Erinnerung – Mehr als ein Ritual

8mai

Das Schlagwort von Erinnerungspolitik prägt seit Jahrzehnten den politischen Alltag in Deutschland. Doch was ist davon Erinnerung und was ist davon Politik? Am Tag der Befreiung Deutschlands oder am Tag der Auschwitzbefreiung stellen sich diese Fragen besonders prominent, doch auch zwischen den beiden Daten werden wir als Gesellschaft diese Frage nicht los: Was machen wir aus unserer Geschichte und was macht unsere Geschichte aus uns?

Von Sergey Lagodinsky und Sven-Christian Kindler

Die Dauerklagen über die Art und Weise, wie wir gedenken sind mittlerweile unüberhörbar. Manche beschweren sich über eine „zu traurige“, andere über eine „zu vergangenheitsfixierte“ Erinnerungspolitik. Als ob es überhaupt möglich wäre, an mehr als 6 Millionen Tote Jüdinnen und Juden und viele Millionen Anderer ohne Trauer zurückzudenken und als wäre Geschichte als Dispositionsmasse ohne Vergangenheitsbezug denkbar. Andere Stimmen erklären jeden Abschied von Holocaustüberlebenden für eine Zäsur, als wäre die Erinnerung an den Holocaust ausschließlich an biographische Umstände von Lebenden gebunden. Und die meisten von uns wägen sich nur allzu gerne in der falschen Gewissheit, dass diese Bundesrepublik Deutschland erinnerungspolitisch alles richtig und vor allem längst genug getan hat, um die Verbrechen der Deutschen „aufzuarbeiten“.

Neben diesen konstruierten Defiziten gibt es aber reale Veränderungen, denen wir uns stellen müssen. Wir müssen damit fertig werden, daß neue mediale Zugänge, zunehmende interkulturelle Vielfalt und ein erneuter Generationenwechsel, diesmal zur dritten und vierten Nachkriegsgeneration unsere Gedenkkultur langfristig prägen werden. Und wir müssen diese Gedenkkultur vor dem Hintergrund eines bis in die Mitte der Gesellschaft verbreiteten, häufig nicht sich selbst bewussten, Antisemitismus weiter entwickeln.

Eine solche Weiterentwicklung ist nur möglich, wenn unser „Erinnerungswesen“ auf drei gleichberechtigten Komponenten fußt: Primat der Erinnerung, Alltagsrelevanz und Handlungsimperativ. Alle drei Komponenten müssen im Kontext einer kritischen Eigenreflexion statt bequemer Selbstvergewisserung stattfinden. Nur so können wir die genannten Herausforderungen kreativ und zugleich standhaft angehen.

Das Primat der Erinnerung ist ein Korsett, welches die kollektive Gedächtnisarbeit zusammenhält. Denn wir dürfen nicht das Selbstverständliche vergessen: Das Objekt der Erinnerungsarbeit sind und bleiben die mörderischen Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung Europas und andere Opfergruppen des Nationalsozialisten. Sich dessen zu erinnern ist die primäre Funktion der Gedächtniskultur. Nur wenn wir dessen bewußt bleiben, verhindern wir, dass Erinnerungsübungen sich in immer abstruseren Abstraktionen verlieren oder gar das Andenken der Opfer beleidigen.

Diese Erinnerung und Verantwortung sind nicht endlich: Es geht nicht darum, ein historisches Pflichtprogramm abzuarbeiten, um damit zu einer Normalisierung zu gelangen. Wir nähern uns nicht mit jeder Gedenkzeremonie einem Schlussstrich an und wir werden nicht mit jeder Gedenkstunde besser als Gesellschaft. Denn kollektives Erinnern ist nicht dafür da, um uns besser fühlen zu lassen. Das ist nicht seine Funktion. Wir erinnern, weil es für eine Gesellschaft ein Bedürfnis ist, zur eigenen Vergangenheit Brücken zu bauen, die Verbrechen eigener Vorfahren zu vergegenwärtigen und Opfer dieser Verbrechen zu beklagen. Mittlerweile gehört das ehrliche Erinnern zum Wesen einer jeden post-totalitären Demokratie. Erst recht, wenn die Ausmaße des industriell organisierten Verbrechens die Ausmaße des NS-Regimes angenommen haben.

