Der rassistische Mob darf nicht die Oberhand gewinnen

Im sächsischen Heidenau kam es in der letzten Nacht zu den schwersten rassistischen Ausschreitungen gegen eine geplante Flüchtlings-Unterkunft der letzten Wochen. Der rassistische Mob darf nicht die Oberhand gewinnen. Ein Kommentar.

von Felix M. Steiner

Eskalation der Gewalt in Heidenau, Foto: Johannes Grunert
Eskalation der Gewalt in Heidenau, Foto: Johannes Grunert

Was gestern Nacht im sächsischen Heidenau passierte, ist ohne Frage eine neue Qualität rassistischer Proteste gegen Flüchtlinge. Hunderte Neonazis, Rassisten und die wohl bekannten „besorgten Bürger“ versuchten mit Straßenblockaden und Gewalt gegen Polizisten die Unterbringung von Asylbewerbern zu verhindern. Die Polizei musste Tränengas einsetzen, um den Mob unter Kontrolle zu bringen. Überraschend kann all dies nicht gewesen sein, so werden die Blockaden schon im Aufruf zur Demonstration angekündigt: Man wolle die Verlegung der Flüchtlinge „verhindern“ oder zumindest „erschweren“, heißt es da. Auch die Berichte vor Ort machten schnell klar, dass sich hier über Stunden eine Situation anbahnte, die nicht friedlich bleiben würde. Kollegen vor Ort verwiesen sehr früh auf den massiven Alkoholkonsum des rechten Mobs und die aggressive Stimmung. Dass diese Vorkommnisse genau in der Nacht vor dem 23. Jahrestag der Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen stattfanden, setzt dem Ganzen zumindest noch die kleine braune Krone auf. Doch der Lichtenhagen-Vergleich ist gar nicht nötig. So waren es doch schon 1991 die Ausschreitungen in Hoyerswerda (SACHSEN), die eine Kette der Gewalt auslösten. Denn gerade dort hatten die Rassisten doch gelernt, dass sie mit Gewalt ihre Ziele erreichen können: Dies war eine Motivation für den braunen Mob. Dann folgte Rostock-Lichtenhagen. Und dass ein Großteil der in Lichtenhagen Festgenommenen Antifaschisten waren, die die Unterkunft beschützen wollten, ist ein weiteres Detail, welches die Absurdität der Situation in den beginnenden 1990er Jahren zeigt.

Der Mob in Heidenau, Foto: Johannes Grunert
Der Mob in Heidenau, Foto: Johannes Grunert

In Heidenau nun waren wieder zu wenig Polizisten im Einsatz und der Mob überstieg zahlenmäßig erneut die Gegendemonstranten. Heidenau darf kein zweites Hoyerswerda werden. Sollte der rechte Mob erneut den Erfolg feiern mit Gewalt-Eskalationen ihren rassistischen Willen durchzusetzen, könnten weitere derartige Ausschreitungen folgen. Dies muss verhindert werden. Politik und Staat dürfen nicht zulassen, dass Rassisten auf der Straße erneut die Oberhand gewinnen. Wie Patrick Gensing anmerkte, handelt es sich um ein „demokratisches Missverständnis“, „wonach sich die Politik dem rassistischen Druck der Straße zu beugen habe“. Aufgerufen sind allerdings auch alle Anti-Rassisten: Eine Situation wie in den 1990er Jahren darf nicht zugelassen werden, Flüchtlinge müssen geschützt werden. Wir dürfen nicht auf den ersten Toten warten, um dann qua Erweckungserlebnis die Wahrhaftigkeit des Rassismus in Deutschland überrascht zur Kenntnis zu nehmen…

10 thoughts on “Der rassistische Mob darf nicht die Oberhand gewinnen

  1. Es ist doch offensichtlich so, dass bei jeder harmlosen Demo für ein Soziales Zentrum mittlerweile (gefühlt) die doppelte Anzahl an Polizei aufgefahren wird, die dann nicht selten auch eskalativ agiert. Dafür gibt es in Hamburg genügend Beispiele, Stuttgart 21 ist ein weiteres dafür, wann bei den Verantwortlichen ein Organisationsprofil vorliegt, um zu zeigen, wer im tatsächlichen Wortsinn das Gewaltmonopol im ach so demokratischen Doitschland besitzt. Die Wahrung von Menschenrechten ist dort offenbar mittlerweile eher ein Grundrecht zweiter Klasse.

  2. Mit Ansage! Wollen die mir erzählen, dass die Behörden dass nicht wussten? Mit 30-50 Cops gegen den Pöbel? Das ist pure Absicht, kein Versagen! Wären dort Linke gewesen, hätte man in der Presse von Chaoten geredet und nicht verharmlosend von „Störern“. Wären es dort Linke gewesen, die hätten sich gar nicht retten können, vor Pfeffersprayduschen. Nein, die Cops schlagen nur nicht gerne gegen Kumpels los, dass ist, was sich massiv aufdrängt!
    Bald wird es Tote geben und die örtliche Presse (DNN & MDR) wird neben der unfähigen Politikerriege daran eine Mitschuld haben!

  3. leider vergessen Sie, dass Sie vor nicht allzu langer Zeit auch Flüchtlinge waren
    und sie wurden ohne wenn und aber mit sehr viel Geld ausgestattet und bekamen Rente und und und, leider sterben dumme Menschen nicht aus

  4. Wunderbares Zeckengeschwafel!!!
    Der Antifa wird wiedermal in den Arsch gekrochen denn wo die sind ist ja immer nur heile Welt. Schön das die Lügenpresse ins gleiche Horn bläst. War nicht anders zu erwarten. Wer sich wehrt ist in diesem Land sofort ein Rassist, Nazi oder Störenfried!!!

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