Formation einer Bewegung: Vom Netz auf die Straße

Anonymous meets Friedensbewegung (Foto: Oliver Feldhaus)
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Die Parolen und Verschwörungslegenden geistern seit Jahren durch das Internet. Dort haben sich längst politische Subkulturen entwickelt, die von Parteien und etablierten Medien kaum noch erreicht werden. Die „Montagsdemonstrationen“ und ähnliche Aktionen sind Versuche, dieses diffuse Milieu zu einer Bewegung zu formen.

Von Patrick Gensing

Die „Forentrolle“ sind die digitale Landplage des 21. Jahrhunderts. Sie ziehen über die Kommentarspalten und Facebook-Seiten von großen Medien hinweg und hinterlassen eine verwüstete Diskussionskultur. Längst machen die meisten Internet-Nutzer einen großen Bogen um Kommentarspalten, weil sie den aggressiven, männlich-dominierten sowie oft verschwörungstheroretischen Ton in vielen Foren scheuen. Menschen, die Kommentarspalten moderieren, befürchten angesichts der verdichteten Boshaftigkeit und massiven Menschenverachtung, ihren Glauben an die Menschheit zu verlieren.

Doch die Macht im Netz ist begrenzt. Man kann „Shitstorms“ (ein fürchterlicher Begriff übrigens, der beispielhaft für die Verrohung der Sprache im Netz steht) entfachen, Redaktionen mit Leserbriefen bombardieren – und eine überschaubare Gegenöffentlichkeit schaffen. Um aber realen politischen und medialen Einfluss zu erlangen, reicht das nicht aus. Bislang schlummert ein Potential im Netz, dessen Schlagkraft sich nur schlecht abschätzen lässt, das aber für diverse Akteure höchst interessant ist.

Selbsternannte Anwälte des Volkes (Foto: Oliver Feldhaus)
Selbsternannte Anwälte des Volkes (Foto: Oliver Feldhaus)

Die AfD hat vorgemacht, wie man das Netz nutzen kann, um eine reale Partei zu erschaffen. Die Flügelkämpfe und Irrlichter in der Partei, die zahlreichen Ausfälle auf den Facebook-Seiten der AfD, zeigen aber auch, wie schwer sich die Kräfte bändigen lassen. Dies gilt noch stärker für die „Montagsdemonstrationen“. Seit einigen Wochen sind hier die Parolen und Textbausteine zu hören, die im Netz seit Jahren  Hunderttausendfach nachzulesen sind.

Politische Subkulturen mit Anspruch

Längst sind politische Subkulturen herangewachsen, die sich dynamisch radikalisieren – und von etablierten Medien weiter entfernen. Denn für jeden Themenschwerpunkt (Israel, Klima, Islam, USA, Gutmenschen-Terror, usw.) gibt es lose Netzwerke im Internet – Blogs, Facebook-Seiten, kleine Magazine. Hier können sich „kritische“ Bürger stets mit den neuesten Meldungen zum jeweiligen „Fachgebiet“ (gegenseitig) versorgen. So wächst die Bedeutung von monothematischen Angeboten, die einfache Antworten auf komplexe Fragen bieten.

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Diese Fixierung könnte weitreichende Folgen haben: Denn schaut beispielsweise der Klimaskeptiker in große Medien, findet er Meldungen, die in seiner Subkultur als extrem wichtig erachtet werden, lediglich als Randnotiz. Oder gar nicht. Beispielsweise, weil die Meldung in der Gewichtung der jeweiligen Redaktion als nebensächlich eingestuft wurde oder weil die Quelle schlicht unseriös war.

Daraus folgert unser Klimaskeptiker in einem bemerkenswerten Umkehrschluss, dass die jeweilige Meldung nicht zu unwichtig, sondern vielmehr zu wichtig und brisant sei, um in den „Systemmedien“ aufzutauchen. Nicht zufälligerweise sind „die Medien“ in diesen Milieus ein Hauptfeind, gesteuert wahlweise von Industrie, Mossad oder FED. Allerdings erkennen viele „Forentrolle“ offenbar keinen Widerspruch darin, sich auf Artikel in großen Medien zu beziehen, wenn der jeweilige Inhalt mit der eigenen Weltsicht korrespondiert.

