Tierschützer: Schweine tragen keine Kopftücher

In einer Email beschreibt der Vorsitzende der Thüringer Tierschutzpartei, Harald von Fehr, Fotos von Wildschweinen, die sich an einer Straße bewegen, unter anderem mit folgenden Worten: „Was mir auffällt? Sie tragen keine Kopftücher! Sie benützen kein geklaute Fahrräder/Roller oder BMWs! Sie tragen keine Messer! Aber das schlimmste ist: Auf die darf geschossen werden !!!“

Von Redaktion Publikative.org

Homepage der Thüringer Tierschutzpartei (Foto: Screenshot)
Homepage der Thüringer Tierschutzpartei (Foto: Screenshot)

Als “Ungeheuerlichkeit sondergleichen” bezeichnete die Abgeordnete der Partei „Die Linke“ im Thüringer Landtag, Katharina König, die fremdenfeindlichen Äußerungen, die vom Landesvorsitzenden der Thüringer Tierschutzpartei unter dem Deckmantel des Tierschutzes verbreitet werden. Die Abgeordnete hat die Staatsanwaltschaft Gera gebeten, eine entsprechende Email des Vorsitzenden der Tierschutzpartei, Harald von Fehr, u.a. auf dessen strafrechtliche Relevanz bzw. Erfüllung des Straftatbestands der Volksverhetzung (Paragraph 130 StGB) zu prüfen.

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Der Abgeordneten liegt eine Rundmail von Fehr vor, die drei Fotos von Schweineherden zeigt, die neben einer Straße entlanglaufen. Dazu heißt es im Text:

„Irgendwo in Europa; am Sonntagmorgen ein Ausflug der ganze Familie. Es ist schön zu sehen wie die Alten ihre Jungen beschützen. Was mir auffällt? Sie benutzen den Fussgängerstreifen um über der Strasse zu gehen! Sie benützen das Trottoir! Sie tragen keine Kopftücher! Sie benützen kein geklaute Fahrräder/Roller oder BMWs! Sie halten Disziplin! Sie tragen keine Messer! Sie gehen nicht in fremden Häuser! Sie spucken nicht auf den Boden! Und sie machen keine fremden Frauen an!! Aber das schlimmste ist: Auf die darf geschossen werden!!!“

Katharina König
Katharina König

„Diese perfide Gegenüberstellung mit rassistischen Klischees offenbart deutlich, wie unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Tierliebe und der Interessen des Tierschutzes Fremdenfeindlichkeit geschürt werden soll“, so die Abgeordnete. “Da durch die Anspielungen offenkundig zur Diskriminierung von Menschen einer bestimmten ethnischen oder religiösen Herkunft aufgestachelt werden soll und bestimmte Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig mit verächtlichen Äußerungen überzogen und verleumdet werden, habe ich die Staatsanwaltschaft Gera um Prüfung der Strafbarkeit nach Paragraph 130 gebeten.”

Der Landesvorsitzende der Thüringer Tierschutzpartei ist in der Vergangenheit bereits im Zusammenhang mit der rechten Szene auffällig geworden. So soll er nach Angaben von König in mehreren Ausgaben einer Zeitschrift von Thüringer Neonazis (“Der Rennsteigbote”) als Autor mitgewirkt haben und namentlich erwähnt werden. Heute wird die Zeitschrift offiziell von der Thüringer NPD bzw. dessen Kreisverband in Gotha herausgegeben.

Siehe auch: Antifa-Eichhörnchen gegen braunes Gedenken, Kickboxen und Fußball – extrem rechter Sportverein in Erfurt unbemerkt aktiv, Es gibt keine Notwendigkeit für den Verfassungsschutz, Braunes Nordhausen: Waffen, Drogen und die NPD, Die Sächsische Demokratie;

18 thoughts on “Tierschützer: Schweine tragen keine Kopftücher

  1. Ich bin Tierfreundin und kämpfe seit langem für die Rechte der Tiere, sei es für die Abschaffung von Zoo und Zirkus, veganes Leben, gegen Tierversuche und jegliche Ausbeutung von Tieren! Ich bin schockiert, dass es einem Rechten gelingt, unsere Partei – wo ich Mitglied seit Gründung bin – zu unterwandern und der Sache so zu schaden, schade, dass die Menschen so dumm sind, sich davon blenden zu lassen!!! Das hilft der SACHE NICHT!

