SPD, Grüne und Linke „können ruhig in ihrem Blut ersaufen“

Die NPD-Mannheim auf Facebook (Screenshot)
Die NPD-Mannheim auf Facebook (Screenshot)

„Es ist zu hoffen, dass die ersten Opfer der Islamisten in Mannheim keine Bürger sind, sondern Politiker der Multikulti-Parteien wie SPD, Grüne und Linke. Sie können ruhig in ihrem Blut ersaufen.“ Alles gar nicht so gemeint, versichert die NPD. Eine Anzeige wegen Volksverhetzung hat sie dennoch kassiert.

Von Patrick Gensing

Dass die NPD in Mannheim und Umgebung nicht gerade zart besaitet ist, kann kaum überraschen: Das mehrfach vorbestrafte Neonazi-Urgestein Christian „Hehli“ Hehl beispielsweise sitzt für die Partei im Gemeinderat und versucht sich mit schicken Hemdchen einigermaßen zivil  zu geben. Die Region kann ohnehin als ein Schwerpunkt der organisierten Neonazi-Szene bezeichnet werden, nicht zuletzt auch im Kontext mit dem NSU spielt das nördliche Baden-Württemberg eine große Rolle.

Nun macht die NPD in dieser Region mal wieder von sich reden. Auf der Homepage der NPD Rhein-Neckar verkündete die Partei:

Alles muss hübsch bunt und Multikulti sein; Islamisten aber setzten auf solche Konzepte nur einen Misthaufen, oder, einen abgeschlagenen Kopf. Es ist zu hoffen, dass die ersten Opfer der Islamisten in Mannheim keine Bürger sind, sondern Politiker der Multikulti-Parteien wie SPD, Grüne und Linke. Sie können ruhig in ihrem Blut ersaufen.

Das kommentierte Stefan Rebmann, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Mannheim, mit den Worten, er sei „nur noch angewidert und fassungslos von den menschenverachtenden Aussagen“ der NPD. Nach Prüfung der Aussagen durch das Justiziariat der SPD-Bundestagsfraktion und dessen eindeutigem Urteil, dass es sich dabei um Volksverhetzung und somit um eine Straftat handele, habe Rebmann Anzeige gegen die NPD und den Verfasser des Artikels erstattet.

NPD freut sich

Die NPD hatte zuvor bereits auf einen Artikel, in dem berichtet worden war, dass eine Anzeige geprüft werde, mal wieder überbetont locker reagiert: Man freue sich darauf, „wenn die selbsternannten Musterdemokraten sich mal wieder vor Gericht blamieren“. Denn eigentlich, so hatte die NPD ebenfalls auf Facebook erklärt, sei man ja eigentlich nur besorgt:  „Wir warnen ja gerade davor, dass es zu Toten und Verbrechen kommt und hoffen, dass es nie zu solchen Szenen in Mannheim kommen wird.“

Aber falls doch, sollen doch bitte „keine Bürger“, sondern SPD, Grüne und Linke abgeschlachtet werden, meint die NPD also. Mal schauen, ob das in Deutschland im Jahr 2014 für eine Verurteilung wegen Volksverhetzung reicht – oder ob es nicht als legitime Islamkritik abgebucht wird…

4 thoughts on “SPD, Grüne und Linke „können ruhig in ihrem Blut ersaufen“

  1. Eine derartige Äußerung dürfte nun langsam die Veranstwortlichen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe veranlassen, die NPD schnellstens zu verbieten und am besten all ihre „Schwesterorganisationen“ gleich mit!
    Sie haben sich langst vom Boden der demokratischen Grundordnung entfernt und ich als demokratisch gesinnte Bürgerin empfinde langsam die langweilige Agiditation jener Zuständigen als Zumutung!

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