Um nicht in leeren Ritualen zu verharren, muss diese Erinnerung aber Alltagsrelevanz für Bürgerinnen und Bürger aufweisen. Weil Erinnerung nur funktioniert, wenn sie aktiv betrieben wird, muss nach Anschluss an Erfahrungs- und Empfindungswelten der Bürger*innen gesucht werden. Dass ist nur möglich, wenn sie nach Form und Inhalt für die Menschen von heute nachvollziehbar und alltagsrelevant ist. Es geht um neuartige Medien, die über Geschichte aufklären. Es braucht einen starken Austausch zwischen denjenigen die Erinnerungsarbeit organisieren sowie eine Sammlung von Best Practice Beispielen. Viele gehen neue Wege. Die Berliner Kantorin Avital Gerstetter lässt ihre im Auschwitz umgekommene Tante in Form von Comics wieder aufleben und bezieht die jugendliche Leserschaft aktiv ein. Junge jüdische Schüler*innen und Studierende besuchen Berliner Schulen und suchen Gespräch mit ihren Altersgenossen über den Holocaust. Ob Cartoons oder moderne Verfilmungen, interaktive oder erzählende Formate – neue Formen der Geschichtsvermittlung sind erforderlich. Zugleich gilt zu beachten: auch diese neue Formen dürfen nie die Würde der Opfer überdecken. Sie müssen immer gegenüber dem Gedenken an die Toten und Verfolgten angemessen bleiben. Anschlussfähigkeit bedeutet nicht Voyeurismus.

Allein schon aufgrund der fortschreitenden Zeit, dürfen wir die Erinnerungsarbeit nicht von Begegnungen mit Zeitzeug*innen abhängig machen. Es ist möglich Geschichte zu vermitteln, auch wenn ein persönlicher Kontakt zu Überlebenden nicht mehr gewährleistet werden kann. Wir müssen verstärkt dazu übergehen, mit Zeugen-Zeugen zu arbeiten, mit Menschen also, die Ihre Erkenntnisse aus persönlichen Erfahrungen mit Zeitzeugen. Wichtig ist, die Traumata der zweiten und sogar die Empfindungen der dritten Generation zu thematisieren.

Eine besondere Herausforderung ist es, an die Erlebniswelten der Menschen mit Migrationshintergrund anzuknüpfen. Hier sind etwa Verbindungen mit der Geschichte der Herkunftsländer, Anknüpfung an eigene Minderheits- oder Diskriminierungserfahrungen essentiell. Aber auch an dieser Stelle muss die heikle Balance zwischen Anknüpfungspunkten und Singularität des Holocausts gemeistert werden. Diskriminierungen können unterschiedlich sein, der historische Holocaust war und bleibt einmalig.

Die Zukunft der Erinnerung ist nicht ohne den erinnerungspolitischen Handlungsimperativ vorstellbar. Erinnerung darf sich nicht in der reinen Vergewisserung des Monströsen der Shoa erschöpfen. Es geht auch darum, aus der Erinnerung die richtigen Lehren zu ziehen. Es geht um die Verwirklichung des von Theodor W. Adorno formulierten Imperativs, dass wir unser Denken und Handeln danach ausrichten, dass Auschwitz sich nicht wiederholt. Um das zu leisten, muss die moderne Erinnerungsarbeit mehr leisten, als die Schrecken der Shoa zu zeigen. Sie muss die Verbindung zum Heute herstellen und Handlungsmotivierend wirken.

