FAZ: „Integrationsunwillige“ mitschuldig am NSU-Terror

Als ob es nicht reichen würde, dass die Angehörigen der NSU-Opfer über Jahre kriminalisiert wurden, legt die FAZ nun noch einmal nach. Im Zusammenhang mit der Islamkonferenz dichtet das Flaggschiff des deutschen Konservatismus die rassistische Terrorserie  zu einem Einsatz gegen Islamisten um.

Von Patrick Gensing

Es ist keine Überraschung: Jasper von Altenbockum zeichnet für den FAZ-Kommentar verantwortlich, in dem die Ursache für rassistischen Terror mit „einer Minderheit von Muslimen“ in Verbindung gebracht wird, die sich nicht integrieren wolle. Man muss es wohl schon als Zugeständnis werten, dass der bei der FAZ für die Innenpolitik verantwortliche Redakteur von einer „Minderheit der Muslime“ schreibt. Dem Schrecken seiner Analyse nimmt dies aber nichts, sie lautet:

Extremismus und Terror gehören zu den Gründen, warum eine Minderheit der Muslime nicht integrationswillig ist; das wiederum ist einer der Gründe für islamfeindlichen Extremismus und Terror.

Von Altenbockum zieht eine direkte Linie von „integrationsunwilligen“ Muslimen zum NSU – und von dort weiter zur Islamkonferenz, wenn er ausführt: „Warum es aber unzulässig gewesen sein soll, Sicherheitsfragen in den Vordergrund zu stellen [bei der Islamkonferenz,PG], wie es muslimische Verbände und die SPD jetzt und schon früher kritisierten, ist angesichts des NSU-Terrors eine recht eigenartige Perspektive.“ Muslime in Deutschland sollen also offenkundig über „Extremismus und Terrorismus“ diskutieren, weil Nazis morden – und die Muslime dafür teilweise mitverantwortlich seien.

Der NSU – ein antiislamistisches Kommando?

Zunehmend lässt sich erkennen, wie die Muslimfeindlichkeit von einem Vorurteil zu einem Ressentiment mutiert; dazu gehört beispielsweise die Legende von einer Strategie zur Islamisierung der gesamten Welt, der alle (!) Muslime folgen – also auch gemäßigte oder progressive Muslime, die den Westen einfach nur in Sicherheit wiegen sollen. Und zu dieser Weiterentwicklung gehört auch, dass Muslimen nun in der FAZ eine Mitschuld am rassistischen Terror, der in Deutschland eine schillernde Tradition vorweisen kann, zugeschoben wird.

Screenshot aus dem Bekennervideo des NSU (Publikative.org)
Screenshot aus dem Bekennervideo des NSU (Publikative.org)

Dass Islamfeindlichkeit nicht das ausschlaggebende Motiv der NSU-Terroristen war, sondern völkischer Rassismus zur „Reinhaltung des deutschen Bluts“, blendet von Altenbockum einfach aus, er betont vielmehr, dass es sich um „meist muslimische Terroropfer“ gehandelt habe. Viel anschaulicher lässt sich kaum noch demonstrieren, wie die Chiffre Muslim mittlerweile benutzt wird, wenn man eigentlich „Ausländer“  bzw. Migranten meint.

Bemerkenswert ist indes, dass von Altenbockum Muslimen (Ausländern) nicht nur eine Mitschuld am NSU-Terror zuschiebt, sondern ihnen auch noch unterstellt, den deutschen Rechtsstaat abschaffen zu wollen. Von Altenbockum schreibt:

„Oder wie sind Äußerungen Kenan Kolats zu verstehen, des Vorsitzenden der ‚Türkischen Gemeinde in Deutschland‘, der eine ‚Verquickung zwischen den Sicherheitsbehörden und dem NSU‘ unterstellt und dem Oberlandesgericht einen kurzen Prozess mit ‚Höchststrafe‘ empfiehlt? Die Zumutungen des Rechtsstaates sollten nicht damit enden, dass er abgeschafft wird.“

Und wie ist es zu verstehen, dass die FAZ den NSU nicht in Anführungszeichen setzt, die Türkische Gemeinde in Deutschland aber schon?

Die Teilnehmer der Islamkonferenz sollten sich also offenbar erst einmal um den islamistischen Terror kümmern, dann gebe es auch einen Grund weniger für Nazi-Terror. Außerdem sollten sie sich Kritik am Bundesinnenminister und den Sicherheitsbehörden verkneifen, da sie es selbst auch nicht so mit dem Rechtsstaat hätten. So weit, so schlecht.

