Frei.Wild-Mob: Nach dem Angriff ist vor dem Angriff

Am 2. Februar hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven Kindler mitgeteilt, dass er von einem Rechtsradikalen angegriffen und beschimpft wurde. Hintergrund war eine Rede Kindlers auf einer Demonstration gegen ein Konzert der Band Frei.Wild. Seitdem wird der Politiker im Netz beleidigt und bedroht.

Von Patrick Gensing

Mehr als 800 Kommentare sind auf Kindlers öffentlicher Facebook-Seite seit Sonntag eingelaufen. Der Großteil davon ist auf unterstem Niveau beleidigend. Zudem schreiben mehrere Kommentatoren, Kindler habe Schläge verdient und es sei schade, dass er nicht mehr abbekommen habe. Zudem legten ihm mehrere Personen einen Selbstmord nahe. Immer wieder behaupten Kommentatoren, Frei.Wild sei weder rechts noch links, sondern nur patriotisch (oder ähnlich).

„Was hier passiert, ist der Versuch der Einschüchterung“, sagte Kindler gegenüber Publikative.org. „Wer nicht ins Weltbild passt, wird beschimpft, beleidigt und mit Gewalt oder sogar Mord bedroht.“ Kindler betont, dass unter dem Mantel eines angeblich unpolitischen Patriotismus Nationalismus, Homophobie und Rassismus transportiert werde.

Keine unpolitischen, harmlosen Musiker

„Ich lass mich dadurch aber nicht einschüchtern“, so der Bundestagsabgeordnete weiter. Es bestärke ihn vielmehr darin, weiter darauf aufmerksam zu machen, dass weder die Band Frei.Wild noch die meisten ihrer Fans harmlose, unpolitische Musiker und Musikfans sind. „Die Texte von Frei.Wild propagieren Hass, Gewalt und Nationalismus – und in den Äußerungen und Taten vieler Fans kommt das auch zum Ausdruck.“ Kindler kündigte an, er werde „die übelsten Beleidigungen und die Gewaltbedrohungen zur Anzeige bringen“.

Wir dokumentieren einige Kommentare mit Beleidigungen und Drohungen. Alle Kommentare waren oder sind noch öffentlich einsehbar bei Facebook.

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Leider sind die Screenshots etwas klein geworden, aber ich konnte nicht noch einmal den ganzen Müll lesen. Sorry!

Siehe auch: Frei.Wild-Fan greift Grünen-Politiker Kindler anFrei.Wild-Absage in Jena: [Anmerkung der Redaktion: Beleidigung entfernt]Live-Streitgespräch: Kneift Frei.Wild-Sänger Burger?Wegen “Frei.Wild”: “Kraftklub” boykottieren Echo-PreisverleihungFrei.Wild gegen Extremismus ist wie Kräuterlikör gegen AlkoholismusFrei.Wild – “unpolitischer” Hass auf “Gutmenschen”Kein Frei.Wild!Frei.Wild zwischen Deichkind und Beatsteaks

17 thoughts on “Frei.Wild-Mob: Nach dem Angriff ist vor dem Angriff

  1. is euch schon klar, dass „ihr“ genau wie sven kindler Xakt das selbe macht, wie frei.wild bzw ihren fans unterstellt wird. nämlich gegen alles und jeden vorzugehen, der nicht in das eigene weltbild passt? wo is da die viel zitierte toll-eranz für die anders denkenden? wie war das? „meinungsfreiheit ist immer die freiheit der anderen“?? nein! da singen leute über heimatliebe und das KANN und DARF nicht toll-eriert werden. boykott! konzertabsagen! am besten zensur und indizierung!!! ich meine, zensur und indizierung sind schon scheisse… außer natürlich es werden die leute zensiert, die von der eigenen meinung abweichen… dann ist zensur natürlich legit… O.o

  2. Jutta Ditthfurt hat in einer Rede tolle Textbeispiele der ach so gegen rechts engagierten Band genannt:
    http://tv-orange.de/2014/02/jutta-ditfurth-ueber-die-band-frei-wild-die-afd-und-die-freien-waehler/
    Natürlich auch hier fw-Fans, welche nicht gern mit eigenen Geschmacksverirrungen konfrontiert werden. Nur ganz vernünftige Patrioten und so…natürlich gegen JEDEN Extremismus. Klar. So als Südtiroler können die doch keine Nazis sein.

    Und die fw-Szene muss sehr übersichtlich sein, hat ja noch keiner einen gesehen oder gehört von den bösen Extremisten. Halt wie bei den Onkelz, nur angepasster und schmieriger in der Opfergerierung.

    Die Köppe von der Band würde ich gern mal vorm Frühstück treffen.

  3. @o.O:
    „Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.“
    Wilhelm Busch (anscheinend auch so ein ganz mieser Linksfaschist)

  4. Herr Gensing, wie lange warten sie schon sehnsüchtig auf den Anruf vom Spiegel um dort eine Stelle zu besetzen? Jetzt muss er doch endlich mal kommen… der Anruf. Bei der weicheien staatstümelnd/pseudokritischen Berichterstattung die über das letzte Jahr langsam bei Die Publikative einzog. Oder sind sie mal wieder zu feige ein Posting wie dieses freuzuschalten?

    Ne, ich bin so mutig, dieses total witzige und beißend-kritische Posting freuzuschalten, scharchi. Gute Nacht 😉

  5. mit dem angriff auf den gruenen politiker haben sich die fans von frei.wild doch schon diskreditiert.

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