Resterampe der antiimperialistischen Ideologie (Foto: Oliver Feldhaus)
Resterampe der antiimperialistischen Ideologie (Foto: Oliver Feldhaus)

Diese Doppelmoral findet sich in vielen Debatten, die im Netz toben: So sehen neurechte Beschützer der deutschen Kultur offenbar auch keinen Widerspruch darin, sich beim Kampf gegen angebliche Überfremdung und vermeintlichen Sittenverfall auf die Obszönitäten eines türkischstämmigen Autors zu stützen, dessen bemitleidenswertes Gewinsel um Aufmerksamkeit vor allem Anlass zum Fremdschämen bietet.

Gewichtung von Themen

Die Gefahr, in der eigenen Filter-Bubble in vollkommen abgehobene Sphären davonzuschweben, ist längst nicht nur auf „Forentrolle“ beschränkt und aus meiner Sicht ein starkes Argument für professionelle redaktionelle Angebote, die Themen gewichten. Das bedeutet nicht, über diese Gewichtung solle nicht gestritten werden, denn offenkundig gibt es vor allem strukturelle Gründe, warum einige Themen oft vorkommen, andere aus meiner Sicht weniger oft. Dennoch kann es nicht schaden, den Wert von Themenvielfalt an sich anzuerkennen und die Diskussionen über die Relevanz der „eigenen“ Fachgebiete auch als Realitätscheck zu begreifen.

Diesem Realitätscheck entziehen sich „Forentrolle“ durch den erwähnten Umkehrschluss bzw. die Verschwörungslegenden. Diese tragen sie nun seit mehreren Wochen auf die Straßen deutscher Städte. Viele Medienberichte haben zuletzt versucht, die „Montagsdemonstrationen“ politisch einzuordnen. Kein ganz einfaches Unterfangen, da von Reichsbürgern über Querfrontler und Neurechte sowie Linksnationalisten so ziemlich jedes Milieu auftaucht. Folgende inhaltliche Klammern zwischen diesen Subkulturen erscheinen mir besonders auffällig:

  • eindeutig antiwestlich
  • diffus antikapitalistisch
  • fortschrittsfeindlich

Wer die passenden Begriffe dazu sucht: Das NDR-Satiremagazin extra 3 baute mit seinem wunderbaren Bullshitbingo des Rechtspopulismus ein Perpetuum mobile, das durch die folgenden Kommentare wahrscheinlich noch in mehreren Jahrzehnten in Bewegung ist.

Destruktive Bündnisse

Womit wir beim Ausblick wären: Welche Chancen haben die Montagsdemonstrationen? Wächst hier eine neue Bewegung? Die Antwort ist wenig originell: Jein. Deutlich wird, dass sich der Zerfall von politischen, gesellschaftlichen sowie medialen Milieus beschleunigt. Was in den 1980er Jahren mit der Einführung des Privatfernsehens begonnen hat, setzt sich nun im Netz fort. Während das als „Unterschichtenfernsehen“ gebrandmarkte Privatfernsehen gebildeteren oder auch konservativen Milieus zu vulgär war, bieten die neuen politischen Subkulturen im Netz auch bürgerlichen Kreisen alle Möglichkeiten, um sich von etablierten Medien oder Parteien zu lösen – die AfD ist das Paradebeispiel für diese Entwicklung. Wie Menschen, die sich schließlich in Verschwörungslegenden verloren haben, überhaupt wieder erreicht werden können, ist eine spannende und wichtige Frage.

Die politische Subkultur der Verschwörungsfreunde ist allerdings höchst diffus, extrem streitsüchtig und kann – wenn überhaupt – nur durch Feindbilder zusammengehalten werden. Solche destruktiven Bündnisse bedürfen einer extrem starken Führung, um in eine reale Bewegung transformiert werden zu können. Danach sieht es derzeit nicht aus. Vielmehr dürften die Figuren, die auf den „Montagsdemonstrationen“ als Redner auftreten, gemäßigtere Interessierten eher abschrecken.