 „Lichtenhagen: Ende der Sozialromantik“

Wer nun meint, es handele sich um einen Ausrutscher des FAZ-Redakteurs, der irrt. Zum 20. Jahrestag der rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen demonstrierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung bereits, dass die rechtsoffene Flanke des deutschen Konservatismus keine Erzählung der Vergangenheit ist (Publikative.org berichtete).

In seinem Kommentar machte von Altenbockum aus dem rassistischen Mob ein Fanal der Vernunft gegen eine vermeintlich verfehlte Asylpolitik. Für den FAZ-Redakteur markierten die Ausschreitungen und Mordanschläge Anfang der 1990er das „Ende der Utopie namens Multikulturalismus“:

Die Exzesse gegen Asylbewerberheime Anfang der neunziger Jahre, denen Mordanschläge wie in Mölln und Solingen folgten, markierten das Ende der Utopie namens Multikulturalismus. Sie war gerade erst geboren worden und trug schon den Keim des Scheiterns in sich. Die Vision einer neuen Gesellschaft, in der die alten, spießigen Bürger keinen Platz mehr haben sollten, wirkte im Osten doppelt fatal. Denn sie kam als westdeutscher Import, als Teil der Wende daher, die nicht nur der Ausländer wegen Überfremdungsängste weckte.

Zwischendurch veränderte die Redaktion offensichtlich Teaser und Überschrift des Online-Artikels leicht.

Auch hier wird die Ursache der rassistischen Gewalt nicht im Rassismus gesehen, sondern sie wird der „Multikulti-Ideologie“ untergeschoben. Und so hat rassistische Gewalt für von Altenbockum offenbar eine positive Funktion – so wie ein reinigendes Gewitter:

Erst ‚Lichtenhagen‘ brachte manche dieser Sozialalchimisten zur Besinnung. Erst der ‚Asylkompromiss‘ des Jahres 1993, erst die Änderung des Grundgesetzes und erst die Regulierung der bis dato mehr oder weniger schrankenlosen Einwanderung haben es möglich gemacht, in die Nähe eines gesellschaftlichen Konsenses über Rechte und Pflichten in einem Einwanderungsland zu kommen – ja, erst einmal darüber, ob Deutschland überhaupt ein Einwanderungsland ist oder nicht.

Sollten die Teilnehmer der Islamkonferenz nun also die Ratschläge des FAZ-Redakteurs befolgen und erst einmal vor der eigenen Haustür kehren, was „Extremismus und Terrorismus“ angeht, würde von Altenbockum möglicherweise auch noch im NSU-Terror Positives sehen. Die Neonazi-Mörder hätten dann dazu beigetragen, dass die Muslime endlich mehr gegen islamistischen Terror getan hätten.

Für die Gemeinde die Straßen gesäubert: Screenshot aus dem NSU-Video (Quelle: Publikative.org)
Für die Gemeinde die Straßen gesäubert: Screenshot aus dem NSU-Video (Quelle: Publikative.org)

Von Altenbockum dichtet den rassistischen Terror zum Kampf gegen Islamisten um, um diesen für die  eigene Ideologie einsatzfähig zu machen. Der NSU inszenierte sich in seinem Bekennervideo als Vollstrecker eines vermeintlichen Volkswillens. Von Altenbockums Texte erklären, warum die Nazis sich in dieser Rolle wähnten.

Gute Ausländer – schlechte Ausländer, integrationswillige Migranten – integrationsunwillige Migranten, erwünschte hochqualifizierte Arbeitskräfte – unerwünschte Flüchtlinge. Auch die Rechtsterroristen dachten offenbar in diesen Kategorien, immerhin besuchten sie regelmäßig ein griechisches Restaurant in Zwickau, dort waren sie als freundliche Gäste gern gesehen. Die NSU-Opfer wurden aber nicht erschossen, weil sie besonders schlecht oder ausgesprochen gut integriert waren – was immer das auch genau bedeuten soll, darüber ließe sich noch seitenweise schreiben – nein, sie wurden mit Kopfschüssen exekutiert, weil sie Migranten waren. Und sie wurden postum öffentlich zu angeblichen Kriminellen gemacht, weil sie Migranten waren. Und weil sie Migranten waren, wurde sogar an dem Tag der Trauerfeier über ihre vermeintlichen Versäumnisse gesprochen, anstatt die rechtsextreme Parallelwelt in Teilen Ostdeutschlands zu thematisieren, aus denen die Täter stammen. (Aus dem Buch „Terror von rechts“ von Patrick Gensing)

