Extrem rechter Reggae zum Osterfest

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Zur Rettung des Abendlandes und zum Erhalt des deutschen Volkes ist alles erlaubt. Egal ob Anglizismen oder Nazi-Rap. Nun sorgt die neueste extrem rechte Errungenschaft für Belustigung im Netz: Extrem rechter Querfront-Reggae zum Osterfest.

Die extreme Rechte hat in den vergangenen zehn Jahren alle Tabus über Bord geworfen: Egal ob Anglizismen auf Kleidung, Neonazi-Rap oder das Kopieren radikal linker Symbolik. Doch immer, wenn man denkt, es geht nicht schlimmer, kommt ein Szene-Sternchen mit noch kruderen Kopien um die Ecke. Die aktuellste durch Peinlichkeit kaum zu überbietende subkulturelle Adaption der extrem rechten Szene kommt aus Nordrhein-Westfalen. Neonazi-Reggae für die subkulturelle Quefront.

Dahinter steckt das „Jera Projekt“. Nach Eigenangabe ein „music-projekt from German Patriots“. So weit, so krude. Das Wollen des „Musik-Projektes“ wird als „Kampf für die europäische Identität“ beschrieben und dies geht natürlich am besten mit einer eingedeutschten, schlecht gesungenen Version von „Get Up, Stand Up“, dem Wailers Klassiker, komponiert von Bob Marley und Peter Tosh. Als „Musik-Star“ oder besser „die Stimme“ des Videos tritt die Bogida-Initiatorin (Pegida in Bonn) und ehemaliges „Pro NRW“-Vorstandsmitglied, Melanie Dittmer, auf. Im Spiegel TV-Interview sprach sich Dittmer noch gegen MC Donalds und Burger King Filialen und „ganze Straßenzüge inflationär voll mit ausländischen Restaurants“ aus. Reggea scheint dabei aber kein Problem zu sein. Als Belustigung zu Ostern eignet sich das „patriotische Musikprojekt“ aber in jedem Falle. Immerhin darf man ja „Das Leben des Brian“ zu Karfreitag in Deutschland leider nicht zeigen.

Prinzessinnenreporter: „Nicht mit Aktualität oder Verständlichkeit aufhalten“

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Redaktionskater Prinz Kasimir Credit:Hofmann/PR

Sie sind super, noch in der Prä-alpha-Phase, ungerecht und das mit Abstand glamouröseste Medienprojekt des noch jungen Jahres: Die Prinzessinnenreporter Ramona Ambs, Leo Fischer, Marit Hofmann, Elke Wittich und Svenna Triebler finden, dass der Online-Journalismus noch immer kaputt ist. Und dass das nicht gut ist. Das werden sie nun ändern.

Das Interview führte Stefan Laurin von den Ruhrbaronen

Ruhrbarone: Krautreporter sind bald am Ende, und irgendwo muss das Geld von deren Unterstützern hin. Am besten in Eure Taschen, oder?

Svenna Triebler: Der Onlinejournalismus 3.14.15.9 kommt halt nicht ohne einen prinzessinengemäßen Lebensstil aus.

Elke Wittich: Geld, das schon ausgegeben ist, kann nun aber leider nicht nochmal an uns ausgegeben werden.

Marit Hofmann: Und würden wir das Geld von Krautreportersupportern nehmen?

Ramona Ambs: Wir müssten es halt waschen, Marit! Die Krautis haben es nicht so richtig drauf. Was Selbstverliebtheit, Wichtigkeit  und monarchische Macken angeht, sind sie fast so gut wie wir, aber sie liefern nur journalistische Suppe. Wir hingegen hochwertige Texte, interessante Analysen und echte Nachspürreportagen. Wir brauchen auch keine Promis zum Interviewen – unsere Leser interessieren sich auch für normale Menschen, wenn sie interessant sind. Deshalb ist das krautige Geld auch bei uns in den besten Händen – zumal wir rosa Nägel haben, da sieht das dann auch sehr schick aus

Elke Wittich: Wer uns dabei hilft, den Onlinejournalismus zu retten ist zunächst egal, es geht ja um die Sache.

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Ruhrbarone: Euer Konzept einer “visionären crossmediale Multiplattform-Strategie” klingt teuer. Wie viel braucht Ihr für den Erfolg?

Ramona Ambs: Mehr.

Marit Hofmann: 999 funkelnde Schatzkisten.

Elke Wittich: Für den Anfang 999 …

Ramona Ambs: …und dann mehr

Elke Wittich: …und dann huldvoll weitersehen. Für die Rettung des Onlinejournalismus dürfte ja eigentlich kein Preis zu hoch sein.

Ruhrbarone: Die Reaktionen auf den Start von Prinzessinnenreporter sind mit “euphorisch” noch zurückhaltend beschrieben. Habt Ihr mit diesem Erfolg bei Euren Untertanen gerechnet?

