NSU-Komplex: Braune Familienbande

Für den NSU-Angeklagten André E. könnte es enger werden: Neue Aussagen und Indizien belasten ihn zunehmend. Auch der Zwillingsbruder wird interessanter.

Von Andrea Röpke, zuerst veröffentlicht beim blick nach rechts

„Ich fahr grad lisl und geri wohin“, die wenigen Worte einer SMS könnten das Neonazi-Ehepaar Sabine E.* (* Name geändert) und André Eminger aus Zwickau verstärkt in Bedrängnis bringen. Denn bei „Lisl“ und „Geri“ handelte es sich um Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt. Am 25. Oktober 2011 informierte Sabine E. ihren Ehemann, der nach einem Arbeitsunfall im Universitätsklinikum in Leipzig lag, über die Fahrt mit den beiden abgetauchten Freunden, die sie mit ihren Tarnnamen nannte. E.s Mobiltelefon loggte sich damals in einer Funkzelle zwischen Zwickau und Schreiersgrün ein. Ob einer ihrer Söhne mit im schwarzen Wagen mit Zwickauer Kennzeichen saß, ist ungeklärt.

Die Handy-Nachricht erhielt besondere Brisanz, weil Böhnhardt am selben Tag zum letzten Mal als Holger G. ein Wohnmobil anmietete. Angestellte der Firma konnten sich an ein Paar mit einem blonden Kind erinnern. Die anschließende Fahrt nach Eisenach führte Böhnhard gemeinsam mit Uwe Mundlos am 4. November 2011 in den Tod. In dem ausgebrannten Wohnmobil fand sich neben ihren Leichen, vielen Waffen auch Kinderspielzeug.

Zeuge belastet Angeklagten schwer

Die vertrauliche SMS der tätowierten Mittdreißigerin und wohl engsten Freundin von Beate Zschäpe könnte ihre Rolle als Helferin im Terrornetzwerk immer offensichtlicher werden lassen Mehrmals erwähnte sie in ihren Kurznachrichten „Max“, „Gerri“ oder „Lisl“. Fast wöchentlich sollen sich die beiden Frauen auch mit den Kindern getroffen haben, gemeinsam erledigten sie Besorgungen oder gingen zusammen aus. Im Haus in der Frühlingsstraße gab Zschäpe Sabine E. als Schwester aus.

André Eminger muss sich als mutmaßlicher Unterstützer des mörderischen NSU seit Mai 2013 vor dem Münchener Oberlandesgericht verantworten. Vergangene Woche belastete ihn der Zeuge Max-Florian B. schwer, als der sich erinnerte, dass Eminger bereits 1998 die drei Abgetauchten in einem der ersten Verstecke in Chemnitz getroffen habe. Auch hätten die immer wieder von Eminger berichtet. Damit scheint der Sachse neben Holger G. einer der beiden längsten Begleiter im Untergrund. Auf einem von Emingers Rechnern fand sich ebenso wie beim Trio ein Verzeichnis mit rund 2900 identischen Dateien, die in Ordnern mit den Namen „Hitlersbilder“ und „Nazibilder“ unterteilt waren.

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Am 4. November 2011 starben Mundlos und Böhnhardt in Eisenach, Zschäpe flüchtete gegen 15.00 Uhr aus der brennenden Wohnung in Zwickau. Rund 90 000 Euro ließ sie zurück. Aber einige Bekenner-DVDs des NSU mit den Tatortphotos seiner Opfer steckte sie in ihre Handtasche. Zeitnah muss auch ein unbekannter Helfer in Nürnberg eine DVD genommen haben und in den Briefkasten der „Nürnberger Nachrichten“ eingeworfen haben. Der Brief war nicht frankiert, davon geht das Bundeskriminalamt aus. Gegen halb vier Uhr rief Zschäpe Eminger an. Der nahm kurz ab. Sie sprachen und er schickte eine SMS an seine Ehefrau, die beide sofort löschten. Die Behörden werfen ihr nun vor, die Flüchtende mit sauberer Kleidung versorgt zu haben. Gegen die Ehefrau wurden im Frühjahr 2013 allerdings nur Ermittlungen wegen des Verdachtes der Strafvereitelung eingeleitet.

Sonnenwendfeiern der „Artgemeinschaft“ besucht

Obgleich die Emingers wohl für die bürgerliche Abtarnung der Terrorzelle sorgten, ihnen Bahncards und Aliasnamen zur Verfügung liehen, gibt der Zwickauer im Gerichtssaal den Unbeteiligten. Eminger schweigt ebenso wie Zschäpe und der Angeklagte Ralf Wohlleben. Mit Sonnenbrille und Lederweste mimt der einstige Mitbegründer der „Weißen Bruderschaft Erzgebirge“ den Rocker, liest Biker-News und trägt Harley-Pullover. In den Pausen steht er wie ein Lonesome-Cowboy abweisend und rauchend vor dem Gerichtsgebäude. Wenn überhaupt, dann plaudert er mit der Szene-bekannten Verteidigerin des Mitangeklagten, Nicole Schneiders.

Anders als für seinen Zwillingsbruder Maik scheinen für André Eminger weniger Partei – oder offene politische Aktivitäten im Vordergrund gestanden zu haben. Ihn zogen wohl eher konspirative Lebenswelt und braune Geschäfte vor allem mit rechter Musik und Merchandising an. Als er im November 2011 in Brandenburg verhaftet wurde, fanden die Ermittler fast 4000 Euro in bar in einer Plastiktüte neben seiner Schlafstätte.

Die Brüder gelten als völkisch und fanatisch. „Die Jew die“ hat André sich auf den Bauch tätowieren lassen. Beide besuchten mehrmals die Sonnenwendlager der „Artgemeinschaft – Germanische Glaubensgemeinschaft“ von Jürgen Rieger in Thüringen. Anfang 2011 wünschte André dem NSU-Unterstützer Matthias D. in einer Neujahrs-SMS ein „siegreiches“ Jahr, zeichnete mit „1488“ und dem NS-Motto: Du bist nichts, dein Volk ist alles“, während der andere dem Kameraden aus dem Erzgebirge bereits Jahre zuvor ein „siegreiches neues Jahr“ und „deutschland erwache“ zukommen ließ. Brüder, die die rechte Gesinnung teilen, sind auch in Chemnitz keine Seltenheit, sie tauchen im NSU-Verfahren mit Szenenamen wie „die Geklonten“ oder „Kicke und Kacke“ auf.

