Karikatur im „Stürmerle“: Die Banalität des Guten

Die Debatte um eine antiisraelische Karikatur in der “Stuttgarter Zeitung” ist in vollem Gange. Was treibt die Dauer-Kritiker Israels an? Zeit für eine Analyse über Antisemiten in Wartestand, die ihr Glück in der Freudlosigkeit finden.

Von Konstantin Bethscheider, zuerst veröffentlicht bei den Ruhrbaronen

Man entwickelt, sobald man sich einige Jahre lang ausführlich mit dem Antisemitismus beschäftigt, eine eigentümliche Zuneigung gerade für diejenigen Schweinereien, die einem eigentlich den größten Abscheu bereiten müssten. So wie mancher Entomologe der einmal sein Handwerk begann, um seine Scheu vor Insekten zu überwinden, schließlich zum Liebhaber der scheußlichsten Käfer wird, schwebt der Antisemitismuskritiker ständig latent in der Gefahr allzusehr der Faszination für das Objekt seiner Kritik zu erliegen.

Befindet man sich in der Situation, diese einigermaßen groteske Vorliebe entwickelt zu haben, kann man eigentlich kaum anders, als eine gewisse Dankbarkeit für die jüngste Karikatur der „Stuttgarter Zeitung“ zu empfinden, die wie kaum eine andere die Physiognomie des zeitgenössischen Antisemiten zum Vorschein bringt. Dargestellt ist Benjamin Netanjahu, der auf einer Parkbank sitzend den durch eine weiße Taube symbolisierten Nahostfriedensprozess vergiftet. Untertitelt ist das satirische Meisterwerk mit einer Zeile aus Georg Kreislers (vermutlich von Tom Lehrer gestohlenen) „Tauben vergiften“: „Gehn mer Tauben vergiften im Park.“

Kreislers Werk missverstanden

Während zahlreiche Kommentatoren darauf hinwiesen, dass der Antisemitismus der Karikatur im Aufgreifen des traditionellen Brunnenvergiftermotivs bestanden hätte, ist es dennoch bemerkenswert, dass gerade Georg Kreislers Chanson Pate für das Machwerk stehen durfte. Dass Kreisler auch als Alibijude fungieren könnte, ist in diesem Kontext von untergeordneter Wichtigkeit: es dürften vielmehr eklatante Missverständnisse in Bezug auf die Rolle des Taubenvergiftermotivs und des Kreislerschen Kabaretts schlechthin sein, die die Fantasie des Karikaturisten beflügelten.

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier Gehn wir Tauben vergiften im Park! Kann’s geben im Leben ein größres Plaisir Als das Tauben vergiften im Park?

Strikt unterschieden von der Unterstellung des Karikaturisten, es handle sich bei den Taubenvergiftern um abscheuliche Kriegstreiber, letztlich also um kaum mehr als besonders böse Menschen, ist der Impetus des Kreislerschen Liedes gerade die Darstellung einer alltäglichen, gar romantischen Situation. Kreisler karikiert die letzten Freuden des späten Bürgers, die Deformation des spätbürgerlichen Subjektes, das kaum noch anders die romantische Einheit stiften kann als im gemeinsamen Verbrechen.

Das Motiv, das sich spätestens seit „Bonnie und Clyde“ beständig durch die popkulturelle Landschaft zieht, verweist auf die Freudlosigkeit der bürgerlichen Existenz, deren beständige Versagung jedweden Glücks beständig nach einem anarchischen Ausbruch verlangt. Was sich im „Tauben vergiften“ hilflos artikuliert ist die Enge der sogenannten „kleinen Freuden“, dem Leben zwischen Herd und Arbeitsstelle, zwischen programmierter Romantik und grauem Alltag. Der besungene Frühling selber ist so vergiftet wie jene, die sich mit ihm abfinden wollen und sollen.