Ein wichtiger Handlungsimperativ ist dabei, allen aktuellen Formen des Antisemitismus aktiv entgegenzutreten. Dabei geht es nicht nur um die offen antisemitischen Glatzköpfe mit Springerstiefeln, denen man ihre Gesinnung ansieht. Es geht darum zu zeigen, warum Weltverschwörungstheorien einen antisemitischen Kern haben und inwiefern bestimmte Formen der Kritik an Israel nicht nur die Politik der israelischen Regierung kritisieren, sondern sich antisemitischen Klischees bedienen. Die subtilen Erscheinungsformen des Antisemitismus des Mainstreams zu erkennen und ihnen entschieden entgegenzutreten – dass ist die größte Herausforderung unserer Tage für eine aktive Erinnerungsarbeit.

Wichtig ist dabei auch, Relativierungen des Holocaust durch direkte oder indirekte Gleichstellungen mit anderen totalitären Regimen und Genoziden entgegenzutreten. Die industriell-bürokratisch geplante und durchgeführte Ermordung der jüdischen Bevölkerung durch die deutschen Nationalsozialisten mit Zustimmung der Mehrheit des deutschen Volkes entsprang der antisemitischen Wahnvorstellung, der die Juden als „Gegenrasse“ zu den Ariern imaginierte. Es ging den Nationalsozialisten nicht um Versklavung oder Ermordung aus politischen Machtgründen, sondern um die vollständige Vernichtung, da sie alles Böse in der Welt konkret auf die Juden projizierten anstatt die komplexen, abstrakten Strukturen und Ungerechtigkeiten der bürgerlichen Gesellschaft zu analysieren, zu begreifen und zu verändern. Das alles passierte in einer Gesellschaft, die sich noch ein paar Jahre zuvor in der Weimarer Republik als demokratisch und zivilisatorisch verstand. An dieser Stelle wird der Handlungsimperativ relevant. Eine der zentralen Fragen der Erinnerungsarbeit muss heißen: Wieso hat die deutsche Gesellschaft in ihrer großen Mehrheit die Schoa mitgetragen? Und wie können wir eine Wiederholung dessen verhindern?

Diese Frage wird in Deutschland mehrheitlich nicht gestellt. Stattdessen fordert knapp zwei Drittel der Deutschen: „Es wird Zeit, dass unter die nationalsozialistische Vergangenheit ein Schlussstrich gezogen wird.“1 Diese Abwehr der Vergangenheit geht mit dem neu artikulierten Opfermythos in der deutschen Gesellschaft einher. Viele nutzen das Leid, welches der deutschen Bevölkerung Europas angetan wurde, um die deutsche Schuld und Verantwortung für die Shoa zu relativieren.

Ein weiterer Versuch der Entlastung führt über die versteckte Täter-Opfer-Umkehr bei Analysen der israelischen Politik. Kritik an der Politik der israelischen Regierung gehört zum Standard einer demokratischen Diskussion, ob in Deutschland oder in Israel. Die Grenzen der legitimen Kritik sind dann überschritten, wenn sie mit Vergleichen der israelischen Politik mit den Verbrechen des Nationalsozialismus argumentiert. Eine Position, die keine Randerscheinung ist: Ganze 40 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass Juden mit Palästinensern tun, was Nazis den Juden angetan hatten.2. Fast genauso viele Menschen in Deutschland denken, die Politik Israels erkläre, wieso man „etwas gegen Juden hat.“3

Wenn wir Erinnerungspolitik ernst meinen, darf sie nicht nur auf rituelles Gedenken beschränkt bleiben. Sich an Vergangenheit erinnern bedeutet zugleich, sich in Gegenwart zu engagieren. Nur wenn wir Antisemitismus und Rassismus heute erkennen und bekämpfen können, ist das Gedenken ein vollständiger gesellschaftlicher Prozess. Diesen Prozess zukunftstauglich zu gestalten, muss im Vorfeld des geschichtsträchtigen Jahres 2015 unsere politische Priorität werden.

