9. November: Pegida will „Schuldkomplex“ offiziell beenden

Erklären wir den deutschen Schuldkomplex doch offiziell für beendet, verkündete eine Pegida-Rednerin am 77. Jahrestag der Reichspogromnacht. In Berlin zog derweil ein Bärgida-Aufmarsch an einer Synagoge vorbei, während anderswo antisemitische Schmierereien auftauchten. Pegida & Co sind immerhin so ehrlich, Antisemitismus als kulturelles Erbe des Abendlandes vorzutragen.

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Antisemitismus nach Auschwitz: Aufstand gegen die Moderne

Legitime Israel-Kritik? Rechte "Antizionisten" in Aktion (Foto Marek Peters)

Mit der Niederlage Deutschlands im 2. Weltkrieg endete zwar die Shoa, aber nicht der Antisemitismus. Dieser hat sich abseits der extremen Rechten seit 1945 langsam in der Form gewandelt, blieb in seinem Kern aber immer das, was er seit seinem Entstehen schon immer war: Ein Aufstand gegen die Probleme der Moderne. Und ein Mordanschlag auf Juden. 

Von Andreas Strippel

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Alle Nazis waren Antisemiten, aber nicht alle Antisemiten Nazis

Deutsche Gerichte haben in den letzten Monaten einige seltsame Urteile gefällt, die es untersagt, die Urheber antisemitischer Äußerungen Antisemiten zu nennen. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet jetzt darüber, ob Jutta Ditfurth Jürgen Elsässer ob seiner antisemitischen Ausfälle als „glühenden Antisemiten“ bezeichnen darf oder nicht. Diese Entwicklung in der Rechtsprechung ist auch eine direkte Folge der Extremismusdoktrin, die Antisemitismus als „extremistische Äußerung“ an den Nationalsozialismus koppelt. Ein Blick auf den Antisemitismus in deutschen Landen in den vergangenen 200 Jahren zeigt jedoch, dass zwar alle Nationalsozialisten Antisemiten waren, aber eben nicht alle Antisemiten Nationalsozialisten. Um dies zu verdeutlichen, erzählt publikative.org kurz die lange Geschichte des Antisemitismus vor 1933 und nach 1945.

Von Andreas Strippel

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Wir müssen reden, Facebook, „dreckige Hure“

Hakenkreuze, Großdeutschland, Zeichnungen von Neonazis, die auf Anarcho-Schweine eintreten - bei Facebook ist alles möglich.
Hakenkreuze, Großdeutschland, Zeichnungen von Neonazis, die auf Anarcho-Schweine eintreten – bei Facebook ist alles möglich.

Hi Facebook,

ich und ein paar meiner Freunde hatten Dir einige Dinge gemeldet, die laut Deiner Mitarbeiter nicht gegen Deine Gemeinschaftsstandards verstoßen. Daraus habe ich gelernt, Facebook. Nämlich, dass Du eine dreckige Hure bist, der man nur mal in den Kopf schießen muss, weil Du keinen Anstand hast.

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Ausflug in die DDR

 

Thälmannpark3

Martin Jander, Mitarbeiter in einem Projekt zur Geschichte des linken deutschen Terrorismus und seinen internationalen Verbindungen am Hamburger Institut für Sozialforschung, hat vor wenigen Wochen einen historischen Reiseführer mit dem Titel „Berlin (Ost) – 1945 – 1990“ publiziert. Jander hat in seinem früheren wissenschaftlichen Leben die Geschichte von Oppositionellen in der DDR erforscht. Er arbeitete längere Zeit im „Forschungsverbund SED-Staat“ an der Freien Universität Berlin. Als jedoch sein Forschungsverbundskollege Bernd Rabehl 1998 rechtsradikale Pamphlete veröffentlichte, trennte sich Jander von der Gruppe. Für publikative.org schrieb er vor allem über die RAF und über revisionistische Formen der DDR-Aufarbeitung. Ein Interview zu seinem aktuellen DDR-Reiseführer.

Warum beschäftigst Du dich mit dem Thema?

Martin Jander: Während meines Studiums in West-Berlin habe ich mich am Ende der 70er Jahre in eine Frau aus Ost-Berlin verliebt, die, wie ich, Songs von Wolf Biermann mochte. Sie hat mich mit vielen DDR-Bürgerrechtlern bekannt gemacht. Mit ihr fuhr ich im Frühjahr 1981 zu Freunden nach Warschau. Wir besuchten Solidarnosc. Eine ganz neue Welt für mich. Seit dieser Zeit haben mich die Themen DDR und Osteuropa nicht mehr losgelassen. Die Stasi schrieb über mich: Weiterlesen