Antisemiten im Wartestand

Das Kabarettpublikum ist davon freilich nicht ausgenommen, Kreisler lädt dazu ein, sich mit der Verkommenheit seiner Protagonisten zu identifizieren und sich darüber der Widerwärtigkeit der eigenen Existenz gewahr zu werden. Das fragliche Motiv beschränkt sich dabei nicht einzig auf dieses Lied, sondern zieht sich wie ein roter Faden durchs Kreislersche Werk, ob nun in Liedern wie „Kreisler, sei positiv“ oder „Zu leise für mich“. Diese Identifikation, die letztlich zur Reflexion führen sollte, fehlt einer Kulturjournaille die Georg Kreisler gegen Georg Schramm eintauschte notwendigerweise. Es ist just dieser Ausfall der Reflexion, der die antisemitische Psychopathologie am bündigsten zusammenfasst. Nicht etwa erkennt der Antisemit die destruktiven Regungen, die Lust in Zeiten der Versagung bedeuten, als seine eigenen, sondern er schreibt sie bündig dem Juden zu.

Die Antisemiten und Antisemiten im Wartestand, die sich an der „Banalität des Guten“ der antisemitischen Projektion abarbeiten sind darin auf den Punkt gebracht. Ob sie nun Süddeutsche oder Stuttgarter lesen, Grüne wählen oder sich mit Hagen Rether quälen, der moderne Antisemit findet sein Glück in der Freudlosigkeit und hegt umso finsterere Begierden, die er seinem prospektiven Opfer unterjubelt. So deformiert und bösartig die Kreislerschen Pärchen sind, die in seiner politischeren Phase sogar das Taubenvergiften gegen „Unfall spielen im Kernkraftwerk“ eintauschten, so unschuldig sind sie doch gegenüber den bösen Phantasien der guten Menschen, die es ohne den Krieg im Nahen Osten gar nicht mehr aushalten.

Gegen die von chronisch gutem Gewissen geplagten, Bionadesaufenden süddeutschen Horden wäre noch der gelegentliche Ausbruch individueller Antimoral, das anarchische Vergnügen der vergifteten Zweisamkeit hochzuhalten. Wer dergleichen beim Taubenvergiften nicht kennt, dem wäre alternativ – zum Leidwesen der Vögel – die Idee des kanadischen Autors Joey Comeau mit auf den Weg zu geben, die immer noch liebreizender und sensibler ist, als sämtliche Karikaturen deutscher Zeitungen des letzten Jahres zusammen: „We heard that rice expands, exploding pidgeons. So we mixed some rice and glitter, and held hands in the park.“

Siehe auch: Muss die Freiburger Uni Hetze gegen Israel Raum geben?, Hawkings Israel-Boykott: “Schwerwiegende Heuchelei”, Deutsches Stiftungsgeld für antiisraelische Propaganda?, Die Unfähigkeit Antisemitismus zu begreifen, Antisemiten, das sind die anderen

38 thoughts on “Karikatur im „Stürmerle“: Die Banalität des Guten

  1. @Uri Degania
    Wie sie sehen bin ich da wirklich interessiert und insgesamt auch sehr zufrieden mit dem Portal hier. Aber fuer vielleicht neue Hinweise bin ich jederzeit dankbar.

  2. @Gallendieter:
    OK, ich stelle jetzt einmal eine kleine Übersicht zusammen, mit ein paar Erläuterungen.
    Ich beginne, weil Sie ihn genannt haben, mit Alan Posener. Ja, Alan Posener ist ein sehr kluger und engagierter Kommentator in diesem Themenbereich. Ich schätze ihn sehr. Auch biografisch ist er mit dem Thema involviert. Posener war übrigens ganz früher mal Gymnasiallehrer, langweilte sich – und wurde Journalist…
    Posener schreibt gerne mit viel Ironie und Schärfe. Er war ganz früher auch einmal Mitglied einer K-Gruppe, worüber er heute mit feiner Ironie schreibt.
    Poseners Anmerkungen über „fundamentalistische christliche Gruppierungen“, die sich aus ihrer Sicht als „Israelpatrioten“ gebärden, sind gewiss zutreffend und erhellend. (Keine Ahnung, aber ich glaube nicht, dass die DIG solche Grüppchen unterstützt.) Sie können aber auch gerne seinen neuen Beitrag aus der Welt, 14.8., lesen: „Israel wird dämonisiert“
    Botschafter Yakov Hadas-Handelsman über Grenzen der Kritik an seinem Land, das parteiische Auftreten der Europäer und die Chancen für den Friedensprozess im Nahen Osten V

