Vom „Judenklub“ und „Rattenball“: Struktureller Antisemitismus im Fußball

Von Frederik Schindler, Fußball gegen Nazis*

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass jegliche Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs an antisemitische Argumentationsmuster erinnert – niemand muss gut finden, was beispielsweise in Leipzig passiert. „Moderner Fußball bringt diverse unangenehme Erscheinungen mit sich. Versitzplatzung, Werbebeschallung, immense Bierpreise und abwegige Ablösesummen sind das eine, Rasenheizung, One-Touch-Football […] und ‚Fußballfans gegen Homophobie‘ sind das andere. Moderner Fußball ist genauso wenig das absolute Böse, wie ein Heilsversprechen“, meint Hugo Kaufmann im Sankt Pauli-Fanblog Lichterkarussell.

Doch die Stilisierung zum absolut Bösen muss kritisch hinterfragt werden: „Wenn (…) von den pestbringenden Ratten aus Leipzig die Rede ist, wenn die Reinheit der Tradition besudelt wird, wenn die homogene Wir-Gruppe der Chauvinisten der guten alten Zeiten sich im Hass auf den Feind, der in ihr phantasiertes Machtgebiet einfällt, vereint und zum Endkampf aufruft, dann kommen im Zuge einer vermeintlichen Kritik an RB Leipzig, wenn auch teils dem Unwissen geschuldet, unverhohlen strukturell antisemitische Klischees aufs Tapet, die offensiver nicht sein könnten“, so Oscar Adlerhut in der Leipziger Stadtteilzeitung 3VIERTEL.

Der FC Bayern als Ziel des Ressentiments

Diese hat Publizist Alex Feuerherdt bereits vor 10 Jahren am Beispiel des FC Bayern München kritisiert. Dabei ging es ihm nicht um die Verteidigung seines Lieblingsvereins, sondern um eine „Kritik der Ressentiments gegen diesen Klub und um die Feststellung, dass er bloß mit völliger Offenheit seine Ziele ausspricht, wo in anderen Vereinen der falsche Schein hoch gehandelt wird, der sich rebellisch gebärdet und doch nur purer Konformismus ist“.

Um die Argumentation genauer nachvollziehen zu können, haben wir mit Alex Feuerherdt einen Experten zum Thema „Struktureller Antisemitismus im Fußball“ interviewt, der seit Jahren sowohl zum Thema Antisemitismus, als auch zum Thema Fußball publiziert. Er war Oberliga-Schiedsrichter, bloggt bei Lizas Welt und veröffentlicht regelmäßig Texte in der Jungle World, der Jüdischen Allgemeinen und der Konkret. Zuletzt erschien zum Thema Fußball im Werkstatt-Verlag „Bayer 04 Leverkusen – Die Fußball-Chronik“.

FS: „Gegen den modernen Fußball“ ist ein klassischer Spruch der meisten Ultra-Gruppen. „Für mehr modernen Fußball“ steht in deiner Twitter-Biographie. Was meinst Du damit?

AF: Was modernen Fußball kennzeichnet, ist nicht zuletzt seine Ambivalenz. Ein Beispiel: Die neuen Arenen sind einerseits schöner, sicherer, komfortabler und besser als die alten Stadien. Auf der anderen Seite ist das alles mit einer massiven Verteuerung des Eintritts einhergegangen, was von vornherein viele vom Besuch eines Bundesligaspiels ausschließt. Für viele ist der Stadionbesuch eine Alternative zu Theater, Kino oder Musical – und das merkt man dann auch. Es geht vielfach gesitteter zu als noch in den Achtzigern oder Neunzigern, man hört heute wesentlich weniger rassistische oder homophobe Gesänge als früher – gut so! Gleichzeitig beobachte ich oft eine gewisse Leidenschafts- und Teilnahmslosigkeit, ich bin im Stadion sogar schon mal aufgefordert worden, doch bitte nicht so laut zu sprechen oder gar zu schreien.

Insgesamt ist der Fußball spektakulärer geworden, auf den Rängen genauso wie auf dem Platz. Die Professionalisierung und die Globalisierung haben ihn aus dem Mief früherer Jahre herausgeholt, und die ökonomische Liberalisierung hat zum Beispiel für den Wegfall der sogenannten Ausländerbeschränkung gesorgt, die Fußballer von ihrer Scholle entkoppelt und anderen kleingeistigen Unfug beiseite geräumt. Darüber bin ich froh, und ich möchte auch nicht wieder zu den ach so guten alten Zeiten zurück, die längst nicht so gut waren, wie manche das glauben. Zu einer Romantisierung besteht jedenfalls kein Anlass.