Der geeignete Helfer im Verborgenen

Im Fall des Angeklagten Eminger war auch die Ehefrau involviert. Über dem Flachbild-TV der Emingers entdeckten Beamte bei einer weiteren Hausdurchsuchung in Zwickau im April 2013 eine Art Schrein. Zwei große Kohlezeichnungen der lächelnden Gesichter von Böhnhardt und Mundlos im braunen Rahmen, verziert mit Todesrunen und dem Wort „Unvergessen“ hingen an der Wand gleich neben den Kinderbildern. Zu Weihnachten verschickte die Familie schon mal Karten mit Hakenkreuzen. Konträr dazu stand dann eine Reise ins Disneyland Paris an, angeblich spendiert vom NSU-Trio.

Blood & Honour ist ein internationales Neonazi-Netzwerk.
Blood & Honour ist ein internationales Neonazi-Netzwerk.

Eminger schien der geeignete Helfer im Verborgenen. Nebenher pflegte der bullige Neonazi seine weitreichenden Szene-Kontakte. So kannte er nach dem Verbot des „Blood&Honour“-Netzwerks im Jahr 2000 Anhänger der sächsischen Sektion, die weitermachten. Näherte sich Jahre später dem radikalen „Freien Netz“ mit Schwerpunkt in Sachsen und baute Kontakte zu den bikerähnlich-elitären Strukturen der „Hammerskins“ auf. Auch der Zwillingsbruder verließ die Parteistrukturen inzwischen wieder. Zeitweise hatte er den JN-Stützpunkt in Potsdam mit geführt.

Während André Eminger folglich den Kontakt zum NSU-Kern hielt, jedoch keine Aussage dazu macht, belegen immer mehr Indizien, dass er parallel dazu Beziehungen ins militante Lager hatte. So waren etwa 2010 in seinem Telefon unter anderem die Nummern wichtiger Anführer des „Freien Netzes Chemnitz“ eingespeichert. Bei ihm im Schlafzimmer fand sich 2011 eine Sammeldose der „Freien Nationalisten Zwickau“. Die Chemnitzer Gruppe wurde jetzt Ende März vom sächsischen Innenministerium wegen Verfassungsfeindlichkeit verboten.

Mobilnummer von Chemnitzer Neonazi im Telefonspeicher

Eminger kannte auch „Laschi“, den Begründer von PC Records aus Chemnitz und alten Mundlos-Freund aus Jugendtagen. Die ehemalige Zwickauer Szenegröße Ralf Marschner alias „Manole“ hatte bereits über vage Bekanntschaft zu Eminger ausgesagt. Jetzt tauchen allerdings die Namen von zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter in einer Baufirma bei Eminger auf. In diesem Zusammenhang ermittelte das BKA, weil 2001 – als der NSU in München und Nürnberg mordete – von dieser Baufirma, die auch in Bayern sehr aktiv war, auffällige Fahrzeuge angemietet worden waren, wie die „Süddeutsche“ berichtete. Der damalige Chef Marschner entpuppte sich als Spitzel „Primus“, dessen Akten teilweise 2010 geschreddert wurden und der trotz massiver Drogen- und Geldprobleme vor Jahren in die Schweiz einwandern konnte. Auf die Frage der Ermittler, ob „Primus“ oder seine Mitarbeiter dem Trio Mietwagen zur Verfügung gestellt hätten, soll er geantwortet haben: „Meines Wissens nicht“.

Spannend ist, dass Eminger auch Ralph H. kannte. Dessen Mobilnummer war im Speicher seines Telefons. Der Ausweis des Chemnitzer Neonazis H. fand sich aus bisher ungeklärten Gründen im Brandschutt der Zwickauer Frühlingsstraße. Bisher wurde er vom BKA nur als „verfahrensbekannt“ eingestuft, ein direkter Bezug zum Trio konnte H. nicht nachgewiesen werden. Nun scheint die Verbindung da. Auch mag es kein Zufall gewesen sein, dass das Trio dem „Thüringer Heimatschutz“ angehört hatte, während Ralph H. 2001 Mitbegründer eines „Chemnitzer Heimatschutzes“ war. Zudem belastete ein Neonazi-Zeuge H. letzte Woche im NSU-Prozess: Demnach sei es Ralph H. gewesen, der ihn Ende der 90er Jahre bat, für das abgetauchte Trio aus Jena eine Tarnwohnung in Chemnitz anzumieten. Damit stellt sich die Frage, ob der mutmaßliche Vermittler im Untergrund nicht doch vom Verbleib seines Passes gewusst haben könnte?

Bekannter aus Chemnitzer „Blood&Honour“-Strukturen in Anklam

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Neonazi-Parade in Anklam (Quelle: Webmoritz)

André Eminger könnte zudem wichtiges Bindeglied zur äußerst konspirativen Szene in Ostvorpommern sein. Traditionell scheint es einen engen Draht zwischen den NPD- und Kameradschaftsaktivisten von der Küste und denen aus Chemnitz zu geben. Doch bisher schien nur bekannt, dass André Eminger noch im Mai 2011 an einer exklusiven Feier des „Kameradschaftsbunds Anklam“ (KBA) in Salchow nahe Anklam teilgenommen hatte, zu der nicht jeder Neonazi Einlass erhielt.

Emingers Telefoneinträge könnten jetzt Ausschluss geben: Ein Bekannter aus Chemnitzer „Blood&Honour“-Strukturen war dorthin gezogen. Der rechtsmotivierte Straftäter mit dem Spitznamen „Inge“ wohnt ganz in der Nähe des stadtbekannten Szene-Treffs in Anklam. Nach der Verhaftung von Andre Eminger im Dezember 2011 soll dessen Zwillingsbruder telefonisch Kontakt zu Ingolf W. in Anklam aufgenommen haben. Der zählte nach dem Verbot von „Blood&Honour“ zum Kreis derjenigen, die zunächst weiter machten. W. stand in Kontakt mit Thomas S., dem Vize-Chef der regionalen Chemnitzer Einheit und Polizeispitzel, der dem Trio beim Abtauchen half. W. kannte alle, wohnte zeitweilig in einer der Neonazi-Wohngemeinschaften im Heckert-Gebiet. In Ostvorpommern dagegen ist wenig bekannt über Ingolf W. Es heißt, er soll in rechte „Musikaktivitäten“ verwickelt sein.

Tatsächlich gab es im Raum Anklam einen starken „Blood&Honour“-Arm. Der „Kameradschaftsbund Anklam“ (KBA) ging daraus hervor, inzwischen tummeln sich seine Mitglieder mit dem „MC Bandidos“ und „Hammerskins“ der Einheit „Pommern“.