Sven-Christian Kindler MdB (Bündnis 90/Die Grünen) ist Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

Dr. Sergey Lagodinsky ist Repräsentant der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Autor des 2014 erschienen Buches „Kontexte des Antisemitismus“ (Metropol-Verlag)

1 Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften, 2006

2 Forschungsprojekt Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Uni Bielefeld, 2008

3 Forschungsprojekt Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Uni Bielefeld, 2010

5 thoughts on “Erinnerung – Mehr als ein Ritual

  1. Den beiden grünen Autoren ist mit ihrem Beitrag ein wahrer Schildbürgerstreich geglückt. Im Versuch die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und der deutschen, antisemitischen Vernichtungspolitik der Ritualisierung zu entreißen ist ihnen eine im mahnenden und kritischen Mäntelchen daherkommende, desto dramatischere Banalisierung und Ideologisierung geglückt, die Geschichtspolitisches mit Pädagogischem bis zur Unkenntlich vermischt. So wird einem am Ende einen Cocktail affirmativen Gedenkens serviert, zu dessen Zutaten es gehört die Unterschiede zwischen NS und Stalinismus in der Rede von „post-totalitären Demokratien“ zu nivellieren und ihn mit einer Kirsche aus Ressentiment zu garnieren.

    Allein der Umstand in einem Artikel aus Anlass des 8. Mai nicht ein Wort über den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zu verlieren und die Rolle der Roten Armee zu erwähnen ist, für sich schon ein Husarenstück. Dies aufzuzeigen wäre sehr gut möglich, ohne der Funktionalisierung des von Nationalismus durchsetzenden aktuellen Gedenkens im postsowjetischen Russland oder gar dem Stalinismus Tribut zu zollen. Lieber leisten die Autoren einen Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, die die Form des Vernichtungskrieges im Osten als antisemitischen und zugleich antibolschewistischen, sprich antikommunistischen, Krieg zu gerne ausblendet. Adorno, von beiden zu Unrecht für ihre Sache eingespannt, merkte dazu in seinem berühmten Aufsatz „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit“ an: „Der Widerstand gegen den Osten hat in sich selbst eine Dynamik, welche in Deutschland das Vergangene erweckt. Nicht bloß ideologisch, weil die Parole vom Kampf gegen den Bolschewismus von jeher denen zur Tarnung verhalf, die es mit der Freiheit nicht besser meinen als jener.“

    Mit der Aussage eine besondere Herausforderung für die Erinnerung sei es „an die Erlebniswelten der Menschen mit Migrationshintergrund anzuknüpfen“, suggerieren die Autoren, vermutlich den kommunikationstheoretischen Begriff Lebenswelt von Habermas’ meinend, eine Besonderheit von Migrationen und Migranten, die eine Art Sonderpädagogik nötig hätten. So als seien Ein- und Zugewanderte eine Art Aliens mit besonderem Erlebnishunger nach Aufklärung über die Taten der mehr oder weniger autochthonen Eltern- und Großelterngeneration. Vielmehr dient die Positionierung zum Zivilisationsbruch im vereinten Deutschland, verkürzt formuliert, zugleich als Eintrittsticket, wie als Ausschlusskriterium für jugendliche Migrant_innen. Dabei wird Menschen aus Familien mit Migrationshintergrund normativ und durchaus nachvollziehbar abverlangt eine kritische Position zum Zivilisationsbruch einzunehmen, ohne allerdings den biografischen und historischen Narrativen der Zugewanderten auch nur ein Jota an Aufmerksamkeit und Anerkennung zu zollen. Was hier zu verhandeln ist, ist nicht allein die rassistische und strukturelle Ausgrenzung von Migrant_innen in der postnazistischen Gesellschaft und auch nicht allein die Selbstverständlichkeit einer Anerkennung der Präzendenzlosigkeit der Vernichtung der europäischen Judentuns, sondern dass diese nicht nur nicht in einem voraussetzungslosen Gedenken mündet, vielmehr in einer Funktionalisierung für heutige Zwecke mündet, wovon in der Vergangenheit gerade grüne Politik gezeugt hat.