Die Diskussion um den „modernen Fußball“ entzündet sich im Besonderen am Beispiel von RB Leipzig, ein Höhepunkt war die „11FREUNDE“-Titelgeschichte vom März 2014, die u.a. von Dir kritisiert wurde. Zentrales Argument war, dass zwischen „Klubs, in denen die Identität durch allzu viel Geschäftemacherei beschädigt wird“ und „Klubs, deren Identität die Geschäftemacherei ist“ unterschieden werden müsse. Was soll daran denn falsch sein bzw. wo siehst Du hier oder in ähnlichen Argumentationen die Anfälligkeit für Ressentiment und Ideologie?

Die meisten Profiklubs sind längst selbst Konzerne geworden, die – so ist das im Kapitalismus zwangsläufig – Profitmaximierung betreiben und deren Funktionäre letztlich nichts anderes sind als Unternehmer. Nur verkaufen sie keine Getränkedosen, sondern die Ware Fußball und suchen sich zu diesem Zweck potente Sponsoren. Und sie brauchen – genau wie Red Bull und jedes andere Unternehmen auch – Kunden, die ihr Produkt kaufen. Dass diese Kundschaft aus Fans besteht, die davon ausgehen, dass der eigentliche Daseinszweck ihres Lieblingsklubs noch immer das Fußballspiel als solches ist, macht das Marketing erheblich einfacher, weil emotionale Bindung – auch über den Verweis auf „Tradition“ und „Fankultur“ – umsatzfördernd ist. Ich weiß, das klingt kalt und herzlos, aber die Totalität der kapitalistischen Vergesellschaftung hat den Fußball nun mal längst eingeschlossen. Einen grundlegenden Unterschied zwischen einem Fußballverein, der zur Gewinnmehrung eines Unternehmens ins Leben gerufen worden ist, und einer Kapitalgesellschaft, deren Zweck die Vermarktung der Ware Fußball ist, gibt es schlichtweg nicht.

Und was genau war Deiner Meinung nach das Problem an der „11 Freunde“-Titelgeschichte?

Das Fatale an solchen Beiträgen ist der politische Gehalt, der ihnen innewohnt, die Anfälligkeit für Ideologie, genauer gesagt: der regressive Antikapitalismus. Die „11 Freunde“ und mit ihnen viele der RBL-Gegner verklären und romantisieren das vermeintlich Authentische und Ursprüngliche, die angeblich traditionelle Beschaulichkeit und Einfachheit. Genau das ist seit jeher die Kehrseite des Fortschritts kapitalistischer Gesellschaften. Und der Fußball bietet eine Projektionsfläche hierfür.  Die abstrakte Zirkulation des Kapitals – die bei „11 Freunde“ als „Geschäftemacherei“ firmiert – wird wie „Vert et Blanc“ in einem lesenswerten Text schrieb, „auf den konkreten Klub projiziert, ja, zu seinem Wesenskern stilisiert – fortan kann RB Leipzig als Chiffre für das Andere, Uneigentliche und Unechte dienen“. Genau das ist die Bedingungsmöglichkeit für den strukturellen Antisemitismus.

Was bedeutet das genau?

„Strukturell“ heißt: Weder Red Bull noch RB Leipzig noch das Klubpersonal muss jüdisch sein. Vielmehr ist es die Argumentation vieler Gegner, die der antisemitischen ähnelt. Und deshalb ist es auch kein Zufall, dass das Vokabular, wie es beispielsweise „11 Freunde“ verwendet hat, so manche Übereinstimmung aufweist: „Geschäftemacherei“ bzw. „Geldmacherei“, „am Reißbrett entworfen“, also irgendwie künstlich, „Kulissenschieber“, „amerikanisch“, „Simulation“, also unecht, versus „Identität“, „kultureller Konsens“, „Emotionen“, „Tradition“. Plastik, Schädlichkeit und Hinterhalt – von hier ist es dann nicht mehr weit zum vulgären Heuschrecken- und Parasitensprech und zu solch widerlichen Dingen wie den „Rattenball“-Aufklebern und den „Schädlingsbekämpfer“-T-Shirts.

Antisemitische Züge wurden von Dir bereits vor einigen Jahren im Hass auf den FC Bayern München kritisiert. Die Zeiten, in denen der Verein als „Judenklub“ geschmäht wurde, sind aber doch vorbei, oder?