Siehe auch: Die Fraktur – mehr als eine stilistische MarotteSchmerzliche Heimat: Meine schlimmste NachtSpuckt den Menschen doch gleich ins Gesicht!Menschen, keine Döner

34 Kommentare zu „FAZ: „Integrationsunwillige“ mitschuldig am NSU-Terror

  1. Gelungener Artikel, der sehr schön die Kausalität zwischen einem strukturellen, bürgerlichen Rassismus der „Mitte“ und dem neonazistischen Terror der NSU analytisch offenlegt. Dieser FAZ-Beitrag zeigt wieder einmal die mangelnde Reflexionsfähigkeit des deutschen Bürgertums, das spätestens seit Sarrazin wieder explizit an rassentheoretische Positionen anknüpft.

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  2. Altenbockum entlastet immer wieder rassistische Gewalttäter und schiebt einen Großteil der Schuld den Opfern zu. Diese Argumentationsmuster sind für mich rechtsextrem. Jedenfalls haben sie in einer Zeitung wie der FAZ, die doch als seriös gelten will, nichts zu suchen. Mir ist völlig unverständlich, dass die FAZ ihm eine Plattform bietet, ihn für seinen Gedankenmüll sogar noch bezahlt. Soll er doch für PI schreiben, dort würde er nicht auffallen.

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  3. „Extremismus und Terror gehören zu den Gründen, warum eine Minderheit der Muslime nicht integrationswillig ist; das wiederum ist einer der Gründe für islamfeindlichen Extremismus und Terror.“

    Der gemeinsame Nenner von rechtem und islamistischem Terrorismus = Geheimdienste

    Bayrischer Rundfunk:

    ”Der Münchner Islamistenprozess könnte eine sensationelle Wende nehmen: Einer der Anwälte beantragte die Einstellung des Verfahrens gegen seinen Mandanten. Begründung: Die Internet-Plattform, auf der die Angeklagten für islamistischen Terrorismus geworben hatten, sei zum Teil vom FBI gesteuert worden. Auch eine mögliche Verwicklung des israelischen Geheimdienstes Mossad wurde ins Spiel gebracht.(…) Es geht um die Internetplattform “Globale Islamische Medienfront” (GIMF), auf der mehrere vor dem Oberlandesgericht München Angeklagte Drohvideos und Dschihad-Botschaften eingestellt hatten. Weite Teile davon seien vom Federal Bureau of Investigation (FBI) – also der bundes- polizeilichen Ermittlungsbehörde des US-Justizministeriums – gesteuert worden, behauptet der Verteidiger.Er zitierte dabei aus neuen Dokumenten des US-Justizministeriums, die sich mit dem Internetz-Netzwerk befassen. Darin sei ein Benutzer mit dem Tarnnamen Said Ibn Abdullah al-Hanafi besonders aktiv gewesen.Er habe den deutschen Glaubensbrüdern Tipps zur Verschleierung ihrer Aktivtitäten gegeben und sie mit neuester Software versorgt. Nach Einschätzung des Anwalts handelt es sich – das gehe aus seiner Auswertung der US-Dokumente hervor – in Wahrheit um einen gewissen Joshua Devon.Dieser betreibe in den USA gemeinsam mit einer Frau namens Rita Katz die Site Intelligence Group: ein Institut, das in den USA zahlreiche Behörden vom FBI bis zur CIA mit Spezialwissen über islamistischen Terror versorgt habe. Rita Katz, so der Anwalt, sei eine Ex-Soldatin der israelischen Armee und vermutlich Mitarbeiterin des Mossad. Sie organisiere zahlreiche extrem zionistische Internet-Auftritte.”

    http://machtelite.wordpress.com/2011/10/04/spon-selbstzensuryassin-musharbash-artikel-uber-intelcentersite-gekurzt/

    Wie ein ehemaliger Mitarbeiter des LfV Baden Württemberg 2003 einen Bericht, in dem der Name Mundlos und eine rechte Terrorgruppe namens NSU Erwähnung fand, vernichten musste und für die Übersendung dieser Informationen an das Bundesamt für Verfassungsschutz vom LfV gerügt wurde:

    http://machtelite.wordpress.com/2013/05/05/warum-setzte-wdr-5-beitrag-uber-nsu-ausschuss-ab/

