NPD-Chef Apfel legt Ämter nieder

Der Chef der NPD, Holger Apfel, tritt zurück. Grund soll eine schwere Erkrankung sein. Apfels Vorgänger, Udo Voigt, erklärte, er wäre bereit, erneut das Amt zu übernehmen. 

Von Stefan Schölermann und Patrick Gensing

„Holger Apfel ist heute Vormittag krankheitsbedingt von seinem Amt als Parteivorsitzender und Vorsitzender der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag zurückgetreten. Das Parteipräsidium wird am kommenden Sonntag in einer Sondersitzung über notwendige Schritte beraten.“ Diese Mitteilung hat die NPD am Vormittag veröffentlicht. Zuvor lagen entsprechende Informationen bereits dem NDR und Spiegel Online vor. Der NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel sagte der SZ, es gehe „in Richtung Burn-out“. Allerdings ist aus gut informierten Kreisen zu vernehmen, dass es auch einen anderen Grund geben könnte, der nichts mit einer Krankheit zu tun hat.

Spekulationen und Gerüchte über Apfel sind und waren aber viele im Umlauf, er stand seit Monaten im Kreuzfeuer der Kritik – innerhalb der Partei. Vor allem im NPD-Stammland Sachsen schossen Teile der Kameradschaftsszene gegen den ungeliebten Parteichef. Auch persönlich musste Apfel einen Rückschlag hinnehmen, als seine Frau vorübergehend auszog und sich aus dem RNF zurückzog. Apfels Vorgänger Udo Voigt brachte sich derweil wieder in Stellung, um die Strippen in der NPD zu ziehen.

Rückkehr von Voigt?

Voigt erklärte nun auf Anfrage von NDR Info, er sei bereit, noch einmal für den Posten des NPD-Vorsitzenden zu kandidieren. Voraussetzung sei allerdings, dass  sich die beiden mächtigen Landtagsfraktionen der NPD in Schwerin und Dresden hinter ihn stellten. Vor allem der NPD-Fraktionsvorsitzende in  Schwerin, Udo Pastörs, gilt als Intimfeind von Voigt.

Holger Apfel und Udo Voigt am 1. Mai 2013 in Berlin, Foto: Publikative.org
Holger Apfel und Udo Voigt am 1. Mai 2013 in Berlin, Foto: Publikative.org

Parteiintern gilt Apfel als gescheiterter  Bundesvorsitzender. Er wollte das anstehende Verbotsverfahren propagandistisch ausschlachten und wähnte die rechtsextreme Partei auf einer „Woge der Empörung“, die sie im kommenden Jahr auch ins Europaparlament hineintragen sollte. Tatsächlich befinden sich die Mitgliederzahlen im Sinkflug-  öffentlich ist die Partei in  vielen Teilen der Republik kaum noch wahrnehmbar.

Siehe auch: V-Mann-Gerüchte: NPD-Chef Apfels letztes Gefecht?, Nach NPD-Debakel: “Volksfront wird zu Apfelmus”, Ehefrau von Holger Apfel zieht sich aus RNF zurück

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