Svenna Triebler: Da in Deutschland ein Monarchiedefizit besteht, verwundert das eigentlich nicht.

Ramona Ambs: Wir sind Prinzessinnen, wir sind es gewohnt, dass man uns geil findet.

Ruhrbarone: Einer Eurer ersten Aktionen war die Reform des Horoskopwesens. War das zu lange eine unterschätzte journalistische Form?

Svenna Triebler: Reform? (Palast-)Revolution wäre der richtige Begriff!

Ruhrbarone: Ihr konfrontiert die Leser immerhin mit unangenehmen Wahrheiten: “Genau genommen ist Ihre Existenz den Sternen völlig schnurz.”

Elke Wittich: Das erste reine Netzmedium, die Netzzeitung, ist pleite gegangen vor einigen Jahren. Hatte sie ein Horoskop? Nein. Man muss aus solchen tragischen Fällen eben lernen.

Svenna Triebler: Wir müssen den Menschen ihren Glauben an höhere Mächte nehmen. Umso mehr Kapazitäten hat die Untertanencrowd für die Prinzessinnenverehrung.

Ramona Ambs: Die Fackel der Wahrheit spiegelt sich außerdem phänomenal schön in unseren Krönchen, es ist also auch eine ästhetische Frage.

Elke Wittich: Die Wahrheit glitzert – so sieh’st mal aus.

Ruhrbarone: Ist so ein Stück wie das getanzte Hamburger Wahlergebnis nicht ein Risiko gewesen? Der gemeine Waldorfschüler darf doch nur selten und wenn ganz kurz ins Internet.

Marit Hofmann: Es handelte sich hier um klassisches Ballett. Im übrigen bitte ich um Verständnis dafür, dass ich zu diesem Thema nur getanzte Fragen beantworten kann.

Leo Fischer: Der neue Journalismus darf sich nicht mit Dingen wie Transparenz, Aktualität oder Verständlichkeit aufhalten. Unsere Marktforschung zeigt: Der Leser möchte vor allem geflasht werden.Und nichts flasht härter als Ausdruckstanz.

Ruhrbarone: Nicht alle Eure Untertanen scheinen schon reif für die Prinzessinnenreporter zu sein: “Auch die FAZ gehört zu unserer Untertanencrowd, ist allerdings nicht in der Lage, unsere gekrönten Häupter auseinanderzuhalten. ”

Svenna Triebler: Mangelnde Medienkompetenz ist ein großes Problem der Altmedien. Aber dem wollen wir ja etwas entgegensetzen.

Marit Hofmann: Wir sehen das als Bestätigung dafür, wie sehr unser neuer Journalismus gebraucht wird.

Leo Fischer: Außerdem war die Autorin vielleicht einfach von unserem versammelten Glanz geblendet, das muss man verstehen.

Ruhrbarone: Online-Medien haben in der Regel zwei Geschäftsmodelle: Einen Dummen finden, der sie aufkauft, oder alle anderen mit dem Geld von noch Dümmeren aufzukaufen. Was strebt Ihr an?

Elke Wittich: Die Weltmonarchie. Chefprinzessinnen von überall werden

Leo Fischer: Wir werden nicht gekauft oder gesponsert, wir nehmen huldvoll Geschenke entgegen. Und auch nicht von jedem.

Elke Wittich: Wir sind nicht käuflich, aber bespendbar

Ramona Ambs: Nur vielleicht bei Schuhen? Aber da sind wir noch am diskutieren…

Elke Wittich: Schuhe sind was anderes

Marit Hofmann: Das Geschenk muss sich natürlich sehen lassen können.

Svenna Triebler: In der Weltmonarchie heißt das dann ohnehin Tribut.

Leo Fischer: Allenfalls eine staatliche Förderung stünde zur Debatte, ähnlich der königlichen Familie in Großbritannien.

Ramona Ambs: Aber: Wir mögen die Untertanen. Sie sollen fleißig arbeiten und uns Respekt zollen und crownfunden – dafür sind sie gemacht.

Ruhrbarone: Wie wird es mit den Prinzessinnenreportern in naher Zukunft weitergehen?

Ramona Ambs: Die rosa Sache wird die Welt erobern!

Leo Fischer: Wir wollen noch teurer werden!

Marit Hofmann: Und noch weniger arbeiten.

Svenna Triebler: Die Crownfundingphase wird in Kürze starten, als nächstes werden wir unsere Redaktionsräume in ein standesgemäßes Schloss verlegen.

Ruhrbarone: Habt ihr schon ein Schloss ausgewählt?

Leo Fischer: Unser Gründungsprinzip hieß: Wir wollen genauso teuer werden wie die Krautreporter, aber inhaltlich noch beliebiger.