Eminger-Brüder kennen „Stefan Skandinavi“

Ein weiterer Eminger-Bekannter verfügt über einen Draht nach Anklam: Martin Wiese. Der 2003 mit Sprengstoff und Waffen aufgeflogene Neonazi-Terrorist aus München stammt ursprünglich aus Ostvorpommern. Seiner terroristischen Vereinigung, der „Kameradschaft Süd“, gehörte auch ein französischer „Hammerskin“ an, der für den bayerischen Verfassungsschutz als V-Mann arbeitete. Zur Waffenbeschaffung fuhren sie gemeinsam nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Einer der Wiese früh kannte, war der NPD-Mann Dirk Bahlmann. Das BKA ermittelte zeitweilig gegen den glatzköpfigen Bauunternehmer. Denn Bahlmann gehört zum Umfeld des „Kameradschaftsbund Anklam“ und soll kürzlich ein Solidaritätskonzert der Thüringer Band „Sonderkommando Dirlewanger“ (SKD) in Ostvorpommern organisiert haben. Die Mitglieder der Rechtsrock-Band stehen dem mutmaßlichen NSU-Waffenbeschaffer Ralf Wohlleben sehr nahe. Die Kreise schließen sich.

Eine Eminger-Connection geht sogar noch nördlicher bis nach Skandinavien. Dort kennen die sächsischen Zwillingsbrüder „Stefan Skandinavi“, wie er im Telefonbuchspeicher hieß. Stephan Günther aus Goslar wohnt in Dänemark, er stand ebenso wie Maik Eminger der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) nah und führt inzwischen das „Nordische Hilfswerk“ an. Diese Gruppe organisiert jährlich Lager mit Geländekampf und Schulungen für skandinavische und deutsche Neonazis. 2011 besuchte er mit Kameraden die NPD-Fraktion im Dresdner Landtag. Deutsche Neonazis werden zum so genannten „Salem-Marsch“ in die Nähe von Stockholm begleitet. Die Szene kennt sich eben.

Günther wiederum kannte die schwedischen und dänischen „Blood&Honour“-Anführer. Deren Versorgungsnetzwerke für Musik und Tonträger waren in Schweden und Dänemark maßgeblich verankert. Der militante Arm der Gruppe wird für politische Morde und Anschläge Ende der 90er Jahre verantwortlich gemacht. 2009 sollte Günther wegen eines bestehenden Haftbefehls an Deutschland ausgeliefert werden.

Verbindung zu militanter Brandenburger Gruppe

Auf dem Computer von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt in Zwickau fand sich unter anderem auch eine 13-minütige Videodatei vom schwedischen „Salem“-Marsch 2005. Eine andere Datei mit dem Redebeitrag des Neonazis Lutz Giesen heißt „salem2005-lutz“. Der bekannte Aktivist aus Mecklenburg-Vorpommern und Freund von Stephan Günther und Maik Eminger gilt als militant, zeitweilig lebte er in Dänemark.

2008 lud André Emingers Zwillingsbruder Günther und Giesen zum Geburtstag ein. Der damals 34-jährige Giesen wies bereits ein beachtliches Strafregister auf. Dennoch wurde er von der NPD-Fraktion im Schweriner Schloss als Mitarbeiter beschäftigt. Maik Eminger mokierte gegenüber Günther, dass sich „der Sack“ noch nicht gemeldet habe, obwohl er bei der NPD doch „nichts zu tun“ habe. Man einigte sich auf ein Treffen. Kurz danach, im Sommer 2008, telefonierten die beiden Zwillingsbrüder, der eine lebte längst in Brandenburg, der andere war von Chemnitz nach Zwickau umgezogen. Sie flachsten demnach am Telefon und machten subtile Andeutungen über eine mögliche Flucht, bis einer der beiden sagte: „Ne, ich hau’ doch nicht ab, ich mach doch nichts mehr, ich bin doch jetzt lieb.“

Davon kann kaum die Rede sein. Denn eine weitere Verbindung zu einer militanten Gruppe wird offensichtlich: Der mutmaßliche NSU-Unterstützer André Eminger kannte auch den Berliner Neonazi Jan Gallasch. In seinem Telefonbuch werden dessen Verbindungsdaten aufgeführt. Gallasch sorgte im Frühjahr 2012 für Schlagzeilen, als er einen verstorbenen Kameraden mit einem Rucksack voller Waffen in einem Neonazi-Haus in der Prignitz (Brandenburg) vorfand. Der in Weißwasser geborene Gallasch zählte zum 2006 verbotenen „Schutzbund Deutschland“ und dessen Nachfolgerin, der „Bewegung Neues Deutschland“ (BND). Pikanterweise galt Maik Eminger als presserechtlich Verantwortlicher für die „Bewegung Neues Deutschland“, einem mutmaßlichen Pseudonym für die Gruppierungen „Schutzbund Deutschland“ und „Bewegung Neue Ordnung“. 2008 musste er sich vor dem Landgericht Neuruppin wegen Beleidigung verantworten, Zeugen wollen Beate Zschäpe im Gerichtssaal als Zuschauerin gesehen haben. Das könnte möglich sein. Denn das Trio wurde 2011 auch in der Nähe des Wohnhauses des Eminger-Zwillings in Brandenburg gesehen.

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27 thoughts on “NSU-Komplex: Braune Familienbande

  1. Andre Eminger hat 2 Söhne, beim Abholen des Wohnmobiles am 25.10.2011 war ein MÄDCHEN im Vorschulalter dabei. Ausserdem legte „Böhnhardt“ einen Bundespersonalausweis von Holger G. vor, den er gar nicht hatte. Er hatte nur nen Reisepass. Legte aber einen BPA vor.

    Schon mitbekommen?

    Mundlos hatte keine Russpartikel in der Lunge. Ziercke hat gelogen.
    Schon am 20.11.2011, im Bundestags-Innenausschuss, und seitdem lügt er ständig.
    Nicht nur bei LTD PD im BKA Pädo XXX. Beim NSU sowieso.

    http://www.insuedthueringen.de/regional/thueringen/thuefwthuedeu/Neue-Zweifel-zum-NSU-Selbstmord;art83467,3247957
    http://friedensblick.de/10974/joerg-ziercke-nsu-doch-kein-brandruss-uwe-mundlos-lunge-polizei-log-jahrelang/

    Thomas Starke (soll heute aussagen) war Ende 2000 eine „langjährige Vertrauensperson“ mehrerer BRD-Dienste.
    Bezeugt vom Generalbundesanwalt. Schreiben an das LKA Berlin vom 2.1.2001.