Die Auseinandersetzung mit der „Bewegung der Forentrolle“ dürfte aber ein Dauerthema werden – denn die Bedeutung des Netzes und dessen Einfluss auf die demokratische Kultur wächst: Daher sollte auch nicht nur hingeschaut werden, wenn Demonstrationen anstehen, sondern auch die politischen Verwerfungen im Internet ernst genommen werden. Denn die Verrohung der politischen sowie Diskussionskultur im Netz ist bereits weit fortgeschritten. Sehr weit sogar.

43 Kommentare zu „Formation einer Bewegung: Vom Netz auf die Straße

  1. Rednerliste und Präsentierung von NPD Vize Karl Richter durch Lars Mährholz auf seiner Homepage mit späterer halbseidener Erklärung mussten die extreme Rechte anziehen. Diese diskutierten schon im Vorfeld. Siehe:

    http://bubgegenextremerechte.blogsport.de/2014/04/20/lechtsstattrinks-montagsdemos-brauner-sumpf-vereint/#more-90

    z.B.:
    “Altermedia Stammuser Ede P. hat„schon mit vielen Leuten gesprochen, die selbst zu den Organisatoren dieser Demos gehören. Die stehen der Flutung durch Ausländer, der Herrschaft der Kapitalisten, dem Vorgehen unserer BRiD-Diktatur und vielen weiteren unserer Pläne positiv gegenüber. Ich denke, das wir diese Demos und Gruppierungen sicherlich auch in unserem Sinne nutzen können“ stellt er in einem Kommentar klar.”

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    1. Euch frisst der Neid! Ihr wünscht es euch doch auch, dass die NPD heimlich mit euren Thesen sympathisiert 😉 Nur Mut! Früher oder später sind sie alle im Hafen des Systems, die Verfassungsschützer! Back home

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  2. “ längst machen die meisten Internet-Nutzer einen großen Bogen um Kommentarspalten, weil sie den aggressiven, männlich-dominierten sowie oft verschwörungstheroretischen Ton in vielen Foren scheuen“

    Das ist doch nicht euer Ernst oder? Männlich dominiert? WTF?

    Die meisten Kommentare mahnen eher zum Frieden! Und das ist gut so.

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  3. So jung und schon so etabliert, Herr Gensing! Haben Sie so viel zu verlieren? Den Hungerlohn bei den ÖR? An die großen Töpfe wird man Sie nicht vorlassen, man spürt das schlechte Gewissen eines Menschen, der es eigentlich besser weiß.
    „Menschen, die Kommentarspalten moderieren, befürchten angesichts der verdichteten Boshaftigkeit und massiven Menschenverachtung, ihren Glauben an die Menschheit zu verlieren.“
    Nana!

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  4. Guter Artikel! Interessantes Thema. Dranbleiben(bitte)!

    Jegliche Art von politischer Zusammenarbeit mit Rechts- und anderen Nationalisten, Homophoben und Antisemiten verbietet sich weiterhin. Völlig unklar aus welcher Not heraus diese Menschen handeln.

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    1. Der Kandidat Sigi hat vor allem eine wichtige Facette ergänzt, die ich vergessen hatte: Politische oder andere Gegner werden vornehmlich auf der persönlichen Ebene angegriffen. Wichtige Grundregel in der hohen Forentrollkunst.

      Grüße
      Patrick Gensing

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      1. Wir ergänzen uns offenbar sehr gut!
        Persönliche Bemerkungen sind allemal ehrlicher als pauschale Etikettierungen, die man den herrschenden Sprachmustern abschaut und gegen Menschen richtet. Ich finde es besser, persönlich unangenehm zu werden als mit der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit daherzukommen, die Sie hier praktizieren.
        Vor allem, wenn das Persönliche so politisch ist, wie in Ihrem Fall.

        „Troll“ bin ich übrigens keiner, man kann mir Echtnamen-Mails schreiben und sogar mit mir telefonieren, wenn man den emotionalen Bedarf hat. Offenbar leiden Sie unter der Anonymität Ihrer Gesprächspartner.