Als „Judenklub“ werden die Bayern heute normalerweise nicht mehr beschimpft, das stimmt. Trotzdem finden sich in der ja recht verbreiteten Ablehnung gegen ihn oftmals antiliberale Ressentiments, die dem Antisemitismus zumindest ziemlich nahe stehen und ihm strukturell ähneln. Dem FC Bayern wird von Fans wie Vertretern anderer Vereine regelmäßig vorgeworfen, unsolidarisch, ja, egoistisch zu handeln und sich nicht um die Belange des ganzen deutschen Fußballs zu sorgen, sei es nun, dass es um die Verteilung der Fernsehgelder geht, früher um die Beschränkung der Zahl ausländischer Spieler oder um andere Absprachen zum vermeintlichen Wohle angeblich aller.

Letztlich hassen vielen den Klub, weil er erfolgreich ist und dieser Erfolg angeblich ausschließlich dem vielen Geld zu verdanken ist, das der Verein besitzt, zu dem er mühelos und ohne Arbeit gekommen zu sein scheint – wahrscheinlich durch undurchschaubare Transaktionen und zwielichtige Geschäfte – und das sich wie von selbst zu vermehren scheint, während andere Klubs darben und ständig um ihre Existenz kämpfen müssen. Hier deutet sich die uralte völkisch-antisemitische Aufspaltung in „schaffendes“ und „raffendes“ Kapital mehr als nur an. Man wirft dem FC Bayern faktisch vor, gewissermaßen ein Kunstprodukt zu sein und seine Erfolge bloß erkauft zu haben, statt sie zu erkämpfen, wie sich das für anständige Deutsche gehört.

So, wie außerhalb des Fußballs finstere Mächte für soziale Kälte, Verrohung, schlechte Spargelernte, Kulturlosigkeit, Zersetzung, Künstlichkeit und die grenzenlose Dominanz des Geldes verantwortlich sein müssen, wird auch im Fußball dessen notwendige Warenförmigkeit auf ein gemeines Komplott hinterhältiger Gestalten heruntergebrochen. Diese Gestalten müssen Name und Anschrift haben, und ihren Hauptsitz verortet der beleidigte Fan gerne in der Säbener Straße in München – dort also, wo der FC Bayern seinen Sitz hat.

*Fussball-gegen-Nazis.de ist ein Projekt der Amadeu-Antonio-Stiftung und bietet eine kontinuierliche Berichterstattung über Neonazismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie im Fußball. Die Plattform richtet sich an alle Interessierten aus Fangruppen, Vereinen und Verbänden, die sich über (Anti-)Diskriminierung im Bereich Fußball informieren möchten.

Mehr im Netz:

„FC Hollywood“, „Lackstiefelclub“: Über deutsche und linksdeutsche Ressentiments gegen den FC Bayern München – Vortrag von Alex Feuerherdt

RB Leipzig – der Untergang des Fußballs? Über das Kicken im Kapitalismus und die Sehnsucht nach einem fragwürdigen Idyll – Vortrag von Alex Feuerherdt

Fußball: In ollen Lumpen gen Moderne – Kritischer Beitrag des Sankt Pauli-Blogs Lichterkarussell zur Debatte um RB Leipzig und „modernen Fußball“

„Mit Füßen getreten“: André Anchuelo in der Jungle World über die Geschäfte des Fußballvereins RB Leipzig

„I Like Fussballtod“: Oscar Adlerhut in 3VIERTEL über strukturellen Antisemitismus in der Kritik an RB Leipzig

Fußball ist Fußball und Kapitalismus ist Kapitalismus? Blog „Die schlechtesten Geschichten“über Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs und Kritik am Hass auf RB

„Im Visier der Antikapitalisten“: Alex Feuerherdt über das Feindbild Dietmar Hopp

„Als Kritik getarntes Ressentiment“: Chucky Goldstein über das Rattenball-Motiv

Zum Weiterlesen:

Was ist regressiver Antikapitalismus? Anmerkungen zum Unterschied zwischen Kapitalisten- und Kapitalismuskritik – Flugschrift der Gruppe Emanzipation und Frieden

Literaturliste des Blogs Vert et Blanc zu strukturellem Antisemitismus, regressiver Kapitalismuskritik und der Debatte um „modernen Fußball“

Struktureller Antisemitismus und verkürzte Kapitalismuskritik – Buchbeitrag von Thomas Schmidinger

9 thoughts on “Vom „Judenklub“ und „Rattenball“: Struktureller Antisemitismus im Fußball

