AfD kann in Hamburg nicht marschieren

Die norddeutschen Landesverbände der AfD wollen in Hamburg demonstrieren, werden aber von Linken durch Blockaden daran gehindert. An der AfD-Kundgebung nehmen auch Neonazis teil, die Journalisten angreifen.

Von Benjamin Laufer

„Die Polizei hat kapituliert“, sagt Hamburgs AfD-Landesvorsitzender Bernd Baumann durch die Lautsprecheranlage. „Sie ist nicht in der Lage, und vor den Linksfaschisten zu schützen.“ Mehr als 1200 Menschen haben den Kundgebungsort der AfD hinter dem Hamburger Bahnhof umstellt und verhindern, dass die Rechten wie geplant durch die Innenstadt ziehen können. 500 AfD-Anhänger hat die Polizei gezählt, die Schätzung zahlreicher Beobachter liegt jedoch deutlich darunter.

AfD-Demo in Hamburg. Foto: Benjamin Laufer.
AfD-Demo in Hamburg. Foto: Benjamin Laufer.

Neonazis greifen Fotografen an

Die Landesverbände Schleswig-Holsteins, Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommerns und Hamburgs der AfD hatten dazu aufgerufen, „gegen das Politikversagen“ zu protestieren und „das Asylchaos“ zu stoppen. Im Vorfeld wurde darüber spekuliert, ob auch Neonazis an der Demonstration teilnehmen würden – so wie zuletzt in Rostock. Zumindest die NPD-Kader blieben der Kundgebung in Hamburg jedoch fern, die Veranstaltung war dominiert von Teilnehmern aus dem bürgerlichen Milieu. Sie hätten nur friedliche Absichten, betonten alle Redner unisono.

In den hinteren Reihen der Kundgebung versammelten sich jedoch „bis zu 50 offensichtliche Rechtsextreme“, sagt der Journalist und Neonazi-Experte Julian Feldmann. Unter anderem trugen sie für die rechte Szene typische Kleidung der Marke Thor Steinar. Einige hätten Versucht, ihm und einem Kollegen gewaltsam die Kamera zu entreißen, was Augenzeugen bestätigen. „Die Stimmung war in meiner Wahrnehmung aggressiver als auf so mancher NPD-Demo“, sagt er.

Sprachliche Nähe zu Pegida

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Sprachliche Nähe zu Pegida: Hamburgs AfD-Vorsitzender Bernd Baumann. Foto: Benjamin Laufer.

Ideologisch suchten die AfD-Redner am Kundgebungsort die Nähe zur Pegida-Bewegung. Baumann, der sich gerade noch im NDR von Pegida abgrenzte, bediente sich in seiner Rede ihres Vokabulars. Die Gegendemonstranten rechnete er einer „weltweiten Schleusermafia“ zu, die sich gebildet habe: „Das sind riesige kriminelle Logistik-Konzerne.“ Deutschland sei in einer „Staatskrise“, weil es seine Grenzen nicht mehr absichern könne. Folgerichtig forderte er dann auch eine Änderung des Grundgesetzes, um einen „Aufnahmestopp“ für Flüchtlinge zu ermöglichen: „Wir brauchen sichere Grenzen. Dafür brauchen wir eine Verfassungsänderung.“

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry hatte zuvor in ihrer Rede den Rücktritt von Angela Merkel gefordert. „Wir sehen uns im Jahr 2015 einer Situation gegenüber, in der die deutschen Bürger endlich wieder aufzuwachen scheinen“, sagte sie. Niedersachsens AfD-Chef Armin Hampel beschwor das Ende der Christdemokraten: „Die CDU ist am Ende und wir sind die natürlichen Nachfolger“, sagte er. „In den nächsten Jahren wird sich die AfD Mehrheiten erarbeiten und dann wird eine andere Politik gemacht.“

Militärische Rhetorik

Baumann versuchte am Ende trotz der Blockaden, die Veranstaltung als Erfolg zu verkaufen. „Wir haben den Platz heute gegenüber dieser Linksmafia gehalten“, übte er sich in militärischer Rhetorik. „Tausende“ hätten sich „zusammengerottet“, um die Demonstration der AfD zu verhindern. „Ihr werdet an den Schulen und den Universitäten aufgehetzt“, rief er ihnen entgegen. „Was versteht ihr schon von Politik?“

Die Antwort der Gegendemonstranten waren vereinzelt geworfene Farbeier und ein für die AfD-Anhänger vermutlich angsteinflößender Sprechgesang: „Eure Enkel werden so wie wir!“

11 thoughts on “AfD kann in Hamburg nicht marschieren

  1. In Halberstadt wurde der Aufmarsch der Partei Die Rechte mehrfach blockiert, die Nazis konnten nur eine verkürzte Route laufen.

  2. Ich war dort und hielt mich zunaechst im hinteren Bereich der Kundgebung auf. Es waren maximal 300 AfDler. Neonazis habe ich keine gesehen. Das große Aufgebot der Antifa war besorgniserregend. Einer hat direkt in meinem Blickfeld seinen Knueppel gezogen als es losgehen sollte. Die Polizei hat mehrfach gedroht, die Blockade zu räumen, aber nichts gemacht. So musste die Veranstaltung abgebrochen werden. Wer handelt nun eigentlich antidemokratisch?