    Nachlesbar auf bei bundestag.de, Protokoll 66b.
    http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/CD14600/Protokolle/

    Seite 33 rechte Spalte:

    Tankred Schipanski (CDU/CSU): Vielleicht noch mal ins Jahr 2001 zurückgehen
    mit dieser Vertraulichkeitszusage. Sie haben
    ein Schreiben erhalten, vom 02.01.2001, an
    das Polizeipräsidium Berlin, zu Ihren Händen, wo der GBA erklärt, dass der langjährig
    geführten Vertrauensperson die Vertraulichkeit zugesichert wird. Das ist MAT A GBA-3/47 a-58, Blatt 307 ff. Zum einen die Frage:
    Der Starke war erst seit wenigen Wochen
    angeworben worden, und jetzt schreibt der
    GBA: „langjährig geführte Vertrauensperson“.
    Wie kann das denn sein?
    Zeuge P. S.: Keine Ahnung. Da müssen
    Sie den GBA fragen. Dazu kann ich nichts
    sagen.
    Tankred Schipanski (CDU/CSU): Aber
    dem GBA war schon bekannt, dass Sie den
    erst seit –
    Zeuge P. S.: Ja.

    Warum interessiert das Niemanden?
    Weil nicht herauskommen soll, dass Thomas Starke das „TNT“ (nie gewogen, Herkunft unklar, sofort vernichtet) besorgte und die Fluchtunterkunft als Spitzel des BFV besorgte?

    Aber warum interessiert das auch die ANTIFA nicht???

    1. Lieber Fatalist,

      Ziercke hatte sich am 21. November 2011 auf die Erkenntnisse des LKA Thüringen gestützt und vom damaligen Ermittlungsstand gesprochen. Am 28.11.2011 lag schließlich der Obduktionsbericht vor. Daraus geht hervor, dass bei beiden Toten keine Rußpartikel gefunden wurden. Die Ermittler gehen dennoch – auf Grund vieler Gutachten und Ermittlungen – davon aus, dass Mundlos erst Böhnhardt und danach sich selbst erschossen hat. Ob man Rußpartikel bei Mundlos hätte finden können, weiß ich nicht. Handfeste Beweise für die Anwesenheit Dritter existieren offenbar nicht. Der Ablauf des 4. November 2011 bleibt in Teilen ein Rätsel, vor allem, wie Zschäpe von dem Tod ihrer Komplizen erfahren hat, aber der vermeintliche Skandal um den Obduktionsbericht ist aus meiner Sicht keiner.

      Der Fall Thomas S. beschäftigt viele Journalisten. Wie kommen Sie darauf, dass das niemanden interessiert?

      Gruß
      Patrick Gensing

      1. Natürlich hätte man bei einem der beiden diese Partikel finden müssen, denn Tote können schlecht schiessen und Brände legen.

        Und jemand der einen Brand gelegt hat und noch atmet würde diese Partikel in der Lunge haben die mit heutigen Methoden gefunden werden müssten.

        Sieht wohl nach einem Doppelmord aus.

      2. Herr Gensing, es kommt die Zeit, in der es nicht mehr reicht, seine Staatsergebenheit durch den Verweis auf „viele Gutachten und Ermittlungen“ (welche Hilflosigkeit zeigt sich allein in einer solchen Formulierung) und durch den augenzwinkernden Bezug auf eine halluzinierte Mehrheitsmeinung (schäbig, und der Wind kann sich schnell drehen) herauszustellen, um als zurechnungsfähig zu gelten.
        Natürlich wurden Unwahrheiten in die Welt gesetzt, um das unsichere Ermittlungsergebnis in der Wohnmobil-Sache in Eisenach zu vertuschen.
        Tatsächlich wird in dieser Sache auch noch aktuell wegen Mordes ermittelt, das kann sich jeder schriftlich bestätigen lassen, der sich den Spaß einer Strafanzeige gegen Unbekannt in o.g. Sache erlaubt.
        Tun Sie das, Herr Gensing, anstatt mit den Wölfen zu heulen.
        Sie können sich dann später, wenn der Mord in der Wikipedia steht, wenigstens darauf als eines Beweises für Ihre journalistische und politische Zurechnungsfähigkeit berufen.
        Das sagt Ihnen einer, der Ihre sonstige Arbeit durchaus schätzt.

        1. Liebe/r Sigi,

          danke für Ihren Kommentar.

          Es geht mir nicht darum, mit den oder gegen die Wölfe zu heulen. Es geht mir um belastbare Indizien und Beweise. Bislang – nach mehr als zwei Jahren – gibt es keine klaren Beweise oder Zeugenaussagen, die belegen, dass da ein Dritter am Tatort war und die Neonazis ermordet hat.

          Zudem ist es in Ihrem Kommentar wenig überzeugend, einerseits den Hinweis auf die umfangreichen Ermittlungen und Analysen einfach abzutun und so zu suggerieren, Dutzende Personen seien an einer Verschwörung beteiligt, andererseits aber sich auf andere Ermittlungen zu berufen. Das sieht dann schon ein bisschen danach aus, dass man sich nur das aussucht, was ins eigene Weltbild passt.

          Gruß,
          Patrick Gensing

          1. Es tut mir leid, wenn ich hier auf ganzer Linie widersprechen muss. Mein Weltbild ist nicht „verschwörungsideologisch“ bestimmt, und selbst wenn das so wäre, hätte doch die Gesinnungsethik hier nichts verloren. Es ist an dieser Stelle auch egal, ob nicht eher eure Interpretation der Dinge eine große Dankbarkeit für den vermeintlich brauchbaren antifaschistischen Brennstoff verrät, den der bürgerliche Staat mit der tendenziösen Behandlung einer solchen schrecklichen Tragödie zu liefern scheint.

            Tatsächlich gibt es nämlich in der NSU-Sache gar keine „handfesten“ Beweise, die die Hintergrundstraftaten betreffen. Auch euch liegen eben nur Zeitungsberichte und ein paar dubiose Scans von Ermittlungsakten vor, vielleicht ein paar unverbindliche Auskünfte.
            Ich bin zu Tode erschrocken, als ich im Münchner Gerichtssaal den Vortrag des „Sachverständigen“ zum Beschussgutachten „Ceska“ gehört habe. Das war nichts, gar nichts. Der Mann hat mir richtig leid getan, und ich habe jetzt 20 Jahre als Jurist zugebracht.
            In Wahrheit werden dort die Zeitungsartikel, die wir seit Jahren kennen, unter Anleitung der Bundesanwaltschaft auserzählt. Es ist eine Katastrophe für den Rechtsstaat.