Elke Wittich: Aber das hat sich als unmachbar erwiesen

Leo Fischer: Bitte keines von diesen Ramsch-Schlössern in der Zone

Svenna Triebler: Neuschwanstein ist leider etwas abgelegen.

Elke Wittich: Außerdem brauchen wir ja ein Schloss mit Katzenklappe.

Leo Fischer: An der Mosel gibt es tolle Schlösser!

Ramona Ambs: … und bis wir das Schloss dann haben, werden wir natürlich auch kleinere Revolutionen anzetteln. Es folgt ein Bericht zu Gaza, den die Untertanen schon seit längerem wünschen, ein Kater wird in die Redaktion ziehen, Leo wird sich weiter mit Praktikanten treffen, und wir werden weiter an unseren Grundsätzen arbeiten.

Elke Wittich: Und an der Ethik, vergiss um Himmelswillen die Ethik nicht.

Leo Fischer: Außerdem werden wir schon nächste Woche unser journalistisches Selbstverständnis vollkommen überarbeiten.

Ramona Ambs: Kein Stress!

Svenna Triebler: Und die Crowd mit regelmäßigen Updates hautnah am Redaktionsalltag 2.0 teilhaben lassen.

Marit Hofmann: Kater Kasimir wird sich als Senior Editor nicht zuletzt dafür einsetzen, die im Internet vollkommen unterrepräsentierte Gattung der Katze zu fördern und einen Imagewandel herbeizuführen.

Leo Fischer: Ich werde außerdem einen Videoblog herausgeben, in dem ich meine schönsten Urlaubsdias zeige.

Elke Wittich: Es wird viele Überraschungen geben, und wir werden die verkrusteten Strukturen des Journalismus aufbrechen.

Leo Fischer: Eventuell können wir uns auch vorstellen, in den Printbereich zu expandieren. Unsere ausgedruckten Blogbeiträge auf Bütten, jeden Morgen druckfrisch im Briefkasten.

Marit Hofmann: Das wäre dann das Print-Only-Abo.

Leo Fischer: Aber hier brauchen wir einen fähigen Investor. Ich bin mit Konstantin Neven DuMont auf Facebook befreundet und werde ihn dieser Tage darauf ansprechen.

Die Prinzessinnenreporter legen Wert auf die Feststellung, dass dieses Interview unter der Verwendung modernster Technologie stattgefunden hat. Langweiliges Oldschool-Zeugs wie Offline-Treffen, Telefon oder Mail wurden nicht genutzt.

Die  Prinzessinnenreporter findet ihr hier. Informationen zu  Ramona Ambs, Leo Fischer, Marit Hofmann, Elke Wittich und Svenna Triebler hier.

Siehe auch: The Krauts in Paris

Artikel von Ramona Ambs auf Publikative.org

Grüner „Aufschrei“ gegen FDP-Spitzenkandidatin

"Titten und Beine" statt Inhalte? Wahlplakat von Katja Suding in Hamburg-Teufelsbrück (Foto: Patrick Gensing)
Twitter-Account von Katja Suding (FDP)
Twitter-Account von Katja Suding (FDP)

Nach der Wahl in Hamburg hat ein Grünen-Politiker auf Twitter für viel Verärgerung gesorgt. Jörg Rupp schrieb zum Erfolg der FDP mit Spitzenkandidatin Katja Suding in der Hansestadt: „muss man sich mal vorstellen: mit Titten und Beinen anstatt Inhalten“. Wir meinen: Man muss auch Verständnis für den armen Mann haben…

Von Patrick Gensing

Die Reaktionen auf Rupps „Wahlanalyse“ ließen nicht lange auf sich warten. Der Kommentar sei unter aller Sau und übelst sexistisch, merkten mehrere Leute an.

Schließlich entschuldigte sich Rupp, immerhin Mitglied des Landesvorstands der Grünen in Baden-Württemberg, für seine „Wortwahl“ und beklagte sich, ein „Shitstorm“ sei eine Erfahrung, die man nicht machen müsse. Dass es bei der Kritik gar nicht unbedingt um den Begriff „Titten“ ging – geschenkt.

Denn ehrlich, man (!) muss auch Verständnis für Rupp und seinen Brass auf Frauen haben, immerhin twitterte der Grüne nur zwei Tage zuvor, dass die Grippewelle nun auch in seinem „Haushalt“ angekommen sei – und seine Frau flach liege. Und hey, wer wäre da nicht etwas angespannt, wenn man die Geschirrspülmaschine am Wochenende schön selbst ausräumen muss?