    Wenn wir denn unser Denken so einrichten wollen, dass sich Auschwitz nicht wiederhole, wie de Autoren Adorno zitieren, reicht es sicherlich nicht aus eine moderne Erinnerungsarbeit mit Comics, modernen Verfilmungen etc. zu kreieren, die eine „Verbindung zum Heute herstellen und Handlungsmotivierend wirken“ muss. Das hieße nicht alleine den Gegenwartsbezug historischen Lernens falsch zu interpretieren und die Möglichkeit von Pädagogik zu strapazieren. Sicherlich, Graphic Novels und digitale Medien stellen für die Bildungsarbeit gute und wichtige Möglichkeiten dar, sich der Vergangenheit anzunähern. Pädagogik und Bildungsarbeit können allerdings nicht ersetzen, was im Gesellschaftlichen versäumt, bzw. nicht gewollt wird, nämlich die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse so einzurichten, dass sich Auschwitz nicht wiederhole. Damit war von Adorno, was die Autoren wohl kaum meinen, auch intendiert, dass es die Totalität des Kapitalismus, (bzw. die verwaltete Welt ist, wie sie der Kritische Theoretiker nannte), der diese Verhältnisse bedingt oder anders gesagt, „dass die Zivilisation ihrerseits das Antizivilisatorische hervorbringt und es zunehmend verstärkt.“ (Adorno: Erziehung nach Auschwitz)

  2. Wie schon seit einigen Jahren haben die Völkischen Freaks in der Kleinstadt Demmin ihren unsäglichen Umzug mit anschliessenden Fackelmarsch und abschliessender Kranzniederlegung/bzw Kranzabwurf in die Peene durchgeführt.
    Glücklicherweise ist seit einigen Jahren allerdings auch der Protest gewachsen und der Wille gestiegen dieses Datum nicht denen zu überlassen, die die Kapitualtion der Wehrmacht allen Ernstes bedauern und als „Begründung“ die Suizide der Zivilbevölkerung anführen, kurz bevor die Rote Armee in Demmin einmarschierte.
    Vollkommen ausgeblendet werden die Gräueltaten der Deutschen Militäreinheiten im Osten („Blut & Boden“-Ideologie; „Kampf bis zu der letzten Patrone“, „Rassebild“ der Deutschen völkischen Ideologie als solches usw.), und das eine etwaige geordnete Evakuierung der Zivilbevölkerung von der Deutschen Administration im Osten oftmals abgelehnt wurde (hätte ja de facto die Niederlage eingestanden), stattdessen wurde die Zivilbevölkerung i.d.R. ihrem Schicksal überlassen (anders als an der Westfront).

    Hier ein Bericht zu dem Tag, der sicherlich nicht ganz negativ zu bewerten ist, obwohl die Völkischen Freaks laufen konnten. Allerdings hat die Polizeiführung den Umzug mit allen Mitteln durchsetzen wollen, zum Teil direkt an den Protesten/Blockaden vorbei, zum Teil nur mit einer Reihe Cops abgesichert. Damit ist natürlich eine Gefahrensituation geschaffen wurden, die allerdings nicht etwa zu Ausschreitungen von seiten der Blockierern sondern stattdessen zu zum Teil Polizeigewalt auf hohem Niveau führte.
    In anderen Städten wäre der Umzug sicherlich abgebrochen worden statt die Cops mit der Vorgabe grösstmögliche Gewalt einzusetzen in den Einsatz zu schicken.
    Ist dann eben eine Abwägungssache der Polizeiführung.
    Fraglich ist dann, was dann an friedlichen Protest noch notwendig ist, um so einen Umzug zu unterbinden, vermutlich wären einfach mehr Menschen die Antwort gewesen.
    So bleibt als mein persönliches Fazit:
    Mit mehr Menschen in den Blockaden hätte es funktioniert, selbst mit der Anzahl ist es möglich gewesen, aber scheinbar nicht gewollt.
    Traurig, das am 08.05. so etwas passiert und der Polizeiführung/Verantwortlichen ein zumindest fragwürdigen Geschichtsbild unterstellt werden kann.