  2. @ Emperor: Sie schreiben: „… Unter eine Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass dies anscheinend kein Einzelfall ist, ist schon sehr fragwürdig. …“

    Dass dies kein Einzelfall ist?? Michael Marx hat doch selbstredend nichts mit rechten Gedanken zu tun, siehe seinen eigenen Kommentar.
    Die Anmerkung sollte nur die Behauptung von Herrn Marx, er sei Landesvorsitzender richtigstellen. That`s all.

    Bezüglich der Distanzierung zu rechtem oder rechtspopulistischem Gedankengut sind wir uns alle einig.

    @Rough NinJa:
    Danke für die klare Stellungnahme zu den möglichen Konsequenzen.

  3. Herr Kalka!
    zu ihren Worten gegenüber Michael Marx ,bezugnehmend auf parteischädigendes Verhalten.
    Schon diese Worte sind ein merkwürdiges Vokabular…das las ich im gechichtlichem Zusammenhang über vergangene Zeiten schon irgendwo
    man kann doch nicht kritisch denkende Menschen so bezeichnen..

    dazu dieses Zitat
    „Begründen Sie eine Behauptung, für die sie keine Belege oder Argumente haben immer mit einer noch waghalsigeren aber vermeintlich hieb- und stichfesten Behauptung, ihre Behauptung wäre die Überzeugung aller.“

    wenn denn andere kein Bescheid wissen oder nicht nachdenken würden.
    liebe Grüße Helmut

  4. Ach ja, der Herr Kalka. Gibt sich derzeit dreist als ‚Gebietsbeauftragter‘ des Landesverbands Berlin aus, obwohl a) dieses Amt in keiner Satzung der Partei Mensch Umwelt Tierschutz vorgesehen und es somit nicht vorhanden ist und b) jeder Versuch des Bundesvorstands den kompletten Landesvorstand des LV Berlin des Amtes zu entheben, gescheitert ist – zuletzt vor dem LG Berlin. Das Harald von Fehr eine kleine Minderheit innerhalb der Partei repräsentiert, ist die eine Wahrheit. Dass aber Kritiker am Kurs des Bundesvorsitzenden und Kritiker an Vorgehensweisen innerhalb der Partei seitens des Bundesvorstands mundtot gemacht und mit Verfahren überzogen werden, ist eine ganz andere Sache, die der – wegen Anfechtung des Parteitags und aller seiner Wahlen und Beschlüsse – nicht einmal rechtmäßig sich im Amt befindliche Generalsekretär – Herr Kalka ohne Not nach außen getragen hat.

    Was Herr Kalka sonst äußert:

    Schöne neue Welt. Werden Konsequenzen folgen? Der komplette Landesvorstand Berlin wurde wegen internen Anträgen zur Aufklärung von Vorgängen innerhalb der Partei (die aus Gründen laufender Verfahren, fehlender Transparenz und der auf interne Vorgänge bezogenen Qualität NICHT veröffentlicht werden) willkürlich seiner Ämter enthoben und mit Parteiausschlussverfahren überzogen. Unsere Freunde aus Sachsen-Anhalt (der Vorsitzende des LV Sachsen-Anhalt, Josef Fassl, ist immerhin mit der Linken in Magdeburg Stadtverordneter) werden ebenso als Störer und Spalter diffamiert, Josef Fassl wurde von Herrn von Fehr mit Konsequenzten bedroht. Das Berliner Mitglied der Tierschutzpartei Michael bode absolvierte ein Praktikum in Magdeburg und tut dies aktuell bei der Linken im Bundestag – für die Tierschutzpartei – obwohl ihm nahe gelegt wurde, nicht wieder für den Bundesvorstand zu kandidieren, dem er bis zum 12.01.2013 angehörte.

    Doch, ja, es gibt in der Tierschutzpartei sehr wohl wirklich engagierte, kritische und fähige Mitglieder. Um so mehr ist das Desaster, was diese von Fehrs und andere Vereinsfundamentalisten anrichten, ein Fanal gegen den Tierschutz. Und die unermüdlich in Sachen Tierschutz tätigen Mitglieder, deren Namen niemand kennt, bleiben als Konkusmasse auf der Strecke.