Im Ernst: Rupp hat eine längere Erklärung zu seinem Tweet veröffentlicht, darin heißt es:

Ich wollte provozieren und ich wollte verkürzen. Und ich war verärgert. Ich erinnerte mich an einen Spiegelartikel von Vera Kämper, den ich sehr eindrücklich fand und in dem Katja Suding mit den Worten zitiert wird:

“Attraktivität hilft, Aufmerksamkeit zu bekommen”, erklärt die FDP-Politikerin,

und schon das fand ich ärgerlich. Nicht, dass ich sie wegen ihrer vermeintlichen Attraktivität als nicht intelligent empfand, sondern weil ich finde, dass Äußerlichkeiten, als Attribut im Wahlkampf nichts verloren haben. Weder bei Frauen noch bei Männern.

Schade, dass Rupp aber genau das Aussehen von Suding ausführlich thematisiert. Dabei hatte sich bereits die tagesschau bei Suding entschuldigt, als ihre Beine in einer Kamerafahrt sehr genau abgebildet wurden, obgleich Suding nicht als Sportlerin, sondern als Politikerin auftrat. Rupp tut so, als sei es Sudings eigene Schuld, dass sie medial so dargestellt wurde. Was hat die Frau auch solche Beine?!

"Titten und Beine" statt Inhalte? Wahlplakat von Katja Suding in Hamburg-Teufelsbrück (Foto: Patrick Gensing)
„Titten und Beine“ statt Inhalte? Wahlplakat von Katja Suding in Hamburg-Teufelsbrück (Foto: Patrick Gensing)
Inhaltsreicher Grüner Wahlkampf: Mit Hamburg für Hamburg. Na dann. (Foto: Patrick Gensing)
Inhaltsreicher Grüner Wahlkampf: Mit Hamburg für Hamburg. Na dann. (Foto: Patrick Gensing)

Zudem erinnert der Hinweis darauf, dass das Aussehen von Frauen und Männern nicht thematisiert werden solle, an Warnungen, es dürfe auch keinen Rassismus gegen Deutsche geben. Dabei haben Ressentiments und Vorurteile stets auch viel mit realen gesellschaftlichen Machtverhältnissen zu tun. So dürfte die Zahl der Fälle, in denen das Aussehen von Männern diskutiert wird, überschaubar sein.

Tiere und Kinder

Ach ja, und was den Vorwurf „inhaltsleer“ in Richtung FDP-Wahlkampf angeht: Vielleicht sollte sich Rupp einmal die Wahlplakate der Grünen in Hamburg anschauen. Da sind zwar keine angezogenen Frauen zu sehen, dafür aber so knuffige Tierchen und ein putziges Kleinkind.

Grüne Wahlplakate in Hamburg
Grüne Wahlplakate in Hamburg

Einfach süß!

Augsteins Suche nach dem „Dritten Weg“

Jakob Augstein, Herausgeber des "Freitag" (Foto: xtranews.de / CC BY 2.0)

Die Kolumnen des Verlegers Jakob Augstein sind deswegen so bemerkenswert, weil selten so anschaulich ein deutscher Populismus vorgetragen wird. So auch in der Ukraine-Krise, wo sich Augstein – mal wieder – an den USA abarbeitet und einen „dritten Weg“ inklusive Grenzverschiebungen für Europa empfiehlt.

Von Patrick Gensing

Augsteins Sprache ist in seiner jüngsten Kolumne militärisch geprägt: Von politischen „Führern“ schreibt er, die sich in Minsk getroffen hätten. Doch die Ukraine zerfalle. „Die Verantwortung können sich Amerikaner und Russen teilen – mit den Ukrainern“, stellt Augstein fest. „Europas Mühen um Frieden und Vernunft“ seien vergeblich gewesen.

Jakob Augstein, Herausgeber des "Freitag" (Foto: xtranews.de / CC BY 2.0)
Jakob Augstein, Herausgeber des „Freitag“ (Foto: xtranews.de / CC BY 2.0)

Europa als Hort der Vernunft zwischen den kriegstreibenden Großmächten in Ost und West? Es ist der altbekannte Augsteinsche Kunstgriff, sich ein Thema herauszugreifen – und über ein anderes, nämlich das Lieblingsthema, zu dozieren. So auch hier. Die USA saßen in Minsk nicht einmal mit am Tisch; in den USA wird verstärkt über Waffenlieferungen an die Ukraine diskutiert, während russische Soldaten seit Monaten in der Ukraine kämpfen; Präsident Obama steht unter massivem innenpolitischen Druck wegen seiner eher abwartenden Haltung, während über der Krim schon lange russische Fahnen wehen.