  3. Hallo,

    leider hatte die AfD 2013 doch schon mehr Menschen In Hamburg auf die Straße gebracht. 2013 marschierten laut Polizei 700, laut AfD-Angaben über 1.000 Personen gegen den Euro und die EU-Politik durch Hamburgs Straßen. Schön, dass es diesmal weniger waren und noch schöner, dass sie blockiert wurden.

  4. @Norddeutsche: Ich hab die ganze Zeit direkt in den ersten Reihen der Gegendemonstranten gestanden und hab kein einziges Mal auch nur eine einzige Waffe gesehen! Auch keinen Knüppel!

    Und um Ihre Frage zu beantworten: Antidemokratisch handeln die, die sich in NSDAP Rethorik üben und ALLE Parteien außer der AFD als Altparteien und total durchgedrehte „Asylmafia“ diffarmieren! Die „Neue Ordnung“ die Ihr schaffen wollt wird keine Demokratie mehr sein und Menschlichkeit sowie unser Grundgesetzt werdet Ihr auch abschaffen.

    Schämen Sie sich dieses Menschen zu unterstützen! Nicht in meinem Hamburg!

  5. Ich war als Teilnehmer auf der Demo am Samstag und stand in den hinteren Reihen, Es gab dort keine Rechstextremen.

    Und es war unerwünscht Teilnehmer zu fotografieren. Wenn sich dann irgendwelche „Fotografen“ unter die Teilnehmer mischen und diese – auch auf die Bitte hin dies zu unterlassen – provokativ fotografieren, so brauchen sich diese „Fotografen“ nicht wundern, dass ihnen entsprechend signalisiert wird doch bitte zu verschwinden.

    Gewalt gab es ausschließlich von den Primitivlingen der Gegendemo, u.a. in Form von Eierwürfen.

  6. @Anonymous: Also ich für meinen Teil habe sehr wohl „Knüppel“ auf der Seite der Gegendemonstration (hauptsächlich schwarz gekleidet und gepierct) gesehen, getarnt als Flaggenstiel. Es war eindeutig zu sehen, dass es eine „getarnte“ Schlagwaffe ist, die im Fall der Fälle gezückt wird, um den Sozialismus in die Gegenbewegung zu prügeln. Und was soll dieser Quatsch mit dem Abschaffen von Grundgesetz und Menschlichkeit… totaler Blödsinn.

  7. Sie haben anscheinend nicht so genau hingeschaut wie Herr Feldmann. Wer sich freiwillig Kleidung mit der Aufschrift „Thor Steinar“ anzieht, der ist ein Rechtsradikaler.

  8. Ich war auf der Demo und stehe dazu! Es gab keinerlei rechtsextreme Äußerungen in den Reihen der angemeldeten und genehmigten Veranstaltung. Allerdings brüllten Anhänger der nicht angemeldeten Gegendemo laut und lange: „Nie wieder Deutschland“ Und das unterscheidet uns dann wohl: Wir wollen Deutschland mit all seinen schönen Seiten, der Kultur, mit der deutschen Sprache.
    Wir sind nicht dagegen Menschen zu helfen, die in Not sind….Im Gegenteil!! Leute aus den Reihen der AFD arbeiten mit Flüchtlingen und helfen bei deren Integration. Fast alle Teilnehmer der DEMO gehen oder gingen arbeiten und zahlen Steuern.
    Wie sieht das mit den Teilnehmern der Gegendemo aus?
    Erstaunlicherweise waren wieder einmal die klugen Worte auf der angeblich rechten Seite zu hören.
    Die andere Seite brüllte Hasstiraden ohne Verstand und Inhalt.