            Wer sollte Ihnen, Patrick, handfeste Beweise für den Mord an den beiden Menschen liefern? Die Zeitung?
            Und warum soll es sich um eine Verschwörung der Polizei handeln? Es genügt doch der politische Wille, etwas – wie in so vielen anderen Fällen auch – eben nicht vollständig auszuermitteln. Das ist gar nicht geheimnisvoll, es ist einfach nur erbärmlich und feige. Was glauben Sie, wie viele von 100 Kriminalfällen tatsächlich ausermittelt werden?
            Der Beamte, der meine Anzeige entgegen genommen hat, hat ganz klar gesagt, dass er das für einen Mord hält. Und er hat mir zum Abschied gesagt, dass es oft ganz gut ist, wenn es wo nicht weiter geht.
            So viel zur Verschwörungstheorie.
            Herzliche Grüße, Sigi

      3. Lieber Patrick Gensing,

        ich weiß ja nicht, auf welche ominösen Gutachten und Ermittlungen Sie sich berufen, aber selbst die gleichgeschalteten Medien ließen vor Monaten verlauten, dass Uwe M. und Uwe B. sich wahrscheinlich doch nicht umbrachten:

        http://www.focus.de/politik/deutschland/nazi-terror/raetsel-um-terrorzelle-nsu-begingen-mundlos-und-boehnhardt-doch-nicht-selbstmord_aid_1146736.html

        http://www.bild.de/news/inland/nsu/was-geschah-wirklich-im-nsu-wohnwagen-mundlos-boenhardt-experte-widerspricht-selbstmord-vermutung-33229496.bild.html

        Auch diese Quelle ist ganz interessant:

        http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/11/493271/nsu-terror-selbstmord-von-mundlos-und-boehnhardt-technisch-unmoeglich/

        Am meisten von der NSU-Geschichte profitiert die Antifa. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass es sich um eine Inszenierung des BRD-Geheimdienstes handelt, um den sogenannten „Kampf gegen rechts“ anzutreiben. Sie und Ihre linksextreme Kollegin verdienen ja auch gut daran. 😉
        Desweiteren verweise ich auf das COMPACT-Magazin, welches sich eingehend mit dem „NSU“ befasst hat und sogar eine Spezial-Ausgabe dazu herausbrachte.

      4. Lieber Patrick Gensing,

        Sie haben geschrieben:

        „Ziercke hatte sich am 21. November 2011 auf die Erkenntnisse des LKA Thüringen gestützt und vom damaligen Ermittlungsstand gesprochen. Am 28.11.2011 lag schließlich der Obduktionsbericht vor.“

        Haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, auf welcher Datenbasis Ziercke am 21.11.11 öffentlich festgestellt hat, dass sich in Mundlos´ Lunge Russpartikel befinden?
        Sehen Sie, Herr Gensing, das haben Sie nicht. Aber warum umgehen Sie diese naheliegende Frage?
        Wenn erst am 28.11. der Obduktionsbericht vorlag, jedoch Ziercke und Menzel eine Woche vorher öffentlich dargestellt haben, dass sich in Mundlos´ Lunge Russ befindet, haben diese beiden … gelogen.

        Genau darum geht es. Es ist einfach ein Unding, wenn zwei hochrangige Polizeioffiziere im Dienst lügen.
        Und man fragt sich, welche Gründe die dafür haben. Gute sind es auf jeden Fall nicht.

        Was mich aber am meisten verstört ist die Tatsache, dass sich Ihr Zorn nicht gegen die Lügner richtet, sondern gegen die Leute, die aus der Tatsache der lügnerischen Behauptungen logische Schlüsse ziehen.
        Sagen Sie mir, warum?

        Mit freundlichen Grüßen

        Paul H.

        1. Ich muss Sie leider korrigieren: Doch, habe ich. Die Antwort; Genau weil der endgültige Sektionsbericht erst am 28.11. vorlag, hat Ziercke nicht gelogen, sondern sich offenkundig auf unbestätigte Angaben aus dem LKA Thüringen verlassen, von dem das BKA den Fall übernommen hat. Das kann man ihm ankreiden, aber eine Lüge ist das in meinen Augen nicht. Zudem hat Ziercke angemerkt, dass er den aktuellen Stand der Ermittlungen dargelegt hat. Übrigens ist der Sektionsbericht auch Teil von Akten, die den Nebenklägern zur Verfügung stehen, keiner der Rechtsvertreter hat diesen skandalisiert. Auch alles faule Journalisten, die auf der Payrole des Staates stehen? :-)

          Wenn die Kritik an den Sicherheitsbehörden im NSU-Komplex ernst genommen werden soll, muss die Kritik auch präzise sein und sich nicht in schlauen Fragen und einigen Links erschöpfen. Ich habe das Gefühl, es wird Zeit für einen längeren Artikel zu den Legenden, die mittlerweile als Wahrheit verkauft werden. Im Übrigen wird dadurch der Nazi-Terror verharmlost; wenn man diesen nämlich zum alleinigen Produkt von staatlichen Verschwörungen macht. Morden können die Nazis schon ganz allein – vor allem, wenn der Staat wegschaut bzw. die Unterstützerstrukturen durch V-Leute mitfinanziert.

          Beantworten Sie mir ganz ehrlich eine Frage: Welche Indizien oder Beweise haben Sie für die Mordtheorie? Aber bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem „gesunden Menschenverstand“ oder dem Argument, der Beweis für die Mordtheorie ist, dass es keine Beweise gibt. Ein bisschen mehr sollte es schon sein.

          Gruß
          Patrick Gensing

          1. Wie soll ein einfacher Bürger hier Beweise beibringen? Er hat keinen Zugang zu den Ermittlungsakten, also auch keine Beweise, die er vorlegen kann. Diese Forderung ist ein fauler Trick.
            Indizien, über die berichtet wurde, gibt es genug. Verifizieren kann man das natürlich nicht. Ein Gesamtbild ergibt sich aber schon, übrigens auf der gleichen sachlichen Grundlage wie bei Herrn Gensing. Er würdigt die Berichte einfach anders als die Verschwörungstheoretiker, weil ihm sein geschlossenes Weltbild das eingibt. Man betrachte seinen Deduktionsschluss, eine bestimmte These sei falsch, weil Nazis schon selber morden können und dazu den Staat nicht brauchen. Das ist verschwörungsideologisches Denken.
            Handfeste Indizien? Na: Zu viele Patronenhülsen und Schüsse, Zeugen, die den dritten Mann gesehen haben, keine Fingerabdrücke auf den Waffen, ein extrem atypischer Tatort für einen Selbstmord, kein Selbstmordmotiv außer im metaphysischen Bereich, massive Beweismittelvernichtung. Lügen durch die örtliche Polizei, das BKA usw.
            Die Vorstellung, dass etwa bei einem Auftragsmord fette Beweise liegen bleiben, ist einfach lächerlich.

