Legida: Die gewalttätige Schwester von Pegida

Noch aggressiver, mehr Hools – und Angriffe auf Journalisten und Gegendemonstranten: LEGIDA hat am Mittwochabend bewiesen, dass der Weg von Parolen wie „Lügenpresse“ zur Attacken sehr kurz ist.

Von Felix M. Steiner

Als Jürgen Elsässer als zweiter Redner die Bühne betritt, ist die Stimmung bereits aufgeheizt. Einige der Demonstranten scheinen völlig euphorisiert durch die „Wir sind das Volk“-Rufe. Elsässer weiß genau, wo er Pausen in seiner Rede machen muss, damit die Menge in ihr Gegröle ausbrechen kann. Skandiert wird beispielsweise der Ruf „Volksverräter“, der nach Elsässers Aufzählung von negativen Pressekommentaren in „Lügenpresse“ übergeht. An diesem Abend hat ein großer Teil der Demonstranten aber einen anderen Lieblingsruf: „Hasta la vista antifascista“ brüllt die Menge immer wieder. Der Hass auf die Gegendemonstranten und die mehrfach auch von Elsässer erwähnte Linke-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel scheint groß. Von Anfang an ist die Stimmung gereizt, ein großer Teil der angereisten Teilnehmer scheint aus dem Hooliganspektrum zu kommen, viele sind vermummt.

IMG_0507

Nach drei Reden setzt sich der Marsch mit rund 7.000 Teilnehmern in Bewegung. Die Stadt wird später von 15.000 Teilnehmern sprechen, was eher unwahrscheinlich ist. Schon zu Beginn der Demo rennt die Spitze geradezu in den Pulk von Journalisten vor ihnen und versucht diese abzudrängen. Im Laufe der Demonstration heizt sich dann die Stimmung gegen die anwesenden Journalisten immer mehr auf. Nach der Hälfte der Strecke wird ein Fotograf von mehreren „Legida“-Anhängern zu Boden getreten und geschlagen. Der Fotograf wurde leicht verletzt, ein Teil seiner Ausrüstung beschädigt. Immer wieder brechen kleine Gruppen von vermummten während der Demonstration aus und gehen auf Journalisten los. Entlang der Strecke stehen immer wieder Gegendemonstranten, die mit ihrem lauten Protest den „Legida“-Teilnehmern zeigen, dass sie nicht willkommen sind. Insgesamt sollen nach Angaben der Stadt rund 20.000 Menschen gegen den „Pegida“-Ableger auf der Straße gewesen sein. Vereinzelt kommt es zu Böllerwürfen auf die „Legida“-Demo – aus der mit Flaschenwürfen geantwortet wird.

Am 21. Januar zählte der FSR Sozio im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe des Instituts die Demo-Teilnehmer*innen. Hier die vorläufigen Ergebnisse. In Kooperation mit dem Institut für Soziologie haben wir Legida ausgezählt. Bisher konnten wir nur eine von den drei Methoden die wir benutzt haben auswerten und können jetzt eine erste grobe Schätzung herausgeben. Mit der Klicker-Methode haben wir ca. 4000 bis 6000 Demonstrierende gezählt, direkt nachdem Legida losgelaufen ist. Geleitet wurde die Zählung von unserem Statistikdozenten Stephan Poppe, unterstützt wurden wir von Steph Pävi und Marcel Sarközi.

In den nächsten Tagen werten wir die Daten der anderen Methoden aus und können euch genaue Zahlen nennen. In diesem Sinne danke an alle, die heute gegen Rassismus und Intoleranz auf der Straße waren, wir sehen uns nächste Woche! (Quelle)

IMG_0444

Gegen 21.00 Uhr treffen die „Legida“-Teilnehmer wieder auf dem Augustusplatz, ihrem Startpunkt ein. Schon während er Abschlussreden verlassen viele den Platz in Richtung Bahnhof. Hier verliert die Polizei teils die Kontrolle und kann die Gegendemonstranten nicht von rechten Hooligangruppen trennen. Einige der Hooligans gehen in der Folge auf Gegendemonstranten los, einige werden dabei verletzt und müssen vom Notarzt behandelt werden. Immer wieder kommt es auch zu Böllerwürfen. Durch ein massives Polizeiaufgebot gelingt es nach rund 30 Minuten die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

IMG_0344 IMG_0379

Insgesamt präsentierte sich „Legida“ deutlich gewalttätiger als die „Pegida“-Bewegung aus Dresden. Viele Teilnehmer zeigten ein hohes Gewaltpotential auf. Wie auch in Dresden nahmen in Leipzig ebenfalls zahlreiche Neonazis teil – aber auch hier überwog deren Anteil nicht.

Siehe auch: PEGIDA: Volksfront von Judäa gegen judäische Volksfront?

14 thoughts on “Legida: Die gewalttätige Schwester von Pegida

  1. Das kann ich so unterschreiben. War selbst dabei und habe gesehen, was diese “ Zecken“
    stänkern und schlagen können. Von wegen
    “ harmlose Gegendemonstranten „.!!
    Und die Presse schreibt auch noch alles
    so, wie die Politiker es hören wollen und das Volk verdummen können. Armes Deutschland
    sag ich nur.

  2. Was passiert eigentlich wenn diese Demonstrationen immer mehr werden . Also von der Größe her und dem Umfang. Wenn in immer mehr Städten gleichzeitig marschiert wird kann die Polizei dessen stellen ja sowieso immer weniger werden das überhaupt noch schützen ???
    Und wenn nicht kommt dann die Armee mit zur Hilfe ??

  3. Träum weiter Claudia, in zwei Wochen scherrt sich niemand mehr um den bemitleidenswerten Haufen.

Comments are closed.