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      2. „Offenbar leiden Sie unter der Anonymität Ihrer Gesprächspartner.“

        Nein, ich empfinde es als Luxus, nicht mit jedem sprechen zu müssen. Das nenne ich Freiheit. Und auf der Straße bleibe ich übrigens auch nicht stehen und antworte, wenn ich in dem Stil angelabert werde.

        Gruß
        PG

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      3. Sehen Sie, ich versuche wenigstens, ab und zu konformistischen Quark zu lesen also die Gegenseite zu studieren.
        Sogar solche Artikelchen wie die Ihren.
        Zusätzlich sehe ich ein, dass das nicht immer notwendig ist und man auch aufhören kann, sich mit einer solchen Lektüre selbst zu schaden.
        Leben Sie wohl!

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  5. Es wurde auch schon vorgeschlagen das dieser Ken FM zu Fernsehkritik.tv eingeladen werden sollte, was der Produzent und Moderator Holger Kreymeier aber Angelehnt hat eben wegen den Leuten die diese Demos organisieren.
    Was ich auch verstehen kann – den „Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen“.
    Gut die NSA, FED, NATO oder auch die Böse EU die ja alle samt mit zum „Reich des Bösen“ gehören alle am besten gleich ohne auch nur den Beweis ihrer Taten an die….. .

    Warum immer die gleichen verdächtigen????? Wie wäre es mal mit dem DGSE oder DST???

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  6. Auf „Forentrolle“ würde ich das aber nicht reduzieren.

    Das Seltsame an der ganzen Geschichte ist ja, dass gerade diese „Forentrolle“ den Systemmedien^^ mangelndes fairplay vorwerfen.

    Generell sehe ich es als bedenklich an, dass sich zuhauf gefrustete und entfremdete Leichtgläubige finden, welche sich für die Themen^^ der diffusen Montagsdemos (FED, die bösen Amis, Israel) interessieren. Zum einen zeigt sich in dem Weltverschwörungsdenken eine gewisse Latenz – zum anderen sind die Anhänger von Popp, Jebsen, Elsässer und Co. absolut unepfänglich für Argumente, welche ihren wirren Thesen zuwiderlaufen. Alles wird umgedichtet, damit es in den Verschwörungsreigen passt.

    Für brandgefährlich halte ich hierbei die immer wieder versuchte Einreissung von Rechts/Links-Grenzen. Klar trennt sich hier die Spreu vom Weizen, ein Nebeneffekt.

    Beunruhigend finde ich die gesellschaftliche Bandbreite, in welcher homophobe, antisemitische und chauvinistische Paranoia auftreten.

    Dass völkische Elemente der NPD bei diesen Aufläufen ebenso vertreten sind, wie aus AfD-Kreisen hierzu aufgerufen wird – und diverse LINKE und Grüne dort ebenso auftauchten, verdeutlicht, dass latente Empfänglichkeit für aggressive Friedensschreie sich quer durch viele politische Parteien finden lässt.

    Das große Schreien nach dem Fallenlassen politischer Schranken gegen einen imaginierten, gemeinsamen Feind sollte hellhörig machen. Ebenso die Tatsache, dass das Publikum Paranoider mit Sendungsbewusstsein, wie Ken Jebsen, Popp, oder Elsässer, zu wachsen scheint.

    Ich denke nicht dass hier wirklich eine neue Bewegung wächst – für eine Bewegung sind die dort Aufgelaufenen dann doch zu wenig homogen und zu diffus in den Ansichten. Wohl aber werden Zusammenkünfte organisiert, bei welchen sich z.B. nationalbolschewistische, rechtsesoterische Kreise mit einer antiamerikanisch verstandenen deutschen Anti-Gentechbewegung paaren können. Die eine oder andere Zweckgemeinschaft mag so sicherlich entstehen. Interessant, was da so alles draus erwachsen mag.