  9. Wer sich anmaßt Kundgebungen zu verbieten verstößt gegen das Grundgesetz ! Mir ist nicht bekannt das dieses Grundrecht abgeschafft wurde. Ich bin kein Sympathisant der der SPD. Helmut Schmidt sagte einmal „Ein Politiker muß nicht alles sagen,aber das was er sagt muß war sein !“. Das ganze lief mal beim GEZ-Pay TV(ZDF und wie sie alle heißen). Ich kann diesen Sendern allerdings nichts abgewinnen. Man bezahlt diesen Dreck und wird zugedröhnt mit Tatort und Lindenstraße. Und dann besitzen die noch die Frechheit mit Werbung noch mehr Geld zu kassieren.Mit dem sogenannten Informationsauftrag hat das wahrlich nichts mehr zu tun ! Für Musikfreunde gab es mal Sendungen wie z.B. Hitparade,Disco,Formel1 u.s.w. Leider hat man die alle eingestellt. Statt dessen gibt es nur noch diese scheiß verdammte Volksmusik(Wie Otto Valkes in einem lustigen Sketch mal sagte:Caroline Reibach und ihre Trachtenzombies). Was ich damit eigentlich sagen wollte,für junge Menschen sind die öffentlich rechtlichen Sender absolut unattraktiv. Man sollte alle Öffentlich rechtlichen Sender zu einem einzigen Sender namens Senioren-TV zusammenfassen !!!
    Wenn ich ausnahmsweise mal einen dieser Sender einschalte sehe ich nur einseitige Berichterstattung mit Ausschnitten die dem Sender in den Kram passen. Die Wahrnehmung des sogenannten Informationsauftrages setzt aber eine objektive Berichterstattung voraus. Das ist bei weitem nicht der Fall. Meist macht man eine Befragung mit sogenannten Rechtsexperten die zu dem Schluß kommen diesen Organisationen jegliche Handlungen zu untersagen. Leider wird vom Grundgesetz kein einziges Wort geredet. Mit der von den Politikern allzuoft zitierten Rechtsstaatlichkeit hat das mit Sicherheit nichts zu tun !!! Jetzt noch kurz zu den Asylanten. Jeden Tag kommen in Bayern ca. 4500 Flüchtlinge an. Das sind bei nur 365 Tagen pro Jahr mehr als 1,5 Mio. Wenn das ewig so weiter geht hat die Bundesrepublik mehr Einwohner als die USA. Hier kann nur eine Begrenzung helfen oder man schafft die Regierung ab und erklärt endgültig den Staatsbankrott und es gilt das Wolfsgesetz fressen oder gefressen werden.
    Horst Seehofer hat Recht mit seinen Auffanglagern. Hab mal einen Bericht gesehen(mit versteckter Kamera) wie ein vermeintlich Verfolgter den Schlepper bezahlte. Es waren gute US-Dollar alles in 100-er und ein dickes Bündel. Wo hatte diese Ratte soviel Kohle her.
    Ich sehe es jeden Tag,eine Gruppe Asylanten und das schäbigste Handy ein iPhone. Die Dinger sind Spitze,aber wo haben die Leute die angeblich Hab und Gut zurücklassen mussten denn das Geld dafür her?
    Flüchtlinge aus Kriegsländern aufzunehmen löst keine Probleme sondern hält diese am Wachsen.
    Und somit reißt der Asylantenstrom niemals ab. Wenn ich so einen Unsinn von Sanktionen verhängen
    höre kommt mir der kalte Kaffee hoch. Das trifft nur die Leidtragenden und nicht die Verursacher.
    Da hilft nur eine Lösung ala Bin Laden und Hilfe beim Wiederaufbau !!!!!!!!
    Den Euro sollte man endlich auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Das war nichts weiter als ein Hobby der Politiker,was Spekulanten Tür und Tor öffnete. Man hat damit großkotziger Weise versucht
    den US-Dollar als Leitwährung abzulösen. Es entstanden gigantische Spekulationsblasen(Unvorstellbare Summen wurden in ein nichtexistierendes Produkt investiert). Das ganze gipfelte in einem gewaltigen Börsencrash.Ich bin kein Börsenguru,aber der Börse zu gestatten sich unabhängig von der Wirtschaft zu entwickeln war ein Riesen Fehler der sich nicht mehr rückgängig machen lässt. Arbeit habe ich auch keine mehr weil ich zu dem Vorgehen des Geschäftsführers meine Meinung gesagt habe. Manchmal überkommt mich der Wunsch diesem Land den Rücken zu kehren. Mit 57 Jahren macht das allerdings keinen Sinn mehr. Wenn es in diesem Land eines Tages einen Rechtsruck gibt es würde mich nicht wundern. Die Politik der jetzigen Regierung geht am Volk der Bundesrepublik vollkommen vorbei. Ich bin kein Jurist und kein Buchautor aber jetzt höre ich auf weil die Seite gleich voll ist.
    Vielleicht schreibe ich doch mal ein Buch als ich einen Verleger finde.
    Auf jeden Fall werde ich mal eine AfD-Kundgebung besuchen und zuhören was die Politik anscheinend nicht mehr kann !!!!
    Hamburg liegt bei mir praktisch vor meiner Haustür

    1. „Horst Seehofer hat Recht mit seinen Auffanglagern. Hab mal einen Bericht gesehen(mit versteckter Kamera) wie ein vermeintlich Verfolgter den Schlepper bezahlte. Es waren gute US-Dollar alles in 100-er und ein dickes Bündel. Wo hatte diese Ratte soviel Kohle her.“

      Wieso hast du den Bericht mit versteckter Kamera gesehen? hast Du keinen Fernseher?
      Und wer verfolgt vermeintlich Ratten? Gibt es gute und nicht so gute US-Dollar?

      „Ich bin kein Jurist und kein Buchautor aber jetzt höre ich auf weil die Seite gleich voll ist.“
      Bist Du betrunken?
      Warte mit dem Buchschreiben bis Du etwas nüchterner bist.
      Und versuch mal zuzuhören was die Politik nicht kann. Und erzähl uns dann davon.

      „Hamburg liegt bei mir praktisch vor meiner Haustür“ Was ein Satz.

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