          2. Lieber Patrick Gensing,

            Sie haben geschrieben:

            „Beantworten Sie mir ganz ehrlich eine Frage: Welche Indizien oder Beweise haben Sie für die Mordtheorie?“

            Nun, zuerst würde ich gegenfragen, wo ich je von Mord gesprochen habe. Eine rhetorische Frage, denn das habe ich nicht.

            Zum zweiten möchte ich gern noch mal die Frage vertiefen, auf welcher Datenbasis Ziercke am 21.11. von Russpartikeln in der Lunge gesprochen hat. Dazu bringen Sie „unbestätigte Angaben aus dem LKA Thüringen“ ins Spiel.
            Ziemlich abenteuerlich, finden Sie nicht?

            Was sind „unbestätigte Angaben aus dem LKA Thüringen“?
            Das LKA ist eine Behörde. Eine Behörde gibt keine „unbestätigten Angaben“ heraus. Und gleich gar nicht gibt eine Behörde eine Feststellung heraus zu Tatsachen, bezüglich derer sie keine Kompetenz besitzt. Die Pathologie ist eine Wissenschaft für sich. Da wird keine Amtmann und kein Oberrat auch nur im Trauf auf die Idee kommen, vor dem offiziellen Obduktionsbericht seine Meinung kundzutun.

            Wie soll die „unbestätigte Angabe“ ausgesehen haben? Stelle mir das ganz lustig vor, diese unbestätigte Erklärung:
            „Wir melden unbestätigt, dass in Mundlos´ Lunge Russpartikel waren. Keine Ahnung, wie wir darauf kommen, denn der Obduktionsbericht liegt noch nicht vor. Aber unbestätigt setzen wir das mal in die Welt, weil … ja, warum eigentlich? … weil uns gerade danach ist“

            Oder habe ich was übersehen? Wissen Sie was, was ich nicht weiß? Ja?
            Dann immer raus damit. Zeigen Sie uns bitte die unbestätigte Presseerklärung, in der das LKA unbestätigt über Russpartikel schwadroniert. Oder irgendeinanderes unbestätigtes Dokument.
            Oder zeigen Sie irgendeinen Hinweis, dass Ziercke auf Basis einer unbestätigten LKA-Meldung ausgesagt hat. Bisher haben Sie das nämlich belegfrei unterstellt. Ihr „offenkundig“ ist nämlich nichts weiter als der Versuch, fehlende Evidenz mit Rhetorik zuzukleistern.

            Aber was soll´s, ich freue mich auf Ihre Erklärung.

            +

            Und noch einen Aspekt würde ich gern ansprechen. Nämlich diesen Teil:
            “ Im Übrigen wird dadurch der Nazi-Terror verharmlost; wenn man diesen nämlich zum alleinigen Produkt von staatlichen Verschwörungen macht.“

            Nazi-Terror gab es mal. Von Ende der 20er bis zum 08.05.1945.
            Aber den meinen Sie ja nicht. Sie behaupten, es gäbe zeitgenössischen Nazi-Terror. Doch den gibt es nicht.
            Selbst wenn sich noch Beweise für die Täterschaft von B+M finden sollten, haben wir es nicht mit Terror zu tun, mit der Verbreitung von Angst und Schrecken.
            Aber darüber müssen wir uns sowieso keine Gedanken machen. Wenn die Behörden seit über 2 Jahren mit einem nicht mehr zu überbietenden Aufwand an Kräften und Mitteln operieren und leider so gar nichts finden konnten – ich meine, das gehört schon ein Stück weit Realitätsverweigerung dazu, von Nazi-Terror zu sprechen.

            Schönen Abend

            Paul H.

          3. “ Ich habe das Gefühl, es wird Zeit für einen längeren Artikel zu den Legenden, die mittlerweile als Wahrheit verkauft werden. “
            Das wäre nicht schlecht. Auch wenn eine anschliessende Diskussion wahrscheinlich sofort unübersichtlich wird( am besten borgt ihr euch vorher die Kommentar-Struktur von TP ).
            Beim Wohnmobil geht ihr davon aus das eine dritte Person beim Verlassen von den Polizisten gesehen worden sein müsste. Davon auszugehen das die beiden Uwes in dem Moment umgebracht wurden wo die Polizei eintrifft wäre nicht besonders realistisch. Aber wenn sie da schon lagen könnte das Wohnmobil ja mit einem Zünder in Brand gesteckt worden sein. Die Frage wäre dann ob die Spusi da nicht was hätte finden müssen.
            Und diese Frage stellt sich auch bei der zwickauer Wohnung, dort gibt es keine schlüssige Erklärung wie Zschäpe die in Brand gesteckt haben soll. Stattdessen gibt es nun dieses Paradox : die Tür zum Sportzimmer war zu, so das das Benzin-Luft-Gemisch nicht entweichen konnte, denn sonst wäre die Wohnung schon beim entzünden der Luntenspur explodiert. Und sie war offen, denn sonst hätte das Feuer ja von der Luntenspur nicht auf das Gemisch übergreifen können. Aber ein Zünder soll keinesfalls im Spiel gewesen sein.
            Die Frage stellt sich auch bei Florian H, der auf dem Canstatter Wasen in einem Auto verbrannte, an dem Tag an dem er aussagen sollte. Hier wurde zunächst vom Pressesprecher der Polizei ein Zeuge erwähnt der ihn zuvor einsteigen gesehen haben soll. Den gab es nicht. An der Behauptung das Motiv für den Suizid sei „Liebeskummer“ wird aber festgehalten, obwohl die Freundin von H wiederspricht. Die Angaben der Eltern stehen im Raum, die Asservatenliste soll fehlerhaft sein( kein Kanister, dafür doch das Laptop ), die Leiche ohne Absprache mit den Angehörigen eingeäschert worden sein.
            Der Abtransport eines ausgebrannten Wohnmobils an sich wäre ja nachvollziehbar, wenn vorher Übersichtsfotos gemacht worden sind. Die hat aber bis jetzt anscheinend niemand zu Gesicht bekommen. Weder die von der Polizei noch die von der Feuerwehr. Und im Wohnmobil befanden sich mehrere durchgeladene Schusswaffen, die von der Hitze in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein Revolver soll auf dem Herd gelegen haben, zumindest den hätten sie ja sehen müssen, warum lassen sie das alles so, kippen das Fahrzeug beim Verladen zweimal ? Drinnen soll laut Menzel das Löschwasser zentimeterhoch gestanden haben, dann müssen die Leichen und die Pumpguns ja in der Brühe ganz gut rumgerutscht sein…
            Wenn erst über zwei Jahre später überraschend Details rauskommen die nicht passen, dann kann man schlecht sagen das es schon hinkommen wird.