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  7. Prima, dass Kommentatoren die Thesen des Beitrages durch ihre Kommentare gleich belegen. Wer Beispiele dafür finden möchte, dass in vielen Foren, durch diese „Lechts-Rinks-verwirrten Verschwörungstheoretiker“ politische oder andere Gegner vornehmlich auf der persönlichen Ebene angreifen (durch Verbreitung ihrer Tel.- und Mailanschrift, der mag auf die Facebookseite von Jutta Ditfurth gehen. Dort werden mehrere aktuelle Beispiele genannt; ich mag dies nicht verlinken.

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  8. Schöner Artikel. Den Punkt mit der antiwestlichen Ausrichtung als kleinstem gemeinsamen Nenner finde ich noch aus einer anderen Perspektive interessant:
    Mitlerweile scheinen auch Rechtspopulisten, die vorher noch stets „westliche Zivilisation“ und die „Aufklärung“ für ihre Ressentiments in Stellung bringen wollten, immer mehr auf so eine Linie umzuschwenken. Geert Wilders hat das stets getan und will sich nun mit dem FN verbünden, der sich ja offen auf Putins Seite schlägt und in dem trotz Marine Le Pens Verordnung einer Kreidediät der Antisemitsmus immer noch fröhliche Urstände feiert. In Deutschland hätte man dann PI-News, offiziell ja noch immer „proamerikanisch“, wo auch immer häufiger Putin hochgelobt wird. Ist das wie bei Neonazis oder neurechten Identitären schlicht Sympathie für Putin, den man mit einem reaktionären Geselslchaftsmodell und Großraumpolitik in Verbindung bringt? Letzteres findet ja etwa auch Gauland von der AfD ganz toll. Ist man auf Breivik Linie und sieht in westlichem Liberalismus, „Kulturmarxismus“ und offener Gesellschaft eine innere Schwächung für den imaginierten Endkampf gegen den Islam? Oder sieht man mitlerweile schlicht in der EU den Hauptgegner und übernimmt deswegen antiwestlichen Vulgärantiimperialismus?

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  9. Angelina Dias Monteiro ( halb Ukrainerin halb Afrikanerin, die seit 2002 in Deutschland lebt und sich an einer "rechten" Demonstration beteiligt. sagt:

    Einfach nur traurig, dass man anstatt in eine der 23 Städte zu fahren und sich selbst (wie das [meiner Meinung nach] Schandblatt Bild wirbt) eine Meinung bildet, einfach nur den gleichgeschaltenen Massenmedien vertraut. Das deutsche Volk lässt sich mal wieder durch seine Regierung zur Schlachtbank führen.
    Ich war am 21.04.2014 da. Und ich werde auch nächste Woche hingehen. Und auch das ganze Jahr lang, wenn es sein muss.
    Denn ich will meinen Kindern später nicht erklären müssen, warum sie ihren Vater nicht kennen und wer dafür verantwortlich ist, dass er an der Front gefallen ist.
    Es ist nicht zu viel verlangt sein Gehirn anzuschalten und sich zu Fragen:
    – Was ist in Syrien wirklich los?
    – Wer ist diese nicht-legitimierte Übergangsregierung? Wo sind die 5 Mrd $ hin, die die USA ihr zur Verfügung gestellt hat?
    – Warum will Präsidentschaftskandidatin Timoschenko nicht die Finanzen ihrer Familie offenlegeb, so wie es eigentlich zur Präsidentschaftskandidatur verlangt wurde? Was hat sie zu verbergen?
    – Warum interessiert es niemanden wenn sie sagt, dass sie am liebsten selbst ein Gewehr in die Hand nehmen und Putin in den Kopf schießen würde? Was wäre wenn Putin das über Obama oder Merkel gesagt hätte?
    – Wie oft hat die USA gelogen und betrogen um Krieg zu führen (Kuba-Kriese, Vietnam-Krieg…) und wieso werden sie dabei immer von (Irak, Afghanistan…) Deutschland unterstützt?
    Und vor allem: Wieso ist die USA immer so aggressiv? Haben sie noch nie etwas von Friedensgesprächen gehört? Wenn ich mit meinen Nachbern ein Problem habe versuche ich es zu lösen und bringe sie nicht gleich um.