    http://kombinat-fortschritt.com/2014/05/09/demmin-polizeigewalt-ueberschattet-protest-gegen-npd-fackelmarsch/

  3. Die Autoren bemühen sich aufzuzeigen, wie die Erinnerung an dem Unaussprechlichen in würdiger Weise aufrecht erhalten werden kann.
    Die Autoren gehen auf die besondere Herausforderung ein, an die Erlebniswelten der Menschen mit Migrationshintergrund anzuknüpfen und erwähnen die heikle Balance zwischen Anknüpfungspunkten und Singularität des Holocaust, wie sie vorsichtig formulieren.

    Wie perfide es die Deutschen schaffen, die Erlebniswelt der Menschen mit Migrationshintergrund für ihre Zwecke einzuspannen und zu missbrauchen, hat Tuvia Tenenbom in einem Kapitel seines Buches „Allein unter Deutschen“ in unvergleichlicher Weise aufgedeckt. Im Kapitel 18 beschreibt er, wie sowas funktioniert. Sein Resümee fällt erschütternd aus. Es wird deutlich, wie es vielen Deutschen nicht darum geht Menschen anderer Herkunft zu beschützen, sondern wie sie sich antisemitischer Strömungen anderer Kulturen bedienen und dabei nichts anderes im Sinn haben, eigene historische Verantwortung zu relativieren.

  4. Ich kann nur sagen, dass ich Rassismus und Intolleranz verabscheue, dass ich gegen Krieg bin und dass ich erwarte, dass man aus der Geschichte was LERNT.

    Das Ergebnis kann nicht sein, dass man die NS-Zeit verdrängt und meint alles sei ganz normal, Rassismus gäbe es überall.
    Diese Aussage ist Pro-Rassistisch.

    Menschen, die nicht wahrhaben wollen, dass es hier noch viele Menschen gibt, die wollen nichts ändern und akzeptieren Rassismus.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/europarat-kritisiert-rassismus-und-intoleranz-in-deutschland-a-955415.html

    Wenn es Menschen gibt, die sich für was Gutes einsetzen, sollte man sie nicht ausschalten, indem man sie als übertrieben nett und gutherzig, ja fast heilig, abspeist, sondern sollte sie sich als Vorbild nehmen.

    Siehe –> 13. Mai 2014 Frau Doris Schröder-Köpf
    http://www.die-weisse-runde.de/

    Es ist im übrigen nicht normal, dass man Angst vor Menschen hat, die man nicht kennt oder die anders aussehen.
    Es mag jedoch an der Propaganda liegen, der man heutzutage ausgesetzt wird, der Volksverhetzung dieses Landes.

    Die Welt ist bereit sich miteinander zu vereinen. Die Amerikaner haben auch verstanden, dass alles nur um das Öl ging und haben alle einen schwarzen Demokraten gewählt.

    Leider hängt Deutschland aber zurück, weil man hier zu lande der Meinung ist, dass man der arme Deutsche ist, der ja an nichts Schuld hat. WIR armen Deutschen, WIR sterben aus, UNSER Deutschland, WIR schaffen es, WIR haben viel durchgemacht, WIR haben viel geduldet.

    WIR WIR WIR STÄRKEN DEN NATIONALSTOLZ
    RUFEN ZU MEHR GEBURTENRATEN AUF
    DENN DEUTSCHE SIND JA DAS BEDRRROHTE UND UNTERDRRRRRÜCKTE VOLK

    Nun haben wir ein Ekel an der Macht, die sich aufführt als wäre sie die Herrscherin der Welt.

    Na, noch urteilsfähig oder schon geistig entmündigt?

Comments are closed.