BKA hält NSU-Adresslisten zurück

Erneute „Panne“ im NSU-Untersuchungsausschuss. Das Bundeskriminalamt hat mehr als ein Jahr lang verschwiegen, dass im Jahr 1998 weitere Adresslisten in der Bombenwerkstatt von Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe gefunden worden waren.

Hilflose Ermittler: Wer hat einen Wohnwagen an der Ostsee gesehen?
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Die Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion im Untersuchungsausschuss Eva Högl erklärte dazu, das BKA habe den Ausschuss erst jetzt darüber informiert, dass in der Garage 1998 mehrere Kontaktlisten gefunden wurden. Diese Informationen lagen dem BKA laut Högl bereits seit einem Jahr vor und wären für die Aufklärung im Untersuchungsausschuss besonders wichtig gewesen – „zumal die Zeugen sich gerade in diesem Punkt widersprochen haben“.

Sie forderte, dass Innenminister Friedrich endlich dafür sorgen müsse, dass seine Behörden nicht länger die Arbeit des Ausschusses behinderten. „Immer noch macht Friedrich den Eindruck, als habe er nicht begriffen, welche Sensibilität bei diesem Thema angebracht ist.“

Fassungslos mache sie, so Högl weiter, „dass keine der Listen für die Zielfahndung nach dem Terrortrio genutzt wurde. Die Listen enthielten eine Vielzahl von Kontaktdaten aus dem rechtsextremen Sumpf, mit dem die Fahnder auf die Spur des Trios hätte kommen können.“

Siehe auch: NSU: Das Ende des “Terror-Trios”? , NSU: Schwache Erkenntnislage im Nordosten, Verdacht auf Kumpanei zwischen VS und Neonazis, NPD-Jena und NSU: Aus einem braunen Ei geschlüpft, alle Meldungen zum Rechtsterrorismus.