  1. Wie du selbst feststellst hat Alex Feuerherdt schon vor zehn Jahren seine Thesen zusammengestellt. In der Fußballszene hat er dafür nur ein müdes Lächeln bekommen. Ansonsten auch wenig Beachtung, in seinen Lesungen sitzen vielleicht ein paar Freaks, die noch dazu in der Lage sind seine abgehobene Sprache verstehen und nicht einzupennen mit seinem monotonen Vorlesungsstil. Also ich finde das ist ein schlechter Versuch dieses wichtige Thema anzugehen. Schade. Ich finde das Eingangszitat passend. Das wars aber.
    Seine Schriften zu Wertkritik, Regressiver Antikapitalismus, Struktureller Antisemitismus sind sowas von abgehoben. Ich finde das ist interessant und kann erwähnt werden, allerdings würde ich das auch dem Stellenwert entsprechend eingeordnet wissen und Kritik daran mehr Raum geben. So ist mir das viel zu einseitig. Ganz ehrlich. Ihr verliert mit diesem Artikel.
    Fehlt eigentlich nur noch dass ihr hier Texte von Bonjour Tristesse verlinkt.
    Andrej Reisin und Nicole Selmer haben hier schon so klasse Texte geschrieben. Wird mal wieder Zeit dass die was Gutes Beitragen zum Thema Fußball.
    Publikative bitte bleibt kritisch und wachsam, aber bietet solchen Politsekten doch hier keine Plattform. Ihr habt einen guten Ruf zu verteidigen.

    1. Geht diese Kritik nicht auch ein bisschen inhaltlicher? Mir leuchtet nicht ganz ein, worauf Sie hinauswollen?
      Alex Feuerherdt ist durchaus zu kritisieren… Etwa dafür, dass er islamophobe Plattformen wie die „Achse des Guten“ für die Veröffentlichung seiner Texte nutzt (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_mutter_allen_hasses), oder dass er zweifelhaften – da ebenfalls islamophoben – Demonstrationsaufrufen folgt (https://bginrw.wordpress.com/ ; https://bginrw.wordpress.com/redebeitrage/). In ähnlicher Weise haben Autor*innen von „bonjour tristesse“ schon ordentlich Mist verzapft (http://critiqueaujourdhui.blogsport.de/2011/08/01/menschenverachtung-statt-gesellschaftskritik-die-bonjour-tristesse-12-ist-erschienen/).
      Daraus aber die Forderung abzuleiten, „solchen Politsekten doch […] keine Plattform [zu bieten]“, halte ich für undifferenziert. Sie beziehen sich hierbei sicherlich – wie schon Posener (http://starke-meinungen.de/blog/2014/09/23/die-antideutschen-und-israel/) – auf ‚Die Antideutschen‘ und halten diese für eine mehr oder weniger homogene Masse. Das geht aus meiner Sicht aber an der Realität vorbei. Wer oder was heute in der BRD „antideutsch“ ist, ist m. E. sehr schwer zu fassen, da sich nur noch wenige (und dann auch oft politisch sehr unterschiedlich eingestellte) Menschen so bezeichnen. Eine homogene antideutsche „Sekte“ sehe ich jedenfalls nicht.

  2. Es hat sich in den Jahren nach 1990 eine Gegenbewegung zu einer undifferenzierten Deutschlandbesoffenheit etabliert, zu der auch und endlich ein kraftvolles Aufbäumen gegen den alten Antisemitismus gehört, der sich in dem, was z.B. auch Götz Aly in seinem Werk „Unser Kampf: 1968-ein irritierender Blick zurück“ beschrieben hat, nahtlos fortsetzte.
    Der hier vorgestellte Text beschreibt, wie tief das deutsche Ressentiment verwurzelt ist und fast alle Lebensbereiche, in unserer Kultur verdorben hat, selbst da, wo man es nicht vermutet. Nachdem das deutschen Feuilleton Daniel Goldhagens Werk „Hitlers willige Vollstrecker“ zerrissen hat und es seitdem wieder als verpönt gilt, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen warum der Holocaust so reibungslos in Deutschland funktioniert hat, sind Leute wie Axel Feuerherdt bei uns natürlich nicht gerne gesehen.

    Liebe Publikative-Redaktion bleibt so wie Ihr seid!

