JN-„Europakongress“ mit Fantasiegästen?

Die „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) kündigen für den 22. März im „Großraum Leipzig“ einen „Europakongress“ an. Unter anderem werden angeblich Gäste aus Griechenland, Italien und der Ukraine erwartet.

Von Larisa Schultz

Die JN erwarten angeblich Gäste aus mehreren Staaten. (Screenshot FB)
Die JN erwarten angeblich Gäste aus mehreren Staaten. (Screenshot FB)

Laut Einladung des JN-Bundesvorsitzenden Andy Knape wollen die JN mit dem Kongress „ein Symbol des Schulterschlusses der europäischen Nationalen setzen. Vorträge, Denkanstöße und Podiumsdiskussionen werden sich um die zentrale Frage drehen, welcher Weg in Zukunft auf europäischer Ebene gemeinsam gegangen werden soll, um ein attraktives Politikangebot von rechts zu schnüren und mittelfristig in Europa erfolgreich zu sein. Welche Hürden müssen genommen, welche Impulse gesetzt werden?“

Als Redner_innen kündigen die JN Chrysi Avgi (Griechenland), den Rechten Sektor (Ukraine), die British National Party, die Identitäre Bewegung Deutschland, den Blocco Studentesco (Italien), Nordisk Ungdom (Skandinavien), die Nationalistische Studentenvereinigung (Flandern), die Danskernes Parti (Dänemark), die Europäischen Aktion, die Dělnická strana sociální spravedlnosti (DSSS, „Tschechei“) sowie Udo Voigt und Olaf Rose an.

Überraschte Gastredner?

Die eingeladenen Redner wirken jedoch teilweise überrascht. So schreibt die Identitäre Bewegung Deutschland als Stellungnahme auf Facebook: „Dieser Kongress dient als gesamteuropäisches Vernetzungstreffen für eine Szene, deren Ideologie wir nicht teilen. Die Identitäre Bewegung wird entgegen der Behauptungen nicht an diesem Kongress teilnehmen. […] Diese Zusammenarbeit wird es nicht geben!“

Von Seiten der DSSS ist ebenfalls keine Teilnahme geplant, lediglich die formell unabhängige Jugendorganisation „Dělnická mládež“ („Arbeiterjugend“) kündigt ihr Kommen an. Der „Rechte Sektor“ ist unter der russische Bezeichnung „Правый сектор“ statt des ukrainischen „Правий сектор“ aufgeführt, was weiten Teilen des russophoben und ultranationalistischen Rechten Sektors nicht gefallen dürfte.

Siehe auch: Maidan: Die Revolution ist vorbei, Eine Bibel für die Sekte der “Identitären”Der Konvent der identitären Bewegung

9 thoughts on “JN-„Europakongress“ mit Fantasiegästen?

  1. „Russophob“? Ist es wirklich nötig, hier die Kreml-Propaganda wiederzukäuen? Ukrainer jeglicher politischer Coleur dürften jeden Grund haben, dem russischen Neo-Imperialismus äußerst kritisch gegenüberzustehen.

  2. Die Identitären sind doch automatisch vertreten, wenn die JN da ist. „Personelle Überschneidungen“ dürften keine Seltenheit sein.

  3. @ FRitz:
    Jo, und Homophobe haben auch allen Grund sich vor Schwulen zu fürchten. Jadajadajada…

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