Das neue Utøya erwacht zu Leben

Fast vier Jahre ist es her, dass der Rechtsterrorist Anders Breivik auf der norwegischen Insel Utøya 69 Menschen ermordete. Nun erwacht die Insel zu neuem Leben: In wenigen Tagen findet das erste Sommerlager seit dem Anschlag auf der Insel statt – mit einem Rekord, was die Teilnehmerzahl angeht. 

Von Patrick Gensing

„Lasst uns die Toten ehren – und uns über das Leben freuen!“ Mit diesen Worten versuchte der damalige Ministerpräsident Norwegens, Jens Stoltenberg, am ersten Jahrestag des Doppelanschlags vom 22. Juli 2011 den Blick wieder behutsam in die Zukunft zu richten.

Zum zweiten Jahrestag wurde die Insel für drei Tage für Angehörige der Opfer und Überlebende geöffnet, um ihrer geliebten Menschen zu gedenken, um das Erlebte zu verarbeiten.

Mittlerweile sind fast vier Jahre vergangen. Und in diesem Sommer findet das traditionelle Sommerferienlager der AUF, der Jugendorganisation der Arbeiterpartei, wieder auf Utøya statt. 800 bis 1000 Jugendliche werden dort laut norwegischen Medienberichten erwartet. Ein Rekord. Dies zeige, dass der Terror die Arbeit der AUF nicht stoppen könne, betont der 17-jährige Felix Volpe im norwegischen Rundfunk.

Seite für das "neue Utöya" http://www.utoya.no/
Seite für das „neue Utöya“ http://www.utoya.no/

Breivik wollte den Nachwuchs der Arbeiterpartei als Träger der Idee des Multikulturalismus auslöschen, doch nach dem Doppelanschlag traten Hunderte Jugendliche der Arbeiterjugend bei, die Zahl der Mitglieder wuchs deutlich.

Auf dem „Neuen Utøya“ stehen mittlerweile einige Neubauten, eine Gedenkstätte soll an die Opfer erinnern. Vier Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag erwacht Utøya wieder zu neuem Leben.

Gefangener bedroht Breivik

Anders Breivik sitzt unterdessen in einem Hochsicherheitstrakt im norwegischen Provinz Telemark seine Haftstrafe ab. Wie norwegische Medien berichteten, wurde er nun von einem anderen Gefangenen bedroht: Ein Mann drang bis zu einer Tür zu Breiviks Zelle vor, hämmerte dagegen und drohte, den Terroristen umzubringen. Wie es zu dieser Sicherheitslücke kommen konnte, ist bislang unklar.