch vor, gewissermaßen ein Kunstprodukt zu sein und seine Erfolge bloß erkauft zu haben, statt sie zu erkämpfen, wie sich das für anständige Deutsche gehört.

So, wie außerhalb des Fußballs finstere Mächte für soziale Kälte, Verrohung, schlechte Spargelernte, Kulturlosigkeit, Zersetzung, Künstlichkeit und die grenzenlose Dominanz des Geldes verantwortlich sein müssen, wird auch im Fußball dessen notwendige Warenförmigkeit auf ein gemeines Komplott hinterhältiger Gestalten heruntergebrochen. Diese Gestalten müssen Name und Anschrift haben, und ihren Hauptsitz verortet der beleidigte Fan gerne in der Säbener Straße in München – dort also, wo der FC Bayern seinen Sitz hat.

*Fussball-gegen-Nazis.de ist ein Projekt der Amadeu-Antonio-Stiftung und bietet eine kontinuierliche Berichterstattung über Neonazismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie im Fußball. Die Plattform richtet sich an alle Interessierten aus Fangruppen, Vereinen und Verbänden, die sich über (Anti-)Diskriminierung im Bereich Fußball informieren möchten.

Mehr im Netz:

„FC Hollywood“, „Lackstiefelclub“: Über deutsche und linksdeutsche Ressentiments gegen den FC Bayern München – Vortrag von Alex Feuerherdt

RB Leipzig – der Untergang des Fußballs? Über das Kicken im Kapitalismus und die Sehnsucht nach einem fragwürdigen Idyll – Vortrag von Alex Feuerherdt

Fußball: In ollen Lumpen gen Moderne – Kritischer Beitrag des Sankt Pauli-Blogs Lichterkarussell zur Debatte um RB Leipzig und „modernen Fußball“

„Mit Füßen getreten“: André Anchuelo in der Jungle World über die Geschäfte des Fußballvereins RB Leipzig

„I Like Fussballtod“: Oscar Adlerhut in 3VIERTEL über strukturellen Antisemitismus in der Kritik an RB Leipzig

Fußball ist Fußball und Kapitalismus ist Kapitalismus? Blog „Die schlechtesten Geschichten“über Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs und Kritik am Hass auf RB

„Im Visier der Antikapitalisten“: Alex Feuerherdt über das Feindbild Dietmar Hopp

„Als Kritik getarntes Ressentiment“: Chucky Goldstein über das Rattenball-Motiv

Zum Weiterlesen:

Was ist regressiver Antikapitalismus? Anmerkungen zum Unterschied zwischen Kapitalisten- und Kapitalismuskritik – Flugschrift der Gruppe Emanzipation und Frieden

Literaturliste des Blogs Vert et Blanc zu strukturellem Antisemitismus, regressiver Kapitalismuskritik und der Debatte um „modernen Fußball“

Struktureller Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik – Buchbeitrag von Thomas Schmidinger