    ” Der Verdacht blüht, in Bonn wie in Rom oder in Brüssel: Verbarg sich hinter “Gladio” – die Chiffre prägte sich rasch ein – ein Geheimbund, der nicht nur gegen den äußeren, sondern auch gegen den inneren Feind eingesetzt werden sollte? Eine “Ku-Klux-Klan-Organisation” gegen die Demokratie, wie der SPD-Abgeordnete Hermann Scheer argwöhnt? Waren Parlamente und Regierungen gezielt ausgeschaltet worden? Und wer steckt eigentlich dahinter, wer ist die Spinne im Netz?” Der Spiegel 19.11.1990

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  4. dieses “Minderheit der Muslime” hat nur eine alibifunktion, nichts weiter. es wird niemals so sein das sich 100% der migranten so verhalten wie sich dieser altenbockum und konsorten es wünscht, dann hat man also immer grund andere „NSU“´s zu bilden? oder sehe ich das falsch?

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  5. Altenbockum kriegt übrigens auch hin, Asylbewerber die zusammen mit Linken protestieren, als „Marionetten“ der Linken darzustellen. Den Protesten ginge es nicht um Einzelfälle, sondern um Politik bringt er als Vorwurf. Und bezeichnet dabei noch die Zustände für Asylbewerber in Deustchland als nicht „so unmenschlich“, als wäre Menschlichkeit bzw. Menschenwürde portionierbar.

    Die Extremismustheorie hat er auch gut verinnerlicht, die Extremisten würden sich gegenseitig bis zum Terrorismus aufheizen, meint er. Die „Mitte“, deren Rassismus die NSU einerseits mitermöglicht als auch mitbefördert und andererseits die Ermittlungen behindert hat, ist damit fein raus.

    Mein Blog dazu:
    https://www.freitag.de/autoren/bastian84/integrationsunwille-als-mitgrund-fuer-nsu

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  6. es ist erschütternd, diesem “ Wiederholungstäter “ in der FAZ erneut Raum zu geben sein reaktionäres und ausländerfeindliches Weltbid zu entfalten. Wenn dies eine vorherschende Strömung in den konservativen Teilen der Gesellschaft wird ist mir langfristig um die Unabhängigkeit der Justiz bange mit all den Auswirkungen auf laufende und künftige Prozesse. Bereits heute ist ja zu konstatieren, das die Gerichte immer seltener Strafrahmen ausschöpfen, ein Zeichen für die richterliche Reaktion auf politische Wirksamkeit der Rechtsverschiebung zur Mitte der Gesellschaft ? Ich denke schon und gut für die demokratische Kultur ist das ganz gewiss nicht. Mir scheint, das die Daueraufgabe, Erziehung zum demokratischem Bewustsein seit rd. 20 Jahren nicht mehr ernsthaft stattfindet und einer mehr als nur halbherzigen und sybolischen politischen Erneuerung bedarf. Es ist eine niemals endende Aufgabe jeder heranwachsenden Generation die Grundlagen des friedlichen Zusammenlebens immer erneut als schützenswert und verteidigungswert zu vermitteln. Das versagen der letzten rd. 20 Jahre sehen wir auch daran, daß solche Artikel publiziert werden oder krasser z.B. auf Facebook wo die Erziehungsdefiziete erschreckend deutlich zu erleiden sind.

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  7. Eigentlich sollte der faz- mann angezeigt werden!
    Ich wünsche mir das einer der anwälte der nebenklage das aufnehmen und aufzeigen wie der nsu-terror aus der mitte unterstützt wird.
    Es ist wirklich unverschämt.

    …schämt euch!

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  8. Entschuldigt, aber ich muss mal etwas loswerden. Es ist widerlich, wenn man Integrationsprobleme oder Probleme mit dem Islam als Ursache für eine Mordserie heranzieht beziehungsweise dort eine Mitverantwortung verortet. Wie würde es von Altenbockum gefallen, wenn man ihn oder andere hier in Deutschland für die Taten von Nazis zur Rechenschaft ziehen und als Reaktion einen Artikel mit der gleichen Logik verfassen würde.

    Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, natürlich nicht wenn es um die Opfer der NSU geht, über Integrationsprobleme oder über Probleme mit dem Islam zu sprechen. Dann aber wird man hier schnell mitverantwortlich für Taten von Nazis oder von Islamisten (die einen ermutigt man angeblich, während man die anderen in die Enge treibt), während für einen selbst dieser Maßstab natürlich nicht gilt. Man ist nicht für Anschläge gegen „den Westen“ oder gegen Christen verantwortlich, wenn man Probleme anspricht, man kann sie sogar dann noch als Ursache benennen. Genau das Gleiche und auch das ist widerlich. Wie schnell werden dann die Taten angesprochen. Nach Boston die Taten „der Amis“, nach Toulouse die Taten „der Israelis“, nach Nigeria die Taten „der Christen“, aber nach Oslo? Islamophobie hier, Islamophobie dort. Egal ob die Taten von oder gegen Muslime (wenn es auch um diese Identität geht) sind. Eine West- oder Christenphobie gibt es nicht und niemand kann dementsprechend dafür verantwortlich gemacht werden.

    „Dieser FAZ-Beitrag zeigt wieder einmal die mangelnde Reflexionsfähigkeit des deutschen Bürgertums“

    „Ich wünsche mir das einer der anwälte der nebenklage das aufnehmen und aufzeigen wie der nsu-terror aus der mitte unterstützt wird.“

    Ist das jetzt auch Feindbildpflege? Zu pauschalisierend? Gesellschaftsspaltend? Gießt man weiter Öl ins Feuer? Kann man dann für bestimmte Taten mitverantwortlich gemacht werden?
    Fühlt sich hier jemand dafür verantwortlich, wenn jemand als „Scheiß Deutscher“ oder „Scheiß Nazi“ (obwohl es keiner ist) beschimpft und sogar bis hin zum Tode geprügelt wird? Aber so etwas gibt es nicht oder es sind nur Einzelfälle und und und. Sogar dann hat „die Gesellschaft“ Schuld. Für Taten von Nazis sowie gegen „Nazis“, nicht wahr?

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  9. Bob Roberts, danke für die Infos. Wenn amerikanische und israelische Dienste tatsächlich Operationen durchführen sollten, um die islamischen Gläubigen weltweit immer schlecht aussehen zu lassen, wäre dies an Unfairniss kaum zu überbieten. Über die Geldgeber von Politically Inkontinent liest man immr wieder mal Vermutungen, die in eine bestimmte Richtung zeigen. Dann noch die Propaganda, die mit Hilfe von Berufsschreibern des israelischen Aussenministeriums und der Software Megaphone die Foren weltweit (!) überschwemmen, und die Sache wird so richtig übel. Warum sollen Muslime zu Sündenböcken geformt werden und wer hätte daran ein Interesse?

    Zum Thema Altenbockum: Werter Herr, geht es nicht noch ein wenig widerlicher? Sie sollten sich schämen, solchen unbeschreiblichen rechten Dreck zu schreiben! Aber dazu gehört ein starker Mensch, ein Mensch mit starker Seele, Würde, Fairniss, Differenzierungsfähigkeit, Mitmenschlichkeit und Anstand. Wie ist Ihre eigene Einschätzung Ihrer Person? Haben Sie überhaupt einmal einen geliebten Menschen verloren? Wissen Sie überhaupt, was ein geliebter Mensch sein könnte?

    Größe Online-Angebote kann man ganz gut abschätzen: man lese sich die Leserkommentare durch. Was lässt die Moderation an rechtslastigen und hetzerischen Beiträgen durch? Deshalb sind für mich gestorben: Bild, Welt, Handelsblatt, Focus, FAZ, Spiegel. Es bleiben dann immer noch aussreichend Angebote in der Welt.

    Echte Demokraten, die die Welt etwas lieber und besser machen wollen, müssen sich immer, absolut und überall wehren gegen selbsternannte Herrenmenschen. Weil ihr Selbsthass so stark ist, möchten solche Gestalten am liebsten die ganze Welt in ihre Hölle mit herunterziehen.

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  10. @yeni dünya

    Eine Strafanzeige wird wohl leider nichts bringen, denn so widerlich das ist, so ist es dann doch nicht strafbewährt. Altenbockum spricht von einer „Minderheit der Muslime“, nicht von „den Muslimen“, damit kann ihn z.B. der §130 StGB (Volksverhetzung) nicht treffen, auch wenn er sich bewusst sein dürfte, dass die vielen Rassisten der sogenannten „Mitte“ das Wörtchen Minderheit überlesen werden.