Für Augstein sind das Nebensächlichkeiten. In dem Text setzt er im Ukraine-Krieg das Vorgehen von Putin und Obama gleich: „Im vergangenen Jahr sagte Angela Merkel, Wladimir Putin lebe „in einer anderen Welt“. Inzwischen wissen wir: Der russische Präsident ist dort nicht allein. Barack Obama ist bei ihm. Es ist die Welt der Machtpolitik, in der sich sowohl Russen als auch Amerikaner gut auskennen – nur Merkel, die Deutsche, ist dort eine Fremde.“

Nicht Merkel, die französische? Oder die italienische? Nein, es ist Merkel, die gutgläubige Deutsche, die da zwischen den knallharten Russen und Amis agiert. Das kann ja nicht gut gehen.  „Was ist aus der Ukraine geworden?“, fragt Augstein. Seine Antwort: „Eine Beute der Großmächte. Amerikaner und Russen zerren an dem Land an der Grenze zwischen Ost und West. Sie zerren, bis das Land darüber zerreißt. Wer glaubt noch, dass eine Teilung abgewendet werden kann?“ Der russische Bär und der amerikanische Adler im Kampf um die Ukraine, Ost gegen West – wie einst Godzilla gegen Kingkong – oder so ähnlich.

„Protektorat“ der USA

Doch ein Happy End ist bei Augstein nicht in Sicht: Der Westen der Ukraine werde ein amerikanisches „Protektorat“, der Osten ein russisches. Und nun kommt der Clou: „Hätte es einen dritten Weg gegeben?“, fragt Augstein – und kommt umgehend mit der Neutralität zwischen West und Ost um die Ecke: „Die Ukrainer selbst wollten ihn nicht gehen: ein Verzicht auf die Mitgliedschaft in der EU und – wichtiger noch – in der Nato.“ Auch das kleine Problem, dass eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine gar nicht zur Debatte steht, umgeht Augstein, indem er wieder auf die Amis zeigt: „Da haben die Deutschen die Rechnung ohne die USA gemacht. Amerika hatte nie vor, die Ukraine in der Blockfreiheit zu belassen“, weiß er, leider ohne uns  die Quelle zu verraten.

Um es abzukürzen: Hier liegt der Kern der Argumentation (des Ressentiments) von Augstein. Die USA lassen Europa einfach nicht in Ruhe, sonst wäre hier alles vollkommen unproblematisch (gut, ohne die Amis hätte ja auch der Führer für klare Verhältnisse gesorgt und Deutschland wäre neutral). Stattdessen führen sie weiter ihre Stellvertreterkriege und ringen mit Russland um die Weltherrschaft. Alles wie gehabt. Die Idee des Dritten Weges, den Deutschland und Europa gehen sollten, ist auch nicht gerade neu, für Augstein scheint er brandaktuell.

Kuba-Krise am Donbass

Bemerkenswert ist in diesem Kontext auch, wie zwanghaft Augstein immer wieder nach veralteten Deutungsmustern greift, um seine Weltsicht nicht verändern zu müssen: Er verweist auf „die berühmten [US-]Ausbilder, die wir aus den südamerikanischen Vasallenstaaten noch kennen“ und behauptet, „das Zerren um die Ukraine“ sei „unsere Kubakrise“. Klar, ein Atomkrieg im Jahr 1962 hätte Europa natürlich egal sein können.

Ganz ernsthaft setzt Augstein die Kuba- und Ukraine-Krise einfach gleich: „Die Sowjets brachten 1962 die Welt aus dem Gleichgewicht, als sie versuchten, Atomraketen vor der amerikanischen Haustür zu deponieren. Die USA und die Sowjets hätten deshalb den Atomkrieg gewagt. Der Versuch, aus der Ukraine einen westlichen Vorposten zu machen, ist auf eine ähnliche Reaktion gestoßen.“

Augstein schließt seine Konstruktion aus dem antiimperialistischen Baukastensystem mit einem Zitat der Schriftstellerin Daniela Dahn, die lapidar anmerkte: „Nun also wird die Ukraine eine andere Staatsform bekommen. Wenn beide ukrainischen Seiten so unversöhnlich sind wie man hört, wird eine demokratisch legitimierte Grenzverschiebung unvermeidlich.“ „Beide ukrainische Seiten“ – hört hört. Erst wird das Vorgehen von Putin und Obama in der Ukraine-Krise gleichgesetzt – und schließlich der Aggressor ganz entsorgt, während man selbst eine „legitimierte Grenzverschiebung“ in Osteuropa als „unvermeidlich“ erklärt. Deutsche Geostrategen bei der Arbeit. Viel Spaß auf dem dritten Weg.

„Wie jüdisch muss man sein?“

"Nürnberger Gesetze"

Die dusseligste Einleitung zur Debatte um den „Expertenkreis Antisemitismus“ bietet die taz an: „Wie jüdisch muss man sein, um über Antisemitismus zu forschen und als Experte konsultiert zu werden?“, leitet Daniel Bax seinen Text ein. Und weiter: „Über diese Frage gibt es nun Streit.“

Fast richtig. Bei der Diskussion geht es nicht darum, „wie jüdisch man sein“ müsse (reicht es bereits, ein „Achteljude“ zu sein, um zum Antisemitismus forschen zu dürfen?), sondern darum, dass die jüdische Perspektive in dem Expertenkreis Antisemitismus kurzerhand ausgeblendet wird. Lediglich bei Anhörungen sollen jüdische Experten oder Verbände zu Wort kommen.