    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article118994210/Israel-wird-daemonisiert.html
    Auf Facebook finden Sie bei ihm, ein eindrückliches, aktuelles Foto aus Ägypten: „Auch solche Bilder kommen aus Ägypten. Muslime bilden eine Menschenkette, um eine Kirche in Südägypten vor wütenden Islamisten zu schützen“.
    Und wenn Sie noch ein Detail wissen möchten: Posener war früher Mitglied bei Broders Blog Achgut. Wie das Leben so spielt: Wenn mehrere ausgeprägte Egos zusammen sitzen, gerade wenn es „um Israel“ geht, dann knallt es irgend wann. Posener ging – und gehört heute einem anderen Blog an…

    Wenn Sie regelmäßig über Israel informiert werden möchten können Sie gerne beim jüdischen Internetmagazin http://www.haGalil.com vorbei schauen. Das größte aktuelle Archiv über Israel und Judentum. Ein Teil der Publikative-Autoren schreibt übrigens auch für haGalil.

    Im Fernsehen schätze ich den (von Eitelkeiten keineswegs freien) Richard C. Schneider. Er hat übrigens mehrere gute Sammelbände mit jüdischen Biografien heraus gegeben. Hier finden Sie regelmäßig gutgemachte Hintergrundberichte von ihm, halt fürs Fernsehen:
    http://www.tagesschau.de/videoblog/zwischen_mittelmeer_und_jordan/dossierzwischenmittelmeerundjordan100.html

    Wenn Sie scharfe intellektuelle, teils polemische Analysen über „Deutsche und Israel“ lesen wollen so empfehle ich Ihnen http://www.Lizaswelt.net. Links unten auf der Startseite finden Sie eine solche Vielzahl von „pro-israelischen“ Websites, dass Ihnen schwindlig wird. Also, dort können Sie viele Wochen lang lesen…

    Natürlich empfehle ich – aus meiner Sicht – auch die Kollegen von der „linksradikalen“, „pro-israelischen“ jungle world.

    Dann gibt es seit 60 Jahren die Jüdische Allgemeine, http://www.juedische-allgemeine-de , informativ, journalistisch hut gemacht. Dort kann man sich jederzeit aktuell informieren.
    Die Jüdische Zeitung, ein Monatsmagazin, war einmal interessant, aus meiner Sicht hat sie an Niveau verloren und lässt politische „Sekten“ immer wieder zu Wort kommen, die mit der Realität in Israel nichts zu tun haben.

    Da Sie die Deutsch-israelische Gesellschaft erwähnen: Wenn Sie konkrete Kontakte mit israelischen Gruppen haben möchten etc., so ist dies ein guter Ansprechpartner. 1977 gab es übrigens auch dort eine heftige Auseinandersetzung – und eine kleine linke Gruppierung spaltete sich ab: Der diAK: http://www.diak.org. Sie können auch deren Mail-Newsletter erhalten. Einige diAK-Mitglieder sind mir politisch sympathisch. Der diAK hat zahlreiche gute Bücher zum Thema heraus gegeben:
    http://www.diak.org/aktuell/publikationen/publikationen.html
    Dort finden Sie auch eine kleine Liste von Links, dafür sollten Sie jedoch Interesse an englischsprachiger Lektüre haben:
    http://www.diak.org/aktuell/links.html

