Antisemitismus als Marketingtrick

Aus der verbotenen Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund (NWDO) wurde der Dortmunder Kreisverband der Nazi-Partei Die Rechte, wie früher gab es über Weihnachten einen Überfall auf die Kneipe Hirsch Q und auch der mit dem NWDO verbotene Nazi-Versand “Resistore” hat einen Nachfolger gefunden: Antisem.it.

Von Stefan Laurin, Ruhrbarone

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Der Name – eine gezielte Provokation: Antisem.it heißt der neue Nazi-Versand, für den sich der in Dortmund-Dorstfeld wohnende Landesvorstandsmitglied der Nazi-Partei “Die Rechte” Michael Brück verantwortlich zeichnet. In dem Online-Versandhandel, der im Internet seit Wochen beworben mit Slogans wie “antisem.it akzeptiert keine Schekel” gibt es zu Zeit nur Propagandamaterial zu erwerben: Neben Werbematerial zu Partei “Die Rechte” findet sich auch Aufkleber der Konkurrenz: Aufkleber von NPD und Junge Nationaldemokraten sind auch im Angebot.

Brück setzt damit auf Provokation: Politik und Staat sollen vorgeführt werden, die Nazis versuchen sie als handlungsunfähig  darzustellen. Im Kern geht es um die Hegemonie innerhalb der  Naziszene und der schon im Namen offen zur Schau gestellte Antisemitismus  soll offenbar ein Zeichen der Härte und Furchtlosigkeit sein.

Mal schauen: NRW Innenminister Ralf Jäger hat im vergangenen Jahr mehrfach gezeigt, dass er es mit seinem Kampf gegen die Nazis ernst meint und auch Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler gilt in Nazifragen nicht als Humorist. Lange werden sie es sich wohl nicht gefallen lassen, wenn die Nazis ihnen auf der Nase herumtanzen.

Siehe auch: Konsequentes ZögernDie braunen EminenzenNeonazi-Demo am 1. September in Dortmund verbotenNiederschmetternde Bilanz