Schneeberg, Paul Spiegel-TV und der braune Mopp


Auf der Facebook-Seite „Schneeberg wehrt sich“ – von der NPD initiiert – herrscht Empörung vor. Zu Unrecht seien die Bürger der sächsischen Kleinstadt als „brauner Mopp“ dargestellt worden. Eine „neutrale“ Berichterstattung erwartet hier kaum noch jemand. Immerhin sei Spiegel-TV nach Paul Spiegel benannt worden.

Zusammengestellt von Elke Wittich und Patrick Gensing

Nazi-Feudel? Brauner Mopp? Anne will auf jeden Fall ihre Heimat säubern…

mopp

Schneeberg bringt den 68ern und vaterlandslosen Gesellen das Apostroph` bei.

chghddba

Schneeberg pumpt und holt rein und denkt logisch und hat nichts mit Nazis zu tun…

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Schneeberg will die Todesstrafe.

IF

Schneeberg zieht einen Schlussstrich…

Schneeberg lehrt Geschichte...

 

 

Heide Witzka weiß bestens über die Medien Bescheid!

gjihbfdb

 

 

 

 

 

Die Screenshots stammen von der Facebook-Seite „Schneeberg wehrt sich“. Eingesehen am 05. November 2013.

Siehe auch: NPD-Demo: Hurra, das ganze Dorf ist da!

30 thoughts on “Schneeberg, Paul Spiegel-TV und der braune Mopp

  1. Steffen Hermann und Nazienkel:
    Sie blenden leider das Wichtigste aus:
    Asyl ist nach unserem Grundgesetz (und das gilt immer noch in Deutschland) an POLITISCHE Verfolgung geknüpft und die ist bei den meisten Asylbewerbern nicht gegeben, insbesondere ist sie bei den Sinti und Roma, die nach Schneeberg kommen sollen, nicht gegeben.
    Wollen sie das GG ändern?
    Von etwa 13300 Asylbewerbern Jan.-Juni 2013 wurden nur knapp über 300, genau 2,7 %, anerkannt (Quelle: ein Artikel auf spon).

  2. Ich bin wirklich überrascht, dass der Shitstorm empörter Schneeberger hier weitgehend ausgeblieben ist. Der Text ist wohl noch nicht entsprechend verlinkt worden.

  3. Auch Gesetze kann man kritisch hinterfragen.

    Außerdem: selbst wenn die Befürchtungen gerechtfertigt sein sollten und nicht bloße Hetze darstellen, sollte sich niemand auf einer NPD Demo blicken lassen. Dann informiert man sich, sieht nach, was man machen kann – man läuft aber nicht auf einem „Fackellauf“ der NPD mit. Das ist einfach nur dämlich. Und sich dann rausreden zu wollen à la „Ich bin kein Nazi, aber…“ funktioniert auch nicht, wenn man auf einer NPD Veranstaltung steht.

  4. @Herald:

    „Asyl ist nach unserem Grundgesetz (und das gilt immer noch in Deutschland) an POLITISCHE Verfolgung geknüpft und die ist bei den meisten Asylbewerbern nicht gegeben, insbesondere ist sie bei den Sinti und Roma, die nach Schneeberg kommen sollen, nicht gegeben.“

    In Schneeberg ist ein Asylbewerberheim geplant.

    1. Asyl kann nur auf deutschem Boden beantragt werden.
    2. Während der Prüfung werden die Antragssteller_innen in dem Asylbewerberheim untergebracht.
    3. Erst nach der Prüfung ist ein Asylgrund anerkannt oder eben nicht.

    Ihr Argument macht auf den Fall Schneeberg bezogen überhaupt keinen Sinn. Während der Unterbringung in Schneeberg ist noch nicht entschieden worden, ob ein Asylgrund gegeben ist oder nicht. So lange noch keine Zeitmaschine erfunden worden ist, ist aber die Unterbringung der Asylsuchenden nunmal der logisch einzig mögliche Schritt vor der Anerkennung/Ablehnung.

    4. Egal, ob ein Schneeberger Bewerber anerkannt wird oder nicht: Bei Ablehnung muss der Mensch Schneeberg verlassen, bei Anerkennung muss er/sie ebenfalls das Heim verlassen. Ob die Menschen sich dann freiwillig in der Region niederlassen, kann angesichts dieser „Gastfreundlichkeit“ ziemlich sicher ausgeschlossen werden.

    Ich sehe an der Stelle der Heimgegner_innen nur vier verschiedene Möglichkeiten:

    Entweder
    1. Die Gegner fordern, dass Asyl auch auf ausländischem Boden beantragt werden darf
    oder
    2. Die Gegner fordern, dass die Residenzpflicht abgeschafft wird.
    oder
    3. Die Gegner fordern, dass das Grundrecht auf Asyl abgeschafft wird.
    oder
    4. Die Gegner setzten sich rational und vernünftig mit dem Ablauf von Asylverfahren auseinander und erkennen, dass Ihre Einwände Unsinn sind.