    Vor zehn Jahren gab es die Genfer Initiative, ein von prominenteren Israelis und Palästinensern erarbeiteten umfassenden Vertragsentwurf zur friedlichen Regelung aller Konfliktfelder im Sinne einer Zwei-Staaten-Lösung. Insbesondere die bekannten „linken“ israelischen Schriftsteller haben diese Bewegung unterstützt, die breitgefächerte israelische Friedensbewegung, die interessante linke Partei Meeretz sowie Teil er Arbeiterpartei (übrigens auch der hierzulande populäre Avi Primor).
    Die deutschsprachige Website hierzu, mit zahlreichen Beiträgen:
    http://www.genfer-initiative.de
    Vom Standpunkt der Ratio her wissen seitdem alle Beteiligten, wie eine solche Zwei-Staaten-Lösung aussehen wird. Innerhalb der israelischen Gesellschaft gibt es – das belegen alle aktuellen Meinungsumfragen – weiterhin, trotz des fürchterlichen Terrors, eine Mehrheit für eine Zwei-Staaten-Lösung. Die Frage bleibt nur, wer Israel eine Garantie geben kann, dass sich „die arabischen Staaten“ an diese Vereinbarung halten, wenn Israel zu so weitgehenden Vereinbarungen bereit ist. Ein Blick in die Tagespresse, ein Blick auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den meisten arabischen Staaten, lässt diese Hoffnung sehr rasch als naiv erscheinen.
    Die Erfahrungen, die Israelis mit der einseitigen Rückgabe des Gazastreifens gemacht haben, stimmen ebenfalls nicht hoffnungsfroh.

    Erwähnen möchte ich noch das feine israelisch-palästinensische Friedensdorf Neve Shalom http://nswas.org/rubrique41.html . Auch sie verschicken einen deutschsprachigen newsletter. Dort klappt das friedliche Zusammenleben wunderbar. Ein deutschsprachiges Buch dazu, auch schon zehn Jahre alt: http://www.hagalil.com/01/de/index.php?itemid=1341

    Wenn Sie, aus „pro-israelischer Perspektive“, englisch untertitelte Fernsehbilder aus arabischen Kanälen sehen wollen, in denen Politiker und Journalisten immer wieder zur Zerstörung „des zionistischen Krebesgeschwürs“ Israel aufrufen, so empfehle ich Ihnen:
    http://www.memritv.org/

    Richtig empfehlen kann ich Ihnen aber dieses Buch – auch und gerade, wenn Sie sich über die wechselvolle Geschichte der (kleinen) gruppe der linken Juden in Frankfurt/M. interessieren (ich erinnerte bereits an Sammy Speiers Portrait hier): Helga Krohn: „Es war richtig, wieder anzufangen. Juden in Frankfurt am Main seit 1984, Brandes & Apsel 2011.
    Also, in Kurzform, vielleicht sind ein paar passende Infos für Sie dabei.

  3. Oh, einen mir wichtigen Aspekt habe ich vergessen: Städtepartnerschaften sind eine gute, naheliegende Möglichkeit, mit Israelis Kontakt aufzunehmen, Kontakte zu pflegen, einen Schüleraustausch zu organisieren.
    Die Stadt Köln pflegt eine Städtepartnerschaft nicht nur zu Tel Aviv, sondern auch zu Bethlehem. Der hierfür zuständige städtische Referent Frieder Wolf hat hierzu einen vorzüglichen Hintergrundbericht auf haGalil veröffentlicht, den ich – in exemplarischer Perspektive – sehr empfehlen möchte: Köln – Tel Aviv-Yafo – Bethlehem:
    http://www.hagalil.com/archiv/2010/10/17/koeln-tel-aviv-bethlehem/

    (Von ihm und Brigitta von Bülow gibt es auf haGalil noch einen weiteren, thematisch passenden Beitrag: Plädoyer für ein jüdisches Museum in Köln:

    http://www.hagalil.com/archiv/2013/01/17/koeln-6/)

  4. Dann sage ich mal danke.
    Das sind ein paar neue Sachen drin. Ein paar alte und auch ein paar Quellen fuer die ich mich entschieden habe dass sie keinen Naehrwert haben wegen zu viel ueberzogener Polemik.

  5. @gallendieter: Super. Natürlich, die ganze Diskussionen über Israel etc. leiden natürlich sehr unter den wechselseitigen Diskurseskalationen, den diversen „Lagern“. Ich weiß, dass ich mich selbst auch gelegentlich „verlocken“ lasse, mich auf solche Polemiken einzulassen.