  3. Struktureller Antisemitismus in selbstverständlich eine ernsthaftes Problem, welches auch im Fußball auftreten kann, dennoch nutzten uns tendentiöse Artikel wie dieser hier herzlich wenig. Die Ausführungen zum FCB, die Feuerherdt anführt, sind aus meiner Sicht überspitzt, ich kann sie jedoch bedingt noch nachvollziehen. Sicher gibt es unangemessenen Neid von Seiten anderer Vereine und deren Fans, die selbstverständlich nach den gleichen kapitalistischen Kriterien funktionieren und sich insgeheim wünschen, in der Position des FCB zu sein. Ich stimme Feuerherdt zu, dass dieser Geldneid und die daraus resultierende Diabolisierung des FCB verlogen und verschwörungstheorethisch ist. Gleichzeitig dieses Faktum mit dem unsäglichen antisemitischen Klischee zu vergleichen, dass alle Juden Geld haben und und die Fäden des Weltgeschehens im Hintergrund ziehen, halte ich nicht nur für fatal, sondern auch für antisemitsch. Denn das der FC Bayern das meiste Geld im deutschen Fußball hat und diesen sowohl sportlich als auch wirschaftlich dominiert ist zuächst einmal ein unumwindliches Faktum, während es lediglich ein antisemtisches Resentiment ist, dass alle jüdischen Menschen viel Geld haben usw. Überträgt man nun die zugegeben oftmals unangemessene und primitive Kritik am Reichtum des FCB auf anstisemitische Vorurteile gegenüber jüdischen Menschen, reproduziert und arbeitet man selber mit dem antisemitischen Vorurteil, dass alle Juden Geld haben.

    Die Ausführungen zu RB finde ich endgültig absurd!

  4. Der Artikel zeigt die erschreckende Ahnungslosigkeit von Alex . Der gute hat mit der Fußballfankultur wohl nix zu tun. Braucht er auch nicht, als wertkritischer „ Experte für strukturellen Antisemitismus“ :-() ! Praxis- und Realitätsbezug kann bei der theoretischen wertkritischen Durchdringung nur stören, dann würde das Thema vermutlich zu komplex und sich nicht in die eigene ideologische Schablone reinpressen lassen. Na ja, auch wenn die wertkritische Terminologie für Außenstehende unglaublich intellektuell klingt, so schematisch angewendet ist sie nur langweilig. Alle linken Themen sind da schon reingepresst worden, klingt immer gleich… ist immer gleich, gähn!
    Das bestimmende Moment der Fanbewegung gegen modernen Fußball ist eben nicht das antimoderne Ressentiment, auch wenn dem einfachen und unbedarften Menschen solche Assoziationen kommen können. Der Protest wurde von vielen Ultragruppen getragen, die ihre erst junge Fankultur gegen die totale Herrschaft der Verwertungslogik verteidigen wollten, die dabei war, sie zu vertreiben und die Fußballstadien weiter kommerziell zu zurichten: Nur noch teure Sitzplätze, möglichst viele Businesslogen und alles was nicht ordentlich konsumieren will oder abweicht und „anders“ ist sollte rausgeschmissen werden. Das konnte verhindert werden, der Kampf war bis heute erfolgreich; die Vertreibung ist nicht gelungen, es gibt in vielen Stadien eine lebendige Fankultur. Mittlerweile haben auch die Klubs erkannt, dass sie die Fanszenen , die Stimmung, sogar für ihre Verwertung brauchen. Die Fans haben sich diese Nische und eine fragile Akzeptanz erkämpft. Das ist kein antikapitalistischer Kampf von Linksdeutschen, und will es auch gar nicht sein.
    Natürlich gibt es den beschrieben strukturellen Antisemitismus, sind Rattenvergleich scheiße und es gibt sogar offenen Antisemitismus, der bewusst genau das sein will, es gibt Nazis und rechtsradikale Ultras in den Stadien… und all das werden wir weiter bekämpfen. Aber diese Scheiße ist nicht das bestimmende Strukturelement der Szene und kaum einer will zum miefigen Fußball und der spießig- reaktionären Stadionatmo der 70er zurück, noch wird die Tartanbahn vermisst. Im Gegenteil, die neue Fankultur entstand als kreative und moderne Gegenbewegung gegen genau diesen Mief des alten Fußball und hat sich verteidigt im Kampf gegen den modernen Fußball.

    Einige Anhängerinnen von Eintracht Frankfurt! Oi

  5. Schade das ihr unseren Text zensiert habt, na ja, wer austeilt kann noch lange nicht einstecken und sich mit Kritik auseinanderzusetzten ist halt schwieriger als Kritik zu üben! Viel Spaß in eurer ach so kritischen Spießerwelt!

    Gruß aus dem Block von euren Franfurterinnen.

  6. Ups, Entschuldigung… der Text ist wieder da und wir schämen uns jetzt…
    Die rotköpfigen Franfurterinnen

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