      5. Jörg Ziercke begründete den Brandruß in Mundlos Lunge mit der Obduktion. Ziercke gab vor, den den Obduktionsbericht wahrheitsgemäß zu zitieren. Im Innenausschuss des Bundestages:
        “ (…) Deshalb hatte ich gesagt: In dem einen Fall haben wir bei der Obduktion Ruß in der Lunge gefunden und in dem anderen Fall nicht. Daraus ergibt sich dann im Grunde die Abfolge, wer wen.(…) “
        http://friedensblick.de/?attachment_id=11023

        Die „welt“ informierte dementsprechend am 21. November 2011 die Öffentlichkeit, dass …
        “… bei der Obduktion nur in der Lunge von Mundlos Rußpartikel des Feuers gefunden wurden, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag in Berlin.” (welt)

        Welche Quelle haben Sie, dass „Ziercke (…) sich am 21. November 2011 auf die Erkenntnisse des LKA Thüringen gestützt und vom damaligen Ermittlungsstand gesprochen“ hätte?

  2. Liebe Freunde der Mordtheorie,

    ich muss Sie nicht überzeugen, glauben Sie, was Sie wollen. Aber lesen Sie die jüngsten Protokolle aus dem NSU-U-Ausschuss und sagen mir konkret, wo es Hinweise auf eine dritte Person gegeben hat.

    https://haskala.de/2014/03/31/ticker-zum-nsu-untersuchungsausschuss-31-03-2014/#erster

    Es ist eben genau kein Zeichen von kritischem Denken, wenn man sich lediglich die Quellen rauspickt, die ins Konzept passen. Es gibt viele Fragen zum 4.11. und zum NSU-Komplex – aber keine konkreten Hinweise auf eine dritte Person im Wohnmobil. Daher beende ich von meiner Seite den Austausch an dieser Stelle, da ich meine Zeit lieber den Fragen widme, die ich als weiterführender einschätze. Es sei jedem überlassen, das anders zu bewerten.

    Gruß
    Patrick Gensing

    1. Lieber Herr Gensing, Sie „Freund der Selbstmordtheorie“ 😉

      Dichtmachen ist doch immer eine gute Lösung, wenn es um den eigenen Arbeitsplatz geht.
      Ich kann das verstehen.
      Also in 20 Jahren auf Wikipedia, mit einem Unterabschnitt über die Rolle der „kritischen“, streng an der objektiven Beweisführung orientierten deutschen Journalisten, die die Aussagen des Menzel auf Hinweise zur Selbstentlarvung hin durchsucht haben wollten (…)
      Manchmal ist es schön, Franzose zu sein, glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche.
      Schöne Grüße, Sigi

      1. Lieber Sigi,

        jaja, Sie haben das System durchschaut: Ich verliere meinen Job, wenn ich die Selbstmordtheorie anzweifele. Das hat mit Verschwörungstheorien natürlich nix zu tun. 😉

        Grüße
        Patrick Gensing

  3. Lieber Patrick,

    yes, Sie würden hochkant rausfliegen aus den öffentlich-rechtlichen Jobs, wenn Sie hier ernsthaft aufmucken.
    Dazu braucht sich der Dienstgeber nicht zu verschwören, er wirft den Verschwörungstheoretiker einfach raus; in etwa mit dem Lächeln, das Sie im letzten Posting aufsetzen (…)

    Nichts für ungut und Gute Nacht, Sigi

  4. Mal was zu dem Artikel, genau genommen dem letzten Absatz.
    Also, Jan Gallasch gehört zur „Bewegung Neue Ordnung“, bzw deren Tarn- oder Nachfolgeorganisation, sowie Maik Eminiger, ausserdem hat André Eminger seine Telefonnummer.
    Bei der Organisation handelt es sich um eine radikale NPD-Abspaltung, die 2004 entstanden ist.
    Und Jörg Lange, dessen Leiche Gallasch gefunden hat, der war ein Mitglied der „Neuen Ordnung“, die Organisation wird von Meinolf Schönborn angeführt, trat 2009 offiziell in Erscheinung. Die veranstalten Schulungen, und auf eben so einer hatte Lange einen Herzinfarkt. Gallasch gehört also zu beiden „Neuen Ordnungen“, mit und ohne „Bewegung“.
    Die ohne soll zur Rache für Gerhard Kaindl aufgerufen haben, einen Neonazo der 1992 von einem Antifaschisten in Neukölln erstochen wurde. Und an dem Jahrestag 2012 schoss jemand in Neukölln ohne Vorwarnung drei junge Männer mit Migrationshintergrund nieder, einer von ihnen, Burak Bektas, überlebte das nicht [1].
    Aufgrund der Vorgehensweise erinnert das an die Ceska-Mordserie.
    Anführer der „Neuen Ordnung“ ist Meinolf Schönborn, bis Anfang der 90er Anführer der „Nationalistischen Front“. Zu der gehörten Piatto und auch Corelli, der soll sogar bei Schönborn in Detmold gewohnt haben. Mit dabei waren auch Lange und Gallasch.
    Dort wohnt Schönborn noch heute. Auf den NSU-Karten sind für die umliegenden 6 grösseren Städte knapp 120 Markierungen eingetragen. Und eines der Bekenner-Videos wurde an die Lippische Landeszeitung in Detmold geschickt.
    Soviel dazu.

    Zu diesem Wohnmobil, man kann natürlich immer sagen, was spricht denn bitteschön dagegen ? Man kann aber auch mal fragen was denn dafür spricht. Michael Menzel hat die Tatortfotos von der Feuerwehr verschwinden lassen, die Spuren mittels Transport ruiniert, es gibt kein Russ in der Lunge, vier Schüsse müssten abgegeben worden sein( 3xPumpgun, 1x MP )-bei zwei Knallgeräuschen( laut Polizei ), die 6 DVD’s wurden erst Wochen später entdeckt, usw. Wenn alles worauf die Version der Polizei basiert ins wanken kommt, sollte man dann nicht mal fragen was denn nun dafür spricht, worauf diese Vesion überhaupt basiert ?