    Wir wollen eine offene, eine moderne, transparente und – ja, auch linke – Tierschutzpartei. Es tut weh, wenn ich lesen muss:

    Aber übel nehmen kann ich dieses Statement nicht. Leider. Nur wäre es ein Zeichen der Fairness, uns die Chance zu geben, zumindest lokal das Gegenteil beweisen zu dürfen. Leider habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass niemand tatsächlich davon Gebrauch macht, persönlich kontakt aufzunehmen, wenn man seine Telefonnummer öffentlich macht. Ich bin real. Mein Gesprächsangebot auch. Aber bitte nur bis 23:00 Uhr.

    Der ‚transparente Funktionär‘ lässt sich auch gerne in die Karten schauen:

    http:/www.pfotenkrieger.de – besonders unter der Rubrik ‚Spitze Schnauze‘ kann jede Frau / jeder Mann gerne erfahren, wess Geistes Kinde dieser ominöse Landesvorsitzende des LV Berlin ist.

    Randbemerkung. Ob mich dass nun endgültig den kritischen und frei denkenden Kopf kostet: ich habe vorsorglich beim angefochtenen Bundesschiedsgericht der Partei Mensch Umwelt Tierschutz Antrag auf sofortige Amtsenthebung wegen Gefahr im Verzug gegen das Ansehen der Partei und Parteiausschlussverfahren wegen mehrerer schwer wiegender Verstöße gegen die Ordnung der Partei, wegen andauernder und vorsätzlicher Verstöße gegen die Satzung, wegen Zensur und wegen aktivem und passivem Mobbing gegen den in angefochtener Wahl im Amt bestätigten Vorsitzenden der Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Stefan Bernhard Eck, gestellt, dem sich mittlerweilen auch weitere mitglieder angewschlossen haben. Der (Tofu)-Fisch stinkt vom Kopf her.

    Ob ‚Die Linke‘ in Berlin wohl Interesse hätte, sich auch im Bereich Tierschutz – ich meine den nachhaltigen Tierschutz, nicht den so genannten… – kompetenter zu positionieren?

    @animal liberation: wir sollten reden. Ruf! Mich! An!

    Ich habe fertig. Für den Moment. Und… Danke, Helmut Windolph. Auch so ein widerlich kritisches Mitglied. Aus Thüringen.

  5. Na toll, wenn die Tags nicht korrekt kommentiert sind. Also:

    Herr Kalka äußerte:
    „Anmerkung: Entgegen der Behauptung in seinem Kommentar vom 11. April ist Herr Michael Marx aufgrund eines laufenden Schiedsgerichtverfahrens wegen parteischädigendem Verhaltens derzeit nicht Landesvorsitzender in Berlin. Bis zum Beschluss des Bundesschiedsgerichtes ruhen außerdem seine Mitgliedsrechte.“

    Es tut weh, wenn ich lesen muss:

    „animal liberation said: Die Tierschutzpartei ist allgemein ein wirklich ekelhaft deutscher Haufen.“

    Der verlinkte Artikel ist sachlich, gut geschrieben und macht nachdenklich. Würde nachdenklich machen. Wenn man es nicht zum größten Teil wüßte….

  6. Man muß sich immer wieder wundern, was Menschen, die von sich selbst glauben intelligent zu sein, für einen Schwachsinn absondern – zwar vom Schutz für Tiere reden, deren Leid jedoch desinteressiert gegenüberstehen.
    Wirklich intelligente Menschen sollten sich erst dann zu einem Thema äußern, wenn sie wissen, um was es wirklich geht.

  7. Das Statement von Herrn von Fehr zeugt deutlich, dass es mehr als gerechtfertigt ist, gegen Herrn von Fehr Antrag auf sofortige Amtsenthebung und Parteiausschlussverfahren zu stellen. Was von mehreren Seiten geschehen ist.

    Keine Stellungnahme zu der unglaublichen Mail, dafür aber eine freche Belehrung an Kritiker, eine Diffamierung dahin gehend, dass Kritiker dem Leid der Tiere desinteressiert gegen über stehen, eine Beleidigung, dass Kritiker Schwachsinn absondern. Wer sich so äußert und so unbelehrbar ist, hat in einer Partei nichts zu suchen.

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