Willkommen auf Deutsch: Unaufgeregter Blick auf die Flüchtlingsdebatte

„Ja – das ist hier das noch beschauliche Dorf Appel. (…) Langsam nähern wir uns dem ehemaligen Alten- und Pflegeheim. Diese Gebäude möchte der Landkreis ja für Unterbringung von 53 Asylbewerbern nutzen. – 53 ist ‘n Problem. Glaube nicht, dass die Bevölkerung das so akzeptieren kann und wird.“ Mit diesen Worten von Hartmut Prahm beginnt „Willkommen auf Deutsch“. Prahm ist Sprecher der Bürgerinitiative Appel, einer 415 Einwohner umfassenden Gemeinde im Landkreis Harburg südlich von Hamburg.

Von Volker Schönenberger

In einer Sitzung der Initiative erwähnt Prahm, junge Mütter hätten ihm schon gesagt, dass sie ihre Kinder nicht mehr auf die Straße gehen lassen wollten. „53 Asylbewerber egal welcher Nationalität bringen ein gewisses Potenzial mit, zumal sie letztlich ja auch gewisse menschliche oder männliche Bedürfnisse haben könnten.“ Welche Unterstellung da mitschwingt, bleibt uns überlassen …

Larisa (r.) und ihre Familie hoffen auf Bleiberecht in Deutschland
Larisa (r.) und ihre Familie hoffen auf Bleiberecht in Deutschland

Weiterlesen

Alle Nazis waren Antisemiten, aber nicht alle Antisemiten Nazis

Deutsche Gerichte haben in den letzten Monaten einige seltsame Urteile gefällt, die es untersagt, die Urheber antisemitischer Äußerungen Antisemiten zu nennen. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet jetzt darüber, ob Jutta Ditfurth Jürgen Elsässer ob seiner antisemitischen Ausfälle als „glühenden Antisemiten“ bezeichnen darf oder nicht. Diese Entwicklung in der Rechtsprechung ist auch eine direkte Folge der Extremismusdoktrin, die Antisemitismus als „extremistische Äußerung“ an den Nationalsozialismus koppelt. Ein Blick auf den Antisemitismus in deutschen Landen in den vergangenen 200 Jahren zeigt jedoch, dass zwar alle Nationalsozialisten Antisemiten waren, aber eben nicht alle Antisemiten Nationalsozialisten. Um dies zu verdeutlichen, erzählt publikative.org kurz die lange Geschichte des Antisemitismus vor 1933 und nach 1945.

Von Andreas Strippel

Weiterlesen

Rassistische Gewalt: „Das ganze Dorf will, dass das Haus brennt…“

Gespentische Szenen in Schneeberg: Die NPD mobilisierte gegen Flüchtlinge, Hunderte Menschen folgten dem Aufruf. (Foto: Marcus Fischer)
Gespentische Szenen in Schneeberg: Die NPD mobilisierte gegen Flüchtlinge, Hunderte Menschen folgten dem Aufruf. (Foto: Marcus Fischer)

Deutlich steigende Zahlen von Übergriffen, höhere Gewaltbereitschaft und oft fehlende Empathie für die Opfer: Experten aus Beratungsstellen haben eine desaströses Lage in Deutschland kritisiert, was rassistische Gewalt und Maßnahmen dagegen angeht. Rassistische Positionen würden offen geäußert und umgesetzt: Viele Geflüchtete hätten den Eindruck, das ganze Dorf wolle, dass ihr Haus brennt.

Weiterlesen

Pirinccis PR-Coup: Gute KZs, schlechte KZs?

Er hatte eine Rede angekündigt, die Maßstäbe setzen würde – und er hat Wort gehalten. Der „Pegida“-Auftritt von Akif Pirincci beschäftigt weiterhin die Öffentlichkeit, die nun versucht, seine Hetzrede zu interpretieren, was angesichts von Inhalt und Form nicht ganz einfach ist. Immerhin Medienkritiker Niggemeier kennt die ganze (Un-)wahrheit.

Von Patrick Gensing

Weiterlesen

Männerfantasien: Die antigenderistische Ideologie des Ulrich Kutschera

Der Kasseler Biologie-Professor Ulrich Kutschera tut sich in den letzten Monaten immer wieder durch Traktate gegen „die Gender Ideologie“ hervor. Dabei nähert er sich nach und nach einem geschlossen rechtsextremen Weltbild an und erhält dementsprechend auch Applaus vom rechten Rand. Grund genug für eine ideologiekritische Skizze seines Antigenderismus.

von Floris Biskamp und Fabian Bärig

Der C4-Tiger brüllt wieder!

Seit Juli tritt der Kasseler Biologe Ulrich Kutschera in regelmäßigen Abständen an die Öffentlichkeit, um die „normalen“ Teile der Bevölkerung vor einer ernsthaften Gefahr zu warnen: Gender!

A cat pawing at goldfish in a bowl. Reproduction of a pen an

Weiterlesen

Wir müssen reden, Facebook, „dreckige Hure“

Hakenkreuze, Großdeutschland, Zeichnungen von Neonazis, die auf Anarcho-Schweine eintreten - bei Facebook ist alles möglich.
Hakenkreuze, Großdeutschland, Zeichnungen von Neonazis, die auf Anarcho-Schweine eintreten – bei Facebook ist alles möglich.

Hi Facebook,

ich und ein paar meiner Freunde hatten Dir einige Dinge gemeldet, die laut Deiner Mitarbeiter nicht gegen Deine Gemeinschaftsstandards verstoßen. Daraus habe ich gelernt, Facebook. Nämlich, dass Du eine dreckige Hure bist, der man nur mal in den Kopf schießen muss, weil Du keinen Anstand hast.

Weiterlesen