    [1] http://www.neues-deutschland.de/artikel/929266.war-hat-burak-erschossen.html

    1. „bei zwei Knallgeräuschen( laut Polizei )“

      Einige Quellen sprechen von zwei Knallgeräuschen.
      http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Nach-Bankueberfall-in-Eisenach-raetselhafter-Tod-im-Wohnwagen-2044156021
      Andere von drei.
      http://www.berliner-zeitung.de/neonazi-terror/zwickauer-terrorzelle-suche-nach-dem-vierten-mann-in-der-nsu,11151296,14700928,item,0.html

      Aber ob zwei oder drei, es passt einfach nicht zu den später offiziell festgestellten 4 Schüssen.

      +

      „die Spuren mittels Transport ruiniert“

      Auch dazu gibt es was zu sagen. Das gibt es nämlich gar nicht.
      Kein Polizist, der nicht vorher instruiert wurde, käme auch nur im Traum auf die Idee, ein Fahrzeug aufzuladen und wegzuschaffen, in dem sich mehrere (dem Anschein nach scharfe) Waffen befinden.
      Das gibt es einfach nicht.

      Kein Mensch weiß, in welchem Zustand sich diese Waffen befinden. Keiner ausschließen, dass eine Waffe beim nächsten Ruckeln losgeht. Noch dazu wenn es Typen sind, die Otto-Normalpolizist nicht kennt. Kein Beamter, der noch bei Trost ist (oder der nicht instruiert ist) würde das Risiko eingehen, dass durch seine Fahrlässigkeit andere zu Schaden kommen. Besonders wenn man bedenkt, dass im Fall von Schusswaffen der Schaden durchaus auch der Tod sein kann.

      In jedem normalen Fall wird zuerst der Tatort dokumentiert (fotografiert). Dann werden die Waffen von Fachleuten begutachtet. Die Streifenpolizisten sind für diese notwendige Begutachtung nicht genügend ausgebildet, die kennen die exotischen Schießprügel nicht. Erst wenn die Fachleute die Waffen in einen ungefährlichen Zustand gebracht haben (oder sich überzeugt haben, dass die Waffen ungefährlich sind) beginnt der Abtransport. Keine Sekunde eher!

      Nur in diesem Fall hat die Polizei vollkommen anders gehandelt, als es die Vorschriften und die Vernunft gebieten.
      Warum?
      Ich denke, Menzel hatte seine Gründe. Und was waren keine guten.

      +

      @Patrick Gensing:
      Ich hatte Ihnen gestern eine Frage gestellt. Und zwar eine, die sich auf Ihr Posting bezog. Ich verstehe voll und ganz, dass Sie am Tag beschäftigt sind und nicht dazu kommen, auf alles zu antworten. Aber dass bis jetzt immer noch nichts kommt, macht mich (ich gebe mal Fatima Roth) ein Stück weit traurig.
      Ich deute Ihr Schweigen so, dass Sie einfach nicht zugeben wollen, hier Ihre freie Erfindung („unbestätigte Angaben aus dem LKA Thüringen“) als Tatsache ausgegeben zu haben.
      Denn das ist eine freie Erfindung, genauso wie die ganze NSU-Geschichte.

      Das ist ein merkwürdiges Missverhältnis zwischen der Forschheit, mit der Sie selbständig Denkende in die Ecke „braune Verschwörungstheoretiker“ schieben – und dem dröhnenden Schweigen auf die Nachfrage zu Ihren Belegen.
      Schade eigentlich.

  5. Leute, jetzt lasst mal gut sein, der Patrick hats langsam dicke mit den Verschwörungstheorien hier — jetzt auch noch braune Verschwörungen, ja wo kommen wir denn da hin

  6. Naja, eigentlich soll ja alles ordnungsgemäss gelaufen sein, nur aus dem was Kriminalhauptmeister Kö, der sich um die Waffen gekümmert hat und am 77. Verhandlungstag gehört wurde, erzählt kann man auch nicht schlau werden. Der hat sich am Tatort nur die Dienstwaffe von Kiesewetter angesehen, die anderen sind dann nach dem Abtransport gefunden worden. Die meisten Waffen vergisst er trotzdem noch bei seiner Aufzählung (NSU-Watch scheint aber bei den Pumguns ungenau zu sein, der Anwalt der nachfragte schreibt auf seinem Blog NSU-Nebenklage was anderes).
    Tja, und Fotos sollen auch schon vor dem Transport gemacht worden sein, sind aber bisher nicht aufgetaucht(Protokoll 31.März auf Haskala).
    Irritierend ist nun die Foto-Aktion von Polizeidirektor Menzel im Thüringer UA (auch 31.März), der verteilte da von sich aus Fotos die eine Pumpgun mit offenem Verschluss und leerer Hülse darin zeigen, der Zustand nach der Schussabgabe. Was aber laut Menzel nicht der Zustand der aufgefundenen Defender gewesen sein soll, da soll die Patrone ausgeworfen worden sein. Laut NSU-Nebenklage („Geglättete Ermittlungen“, 22.01.2014) sollte der Zustand der Pumpgun auf Menzels Fotos tatsächlich dem der aufgefundenen Defender entsprechen, eine leere Hülse im Lauf, also 3 Schüsse.
    Nun hat man drei Versionen zu zwei Angaben…

    Mit ihren Ansichten es habe keine rechten Terror gegeben stellen sie, Herr H, sich natürlich nicht in die braune Ecke, sondern vielmehr in die goldenen Mitte des rot-braunen Hufeisens :
    (schredder-schredder-schredder)

  7. Thomas Richter alias Corelli ist Ende März tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Todesursache soll eine nicht erkannte Diabetes-Erkrankung sein. Das teilt ausgerechnet das BfV mit.

    Und nicht zu vergessen: Am 16. 9. 2013 verbrannte der mutmaßliche NSU-Zeuge Florian H. in seinem Auto. Grund: Selbstmord wegen Liebeskummer. Alles Zufälle?

  8. Die Leiche von Corelli wurde in einer Kleinstadt in der Nähe von Bielefeld gefunden. Ich hatte am 7.April geschrieben das Corelli Anfang der 90er mal bei Meinolf Schönborn gewohnt haben soll, das schrieb der Journalist Andreas Förster( Beitrg in dem Buch „Blut und Ehre“ ). Das war in Detmold, gerade mal 20km entfernt von dem Ort wo die Leiche nun gefunden wurde. Und Schönborn wohnt da immer noch, etwas merkwürdig das Corelli dahin abgetauchte wo er alten Bekannten begegnen konnte.

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