Buschkowsky verwechselt engagierte Mutter mit Gewalttätern

In Berlin terrorisiert der sogenannte National Widerstand bekanntermaßen seit Jahren gezielt einzelne Menschen und Einrichtungen, sie sich offen gegen Neonazis positionieren. Die Journalisten Jo Goll und Torsten Mandalka haben die Spur des rechten Terrors verfolgt und sind dabei auch immer wieder auf die NPD und ihren Berliner Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke gestoßen.

Von Redaktion publikative.org

Christiane Schott ist eines der Opfer, deren Familie seit nunmehr 2011 regelmäßig bedroht wird: Die Scheiben wurden mehrfach eingeworfen, der Briefkasten gesprengt, die Haustür beschädigt, vorübergehend stand das  Haus der Familie sogar unter Polizeischutz. Besonders bemerkenswert ist daher der im Film zu sehende Auftritt von Heinz Buschkowsky, seines Zeichens SPD-Bürgermeister von Berlin-Neukölln und gerne auch everybody’s talkshow darling zum Thema „kriminelle Ausländer“ (Entschuldigung: Integration). 

Heinz Buschkowsky (Foto: David Wintzer)
Heinz Buschkowsky (Foto: David Wintzer)

Er begründet gegenüber der Mutter von zwei Kindern, die im Neuköllner Ortsteil Britz lebt und deren gesamte Familie seit Jahren von Neonazis terrorisiert wird, warum er nicht gemeinsam mit ihr an einer Demonstration gegen eine NPD-Veranstaltung in Neukölln teilnehmen will – und zwar mit den folgenden Worten: „Ich fühle mich nicht wohl in einem Kreis von Menschen, in dem man sich gegenseitig die Mollys zeigt und gegenseitig die Verabredung trifft, auf welche Art und Weise man die verhassten Bullen umgeht, um die rechten Schweine aufzumischen.“

Zu diesem Verständnis von bürgerlichem Engagement gegen Neonazis und auch zum Mitgefühl gegenüber den Opfern des Nazi-Terrors möchten wir sowohl Heinz Buschkowsky als auch der SPD insgesamt ganz herzlich gratulieren (ab Minute 32:50).

Siehe auch: Zitieren verboten? Polizei ermittelte gegen apabizErneut Razzia gegen Berliner NPD-ChefNeulich in KreuzbergBerliner NPD-Chef unter DruckErneuter Brandanschlag auf das Anton-Schmaus-Haus NeuköllnBerlin: Neonazis attackieren BildungszentrumEinmal die Klappe halten, schweigende Mehrheit!

9 thoughts on “Buschkowsky verwechselt engagierte Mutter mit Gewalttätern

  1. Habe die Reportage schon vor einiger Zeit gesehen. Das Statement von diesem Buschmann ist echt das letzte. So etwas würde man von einem rechten CDU-Tatagreis erwarten, der gerade von der Jungen Freiheit interviewt wird. Die SPD wird durch solche Leute nicht attraktiver.

  2. Lässt sich der stellvertretende Juso-Vorsitzende, dessen Fenster von Nazis eingeschmissen wurde, eigentlich auch unter das vom Autor postulierte angebliche Verständnis „der SPD“ von antifaschistischem Engagement subsumieren? Oder die vielen anderen SPD-Mitglieder, die ihre Gesundheit riskieren, weil sie sich gegen Nazis engagieren?

    Schönen Dank auch, Heinz Buschkowsky…

  3. Dieser Beitrag veranschaulicht recht gut was Heinz Buschkowsky meint und warum er sich nicht instrumentalisieren läßt:

  4. Der Typ ist unglaublich! Da kann man doch seine Meinung garnicht zu sagen, ohne sich strafbar zu machen …

  5. Danke für den Beitrag. Ich habe mich als Neuköller geschämt, als ich mir dieses Statement anhören musste. Diese Äußerungen sind ein Schlag in Gesicht all derer sind, die sich in Neukölln seit Jahren zivilgesellschaftlich gegen Nazis engagieren. Als sie in der Bezirksverordnetenversammlung thematisiert wurden, kam aus der SPD nur, das Statement wäre vom rbb verkürzt wiedergegeben worden – was ich beim besten Willen nicht erkennen kann. Buschkowsky war dann übrigens doch kurz auf der Kundgebung, stand etwas am Rand, hat ein Fernsehinterview gegeben und das war’s.

  6. Kleiner technischer Fehler des Beitrags: Erst ist Chrisitiane S. unter Pseudonym interviewt, später nennt sie ihren richtigen Namen? Irgendwie nicht sonderlich geschickt geschnitten…

  7. sorry, aber sehenswert ist diese reportage in keinster weise.

    pseudo investigativer journalismus mit plumper konfrontation von nazis mit der kamera, kleinbürgerliche end-naive empörung zum fremdschämen der betroffenen frau (ohne durch diese aussage ihr leid relativieren zu wollen, aber der umgang damit…wahnsinn!)

    und zu guter letzt das schlimmste: kein wort über die leute die zumeist vom nw berlin umfeld mit seinen angriffen/übergriffen betroffen sind, alle die die nicht ins neonazi weltbild passen: migrantinnen, behinderte, obdachlose usw., nein im mittelpunkt steht eine im allgemeinen sehr priviligierte akademische weisse kleinbürgerliche familie…

    gut, nebenbei noch erwähnt, dass das anton-schmauch haus 2 mal abgefackelt wurde, nicht erwähnt wurden die ganzen anderen übergriffe in berlin
    wie brandanschläge auf wohnhäuser in xberg, vielfaches englasen der galeria olga benario, angriffe auf die friedel usw.
    (siehe auch zb http://antifa-neukoelln.net/chronik)

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