    Für alle die mit ihren Augen immer noch am ARD und ZDF kleben empfehle ich News 23 und klagemauer.tv auf youtube. Ich verlange nicht, dass ihr diesen Berichterstattungen blind vertraut, aber ihr müsst wissen, dass es auch andere Meinungen zu der Ukraine-Kriese gibt.
    Ich empfehle euch auch euch über die russischen Häfen Sewastopol (Krim) und Tartus (Syrien) zu informieren und zu überlegen, warum diese den Amerikanern nach dem Gas-Abkommen zwischen Russland und China und dem Rückgang der Erdölförderung auf der westlichen Hemisphäre ein Dorn im Auge sein könnten.
    Denn im Endeffekt geht es immer nur um Geld. Denn Geld ist Macht. Und am Ende ist es der einfache Soldat der als Sklave der Großkonzerne und Banken als emotionaler und physischer Krüppel zurückkehrt. Wenn überhaupt.

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  10. Sehr guter Artikel, der leider sehr wahr ist. Auch auf den Wissenschaftsblogs tobt der (überwiegend männliche, erkennbar gefrustete und aggressive) Mob immer wieder, sobald eigene Ansichten in Frage gestellt werden. Klar treiben auch diese Trolle die Klickzahlen hoch, wenn man aber konstruktiv diskutieren möchte, gilt es streng zu moderieren. Schade, was manche Leute aus dem Internet machen… /-:

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  11. “ Das deutsche Volk lässt sich mal wieder durch seine Regierung zur Schlachtbank führen.“
    „Denn ich will meinen Kindern später nicht erklären müssen, warum sie ihren Vater nicht kennen und wer dafür verantwortlich ist, dass er an der Front gefallen ist.“
    ->Gehts auch vielleicht eine Nummer kleiner?
    Aber das passt zu den Ergüssen von Elsässer und Popp in ihren Rede^^beiträgen. In diesen äusserten sie, Popp mehrmals, dass jederzeit mit einem Heckenschützen oder ähnlichem zu rechnen sei, welche sie sozusagen von der Bühne fegten. Sehr geschmacklos, diese gurueske Opferstilisierung.

    Elsässers Auftritt ist aber auch eine gute Realsatire – als er sich und die Bewegung^^ am Ende in eine Reihe bzw. „Generation mit Robin Hood, Willhelm Tell, Störtebecker und diesen Leuten aus dem Volke“ stellt. Dies ist nach der benannten, grotesken Opferstilisierung eine weitere Geschmacklosigkeit, die auch Jebsen mit einem Weiße-Rose-Vergleich durchzieht. Wenn man sich Videos der Redebeiträge anschaut, kann einem echt das kotzen kommen.

    Auch nicht schlecht ist ein Auftritt von einem Rico Albrecht – abgesehen von einer wirren Rede kann man in dem Youtube-Video immer wieder „Arbeitslager-Arbeitslager“-Rufen lauschen…

    Schön, dass bei der Publikative so ziemlich jeder gepostete Kommentar veröffentlicht wird. So kann man sich anhand der Beiträge der leichtgläubigen und unkritischen Jebsen-Anhänger ein gutes Bild vom Grad der Verwirrung durchschnittlicher „Mahnwachenfollower“ machen.

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  12. An Angelina,
    1) woher du kommst ist mir reichlich egal, das sagt ja nichts aus über was du schreibst
    Dinge zu hinterfragen ist immer gut. Deine Fragen finde ich gut. Nirgendwo wird so viel gelogen wie im Krieg, nach der Jagd oder vor der Wahl.
    Interessant ist jedoch ebenso welche Antworten dabei heraus kommen und von wem die kommen.
    Wenn da genau so intensiv hinterfragt wird, dann wird ein Schuh draus ….
    2) „Deutsches Volk vor die Schlachtbank führen“, „Vater an der Front gefallen“ das sind ja „tolle“ Phrasen mit denen du da um dich wirfst.
    Frage: Kannst du in deiner Sprache nicht gewisse Parallelen zu ganz ganz bösen Typen erkennen?
    3) „Einfacher Soldat Sklave der Großkonzerne“ … noch so was „tolles“
    Jeder Soldat ist für mich Sklave seiner eigenen Dummheit. Für alle gibt es einen point of return wissen wir spätetens seit Hannah Arendt …
    Denken ist gratis, aber dennoch zu viel verlangt – Weiter denken ebenso gratis und aber anscheinend noch mehr verlangt …
    Guter Ansatz … Everybody gets a second chande

