NPD stoppt Nationalen Sozialismus

Im Netz gibt es nichts, was es nicht gibt – und daher gibt es auch das: Die NPD bittet Josef K. darum, die Partei und ihre Aktivitäten nicht weiter zu unterstützen. Gut gemeint sei nicht immer gleich gut gemacht, schrieben NPD-Funktionäre an den Betreiber der Seiten „FansvonNPD“ und „NPDAngriffsTV“.  Deutsche würden von den dort veröffentlichten Videos eher abgeschreckt. Ein erschreckendes Beispiel für die Kälte in der Politik.

Von Redaktion Publikative.org

Man sollte eigentlich denken, die NPD sei wenig wählerisch, was ihre Unterstützer angeht. Auf Demonstrationen tauchen die übelsten Schlägervisagen auf und als Mediencoup präsentiert man einen singenden Bürgermeister. Das ist auch kein Wunder: Immerhin steht die Partei finanziell mit dem Rücken zur Wand, die Mitgliedszahlen sind stark gesunken – und wenn von der NPD öffentlich überhaupt mal die Rede ist, geht es um ihren Ex-Funktionär Ralf Wohlleben, der bald mit Beate Zschäpe in München vor Gericht stehen wird,  oder um ein Kaspertheater, welches in der Öffentlichkeit mit der Umschreibung „NPD-Verbotsdebatte“ verniedlicht wird. Doch auf die Hilfe von Josef K. möchte die Partei dennoch verzichten.

 

Josef K. veröffentlicht Videos im Netz. Das ist wenig ungewöhnlich. Auch das darin ausschließlich Unsinn verbreitet wird, ist kein Alleinstellungsmerkmal, besonders nicht bei der NPD. Dennoch schrieben die Parteifunktionäre David Petereit und Jens Pühse, so wird es zumindest auf der Seite „Nationaler-Sozialismus“ berichtet, an den Betreiber, um ihn in deutlichen Worten aufzufordern, seine Aktivitäten zu Gunsten der NPD einzustellen.

Mit kameradschaftlichen Grüßen von NPDler Jens Pühse
Mit kameradschaftlichen Grüßen von NPDler Jens Pühse
NPDler David Petereit steht nicht auf Nazi-Satire.
NPDler David Petereit steht nicht auf Nazi-Satire.

Der Gescholtene gab daraufhin bekannt, seinen Kanal bei YouTube (NPDAngriffsTV) schließen zu wollen und verabschiedete sich in einem weiteren Video.

Immerhin: NPDler Pühse bot Hobby-Hetzer Josef K. an, er könne ihm einen Aufnahmeantrag zusenden – vorausgesetzt, Josef K. beziehe sich öffentlich nicht mehr auf die NPD. Und so könnte doch noch zusammenwachsen, was zusammengehört.

Doch die harten Worte der NPDler scheinen Josef K. getroffen zu haben. Er kündigte an, sich nicht mehr politisch engagieren zu wollen. Ein Herz für Deutsche – das fehlt offenbar bei der NPD… Eine erschreckende Botschaft.

Siehe auch: NPD-Strategiedebatte: Zwischen bürgerlicher Fassade und NS-Subkulturen (Teil III)