Würde Kollege Bax bei einer ähnlichen Debatte über ein – sagen wir – taz-Podium zum Thema Rassismus, bei dem People of Colour (PoC) lediglich als Zuschauer etwas sagen dürfen, vielleicht texten: „Wie dunkelhäutig muss man sein, um als Experte über Rassismus diskutieren zu dürfen?“

Siehe auch: Antisemitismus-Forschung am besten ohne Juden?

„Good, old-fashioned antisemitism“

Am 22. Januar 2015 ist im New Yorker Stadtrat über eine Resolution gesprochen worden, die in Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau verabschiedet werden sollte. Aktivisten, die auf dem Balkon der Kammer saßen, unterbrachen jedoch die Sitzung mit lautem Gebrüll und entrollten eine Flagge Palästinas. David Greenfield (Democrat) hielt daraufhin eine bemerkenswerte Rede.

“Ich zittere am ganzen Leib. Ich bin wütend. Ich sage aber auch frei heraus: Ich bin froh darüber, was wir hier heute zu sehen bekommen haben.

Seit Wochen hören wir immer wieder die selben Beteuerungen: “Nein, wir hassen Juden nicht. Wir mögen nur den Staat Israel nicht. Wir haben kein Problem mit Juden. Wir wollen nur nicht, dass ihr nach Israel geht!” Wir wissen aber, dass das nicht der eigentliche Kern der Aussage ist. Heute wurde es bewiesen!

Während wir über eine Resolution gesprochen haben, die sich mit den Morden an 1,1 Millionen Menschen in Auschwitz-Birkenau beschäftigt, ich möchte betonen, neunzig Prozent davon waren jüdisch, aber die anderen zehn Prozent waren politische Dissidenten, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, dies waren die Menschen, die alle gemeinsam in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden, während wir darüber gesprochen haben, besaßen diese Leute die Frechheit, die Chuzpe, die Verwegenheit, die Flagge Palästinas zu entfalten und uns anzubrüllen, während wir über Auschwitz sprachen!

In Anbetracht dieser Störung können wir endlich damit aufhören, so zu tun, als ginge es hier nur um Israel, während in Wirklichkeit jedes Land, das heute im Nahen Osten existiert, nicht demokratisch ist, Menschen mit anderen Glauben verfolgt, Homosexuelle verfolgt, Menschen verfolgt, die widersprechen, Menschen verfolgt, die twittern, Frauen verfolgt, die Auto fahren, mit Ausnahme eines einzigen Landes: Israel!

Was wir heute hier gesehen haben, war nackter, blinder Judenhass! Das ist es, was wir gesehen haben! Die Leute, die hier gebrüllt haben, sind nur aus einem Grund so sauer! Wollen Sie den Grund hören? Wollen Sie wissen, warum die da oben die Flagge entrollt haben? Ich sage es Ihnen! Weil Hitler seinen Job nicht zu Ende gemacht hat. Er hat nur eine Hälfte meiner Familie vernichtet! Nur durch die Gnade Gottes ist die andere Hälfte der Familie, ich, der Enkel, heute unter den Lebenden. Deshalb sind die Leute dort oben sauer!

Schande über sie! Schande über sie, weil sie Juden hassen! Schande über sie, weil sie Menschen hassen. Schande über sie, weil sie keinen Respekt haben vor dem kulturell vielfältigsten Rat, der in den Vereinigten Staaten von Amerika frei und demokratisch gewählt wurde.

Darum gehen wir nach Israel. Wir machen deutlich, dass wir uns nicht mehr einschüchtern lassen von der Furcht und dem Hass, der eher den Tod von Juden feiert, als um den Tod Unschuldiger zu trauern!

Ich bin beschämt darüber, was hier heute geschehen ist. Aber ich bin auch froh, dass wir endlich zu Gesicht bekommen haben, worum es hier eigentlich geht: guter alter Judenhass!”

Auch ich bin froh, dass dieser Protest im New Yorker Stadtrat stattfand, denn nur so sind wir nun im Besitz dieser brillanten Rede. Die Rede entstand spontan, aus dem Gefühl heraus und sagt daher alles, was gesagt werden muss und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.“

Zuerst veröffentlich auf Tapfer im Nirgendwo

„Sprech ich Spanisch?“

Warum eine Suchmaschine noch keine Übersetzung macht, zeigen SID und MoPo hier eindrucksvoll. (Foto: Publikative.org)

Argentinien gewinnt die WM vielleicht nicht auf dem Platz, aber ganz sicher auf der Straße und den Rängen. Denn mit „Brasil, decime qué se siente“ haben die Argentinier zweifelsohne die beste Hymne – und die TIfo-WM im Alleingang für sich entschieden. Das ist offenbar auch dem „Sportinformationsdienst“ (SID) aufgefallen. Doch die im Titel aufgeworfene Frage, die Matthias Sammer einst aufgebracht einem deutschen Sportreporter stellte, weil dieser ihn Sammers Auffassung nach einfach nicht verstehen wollte, sollte man sich bei der „größten deutschen Sport-Nachrichtenagentur“ (Eigenbeschreibung) vielleicht mal ernsthaft stellen.

