Frei.Wild auf der Cap San Diego?

Im Netz macht seit einigen Tagen das Gerücht die Runde, dass die wegen nationalistischer Texte umstrittene Band Frei.Wild im Hamburger Hafen ein Geheimkonzert gibt. Einige Indizien sprechen für das Museumsschiff Cap San Diego als Veranstaltungsort. Die Betreiber geben sich zurückhaltend.

Von Redaktion publikative.org

[SCM]actwin,0,0,0,0;http://Chrome Legacy Window GOLDVERLEIHUNG HAMBURG - RELOADED | News | Frei.Wild - Google Chrome chrome 17.09.2015 , 19:13:12
Location? Wird noch bekanntgegeben!

Ein Facebook-Posting, Hinweise aus dem Umfeld von Mitarbeitern und viele Spekulationen: Spielt Frei.Wild am 25. September 2015 in Hamburg auf der Cap San Diego ein Geheimkonzert? Klar ist: Die Südtiroler Band kündigt auf ihrer Seite an, dass an diesem Tag in einer „wunderschönen Location“, die „den grandiosen Charme der Stadt exakt wiederspiegelt“ insgesamt 1000 Gäste eine besondere Party bei der „Goldverleihung“ zu feiern. Tickets werden „verlost“, kosten aber 69 Euro bis 119 Euro (inklusive Getränke).

Angeblich soll das Konzert auf dem Museumsschiff Cap San Diego stattfinden, die Beschreibung der Band der Location passt zumindest exakt. Die Cap San Diego ist ein beeindruckendes Schiff, auf dem zahlreiche interessante Ausstellungen und auch Partys stattfinden – nun auch die Preisverleihung einer Band, die viele Kritiker als nationalistisch und völkisch einstufen?

„Ganz normale Geschäftsvorgänge“

Die gemeinnützige Betreibergesellschaft der Cap San Diego antwortet ausweichend auf meine Anfrage: In den Veranstaltungsräumen der Cap San Diego fänden „diverse Veranstaltungen“ statt. „Die Veranstalter dieser Events stammen aus Kultur, Wirtschaft, Musikindustrie, Sport etc. Das sind für unsere Gastronomie ganz normale Geschäftsvorgänge.“

Mit jedem Kunden würden individuelle, interne Veranstaltungsverträge abgeschlossen, deren Inhalt beide Vertragsparteien mit Verschwiegenheit behandelten. Auf die Frage, wie man die Texte von Frei.Wild bewerte, heißt es, man bewerte „einzelne Firmen, Kunden oder Agenturen, die legal auftreten und hier an Bord legale Events planen und durchführen, nicht“. Mit anderen Worten: Selbst eine NPD-Veranstaltung wäre relativ piepenhagen, ist ja legal. Für ein Aushängeschild des Hamburger Hafens keine sonderlich beeindruckende Haltung. Auch auf der Facebook-Seite der CSD wurden Beiträge gepostet wegen des angeblichen Freiwild-Konzerts – ohne Reaktion.

Sicherlich wird sich in den kommenden Tagen klären, ob das Konzert tatsächlich auf der Cap San Diego stattfinden soll, denn an so einem Event sind auch Menschen beteiligt, denen es nicht weitestgehend gleichgültig ist, wie das Geld für das Museumsschiff eingespielt wird. Doch noch liegen keine gesicherten Informationen vor – das ausbleibende Dementi der Betreiber dürfte die Gerüchteküche aber weiter anheizen.

Nachtrag: Für die ganze Sache nicht ganz unwichtig: Frei.Wild hat sich im August klar zum Thema Flüchtlinge geäußert.

Siehe auch: Farins Frei.BriefFrei.Wild – „unpolitischer“ Hass auf „Gutmenschen“

3 thoughts on “Frei.Wild auf der Cap San Diego?

  1. Es mag ja sein, daß ich manchmal nicht alles mitbekomme. War es aber nicht so, daß die Herrschaften sich kürzlich sehr eindeutig von rechtem Zeug distancierten?

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