Rechtsrock in Leinefelde: Weniger Nazis, mehr Protest!

Bereits zum dritten Mal fand ein von der NPD und den „freien Kräften“  organisiertes Rechtsrock-Open-Air im thüringischen Leinefelde statt. Während die Besucherzahlen des Neonazi-Festivals deutlich sanken, stieg die Zahl der Gegendemonstranten beträchtlich an.

Von Publikative-Redaktion

headAls gegen Mittag der offizielle Beginn des Neonazi-Spektakels in Leinefelde begann, hatte es kaum Teilnehmer auf das Veranstaltungsgelände gezogen. Erst Stück für Stück trafen die anreisenden Neonazis ein, für die wohl die Auftritte der Rechtsrockbands deutlich interessanter gewesen sein dürften als die politischen Reden. Am Ende waren rund 400 Neonazis nach Leinefelde gekommen, um mit Rechtsrock und Hüpfburg ihren Samstag zu verbringen. Vor allem auch viele Familien mit Kindern gehörten zu den angereisten Besuchern. Die Hüpfburg und ein Clown sorgte für die Unterhaltung der Kleinen, während die Großen den rassistischen Reden und der menschenverachtenden Musik lauschen konnten. Für die Organisatoren der Veranstaltung dürfte die Teilnehmerzahl ein Reinfall gewesen sein. Waren im letzten Jahr trotz Regens noch ca. 1.000 Neonazis ins Eichsfeld gereist, ist mit 400 Teilnehmern doch ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen.

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Der Protest wächst

Als am Nachmittag die Demonstration gegen das Neonazi-Festival begann, zeigte sich, dass die Zahl der Gegendemonstranten deutlich gestiegen war. Noch 2012 hatte es kaum 200 Menschen zur Gegendemonstration gezogen. Dieses Jahr waren rund 600 Menschen gekommen, um ihren Protest auf die Straße zu tragen. Unter ihnen auch Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD). Trotz erheblicher Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Protestbündnissen im Vorfeld, fanden sich am Samstag Gegendemonstranten aus verschiedenen Spektren in Leinefelde zusammen. Die Route der Demo verlief quer durch die Stadt: Vom Bahnhof zum Veranstaltungsgeländer der Neonazis. Immer wieder versuchten Rechtsextreme am Rande der Demonstration zu provozieren oder zu fotografieren. So provozierte der NPD-Funktionär Peter Marx die Demonstrationsteilnehmer, als er mit zwei Begleitern demonstrativ an der Gegendemonstration vorbeilief. Die Demonstration verlief bis zur Abschlusskundgebung friedlich und konnte mit einigen Redebeiträgen in der Nähe des Rechtsrockfestivals beendet werden.

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