Von Andrej Reisin

Warum eine Suchmaschine noch keine Übersetzung macht, zeigen SID und MoPo hier eindrucksvoll. (Foto: Publikative.org)
Warum Worte in Satzstrukturen noch keine Übersetzung sind, zeigen SID und MoPo hier eindrucksvoll. (Foto: Publikative.org)

Denn die „Übersetzung“ die der SID kürzlich an seine Kunden verschickte – und die auch eifrige Abnehmer fand, wie das Beispiel der „Hamburger Morgenpost“ zeigt, offenbart doch erhebliche Schwächen – und zwar sowohl in sprachlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf die fußballhistorische Kompetenz. Ob da ein Praktikant mit dem Google Übersetzer am Werk war? Wir wissen es nicht. Aber kein Thema, lieber SID: Publikative.org hilft gerne aus. Hier zunächst der spanische Originaltext:

Brasil, decime qué se siente,
tener en casa a tu papá.
Te juro que aunque pasen los años,
nunca nos vamos a olvidar.
Que el Diego te gambeteó
que Cani te vacunó
que estás llorando desde Italia hasta hoy.
A Messi lo vas a ver
la Copa nos va a traer
Maradona es más grande que Pelé!

Und hier die freie Übersetzung nebst einigen Erklärungen, die von Jan-Henrik Gruszecki stammen, der 2013 an einer großen Reportage über den argentinischen Fußball mitwirkte:

Brasilien, sag mir, wie es sich anfühlt,
Deinen Papa im Haus zu haben.
Ich schwöre, selbst nach all den Jahren
werden wir niemals vergessen,
wie Diego dich umdribbelte
und Cani(ggia) zustach.
Seit Italien bis heute seid Ihr am Weinen
Ihr werdet Messi sehen,
wie er uns den Pokal zurückbringt
Maradona ist größer als Pelé!

Die Argentinier, die sich und ihre Mannschaft  in dem Song als „Vater“ von Brasilien bezeichnen, beziehen sich auf eine in Südamerika geläufige fußballerische Unterscheidung zwischen Vater und Sohn. Der „Papa“ ist dabei immer das größere Team, das mehr Siege in der Bilanz hat, mehr Titel gewonnen hat, usw. Zwar mag man einwenden, dass diese Auffassung gerade im Hinblick auf die Verteilung der WM-Titel zwischen beiden Nationen (Brasilien: 5 / Argentinien: 2) nicht „ganz“ zutrifft, aber in Argentinien zweifelt niemand daran, die bedeutendere Fußballnation zu sein, was sich nach argentinischer Auffassung auch an deutlich mehr Copa-América-Titeln und deutlich mehr argentinischen Siegern in der Copa Libertadores zeigt. Weiterhin enthält diese Zeile eine Anspielung darauf, dass der Papa beim Sohn eingezogen ist, was ein in Argentinien kein ganz unübliches Familienmodell ist: Wenn die Eltern ein hohes Alter haben, wohnen sie häufig bei den Kindern, die das Geld verdienen.

Die „vergangenen Jahre“ und die Erwähnung von Maradona und Caniggia beziehen sich auf die WM 1990 in Italien und den dortigen 1:0-Sieg der Argentinier gegen den Favoriten Brasilien – nach einem tollen Solo von Maradona und dem anschließenden Treffer durch Caniggia. Argentinien erreichte das Finale, verlor dort aber gegen Deutschland nach einem von Andi Brehme verwandelten Elfmeter im Anschluss an ein „Foul“ an Rudi Völler, das man (nicht nur) in Argentinien für eine klare Schwalbe hielt – allerdings nach zwei Szenen, in denen man zuvor durchaus Elfmeter hätte geben können. Im deutschen Fernsehen sprach man damals von einer „Konzessionsentscheidung„.

Der Rest ergibt sich von selbst. Und hier ist der Song mit „etwas“ mehr Pop-Appeal als „Steht auf, wenn Ihr Deutsche seid!“ noch einmal zum Genießen:

Eine Meldung und ein Video zum Polizeieinsatz am Görlitzer Park

Festnahme in Berlin Kreuzberg (Screenshot Youtube)

In Berlin ist die Polizei nach eigenen Angaben von einer Gruppe von etwa 60 Personen angegriffen worden. Im Netz kursiert ein Video des Vorfalls.

