Legida-Teilnehmerzahlen brechen ein

Zum dritten Mal hatte der Leipziger Legida-Ableger nun schon seine Anhänger zusammengetrommelt. Doch nur noch rund 1.700* kamen. Und die zu spät, da Blockaden die Anreise erschwerten.

Von Felix M. Steiner

Das Pegida-Original in Dresden teilt sich und dennoch konnte die kleine rechte Schwester in Leipzig nicht davon profitieren. Auch die Absage des Pegida-Rundganges am kommenden Montag hat die Menschen nicht massenhaft nach Leipzig getrieben. Nur noch rund 1.700 sammelten sich zur Kundgebung auf dem Augustusplatzes unweit des Hauptbahnhofes. Darunter zahlreiche Neonazis und Hooligans, die in Kleingruppen offenbar auf der Suche nach Journalisten patrouillierten. Teilweise waren Kamerateams mit eigenem Sicherheitspersonal angereist. Wohl auch wegen der massiven Angriffe in der letzten Woche.

Zahlreiche Gegenveranstaltungen säumten die Kundgebung von Legida, Foto: Felix M. Steiner
Zahlreiche Gegenveranstaltungen säumten die Kundgebung von Legida, Foto: Felix M. Steiner

Bereits bei der Anreise kam es zu zahlreichen Blockaden, so dass die Veranstaltung der Legida später beginnen musste. Die Blockaden wurden von der Polizei teils rabiat geräumt. Einem Journalisten wurde vorgeworfen, er hätte einen Polizisten attackiert. Daraufhin wurde der Fotograf zur Identitätsfeststellung auf das Revier gebracht und ein Strafverfahren eingeleitet. Zeugen vor Ort konnten keinen Angriff des Journalisten erkennen.

Die Blockaden verhinderten teils die Anreise der Legida-Teilnehmer, Foto: Felix M. Steiner
Die Blockaden verhinderten teils die Anreise der Legida-Teilnehmer, Foto: Felix M. Steiner

Nach rund zwei Stunden und einigen Reden wie von Götz Kubitschek machten sich die Legida-Anhänger auf den Rückweg und verschwanden gegen 21.00 Uhr im Bahnhof. Kurz danach kam es am Bahnhof noch zu hartem Vorgehen der Polizei gegen tanzende Gegendemonstranten. Die Beamten setzten auch Pfefferspray gegen die völlig von der Härte überraschten Demonstranten ein. Dabei wurden einige Menschen leicht verletzt.

*Zunächst hatten wir selbst eine Schätzung von rund 2.000 Personen angegeben. Genauere Zahlen nach der Videoauswertung erreichten uns erst nach der Veröffentlichung. Die genaue Zählung ergab dabei das etwas über 1.600 Menschen bei Legida teilnahmen.

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