Köln: Der Rechtsterrorismus ist zurück – und er war nie weg

Erst richten sich Hass und Angriffe auf geflüchtete Menschen selbst, längst sind aber auch die „Volksverräter“ ins Visier genommen worden, man denke nur an den Pegida-Galgen für Merkel.

Von Patrick Gensing

Schon Breivik hatte seinen Anschlag so legitimieren wollen, als er nämlich nicht Einwanderer selbst, sondern die vermeintlichen Wegbereiter einer „Islamisierung“ angegriffen hatte.

Bemerkenswert an der Tat von Köln ist zudem, dass der Täter die gleichen Waffen benutzte wie palästinensische Terroristen in Jerusalem. Man will gegen eine angebliche Islamisierung Europas kämpfen, steht dieser Ideologie aber weit näher als Werten wie Meinungsfreiheit und Toleranz.

Der Rechtsterrorismus tritt auch in Deutschland in Form von Einzeltätern auf, die sich via Internet radikalisieren. Es sind die Früchte der vergangenen Monate, in denen einmal mehr Hass und Ressentiments gesät worden sind.

Der Rechtsterrorismus war nie weg – und in seiner langen und blutigen Geschichte handelte es sich überwiegend um Kleinstgruppen oder Einzeltäter, die zuschlugen. Sie sehen sich als politische Soldaten, als Teil einer Bewegung. Sie haben ein eigenes System an Sprachcodes und Ideologie-Fragmenten entwickelt.

Es sind keine Täter, die im Schutz der Dunkelheit Anschläge auf Flüchtlingsheime verüben, daran hat sich Deutschland angesichts Hunderter Übergriffe längst gewöhnt. Die bewaffneten besorgten Bürger schlagen zu, weil sie sich selbst opfern wollen für die vermeintlich gute Sache.

Wie viele fanatische Rassisten mittlerweile so weit abgestumpft, verroht sowie der Überzeugung sind, sie müssten zu den Waffen greifen, lässt sich nicht abschätzen. Klar ist: Der Ruf nach mehr Polizei und Überwachung wird sie kaum stoppen können.

3 thoughts on “Köln: Der Rechtsterrorismus ist zurück – und er war nie weg

  1. Danke für den wichtigen Beitrag, der Angriff auf H. Reker war schlicht ein nationalsozialistisches Attentat.

    Um Einzuschätzen wieviele derlei amöbisierte Gestalten (Karikaturen der von geneigter Seite idealisierten Lone Wolves) so in der Gegend rumlaufen, auch wenn man auf keinen Fall von einem Kommentarpublikum allein schlußfolgern sollte – das wäre paranoid, hilft zumindest ein Blick auf die LeserKommentare des Verhinderte Wehrmachtsopa-Blatts „Die Welt“.

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