Die Polizei Berlin teilt mit:

„Bei Angriffen aus einer Gruppe von etwa 60 Personen heraus wurden gestern Nachmittag sechs Polizisten verletzt. Gegen 17.45 Uhr alarmierten Zeugen die Polizei zum Görlitzer Park, da zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Personen in eine Schlägerei verwickelt waren. Im Park eingetroffen, sahen die Beamten einen 25-jährigen verletzten Mann, der am Ohr stark blutete. Bei der nun folgenden Sachverhaltsklärung mischten sich zunächst mehrere Personen, die kurz zuvor an einer Demonstration von Neukölln nach Kreuzberg teilgenommen hatten, lautstark in die Ermittlungen der Beamten ein. Darüber hinaus stellte sich ein 22-jähriger Mann den Beamten in den Weg und störte sie bei der Sachverhaltsaufklärung. Nachdem die Polizisten ihn vergeblich des Platzes verwiesen hatten und die Behinderungen anhielten, zog ein Beamter den Störenfried zur Seite, woraufhin sich eine Personengruppe von bis zu 60 Personen in das Geschehen einmischte und die Einsatzbeamten attackierte. Aus der Gruppe heraus wurden zwei Fahrräder gegen die Beamten geschleudert, wodurch ein Polizist eine Kopfverletzung erlitt, die später in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Mit Unterstützung weiterer hinzugerufener Polizisten wurde die Personengruppe abgedrängt und zwei Männer im Alter von 32 und 46 Jahren sowie eine 33-jährige Frau festgenommen. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Insgesamt sechs Beamte wurden bei den Angriffen verletzt.“

Und hier ein Video – offenkundig des oben erwähnten Vorfalls…

Nachtrag: Die Polizei veröffentlichte als Reaktion eine weitere Mitteilung:

Polizeimeldung Nr. 1611 vom 07.07.2014
Friedrichshain – Kreuzberg
07.07.2014

Nach der Veröffentlichung eines Videos im Internet, auf dem die Festnahme eines 22-jährigen Mannes am Görlitzer Park zu sehen ist, möchte die Polizei Berlin folgende Ergänzungen bekanntgeben:
Das veröffentlichte Video zeigt nur einen Ausschnitt der Ereignisse vom vergangenen Samstag, 5. Juli 2014. Vorausgegangen war ein Polizeieinsatz anlässlich einer Schlägerei am Görlitzer Park, bei der ein 25-jähriger Mann schwer am Ohr verletzt worden war. Die alarmierten Polizisten kümmerten sich zunächst um den Verletzten und alarmierten die Berliner Feuerwehr. In der weiteren Folge nahmen die Beamten die Personalien des jungen Mannes auf und versuchten nun, den Sachverhalt aufzuklären und die Täter der gefährlichen Körperverletzung zu ermitteln. Hierbei wurden die Polizisten hartnäckig gestört. Der in dem Video zu sehende Mann, ein 22-Jähriger, behinderte die Beamten mehrfach bei ihrer Arbeit und verhinderte, dass die Beteiligten der Schlägerei ermittelt werden. Der Abgebildete erhielt nun einen Platzverweis, dem er nicht nachkam, so dass er weggeführt werden musste. Nachdem sich der Einsatzbeamte nun dem mittlerweile im Rettungswagen sitzenden Verletzten zugewandt hatte, ging der 22-Jährige erneut auf die Beamten zu. Hier beginnt die Videoaufnahme.
Ein Polizist wollte die Personalien des jungen Mannes feststellen, um ihm dann einen so genannten qualifizierten Platzverweis auszusprechen. Hier widersetzte sich der auf dem Video zu sehende Mann und versuchte sich zu entfernen, so dass er von den Einsatzbeamten festgehalten werden musste und zu Boden gebracht wurde. Der Mann versuchte sich der Personalienfeststellung zu entziehen, indem er sich auf seine Arme legte und damit verhinderte, dass die Beamten ihn zur Identitätsfeststellung zu einem Polizeifahrzeug führen konnten.
Sowohl während der veröffentlichten Videosequenz als auch danach kam es zu gewalttätigen Angriffen gegen die Polizisten, die in dem Filmausschnitt nicht zu sehen sind und die Beamten vor so große Probleme stellten, dass weitere Polizisten zur Unterstützung verständigt werden mussten. Weiterhin ist in den Sequenzen nicht zu erkennen, dass ein 46-jähriger Mann und eine 23-jährige Frau versucht hatten, den 22-Jährigen zu befreien. Ein Polizist erlitt bei den Attacken eine Gehirnerschütterung und musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Einem weiteren Beamten wurde in die Hand gebissen. Darüber hinaus setzte ein bislang Unbekannter Reizgas gegen die Beamten ein. Insgesamt sechs Einsatzbeamte wurden bei den Angriffen verletzt.

Siehe auch: Flüchtlingspolitik: Schutzraum Großstadt?