  5. Ich dachte mich trifft der Schlag als ich Sonntag Abend diesen Bericht über Schneeberg sah.Fremdschämen hoch 26 unglaublich eine Horde hobbyloser verblödeter Looser,die den ärmsten Schweinen Schuld an eigener Unzulänglichkeit geben dem Leben so etwas wie Sinn oder Bedeutung zu geben.Eure Unzufriedenheit liegt nicht an den 3 Ausländern die ihr zu beherbergen habt sondern dem Unvermögen den wahren Grund für euren Frust herauszufinden,das würde ja voraussetzen in den Spiegel schaun zu können und sich zu fragen ,was ist mein Beitrag und kann ich die Verantwortung dafür übernehmen…Gute Besserung

  6. Münchhausen:
    Was sie schreiben ist nichts Neues:
    Mein Einwand ging gegen die Asylverfahren bei uns, die sich von der Rechtswirklichkeit, also den geltenden Gesetzen (GG, Dublin 2) und dem eigentlichen Sinn des Asyls (politische Verfolgung) schon bis zu Unkenntlichkeit entfernt haben. Danach haben die meisten Flüchtlingsgruppen kein Recht auf Asyl, weil sie nicht politisch verfolgt werden. (Von allen Anträgen im ersten Halbjahr wurden nur 2,7 % (!!!) positiv entschieden- die Gerichte das also auch so. Diese sind eher zuwanderungsfreundlich.) Deshalb sollte in allen solchen Fällen wie bei Flüchtlingen aus einem europäischen Land (evt. Westrussland ausgenommen) kein Asylverfahren durchgeführt werden. Bei den Wirtschaftsflüchtlingen, die aus Afrika kommen (nicht alle Flüchtlinge aus Afrika sind solche), müssten die Regelungen verändert werden (Anlaufstellen für Asyl in Nordafrika, kurze Verfahrensfristen maximal 2-3 Monate).

    Wir haben es hier mit großen Migrationsbewegungen aus der „armen“ Welt in die „reiche“ Welt zu tun (solche Bewegungen gab es in der Geschichte oft- es ist gut mal zu schauen, was aus den Ländern, in die sich diese Bewegungen ersteckten, geworden ist). Das Asyl ist nur das (leider untaugliche) Vehikel dazu. Deshalb brauchen wir klare Gesetze mit der neuen Situation angepassten Regelungen, eines für Asyl und ein anderes für Zuwanderung. Die Politik mogelt sich da herum und hat kein Rezept für diese MIGRATIOMSBEWEGUNGEN. Sie will das heiße Eisen nicht anpacken- solange, bis es wirklich bedrohliche rechtsextreme Parteien gibt (Frankreich) und nicht die paar NPD-Idioten, die ihr hier bekämpft.

  7. @Harald:

    Was denn nun? Irgendwie passt das nicht zusammen. Entweder werden jährlich nur 2,7% der Asylverfahren positiv beschieden oder „wir“ ™ werden gerade von einer „großen Migrationsbewegung“ überrannt.

    Will man die Asylverfahren beschleunigen, muss übrigens der Asylsektor besser finanziert werden. Aber auch dagegen sind ja die Asylgegner.

    Asylantrag soll auch auf ausländischem Boden gestellt werden dürfen? Führt das aber nicht zu einem Anstieg der Asylbewerberzahlen und zu noch höheren Zahlen?

    „Deshalb brauchen wir klare Gesetze mit der neuen Situation angepassten Regelungen“ Wir haben klare Gesetze. Dublin II im internationalen Rahmen, im nationalen Rahmen die Drittstaatenregelung und das AsylVerfG mit immerhin 90 Paragraphen. Aber vielleicht kritisieren Sie mal konkrete Passagen und Maßnahmen, statt ihre Meinung aus abstrakten, überzeitlichen Weltentwicklungsphilosophien abzuleiten.

    Mit den übrigen Argumenten kann ich mich leider nicht auseinandersetzen. Sie vermischen hier die verschiedensten Ebenen miteinander, streuen ein paar Halbwahrheiten hinein und ziehen daraus Schlußfolgerungen. Sie verarbeiten Erdbeeren und Gurken zu einem matschigen Kartoffelbrei.

    Kleines Beispiel:

    Sie schrieben:
    „Danach haben die meisten Flüchtlingsgruppen kein Recht auf Asyl, weil sie nicht politisch verfolgt werden. (Von allen Anträgen im ersten Halbjahr wurden nur 2,7 % (!!!) positiv entschieden- die Gerichte das also auch so. Diese sind eher zuwanderungsfreundlich.) Deshalb sollte in allen solchen Fällen wie bei Flüchtlingen aus einem europäischen Land (evt. Westrussland ausgenommen) kein Asylverfahren durchgeführt werden.“

    Wie soll ich darauf antworten, wenn hier alles mögliche zusammengewürfelt wurde?

    1. Was hat die Quote 2,7% aller Anträge mit den Flüchtlingen aus einem europäischen Land zu tun? Die Quote setzt sich aus den Anträgen aller Herkunftsstaaten zusammen. Sie sagen nicht, wie hoch die Anerkennungsquote der Flüchtenden aus „europäischen Ländern“ ist, ziehen aber Schußfolgerungen aus einem nicht-genannten Fakt.
    2. Selbst wenn das Asylrecht für bestimmte Länder abgeschafft wird, brauchen wir doch Prüfverfahren, ob die Geflüchteten aus einem Nicht-Asylfähigen Staat oder einem Asylfähigen Staat kommen. Dann sind wir wieder beim Asylbewerberheim (Außer wir bauen eine MAuer, drei Meter hoch um die Bundesrepublik mit Stacheldraht und Türstehern – ich fürchte nur, dass das auch nochmal teurer wird, als die Asylleistungen zur Zeit)
    3. Die Gerichte sind eher zuwanderungsfreundlich? Das behaupten Sie einfach ohne Beleg und schlußfolgern, dass die Quote eigentlich unberechtigterweise zu hoch ist.
    4. Es existiert keine „westrussische“ und „ostrussische“ Staatsangehörigkeit.

    Übrigens: Ich persönlich bekämpfe nicht ein paar „NPD-Idioten“. Ich sehe die Gefahr im Rassismus der Mitte, der überall Zerfall, Gefahr und Überfremdung am Werke sieht, konkrete Zusammenhänge und Fakten nicht zu Kenntnis nimmt, sondern nur seinem subjektiven Bedrohungsgefühl folgt und sich von den einfachen Lösungen der „NPD-Idioten“ ködern lässt.

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