    @Gorm der Alte

    Dieser Wiederholungstäter bkommt nicht nur Raum in der FAZ, sondern hat auch den Posten als Leiter des innenressorts inne.

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  11. Danke für den Artikel! Vor allem danke, dass sich jemand mal selbst nötigt, auf faz.net die Spuren bürgerlicher Rassismen nachzugehen. Vor allem die Kommentarfunktion zu solchen Artikeln (medienübergreifend) erhellt die Frage schmerzlich, ob Menschen, wie JvA allein sind mit ihrem perfiden Selbstüberhöhungsdrang.

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  12. Assimilation im Kaiserreich hat den Juden damals gar nichts gegen Antisemitismus (und den daraus folgenden Holocaust) geholfen. Und wie damals heute wieder dieselben Forderungen. Wenn die „früher war alles besser“-Konservativen wenigstens aus dem „früher“ lernen würden.

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  13. Interessant auch eine andere Argumentation von JvA:
    Auf der einen Seite können sie im Namen der Muslime nichts fordern, weil sie ja nur einen kleinen Teil derer repräsentieren;
    aber bei Forderungen an die Verbände selbst kann man sie quasi haftbar machen für Handlungen aller Muslime.

    (Man stelle sich vor, es wären mehrere Juden ermordet worden von in D lebenden Arabern, und jemand würde schreiben, das die israeliche Besatzungspolitik die eigentlich Hauptschuldigen wären.)

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  14. Dergleichen Widerwärtigkeiten haben Methode. Sie sind einmal dazu gedacht, dass sich „Linke“ aufregen, in diesem Fall also jeder, der nicht unter chronischem Gehirnstillstand leidet, und die wie die Wilden dort anklicken und kommentieren, gleichermaßen sind sie für die Meuten von pi-news gedacht, die ebenfalls nach Anleitung von dort über dergleichen herfallen, klicken und kommentieren, bis wirklich keine Diskussion mehr möglich ist, aber beide Seiten aufgereizt für eine neue Runde. Das wird dann in drei bis zwölf Folgeartikeln über die nächsten 4 Tage gemacht, systematisch vor allem bei welt.de, auch in der Online-FAZ, seit neuestem übrigens gerne auch mal auf Zeit.de.

    Die Klickfeste machen sich gut für die Statistiken, die in ihrer totalen Sinnfreiheit dann wiederum gut geeignet sind, um Geld daraus zu machen.

    Kurze Pausen entstehen nur, wenn dann ein Breivik umgeht, das eignet sich aber immerhin wiederum für zwanzig Artikel, in denen man sich dann selbst einen Massenmörder schönredet. Und ja, das ist alles ganz schrecklich, aber eigentlich doch nur ein weiteres Beispiel für unser wunderbares Wirtschaftssystem, in dem man eben nicht nur Stroh zu Gold machen kann, sondern auch Schulden und braune Masse.

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  15. @Sigmund

    Keine Sorge, das ist schon in Toulouse passiert. Selbst dann machten sich einige Sorgen um Islamophobie und nicht um Antisemitismus/Antizionismus. Es wurde auch auf Gaza verwiesen. In Frankreich selbst gab es Solidaritätsbekundungen zu Merah.

    @sf2000

    So etwas finde ich auch pervers, wenn Breivik schöngeredet wird. Oder wenn man wie bei der NSU nur auf „deutsche Opfer“ durch „Migranten“ verweist. Echte oder angebliche Probleme mit dem Islam oder bei der Integration können nicht so etwas auch nur irgendwie rechtfertigen. Das muss dann aber auch umgekehrt gelten.

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  16. @Dexter

    Sehr schön zu beobachten ist das auch gerade bei allem, in das man die Buchstaben „AfD“ reinpressen kann. Früher hat mich das auch massiv alarmiert, aber wie sich bei Wahlen wieder und wieder zeigt: Die gefüllte Überpräsenz von Idioten mittlerweile nicht mehr nur in den Leser-Communitys, sondern auch seit Neuerem auf Seiten der Publizierenden, hat mit der Realität da draussen recht wenig zu tun.

    Ich denke, viel simpler könnte man sagen: Die Zeitungen lernen gerade Trollen. Und auch hier gilt: Nicht füttern. Nicht lesen. Nicht mal anklicken. Und, passend zum heutigen Tag: Immer schön den Ad-Blocker anhaben gerade bei den sogenannten Nachrichtenportalen, die sich dieser Strategie bedienen.

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