NPD erteilt Porno-Darstellerin Hausverbot

Während Europa über die Krim-Krise diskutiert, beschäftigt sich die NPD mit den ganz wichtigen Themen. Beispielsweise mit einer Pornodarstellerin, die in den vergangenen Wochen für reichlich Streit im „Nationalen Widerstand“ gesorgt hatte. Nun hat das Parteipräsidium „Kitty Blair“ Hausverbot bei NPD-Veranstaltungen erteilt.

Von Stefan Schölermann

Ein hochrangiges Mitglied der rechtsextremen NPD gebrauchte ausgerechnet einen Begriff von Richard Wagner, um den Zustand der Skandaltruppe zu beschreiben: Er nannte sie eine Partei in „Dekomposition“. Und diese „Dekomposition“ hat einen Namen: Ina G. Eine Blondine aus Duisburg, die als knapp bekleidete „Weihnachtsfrau“ in der Adventszeit ins Rennen geschickt wurde, um Sympathien zu sammeln für die braune Gruppierung.

Auf Nazi-Seiten wie dem "Freien Netz" wurde massiv gegen Ina G. gehetzt. (anonymisierter Screenshot)
Auf Nazi-Seiten wie dem „Freien Netz“ wurde massiv gegen Ina G. gehetzt. (anonymisierter Screenshot)

Doch jetzt folgt die Rolle rückwärts: Ina G. ist seit Dienstag in der NPD „Persona non grata“. Weil die Parteispitze offenkundig ein Händchen hat für Themen, die den NPD-Mikrokosmos wirklich bewegen, fasste das Parteipräsidium in seiner Sitzung am Dienstag einen folgenreichen Beschluss.

Im Wortlaut heißt es: „Das Parteipräsidium der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) erklärt Frau G. [Name im Original ausgeschrieben] zur unerwünschten Person. Sie darf in keinem Fall zu NPD-Veranstaltungen und sonstigen Aktivitäten aller Art zugelassen werden.“

Die Partei erteilte ihr „im Rahmen der geltenden Rechtsordnung“ sogar Hausverbot. „Alle Zuwiderhandlungen sind parteischädigend im Sinne des §9 der Satzung der NPD.“

Sex als „Hochverrat am deutschen Volk“

Der Beschluss soll offenbar einen Schlussstrich ziehen unter eine Debatte, die aus dem Ruder gelaufen ist, und die deutlich macht, dass das Herz der „Heimatpartei“ erkennbar dort am lautesten schlägt, wo man es am wenigsten vermutet: unter der Gürtellinie. Denn in rechten Foren wird G. ein anderer Name zugeschrieben: „Kitty Blair“. Diese soll demnach in Filmen mitgewirkt haben, die nicht gerade als jugendfrei beschrieben werden können. Und weil es dabei auch „zu Begegnungen“ mit „schwarzen Männern“ gekommen sein soll, kocht die braune Seele vernehmlich. Die Darstellerin habe „Hochverrat an ihrem Volk“ begangen, als Sanktionen wurde von den braunen Forentrollen vorgeschlagen, sie zu „schächten“ oder zu „pfählen“.

Und das waren keine Einzelmeinungen. Der Proteststurm wurde schließlich so mächtig, dass sich das NPD-Präsidium jetzt gezwungen sah, ein vermeintliches Machtwort zu sprechen – und so einmal mehr zu zeigen, dass sich die NPD ausschließlich mit den ganz wichtigen Themen beschäftigt…

Siehe auch: NPD – Die Partei der langen Messer ,  Nazis & sex sell: NPD-Spenden über 0900-Nummern