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  13. Was mir viel mehr sorge macht ist das es scheinbar sehr viele Leute gibt die jeden esotherischen Quatsch und Verschwörungskäse der im Netz steht glauben. Im Moment ist das zwar kein Problem, da dieses ganze Spektrum zerstritten ist, in tausende kleinstideologien und Sekten zerfranzt mit inkompatiblen Ansichten.

    Aber dennoch, mit Genug Geld, authoritärem Auftreten und Vereinigung der am breitesten geteilten Ideologischen Argumente liesen sich daraus sicherlich extremistische Bewegungen formen. Die NSDAP hat sich schließlich auch in ganz erheblichem Maße auf verschwörungsideologische Argumente gestützt.

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  14. adiatur et altera pars….^^…. liebe medien….^^….

    Anmerkung d. Red.:

    Sie meinen wohl eher AUDIATUR und es sei gesagt, wir sind kein römisches Gericht!

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  15. Nicht übertreiben:

    „Menschen, die Kommentarspalten moderieren, befürchten angesichts der verdichteten Boshaftigkeit und massiven Menschenverachtung, ihren Glauben an die Menschheit zu verlieren.“

    Kommentieren ist doch genau der Rückkanal, von dem Bert Brecht geträumt hat. Man kann nicht erwarten, dass das immer freundlich ist.

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  16. „Diese Doppelmoral findet sich in vielen Debatten, die im Netz toben: So sehen neurechte Beschützer der deutschen Kultur offenbar auch keinen Widerspruch darin, sich beim Kampf gegen angebliche Überfremdung und vermeintlichen Sittenverfall auf die Obszönitäten eines türkischstämmigen Autors zu stützen, dessen bemitleidenswertes Gewinsel um Aufmerksamkeit vor allem Anlass zum Fremdschämen bietet.“

    Passt zwar nicht 100 prozentig zum Thema, aber bei einer Foren-Diskussionen zum Thema Akif Pirincci bin ich zum ersten Mal auf die (neurechten) Forentrolle aufgelaufen. Seitdem verfolge ich das Thema vor allem in Hinblick auf Montagsdemonstrationen und Pirincci. Obiger Aussage stimme ich vollkommen zu.

    Betrachtet man Akifs „Werk“ allgemein und vor allen seine Facebookseite frage ich mich manchmal, ob das ganze nicht doch einfach nur Satire ist (https://www.facebook.com/akif.pirincci?fref=ts):
    Akif gibt dort seine Arbeitsstelle mit „Rotlichtmilieu“ und seinen Beruf als „Pascha“ an. Sein Wohnort:Justizvollzugsanstalt Euskirchen 53879 Euskirchen, Germany
    Außerdem schreibt er als Reaktion auf seinen Auftritt bei der „Heute Show“ (http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2141772/B%C3%BCcherw%C3%BCrmer)
    „So, Leute, meiner Karriere als 21jährige-Kunststudentin-Verschlinger steht nichts mehr im Wege. Gerade eben gesendet. Danke ZDF! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! Danke! …“

    Findet er das witzig oder verliert er langsam den Verstand?

