Neonazi-Schlammschlacht: Hat Wieschke seine Mutter verprügelt?

Am kommenden Sonntag wird in Thüringen gewählt. Die NPD fährt derzeit alles auf, um in den Landtag einzuziehen. Doch erst kam ihr die Antifa dazwischen und nun auch noch die „Kameraden“.

Von Publikative-Redaktion

Patrick Wieschke, Vorsitzender des NPD-Landesverbandes Thüringen, Foto: Kai Budler.
Patrick Wieschke, Vorsitzender des NPD-Landesverbandes Thüringen, Foto: Kai Budler.

Am vergangenen Freitag veröffentlichte eine antifaschistische Recherchehomepage einen Teil einer Polizeiakte vom Anfang der 2000er Jahre, in der Patrick David Wieschke, Spitzenkandidat der NPD-Thüringen zur Landtagswahl und deren Landesvorsitzender durch ein zwölfjähriges Mädchen des sexuellen Missbrauches beschuldigt wurde. Schnell griffen verschiedene Medien die veröffentlichte Akte auf.

Nur wenige Tage später legt nun die Neonazi-Partei „Die Rechte“ nach. Deutlich heißt es zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Wieschke in einem Text auf der Homepage der Konkurrenzpartei: „Ich persönlich aber glaube weit eher dem damals 12-jährigen Mädchen als Patrick Wieschke.“ Hinter dem Text steckt der Bundesvorsitzende der Partei, Christian Worch. Als Begründung wird von Worch ein Erlebnis mit Wieschke angeführt: Im August 1999 war Christian Worch demnach mit anderen Neonazis auf dem Rückweg vom Wahlkampf in Sachsen und wollte auf dem Weg an einer von Wieschke verantworteten Demonstration in Thüringen teilnehmen. Doch nur wenige Kilometer vor dem Demonstrationsort wurden die anreisenden Neonazis von der Polizei gestoppt, da die Demonstration kurzfristig verboten wurde, so Worch. Der angeführte Grund könnte nach den Missbrauchsvorwürfen gegen Patrick David Wieschke einen erneuten Skandal vor der kommenden Landtagswahl für die NPD bedeuten. So heißt es zu den angeblichen Gründen des Demonstrationsverbotes im Text:

„Schon ein paar Dutzend Kilometer vor dem Demonstrationsort wurden wir von der Polizei gestoppt und uns mitgeteilt, daß die Demonstration verboten sei. „Ihre Informationen sind inaktuell“, sagte ich dem Einsatzleiter der Polizei. „Das Verbot ist gestern vom Verwaltungsgericht außer Vollzug gesetzt worden; es hat sogar die heutige Ausgabe der BILD-Zeitung darüber berichtet.“ „Leider sind Ihre Informationen inaktuell“, belehrte mich der Beamte. „Die Behörde sah sich heute morgen genötigt, die Demonstration neuerlich zu verbieten. Grund dafür ist, daß unsere Kollegen heute nacht um drei zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wurden. Ihr Anmelder und vorgesehener Versammlungsleiter, Herr Wieschke, hat seine Mutter verprügelt, wobei er einen Alkoholisierungsgrad von 2,7 Promille hatte. Er befindet sich zur Zeit in unserer Ausnüchterungszelle, und die Behörde meint, daß ein Versammlungsleiter, der in der Nacht vor seiner Versammlung ein solches Delikt begeht, für die Leitung einer Demonstration nicht geeignet ist und die Demonstration daher aus diesem neu hinzugetretenen Grund zu verbieten war.“

Christian Worch organisierte den Abmarsch der Neonazis mit. (F: Kai Budler)
Christian Worch, Bundesvorsitzender von „Die Rechte“, (F: Kai Budler)

Worch scheint Wieschke für seine angebliche Tat nach wie vor zu verurteilen und findet auch im Nachgang deutliche Worte für den Landtagskandidat.

„Wogegen man nicht viel sagen kann. Weder juristisch noch im Sinne von bürgerlicher Ethik. Daß ein Mann seine eigene Mutter verprügelt, geht ja nun mal gar nicht. Ein „no go“. Und wenn ein Mann – egal, ob gerade 18 und sturzbesoffen – so was tut, dann traue ich ihm auch noch jede Menge anderer charakterliche Entgleisungen zu. Deshalb bin ich weit eher geneigt, dem damaligen Opfer zu glauben als Patrick Wieschkes Dementi.“

Dass die Rechte so kurz vor der wichtigen Landtagswahl in Thüringen gegen den Spitzenkandidaten der NPD schießt, dürfte die Kluft zwischen den beiden extrem rechten Parteien deutlich vertiefen und führt bereits jetzt zu heftigen Diskussionen in der Szene. Welchen Schaden die nun auftauchenden Behauptungen für Wieschke haben, lässt sich wohl derzeit noch nicht absehen.

11 thoughts on “Neonazi-Schlammschlacht: Hat Wieschke seine Mutter verprügelt?

  1. Öhm … ist es nicht normalerweise ein Lob, wenn man sagt, jemand finde deutliche Worte? Worch grenzt sich von einem Politiker ab, den er innerhalb der rechtsradikalen Parteienlandschaft als Konkurrenz betrachtet. Solche Zwistigkeiten sind natürlich begrüßenswert, aber loben muss man Worch dafür m.E. nicht.

  2. Also muss ehrlich sagen das dieser wurscht verein Publikative org oder die die sich gerne nennen anscheinend langeweile haben, so ein blödes genöle was ihr von euch gebt, das intresdiert keine sau.wenn ihr schon im müll sucht dann bei den grossen.da gibt es mehr zuerfahren.gibt genug politiker die dreck am stecken haben.ich für meinen teil habe respekt von der NPD die sprechen wenigstens das an was unsereins die Bürger denken.aber das wollt ihr ja nich hören.

    1. Lerne deutsch. Schreib dich nicht ab. Trinke weniger, dann ist man auch nicht so anfällig für bierselige Stammtischparolen. Außerdem spendiere ich noch eine Runde Interpunktionselemente.

    2. Genau, und wie viele das denken, wirklich beeindruckend, eine echte Volkspartei! Deshalb hat sie ja auch immer überall locker die absolute Mehrheit!

    3. Oh, oh- der Typische NPD-Anhänger: wenn er „überhaupt“ in der Schule war, dann nur in den Pausen 😉 Der Text den er schreibt, oder zu schreiben versucht, sagt alles !

  3. Bemerkenswert, dass die meisten Nazis nicht in der Lage sind, sich in der deutschen Sprache auszudrücken und Grammatik für sie ein Faszinosum sein muss.
    Aber ohne Hirn ist das ja auch nicht so einfach.
    Und was ‚unsereins‘, der Bürger denkt, ist für dich intellektuell wohl kaum nachzuvollziehen,
    also nimm bitte keine Stellvertreterposition ein.

  4. das schönste an nazis und nazi-unterstützern ist, dass sie der doitschen sprache so kollossal mächtig sind.

    das intresdiert durchaus ein paar menschen, möchte man meinen

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