    Ich habe assoziativ verschiedene Gruppen und Websites genannt, mit keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wen ich übrigens sehr schätze – dies mag manche überraschen – ist Micha Brumlik. Ich stimme letztlich all seinen Stellungnahmen zu. Es ist wunderbar, dass es noch solche eigenständigen Stimmen gibt! Eben deshalb habe ich das gelungene Buch von Helga Krohn genannt, weil sie diesen innerjüdischen Diskurs der winzigen Gruppe der Linken in Frankfurt seit Beginn der 70er Jahre nachgezeichnet hat. Auf S. 171 findet sich übrigens eine „Stellungnahme junger Frankfurter Juden zur Reaktion auf den Libanon in der Bunderepublik“, Frankfurter Rundschau, 20.8.1982, betitelt „Der Krieg mit der Vergangenheit“ – die Namen der Unterzeichner dürfte heute noch vielen etwas sagen. Also: Mit dieser Stellungnahme ist das Wichtigste zum Thema „Israel und die Linke“ gesagt. Ich werde mich darum bemühen, dass diese Stellungnahme demnächst auf Publikative erscheinen kann. Ich muss sie halt noch abtippen.
    In Kurzform finden Sie im Internet zu diesem Thema noch diese „Frankfurter“ Studie:
    http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40209074/default.aspx

    Und sofern Sie gute Websites / Tagesnotizen von Deutschen bzw. Schweizern, die seit mehreren Jahrzehnten in Israel leben, lesen wollen, empfehle ich zwei, mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung:
    Die (preisgekrönte) Website von Lila:
    http://rungholt.wordpress.com/

    Und: Uris Tagebuch aus Israel:
    http://uristagebuchausisrael.blogspot.de/

    Keinerlei Anspruch an Vollständigkeit!

  6. Und da von Henryk M. Broder (den man schätzen mag oder nicht; mal mag ich ihn, mal finde ich ihn unerträglich zynisch und selbstherrlich-destruktiv) die rede war, mit meinen Querverweisen auf den Diskurs der 70er und 80er Jahre, sei dies ergänzend nachgetragen, aus aktuellen Gründen:

    Warum ist in Ägypten nun die relativ kleine Gruppe der Kopten das Angriffsziel eines mörderischen Mobs? (Vor wenigen Tagen gab es auf Facebook noch das berührende Foto, wo wohl Hundert oder mehr Ägypter zum symbolischen Schutz einen Menschenring um eine christliche Kirche gebildet haben.)

    „Warum die Kopten?“ fragt sich auch Henryk M. Broder – und gibt hierauf eine Antwort:

    „Warum brennen ägyptische Islamisten koptische Kirchen ab, warum machen sie Jagd auf ägyptische Christen? Die Kopten machen etwa zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung aus, sie sind ebenso Ägypter wie die Moslems und sie waren schon vor den Moslems da. Warum also werden sie verfolgt? Die Antwort ist ganz einfach: Weil es in Ägypten keine Juden mehr gibt. Früher lebten in dem Land am Nil über 80.000 jüdische Ägypter, heute sollen es noch um die 100 sein. Alle übrigen sind ausgewandert, in die USA, nach Europa und Israel. Unnötig zu sagen, dass es keine UN-Agentur gibt, die mit dem Zweck gegründet wurde, für die ägyptischen Juden zu sorgen, bis sie in ihre Heimat zurückkehren können; dass sie nicht seit über 60 Jahren als politisches Faustpfand in Lagern leben müssen und dass bis jetzt noch kein Ägyptenexperte das Existenzrecht Ägyptens von der Bedingung abhängig gemacht hat, dass es die vertriebenen Juden und deren Nachkommen nach Ägypten zurückkehren lässt. Und natürlich hat die Kulturabteilung der iranischen Botschaft noch zu keinem Seminar ”Ägypten – Frieden auf Basis von Gerechtigkeit” eingeladen, um deutsche Ägyptologen referieren zu lassen, was sich alles zwischen Kairo und Alexandria ändern müsse, um Frieden und Gerechtigkeit für alle Ägypter herbeizuführen.
    Und die deutschen Hobby-Antisemiten, die so tun, als würden sie sich Tag und Nacht um die Palästinenser sorgen, haben für die Kopten so viel übrig wie für die Armenier in der Türkei, die Baha’i im Iran und alle anderen Minderheiten, für deren Schicksal sie Juden nicht verantwortlich machen können. Da schweigt das Pack.“

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