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  17. Schreibe zum ersten Mal einen Kommentar.
    Kann nicht fassen, was hier los ist.
    Monothematischer Journalismus – ich muss so lachen. Wo wird hier eine andere Perspektive aufgezogen? Wird hier versucht, zu verstehen oder wird hier versucht klare Feindbilder der „Bösen im Internet“ zu vertiefen?! Na klar gibts rechte Gesinnung im Internet, aber doch nicht nur, man!
    Notiz an mich: Diskussionskultur etablieren. Diskussionsethik verbreiten. Miteinander denken, statt gegeneinander. Argumentationen und logische Deduktionen prüfen (!!!!). Ich hasse Propaganda und sprachliche Manipulation und dieser Artikel reicht jetzt. Sowas Unreflektiertes, sowas Meinungsbreiiges, sowas Konservatives, Restriktives. „Achtung, Achtung, diese Menschen sammeln sich.“
    Ich finde, dass hier auch ziemlich wenig akzeptiert wird, was gegen die eigene Position läuft. Warum kann man denn nicht zusammen eine Lösung suchen? Warum will man immer Feind bleiben?!

    @ Nazienkel 22. April 2014 um 23:06
    Btw. Und warum ist es leichtgläubig, den „“Systemmedien““ zu misstrauen? Warum?

    p.s. Ich erwarte mir keine Antworten. Erstens kann sie mir keiner geben. Zweites schreibe ich einen Kommentar auf einer Homepage. Wie leichtgläubig bin ich bitte…

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  18. …mit solchen Webseiten und Zuspruch-Kommentatoren, die nichts, aber auch gar nichts substantielles vorbringen können, als die Behauptungen wie Neurechts. Lieber Stunden lang über Recht-Links diskutieren und da draußen geht die Welt an ihnen vorbei – und lacht sie aus, wegen ihrer Unbedarft- und Verbohrtheit. Hauptsache die Diskussion klingt intellektuell, ist mit Termini gespickt, wichtig.

    Ist der VS jetzt auch schon hier vertreten ???

    Es gibt auch auf dieser Seite nichts, keinen harten, nicht einmal einen weichen Beweis für das was behauptet wird. Und ich habe diese wirklich gesucht, weil ich offen bin.
    Das sich Leute, die auch ich verachte unter Demonstranten mischen, ist nicht neu.

    Die Fotos oben beweisen im Sinne der „Anklage“ gar nichts , aber sie zeigen die verletzte Eitelkeit der Machwerker hier über das Verschlafen der Zeit.
    Es hat schon länger rumort, wegen verschiedener „Berichterstattungen“. Die Ukraine war dann der berühmte Tropfen. Keiner hier oder offiziell geht darauf ein. Das kann doch nicht wahr sein! Doch, aber nur einer: Jebsen

    Der einzige, nicht von Polemik geprägte Beitrag hier ist der von Angelina Dias Monteiro.
    So sollte es sein.

    Spalten lassen war schon immer das Problem der Linken. Das man diese Spaltung nun auch noch von innen versucht, ist die absolute Dummheit.

    Vernunft und Offenheit , statt Verbohrtheit wäre wünschenswert.

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  19. Herr Patrick Gensing …

    „…2007 war er für den Goldenen Prometheus in der Kategorie „Online-Journalist des Jahres“ nominiert. Im Mai 2009 gewann er in der Kategorie Internet den 3. Platz des ——- Axel-Springer-Preises ——– für junge Journalisten…“

    Alles Klar, Herr Komissar….

    Jetzt weiss man auch, weshalb diese Hetze im Artikel.

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  20. Sehr guter Beitrag von PG!
    Allen die „offen“ sind, sei die Auseinandersetzung mit Begriffen wie strukturellem Antisemitismus und Rechtsextremismus und Esotherik (von Chemtrails bis Ufologie) empfohlen. Dazu reicht meist schon das Lesen eines Wikipedia-Artikels. Danach sollte jeder selbst in der Lage sein, seine „harten und weichen“ Beweise zu finden. Vorausgesetzt natürlich Wikipedia ist nicht auch von der Jüdisch-Zionistischen-Weltregierung unterwandert.

    Weiter so, Publikative!

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  21. Schöne Fotos. Allerdings bin ich ein klein wenig verwirrt. Die Linke bzw. Antifa heißt sich doch selbst antiimperialistisch. Selbst Jutta D. war einmal eine Antiimperialistin. Der Autor könnte also ein klein wenig weiter ausholen und mir das erklären.

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